Rezension “Drei Schritte zu Dir” von von Rachael Lippincott, Mikki Daughtry und Tobias Iaconis – dtv Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (24. Mai 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • übersetzt von Nina Frey
  • ISBN-10: 3423762527
  • ISBN-13: 978-3423762526
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
  • Originaltitel: Five Feet Apart
  • D: 16,95 Euro

Inhalt:

Das Buch zum neuen Blockbuster im Sommer 2019

»Ich habe die Bedeutung von menschlicher Berührung nie verstanden…bis ich sie nicht haben konnte.«

Stellas einzige Überlebenschance ist eine neue Lunge. Bis es soweit ist, muss sie sich von allem und jedem fernhalten, um ihr ohnehin schwaches Immunsystem nicht zu gefährden. Ohne Ausnahme.

Will ist ganz anders – er lässt sich nicht unterkriegen und ist bereit, auf volles Risiko zu gehen. Sobald er 18 ist, wird er dem Krankenhaus den Rücken kehren, um endlich mehr von der Welt zu sehen.

Vor allem aber ist Will jemand, von dem Stella sich fernhalten muss. Wenn er sie auch nur anpustet, könnte sie infiziert werden. Beide könnten sterben. Aber je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr fühlt sich der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zwischen ihnen wie eine Strafe an. Wäre ein bisschen mehr Nähe wirklich so tödlich – vor allem, wenn sie verhindert, dass ihre Herzen brechen?

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Die Autoren:

Rachael Lippincott wurde in Philadelphia geboren und wuchs in Pennsylvania auf. Sie absolvierte einen BA Studiengang in English Writing an der University of Pittsburgh. Zurzeit lebt sie in Pittsburgh, Pennsylvania, wo sie ihre Zeit zwischen dem Schreiben und dem Betrieb eines Foodtrucks aufsplittet.

Mikki Daughtry stammt aus Atlanta, Georgia. Sie hat einen Abschluss in Theaterwissenschaften von der Brenau University. Mikki Daughtry lebt in Los Angeles, wo sie als Drehbuchautorin arbeitet.

Tobias Iaconis wurde in Deutschland als Sohn eines Amerikaners und einer Deutschen geboren. Er studierte Englische Literatur am Haverford College in Philadelphia und arbeitet nun als Drehbuchautor in Los Angeles, wo er mit seiner Familie lebt.

Nina Frey studierte Anglistik und Germanistik in Hamburg. Sie arbeitete lange im Kunsthandel, bevor sie sich als Übersetzerin selbstständig machte.

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Rezension:

Über den Film hatte ich schon viel gehört. Leider fehlt uns meist die Zeit für einen schönen Kinoabend. Aber die Geschichte von Stella und Will wollte ich unbedingt lesen.

Mukoviszidose ist eine Krankheit über die wenig gesprochen wird. Sie entwickelt sich schleichend und eine Heilung gibt es bisher noch immer nicht. Die Lebenserwartung der Betroffenen ist niedrig. Jede noch so harmlose Infektion kann tödlich enden und selbst die Transplantation einer neuen Lunge räumt nur den winzigen Lebenszeitraum von vielleicht fünf weiteren Jahren ein.

Es ist eine traurig schöne Geschichte über eine noch wenig erforschte und bislang unheilbare Krankheit, Verluste, Hoffnung und die erste Liebe. Im Mittelpunkt stehen drei Teenager, die bereits ihr gesamtes kurzes Leben gegen eine tödliche Krankheit ankämpfen. Dabei akzeptiert, ignoriert oder bekämpft diese jeder auf seine eigene Weise.

Neben Stella und Will hatte es mir Poe am meisten angetan. Er war für mich eine zentrale und wichtige Figur in dieser Geschichte.

Wer „Drei Schritte zu dir“ ohne Taschentücher übersteht muss wirklich hartgesotten sein. Mir liefen schon das eine oder andere Mal die Tränen. Diese Geschichte wird sensibel und sehr emotional erzählt. Vor dem Hintergrund, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, wurde der Konflikt zwischen Krankheit, Familie, erster Liebe, aber auch Schuldgefühlen, sehr gut gelöst. Trotz der Dramatik des Inhaltes, lässt sich das Buch leicht und flüssig lesen.

Wir betrachten die Ereignisse aus zwei unterschiedlichen Perspektiven und gewinnen so einen tiefen Einblick in das Seelenleben von Stella und Will. Dadurch lassen sich Handlungen der Protagonisten, die für den Leser auf den ersten Blick unlogisch wirken, besser verstehen. Neben aller Tragik gibt es aber auch viele humorvolle Einschübe und bei einigen Passagen darf man sogar lachen.

Das Schicksal der Jugendlichen bewegt, macht traurig und gibt dennoch Hoffnung. Mit jedem weiteren Tag wächst die Hoffnung auf ein Medikament, das Heilung verspricht.

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Rezension “Im Wald der Wölfe” von Linus Geschke – Ullstein Taschenbuch

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1. (26. Juli 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548291201
  • ISBN-13: 978-3548291208
  • D: 9,99 Euro

Inhalt:

Eine Hütte im Wald.
Eine Mordserie, die sich über sechs Jahrzehnte zieht.
Ein eingebranntes Wolfsmal auf der Stirn der Opfer.  
Und das Töten ist noch nicht vorbei.

