Rezension “Tatys kleine Kräuterfibel” von Natascha Sturm – Neissufer Verlag

  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 112 Seiten
  • Herausgeber ‏ : ‎ Neissuferverlag; 4. Edition (8. Juni 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Illustration: Juliane Wedlich
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 398187000X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3981870008
  • Lesealter ‏ : ‎ 8 Jahre und älter
  • D: 14,00 Euro

Inhalt:

“Ich mache eine Kräuterfibel!”, jauchzte die kleine Elfe Taty, “mit Gedichten zu besonderen Kräutern und Geschichten aus der alten Elfenstadt Vinlanda.” Darin erzählt Taty unter anderem, wie der Fenchel das kleine Kätzchen rettet, warum Gänseblümchen unverwüstlich sind und die Kapuzinerkresse der Schrecken der Bakterien ist. Neben Wissenswertem zu den einzelnen Heilpflanzen, gibt es auch viel Lustiges zu entdecken. Doch auch das Ausprobieren kommt nicht zu kurz. Denn zu den Pflanzen gibt es Rezepte, Bastelanleitungen, Duftlampenmischungen oder andere Anregungen und Tipps. Ein Lesevergnügen für jung und alt. Empfohlen für Kinder ab 8 Jahren.

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Die Autorin:

Schreiben begeisterte Natascha Sturm schon immer. Bereits in ihrer Zeit als Schülerin im hessischen Oberursel, entstanden erste Kurzgeschichten und Gedichte. Beruflich verfolgte Natascha Sturm zunächst zwei parallele Wege. Nach einer Ausbildung zur Versicherungskauffrau, arbeitete sie in verschiedenen Branchen und war zuletzt Prokuristin in einem Unternehmen der Verpackungsindustrie. Parallel wuchs ihr Interesse an der Naturheilkunde und so absolvierte sie eine Ausbildung zur Heilpraktikerin und spezialisierte sich auf dem Gebiet der Frauenheilkunde mit dem Schwerpunkt Phytotherapie (Heilpflanzenkunde). 2015 verwirklichte sie dann einen weiteren Traum: Die Gründung eines eigenen Verlages. Seither verlegt sie erfolgreich neben ihren eigenen Büchern auch Bücher weiterer Autor*innen. Vieles von ihrem Kräuterwissen fließt dabei auch auf anschauliche Art und Weise in ihre Kinderbücher mit ein. Natascha Sturm lebt mit ihrem Mann und Sohn in Görlitz und hält neben ihrer verlegerischen und schriftstellerischen Tätigkeit Vorträge und Workshops auf dem Gebiet der Heilpflanzenkunde.

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Rezension:

Wir haben vor gut zwei Jahren einen kleinen Kräutergarten in unserem Hof angelegt. Die Kinder sind begeistert und lieben es, mit mir Sirup zu kochen oder frische Pfefferminze für Tee zu zupfen. Faszinierend finden sie auch, welche Düfte die Kräuterbündel, die wir zum Trocknen aufgehängt haben, in unserer Speisekammer verbreiten.

Pfefferminze zu erkennen und zu erschnuppern ist ja noch recht einfach. Salbei und Melisse sind auch leicht zu erklären und am Geruch zu erkennen. Doch dann wird es schon schwieriger. Die Natur hält eine Vielzahl an Kräutern bereit, die ich selbst als Erwachsene nicht kenne. Wir haben daher auf unserem Beet kleine Schildchen angebracht, so dass sich einzelne Kräuter gut unterscheiden und finden lassen. Hinzu kommt immer die Frage, was kann ich damit anstellen?

“Tatys kleine Kräuterfibel” gibt da viele Anregungen.

Natascha Sturm entführt uns in eine Welt der Feen und untermalt die lehrreichen Abbildungen und Tipps mit lustigen Geschichten voller Fantasie. So macht Kräuterkunde richtig Spaß. Die Verwendung der einzelnen Pflanzen ist kindgerecht erklärt. Für viele gibt es einfache Rezepte, die sich problemlos gemeinsam ausprobieren lassen.

Dieses Buch wurde von Juliane Wedlich toll illustriert und lädt regelrecht zum Durchblättern ein. So kann man immer wieder neue Details entdecken und Anregungen für die eigene „Hexenküche“ finden.

Durch ihre schöne und liebevolle Gestaltung ist diese Kräuterfibel ein wunderbares Geschenk für alle Altersklassen.

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Rezension “Die Mitternachtsbibliothek” von Matt Haig – Droemer HC (Hörbuch – Argon Verlag)

  • Herausgeber ‏ : ‎ Droemer HC; 10. Edition (1. Februar 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • übersetzt von: Sabine Hübner
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 320 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426282569
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426282564
  • Originaltitel ‏ : ‎ The Midnight Library
  • D: 20,00 Euro
  • Hörbuch
  • Herausgeber: Argon Verlag
  • Gesprochen von: Annette Frier
  • D: 14,85 Euro

Inhalt:

Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.
Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?
Matt Haig ist ein zauberhafter Roman darüber gelungen, dass uns all die Entscheidungen, die wir bereuen, doch erst zu dem Menschen machen, der wir sind. Eine Hymne auf das Leben – auch auf das, das zwickt, das uns verzweifeln lässt und das doch das einzige ist, das zu uns gehört.

