Rezension “Alle Hasen fliegen hoch” (Die Tierwandler, Band 2) von Martina Baumbach – Thienemann Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Thienemann Verlag (16. Juli 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3522185390
  • ISBN-13: 978-3522185394
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
  • D: 9,99 Euro

Inhalt:

Band 2 der Tierwandler-Reihe. Ein Tier-Verwandlungs-Abenteuer für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren.

Die Tierwandler sind alarmiert – Einstein wird vermisst! Hat das Verschwinden etwas mit seiner Verwandlung zu tun? Und will ihnen der Dackel, der seit Neuestem vor Wilhelmines Erfinderschuppen herumlungert, irgendwas dazu sagen? Herr Olsson ahnt Schlimmes und er und die Kinder setzen alles daran, Einstein zu finden.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Martina Baumbach, geboren 1969, wuchs als jüngste von vier Schwestern auf und hat schon als Kind mit ihrer Oma nächtelang Geschichten um die Wette erzählt. Seitdem hat sie mit dem Geschichtenerfinden nicht mehr aufgehört, unzählige Bleistifte zerkaut, einige Computertastaturen abgenutzt und dabei über 30 Kinderbücher, 80 Radiogeschichten, zahlreiche Kurzgeschichten und ein Lied geschrieben … über Draufgänger und Träumer, Abenteuerkatzen und hyperaktive Eichhörnchen, Höhlenforscher und Sternschnuppenzähler, Stadtindianer und Weltenbummler, sprechende Kuscheltiere, Brülldrachen, unsichtbare Verwandte und weltbeste Freunde.

Ihre Bücher sind in verschiedene Sprachen übersetzt. Ihr Erstlingswerk wurde mit dem Münchner Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. „Ab heute wird’s wild und gefährlich“ ist von den Fürther Geschichtendetektiven zum „Lieblingsbuch (nicht nur) für Jungs!“ gekürt worden.

Die Autorin lebt mit Familie und Hund im Fünf-Seen-Land bei München.

Quelle: Amazon

Rezension:

Nach dem tollen Auftakt dieser Reihe waren wir sehr gespannt, wie es mit den Tierwandlern weitergeht.
Im Mittelpunkt steht dieses Mal Einstein. Seine Verwandlung klappt ja noch nicht so unproblematisch und da verwundert es nicht, dass er recht bald in der Klemme steckt.

Doch die Tierwandler halten zusammen. Einfallsreich und mutig, machen sie sich auf, um ihren Freund zu retten. Dabei kommt es erneut zu turbulenten und witzigen Begebenheiten. Selbst der grummelige Hausmeister findet endlich einen Gefährten. Wer das wohl sein mag?

Mir gefällt, dass sich die Kinder manchmal in das direkte Gegenteil von sich selbst verwandeln. Hach, wäre das toll, einmal in eine komplett andere Haut schlüpfen zu dürfen.
Es finden sich allerdings auch ein paar nachdenklich stimmende Passagen im Buch. Gerade, wenn es darum geht, gemeinsame Familienzeit miteinander zu verbringen und einander richtig zuzuhören.

Auch in “Alle Hasen fliegen hoch” finden wir wieder wundervolle Illustrationen, die den Text auflockern. Die gut abgeteilten Leseabschnitte, erleichtern bereits kleinen Erstlesern das Erfassen der Geschichte. Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken und auch Erwachsene haben bei den Abenteuern der Tierwandler ihren Spaß.

Ich kann nur empfehlen: “Nichts wie rein in dieses neue Abenteuer der Tierwandler.”

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Rezension “Die verlorene Frau” von Emily Gunnis – Heyne Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (11. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • übersetzt von Carola Fischer
  • ISBN-10: 3453272897
  • ISBN-13: 978-3453272897
  • Originaltitel: The Lost Child
  • D: 20,00 Euro

Inhalt:

1960, Seaview Cottage: Die dreizehnjährige Rebecca und ihre Mutter leiden unter dem gewalttätigen Vater. In einer stürmischen Nacht pocht jemand an die Tür des abgelegenen Cottages. Wenig später sterben beide Eltern, doch die Umstände ihres Todes werden nie aufgeklärt.

2014, Chichester: Eine junge Mutter verschwindet spurlos mit ihrem todkranken Baby. Ihre Schwester Iris, eine Journalistin, soll sie so schnell wie möglich finden. Sie bittet ihre Mutter Rebecca um Hilfe – die ihr nie von der schicksalhaften Nacht vor über fünfzig Jahren erzählt hat. Doch nur mit dieser erschütternden Wahrheit kann es Iris gelingen, das Baby zu retten …

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Die Autorin:

Emily Gunnis arbeitete lange beim Fernsehen, unter anderem als erfolgreiche Drehbuchautorin. Mit ihrem Debutroman »Das Haus der Verlassenen« gelang ihr auf Anhieb ein internationaler Bestseller. Die Tochter der internationalen Bestsellerautorin Penny Vincenzi lebt mit ihrer Familie im südenglischen Sussex.

