Rezension “Katzenjäger eine spannende Geschichte aus der Welt der Samtpfoten” von Yvonne Elisabeth Reiter – Chiemgauer Verlagshaus

  • Taschenbuch : 224 Seiten
  • Herausgeber : Chiemgauer Verlagshaus (12. April 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3945292603
  • ISBN-13 : 978-3945292600
  • D: 12,90 Euro

Inhalt:

Der junge Django genießt sein Katerleben in vollen Zügen. Bis eines Tages Katzen in seinem Dorf spurlos verschwinden, darunter die schöne Kira aus der Nachbarschaft. Panik macht sich breit und ein Katzenrat wird einberufen, um die Vermissten zu retten. Doch bald verschwindet auch ein Ratsmitglied. Der Fall scheint zunehmend aussichtslos. Da zieht Yoda, ein eigenartiger Ragdoll-Kater, im Nebenhaus ein. Er bringt Schwung in die Spurensuche. Eine spannende Verfolgungsjagd nimmt ihren Lauf. Doch führen diese Spuren tatsächlich zu den Vermissten oder werden aus Jägern Gejagte? Das gesamte Geschehen ist aus der Sicht der Katzen erzählt. Ein tierisches Vergnügen für jeden Katzenliebhaber und alle Menschen, die gerne spannende Wohlfühlkrimis lesen!

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Die Autorin:

Yvonne stammt aus dem Chiemgau. Nach dem Abschluss eines BWL-Studiums in Regensburg arbeitete sie bei der KPMG AG WPG in München als Junior Assistentin im Bereich Tax Services. Zur gleichen Zeit schrieb sie freiberuflich Werbetexte in Form von Kurzgeschichten sowie Weihnachtsgedichte für regionale Unternehmen. Später absolvierte sie ein Aufbaustudium in Film und Theater an der University of Canterbury, Christchurch (NZ). Dort verfasste sie u.a. Artikel für das National Centre for Research on Europe. Zudem volontierte sie als Lehrbeauftragte an dem Catholic Cathedral College, Christchurch (Thema: Victory over Violence), wodurch Yvonne zu der Fantasiegeschichte „Die Chiemsee Elfen“ inspiriert wurde. Außerdem veröffentlichte sie Artikel und Gedichte in zahlreichen Magazinen und Zeitschriften in Neuseeland und Deutschland. Darüber hinaus lebte und arbeitete Yvonne in England, Hawaii, Kanada, Schweiz, Spanien und Südafrika. Während dieser ganzen Zeit begleitete sie stets ihre große Leidenschaft für das Schreiben. Dabei verfasste sie Drehbücher, Kindergeschichten, kurze Prosa-Texte, Gedichte, Kurzgeschichten und zwei Romane.

Yvonne liebt es der Fantasie Flügel zu verleihen und sie für die wertvollen Leserinnen und Leser bunt aufs Papier zu bringen.

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Rezension:

Dass Katzen von Natur aus sehr schlau sind, ist allen Katzenliebhabern bestens bekannt. Neben einer gesunden Rivalität bilden sich zwischen den Tieren aber auch enge Freundschaften. So nicht anders in der Nachbarschaft von Django und seinem Bruder Maximus.

Als innerhalb kurzer Zeit gleich mehrere Nachbarskatzen aus unerfindlichen Gründen verschwinden, schrillen alle Alarmglocken. Ein neuer Kater in der Nachbarschaft mit dem treffenden Namen Yoda sorgt für die notwendige Koordination.
Yodas Sinnsprüche und Weisheiten haben mir gefallen. Übrigens gelten diese nicht nur für unsere Samtpfoten. Zweibeiner agieren in diesem Krimi als Randfiguren, die am Ende bei der Aufklärung der Entführungsfälle helfen müssen. Doch es wird auch aufgezeigt, wie wichtig Mensch und Tier jeweils füreinander sind.

Yvonne Elisabeth Reiter wird in diesem besonderen Krimi dem Wesen unserer Katzen mehr als gerecht. Ob ängstlich, übermütig oder total verschmust, schlau oder tollpatschig, hier findet jeder sein Fellknäul wieder. Amüsant und doch auch spannend ist dieser Katzenkrimi.

Aber man muss es mögen, so viel über die Eigenarten von Katzen zu lesen und aus ihrem Blickwinkel auf die Welt ringsherum zu blicken.

Wir erleben die Interaktionen unserer Helden auf die ihnen ganz eigene und sehr einfühlsame Art. Bildhaft und bunt sind einzelnen Szenen. “Show, don´t tell!” – hat die Autorin perfekt umgesetzt.