Mitten in der Nacht steht eine blutüberströmte Frau vor der Tür von Jan Römers Waldhütte, und schlagartig ist es mit seinem Erholungsurlaub vorbei. Die Frau, Hannah Wozniak, wirkt verängstigt, behauptet aber, nur beim Joggen gestolpert zu sein. Jan Römer lässt sich von ihr überzeugen, horcht aber auf, als sie ihm vom “Wald der Wölfe” erzählt, ein nahe gelegenes Waldstück, in dem schon früher Morde geschehen sind. Alle Opfer trugen Brandzeichen, einen Wolfskopf. Am nächsten Morgen ist Hannah verschwunden, und Jan Römer beginnt zu recherchieren. Schnell zeigt sich, dass die Morde in einem Zusammenhang stehen, der bis tief in die deutsche Vergangenheit hineinreicht. Und als Jan Römer selbst in die Schusslinie gerät, wird ihm klar, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist.

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Der Autor:

Mit TANNENSTEIN erscheint am 31.01.2019 der Auftakt zu einer Thriller-Trilogie im dtv-Verlag – das Buch, von dem der Autor sagt, dass er es “dringender schreiben wollte als alle anderen”.

Zuvor erschien im Oktober 2014 mit DIE LICHTUNG der erste Krimi von Linus Geschke im Ullstein-Verlag. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Journalist Jan Römer, der gemeinsam mit seiner Kollegin in einem ungeklärten Mordfall aus den 80ern ermittelt. Am 14.03.2016 wurde die Reihe dann mit dem zweiten Band UND AM MORGEN WAREN SIE TOT fortgesetzt, der dritte Teil (DAS LIED DER TOTEN MÄDCHEN) erschien im Januar 2018.

Linus Geschke lebt in Köln und arbeitet als freier Journalist unter anderem für Spiegel Online und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 

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Rezension:

Ich hatte mich auf einen weiteren spannenden Fall mit Jan Römer und Mütze gefreut. Die Grundidee für diesen Krimi wirft auch eine interessante Thematik auf. Cold Cases und die Geheimnisse der Vergangenheit sind immer recht komplex und nicht selten mysteriös. So auch in diesem vierten Fall der Krimireihe.

Es knistert gewaltig zwischen Jan Römer und Mütze. Die Erzählstränge, in denen es um die persönlichen Bindungen und Gefühle der Protagonisten geht, sind Linus Geschke perfekt gelungen.

Leider wurden die Ereignisse zu überzogen dargestellt und es treffen einfach zu viele Klischees aufeinander, um glaubwürdig beim Leser anzukommen. Die Handlung erschien mir oftmals weit hergeholt und konnte mich nicht wirklich überzeugen.

Einige Stellen waren dadurch recht nervig und langatmig. Andere wiederum strotzen vor Lebendigkeit. Dies hat mich dann immer wieder ein wenig ausgesöhnt.

Der Schluss hat mir sehr gefallen. Actionreich und dramatisch beinhaltet er ein wahres Spektrum an Emotionen, was ich im Hauptteil sehr oft vermisst habe. Für mich leider nicht der beste Teil dieser Reihe.

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Rezension “Omas Inselweihnacht” (Die Oma-Imke-Reihe, Band 5) von Janne Mommsen – Rowohlt Verlag

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 2. (17. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499001187
  • ISBN-13: 978-3499001185
  • D: 10,00 Euro

Inhalt.

Ein tief verschneiter Dezember auf Föhr. Oma Imke träumt von einem harmonischen Weihnachten in der Familie. Sie stellt den Julboom auf und pflegt andere friesische Rituale. Doch dann sagt einer nach dem anderen ab. Bei ihren Versuchen, den Heiligabend doch noch zu retten, landet sie am winterlichen Deich, in der Inseldisco und in einer alten Mühle. Irgendwann wird ihr alles zu viel, und sie flieht zu ihrem heimlichen Liebhaber nach Amrum. Wegen einer Sturmflut kann sie nicht zurück. Wird es ein Weihnachtswunder für die Familie Riewerts geben?

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Der Autor:

Janne Mommsen hat in seinem früheren Leben als Krankenpfleger, Werftarbeiter und Traumschiffpianist gearbeitet. Inzwischen schreibt er überwiegend Drehbücher und Theaterstücke. Mommsen hat in Nordfriesland gewohnt und kehrt immer wieder dorthin zurück, um sich der Urkraft der Gezeiten auszusetzen. Passenderweise lebt die Familie seiner Frau seit Jahrhunderten auf der Insel Föhr.

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Rezension:

Weihnachten mit der Familie ist für mich sehr wichtig. Oma Imke kann sich ein Weihnachtsfest ohne ihre Lieben gar nicht vorstellen. Auch wenn der Heiligabend immer in einem Desaster und mit Streit endet, ist es ihr wichtig, die Kinder bei sich zu haben.
Für das diesjährige Weihnachtsfest hat sie sich etwas Besonderes ausgedacht, um die Harmonie in der Familie zu erhalten. Doch dann sagt plötzlich einer nach dem anderen ab.