Quelle: Amazon

Rezension:

Ich habe ein wenig gebraucht, um die Handlung hineinzukommen. Nachdem mich aber einmal der Sog erwischt hatte, gab es kein Halten mehr. Die Figuren ließen mich nicht mehr los und es fiel mir schwer, das Buch doch einmal aus der Hand zu legen.

Der neue Roman von Emily Gunnis ist sehr komplex. Die Figuren sind tief gezeichnet und vielschichtig. „Die verlorene Frau“ ist nicht einfach nur eine spannend erzählte Familiengeschichte. Die Autorin beleuchtet die gesellschaftlichen Moralvorstellungen Mitte des 20. Jahrhunderts, die psychischen Auswirkungen des Krieges auf die heimkehrenden Soldaten, aber auch deren Familien.

Die Vergangenheit streckt ihre Fühler nach der Gegenwart aus. Dunkle Geheimnisse schweben über Rebecca und ihrer Familie.

Am stärksten hat mich allerdings Harriet beeindruckt. In meinen Augen hat ihr Emily Gunnis die größte Aufmerksamkeit in der charakterlichen Darstellung gewidmet. Alle anderen Protagonisten erschienen mir nicht abgerundet genug. Mir fehlte teilweise die richtige Griffigkeit der Personen.

Temporeich und mit viel Spannung führt uns die Autorin durch die Geschichte. Die verschiedenen Zeitebenen sind gut gesetzt und leicht nachvollziehbar

Die Handlung ist sehr atmosphärisch und hat mir nicht nur einmal Gänsehaut beschert.
Auch wenn ich manchmal eine gewisse Ahnung verspürte, konnte mich das Ende noch einmal überraschen. Denn nichts ist hier, wie es uns scheint.

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Rezension “Prost, auf die Wirtin” (Kommissar Tischler ermittelt, Band 1) von Friedrich Kalpenstein – Edition M

  • Taschenbuch: 287 Seiten
  • Verlag: Edition M (14. Juli 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 2496703465
  • ISBN-13: 978-2496703467
  • D: 7,99 Euro

Inhalt:

Der Auftakt zur Provinzkrimi-Reihe von Bestseller- und #1-Kindle-Humor-Autor Friedrich Kalpenstein

»Zefix! Immer, wenn es am ungünstigsten ist, werden die Leut’ umgebracht!«

Ausgerechnet am Sonntag wird die Wirtin des idyllischen Orts Brunngries im nahe gelegenen Wäldchen tot aufgefunden. Hauptkommissar Tischler, soeben aus München in die Chiemgauer Alpen versetzt, nimmt die Ermittlungen auf. Als Stadtmensch bekommt er es auf einmal mit kauzigen, aber herzlichen Ur-Bayern zu tun. Damit nicht genug, hält ihn Polizeiobermeister Fink mit seiner übereifrigen Art auf Trab.

Je tiefer der Kommissar in die vermeintliche Dorfidylle eintaucht, umso klarer wird es, dass sich hinter der freundlichen Fassade des Ferienortes noch sehr viel mehr verbirgt.

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Der Autor:

Friedrich Kalpenstein wurde 1971 in Freising bei München geboren und lebt heute in der Nähe von Freising im Ampertal. Im Jahr 2007 verfasste er seine erste Kurzgeschichte unter dem Titel »Träum’ mir einen Freund«. Fünf Jahre später veröffentlichte er sein erstes Kinderbuch mit sieben Kurzgeschichten als E-Book. Weitere Kinderbücher folgten.
Seine schriftstellerische Motivation veränderte sich bald und seinen Kinderbüchern folgten humorvolle Romane für Erwachsene. Darin erzählt Kalpenstein schwungvoll und witzig von Situationen, die jeder kennt – vom ganz normalen Wahnsinn des Alltags eben, denn die besten Geschichten schreibt das Leben.
Der erste Roman »Ich bin Single, Kalimera« erschien 2013 als E-Book im Selbstverlag und wurde im März 2015 von Amazon Publishing in einer neuen Version aufgelegt. Daraufhin folgten die Romane aus der Herbert-Reihe »Wie Champagner«, »Männerferien«, »Alpengriller« und »Gipfelträumer«.
Ebenso erschienen sind die Romane »Das Leben ist kein Zweizeiler« und »Sie haben Ihr Ziel erreicht« und »Gruppentherapie«.
Für den Roman »Gruppentherapie« hat Friedrich Kalpenstein eine interessante Symbiose zwischen Roman und Musik geschaffen. So gibt es erstmals für die Leser zu den Texten im Buch die passende Musik, um in die Partywelt auf Mallorca eintauchen zu können. Friedrich Kalpenstein selbst hat die fünf Titel geschrieben und komponiert. Da lag es nahe, dass er selbst seinem Romanhelden Ben Valdern die Stimme gab.

Quelle: Amazon

Rezension:

Hauptkommissar Tischlers Amtsbeginn startet mit einem Paukenschlag. Noch am Vorabend seines Dienstbeginns, einem Sonntag, wird er zu einem Mord gerufen. Verdächtige sind rasch gefunden, doch manchmal trügt der Schein.