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Der Autor:

Matt Haig, Jahrgang 1975, ist ein britischer Autor. Seine eigenen Erfahrungen mit Depressionen und Angststörungen sind auch stets ein zentrales Thema in seinen Büchern. Zuletzt sind von ihm die Romane “Ich und die Menschen” (2014) und “Wie man die Zeit anhält” (2018) und “Die Mitternachtsbibliothek” (2021), sowie die Sachbücher “Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben” (2016) und “Mach mal halblang” (2019) erschienen. Matt Haig lebt mit seiner Familie in Brighton.

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Rezension:

Matt Haig hat es mir nicht leicht gemacht, mich auf diese intensive und sehr philosophische Geschichte einzulassen.

Meist habe ich zu wenig störungsfreit Zeit, um Hörbüchern zu lauschen. In diesem Fall hat es sich für mich allerdings gelohnt, das Buch hörend zu erkunden. Lesend hätte ich „Die Mitternachtsbibliothek“ wahrscheinlich irgendwann abgebrochen und beiseitegelegt.

Matt Haig gestaltet den Einstieg in die Welt von Nora schwierig. Nora bleibt recht eindimensional und farblos. Ihr Gejammer und Selbstmitleid waren nervig und verbreiteten Langeweile.

Schnell wird klar, dass Nora unter Depressionen leidet, unglücklich und einsam ist. Das Leben erdrückt sie und sie möchte der Situation entfliehen. Dabei erscheint ihr nur noch ein Ausweg möglich. Doch dann kommt alles ganz anders.

Das Schicksal von Nora hat mich bis zu ihrem Selbstmordversuch nur oberflächlich berühren können. Im Verlauf der Geschichte und der verschiedenen Varianten ihrer Leben, kam ich ihr emotional schon näher. Mit der Zeit war sie mir vertraut und ich fand die neuen Leben von Nora immer interessanter. Auch ihre Persönlichkeit veränderte sich von Seite zu Seite.

Mrs. Elm, die Nora aus ihrem früheren Leben kennt und immer mochte, ist eine tragende Figur in der Mitternachtsbibliothek. Sie ist immer an Noras Seite und bereichert die Geschichte mit ihren Lebensweisheiten.

Die Grundidee der Mitternachtsbibliothek ist faszinierend. Wie schon gesagt, ist der Anfang etwas zäh und es dauert, sich emotional auf die Figuren einlassen zu können.

Die von Matt Haig vermittelte Botschaft kam am Ende trotzdem intensiv bei mir an. Wir sollten unser Leben annehmen und das darin enthaltene Potential ausnutzen. Wir können alles erreichen und Rückschläge müssen nicht schlecht sein.
Interessant fand ich die Entwicklung der alternativen Leben der Menschen, mit denen Nora in Berührung kam. Wie abhängig und different diese ohne bzw. mit Noras Einfluss verliefen. Wie Kleinigkeiten eine ganze Welt verändern können. Durchzuhalten und die ersten Flauten überwinden hat sich wirklich gelohnt. Da fangen dann im Kopf die eigenen Gedankenrädchen an zu klackern.

Dicht, sensibel und atmosphärisch bündelt der Autor sein Schreiben. Das Ende hat mich wirklich berührt und die Botschaft kommt direkt im Herzen an. Lebensbejahend und eindringlich bringt er uns dazu, unser eigenes Leben einmal zu reflektieren. Denn wer hat sich noch nie gefragt: „Was wäre, wenn?“

Vielleicht hilft dieses Buch dem ein oder anderen, sich selbst wiederzufinden, die Schönheit des Lebens zu erkennen oder den Mut zu finden, neue Wege auf alten Pfaden einzuschlagen.

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Rezension “Das Inselweihnachtswunder” von Janne Mommsen – Rowohlt Taschenbuch

  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 192 Seiten
  • Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (14. September 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499005735
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499005732
  • D: 18,00 Euro

Inhalt:

Inselglück & Weihnachtswunder: das perfekte Weihnachtsgeschenk des Spiegel-Bestsellerautors an seine Leserinnen und Leser – in wunderschöner und hochwertiger Ausstattung.

Die junge Inselpastorin Carola leitet im Friesendom die Chorprobe für Heiligabend. Alle sind voller Vorfreude aufs Fest, nur sie nicht. Nach der Christmette wird sie wieder alleine in ihrem kleinen Reetdachhaus sitzen.

