Rezension “Todesrauschen: Auris” – nach einer Idee von Sebastian Fitzek (Ein Jula und Hegel-Thriller, Band 3) von Vincent Kliesch – Droemer Verlag

  • Taschenbuch : 352 Seiten
  • Herausgeber : Droemer TB; 1. Edition (1. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3426308401
  • ISBN-13 : 978-3426308400
  • D: 12,99 Euro

Inhalt:

Wenn Wahrheit tötet …
Die Helden der »Auris«-Bestseller von Vincent Kliesch und Sebastian Fitzek müssen gemeinsam um ihr Leben kämpfen – ein Entführungs-Thriller der Extraklasse!

Seit Jahren versucht die erfolgreiche True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge die Wahrheit über das Schicksal ihres unter mysteriösen Umständen verschwundenen Bruders herauszubekommen. Moritz wurde von der Polizei erst eines abscheulichen Verbrechens beschuldigt und später von den Behörden für tot erklärt. Matthias Hegel, der berühmte forensische Phonetiker, behauptet Beweise zu haben, dass Moritz noch lebt. Doch der ebenso zwielichtige wie skrupellose Experte, der nur eine Stimmprobe braucht, um die Psyche eines Täters zu analysieren, hat Jula schon oft belogen und manipuliert.
Ein letztes Mal will sie sich mit ihm treffen. Dabei kommt es zur Katastrophe: Jula und Hegel werden brutal entführt. Anscheinend gibt es noch jemanden, der Moritz aufspüren will – und um ihn zu finden, schreckt der Täter auch vor grausamster Folter nicht zurück. Jula und Hegel, das ungleiche und verfeindete Ermittlerpaar, stecken in einem unlösbaren, mörderischen Dilemma: Lösen sie gemeinsam das letzte Rätsel um Moritz, wird Julas Bruder umgebracht. Lösen sie es nicht, sterben sie selbst qualvoll in Gefangenschaft …

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Der Autor:

Vincent Kliesch wurde in Berlin-Zehlendorf geboren, wo er bis heute lebt. Im Jahre 2010 startete er mit dem Bestseller »Die Reinheit des Todes« seine erste erfolgreiche Thriller-Serie, weitere folgten. Die »Auris«-Reihe um den forensischen Phonetiker Matthias Hegel schreibt Vincent Kliesch nach einer Idee seines Freundes Sebastian Fitzek.

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Rezension:

Die ersten beiden Teile habe ich mit Spannung verschlungen. Auch „Todesrauschen“ hat mich nicht enttäuscht.

Die Dynamik zwischen Jula und Hegel nimmt weiter zu. Noch immer bleibt der wahre Antrieb Hegels in diesem Fall im Dunklen. Nie ist man sich sicher, ob er Jula unvoreingenommen helfen möchte oder ein dunkles Spiel betreibt. Sind wirklich beide an der Rettung ihres Bruders interessiert?
Alle bisher für mich aufgelaufenen Fragen werden beantwortet und der Schleier über Julas Vergangenheit lüftet sich immer mehr. Ihre Persönlichkeit wächst an diesen Herausforderungen weiter.

Das Tempo dieses Thrillers ist stellenweise halsbrecherisch.  Psychologisch ausgewogen fokussiert sich alles auf die Klärung dieses Falles. Der oft sarkastische und analytische Schreibstil verdichtet die stellenweise recht düstere Atmosphäre.
Spannend fand ich wieder die phonetischen Details in diesem Thriller. Welch gravierende Auswirkungen absolute Stille auf unsere Psyche und unser Gehör haben können, war mir bisher in dieser Tiefe nicht bewusst.

Vincent Kliesch hat ein packendes Versteckspiel inszeniert. Jeder noch so kleine Nebenakteur hat seine Bedeutung. Unscheinbare Fakten fügen sich nach und nach zu einem wichtigen Ganzen zusammen. Der Autor hat seine kleinen Hinweise so gut in die Geschichte eingebaut, dass man diese selbst als akribischer Leser leicht übersehen kann.

Auch „Todesrauschen – Auris Band 3“ ist wieder bis zur letzten Seite absolut spannend. Ein Genuss für Kliesch und Fitzek Fans.

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Rezension “Love Show” von Britta Sabbag – FISCHER FJB

  • Gebundene Ausgabe : 352 Seiten
  • Herausgeber : FISCHER FJB; 1. Edition (30. September 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3841440347
  • ISBN-13 : 978-3841440341
  • Lesealter : 14 Jahre und älter
  • D: 18,99 Euro

Inhalt:

Wenn dein ganzes Leben ein Fake ist, wer bist du dann überhaupt? Der neue große All-Age-Roman von Besteller-Autorin Britta Sabbag

Die siebzehnjährige Ray ist der größte Reality-TV-Star der Welt – ohne es zu wissen. Als sie sich nicht so verhält, wie die Macher der Show es wollen, wird ein junger Schauspieler in ihre vermeintliche Realität eingeschleust, der dafür sorgen soll, dass sie sich verliebt. Der Plan geht auf. Vielleicht ein bisschen zu gut. Doch kann ihre Liebe echt sein? Und was passiert, wenn rauskommt, dass Ray gar kein »echtes« Leben besitzt?

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Die Autorin:

Britta Sabbag, geboren in Osnabrück, studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Universität Bonn. Seit 2012 ist sie freiberufliche Autorin. Aus ihrer Feder stammen u.a. die Bestseller-Reihe »Die kleine Hummel Bommel«, die All-Age-Romane »Love Show – Ist deine Liebe echt?« sowie »Blackwood – Briefe an mich« und die Kinderbuchreihe »Magic Marta und der Wunderkater«. Sie lebt mit ihrer kleinen Familie in einem Landhaus in der Nähe von Bonn.