„Katzenjäger“ ist eine eher sanfte Lektüre für ruhige Stunden und ein herrliches Buch für Katzenliebhaber. Schnurr…

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Rezension “Die Stieftochter” von Ildy Bach – dtv Verlag

  • Broschiert : 400 Seiten
  • Herausgeber : dtv Verlagsgesellschaft (23. April 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3423262257
  • ISBN-13 : 978-3423262255
  • D: 15,90 Euro

Inhalt:

Dem Mörder so nah

Nur zwei rostige Ösen an einem Holzbalken verraten, dass vor der alten Gretzky-Villa eine Schaukel hing: Hier saß vor elf Jahren Tess’ Stiefmutter Rebecca, während drinnen Alexander Gretzky – Rebbeccas Mann und Tess’ Vater – in seinem Blut lag. Rebecca wurde verhaftet, doch sie hat nie aufgehört, ihre Unschuld zu beteuern. Immer, wenn der Mord sich jährte, schrieb sie einen Brief an ihre Stieftochter. Tess hat keinen einzigen gelesen. Erst als Rebecca nach Ablauf ihrer Gefängnisstrafe überfallen wird, beginnt Tess widerwillig nachzuforschen − und entdeckt ein Netz aus Lügen, in das Menschen, die ihr nahestehen, unheilvoll verstrickt sind. Wenn ihre Stiefmutter keine Mörderin ist: Wer war es dann?

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Die Autorin:

Ildy Bach hat einen klassischen Bühnenberuf gelernt und viele Jahre am Theater gearbeitet. Gemeinsam mit ihrer Partnerin schreibt sie neben (Kriminal-)Romanen auch Kinder- und Jugendbücher, Theaterstücke sowie Stoffe für Film und Fernsehen. Ildy Bach ist ein Pseudonym.

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Rezension:

Es beginnt mit der Einblendung vergangener Ereignisse, die elf Jahre später ihre Schatten neu auswerfen sollen. Der Mord an dem Vater von Tess liegt lange zurück, die Schuldige scheint bestraft und doch beginnen sich Zweifel an dem damaligen Geschehen zu regen. Neue Verdächtige und Ungereimtheiten lassen das Vergangene in einem neuen Licht erscheinen. Für Tess werden die begonnen Recherchen weitaus gefährlicher als angenommen. Ihre Sicht auf die eigene Familie verändert sich. Zusätzlich stößt sie in ein Nest aus Spionage und Menschenhandel.

Nach dem Prolog baut sich die Spannung nur langsam auf, steigert sich allerdings kontinuierlich bis zu einem gelungenen Finale.

Zwei Handlungsstränge verlaufen parallel und finden sich gekonnt an einem bestimmten Knotenpunkt. Wobei ein Handlungsstrang mehr Action aufweist, der andere eher gefühlslastig ist.

Die Hauptfiguren sind sehr gut ausgearbeitet. Der durchdachte Plot hält eine psychologisch strukturierte Handlung mit einem schlüssigen Ende parat. Klare Bilder und die perfekte Mischung aus Familientragik, Geheimnissen, Intrigen, Missgunst, Selbstzweifeln und Misstrauen schaffen eine packende Atmosphäre.

“Die Stieftochter” weist viele Facetten eines Thrillers auf, kommt für mich aber eher der Richtung psychologisches Familiendrama nahe. Mich hat Ildy Bach mit ihrem Buch sehr gut unterhalten.

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Rezension “Scarlett – Ein Löffelchen Geheimnis und der Duft von Magie” von Laurel Remington – Carlsen Verlag

  • Taschenbuch : 256 Seiten
  • Herausgeber : Carlsen; 1. Edition (3. Dezember 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3551319405
  • ISBN-13 : 978-3551319401
  • Lesealter : 10 – 14 Jahre
  • D: 6,99 Euro

Inhalt:

Ein Jugendbuch über Freundschaft und Familie

Scarlett ist der unfreiwillige Star auf dem Blog ihrer Mutter. Jetzt kennt jeder ihre peinlichsten Erlebnisse. Doch dann entdeckt sie in der Küche der alten Rosemary ein handgeschriebenes Kochbuch. Scarlett muss einfach ein Rezept ausprobieren. Während sie heimlich kocht und backt, Zutaten mischt und Köstlichkeiten kreiert, wird alles etwas besser. Scarlett findet Freundinnen, sie gründet einen geheimen Kochklub und sogar mit ihrer Mum läuft es besser. Als würde das gemeinsame Essen das Beste in den Menschen hervorbringen. Ob das an der geheimen Zutat liegt?

Eine süße Mischung aus Freundschaft, der Liebe zum Kochen und der geheimen Zutat, die alles besser zu machen scheint!