Der Auftakt der neuen Krimireihe von Friedrich Kalpenstein ist nicht nur spannend, sondern auch mit viel Humor gewürzt.
Kantige, eigenwillige Charaktere agieren vor der idyllischen Kulisse der Alpen. Hier kennt noch jeder jeden und Geheimnisse bleiben nicht lange im Verborgenen. Sollte man meinen…

Auch der behördliche Umgang mit den Verdächtigen verläuft recht unkonventionell. Hier muss Tischler noch oft ein Machtwort sprechen.

Für mich ist “Prost, auf die Wirtin” ein gelungener Einstieg in die kriminalistischen Ermittlungen mit Hauptkommissar Tischler. Noch verblassen diese ein wenig hinter den persönlichen Turbulenzen im Leben der Einwohner von Brunngries. Aber so haben wir uns gut aneinander gewöhnen können und dürfen im nächsten Teil sicher intensiver in die eigentliche Ermittlungsarbeit eindringen.

Kleine Vorwarnung. Wer es noch nicht ist, wird beim Lesen zum Kaffeejunkie. Also, brüht Euch einen guten, starken Kaffee und dann nichts wie ran an die Seiten.

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Rezension “Das Antiquariat der Träume” von Lars Simon – dtv Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (22. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423219319
  • ISBN-13: 978-3423219310
  • D: 12,00 Euro

Inhalt:

Die Magie der Bücher – und der Liebe

Im Spätsommer 1983 verliert Johan Andersson bei einem Schiffsunglück seine große Liebe Lina. Er bricht alle Brücken hinter sich ab und beginnt ein neues Leben als Antiquar und Cafébesitzer. Doch die Veränderungen in seinem Leben greifen weiter: Seit dem traumatischen Ereignis erscheinen Johan die Figuren seiner Lieblingsbücher leibhaftig. William von Baskerville, Pippi Langstrumpf und Sherlock Holmes bringen aber nicht nur Trost und Zerstreuung. Sie zwingen Johan auch zu einer Entscheidung: Will er ein neues Leben beginnen oder seine verloren geglaubte große Liebe finden? Ein geheimnisvoller Fremder bringt Johan schließlich auf die entscheidende Spur, denn Lina scheint nicht die gewesen zu sein, für die sie sich ausgegeben hat …

Quelle: Amazon

Der Autor:

Lars Simon hat nach seinem BWL- und Politologie-Studium zuerst lange Jahre als Marketingleiter einer IT-Firma gearbeitet, bevor er als Touristen-Holzhaus-Handwerker mit seiner Familie mehr als sechs Jahre in Schweden verbrachte. Heute lebt er in der Nähe von Frankfurt/Main.

Quelle: Amazon

Rezension:

Wie schon in seinen vorherigen Roman besticht Lars Simon durch seine besondere Art zu schreiben. Seine Protagonisten sind recht eigen und doch immer liebenswert. Der skandinavische Charme blickt durch jede Zeile.

“Das Antiquariat der Träume” lädt dazu ein, zu verweilen, sich zwischen alten Buchseiten zu verlieren, die uns ihre eigenen Geschichten erzählen und uns die Magie der Worte spüren lassen.

Johan hat auf einem Schiff die Liebe seines Lebens gefunden, jedoch sofort wieder verloren. Der Verlust wiegt schwer und verändert das komplette Leben von Johan. Nur Lina bleibt auf eine besondere Weise immer ein Teil dieses Lebens. Seine Verbundenheit zur Literatur und vor allem zu antiquarischen Buchschätzen rettet Johan über die die trüben Tage.

Literatur ist das vorherrschende Thema in dieser von Magie durchzogenen Geschichte. Wir treffen auf Bekannte der Weltliteratur wie Mephisto, das weiße Kaninchen, Sherlock Holmes. Pipi Langstrumpf und William von Baskerville, um nur einige zu nennen. Sie sind wichtige Freunde an Johans Seite. Mit ihnen kann er über seine Problem sprechen, fühlt sich verstanden und bekommt auch den ein oder anderen Rat. Klingt verrückt und ihr könnt selbst entscheiden, ob diese Figuren wirklich aus ihren Büchern schlüpften oder nur in den Gedanken von Johan existent sind.

Wo endet die Realität und wo beginnt die Fantasie? Mir gefällt diese originell umgesetzte Idee sehr und wer weiß, was alles möglich ist…

Johan steht an einem Scheidepunkt seines Lebens. Dabei spielt ein verloren gegangenes und auf zauberhafte Weise wieder auftauchendes altes Buch eine wichtige Rolle.
Seine Zukunft hängt von einigen wichtigen Entscheidungen ab. Wird er den richtigen Weg wählen?

Mich hat Lars Simon mit dieser wunderbaren Geschichte eingefangen und berührt. Fantastisch, gefühlvoll, nachdenklich und romantisch hebt sich “Das Antiquariat der Träume” vom allgemeinen Mainstream ab und weiß zu begeistern.