Noch ist aber Vorweihnachtszeit, und es gibt eine Menge zu tun: Als Carola auf der gegenüberliegenden Hallig Langeneß eine Andacht hält, bittet der sympathische Organist Torin sie um einen Gefallen: Seiner Großmutter geht es gesundheitlich so schlecht, dass sie Weihnachten wahrscheinlich nicht erleben wird. Ob Carola mit der Familie den Heiligabend vorziehen könne?
Kurz vor Weihnachten überschlagen sich die Ereignisse. Ein Geldkoffer mit mehreren tausend Euro wird an Land gespült, ein anonymer Wohltäter sorgt für ein Weihnachtswunder, und die Möglichkeit eines Single-Heiligabends in der kleinen Inselbuchhandlung zeichnet sich ab. Ob dort vielleicht auch ihr ganz persönliches Weihnachtswunder auf Carola wartet?   

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Der Autor:

Janne Mommsen hat in seinem früheren Leben als Krankenpfleger, Werftarbeiter und Traumschiffpianist gearbeitet. Inzwischen schreibt er überwiegend Romane und Theaterstücke. Mommsen hat in Nordfriesland gewohnt und kehrt immer wieder dorthin zurück, um sich der Urkraft der Gezeiten auszusetzen.

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Rezension:

Die Tage werden kürzer und bald darf ich im Haus alle wieder mit Weihnachtsliedern beschallen. Da darf die richtige Weihnachtslektüre natürlich nicht fehlen.

Im vergangenen Jahr hat mich Janne Mommsen bereits mit „Omas Inselweihnacht“ begeistert und da musste ich unbedingt erneut auf die Insel reisen.
„Das Inselweihnachtswunder“ ist eine bezaubernde Einstimmung auf die kommenden Wochen. Herzerwärmend und voller wunderbarer Figuren, ist dies eine wirklich schöne Weihnachtsgeschichte.

Die Inselpastorin Carola ist eine beherzte und mitfühlende und sehr sympathische junge Frau. Nur vor dem anstehenden Weihnachtsfest graut es ihr. Niemanden auf der Insel ist bewusst, wie einsam sich Carola gerade in den Stunden des Weihnachtsabends fühlt. Da ist die gestandene Pastorin sogar bereit, sich an den Troll Nis Puk zu wenden. Na, ob der wirklich auftaucht?

Ein vorgezogenes Weihnachtsfest, eine Seenotrettung und die Legende von Nis Puk verwandeln den anstehenden Weihnachtsabend zu einem unvergesslichen Fest.

Humorig und mit einem Löffelchen Liebe verzauberte mich Janne Mommsen erneut und zeigt uns, das gerade zu dieser besinnlichen Zeit im Jahr die Menschen um uns herum viel wichtiger sind, als ein Berg voller Geschenke.

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Rezension “Feind des Volkes” (Max Hellers letzter Fall) von Frank Goldammer – dtv Verlag

  • Taschenbuch ‏ : ‎ 416 Seiten
  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft (17. September 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423263008
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423263009
  • D: 16,00 Euro

Inhalt:

Sein letzter Fall

August 1961: Hauptmann Max Heller von der Dresdner Kriminalpolizei ist von seinem neuen Vorgesetzten in den Innendienst versetzt worden. Ein Affront für Heller, der kurz vor seinem Ruhestand steht. Als er eines Tages ein Paket mit Beweismaterial aus einem längst aufgeklärten Mordfall erhält, ist er alarmiert. Bald ist klar, der wahre Täter von damals ist zurück und fordert Heller zu einem perfiden Kampf um Leben und Tod heraus. Eine atemlose Mörderjagd beginnt, die Hellers Familie in größte Gefahr bringt. Auch die politische Lage in der DDR spitzt sich zu. Nahezu unbemerkt von der Welt wird der Bau der Berliner Mauer vorbereitet. Am 10. August 1961 müssen Karin und Max Heller eine dramatische Entscheidung treffen: gehen oder bleiben.

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Der Autor:

Frank Goldammer, 1975 in Dresden geboren, ist Handwerksmeister und kam, neben seinem Beruf, schon früh zum Schreiben. Bei dtv veröffentlicht er seine erfolgreiche Krimireihe, die im Dresden zur Zeit des geteilten Deutschland spielt. Mit seinen Büchern landet er regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Der Autor lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt.

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Rezension:

Mit „Feind des Volkes“ heißt es nun Abschied nehmen von Max Heller und seiner Familie.

Mit diesem letzten kniffligen Fall ist Frank Goldammer ein würdiger Abschluss gelungen. Max Heller bleibt der festverwurzelte Baum, der sich nicht beugt, nicht den politischen Wegen folgt, sondern nach seinem Gewissen handelt und agiert. Selbst wenn dies heißt, viele Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

Die Familie Heller ist mir ans Herz gewachsen. Die Spaltung und Entfremdung zwischen Max, Karin und ihrem Sohn Klaus tat weh mitzuerleben. Doch gemeinsam überwinden sie alle Höhen und Tiefen, halten zusammen und finden ihren Weg.

Doch im Mittelpunkt stehen hier die politischen Entwicklungen und ein neuer Mordfall. Es wird immer schwerer, den Fall zu verfolgen. Es scheint, als würde Heller gegen die Windflügel der Staatsmacht ankämpfen. Dennoch klärt sich die Tat rasch auf und der Mörder wird verurteilt.