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Die Autorin:

Eigentlich ist Laurel Remington Anwältin in einer Firma für erneuerbare Energien. Aber das Schreiben ist schon seit mehr als zehn Jahren ihre geheime Leidenschaft. Und 2015 hat sie dann mit „Scarlett – ein Löffelchen Geheimnis und der Duft von Magie“ den Times/Chicken House Schreibwettbewerb gewonnen. Die größte Inspirationsquelle für ihre Scarlett-Romane waren ihre drei Töchter. Denn die lieben es, süße Sachen zu backen – und anschließend zu essen! Laurel lebt mit ihrer Familie in Südengland.

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Rezension:

Mit dieser wunderbaren Geschichte erleben wir die weite Bandbreite unserer Gefühlswelt.

Scarlett ist der unfreiwillige Star auf dem Mamablog ihrer Mutter. Dinge, die Erwachsene vielleicht amüsant finden, sind in Scarletts Alter einfach nur peinlich. Überhaupt Freunde zu finden, wird dadurch noch schwerer als es sowieso schon ist.

Mit der Entdeckung der wundersamen Küche ihrer Nachbarin kommt eine Art Lebensmagie ins Rollen. Scarlett blüht auf, gewinnt an Selbstvertrauen und es bilden sich unerwartete Freundschaften. Nächstenliebe und Vertrauen rücken in den Focus.
Es wird bunt, witzig und nachdenklich. Aber es geht auch ums Abschiednehmen und die Verarbeitung großer Verluste, Zusammenhalt und den Mut Neues zuzulassen.

Insgesamt ist „Scarlett: Ein Löffelchen Geheimnis und der Duft von Magie” eine zu Herzen gehende Geschichte mit wunderbar warmen Figuren. Was sich locker, leicht und humorvoll liest, ist dennoch sehr tiefgründig. Nicht nur für die angestrebte Zielgruppe ist dieses Buch ein großes Lesevergnügen.

Laurel Remington lädt zum Verweilen, Nachdenken und natürlich zum Nachmachen ein.
Nachdem ich so viel vom Kochen & Backen gelesen hatte, der köstliche Duft der Speisen quasi in meine Nase gekrochen war, musste ich unbedingt selbst etwas in meiner Küche zaubern. Hier hätte ich mir gern das eine oder andere Rezept im Buch gewünscht. Aber eines ist mitten im Buch versteckt. Finden müsst ihr es selbst. Folgt einfach dem himmlischen Duft nach Zimt.

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Rezension “Der Mädchenwald” von Sam Lloyd – Rowohlt Verlag

  • Broschiert : 448 Seiten
  • Herausgeber : Rowohlt Taschenbuch; 2. Edition (15. Dezember 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • übersetzt von: Katharina Naumann
  • ISBN-10 : 3499001136
  • ISBN-13 : 978-3499001130
  • Originaltitel : The Memory Wood
  • D: 16,00 Euro

Inhalt:

…und auch so bitterkalt.

Auf dem Weg zum Jugendschachturnier wird die 13-jährige Elissa entführt. Als sie erwacht, liegt sie in einem dunklen Keller. Ihre Situation scheint aussichtslos – bis Elijah ihr Verlies entdeckt und sie heimlich zu besuchen beginnt.

Elijah ist ein Einzelgänger, der mit seinen Eltern in einer abgeschiedenen Hütte im Wald lebt. Er kennt keine Handys und kein Internet, aber er weiß, es ist nicht richtig, dass Elissa gefangen gehalten wird; er weiß, er sollte jemandem davon erzählen. Aber er weiß auch, dass sein Leben aus den Fugen geraten wird, wenn die Wahrheit ans Licht kommt. Denn Elissa ist nicht die erste, die in den Mädchenwald gebracht wurde.

Während draußen die Polizistin DI MacCullagh alle Hebel in Bewegung setzt, um das Mädchen zu finden, erkennt Elissa, dass ihr nur mit Elijahs Hilfe die Flucht gelingen kann. Doch der Junge ist sehr viel cleverer, als er zu sein vorgibt. Und er hat längst begonnen, das Spiel nach seinen Regeln zu spielen…

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Der Autor:

Sam Lloyd wuchs im englischen Hampshire auf. Schon als kleiner Junge dachte er sich Geschichten aus und baute sich Verstecke in den umliegenden Wäldern. Heute lebt er mit seiner Frau und drei kleinen Söhnen in Surrey.

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Rezension:


Eine bedrückende, beklemmende Atmosphäre erwartet uns im Mädchenwald. Rasch wird deutlich, worauf dieser Name sich begründet. Die Bedeutung der Erinnerungsbäume verstärkt noch einmal die dunkle Aura, die uns allgegenwärtig von Seite zu Seite begleitet.

Drei unterschiedliche Perspektiven beleuchten das Umfeld und die Ereignisse. Auch hat der Autor einige Zeitsprünge eingebaut, die uns den Ablauf besser nachvollziehen lassen. Rasch hat man sich eine Meinung über die Hauptpersonen in diesem Psychothriller gebildet. Doch Vorsicht! Die ersten Eindrücke täuschen und auch ich habe mehrfach getroffene Einschätzungen rasch wieder revidieren müssen.