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Rezension “Fräulein Gold. Schatten und Licht” (Die Hebamme von Berlin 1) von Anne Stern – Rowohlt Verlag

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 2. (16. Juni 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499004275
  • ISBN-13: 978-3499004278
  • D: 16,00 Euro

Inhalt:

Der Auftakt zu einer farbenprächtigen Saga voller Spannung und atmosphärischer Berliner Geschichte der 1920er Jahre.

1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.

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Die Autorin:

Anne Stern wurde in Berlin geboren, wo sie auch heute mit ihrer Familie lebt. Nach dem Studium der Geschichte und Germanistik promovierte sie in deutscher Literaturwissenschaft und arbeitete als Lehrerin und in der Lehrerbildung. Sie hat als Selfpublisherin bereits erfolgreich historische Saga-Stoffe veröffentlicht.

Quelle: Amazon

Rezension:

Anne Stern lässt uns in das Berlin der 20er Jahre eintauchen.
So kurz nach Beendigung des 1. Weltkrieges sehnen sich die Menschen nach einem besseren Leben. Der Kampf um das tägliche Überleben ist noch nicht ausgestanden. Hunger, Angst, Drogen, Gewalt, aber auch Tanz und Musik bestimmen den Alltag.  

Selbst unsere Heldin ist vor diesen Versuchungen nicht gefeit. Denn auch Hulda stürzt sich gern ins Nachtleben und die damit verbundenen Aktivitäten, um kurze Zeit ihre Einsamkeit vergessen zu können.
Es ist aber auch eine Zeit in der der Nationalsozialismus seine Fangarme ausstreckt und an Macht gewinnt.

Mitten in diesen gesellschaftlichen Umwälzungen treffen wir auf Hulda Gold. Als freie Hebamme steht sie vor allem den Armen der Gesellschaft als Hebamme bei. Wir erhalten einen sehr guten Einblick in die Lebensumstände in den frühen 1920er Jahren in Berlin und die Arbeit einer Hebamme. Die Schwierigkeiten und die meist geringe Wertschätzung ihrer Arbeit, mit den Hulda zu kämpfen hat, sind auch heute oft noch ein Problem.

Mutig, anpackend, aber auch leichtsinnig und naiv bewältigt Hulda ihr Leben. Der Tod einer ihr bis dahin unbekannten Frau beschäftigt sie mehr, als vermutet und schon bald steckt sie mittendrin in den Ermittlungen.

Aber auch der hinzugezogene Kriminalkommissar ist in diesen Fall persönlicher involviert, als gewollt. Die Ideologie und Handhabung der damaligen Ermittlungen waren interessant zu verfolgen.

Beide versuchen aus unterschiedlichen Beweggründen den Mord an Rita aufzuklären. Dabei kommen sich Karl und Hulda näher. Es ist ein Spiel wie zwischen Hund und Katze. Schon bald können sie die gegenseitige Anziehung nicht mehr leugnen.
Ich bin gespannt, welche Verwicklungen und spannende Fälle uns hier in den nachfolgenden Bänden erwarten.

Das Gesamtwerk dieses Romans hat mich beeindruckt. Anne Stern beleuchtet die gesellschaftliche und politische Situation in Deutschland intensiv. Der aufzuklärende Mordfall passt sich hier nahtlos ein und ermöglicht einen weiteren Blickwinkel.
Aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet ergibt sich am Ende ein abgerundetes Bild.

Lebendig, atmosphärisch und farbgewaltig tauchen wir ein in die Zeit zwischen beiden Weltkriegen. “Fräulein Gold – Schatten und Licht” ist ein gelungener Auftakt der Trilogie.

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Rezension “Grace und die Anmut der Liebe” – (Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe 13) – von Sophie Benedict – Aufbau Verlag

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 2. (8. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746635845
  • ISBN-13: 978-3746635842
  • D: 12,99 Euro

Inhalt:

„Wenn man eines Tages mein Leben erzählt, würde man erkennen, wer ich wirklich bin.“ Grace Kelly.

1947: Gegen den Willen ihrer Eltern zieht die erst siebzehnjährige Grace nach New York, um zur Schauspielschule zu gehen. Sie taucht ein in das schillernde Leben Manhattans und muss hart darum kämpfen, eine gute Schauspielerin zu werden. Gegen den Widerstand der mächtigen Männer der Filmbranche und trotz der gesellschaftlichen Erwartung an die junge Frau, sich zu fügen, gelingt es Grace, sich treu zu bleiben und dennoch eine Legende der Leinwand zu werden. In der Liebe indes scheitert sie immer wieder – bis sie Rainier begegnet, dem Fürsten von Monaco …

Ein großer Roman über die Ikone Grace Kelly: Muse, Star und bedingungslos Liebende

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Die Autorin:

Sophie Benedict ist das Pseudonym der Bestsellerautorin Steffi von Wolff. Die 1966 bei Frankfurt geborene Journalistin war jahrelang als Moderatorin und Redakteurin beim Radio tätig.