Oma Imke ist ein Unikat und hat auch im hohen Alter noch das ein oder andere Geheimnis. Sie ist für fast jeden Spaß zu haben und ihr Auftritt in der Ü30 Disko bringt jeden zum Schmunzeln.

Mit „Omas Inselweihnacht“ erwartet Euch ein kurzweiliges, humorvolles Leseerlebnis. Stimmungsvoll, heiter und manchmal ein wenig wehmütig, ist es ein perfekter Einstieg in die Vorweihnachtszeit. Skurrile Charaktere und das nordische Inselflair laden zum Verweilen ein. Durch das praktische Pocketformat lässt es sich für kleine Leseauszeiten prima in der Handtasche verstauen.

Ich hatte eine Menge Spaß auf der Insel Föhr und kann Euch nur empfehlen, folgt Janne Mommens charmanter Einladung zu „Omas Inselweihnacht“.

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Rezension “Alodia, du bist jetzt Alice” von Reiner Engelmann – cbt Verlag

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: cbt; Auflage: Originalausgabe (9. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570312682
  • ISBN-13: 978-3570312681
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • D: 9,00 Euro

Inhalt:

Vergessene Opfer: Geraubte Kinder im Nationalsozialismus

Alodia Witaszek ist fünf Jahre alt, als ihr Vater von Nationalsozialisten hingerichtet wird. Ihre Mutter wird nach Auschwitz deportiert. Die blonde und blauäugige Alodia gilt als »rassenützlich«. Sie kommt in ein »Lebensborn«-Heim und wird als »Geschenk des Führers« einer deutschen Familie zur Adoption übergeben. Nach Kriegsende sucht Alodias leibliche Mutter zwei Jahre lang nach ihrem verschleppten Kind. Kurz vor Weihnachten 1947 hat sie Erfolg: Alodia kehrt in ihre fast vergessene Familie zurück und muss ihre Muttersprache neu lernen. Reiner Engelmann hat die Zeitzeugin getroffen und ihr Leben aufgeschrieben. Mit Originaldokumenten und Fotos.

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Der Autor:

Reiner Engelmann wurde 1952 in Völkenroth geboren. Nach dem Studium der Sozialpädagogik war er im Schuldienst tätig, wo er sich besonders in den Bereichen der Leseförderung, der Gewaltprävention und der Kinder- und Menschenrechtsbildung starkmachte. Für Schulklassen und Erwachsene organisiert Reiner Engelmann regelmäßig Studienfahrten nach Auschwitz. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Anthologien und Bücher zu gesellschaftlichen Brennpunktthemen.

Quelle: Amazon

Rezension:

Reiner Engelmann leistet mit seinen Werken einen wichtigen Beitrag, damit wir die Ereignisse der Geschichte nicht vergessen, daraus lernen und einen besseren Weg für unsere Zukunft finden können. Er hält das Andenken an all die Menschen, die während der Nazidiktatur unermessliches Leid erfahren mussten oder ihr Leben verloren haben aufrecht.

Der Autor hat in seinem aktuellen Buch ein Thema angeschnitten, über das recht wenig geschrieben wurde – Zwangsadoptionen während des Zweiten Weltkrieges.

Alodias Geschichte basiert auf wahren Tatsachen. Ihr Schicksal und das ihrer Familie stehen stellvertretend für alle Familien, die durch den Naziterror auseinander gerissen wurden. In vielen Fällen gelang es nach Kriegsende nicht, die Spuren der geraubten Kinder zu verfolgen. Viele Eltern sahen ihre Kinder nie wieder und blieben über deren Schicksal im Ungewissen.

Die Nazis beließen es nicht dabei, die Kinder aus ihrem familiären Umfeld herauszureißen. Ihnen die Identität zu nehmen. Bevor die Kinder an neue Familien weitergereicht wurden, durchliefen sie viele Stationen des Leides und nur wenige kamen in einer Familie zur Ruhe.

Alodias Leidensweg beginnt im Kinderbereich eines Konzentrationslagers. Um dieses und die nachfolgenden „Heime“ zu überleben, bedurfte es einer Vielzahl an glücklichen Fügungen und Zufällen. Viele Kinder starben bereits in den Lagern oder Heimen. Die Zustände dort lassen sich kaum erfassen. Auf das Alter oder die Bedürfnisse der Kinder wurde keine Rücksicht genommen und Erwachsene genossen ihre Macht über diese hilflosen Wesen.

Kinder verdrängen und vergessen sehr schnell, was sie in den ersten sechs Lebensjahren erleben. So auch Alodia und ihre Schwester. Neben den Erinnerungen an ihre eigentliche Familie und ihre Muttersprache, verdrängten sie auch die traumatischen Ereignisse. Sie wurden von ihren neuen Eltern geliebt und umsorgt, erlebten dadurch einige unbeschwerte Jahre.

Durch die Zwangsadoptionen waren aber nicht nur die Kinder und deren Eltern betroffen. Auch den neuen Familien, denen die Umstände unter denen die Kinder zu ihnen fanden, nicht bekannt waren, erfuhren viel Leid und am Ende große Verluste. Es handelte sich hier vorwiegend um Paare, die sich nichts sehnlicher wünschten, als ein Kind großziehen zu dürfen. Nachdem sich dieser Wunsch erfüllt und sie das Kind in ihr Herz geschlossen hatten, wurde es ihnen wieder entrissen.