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Rezension:

Kennt von Euch noch jemand „Die Truman-Show“? Ich habe diesen Film mit Tim Carry sehr gemocht.
„Love Show“ von Britta Sabbag erinnert mich sehr an diese Story, was ich mir anhand des Klappentextes schon fast denken konnte.

Dennoch punktet die Autorin mit unterschiedlichen Perspektiven und einer facettenreichen Figurenzeichnung. Die Landschaftsbeschreibungen sind detailliert und farbenfroh. Gedanklich wandert man selbst am Strand entlang, genießt die warme Luft und sieht das Wasser blau-silbern schillern.

Ray ist die sehr naive Hauptprotagonistin, die im Laufe der Handlung eine Wandelung durchmacht. Vielleicht mag das Mädchen anfangs etwas zu blauäugig erscheinen, doch blickt man auf ihr bisheriges Leben im Paradies und die ihr angebotene Erziehung, ist dies nicht verwunderlich.

Ihr Freund Noah dagegen wirkt schon etwas bodenständiger. Doch auch hier muss man sehen wie er aufgewachsen ist. Ihn umgab nicht das gleiche liebevolle Umfeld. Die Distanz zu seiner „Mutter“ war immer spürbar.

Der Schluss ist nett, aber doch nicht ganz so realitätsnah, wie ich es mir gewünscht hätte. Zum Inhalt möchte ich an dieser Stelle gar nicht weiter ausholen, da ich sonst zu viel spoilern würde.

Ich liebe die Bücher von Britta Sabbag und ihr Schreibstil verschafft immer wieder schöne entspannte Lesemomente. Das Cover ist wieder absolut gelungen. Mit der Prägung ist es ein wahrer Hingucker.

„Love Show“ ist nicht unbedingt der Pageturner, aber eine schöne Geschichte zum Abschalten.

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Rezension “Das Wanderkind” von Aude – Alfred Kröner Verlag

  • Gebundene Ausgabe : 128 Seiten
  • Herausgeber : Alfred Kröner Verlag; 1. Edition (22. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • übersetzt von: Ina Böhme
  • ISBN-10 : 3520616017
  • ISBN-13 : 978-3520616012
  • Originaltitel : L’enfant migrateur
  • D: 16,00 Euro

Inhalt:

»Das Kind regt sich in ihr, als ob es auf sich aufmerksam machen wollte. Sie fühlt jetzt keine Wut und keinen Abscheu mehr, eher ein sonderbares Mitleid für das Kind, das nur noch seinen kalten, erstarrten Schatten umarmt. Es muss den entseelten, an ihn geschmiegten Körper seines Bruders spüren. Corinne legt die Hände behutsam auf den gedehnten Bauch. Es scheint, als würde sie zu dem einsamen Baby sprechen – aber in Wirklichkeit trauert sie, wie das Kind auf der anderen Seite der Scheidewand vielleicht auch.« Ein Zwillingspaar, der eine groß und kräftig, der andere klein und zerbrechlich. Einem von ihnen ist es bestimmt, den anderen am Leben zu erhalten. Ein kleiner, sehr feiner, beinahe märchenhafter Roman über die Brüchigkeit des Lebens und die schmerzhafte Schönheit menschlicher Bindungen. Ausgezeichnet mit dem Großen Leserpreis von Elle Québec, auf der Shortlist des Prix Ringuet. Trois. Revue d’écriture et d’érudition urteilte direkt nach dem Erscheinen 1998: »Diese Autorin beherrscht die Kunst, eine ganze Welt wie selbstverständlich zu erschaffen, obwohl nichts davon glaubwürdig wäre ohne ihren unvergleichlichen Stil.«

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Die Autorin:

Claudette Charbonneau alias Aude wurde in 1947 Montréal geboren und gilt als eine der wichtigsten Figuren der frankokanadischen Literaturszene. Nach dem Studium unterrichtete sie in Québec Kreatives Schreiben und Literaturtheorie. Ihr preisgekrönter Kurzgeschichtenband Cet imperceptible mouvement (1997) erschien 1998 auf Englisch (The Indiscernible Movement). Nach einer Phase des düsteres Erzählens über Wahnsinn und Tod wandte sie sich mit L’enfant migrateur einer hoffnungsfrohen Weltsicht zu. Aude starb 2012 an Leukämie. Sie wurde posthum zur Ehrenpräsidentin des nach ihr benannten Centre Aude d’études sur la nouvelle zur Förderung der Gattung Kurzgeschichte.

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Rezension:

Ich bin froh, dieses kleine, aber sehr feine Buch gefunden zu haben. Oder vielmehr, es hat mich gefunden.

Zwillinge und deren Symbiose sind immer wieder faszinierend. Normalerweise ergänzen sie sich oder bilden eine einzigartige Einheit. Hans und Benoit sind ein ganz besonderes Zwillingspaar. Nach einer problembehafteten Schwangerschaft hätte es nur einen der Jungen geben sollen. Doch wie durch ein Wunder überlebt auch der kleine, schwächliche Benoit.

Hans ist der dominante Zwilling. Seine Art trifft auf die Ablehnung der Familie und auch auf uns Lesern wirkt dieser Junge unsympathisch. Erst mit der Zeit lässt uns die Autorin hinter die Mauer der Kühle und Distanz blicken. Hier finden wir einen unsicheren, sich nicht als eigenständige Person fühlenden kleinen Jungen und späteren Mann. Hinter dem Verhalten von Hans steckt die große Angst vor dem Alleinsein. Mit der Zeit schleicht sich dann auch Hans in mein Herz.