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Rezension:

Grace Kelly ist nicht allein durch ihre Rolle als Gracia Patricia von Monaco an der Seite von Fürst Rainier bekannt. Fasziniert hat sie sowohl männliche und auch weibliche Fans bereits lange zuvor durch ihre besondere Anmut und Ausstrahlung. Doch wer war sie wirklich?

Sophie Benedict versucht uns die Person Grace Kelly ein wenig näher zu bringen. Wir erhalten einen Einblick in ihre Kinder- und Jugendzeit, aber vor allem in die Jahre, als aufsteigender Stern in Hollywood. Dieser Weg war steinig und verlangte von der jungen Grace neben Talent und Ehrgeiz auch Durchhaltevermögen und Biss.

Gracy Kelly war in ihrem Leben immer diszipliniert und zuverlässig. Doch sie hat auch verstanden zu leben. Bevor sie die Liebe ihres Lebens traf, war sie kein Kind von Traurigkeit, aber immer auf der Suche. Ich bin mir nicht sicher, ob sie das, was ihr fehlte am Ende auch gefunden hat.

Sophie Benedict hält den Leser allerdings auf Distanz, lässt uns nur die Oberfläche streifen. Ich hatte das Gefühl, hier mussten möglichst viele Fakten auf kleinem Raum untergebracht werden, wodurch die Geschichte stellenweise sehr unnahbar wirkte, ähnlich der Ausstrahlung der Schauspielerin in ihren Filmen.
Einzig die Beziehung zwischen Grace und Alfred Hitchcock war für mich real greifbar. Dagegen wirkt das Kennenlernen mit Fürst Rainier eher kalkuliert und kühl. Von der tiefen Liebe der beiden ist wenig spürbar. War mir Grace Kelly anfangs noch sehr sympathisch, mochte ich ihre Person, wie sie am Ende geschildert wurde, immer weniger.

Ich fand die Einblicke interessant und habe ein bisschen mehr Wissen über Grace Kelly erlangt. Leider fehlte mir die gefühlsmäßige Anziehung der Geschichte.

Auch wenn mich diese Geschichte nicht komplett überzeugen konnte, habe ich viel über die Person hinter der Schauspielerin und Landesfürstin erfahren können.

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Rezension “Die Fabelmacht-Chroniken – Flammende Zeichen” Teil 1 von Kathrin Lange – Arena Verlag

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Arena (21. Januar 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401511505
  • ISBN-13: 978-3401511504
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
  • D: 9,99 Euro

Inhalt:

Glaubt Mila an Liebe auf den ersten Blick? Im Zug nach Paris trifft sie einen alten Mann, der ihr diese Frage stellt. Mila ahnt noch nicht, was er längst weiß: Paris wird in ihr eine uralte Fähigkeit wecken. Eine Gabe, mit der sie in ihren Geschichten die Wirklichkeit umschreiben kann. Und tatsächlich, als sie am Bahnhof auf den geheimnisvollen Nicholas trifft, scheint er direkt ihren Geschichten entsprungen. Doch auch Nicholas beherrscht die Gabe der Fabelmacht – und er hat ebenfalls über Mila geschrieben. Ein Kampf der Geschichten um die einzig wahre Liebe entbrennt. Und Mila und Nicholas sind mitten drin. 

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Die Autorin:

Kathrin Lange wurde 1969 in Goslar am Harz geboren. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zum geschriebenen Wort und verblüffte ihre Familie damit, dass sie vor der Einschulung bereits Zeitungsüberschriften zusammenbuchstabierte. Nach dem Abitur wollte sie sich beruflich der Hundestaffel der Polizei anschließen, aber am Ende siegte ihre Liebe zu Büchern.
Sie wurde zuerst Verlagsbuchhändlerin und arbeitete als Fachbuchhändlerin für Theologie. Nach der Geburt ihrer Söhne gründete sie eine eigene Firma für Mediendesign, die sie 2009 verkaufte. Von 2003 bis 2005 gab sie die Autorenzeitschrift „Federwelt“ heraus und 2005 erschien ihr erster Roman.
Ihr Buch “Das achte Astrolabium” stand auf der Nominierungsliste für den Sir-Walter-Scott-Preis als bester Historienroman des Jahres 2008 und ihr Jugendbuch “Das Geheimnis des Astronomen” erhielt 2009 den Jugendbuchpreis “Segeberger Feder”. Große Erfolge feierte die „Engelmördertrilogie“ (2008 bis 2012 im Aufbau Verlag), sowie die „Herz aus Glas“-Trilogie für Jugendliche, (2014 bis 2015 bei Arena).
Neben Thrillern für Jugendliche schreibt Kathrin Lange auch explosive Geschichten für Erwachsene. Der Thriller „40 Stunden“ erschien 2014 und begeisterte die Leserschaft. Bereits 2015 wurden die Rechte für “40 Stunden” für das Fernsehen optioniert. „40 Stunden wie auch der Nachfolgethriller „Gotteslüge“ (2015), rund um den Berliner Sondermittler Faris Iskander erscheinen bei Blanvalet.