Doch zwei Jahre später beginnt Heller an den Ergebnissen der damaligen Ermittlungen zu zweifeln. Wurde der falsche Täter gefasst? Erneut geschehen Morde und ein Unbekannter eröffnet ein böses Versteckspiel mit dem Hauptmann der Kriminalpolizei.

Heller gerät an seine eigenen Grenzen und ist sogar bereit, seinen Beruf bzw. seine Berufung aufzugeben. Er kündigt. Hier endet dieser Krimi aber nicht. Die Handlung nimmt nun richtig Fahrt auf und es wird brenzlig für die Ermittler.

„Feind des Volkes“ ist spannend und beleuchtet einmal mehr die politischen Machenschaften, denen die Gesellschaft ausgesetzt war. Ist die Aufklärung eines Verbrechens nebensächlich, wenn es die politischen Ereignisse erfordern? Max Heller interessiert nicht, wem er auf die Füße tritt. Er möchte den Opfern Gerechtigkeit widerfahren lassen.

Max Heller geht nicht den einfachen Weg, lässt seine Ideale nicht fallen und bleibt genau aus diesen Gründen authentisch und glaubhaft in seinen Handlungen.

Ich bin froh, dass sich Frank Goldammer für dieses Ende entschieden hat. Es ist ein Ende, ein Anfang, ein Neubeginn und einfach der passende Abschluss.

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Rezension “Alles wird gut” von Nina Lykke – btb Verlag

  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 352 Seiten
  • Herausgeber ‏ : ‎ btb Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (16. August 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 344275934X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442759347
  • Originaltitel ‏ : ‎ Full spredning
  • D: 20,00 Euro

Inhalt:

Wie konnte es so weit kommen? Elin – Mitte 50, Allgemeinärztin seit 20 Jahren und genauso lange verheiratet mit Aksel – ist kurzerhand in ihre Praxis gezogen. Während Aksel jede freie Minute mit Skilanglauf verbringt, schickt Elin eines Abends schon leicht angeschickert eine Nachricht an ihren Jugendfreund Bjørn – der antwortet prompt. Elin fühlt sich das erste Mal seit Langem wieder richtig lebendig. Aus Alltagsresignation wird erwartungsvolle Aufbruchsstimmung. Doch eine langjährige Ehe und das gutsituierte Leben im Reihenhaus lassen sich nicht so leicht abschütteln. Das ist die Ausgangssituation des vielfach ausgezeichneten Romans, der mit entlarvender Ehrlichkeit das Beziehungsleben der modernen Großstädter in mittleren Jahren unter die Lupe nimmt.

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Die Autorin:

Nina Lykke, geboren 1965 in Trondheim, Norwegen wuchs in Oslo auf. Sie studierte Grafik in Kopenhagen, arbeitete als Grafikdesignerin und war von 1997 bis 2003 Redaktionsmitglied der feministischen Zeitschrift »Utflukt«. Ihren Durchbruch als Schriftstellerin hatte Lykke mit ihrem Roman »Aufruhr in mittleren Jahren«, der in Norwegen eines der am meisten besprochenen Bücher des Jahres war. Für ihren neuen Roman »Alles wird gut« wurde sie mit dem Norwegischen Literaturpreis ausgezeichnet, er stand monatelang auf der Bestsellerliste und erscheint in 15 Ländern.

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Rezension:

Selten greife ich bei einem Buch daneben. Mittlerweile weiß ich genau, was ich lesen möchte, kenne eine Vielzahl von Autoren und Autorinnen und verlasse mich gern auch auf die Meinungen anderer Blogger und Bloggerinnen. Manchmal gehe ich ein Risiko ein und lasse mich überraschen, aber auch hier ging mein Leseerlebnis selten daneben. Kritikpunkte gibt es immer mal und das ist auch gut so. Ich greife nicht unbedingt zu den gehypten Büchern, aber auch hier habe ich Lieblingsautoren/innen und schließe mich der Allgemeinheit dann gerne an.

„Alles wird gut“ klang vielversprechend und humorig. Eine Mischung, die ich gern lese. Der Beginn versprach dann auch einen schwarzen, vielleicht etwas derben Humor. Soweit so gut.

Auf den anfänglichen Lesespaß erfolgte die Ernüchterung. Mit jeder der folgenden Seiten reihten sich Phasen des Selbstmitleides, der Projizierung von Fehlern und Schuld rein auf alle anderen Mitmenschen und Alkoholabstürze der Protagonistin aneinander. Im Arztberuf schien sie auch fehlbesetzt, da sie augenscheinlich ihre Patienten und die Arbeit nicht mochte.