Benoit dagegen fliegen alle Sympathien sofort zu. Er genügt sich selbst und es scheint seine einzige Lebensaufgabe darin zu bestehen, seinem Bruder den Rücken zu stärken. Benoit ist das Verbindungsstück zwischen allen. Oft wird er unterschätzt. Doch in ihm steckt die Stärke, die seine Eltern und Geschwister in dieser speziellen Lebensphase brauchen.

Manchmal ist das, was zart und schwach wirkt, das stärkste Bindeglied in einer Kette.

Es scheint, als Benoit sicher weiß, dass Hans seinen Platz im Leben gefunden hat und die Familie auf einem stabilen Fundament steht, es für ihn Zeit wird zu gehen.
Für mich ist er das Glühwürmchen, das den ganzen Weg durch ein Labyrinth leuchtet, bis alle sicher den richtigen Weg gefunden haben. Erst dann erlischt das helle Licht und bleibt doch als wärmende Quelle in den Herzen derer, die Benoit geliebt haben.

Dieses Buch ist psychologisch sehr sensibel aufgebaut. Ruhig und mit viel Empathie erzählt uns Aude von der ganz eigenen Dynamik der beiden auf den ersten Blick recht unterschiedlichen Zwillingsbrüder und der Auswirkung auf das komplette Familienleben. Wir erleben, wie zerbrechlich Augenblicke sein können.

„Das Wanderkind“ hat mich sehr berührt. Neben aller Tragik finden sich immer wieder sehr schöne, teils mystisch anmutende Momente. Sprachlich ausgewogen und ohne ein überflüssiges Wort trifft es die Leser ganz tief im Inneren.

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Rezension “Stay away from Gretchen: Eine unmögliche Liebe” von Susanne Abel – dtv Verlag

  • Gebundene Ausgabe : 528 Seiten
  • Herausgeber : dtv Verlagsgesellschaft (18. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3423282592
  • ISBN-13 : 978-3423282598
  • D: 20,00 Euro

Inhalt:

Eine große Liebe in dunklen Zeiten

Der bekannte Kölner Nachrichtenmoderator Tom Monderath macht sich Sorgen um seine 84-jährige Mutter Greta, die immer mehr vergisst. Was anfangs ärgerlich für sein scheinbar so perfektes Leben ist, wird unerwartet zu einem Geschenk. Nach und nach erzählt Greta aus ihrem Leben – von ihrer Kindheit in Ostpreußen, der Flucht vor den russischen Soldaten im eisigen Winter, der Sehnsucht nach dem verschollenen Vater und ihren Erfolgen auf dem Schwarzmarkt in Heidelberg. Als Tom jedoch auf das Foto eines kleinen Mädchens mit dunkler Haut stößt, verstummt Greta. Zum ersten Mal beginnt Tom, sich eingehender mit der Vergangenheit seiner Mutter zu befassen. Nicht nur, um endlich ihre Traurigkeit zu verstehen. Es geht auch um sein eigenes Glück.

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Die Autorin:

Susanne Abel stammt aus einem badischen Dorf an der französischen Grenze, arbeitete bereits mit 17 Jahren als Erziehungshelferin und später als Erzieherin. Nach einer Ausbildung zur Puppenspielerin landete sie über den Weg des Theaters beim Fernsehen. Sie schloss ein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin ab und realisiert seither als Autorin und Regisseurin zahlreiche Dokumentationen fürs Fernsehen. Die Autorin lebt und arbeitet in Köln.

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Rezension:

“Stay away from Gretchen” hat mich aufgrund der sehr vielschichtigen und zum Teil kaum bekannten Thematik der “Brown Babys” angesprochen.

Da ist zum einen die Gegenwart. Tom, ganz auf seine Karriere fixiert, empfindet seine Mutter eher als Last, denn als wichtigen Familienpunkt. Ihre Verbindung war immer etwas distanziert. Alles ändert sich, als die Diagnose Demenz im Raum steht.
Greta beginnt, wichtige Teile ihres Lebens zu vergessen und Tom muss sich auf eine größere Nähe zu seiner Mutter einlassen.

Die Krankheit ist schleichend. Greta hat bereits vor einiger Zeit begriffen, dass etwas so gar nicht in Ordnung ist. Doch mit dem Vergessen, geraten längst verdrängte Erinnerungen in den Focus. Tom beginnt zu Recherchieren und sich zu verändern.

Das Leben hielt für Gretchen viele Stolpersteine bereit. Doch sie ist an diesen Herausforderungen nicht zerbrochen, sondern gewachsen. Dabei wurde die weiche und lebenslustige Seite hinter stabilen Mauern begraben. Das Verhältnis zu ihrem Sohn blieb immer unterkühlt. Dabei liebt sie ihn abgöttisch und ist stolz auf seine Erfolge. Tom glaubte immer, seiner Mutter nicht zu genügen. Der Grund, warum Greta ihrem Sohn ihre Liebe nicht in ihrer wahren Größe zeigen konnte, liegt tief vergraben in der Vergangenheit. Es ist so bitter und traurig, stimmt aber auch wütend.

Susanne Abel versteht es brillant, auch das aktuelle Thema Flüchtlinge von heute mit den endlosen Flüchtlingsströmen nach Kriegsende auf eine Stufe zu stellen und die Leser so zum Nachdenken zu animieren.