Heute ist Kathrin Lange Mitglied bei den International Thriller Writers, dem Syndikat, dem Bödekerkreis und den Mörderischen Schwestern. Außerdem gibt Kathrin Lange Schreibseminare und engagiert sich leidenschaftlich für die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Söhnen und Hund in einem kleinen Dorf bei Hildesheim in Niedersachsen.

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Rezension:

Geschichten können das Leben und die Welt verändern. Doch was passiert, wenn die geschriebenen Wörter Dein Schicksal bestimmen und einmal zu Papier gebracht, sogar über Leben und Tod entscheiden können?

Nicholas hat mit einer einzigen Trotzreaktion und der überschäumenden Fantasie eines kleinen Jungen an der Tür zum Erwachsen werden, einen Stein ins Rollen gebracht, der sich auf das Leben vieler Menschen um ihn herum und insbesondere auf ihn selbst auswirken wird.

Er ist der tragisch-düstere Held, den man erst nach und nach ins Herz schließt, dann aber richtig.

Mila liebt es, Fantasiewelten zu erschaffen und Geschichten zu Papier zu bringen. In Paris erfährt sie, wie hilfreich, aber auch gefährlich ein geschriebenes Wort von ihr werden kann.

Im Laufe der Ereignisse gewinnt sie an Persönlichkeit und wächst an den zu bewältigenden Aufgaben.

Mila und Nicholas verbindet ein unsichtbares Band. Sie sind sich fremd und doch scheinen sie einander seit vielen Jahren zu kennen. Ihre beiden Schicksale sind untrennbar miteinander verknüpft. Als Mila und Nicholas sich in Paris begegnen, scheint es, als könne niemand den Lauf der Dinge aufhalten. Oder doch?

Denn da gibt es noch Luc. Seine Person ist recht undurchsichtig. Welche Rolle ist ihm zugedacht?

Mir gefällt die Grundidee, die hinter den Fabelmacht-Chroniken steckt. Einfach genial.
Da bekommt die eigene Fantasie Flügel. Alle Charaktere wurden liebevoll und facettenreich ausgearbeitet. Jedes einzelne Schicksal scheint so wirklich.

Kathrin Lange verbindet gekonnt Elemente aus verschiedenen Genres. Dieses Jugendbuch ist ein spannender und zauberhafter Mix aus Thriller, Fantasy und Liebesgeschichte. Ich habe bis zum Schluss gebibbert und dann kam alles völlig anders als erwartet. Jetzt sitze ich hier und frage mich, ob das wirklich passiert ist. Kann es so zu Ende gehen?

Aber nein, da gibt es ja noch diesen gemeinen Cliffhanger am Schluss, der alles erneut in Frage stellt. Na, seid Ihr neugierig geworden?

Bei mir hat Teil zwei bereits unweigerlich Einzug halten müssen. Ich bin jetzt gerüstet für ein weiteres Abenteuer in Paris.

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Rezension “Inspector Swanson und die Mathematik des Mordens: Ein viktorianischer Krimi (Baker Street Bibliothek)” von Robert C. Marley – Dryas Verlag

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Dryas Verlag; Auflage: 1 (8. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940855960
  • ISBN-13: 978-3940855961
  • D: 12,00 Euro

Inhalt:

London 1895 – Im kältesten Januar des Jahrhunderts wird auf der obersten Plattform des Watkin’s Tower in Wembley die nackte Leiche eines Mannes gefunden. Er wurde mit Handschellen an einen Stahlträger gekettet und ist erfroren.
Als der Bruder des Opfers in einer Knabenschule in Blackheath einer spontanen Selbstverbrennung zum Opfer fällt und ein weiterer Verwandter bei einem Flugversuch ums Leben kommt, wird Inspector Swanson klar, dass jemand im Begriff ist, eine ganze Familie auszulöschen. Da der Killer mit mathematischer Präzision vorzugehen scheint, müssen Swanson und sein Team mit weiteren Morden rechnen …

Quelle: Amazon

Der Autor:

Robert Cedric Marley, Jahrgang 1971, ist Goldschmiedemeister und fertigt als Mitglied des Magischen Zirkels Zauberapparate an. Seit seiner Jugend liebt er Sherlock Holmes und besitzt ein eigenes Kriminalmuseum. Wenn er nicht gerade schreibt, neue Zaubertricks erfindet oder in geheimer Mission in Großbritannien unterwegs ist, unterrichtet er Kinder und Jugendliche in Selbstverteidigung und Selbstbehauptung. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in einer sehr alten Stadt.
Im März 2015 wurde Marley mit dem HOMER-Literaturpreis in Bronze ausgezeichnet.

Quelle: Amazon

Rezension:

Ich liebe viktorianische Krimis und die Reihe rund um den Ermittler Inspector Swanson gehört in das Regal zu meiner Lieblingslektüre.