Da ist das eigentliche Opfer – Elissa. Für ihre 13 Jahre ist das Mädchen erstaunlich tapfer und ihre Handlungen sind überlegt. Sie wirkt in vielen Bereichen wesentlich älter und reifer.  Ihre Gedankengänge zu verfolgen war unheimlich spannend.

Dann gibt es Elijah. Er ist die unberechenbare Unbekannte. Es dauert sehr lange bis wir die Person Elijah wirklich einschätzen können. Wie weit darf man diesem Jungen vertrauen? Hier dürfen sich alle Leser auf überraschende Wendungen freuen.

Und zum Schluss begegnen wir Detectiv Mairéad. Ist sie stark genug, diesen Fall zu lösen?

Der erste Teil des Thrillers gestaltet sich relativ ruhig. Der Autor setzt hier den Grundstein für alle weiteren Ereignisse und versteht es, uns Leser gekonnt in die Irre zu führen. Es beginnt ein intelligentes Katz- und Maus-Spiel.

In diesem unheimlich facettenreichen Psychothriller sollte man den von Sam Lloyd in den Raum geworfenen Puzzleteilen nicht trauen. Immer wieder springt eines von seinem Platz und die Karten werden neu gemischt. Kurz vor den alles entscheidenden Antworten, könnten wir nicht weiter von der Lösung entfernt sein.

Der Showdown hat es in sich und bricht einem auf eine rührende Art auch das Herz.

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Rezension “Kiss & Cook in Schottland” von Tanja Neise – Books on Demand

  • Taschenbuch : 292 Seiten
  • Herausgeber : BoD – Books on Demand; 2. Edition (8. November 2017)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3743179881
  • ISBN-13 : 978-3743179882
  • D: 10,49 Euro

Inhalt:

Der berühmte Musiker Adam Ward wohnt abgeschieden in einem beschaulichen Dorf in Schottland – niemand ahnt dort, wer er ist – bis eines Tages die quirlige Fiona in sein Leben platzt und es gehörig durcheinanderwirbelt. Als Fiona plötzlich in Gefahr schwebt, erkennt er, dass hinter ihrer rebellischen Art etwas steckt, das viel mehr als nur seinen Beschützerinstinkt weckt. Können die beiden gemeinsam die Schatten aus Fionas Vergangenheit besiegen? Hat ihre Liebe trotz aller Widrigkeiten eine Chance zu bestehen?

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Die Autorin:

Tanja Neise lebt und lacht in einem brandenburgischen Dorf in unmittelbarer Nähe zu Berlin. Dass sie angefangen hat, Romane zu schreiben, verdankt sie lediglich der Hartnäckigkeit ihres Mannes, der von ihrem Potenzial überzeugt war, noch ehe die Autorin auch nur ein Wort geschrieben hatte. Mittlerweile sind bereits mehrere Bücher von ihr erschienen, mit denen sie regelmäßig in den Bestsellerlisten zu finden ist.

Quelle: Amazon

Rezension:

Dieser Roman hat alles, was man für ein paar gemütliche Stunden auf der Couch benötigt.

Eine außergewöhnliche Heldin, die nicht ganz so brav und bieder ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Mir hat diese rebellische Seite an Fiona sehr gefallen.

Ein gutaussehender Musiker. Hach, da werden alle Mädchenträume lebendig, die uns noch aus Teenagerzeiten in punkto Boygroups verfolgen. Adams Leben wird ohne Vorwarnung mächtig durcheinandergewirbelt.

Natürlich dürfen die schrulligen schottischen Dorfbewohner, ein wenig Kitsch fürs Herz und ein Bösewicht nicht fehlen.

Es ist eine sanfte und gefühlsbetonte Liebesgeschichte, die den Leser in einen warmen Kokon eingehüllt. Missverständnisse, Geheimnisse und ein bisschen Gefahr geben diesem Roman den richtigen Kick. Für Romantiker ein wunderbares Wohlfühlbuch.

Mittlerweile hat das Buch auch ein neues Cover bekommen. Das ursprüngliche Cover finde ich romantischer, doch der neue Look ist farbenfroher und sticht mehr ins Auge.

Mich hat Tanja Neise mit „Kiss & Cook in Schottland“ gut unterhalten und eine Weile träumen lassen. Am Schluss gibt es für uns als Bonus einen Auszug aus Fionas Rezepten.

Der Schokoladenkuchen musste gleich nachgebacken werden und wurde von uns am Sonntag ratzeputz aufgegessen. Ich sage nur: „Mega lecker!“. Aber da warten noch einige andere Rezepte darauf ausprobiert zu werden.