Ich habe das Buch beendet und finde die Grundidee gar nicht so verkehrt. Die offene Art von Nina Lykke Themen anzuschneiden, gefällt mir auch sehr gut. Zwischendurch finden sich immer wieder Stellen, die noch den erwarteten Humor durchblitzen lassen und auch ein gewisser Tiefgang in verschiedenen Gedankenbildern ist zu erkennen. Dies hat aber nicht ausgereicht, mich zu überzeugen.

Zu Elin fand ich bis zum Schluss keinen Zugang. Sie blieb mir fremd und konnte mich überhaupt nicht erreichen. Über viele Seiten bin ich eher hinweggeglitten, als intensiv einzutauchen. Aber genau das erwarte ich von einer guten Geschichte. Ich möchte mich fallen lassen, eine fremde Welt kennenlernen, Abenteuer erleben, mich wohlfühlen.

„Alles wird gut“ hat dies für mich leider nicht transportieren können.

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Rezension “Das Collier der Königin” von Beate Maxian – Heyne Verlag

  • Taschenbuch ‏ : ‎ 448 Seiten
  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (11. Oktober 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453425286
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453425286
  • D: 11,00 Euro

Inhalt:

Um ihre Gegenwart zu finden, muss sie erst ihre Vergangenheit erkunden

Wien, Gegenwart. Ein unerwartetes Erbe rüttelt Leas Alltag als Versicherungsangestellte auf: Ihre zurückgezogen lebende Tante Goria vermacht ihr ein Diamantcollier, das schon lange im Familienbesitz ist. Handelt es sich bei dem sagenumwobenen Schmuckstück wirklich um das Collier Marie Antoinettes, das während der Französischen Revolution verschwand? Und wie kam es in den Besitz von Leas Familie?

Paris 1794. Isabelle Blanc ist auf der Flucht. Ihr Vater gilt als Feind der Revolution, da er Schmuckstücke für Adelsfamilien anfertigte. In Todesangst versteckt sie sich vor den Schergen Robespierres. Doch gerade als sich die Lage beruhigt, steht ein Soldat vor ihrer Tür und legt ein fremdes Kind in ihre Arme …

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Die Autorin:

Beate Maxian lebt mit ihrer Familie in Oberösterreich und Wien und arbeitet neben dem Schreiben als Journalistin und Dozentin. Ihre Wien-Krimis um die Journalistin Sarah Pauli sind Bestseller in Österreich. Beate Maxian ist Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals.

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Rezension:

Romane, in denen sich historische Fakten harmonisch in eine fiktive Geschichte einfügen, haben für mich einen besonderen Reiz.

So beginnen wir in „Das Collier der Königin“ im Heute. Eine alte Familientradition, die auch durch die Entfremdung innerhalb der Familie nicht gebrochen wird, setzt eine ganze Spirale an Ereignissen in Gang.

Auf der Suche nach der Vergangenheit des Colliers, springen wir rund 200 Jahre in die Vergangenheit zurück. Durch Isabelle Blancs Tagebuchaufzeichnungen finden wir uns mitten in der Französischen Revolution wieder. Das Leben der Menschen scheint in ständiger Gefahr. Denunzianten verraten die engsten Freunde für ein paar Sous. Frauen sind erst recht der Willkür der Herrschenden ausgeliefert.

Das Schicksal von Marie Antoinette und bewegt die Menschen schon immer und führt auch weiterhin zu vielen Spekulationen. Hier rückt vor allem Marie Therese de Bourbon in den Focus der Ereignisse. Wie ist ihr Leben mit dem von Lea und Isabelle Blanc verknüpft?

Die Erlebnisse von Isabelle fand ich besonders spannend. Die Ereignisse der Gegenwart waren eher eine schöne und angenehme Umrahmung. Die Vorstellung, bei der Erforschung der eigenen Familiengeschichte ein derartiges Geheimnis aufzudecken ist faszinierend.

Beate Maxian stellt die Erlebnisse von Isabelle und Julie sehr authentisch dar. Die Nachforschungen in Paris mit Lea waren spannend und informativ.

Hier wurde gründlich recherchiert und dies spiegelt sich auch während des gesamten Lesens wieder. Eine abenteuerliche und spannende Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

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Rezension “Mord am Watzmann: Ein Berchtesgaden-Krimi (Servus Krimi)” von Felix Leibrock – Servus Verlag

  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 368 Seiten
  • Herausgeber ‏ : ‎ Servus; 1. Edition (23. September 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3710402980
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3710402982
  • D: 14,00 Euro

Inhalt:

Kletterunfall oder perfektes Verbrechen? Mordermittlungen in den Berchtesgadener Alpen

Für ein Urlauber-Ehepaar endet die Bergtour auf den Watzmann tödlich: Kurz unterhalb der Mittelspitze stürzen sie in die Tiefe. Keiner der beiden überlebt. Ein Fall von Selbstüberschätzung? Gestolpert, ausgerutscht – oder gestoßen?

Der junge Kommissar und Polizeibergführer Simon Perlinger glaubt nicht an einen Zufall. Als routinierter Kletterer und angstfreier Bergfex ist er Spezialist für Alpinunfälle. Und sein Instinkt sagt ihm: Hier ist nicht alles mit rechten Dingen zugegangen! Doch wer könnte ein Motiv gehabt haben, die wohl treuesten Stammgäste des Ortes zu ermorden?