Robert C. Marley versteht es immer wieder gekonnt, mich in das viktorianische Zeitalter zu versetzen. Seine Kriminalfälle sind intelligent, immer für eine Überraschung gut und zeichnen ein abgerundetes Bild der damaligen Gesellschaft auf. Natürlich darf Marleys britischer Humor hierbei nicht fehlen. Er macht jeden Fall zu einem besonderen Erlebnis.

Wir treffen auf alte Bekannte, wodurch ich mich direkt heimisch fühlte. Der Autor hat mit seinen Protagonisten Persönlichkeiten entworfen, die mir ans Herz gewachsen sind. Dabei können die einzelnen Bände dennoch gut unabhängig voneinander gelesen werden.

Dieses Mal hat es Inspector Swanson mit einem Täter zu tun, der mit mathematischer Präzision mordet. Es war spannend, die einzelnen Gedankenstränge zu verfolgen, Verbindungen zu knüpfen und am Ende der Lösung immer näher zu kommen.

Liebhaber von historischen Kriminalromanen kommen an Robert C. Marley nicht vorbei. Spannend, unterhaltsam, gewürzt mit einer Prise Geschichte und sprachlich eine Wohltat.
Ich habe die Ermittlungen wieder einmal sehr genossen und freue mich auf weitere Fälle mit Inspector Swanson.

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Rezension “Absolut (k)ein Fangirl” von Emma Grey – Planet! (Thienemann-Esslinger Verlag)

  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Planet!; Auflage: 1. (20. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • übersetzt von Stefanie Frida Lemke 
  • ISBN-10: 3522506413
  • ISBN-13: 978-3522506410
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
  • Originaltitel: Unrequited
  • D: 15,00 Euro

Inhalt:

Verliebt in einen Star? No way! Eine witzige Liebesgeschichte ab 12 Jahren

Kat liebt Musik über alles und träumt davon eine erfolgreiche Sängerin zu werden. Aber mit Boybands hat sie nichts am Hut, auch wenn sie noch so angesagt sind und der Traumprinz-Sänger Angus von allen angehimmelt wird. Würde es einen Anti-Fan-Club geben – sie wäre die Präsidentin. Doch dann begegnen sich die beiden, Kat und Angus. Gar nicht so eingebildet, der Typ, findet Kat. Und damit fängt die ganze Sache an, kompliziert zu werden.  Wie wird sie sich entscheiden? Für die Liebe oder für die Karriere? Die schönste Geschichte über die schwierigste Sache der Welt …

Quelle: Amazon

Die Autorin:

“Absolut kein Fangirl” ist Emma Greys erstes Jugendbuch. Die Geschichte wurde sogar in einem Musical adaptiert, das in Kooperation mit der preisgekrönten Sally Whitwell umgesetzt wurde. Emma Grey lebt mit ihren Töchtern, Hannah und Sophie, und ihrem Sohn Sebastian in Jerrabomberra, einer Stadt in Australien.

Quelle: Amazon

Rezension:

Kat liebt Musik, ihre Mutter hasst Musik. Kat ist sehr bodenständig, uneitel und sie steht garantiert nicht auf Boygroups. Oder doch?

Eigentlich steht Kat nicht so im Blickpunkt von Jungs und auch für ihren Abschlussball hat sie noch keine Verabredung. Aus dem Nichts heraus befindet sie sich plötzlich im Blickpunkt von gleich zwei attraktiven jungen Männern. Sie ist geschmeichelt, verwirrt und stürzt in das absolute Gefühlschaos.

Für wen sich Kat am Ende entscheiden wird, ist lange Zeit nicht ganz klar. Doch Emma Grey hat hier eine für mich passende und befriedigende Lösung gefunden. Mein Favorit stand davor bereits fest.

Auch Angus und Joel zeigen uns viele Facetten ihres Wesens. So sehen wir meist nur, was wir sehen wollen oder sollen. Doch hinter mancher Fassade steckt oftmals etwas völlig anderes. Auch Ruhm und Rampenlicht sind eben nicht alles. Der schöne Schein kann trügen.

Es hat Spaß gemacht, mit Kat, Angus und Joel unterwegs zu sein. Neben den Dreien erleben wir noch einige sehr wichtige Nebenakteure, die liebevoll ausgearbeitet sind und ganz nebenbei ihre eigene Geschichte erzählen.

Emma Grey macht es uns leicht, in die Gefühlswelt eines jungen Mädchens einzutauchen. Ich hätte in dem Alter wahrscheinlich oft genauso wie Kat gehandelt und es war schön noch einmal 17 sein zu dürfen. Die Zielgruppe des Buches erreicht die Geschichte auf jeden Fall und trifft natürlich auch die romantisch, verträumte Ader junger Mädchen.

Musik, Träume, erste Liebe und ein vermeintlicher Bad Boy. Ich durfte mich in die nicht immer einfache Welt von Kat träumen und habe es in vollen Zügen genossen.