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Rezension “Searching Lucy” von Christina Stein – FISCHER Sauerländer

  • Broschiert : 288 Seiten
  • Herausgeber : FISCHER Sauerländer; 2. Edition (24. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3737357129
  • ISBN-13 : 978-3737357128
  • Lesealter : 14 Jahre und älter
  • D: 13,00 Euro

Inhalt:

Wochen ist es her, dass Ambers Zwillingsschwester Lucy verschwunden ist. Einfach so. In einer Vollmondnacht. An Halloween. Genau einen Monat nach Ambers Vater.
Keine Verdächtigen, keine Lösegeldforderung, nicht eine einzige Spur. Amber weiß, die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden noch leben, sinkt mit jedem Tag. Jeder in ihrem Umfeld könnte der Täter sein. Und sie wird ihn finden – und wenn sie in jeden einzelnen Keller einsteigen muss, um nach ihnen zu suchen.

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Die Autorin:

Christina Stein, geboren 1978 in Bonn, studierte Archäologie und Kunstgeschichte und arbeitet im Marke­ting einer großen Firma. Für ihre Kurzge­schich­ten und ihr Ro­man­debüt wurde sie mehrfach aus­gezeichnet.

Quelle: Amazon

Rezension:

Wenn Menschen, die wir lieben sterben ist das schmerzlich, wenn sie einfach so verschwinden, dann lässt sich dieser Schmerz nicht verarbeiten.

Amber hat innerhalb eine kurzen zeitlichen Abstandes ihren Vater und ihre Zwillingsschwester verloren. Die Ungewissheit, was mit ihnen passiert ist, frisst sie auf. Hinzu kommen die Sorgen um ihren kleinen Bruder und ihre Mutter. Ihre Mutter scheint von Tag zu Tag ein Stückchen mehr zu verschwinden.

Wieviel Leid kann ein so junges Mädchen ertragen?

Amber findet sich nicht mit dem Verlust ihrer Schwester ab. Tief in sich drin spürt sie eine Verbindung und glaubt fest daran, dass Lucy noch lebt.

Dieser Jugendthriller hat es ins sich. Düster und schmerzhaft eindringlich werden wir Teil von Ambers Gefühlswelt. Ihre Verzweiflung ist greifbar. Amber stellt immer wieder dumme, gefährliche Dinge an, um eine Spur der Vermissten zu finden. Wenn wir ehrlich sind, würden auch wir in verzweifelten Situationen ähnlich agieren und jeden noch so winzigen Strohhalm ergreifen. Dabei ist sie sich nicht bewusst, wie nah sie der Lösung bereits ist.

Ein passender Gegenpart ist Jamie. Die Geschichte gewinnt durch ihn an Komplexität.

“Searching Lucy” ist ein wahrer Pageturner und die Geschichte geht sehr ans Herz. Mein Kopfkino lief auf Hochtouren. Auch das Ende hallt noch lange nach und stimmt nachdenklich.
Für mich muss sich dieser Jugendthriller nicht hinter einem Thriller für ältere Leser verstecken. Durch die psychologisch gut ausgearbeiteten Passagen gelingt es Christina Stein auch Leser außerhalb der eigentlichen Zielgruppe zu fesseln.

Von mir gibt es hier eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Rezension “Klaras Schweigen” von Bettina Storks – Diana Verlag

  • Broschiert : 400 Seiten
  • Herausgeber : Diana Verlag; Originalausgabe Edition (8. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3453360478
  • ISBN-13 : 978-3453360471
  • D: 12,99 Euro

Inhalt:

Freiburg im Breisgau, 2018: Nach einem Schlaganfall spricht Miriams hochbetagte Großmutter plötzlich französische Worte – eine Sprache, die sie angeblich nie gelernt hat. Miriam erkennt schnell, dass Klara weit mehr verbirgt, doch alle Nachfragen finden kein Gehör. Was genau passierte im Leben ihrer Großmutter? Warum verließ sie Freiburg und ging im Dezember 1949 überstürzt nach Konstanz? Miriams Suche nach Antworten führt sie bis in die Bretagne, immer auf der Spur eines jahrzehntelang gehüteten Familiengeheimnisses …

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Die Autorin:

Bettina Storks, geboren 1960 bei Stuttgart, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und Autorin. Sie war viele Jahre als Redakteurin tätig, bevor sie ihr erstes Buch veröffentlichte. Sie lebt und arbeitet am Bodensee. In ihren Romanen »Das geheime Lächeln« und »Léas Spuren« vereint sie ihre Leidenschaft für Familiengeheimnisse und ihre Liebe zu Frankreich.

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Rezension:

Manchmal verschweigen wir Ereignisse aus der Vergangenheit, um denen, die wir lieben nicht weh zu tun, ihnen seelische Schmerzen zu ersparen. Wir schweigen solange, bis es gefühlt die Wahrheit oder auch zu spät ist. Je weiter sich die Vergangenheit vom Heute entfernt, umso schwieriger wird es, sie zu erforschen.