Mit Beendigung des Krieges war das nationalsozialistische Gedankengut noch lange nicht ausgemerzt. Kriegsheimkehrer waren nicht wiederzuerkennen. Es zeigten sich Charakterzüge, die man nie vermutet hätte. In den Familien hatten sich neue Dynamiken gebildet, die erneut zerfielen. Greta muss dies am eigenen Leib schmerzlich erfahren.

Rassismus findet sich überall. Auch mit Ende des 2. Weltkrieges ist er weiterhin da und zeigt seine dunkle Seite. Verbindungen zwischen deutschen Frauen und den Alliierten waren unerwünscht. Kinder aus diesen Verbindungen wurden geächtet, ebenso die Mütter, wenn die Soldaten ohne sie in ihre Heimat zurückkehrten.

Selbst die US-Army unterschied zwischen schwarz und weiß. Der Skandal war ungleich größer, wenn sich eine Verbindung zwischen einer Deutschen und einem schwarzen GI entwickelte. Diese Verbindungen waren streng untersagt und die sogenannten “Brown Baby” aus diesen Verbindungen hatten es noch schwerer im Leben. Es ist ein Punkt in unserer Geschichte, der kaum thematisiert wird.
Die Willkür mit der die Behörden mit diesen Müttern und Kindern umgingen, ist erschreckend. Wie machtlos sich viele der jungen Frauen gefühlt haben müssen und wieviel Leid daraus entstanden sein muss, können wir nur erahnen.

In vielen Reportagen werden die Soldaten, die einfach so in ihre Heimat zurückkehrten, neue Familien gründeten und ihr Leben von vorn begannen, verdammt.
Auch hier gibt es zwei Seiten. Sicher waren da die Männer, denen ihre “Mischlingskinder” egal waren, die sich einfach nur vergnügten. Doch was ist mit denen, die ihrem Marschbefehl Folge leisten mussten, zurück in Amerika keine Möglichkeit bekamen, Kontakt zu halten und wie in diesem Buch, die Liebe ihres Lebens verloren.
Kinder, die ihren Müttern entrissen wurden und nie ihre wahren Wurzeln kennenlernen durften. So viele Schicksale, von denen niemand weiß.

Gretchens und Bobs Geschichte ist mit so vielen historischen Fakten hinterlegt, dass es sich nicht wie eine fiktive Geschichte anfühlt. Lebendig und emotional erleben wir diese Zeit gemeinsam mit ihnen. Es gibt wundervolle Momente und solche, die mir schier das Herz zerreißen wollten.
Vergleiche zum Heute bleiben da nicht aus. Schlimm, dass sich viele Dinge in den Köpfen der Menschen noch immer nicht geändert haben.

Susanne Abel hat dieser Geschichte ein herzerwärmendes Ende bereitet. Es ist ein Ende, das Hoffnung gibt. Auch, weil es das für viele ähnliche Schicksale nicht gab bzw. nie geben wird.

Ich könnte über dieses Buch so viel schreiben und würde dem Inhalt nicht annähernd gerecht werden. “Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe” ist ein besonderes Buch mit vielen Botschaften. Bitte lest es.

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Rezension “Hier im echten Leben” von Sara Pennypacker – FISCHER Sauerländer

  • Gebundene Ausgabe : 304 Seiten
  • Herausgeber : FISCHER Sauerländer; 1. Edition (10. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • übersetzt von: Birgitt Kollmann
  • Illustrationen: Jon Klassen
  • Lesealter : 10 Jahre und älter
  • Originaltitel : Here in the Real World
  • ISBN-10 : 3737358222
  • ISBN-13 : 978-3737358224
  • D: 17,00 Euro

Inhalt:

Kann ein Träumer die Welt verändern?

Der einsame Junge Ware trifft Jolene, das Mädchen, das niemand haben will. Eine alte Kirchenruine wird ihnen beiden ein Zuhause. Als dieses bedroht wird, muss Ware sich entscheiden: Entweder er bleibt in seiner Traumwelt – oder er wagt es gemeinsam mit Jolene für das einzustehen, woran er im Leben glaubt.

Sara Pennypacker (Autorin von Dein SPIEGEL-Bestseller »Mein Freund Pax«) schildert, wie zwei Kinder, die sich verloren fühlen, über sich hinauswachsen – und erkennen, dass sie mit ihrem Einsatz die Welt zu einem besseren Ort machen können.

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Die Autorin:

Sara Pennypacker war Malerin, bevor sie mit dem Schreiben anfing. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher, unter anderem von “Stuarts Cape”, hat zwei Kinder und lebt auf Cape Cod, Massachusetts. Wenn es warm ist, schwimmt sie im Meer; wenn nicht, sucht sie am Strand interessante Dinge.

Quelle: Amazon

Rezension:

Sara Pennypacker hat mich bereits mit “Mein Freund Pax” sehr beeindruckt. Daher musste ich unbedingt zu “Hier im echten Leben” greifen. Ihr besonderer Schreibstil konnte mich sofort wieder eingefangen. Auch die Illustration des Covers ist erneut wunderbar gelungen.

Ware ist ein ungewöhnlicher Junge, der sich noch selbst finden muss. Man kann sich wunderbar in ihn hinein versetzen. Leider sind seine Eltern zwar um sein Wohl besorgt, aber doch eher mit sich selbst beschäftigt. Ihr Umgang mit Ware stimmt traurig. Sie hören nicht hin und dabei lieben sie ihren Sohn. Alltag und Stress überdecken das Wesentliche. Dabei ist diese Zeit mit den Kinder die wertvollste und unwiederbringlichste.