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Der Autor:

Felix Leibrock, Jahrgang 1960, ist Leiter des Evangelischen Bildungswerks in München, erfolgreicher Krimiautor und Sprecher des Formats »Nachgedacht« auf Antenne Bayern. Als Seelsorger der Bayerischen Bereitschaftspolizei ist ihm fast kein menschlicher Abgrund fremd. Grund genug für den bergbegeisterten Autor, seine Lieblingsgipfel in den Berchtesgadener Alpen zur Kulisse für Mord und Totschlag zu machen.

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Rezension:

Felix Leibrock begeistert mich immer wieder durch seine Vielschichtigkeit.
Neben berührenden, tiefschürfenden oder philosophischen Werken ist er allgemein auch als Krimi-Pfarrer bekannt. Und endlich gibt es wieder einen spannenden Ausflug ins Krimigenre.

Erwähnen möchte ich vorab die tolle Gestaltung des Buches. Der grüne Buchschnitt harmoniert wunderbar mit der recht Schlichten Illustration des Covers. Sie bilden in ihrer Einheit einen echten Blickfang.

„Mord am Watzmann“ nimmt uns mit in die Berchtesgadener Alpen. Hier in der idyllischen Bergwelt brechen alte Wunden auf, lang gehütete Geheimnisse kommen zu Tage und ein mysteriöser Absturz von zwei Wanderern erschüttert die Umgebung.

War es ein schrecklicher Unfall oder steckt mehr dahinter?

Simon Perlinger ist als Ermittler einer der Ersten vor Ort. Die familiären Zusammenhänge reißen noch lange nicht verheilte Wunden wieder auf. So wird die Ermittlung der Umstände, unter denen das Ehepaar Wieneke zu Tode kam, für ihn zu einem persönlichen Anliegen.

Felix Leibrock wartet mit einem sympathischen Ermittler sowie einer Vielzahl von Verdächtigen auf. Die Figuren sind lebendig und facettenreich. Wir blicken hinter die Kulissen der feinen Gesellschaft, werden in Intrigen verstrickt und nehmen Anteil an menschlichen Tragödien.

Die Kulisse des Bergmassivs ist perfekt gewählt. Der Autor lässt die Naturgewalten, aber auch die Schönheit des Berchtesgadener Landes auf uns einwirken. Wir erhalten nebenbei viele Informationen zum Bergsteigen und den Gefahren der Gipfelerklimmung, die er selbst aus eigener Erfahrung kennt. So fühlt es sich beim Leben so real an, als würde man selbst den Watzmann besteigen.

Der Fall ist undurchsichtig. Ereignisse der Vergangenheit wiegen auch heute noch schwer. Viele Verdächtige kreuzen unseren Weg und die Auflösung empfand ich nicht nur als überraschend, sondern auch sehr tragisch.

Ich hoffe auf weitere kriminalistische Ausflüge mit Simon und Luisa. Ich denke wir dürfen gespannt sein.

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Rezension “Abgetrennt” (Herzfeld 3): True-Crime-Thriller (Die Paul Herzfeld-Reihe, Band 3) von Michael Tsokos – Knaur TB

  • Broschiert ‏ : ‎ 336 Seiten
  • Herausgeber ‏ : ‎ Knaur TB; 1. Edition (1. Oktober 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426524422
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426524428
  • D: 14,99 Euro

Inhalt:

Ominöse Leichenteile tauchen in Kiel auf – ein neuer brisanter Fall für Paul Herzfeld, authentisch und atemberaubend spannend erzählt von Michael Tsokos, Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner.

In einem privaten medizinischen Lehrinstitut werden Leichenteile beschlagnahmt. Es besteht der Verdacht der illegalen Beschaffung.
In der Kieler Rechtsmedizin erkennt Paul Herzfeld auf einem der beschlagnahmten Arme ein auffälliges Nazi-Tattoo wieder: eine schwarze Sonne. Der versierte Rechtsmediziner beweist anhand von DNA-Untersuchung und Blutprobenvergleich, dass er den Mann, zu dem dieser Arm gehört, schon einmal seziert hat.
Verkauft einer seiner Kollegen etwa Leichenteile? Oder stammen die Körperteile von Mord-Opfern? Auf der Suche nach Antworten kommt Herzfeld den Schuldigen so gefährlich nahe – allen voran einem Mann, der buchstäblich über Leichen geht -, dass auf einmal sein Leben nur noch an einem seidenen Faden hängt…

„Abgetrennt“ ist der 3. Band der True-Crime-Thriller-Reihe um Paul Herzfeld. Band 1 ist unter dem Titel „Abgeschlagen“ und Teil 2 unter dem Titel „Abgefackelt“ erschienen.