In Klara brechen nach einem Schlaganfall schmerzliche Erinnerungen auf. Lange hat sie ihre Erinnerungen und Gefühle tief in sich begraben. Ihre Enkelin Miriam macht sich auf eine komplizierte Spurensuche in die Vergangenheit, die auch ihr eigenes Leben erschüttern wird. Wir erleben große Liebe, Verluste und welche Auswirkungen Familiengeheimnisse Generationsübergreifend haben. Es geht um Hoffnung und Verzeihen und die Unwiederbringlichkeit von Momenten.

Gemeinsam mit Bettina Storks bewegen uns auf zwei Zeitebenen Solche Zeitsprünge und die Fäden, die sich zwischen Früher und Heute spannen, finde ich immer wieder faszinierend. Die Autorin hat die Übergänge nachvollziehbar und flüssig gelöst.

Die Gefühle der einzelnen Figuren sind greifbar und als Leser wird man rasch Teil der Geschichte. Schnörkellos und doch mitreisend, zieht Bettina Storks uns in den Strudel der Ereignisse hinein. Die beschriebene Handlung wirkt authentisch und zeitgeschichtlich gut recherchiert.

Bettina Storks hat mit „Klaras Schweigen“ eine sehr berührende Familien- und Lebensgeschichte geschaffen.

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Rezension “Todesrauschen: Auris” – nach einer Idee von Sebastian Fitzek (Ein Jula und Hegel-Thriller, Band 3) von Vincent Kliesch – Droemer Verlag

  • Taschenbuch : 352 Seiten
  • Herausgeber : Droemer TB; 1. Edition (1. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3426308401
  • ISBN-13 : 978-3426308400
  • D: 12,99 Euro

Inhalt:

Wenn Wahrheit tötet …
Die Helden der »Auris«-Bestseller von Vincent Kliesch und Sebastian Fitzek müssen gemeinsam um ihr Leben kämpfen – ein Entführungs-Thriller der Extraklasse!

Seit Jahren versucht die erfolgreiche True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge die Wahrheit über das Schicksal ihres unter mysteriösen Umständen verschwundenen Bruders herauszubekommen. Moritz wurde von der Polizei erst eines abscheulichen Verbrechens beschuldigt und später von den Behörden für tot erklärt. Matthias Hegel, der berühmte forensische Phonetiker, behauptet Beweise zu haben, dass Moritz noch lebt. Doch der ebenso zwielichtige wie skrupellose Experte, der nur eine Stimmprobe braucht, um die Psyche eines Täters zu analysieren, hat Jula schon oft belogen und manipuliert.
Ein letztes Mal will sie sich mit ihm treffen. Dabei kommt es zur Katastrophe: Jula und Hegel werden brutal entführt. Anscheinend gibt es noch jemanden, der Moritz aufspüren will – und um ihn zu finden, schreckt der Täter auch vor grausamster Folter nicht zurück. Jula und Hegel, das ungleiche und verfeindete Ermittlerpaar, stecken in einem unlösbaren, mörderischen Dilemma: Lösen sie gemeinsam das letzte Rätsel um Moritz, wird Julas Bruder umgebracht. Lösen sie es nicht, sterben sie selbst qualvoll in Gefangenschaft …

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Der Autor:

Vincent Kliesch wurde in Berlin-Zehlendorf geboren, wo er bis heute lebt. Im Jahre 2010 startete er mit dem Bestseller »Die Reinheit des Todes« seine erste erfolgreiche Thriller-Serie, weitere folgten. Die »Auris«-Reihe um den forensischen Phonetiker Matthias Hegel schreibt Vincent Kliesch nach einer Idee seines Freundes Sebastian Fitzek.

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Rezension:

Die ersten beiden Teile habe ich mit Spannung verschlungen. Auch „Todesrauschen“ hat mich nicht enttäuscht.

Die Dynamik zwischen Jula und Hegel nimmt weiter zu. Noch immer bleibt der wahre Antrieb Hegels in diesem Fall im Dunklen. Nie ist man sich sicher, ob er Jula unvoreingenommen helfen möchte oder ein dunkles Spiel betreibt. Sind wirklich beide an der Rettung ihres Bruders interessiert?
Alle bisher für mich aufgelaufenen Fragen werden beantwortet und der Schleier über Julas Vergangenheit lüftet sich immer mehr. Ihre Persönlichkeit wächst an diesen Herausforderungen weiter.

Das Tempo dieses Thrillers ist stellenweise halsbrecherisch.  Psychologisch ausgewogen fokussiert sich alles auf die Klärung dieses Falles. Der oft sarkastische und analytische Schreibstil verdichtet die stellenweise recht düstere Atmosphäre.
Spannend fand ich wieder die phonetischen Details in diesem Thriller. Welch gravierende Auswirkungen absolute Stille auf unsere Psyche und unser Gehör haben können, war mir bisher in dieser Tiefe nicht bewusst.