Jedes Elternteil möchte seine Kinder wieder in die Arme nehmen dürfen. Aldoias Mutter konnte die Härte und Strapazen der Konzentrationslager nur überleben, weil die Gedanken an ihre Kinder ihr Kraft gaben. Als die Kinder zu ihr zurückkehrten, war sie für die Mädchen allerdings zu einer fremden Frau geworden.

Alodia und Daria mussten ihr Leben noch einmal neu beginnen, Vertrauen und auch ihre Muttersprache neu erlernen. Die Anfeindungen gegen die Kinder waren in Polen damals groß. Diese vor allem psychische Belastung können wir gar nicht wirklich greifen. Die beiden Mädchen haben es geschafft, ihre Erlebnisse zu verarbeiten.
Alodia hatte sogar das Glück, den Kontakt zu ihrer Adoptivmutter aufrechterhalten zu können. Beide Mütter verband zum Schluss eine echte Freundschaft und das Mädchen durfte mit der Liebe zweier Mütter aufwachsen. Vor diesen beiden starken und klugen Frauen muss man Hochachtung haben. Ich mag gar nicht daran denken, wie viele Kinderseelen damals zerbrachen.

Das Daria den Kontakt zu ihren Adoptiveltern nicht wieder aufnehmen konnte, mag vielleicht auch daran liegen, dass für diese der Verlust des Mädchens zu schmerzhaft gewesen ist. Hierüber kann man nur Vermutungen anstellen, dennoch hat es Daria über einen langen Zeitraum hinweg belastet.

Reiner Engelmann beleuchtet alle Seiten, die der Kinderraub während der NS-Zeit mit sich brachte. Er zeigt die Schicksale polnischer Familien auf. Besonders der Familien, die sich der NS-Diktatur in den Weg stellten. Repressalien hatten nicht nur die Widerstandskämpfer, sondern auch ihre Familien zu befürchten. Alodias Familie ist nur ein Beispiel für die damalige Brutalität und Skrupellosigkeit der Nazis.

Bei „Alodia, du bist jetzt Alice“ handelt es sich um ein sehr empathisch geschriebenes Jugendbuch. Die sprachliche Gestaltung ist dem Alter der Zielgruppe angepasst. Dennoch beschönigt Reiner Engelmann die Ereignisse nicht und spricht die Grausamkeiten in einer sehr deutlichen und doch kindgerechten Art an. Die eingefügten Familienfotos bringen den Lesern diese Geschichte sehr nahe. Es handelt sich nicht um unbekannte Personen, die Ereignisse gewinnen an Realität. Man hat ihre Gesichter beim Lesen direkt vor Augen und nimmt Anteil an dem Schicksal jedes Einzelnen.

Es ist ein wichtiges Buch, mit dem man Kinder aber nicht allein lassen sollte. Wichtig ist, über das Gelesene miteinander zu sprechen, um all die Informationen verarbeiten zu können.

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Rezension “Mr. Hicks feiert Weihnachten” von Kate Roseland – Wunderlich Verlag (Rowohlt)

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Wunderlich; Auflage: 1. (15. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 380520051X
  • ISBN-13: 978-3805200516
  • D: 15,00 Euro

Inhalt:

Mortimer Hicks, 72 und seit Jahren verwitwet, legt Wert auf Ruhe, Ordnung und Sparsamkeit. Doch kurz vor Weihnachten gerät seine perfekt organisierte Welt aus den Fugen: Seine Nachbarin schiebt ihm ihren kleinen Sohn in die Tür, mit der Bitte, auf ihn aufzupassen. Dabei verabscheut Mortimer nichts mehr als Kinder, weil sie jedes seiner drei Prinzipien verletzen: Ruhe, Ordnung, Sparsamkeit. Und dann platzt auch noch Gwendolyn in sein Leben, eine resolute und ziemlich propere Museumswärterin. Unmöglich, wie forsch sie ihn immer zurechtweist! Trotzdem will sie Mortimer nicht aus dem Kopf gehen. Ohnehin ist ihm in letzter Zeit oft so anders, er leidet unter Schwächeanfällen und seltsamen Visionen. Wird er langsam senil? Oder ist das etwa…Liebe? In seinem Alter?

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Die Autorin:

Kate Roseland, geboren 1966, hat sich während ihres Studiums in London unsterblich in die Stadt und ihre Geschichte verliebt. Inzwischen lebt sie mit ihrer Familie, einem Kater und einer Katze in Hamburg, reist aber regelmäßig über den Kanal, um Freunde zu treffen und die unvergleichliche Londoner Atmosphäre zu erleben.

Quelle: Amazon

Rezension:

Ich liebe die Vorweihnachtszeit und ab heute darf ich endlich wieder offiziell Weihnachtslieder abspielen. Was liegt da näher, als sich auch lesend auf die Weihnachtszeit einzustimmen.

Ich habe zur Einstimmung eine anrührende Weihnachtsgeschichte aus dem Wunderlich Verlag für Euch ausgesucht – “Mr. Hicks feiert Weihnachten” von Kate Roseland.