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Der Autor:

Michael Tsokos, 1967 in Kiel geboren, ist Professor für Rechtsmedizin und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Seit 2007 leitet er die Berliner Rechtsmedizin. Seine Bücher sind allesamt Bestseller und wurden bereits mit hochkarätiger Besetzung verfilmt. Mit dem Schauspieler Jan Josef Liefers ist er in der Doku-Reihe „Obduktion“ bei TVNOW zu sehen. Weitere TV-Produktionen sind in Arbeit.

Quelle: Amazon

Rezension:

Mit diesem Thriller endet die Trilogie rund um den Rechtsmediziner Paul Herzfeld. Abschied nehmen fällt immer schwer und liebgewonnene Serienhelden lässt man ungern gehen. Doch es war erneut ein spannender Ausflug in die Rechtsmedizin.

Paul Herzfeld ist von den gerade einmal sechs Monate zurückliegenden Ereignissen noch schwer angeschlagen. Demgemäß ist sein Verhalten in einigen Situationen nicht so souverän wie gewohnt. Doch sein Instinkt funktioniert zum Glück und rettet ihm wieder einmal aus brenzligen Situationen.
So aber bleibt er nicht nur der taffe Rechtsmediziner und Ermittler, sondern kommt uns menschlich weiter näher.

Der neue Fall ist kniffelig und von der ersten Seite an spannend. „Abgetrennt“ lässt sich kaum aus der Hand legen und wunderbar in einem Rutsch lesen. Auch treffen wir auf einen altbekannten Widersacher

Mir haben die Aspekte der Rechtsmedizin und die entsprechenden Erläuterungen sehr gefallen. Schonungslos und ehrlich blicken wir hinter die Kulissen und erfahren am Schluss auch die Verbindungen zu realen Fällen, die denen im Buch geschilderten Vorfällen zu Grunde liegen.

Diejenigen, deren Interesse weniger im medizinischen und kriminaltechnischen Bereich liegt, werden einzelne Passagen als langwierig empfinden. Doch diese Seiten lassen sich zur Not auch rasch überfliegen und man kann anschließend wieder problemlos in den Sog der Ermittlungen eintauchen.

Michael Tsokos legt ordentlich Tempo vor und verabschiedet Paul Herzfeld actionreich mit einem großen Knall. Für mich ein gelungener Abschluss der Trilogie.

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Rezension “Die Karte” von Andreas Winkelmann – Rowohlt Taschenbuch

  • Taschenbuch ‏ : ‎ 384 Seiten
  • Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt Taschenbuch; 2. Edition (15. Juni 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499000407
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499000409
  • D: 12,00 Euro

Inhalt:

Er gehört zu deinem Training wie die Schuhe und der Soundtrack: Dein Fitness-Tracker, der deine Laufstrecke online teilt. Jeder weiß, wo du warst – und wieder sein wirst. Doch damit inspirierst du jemanden zu einem ganz besonderen Kunstwerk, den du besser nicht auf dich aufmerksam gemacht hättest.
Er trackt deine Initialen in eine digitale Karte. Sein Zeichen, dass du die Nächste sein wirst …
Lauf, so schnell du kannst – es wird dir nichts nützen. Er erwartet dich.

Quelle: Amazon

Der Autor:

Andreas Winkelmann, geboren 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldrand nahe Bremen. Wenn er nicht gerade in menschliche Abgründe abtaucht, überquert er zu Fuß die Alpen, steigt dort auf die höchsten Berge oder fischt und jagt mit Pfeil und Bogen in der Wildnis Kanadas.

Quelle: Amazon

Rezension:

Ich habe mich sehr gefreut, wieder mit Kerner und Oswald auf Verbrecherjagd gehen zu dürfen.

Der Einstieg in diesen Thriller hat eine Sogwirkung und der Plot versprach sehr viel.
Gleich zu Beginn geraten wir an den Schauplatz eines brutalen Verbrechens, auf das nicht allzu fern ein weiteres folgt. Die Einschübe, mit denen wir in die Welt eines einsamen Mädchens und ihre bedrückende Kindheit eintauchen, geben rasch Rätsel auf und heben die Spannung. Wie hängen die einzelnen Stränge zusammen?

So startet der Thriller spannend und dieser Spannungsbogen verläuft bis zur letzten Seite recht gleichbleibend. Warum klinge ich dann nicht euphorisch überzeugt?
Das Buch bedient sich leider viel zu sehr an Klischees. Ich hatte das Gefühl, eine Schublade nach der anderen zu öffnen. Dagegen fand ich den Zusammenhang zwischen der APP, den Karten und den einzelnen Morden sehr fesselnd. Nur ist Andreas Winkelmann eher über diese Thematik hinweggehuscht. Hier hätte ich mir eine Vertiefung gewünscht. Auch erscheinen mir nicht alle Handlungsverläufe schlüssig.

Dennoch hat diese Geschichte auch einen gewissen Thrill, dem ich mich nicht entziehen konnte. Die altbekannten Charaktere überzeugten und ich mochte es, mit Ihnen auch durch die privaten Bereiche des Lebens zu laufen.