Vincent Kliesch hat ein packendes Versteckspiel inszeniert. Jeder noch so kleine Nebenakteur hat seine Bedeutung. Unscheinbare Fakten fügen sich nach und nach zu einem wichtigen Ganzen zusammen. Der Autor hat seine kleinen Hinweise so gut in die Geschichte eingebaut, dass man diese selbst als akribischer Leser leicht übersehen kann.

Auch „Todesrauschen – Auris Band 3“ ist wieder bis zur letzten Seite absolut spannend. Ein Genuss für Kliesch und Fitzek Fans.

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Rezension “Love Show” von Britta Sabbag – FISCHER FJB

  • Gebundene Ausgabe : 352 Seiten
  • Herausgeber : FISCHER FJB; 1. Edition (30. September 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3841440347
  • ISBN-13 : 978-3841440341
  • Lesealter : 14 Jahre und älter
  • D: 18,99 Euro

Inhalt:

Wenn dein ganzes Leben ein Fake ist, wer bist du dann überhaupt? Der neue große All-Age-Roman von Besteller-Autorin Britta Sabbag

Die siebzehnjährige Ray ist der größte Reality-TV-Star der Welt – ohne es zu wissen. Als sie sich nicht so verhält, wie die Macher der Show es wollen, wird ein junger Schauspieler in ihre vermeintliche Realität eingeschleust, der dafür sorgen soll, dass sie sich verliebt. Der Plan geht auf. Vielleicht ein bisschen zu gut. Doch kann ihre Liebe echt sein? Und was passiert, wenn rauskommt, dass Ray gar kein »echtes« Leben besitzt?

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Die Autorin:

Britta Sabbag, geboren in Osnabrück, studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Universität Bonn. Seit 2012 ist sie freiberufliche Autorin. Aus ihrer Feder stammen u.a. die Bestseller-Reihe »Die kleine Hummel Bommel«, die All-Age-Romane »Love Show – Ist deine Liebe echt?« sowie »Blackwood – Briefe an mich« und die Kinderbuchreihe »Magic Marta und der Wunderkater«. Sie lebt mit ihrer kleinen Familie in einem Landhaus in der Nähe von Bonn.

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Rezension:

Kennt von Euch noch jemand „Die Truman-Show“? Ich habe diesen Film mit Tim Carry sehr gemocht.
„Love Show“ von Britta Sabbag erinnert mich sehr an diese Story, was ich mir anhand des Klappentextes schon fast denken konnte.

Dennoch punktet die Autorin mit unterschiedlichen Perspektiven und einer facettenreichen Figurenzeichnung. Die Landschaftsbeschreibungen sind detailliert und farbenfroh. Gedanklich wandert man selbst am Strand entlang, genießt die warme Luft und sieht das Wasser blau-silbern schillern.

Ray ist die sehr naive Hauptprotagonistin, die im Laufe der Handlung eine Wandelung durchmacht. Vielleicht mag das Mädchen anfangs etwas zu blauäugig erscheinen, doch blickt man auf ihr bisheriges Leben im Paradies und die ihr angebotene Erziehung, ist dies nicht verwunderlich.

Ihr Freund Noah dagegen wirkt schon etwas bodenständiger. Doch auch hier muss man sehen wie er aufgewachsen ist. Ihn umgab nicht das gleiche liebevolle Umfeld. Die Distanz zu seiner „Mutter“ war immer spürbar.

Der Schluss ist nett, aber doch nicht ganz so realitätsnah, wie ich es mir gewünscht hätte. Zum Inhalt möchte ich an dieser Stelle gar nicht weiter ausholen, da ich sonst zu viel spoilern würde.

Ich liebe die Bücher von Britta Sabbag und ihr Schreibstil verschafft immer wieder schöne entspannte Lesemomente. Das Cover ist wieder absolut gelungen. Mit der Prägung ist es ein wahrer Hingucker.

„Love Show“ ist nicht unbedingt der Pageturner, aber eine schöne Geschichte zum Abschalten.