Das Büchlein kommt in einem herrlich weihnachtlichen Einband und Lesebändchen daher. Schon rein optisch eignet es sich als Mitbringsel in der Vorweihnachtszeit oder kleines Geschenk am Heiligabend. Mit seinem ungewöhnlichen Format, sticht es aus der Masse an Büchern heraus.

Kate Roseland erzählt in „Mr. Hicks feiert Weihnachten“ eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte. Wo anders könnte diese spielen, als in England. Mr. Hicks ist ein typisches Urgestein der Hauptstadt Großbritanniens, jedenfalls stellte ich ihn mir so vor. Rührend erlebt man als Leser die Einsamkeit von Mr. Hicks, der sich grummelig hinter einer Mauer der Abwehr versteckt. Seine neue Nachbarin und deren Sohn sowie ein roter Kater bringen den geregelten, aber langweiligen Tagesablauf unseres Pedanten mächtig durcheinander. Aber auch die Liebe greift noch einmal nach dem Herzen von Mr. Hicks.

Mit vielen versteckten kleinen Botschaften versehen, erinnert mich diese Geschichte ein wenig an Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“. Aber Herr Dickens hat ja in gewissem Sinne auch einen kleinen Anteil an den zu erwartenden Ereignissen.

Für mich ein kleines Juwel zur diesjährigen Weihnachtszeit.

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Badebuch-Sonntag mit Edition Wannenbuch – Die Badewannenbox – Schöne Dinge für die Badewanne

Liebt Ihr Überraschungen genauso wie ich? Dann habe ich hier eine wunderbare Idee, wie man sich selbst beschenken kann und gleichzeitig auch noch überrascht wird.

Im vergangenen Jahr habe ich es verpasst, mir eine der Überraschungsboxen von Edition Wannenbuch zu bestellen. Dieses Jahr habe ich mich damit selbst beschenkt.

Es gibt die Box in vier verschiedenen Kategorien. Ihr habt die Wahl zwischen

Crime *** Fun *** Love *** und *** Relax **

Ich habe mir die Krimibox ausgesucht und bin glücklich mit der Auswahl der enthaltenen Bücher. Während des Bestellvorgangs könnt Ihr eine kurze Nachricht hinterlassen und so auch spezielle Wünsche bezüglich der Buchauswahl äußern. Ich hatte mir einen Einhornkrimi gewünscht und dieser befand sich dann auch unter den vier Badewannenkrimis.

Wie Ihr auf dem Abschlussfoto seht, beinhaltet die Box nicht nur die vier Wannenbücher. Sie ist gefüllt mit allem, was man für einen gemütlichen Badeabend benötigt.

Ich liebe ja alles was kuschelig oder kitschig ist und dekoriere unheimlich gerne. Natürlich dürfen da die Badeentchen nicht fehlen. Jetzt haben wir ein neues Mitglied in unserer Entenfamilie. Auch der neue Tischkalender für 2020 hat bereits ein schönes Plätzchen gefunden. Jeden Monat erwartet uns hier ein neues Entchenmotiv mit Informationen zu kuriosen Feiertagen.

Derzeit kostet die exklusive Badewannenbox 29,95 Euro. Meine Lieferung erfolgte super schnell. Die Box ist auch ein schönes Geschenk für die (den) Liebste(n), Familie oder Freunde. Also, falls ihr noch etwas für Weihnachten sucht…

Jetzt heißt es für mich nur noch die Badewanne mit heißem Wasser und dem gelieferten Badezusatz füllen, eine duftende Tasse Tee auf den Wannenrand stellen, Licht aus und bei Kerzenschein mit einem wasserfesten Buch entspannen.

Ich wünsche Euch einen gemütlichen Sonntagabend.

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Rezension “Faye – Herz aus Licht und Lava” von Katharina Herzog – Loewe Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag GmbH (24. Juli 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3743201917
  • ISBN-13: 978-3743201910
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
  • D: 18,95 Euro

Inhalt:

Seit der Ankunft auf Island geschehen merkwürdige Dinge. Gleich am ersten Abend führt ein Schwarm Glühwürmchen Faye zu einer Lichtung, auf der ein uralter Baum steht. Der Sage nach soll hier der Eingang zur Elfenwelt sein. Aber vor Jahren wurde das Herz des Baumes gestohlen. Und jetzt stirbt er. Faye beschließt, den Baum zu retten. Keine leichte Aufgabe. Vor allem seitdem ihr der impulsive und jähzornige Aron über den Weg gelaufen ist. Wenn Faye wüsste, auf was für ein Abenteuer sie sich da einlässt …