Wares Großmutter ist ein Unikum. Im Buch wird deutlich, dass Wares Mutter auf eine eigene Art viel von ihr hat. Big Deal akzeptiert ihren Enkel wie er ist und unterstützt seine Fantasie und Kreativität. Auch sein Onkel Cy trägt nicht unerheblich zu den weiteren Entwicklungen bei.
Manchmal benötigen wir alle einen Schubs in die richtige Richtung. Wenn dann noch der Rücken gestärkt wird, kann das Selbstbewusstsein wachsen und wir richtig viel erreichen.

Jolene steht fester im Leben als Ware. Ihr Alltag ist nicht immer einfach. Aber auch sie hat ihre Träume. Beide Kinder ergänzen sich wunderbar und schaffen mit ihrem Tatendrang etwas, dass oft nicht einmal Erwachsenen gelingt.

“…Alles war vorher etwa anderes und wird irgendwann zu etwas anderem werden…”

Was die beiden Kinder aus der alten Ruine machen ist wundervolle. Ich habe die Veränderungen direkt vor meinen Augen gesehen. Überall erwacht neues Leben.
Ware wächst an den selbst gestellten Aufgaben und scheint in dieser einzigartigen Welt glücklich zu sein. Hier darf er Ware sein. Doch der Junge träumt nicht nur mehr, er lebt öfter im Hier und Jetzt. Die verschiedenen Entwicklungen zu beobachten ist spannend. Wir erleben, wie die Stärken des Einzelnen hervortreten und ein kleiner Junge beginnt, sich selbst zu akzeptieren und gern zu haben.

Jeder Einzelne konnte am Ende etwas für sich gewinnen und ich denke, alle sind sich auch sehr viel näher gekommen. In “Hier im echten Leben” geht es um Akzeptanz, Selbstfindung, Freundschaft und sehr viele Gefühle. Diese Geschichte ist herzerwärmend und gibt uns viel mit auf unserem weiteren Weg.

Sara Pennypacker ist ein runder und vor allem glaubwürdiger Schluss gelungen. Die einzelnen Szenen, besonders der Abend an dem die Kraniche über die kleine Oase hinwegziehen, sind herzerwärmend. 

Es ist eine ruhige Geschichte, die vielleicht ein paar kleinere Längen aufweist. Doch wenn man sich treiben lässt, den Augenblick genießt, ist es einfach wunderschön. “Hier im echten Leben” spricht so viele verschiedene Aspekte an und bringt doch alle irgendwie in Einklang.  

“…Manchmal, wenn man genau genug hinschaut, kann man sie sehen – die ganze Geschichte von etwas…”

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Rezension “Grenzfall – Der Tod in ihren Augen: Kriminalroman (Jahn und Krammer ermitteln, Band 1)” von Anna Schneider – FISCHER Taschenbuch

  • Taschenbuch : 432 Seiten
  • Herausgeber : FISCHER Taschenbuch; 5. Edition (27. Januar 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3596700507
  • ISBN-13 : 978-3596700509
  • D: 10,99 Euro

Inhalt:

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und müssen doch gemeinsam einen Mörder jagen – der erste Fall für das deutsch-österreichische Ermittlerteam Alexa Jahn und Bernhard Krammer

Am Brauneck in Lenggries wird an einer Felswand eine leblose Frau entdeckt. Doch was auf den ersten Blick wie ein Kletterunfall aussah, entpuppt sich als grausamer Mord. Dem Oberkörper der Toten wurden Beine aus Stroh angenäht. Kurz darauf tauchen weitere Leichenteile am Achensee in Tirol auf. Stammen sie ebenfalls von der Toten? Doch weshalb sollte der Täter die Leiche auf zwei Länder verteilen?

Für die junge und engagierte Oberkommissarin Alexa Jahn, die gerade ihren Dienst bei der Kripo Weilheim angetreten hat, ist es die erste große Ermittlung. Sie könnte jede Unterstützung gebrauchen, doch auf den desillusionierten Kollegen auf österreichischer Seite, Chefinspektor Bernhard Krammer, kann sie nicht zählen.

Alexa ist lange auf sich allein gestellt und bekommt es mit einem Täter zu tun, dem sie vielleicht nicht gewachsen ist …

Auftakt der neuen packenden Krimiserie in der Grenzregion Deutschland – Österreich

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Schon als Kind liebte Anna Schneider Geschichten und lauschte im Wirtshaus ihrer Großmutter den Erzählungen der Gäste. Vor allem wenn es spannend wurde, war ihr Interesse geweckt. So ist es wenig verwunderlich, dass sie eine Vorliebe für Kriminalfälle entwickelte und sich nach dem Abitur bei der Polizei bewarb. Zum Glück wurde sie damals abgelehnt, sonst wäre sie vielleicht nie zum Schreiben gekommen. Für ihre Thriller lässt sie sich gern im Alltag inspirieren. So auch für die »Grenzfall«-Serie: Eine Zeitungsmeldung über einen vermissten Wanderer in Lenggries im Tölzer Land brachte sie auf die Idee. Die Nähe zur österreichischen Grenze tat dann ihr übriges. Die Serie spielt in beiden Ländern, Deutschland und Österreich, und lässt zwei gegensätzliche Ermittler aufeinandertreffen, die erst einen Weg finden müssen, als Team zusammenzuwachsen. Anna Schneider lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Quelle: Amazon

Rezension:

Anfangs muss man noch ein wenig Geduld aufbringen, da hier erst einmal die Figuren eingeführt und der Handlungsstrang aufgenommen werden. Doch schon nach wenigen Seiten war ich im Flow und ließ mich von den Ermittlungen mitreißen.