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Rezension “Das Wanderkind” von Aude – Alfred Kröner Verlag

  • Gebundene Ausgabe : 128 Seiten
  • Herausgeber : Alfred Kröner Verlag; 1. Edition (22. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • übersetzt von: Ina Böhme
  • ISBN-10 : 3520616017
  • ISBN-13 : 978-3520616012
  • Originaltitel : L’enfant migrateur
  • D: 16,00 Euro

Inhalt:

»Das Kind regt sich in ihr, als ob es auf sich aufmerksam machen wollte. Sie fühlt jetzt keine Wut und keinen Abscheu mehr, eher ein sonderbares Mitleid für das Kind, das nur noch seinen kalten, erstarrten Schatten umarmt. Es muss den entseelten, an ihn geschmiegten Körper seines Bruders spüren. Corinne legt die Hände behutsam auf den gedehnten Bauch. Es scheint, als würde sie zu dem einsamen Baby sprechen – aber in Wirklichkeit trauert sie, wie das Kind auf der anderen Seite der Scheidewand vielleicht auch.« Ein Zwillingspaar, der eine groß und kräftig, der andere klein und zerbrechlich. Einem von ihnen ist es bestimmt, den anderen am Leben zu erhalten. Ein kleiner, sehr feiner, beinahe märchenhafter Roman über die Brüchigkeit des Lebens und die schmerzhafte Schönheit menschlicher Bindungen. Ausgezeichnet mit dem Großen Leserpreis von Elle Québec, auf der Shortlist des Prix Ringuet. Trois. Revue d’écriture et d’érudition urteilte direkt nach dem Erscheinen 1998: »Diese Autorin beherrscht die Kunst, eine ganze Welt wie selbstverständlich zu erschaffen, obwohl nichts davon glaubwürdig wäre ohne ihren unvergleichlichen Stil.«

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Die Autorin:

Claudette Charbonneau alias Aude wurde in 1947 Montréal geboren und gilt als eine der wichtigsten Figuren der frankokanadischen Literaturszene. Nach dem Studium unterrichtete sie in Québec Kreatives Schreiben und Literaturtheorie. Ihr preisgekrönter Kurzgeschichtenband Cet imperceptible mouvement (1997) erschien 1998 auf Englisch (The Indiscernible Movement). Nach einer Phase des düsteres Erzählens über Wahnsinn und Tod wandte sie sich mit L’enfant migrateur einer hoffnungsfrohen Weltsicht zu. Aude starb 2012 an Leukämie. Sie wurde posthum zur Ehrenpräsidentin des nach ihr benannten Centre Aude d’études sur la nouvelle zur Förderung der Gattung Kurzgeschichte.

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Rezension:

Ich bin froh, dieses kleine, aber sehr feine Buch gefunden zu haben. Oder vielmehr, es hat mich gefunden.

Zwillinge und deren Symbiose sind immer wieder faszinierend. Normalerweise ergänzen sie sich oder bilden eine einzigartige Einheit. Hans und Benoit sind ein ganz besonderes Zwillingspaar. Nach einer problembehafteten Schwangerschaft hätte es nur einen der Jungen geben sollen. Doch wie durch ein Wunder überlebt auch der kleine, schwächliche Benoit.

Hans ist der dominante Zwilling. Seine Art trifft auf die Ablehnung der Familie und auch auf uns Lesern wirkt dieser Junge unsympathisch. Erst mit der Zeit lässt uns die Autorin hinter die Mauer der Kühle und Distanz blicken. Hier finden wir einen unsicheren, sich nicht als eigenständige Person fühlenden kleinen Jungen und späteren Mann. Hinter dem Verhalten von Hans steckt die große Angst vor dem Alleinsein. Mit der Zeit schleicht sich dann auch Hans in mein Herz.

Benoit dagegen fliegen alle Sympathien sofort zu. Er genügt sich selbst und es scheint seine einzige Lebensaufgabe darin zu bestehen, seinem Bruder den Rücken zu stärken. Benoit ist das Verbindungsstück zwischen allen. Oft wird er unterschätzt. Doch in ihm steckt die Stärke, die seine Eltern und Geschwister in dieser speziellen Lebensphase brauchen.

Manchmal ist das, was zart und schwach wirkt, das stärkste Bindeglied in einer Kette.

Es scheint, als Benoit sicher weiß, dass Hans seinen Platz im Leben gefunden hat und die Familie auf einem stabilen Fundament steht, es für ihn Zeit wird zu gehen.
Für mich ist er das Glühwürmchen, das den ganzen Weg durch ein Labyrinth leuchtet, bis alle sicher den richtigen Weg gefunden haben. Erst dann erlischt das helle Licht und bleibt doch als wärmende Quelle in den Herzen derer, die Benoit geliebt haben.

Dieses Buch ist psychologisch sehr sensibel aufgebaut. Ruhig und mit viel Empathie erzählt uns Aude von der ganz eigenen Dynamik der beiden auf den ersten Blick recht unterschiedlichen Zwillingsbrüder und der Auswirkung auf das komplette Familienleben. Wir erleben, wie zerbrechlich Augenblicke sein können.

„Das Wanderkind“ hat mich sehr berührt. Neben aller Tragik finden sich immer wieder sehr schöne, teils mystisch anmutende Momente. Sprachlich ausgewogen und ohne ein überflüssiges Wort trifft es die Leser ganz tief im Inneren.

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