Eine zauberhaft-romantische Geschichte aus dem einzigen Land der Erde, in dem eine Elfenbeauftragte dafür sorgt, dass der Mensch die Magie nicht vergisst.
Katharina Herzog gelingt es in Faye – Herz aus Licht und Lava die ganz besondere Schönheit Islands perfekt einzufangen und ihre Leser auf dieser stimmungsvollen Reise zu verzaubern. Für die Recherche reiste sie selbst nach Island, ließ den schwarzen Sand am Diamantstrand durch ihre Finger gleiten und beobachtete die Seehunde in der Eislagune. Katharina Herzogs sehr erfolgreiche Bücher für Erwachsene erscheinen bei Rowohlt Polaris.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Katharina Herzog, die auch als Katrin Koppold schreibt, begeistert an ihrem Beruf, dass sie als Autorin immer wieder zu Recherchezwecken in die Länder fahren kann, in denen ihre Bücher spielen. Für ihre erwachsenen Leser reiste sie an die Amalfiküste, nach Amrum, La Gomera und vielen weiteren Orten, an die sie ihr Herz verloren hat.
Mit ihrem ersten Jugendroman, der im Herbst 2019 bei Loewe erscheint, erfüllte sie sich einen besonderen Wunsch: Sie ist nach Island geflogen, wo sie von einem viel zu kleinen Boot aus Wale beobachtete, ein Flugzeugwrack mitten im Nirgendwo besuchte und sich den schwarzen Sand am Diamantstrand durch die Finger gleiten ließ.
Mit ihrem Debüt «Immer wieder im Sommer» eroberte Katharina Herzog die Bestsellerlisten. Auch ihre anderen Romane wurden Bestseller.
Der Kontakt zu ihren Lesern ist der Autorin sehr wichtig. Besuchen Sie sie auf Facebook, Instagram, Pinterest und Twitter oder auf ihrer Homepage www.katharina-herzog.com.

Quelle: Amazon

Rezension:

Wo könnte man Elfen und anderen magischen Wesen begegnen? Natürlich in Island, mit seinen Mythen, Legenden und dieser urwüchsigen Natur ringsherum. Ich war gespannt auf diese Romanticfantasy.

Das Setting von Katharina Herzogs Jugendroman ist perfekt gewählt. Man spürt die Magie zwischen den Zeilen. Das erste Bild, das sich mir bei Island vor Augen schiebt sind allerdings Ponys und grüne Wiesen. Ob sich davon etwas in der Geschichte widerspiegelt?

Katharina Herzog lädt uns mit ihrem wunderbaren Erzählstil ein, in die Welt der Feen einzutauchen und zu träumen. Mit Faye hat sie eine Heldin erschaffen, die man einfach ins Herz schließen muss. Sie ist in manchen Situationen vielleicht ein wenig zu naiv und vertrauensselig. Aber ganz ehrlich, das war ich in diesem Alter auch. Vielleicht fiel es mir deshalb auch recht leicht, mich in Faye hineinzudenken und sie zu verstehen. Aron dagegen ist der dunkle Gegenpart, dessen Ziele nur schwer erkennbar sind. Zwischen den beiden herrscht eine unverkennbare Anziehungskraft und lange steht nicht fest, ob diese Beziehung gut oder böse enden wird.

Im Buch gibt es noch einige liebenswerte Nebenfiguren, denen man gut und gerne eine eigene Geschichte widmen könnte. Ich sage hier nur – Gunter.

Spannende Abenteuer, undurchsichtige sowie witzige Charaktere erwarten uns. Die Beschreibungen der Naturschauspiele sind wie ein magisches Feuerwerk für die Fantasie. Die Story ist gut durchdacht und ich habe gern mit den Protagonisten um den Erhalt des alten Holunders gekämpft. Vielleicht, ja vielleicht gibt es ja so ein Tor in eine andere Welt wirklich. Was wäre, wenn…? In Island könnte man direkt damit beginnen, an Magie zu glauben.

Katharina Herzog hat mit „Faye – Herz aus Licht und Lava” das Rad nicht neu erfunden und diverse Klischees zu einem Großen und Ganzen verbunden, doch mir hat dieses Buch gefallen. Hier konnte ich mich einfach einmal treiben lassen und die Geschichte genießen.
Mich hat die Autorin mit diesem Buch verzaubern können und für eine kurze Zeit in die Welt der Magie und nach Island entführt.

Auch wenn ich gern weitere Abenteuer in Island erleben würde, bin ich froh, dass es keine Fortsetzung geben wird. Das Ende passt einfach und bei einem weiteren Band würde für mich definitiv zu viel verloren gehen.

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Rezension “Gott wohnt im Wedding” von Regina Scheer – Penguin Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Penguin Verlag (25. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3328600167
  • ISBN-13: 978-3328600169
  • D: 24,00 Euro

Inhalt:

Ein Haus. Ein Jahrhundert. So viele Lebensgeschichten.

Alle sind sie untereinander und schicksalhaft mit dem ehemals roten Wedding verbunden, diesem ärmlichen Stadtteil in Berlin. Mit dem heruntergekommenen Haus dort in der Utrechter Straße. Leo, der nach 70 Jahren aus Israel nach Deutschland zurückkehrt, obwohl er das eigentlich nie wollte. Seine Enkelin Nira, die Amir liebt, der in Berlin einen Falafel-Imbiss eröffnet hat. Laila, die gar nicht weiß, dass ihre Sinti-Familie hier einst gewohnt hat. Und schließlich die alte Gertrud, die Leo und seinen Freund Manfred 1944 in ihrem Versteck auf dem Dachboden entdeckt, aber nicht verraten hat. Regina Scheer, die großartige Erzählerin deutscher Geschichte, hat die Leben ihrer Protagonisten zu einem literarischen Epos verwoben voller Wahrhaftigkeit und menschlicher Wärme.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Von 1972–1976 arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift «Forum». Danach war sie freie Autorin von Reportagen, Essays und Liedtexten und Mitarbeiterin der Literaturzeitschrift «Temperamente». Nach 1990 wirkte sie an Ausstellungen, Filmen und Anthologien mit und veröffentlichte mehrere Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte. Für ihren ersten Roman «Machandel» erhielt sie 2014 den Mara-Cassens-Preis.