Vorrangig erzählt Anna Schneider in zwei Perspektiven. Die Einschübe aus Tätersicht geben immer wieder kleine Hinweise, lassen sich aber erst mit den Ermittlungsfortschritten wirklich zusammensetzen. So bleibt die Spannung erhalten und wird immer wieder angekurbelt.

Alexa Jahn hat ein klares Ziel vor Augen und verbindet große Hoffnungen mit dem Antritt ihrer neuen Stelle. Doch dann kommt alles anders als gedacht. Die Ereignisse überschlagen sich und plötzlich obliegt ihr die Leitung eines brisanten Falles. Dabei bewegt sich die junge Ermittlerin auf unbekanntem Territorium. Auch ihre Kollegen stehen nicht vorbehaltlos hinter ihr.

Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Kriminalbehörden, auch grenzübergreifend, empfand ich spannend. Alexa Jahn und Bernhard Krammer bilden eine wunderbare Konstellation. Nur widerwillig lassen sie sich aufeinander ein. Hier hält Anna Schneider überraschende Wendungen für uns bereit.

Vor einer beeindruckenden Kulisse entwickelt sich ein komplexer Plot. Eine authentische und starke Figurenzeichnung mit einem guten Gespür für die Mentalität der in dieser Gegend lebenden Menschen, beherrscht diesen Krimi. Der Täter blieb für mich bis zum Schluss im Dunkeln. So konnte ich wirklich die komplette Lesezeit hinweg mit ermitteln.

Der Showdown ist absolut gelungen und hat es in sich. Ein starker Reihenauftakt, der mich schon heute gespannt auf die Fortsetzung warten lässt.

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Rezension “Morgaines Ruf – Ewiger Schlaf (2)” von Tanja Neise – 47 North

  • Taschenbuch : 304 Seiten
  • Herausgeber : 47North (16. März 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 2496704739
  • ISBN-13 : 978-2496704730
  • D: 9,99 Euro

Inhalt:

Verbunden durch die Kraft ihres Erbes. Für einander bestimmt. Durch alle Zeiten. Aus der romantischen Zeitreise-Reihe »Ewiger Schlaf« von Erfolgsautorin Tanja Neise.

Auf Carisbrooke Castle ist man höchst besorgt. Tochter Caitlyn geht es schlecht und sie benötigt dringend moderne medizinische Versorgung. Ihre Familie sieht daher keine andere Möglichkeit, als sie wie zuvor ihren Bruder ins 21. Jahrhundert zu schicken.

Doch Caitlyns neuer Arzt Ryan erkennt, dass sie eine Zeitreisende aus dem Jahr 1456 ist. Und er sieht in ihr die Chance, den uralten Fluch der Fee Morgaine zu lösen, den diese über ihre Nachkommen verhängt hat. Ungeahnt bringt er Caitlyn damit in große Gefahr.

Ryan kann es jedoch unmöglich zulassen, dass ihr etwas zustößt, und auch Caitlyn fühlt sich auf wundersame Weise mit Ryan verbunden, obwohl er für ihre Entführung und Gefangenschaft verantwortlich ist. Warum fühlen sich die beiden so magisch zueinander hingezogen? Ist es ihr Schicksal, ihr gemeinsames Glück zwischen den Zeiten zu finden?

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Die Autorin:

Tanja Neise wohnt mit Ehemann und Kindern in einem kleinen brandenburgischen Dorf. Bereits in früher Jugend schrieb sie gern Gedichte und Geschichten, doch im Laufe des Erwachsenwerdens trat dieses Hobby immer mehr in den Hintergrund. Da sie eine eifrige Leserin ist, brachte ihr Mann sie eines Tages auf die Idee, selbst ein Buch zu schreiben. Nach und nach nahm der Gedanke Gestalt an. Die Autorin leidet an einer seltenen Autoimmunerkrankung, weshalb ihr viele Freizeitaktivitäten nicht möglich sind. Seit 2012 widmet sie sich der wiederentdeckten Leidenschaft.

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Rezension:

Ich habe mich erneut in ein Zeitreiseabenteuer auf den Spuren Morgaines gestürzt. Die Familie Williams ist mir schon im ersten Teil innig ans Herz gewachsen. Band zwei hat mich sogar noch ein bisschen mehr mitgerissen.

Mit unserem heutigen Wissen in die Vergangenheit zu reisen, ist vergleichsweise harmlos verglichen mit einer Reise aus dem Mittelalter in unser Heute. Ohne Lauras Erzählungen und Instruktionen wäre Caitlyn in unserer Zeit verloren. Doch so ist sie gut vorbereitet auf all das Neue, dass auf sie wartet. Vor den bösartigen Intrigen, die um sie herum gesponnen werden, ist sie jedoch nicht geschützt. Und auch ihr Herz hätte nicht erwartet, dermaßen aus dem Takt zu geraten.

Leicht geschrieben und voller Emotionen entführt uns Tanja Neise erneut in die magische Welt der Zauberer und Feen. Noch ist Morgaines Fluch nicht gebrochen. Hier kommen noch einige Überraschungen auf uns zu.
Viele neue Eindrücke warten auf uns, wunderbare Wendungen und ein Zauber, der Jahrhunderte überwindet. Fantasievoll und spannend werden wir durch die Zeit geführt. Ist unser Schicksal vorherbestimmt oder können wir es beeinflussen?