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Rezension “Hat keine Flügel, kann aber fliegen” von von Amili Targownik – Penguin Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Penguin Verlag (18. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • übersetzt von Sophia Lindsay
  • ISBN-10: 3328601155
  • ISBN-13: 978-3328601159
  • D: 20,00 Euro

Inhalt:

Behindert, na und? Eine wahre Geschichte über das, was möglich ist, wenn man sich nicht unterkriegen lässt

»Als Kind glaubte ich, dass alle Menschen behindert geboren werden. Dass ich zu meinem 18. Geburtstag die Lizenz zum Gehen bekommen und normal erwachsen werden würde.« Amili kam mit zerebraler Kinderlähmung zur Welt und sitzt seit ihrer Geburt im Rollstuhl. Als ihre kleine Schwester zu laufen beginnt, hört sie auf zu sprechen. Eineinhalb Jahre lang schweigt sie. Erfindet sich ihre eigene Welt, fiktive Freunde, flüchtet sich ins Träumen. In der deutschen Schule traut man ihr nichts zu. Doch sie hat einen starken Willen. Von der Förderschule wechselt sie auf eine amerikanische Highschool. Und schließlich an die Uni. Ihre Botschaft lautet: Alles ist möglich, man darf nur nicht aufgeben. Hier erzählt sie ihre Geschichte, berührend, poetisch und mit Humor.

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Die Autorin:

Amili Targownik, geboren 1995 in Tel Aviv, kam mit einer Hirnschädigung (Zerebralparese) auf die Welt. Ihre Kindheit verbrachte sie in Deutschland, mit vielen Therapien und Schulschwierigkeiten. In der 10. Klasse wechselte sie an eine Schule in den USA, wo sie ihr Abitur machte und begann, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Heute studiert Amili Sozialwissenschaften in Tel Aviv. Sie spricht vier Sprachen und lebt in Israel und München.

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Rezension:

Fast wäre mir dieses Buch durch die Finger gerutscht. Dabei ist es ein wahrer Schatz und ich kann es nur jedem weiteren Leser ans Herz legen.

Ich war nicht wütend auf die Behinderung, die Amili evtl. im Weg steht, die immer ein Teil von ihr sein wird und doch oft nebensächlich erscheint. Amili hat eine enorme Kraft und innere Stärke, die uns zeigt, wie wir jede Grenze überwinden können. Ihre Behinderung verschwindet im Schatten dieser beeindruckenden jungen Frau und im Focus bleibt einfach Amili. Jemand wie Du und ich, den man sehr gern kennen lernen, mit dem man lachen und weinen und Abenteuer erleben möchte.

Wütend machen mich ignorante Menschen, unflexible Schulsysteme und eine Gesellschaft, die Menschen, die sich nicht innerhalb eines vorgeschriebenen Schemas bewegen ausgrenzen, abstempeln.

Hat keine Flügel, kann aber fliegen“ ist poetisch, ehrlich und lebensfroh.

Amili nimmt uns mit auf eine Reise durch ihr Leben, ihre Gedankenwelten. Wir überwinden gemeinsam Hürden und blicken auf ein Leben voller Fantasie, Mut und eine Welt voller Möglichkeiten. Ihre Lebensfreude ist ansteckend.

Amili wird mit Zerebralparese geboren. Als die Krankheit erkannt wird, ist Amili noch sehr klein und kann nicht verstehen, warum sie sich nicht so bewegen kann wie andere Kinder. Auch wenn sie an viele Begebenheiten aus dieser Zeit keine realen Erinnerungen hat, nimmt uns die Autorin mit auf eine Reise in ihre Gedankenwelt. Es ist die Sicht einer fantasievollen und einfühlsamen jungen Frau, die mich berührt und beeindruckt hat.

Als die Realität zu bedrohlich und ausweglos erscheint, flüchtet sich Amili in ihre eigene Traumwelt. Hier hat sie Freunde, die sich mit dem Mädchen unterhalten, spielen und ihr sogar Ratschläge geben. Diese Freunde verändern sich und wachsen mit ihr. Sind es anfangs Winnie Puh und Peter Pan, die sie begleiten, treffen wir am Ende auf Harry Potter, Ron und Hermine.

Oh, ich hatte als Kind auch unsichtbare Freunde, habe mich als Teenager oft in Traumwelten geflüchtet und davon geträumt, meinem Prinzen zu begegnen oder einen düsteren Rebellen zu zähmen. So verschieden sind diese Fluchten in die Welt der Fantasie nicht, doch die Auswirkungen schon. Für Amili bedeuteten sie eine weitere Art der Ausgrenzung. Dennoch waren sie wichtig für sie, um Kraft und Mut zu tanken.

In „Hat keine Flügel, kann aber fliegen“ geht es nicht darum, dass Amili behindert ist oder im Rollstuhl sitzt. Es geht darum zu verstehen, dass sie trotz alledem eine ganz normale junge Frau ist, mit Wünschen und Träumen, wie jeder andere. Es geht um Toleranz und Verstehen.

Mut und ein eiserner Wille sowie Hilfe von Freunden können Berge versetzen oder eben Flügel verleihen. Amili hat mich sehr beeindruckt und ich bin sicher, dass sie in ihrem Leben noch viel erreichen wird.

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