Quelle: Amazon

Rezension:

Regina Scheer erzählt mit „Gott wohnt im Wedding“ eine recht außergewöhnliche Geschichte. Hier verweben sich Schicksale, Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Wir erleben mit den Erinnerungen einen Teil deutscher Geschichte und treffen auf Menschen unterschiedlichster Herkunft. Zwischen ihnen knüpft sich ein Band, wegweisend für die Zukunft. Zentraler Punkt des Romans ist das Haus im Wedding. Hier finden die Enden der einzelnen Schicksalsstränge zueinander.

Die Autorin würdigt nicht nur die jüdische Vergangenheit Berlins. Ihr geht es auch um die Schicksale der Roma und Sinti Familien, deren Verfolgung und Ausgrenzung nicht mit dem Zweiten Weltkrieg endete. Auch heute herrschen gegen diese Bevölkerungsgruppen massive Vorurteile.

Die dargestellte Gruppendynamik zwischen den einzelnen Bewohnern des Hauses ist sehr gut gezeichnet. Sie zeigt die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen auf.

Leos Erinnerungen an seine Zeit in Berlin während des Krieges und an den Naziterror sind gut aufgearbeitet und man merkt den Zeilen eine gründliche Recherchearbeit an.

Die Idee, das Haus selbst zu Wort kommen zu lassen ist interessant, tat dem Buch aber nicht gut. Die Ausführungen sind mir zu oberflächlich und ohne tiefer gehende Aussagekraft.

Das Buch ist vielschichtig, wirkt aber zwischendurch recht konstruiert. Auf kleinstem Raum werden Informationen zu einer Vielzahl an Themen aufgegriffen und zu geballt dargestellt. Die Geschichte wird mit historischen Fakten und Schicksalen überladen. Man verliert dadurch den Blick auf das Wesentliche.

Die Themenvielfalt und wechselnde Perspektiven überfordern den Durchschnittsleser. Man muss sehr konzentriert lesen, um die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Personen nicht aus den Augen zu verlieren. Da hilft das Personenregister am Ende des Buches nur bedingt.

Der Schreistil basiert auf einer Mischung aus Roman und Sachbuch, als wäre sich Regina Scheer nicht sicher gewesen, wie sie ihre Geschichte an den Leser bringen möchte.

Der sachliche Tonfall des Romans lässt eine Nähe zu den Protagonisten kaum zu. Leider blieb ich auch aufgrund der Vielzahl an handelnden Personen und Nebenfiguren sowie deren fehlender Tiefe zu distanziert und fühlte mich als stiller Beobachter oft nicht angesprochen.

„Gott wohnt im Wedding“ ist trotz meiner Kritik ein interessanter Gesellschaftsroman, der versucht uns unsere Zeitgeschichte näher zu bringen, aktuelle politische Themen aufgreift und zum Nachdenken anregen sollte.

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Badebuch-Sonntag mit Edition Wannenbuch – “Ketchup, Kult und Kino-Küsse” von Dirk M. Schumacher

Die Tage werden kürzer und kälter. Da ist doch ein gemütlicher Sonntagabend in der Badewanne bei Kerzenschein und duftendem Schaumbad genau das richtige, um zu entspannen. Doch irgendwie ist es auch langweilig, stundenlang einfach nur im warmen Wasser zu liegen. Manch einer nimmt sein Buch mit, doch ich hätte vor jedem Wasserspritzer Angst, der den Weg auf die Papierseiten nimmt und von Entspannung wäre da nicht mehr die Rede.

Doch es gibt ja Abhilfe. Erinnert Ihr euch noch an die Gummibücher für Kleinkinder? Diese kleinen, handlichen, quadratischen Bücher in die wir und später auch unsere Kinder hineinbeißen durften, die jede Wasserschlacht und Sabberanfälle aushielten?

Seit ein paar Jahren können wir bei Edition Wannenbuch diese Bücher auch für Erwachsene kaufen. Hier sind der Fantasie fast keine Grenzen mehr gesetzt. Ob Liebesroman, Krimi oder Thriller oder eben auch ein Kreuzworträtsel. Die Vielfalt ist unerschöpflich. Da ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.

Da unser Haus bereits einige dieser Wannenbücher beherbergt und ein weiteres seinen Weg von der Frankfurter Buchmesse mit zu mir nach Hause fand, kam mir die Idee, für die nächsten Wochen einen Badebuch-Sonntag einzuführen. Sonntags stelle ich Euch ab sofort immer ein Buch aus der Edition Wannenbuch vor.

Heute strengen wir dabei unsere Gehirnzellen an. Das könnt Ihr zu Zweit oder ganz für Euch allein genießen. Ich habe da ein tolles Film-Quiz mitgebracht.

Wie gut kennt Ihr Passagen und Details aus Kultfilmen? Überraschender Weise habe ich viele Antworten gewusst oder eben gut erraten. So macht das Baden noch mehr Spaß. Ihr könnt Euch die Fragen gegenseitig vorlesen oder sie selbst erkunden. Je nach Lust und Laune.