Ich habe Carisbrooke Castle förmlich vor mir gesehen und bin durch die Räume gewandelt. Ich bin durch die unberührte Natur geritten, habe die unterdrückte Wut Caitlyns gespürt und die innige Liebe, die all diese Menschen miteinander verbindet fühlen können. Natürlich hätte ich auch gern ein paar Kräfte aus Morgaines Erbe. Vielleicht schlummert zwischen uns allen ein Hauch von Magie.

Das Ende dieser Geschichte ist absolut gelungen. Ich liebe es. Eigentlich wollte ich mich gar nicht mehr von Laura und Conner, Caitlyn und Ryan und all den anderen trennen. Doch so bin ich rundherum zufrieden und das bleibt immer noch der kleine Funke, der zu weiteren Träumen verleitet.

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Rezension “Reifeprüfung 3.0 – Ein Neustart in den besten Jahren” von Gwendy Teufel und Carola Lustig – Topicus

  • Taschenbuch : 249 Seiten
  • Herausgeber : Topicus (8. Dezember 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 249670495X
  • ISBN-13 : 978-2496704952
  • D: 9,99 Euro

Inhalt:

Ein Neuanfang mit Patina muss nicht immer verstaubt sein. Er kann auch glänzen!

Gerade fünfzig geworden und alles auf Anfang? Als die quirlige Carola herausfindet, dass ihr Mann sie betrügt, steigt sie aus der gemeinsamen Firma aus und fängt noch einmal von vorn an. Geht nicht gibt’s nicht. So sucht sie ihr neues Glück auf unterschiedlichen Wegen: über Fortbildungskurse, eine Typveränderung, Dating-Apps und neue Bekanntschaften.

Doch es geht eben nicht mehr alles so einfach wie mit zwanzig. Da sind Zweifel, Hürden und Rückschläge. Gut, dass es ihre beste Freundin Gwendy gibt, die immer für Carola da ist – komme, was wolle. Die besonnene, esoterisch angehauchte Gwendy hilft gerne, auch wenn sie manchmal ganz andere Ansätze hat.

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Die Autorinnen:

Carola Lustig und Gwendy Teufel sind auch im echten Leben Freundinnen und so, wie es aussieht, wird das wohl so bleiben. Sie sind beide fast Mitte fünfzig (also wirklich nur fast), wohnen in Hamburg und arbeiten dort freiberuflich als alles Mögliche, was mit Texten zu tun hat. Sie haben schon einige Bücher veröffentlicht, aber dieses hier ist das erste gemeinsame Werk, worüber sie sich sehr freuen.

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Rezension:

Ein Neuanfang mit Fünfzig ist heute nicht mehr so ungewöhnlich, doch wer traut sich wirklich, in diesem Alter noch einmal von Null zu beginnen? Für Carola ergibt sich die Frage erst gar nicht. Sie wird in eine Art Niemandsland katapultiert und muss ihr Leben komplett neu strukturieren.

Der leichte und amüsante Schreibstil von Gwendy Teufel und Carola Lustig hat mich gut unterhalten. Sie zeigen auf eine lockere Art, wie Carola sich aus ihrem Selbstmitleid befreit, ihre Stärken entdeckt und mit Mut in die Zukunft schaut. Ein paar Lebenstipps gibt es gratis hinzu. Dabei nimmt unsere Protagonisten nicht nur ein Fettnäpfchen mit.

Immer an ihrer Seite Gwendy. Gwendy ist unkonventionell und das passende Pendant zu Carola. So geraten die beiden Freundinnen in kuriose Situationen und sorgen für einige Lachattacken beim Leser.

Auch wenn mich diese Geschichte gut unterhalten und rasch durch die Seiten geführt hat, hätte ich mir die Story mehr am realen Leben gewünscht.

Carola lebt trotz Trennung von ihrem Mann und dem daraus resultierenden Verlust der Arbeitsstelle auf der Sonnenseite des Lebens. Ihr Unterhalt ist gut abgesichert, sie hat eine fundierte Ausbildung, auf der Sie aufbauen kann und immer noch genügend passende Kontakte. Die Menschen in ihrem Umfeld gehören zu den Wohlhabenderen. Allein die Finanzierung ihrer neuen Ausbildung wäre anderen Frauen in derselben Situation nicht möglich. Carola lebt in einem Freiraum, der nicht alltäglich ist.

So hinterließ das Buch neben aller Lesefreude leider auch eine gewisse Unzufriedenheit.

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Rezension “1 Dose Tomaten – 33 Rezepte” von Guillaume Marinette – Bassermann Verlag

  • Gebundene Ausgabe : 80 Seiten
  • Herausgeber : Bassermann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (12. Oktober 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3809441813
  • ISBN-13 : 978-3809441816
  • D: 7,99 Euro

Inhalt:

1 Dose Tomaten hat jeder im Haus. Geschälte Tomaten – im Glas oder in der Dose – sind die Grundlage der tollen Gerichte in diesem Buch. Schnell und einfach lassen sich daraus köstliche Saucen, Suppen und Hauptgerichte zubereiten. Und wer den Vorrat nutzt ist gut beraten, denn Dosentomaten sind meist aromatischer als frische Tomaten (sie werden reif geerntet), zum anderen haben sie (im Vergleich zu frischen Tomaten) einen höheren Lycopingehalt (Antioxidans und Radikalfänger).

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Der Autor:

Guillaume Marinette kocht leidenschaftlich gern. Nach seinem Abschluss an der bekannten Kochschule Ferrandi in Paris arbeitete er für ChefClub.tv. Inzwischen macht er sich als Stylist und Kochbuchautor einen Namen.