Bis zum Schluss bleiben Täter und Motiv im Dunkeln. Viele kleine Hinweise schicken uns in eine Sackgasse und die Auflösung ist erschreckend banal. Für uns mag das Geschehen in der Vergangenheit trivial erscheinen, doch für den Täter selbst nahmen die Ereignisse mit den Jahren an Gewicht zu und beeinflussten sein psychologisches Weltbild. Wie gewichtig dieser einfache Grund für einen Menschen sein kann, sich nicht nur rein auf die Zielperson zu konzentrieren, sondern auch völlig unbeteiligte Menschen mit hineinzuziehen sowie Gefallen an diesen Taten zu finden, ist so krank und leider doch so realitätsnah

„Die Karte“ ist ein guter Thriller, der mich bis zum Schluss unterhalten hat, auch wenn er nicht ganz das gewohnte Niveau der vorherigen Teile erreicht.

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Rezension “Wir sehen uns im Gestern” von Ina Raki – trendition

  • Taschenbuch ‏ : ‎ 220 Seiten
  • Herausgeber ‏ : ‎ tredition; 1. Edition (20. August 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3347382323
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3347382329
  • D: 9,99 Euro

Inhalt:

Broiler, Mauer, Intershop – auf geht’s zur Zeitreise in die DDR! Was würdest du tun, wenn du in einem völlig anderen Leben aufwachst? Genau das passiert Alina, die sich an ihrem 14. Geburtstag unvermittelt in der DDR des Jahres 1984 wiederfindet. Statt Internet, Handy, Reise- und Gedankenfreiheit gibt’s hier Staatsbürgerkunde, Witze hinter vorgehaltener Hand, 80er-Jahre-Mode, Jugendweihe … und nur ab und an mal ein öffentliches Münztelefon. Zu allem Übel ist Alina dort auch noch als jugendliche Version ihrer Mutter unterwegs! Alina hält die unglaublichen Erlebnisse in ihrem Tagebuch fest: Was alles passiert, als sie einer Schulfreundin hilft, eine Wandzeitung zu gestalten. Welches Desaster ein paar Flugblätter auslösen. Wie schwierig es sein kann, zur eigenen Meinung zu stehen. So vieles versteht sie nicht und kann auch nicht nachfragen! Schließlich will sie auf keinen Fall als Zeitreisende auffliegen, das damalige Leben der Mutter durcheinanderbringen und damit die ganze Zukunft verändern. Vor allem will Alina aber möglichst schnell zurück in ihr eigenes Leben! Ob das gelingt? Erfahre es, wenn du sie auf ihrer turbulenten Zeitreise in ein verschwundenes Land begleitest.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Ina Raki schreibt für Jugendliche und Erwachsene. Mehr zur Autorin, zum Buch „Wir sehen uns im Gestern“ und ihren weiteren Büchern gibt es unter www.ina-raki.de

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Rezension:

Klappentext und vor allem die Idee dahinter haben mich zu diesem Buch greifen lassen.
So ein bisschen war es eine Reise in meine eigene Vergangenheit. 1984 war ich erst elf Jahre alt und ja, wir waren noch mehr Kind, als unsere Kinder im gleichen Alter heute. Auch ich habe viele Jahre lang Tagebuch geschrieben und so gefiel mir der von der Autorin gewählte Schreibstil sehr gut.

Ich war gespannt, wieviel ich aus der Geschichte mit meinen eigenen Erinnerungen verbinden kann und wie vertraut mir die Begebenheiten sind.
Meine eigenen Kinder können heute nicht mehr nachvollziehen, wie es ist, ohne Handy und Internet zu leben. Wir haben es nicht vermisst, da wir ja nichts Adäquates kannten. Informationen aus dem Lexikon fischen anstatt Google zu befragen, scheint wahrlich anstrengend zu sein.

Alina vermisst nebenbei auch ganz einfache Dinge, wie Süßigkeiten. Dabei mochte ich unsere kleinen Schokoladentafeln und die großen Gummifiguren sehr. Den Geschmack vermisse ich heute sogar manchmal. Doch es zeigt auch, wie Konsumverwöhnt wir geworden sind. Ob Alina es schafft, wieder in ihre eigene Zeit zurück zu finden?

Ina Raki hat diese Zeit wirklich gut dargestellt und auch die Gefühlswelten greifbar gemacht. Nicht alles habe ich ebenso in Erinnerungen und natürlich gibt es auch im Buch eine ernstere Seite, doch ich fühlte mich recht heimisch und verbrachte angenehme Lesestunden.

Dieses Buch hat in mir viele Erinnerungen geweckt und so wird es sicher vielen Lesern gehen, die selbst in der DDR aufgewachsen sind. Für unsere Kinder ist „Wir sehen uns im Gestern“ eine spannende Zeitreise. Vielleicht hilft es ihnen ja, ihre Eltern oder Großeltern in manchen Situationen besser zu verstehen.

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