Lasst das Buch eine Weile liegen und nehmt es dann wieder zur Hand. Verblüffend, wie schnell wir Faktenwissen wieder vergessen.

Wer keine Badewanne besitzt, kann es sich mit dem Partner auch unter einer kuscheligen Decke gemütlich machen und einen lustigen Quizabend auf der Couch oder im Bett verbringen.

  • Taschenbuch: 8 Seiten
  • Verlag: Edition Wannenbuch – Das wasserfeste Buch (wannenbuch.de); Auflage: 1. (20. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3947409052
  • ISBN-13: 978-3947409051
  • D: 4,99 Euro

Informationen zum Autor:

Dirk M. Schumacher (* 10. Juni 1975) ist seit über 20 Jahren im Radio zu hören. In seiner Wahlheimat München arbeitet er hauptberuflich als Redakteur, Sprecher und Systemischer Business Coach. Erste Schritte im Berufsleben machte er als Moderator bei RSA-Radio in Kempten. Im Laufe der Jahre war er u.a. in der TV-Produktion Grundy UFA als Produktionsassistent und Aufnahmeleiter von “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” und “Hinter Gittern – der Frauenknast” tätig. Seit 2013 arbeitet er als Redakteur und Sprecher beim Bayerischen Rundfunk. Davor war er langjähriger Moderator bei Radio Gong 96,3 in München. Ausgleichend zum häufig sehr stressigen Medien-Business fand er im Yoga eine für ihn wichtige Entspannungstechnik. Als leidenschaftlicher Komponist veröffentlicht Dirk M. Schumacher regelmäßig Entspannungsmusik und steuert zu anderen Musikprojekten seine Ideen bei.
Sein erstes Buch “Buddhas baden besser” gewann den Publikumspreis 2016 auf der Frankfurter Buchmesse.

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Rezension “Die Zigarette danach” von Antoine Laurain – Atlantik Verlag

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Atlantik (7. Januar 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • übersetzt von Sina de Malafosse
  • ISBN-10: 3455650465
  • ISBN-13: 978-3455650464
  • D: 16,00 Euro

Inhalt:

Wie weit würde ein Raucher gehen, um eine Zigarette genießen zu können? Für Fabrice Valantine, erfolgreicher Headhunter, ist die Antwort klar: weit, sehr weit. Als in seinem Unternehmen ein Rauchverbot in Kraft tritt, lässt er sich von seiner Frau überreden, einen Hypnotiseur aufzusuchen, der ihn von seinem Laster heilen soll. Die Behandlung ist ein voller Erfolg: Fabrice vergeht jede Lust am Rauchen. Doch als Fabrice die versprochene Beförderung nicht erhält, wird er rückfällig. Zu seinem großen Entsetzen bleibt jede Wirkung aus: Die Zigarette schmeckt nicht mehr. Fabrice ist verzweifelt – bis er durch einen Zufall entdeckt, dass die Lust am Rauchen zurückkehrt, wenn er einen Menschen umgebracht hat …

Quelle: Amazon

Der Autor:

Antoine Laurain arbeitete als Drehbuchautor und Antiquitätenhändler in Paris. Er ist in Frankreich ein gefeierter Bestsellerautor. Mit “Liebe mit zwei Unbekannten” (Atlantik Verlag, 2015) gelang ihm der internationale Durchbruch. Auch sein Roman “Der Hut des Präsidenten” (Atlantik Verlag, 2016) war weltweit ein Erfolg.
Im September 2017 ist seit neuestes Werk “Die Melodie meines Lebens” (Atlantik Verlag) erschienen.

Quelle: Amazon

Rezension:

Jedes Buch, jede Geschichte von Antoine Laurain ist anders. Dieser Autor ist facettenreich und immer wieder für eine Überraschung gut.

Die vergangenen Bücher von Antoine Laurain waren geprägt von seinem französischen Charme, liebevoll und gingen ans Herz. Dieses hier ist vollkommen anders. Wir erleben den Autor in einer Höchstform von schwarzem Humor. Bitterböse und zynisch blickt sein Protagonist auf die Welt.

Nach einer erfolgreichen Hypnosesitzung schmecken Fabrice Zigaretten nicht mehr. War dies nicht auch das Ziel? Irgendwie schon, doch er vermisst den Genusseffekt. Fabrice würde für den Genuss einer Zigarette alles tun und damit meine ich wirklich ALLES.

Hier beginnt eine skurrile und mörderische Geschichte. Doch so ganz kann der Autor seine poetische Ader nicht ad acta legen. Daher erleben wir die Gedankenspiele seines Protagonisten in einer ungewöhnlich tragischen und doch recht blumigen Art. Es ist eine humorige und freche Erzählung in Stil der Satire, die uns Antoine Laurain präsentiert. Anfangs stellenweise ein wenig langatmig, nehmen die Ereignisse aber an Fahrt auf und zeigen den Ideenreichtum des Autors.

Vom Stil her ist „Die Zigarette danach“ mit keinem seiner von mir bisher gelesenen Bücher vergleichbar. Es war interessant, einmal eine völlig neue Seite des Autors kennenlernen zu dürfen.

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