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Rezension:

Wir lieben Tomaten in allen möglichen Variationen. Ob frisch, als Salat, mit Mozzarella oder als Tomatensoße. Tomaten dürfen bei uns nicht fehlen. Doch irgendwie bleiben wir immer bei dem, was wir kennen.

Da kam “1 Dose Tomaten – 33 Rezepte” gerade zur richtigen Zeit. Gemeinsam mit der Familie habe ich zwischen den Buchseiten gestöbert. Am Ende konnten wir uns auf drei Gerichte einigen und waren hier auch experimentierfreudig.

Die Avocadotörtchen benötigen nicht viel, konnten uns am Ende allerdings so gar nicht überzeugen. Es lag weniger an der Konsistenz, die ich nicht so richtig hinbekommen habe. Eventuell würde ich bei einem erneuten Versuch den Koriander weglassen und ein anderes Gewürz verwenden. Auch die Reiswaffeln trafen nicht so unseren Geschmack. Doch es gibt ja auch noch die Variante mit Toastbrot, die ich vorziehen würde.

Nummer zwei unserer Liste sind die Kanapees. In Ermangelung kleinerer Formen, haben wir sie als Muffins gebacken. Sie schmecken sehr lecker und die Tomate in der Mitte gibt die richtige Frische und Fruchtigkeit. Beim nächsten Mal würde ich aufgrund der größere Form zwei Tomaten verwenden.

Unser Favorit ist die Tomaten-Mozzarella-Tarte. Sie erinnert an eine Pizza, hat aber mehr Leichtigkeit. Wir haben gleich zwei Kugeln Mozzarella anstatt einer auf die Tarte gegeben. Richtig lecker und auch abends einmal rasch zubereitet.

Die Zutaten der einzelnen Rezepte hat jeder fast immer im Haus. Die Anweisungen sind kurz, präzise und leicht auszuführen. Der Aufwand hält sich in Grenzen und für jeden Geschmack ist hier etwas dabei. Natürlich spielen Tomaten die Hauptrolle. Es gibt noch ein paar weitere Ideen, die wir in den kommenden Wochen ausprobieren werden.

Ich wünsche “Guten Appetit!”.

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Rezension “Der Ruf des Schamanen – Unsere abenteuerliche Reise in das Herz der Dunkelheit” von Davide Morosinotto – Thiemann Verlag

  • Gebundene Ausgabe : 432 Seiten
  • Herausgeber : Thienemann Verlag; 1. Edition (26. Januar 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • übersetzt von: Dr. Cornelia Panzacchi
  • ISBN-10 : 3522202740
  • ISBN-13 : 978-3522202749
  • Lesealter : 12 Jahre und älter
  • Originaltitel : Il fiore perdutto dello sciamano di K.
  • D: 18,00 Euro

Inhalt:

Emotional packende Liebesgeschichte über eine magische Reise ins Amazonas-Gebiet für Jugendliche ab 12 Jahren von Bestseller-Autor Davide Morosinotto.

Seit Stunden schon kämpfen sich Laila und ihr Freund El Rato durch den dichten Urwald. Sie müssen unbedingt den alten Schamanen finden. Er ist Lailas letzte Hoffnung, denn sie leidet an einer unheilbaren Krankheit. Doch allmählich bricht die Nacht herein und die Dunkelheit ist voller Gefahren …

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Der Autor:

Davide Morosinotto wurde 1980 in Norditalien geboren. Bereits mit 17 Jahren schrieb er seine erste Kurzgeschichte, die auf der Auswahlliste des renommierten italienischen Literaturpreises “Premio Campiello” stand. Seitdem hat er über 30 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, für die er zahlreiche Preise erhalten hat. Davide Morosinotto lebt als Autor, Journalist und Übersetzer in Bologna.

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Rezension:

Als Laila und El Rato aufeinander treffen, ahnen Sie noch nicht, dass dies der Beginn einer besonderen Reise wird. So unterschiedlich die Kinder sind, so sehr ergänzen und verstehen sie sich. Zwischen beiden entwickelt sich ein unlösbares Band.

Laila leidet an einer grausamen und noch heute unheilbaren Krankheit. Doch eine Wunderblume und ein Schamane versprechen einen letzten Hoffnungsschimmer. El Rato möchte ihr helfen. Gleichzeitig lockt ihn die weite Welt und die Erfüllung eines großen Traumes. Gemeinsam machen sie sich auf zu einem Abenteuer voller Gefahren.

Sie treffen auf Menschen, die Ihnen aus unterschiedlichen Gründen helfen werden und andere, die eine Bedrohung darstellen. Am Ende finden sie die Antworten auf ihre Fragen und Träume, auch wenn diese anders ausfallen, als erwartet.

Davide Morosinotto hat mit dieser Geschichte ein wundervolles und emotionales Abenteuer geschaffen, das nicht nur Kinderherzen berührt. Dieses Abenteuer beinhaltet die ersten zarten Gefühle einer beginnenden Liebe, Traurigkeit über eine ungewisse Zukunft, die tiefe neuer Freundschaften, Mut, der in jedem von uns steckt und die Liebe zum Leben selbst.

Auffällig und reizvoll sind die besonderen Illustrationen sowie die typographische Gestaltung dieses Buches. Sie visualisieren auf emotionale Weise die besonderen Momente der Geschichte. Das Ende gibt Kraft und zeigt uns auf, was wichtig ist und welche Wunder das Leben bereithält.

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