Einen Tag “Offline” mit Arno Strobel, lovelybooks und FISCHER Taschenbuch

Lovelybooks, Arno Strobel und der Fischer Verlag hatten für den gestrigen Tag zu einer spannenden Aktion aufgerufen. Am 15. August 2019 sollten wir alle einen offline-day einlegen. Als Anreiz hatte ich das Glück, eine der begehrten Leseproben zu Arno Strobels neuesten Thriller „Offline“ zu ergattern.

Während unserer Italienurlaube in den vergangenen Jahren habe ich schon 14 Tage offline zugebracht. Könnt Ihr euch vorstellen zwei komplette Wochen ohne Internet und Fernseher zu leben? Es funktioniert und man hat plötzlich unheimlich viel Zeit für sich und die Familie. Diese Urlaube erinnern mich an meine Kindheit, denn da gab es noch keine Computer oder Handys und viele Familien besaßen noch nicht einmal ein eigenes Telefon. Es ist entspannend.

Selbst unsere Kinder haben die Medien in dieser Zeit nicht vermisst. Dafür wurde viel gespielt, gelesen und gemeinsam unternommen. Die Tage verflogen immer und die zwei Wochen Auszeit waren flugs vorbei.

Habe ich es aber geschafft, im normalen Alltag einen kompletten Tag offline zu verbringen?

Ich bin ehrlich, gestern ging das nicht konsequent.

Zum einen hatte ich keinen Urlaub und musste meine Aufgaben im Job erfüllen. Dies funktioniert in unserer Arbeitswelt, speziell im Büroalltag, nicht mehr ohne PC und Internet.

Fallen die Systeme aus, sind wir aufgeschmissen, hilflos und können unseren Tätigkeiten nicht mehr nachkommen.

Andererseits musste ich für meine Kinder erreichbar sein. Ich habe aber nur das Display des Handys gecheckt, ob Nachrichten aufblinkten, musste zum Glück jedoch nichts anklicken.

Abends gab es dann aber doch Probleme bzgl. des Bustransfers der Kinder zu ihren jeweiligen Schulen am kommenden Montag. Wir leben im ländlichen Raum und fehlende Schulbusse können zu enormen Problemen führen. Auch hier erfolgt der Informationsfluss ausschließlich über WhatsApp. Selbst heute ist für den ersten Schultag noch nichts abschließend geklärt. Ich lasse mich überraschen.

Ihr seht, es ist gar nicht so leicht, im alltäglichen Leben nur offline zu leben. Viel zu viele Dinge hängen mittlerweile von elektronischen Geräten ab.

Ich habe mich gestern allerdings rigoros von Facebook & Co ferngehalten und auch meinen privaten PC nicht angerührt. Es tat nicht weh und war auch gar nicht schlimm. Ehrlich, mir hat nichts gefehlt.

Dafür habe ich in meiner Leseprobe geschmökert. Schon der Einstieg ist mysteriös und unheimlich. Das weitere Setting ist toll gewählt und uns Leser erwartet ein breites Spektrum an Charakteren. Ein Abenteuerausflug wird zum Gänsehautschocker. Atmosphärisch, unheimlich und spannend wird es bereits auf den ersten Seiten. Arno Strobel hat mich direkt in seinen Bann gezogen und dann, hörte die Leseprobe auf. Unfair. Ich möchte doch wissen, was hier gespielt wird, wie es weitergeht….

Die Gedanken in meinem Kopf rattern, die Rädchen drehen sich und verlangen nach weiterem Input. Muss ich jetzt wirklich noch bis September warten, um zu erfahren, wie es weitergeht? Wie soll ich denn jetzt schlafen, wenn sich meine Gedanken verselbständigen und nach dem WIE, WER, WESHALB und WARUM fragen! Ich möchte so gern weiterlesen.

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Rezension “Dunkelsommer” von Stina Jackson – Goldmann Verlag

  • Broschiert: 352 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (22. Juli 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • übersetzt von Kerstin Schöps
  • ISBN-10: 3442205786
  • ISBN-13: 978-3442205783
  • D: 15,00 Euro

Inhalt:

Ausgezeichnet als bester skandinavischer Spannungsroman

Drei Jahre ist es her, dass Lelles Tochter in einem abgelegenen Teil Nordschwedens spurlos verschwand. Seither fährt er jeden Sommer im düsteren Licht der Mitternachtssonne die Straße ab, an der Lina zuletzt gesehen wurde. Nacht für Nacht sucht er verzweifelt nach seiner Tochter, nach sich selbst und nach Erlösung. Dann kommt eines Tages die siebzehnjährige Meja in der Hoffnung auf einen Neuanfang in Norrland an. Doch als sich die Dunkelheit des aufkommenden Herbstes über das Land legt, verschwindet ein weiteres Mädchen. Und Lelles und Mejas Leben werden durch dramatische Ereignisse miteinander verbunden, die sie nie wieder loslassen werden.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Stina Jackson stammt aus Skellefteå in Nordschweden. Vor mehr als einem Jahrzehnt zog sie nach Denver, Colorado. Hier schrieb sie auch ihren Debütroman »Dunkelsommer», mit dem sie sich sofort als aufstrebender neuer Stern am Himmel der nordischen Spannung etablierte.

Quelle: Amazon

Rezension:

Eigentlich stehe ich skandinavischen Büchern allgemein ein wenig skeptisch gegenüber. Für mich ist es oft Glückssache, ob mir diese vom Stil und der Handlung her gefallen. Bei Stina Jacksons Debütroman hat mich mein erster Eindruck, den ich aufgrund des Klappentextes gewonnen hatte, nicht getrogen. Die Story klang so spannend, dass ich den Roman unbedingt lesen musste.

Der Autorin gelingt es, die Leser mit Kleinigkeiten so zu fesseln, dass sie bis zum Ende mitfiebern, hoffen und rätseln. Dabei bewegt sich Stina Jackson auf zwei Erzählsträngen, die sich erst nach und nach annähern. Es war spannend zu verfolgen, wie diese Stränge zusammengehören und sich weiterentwickeln.

Auf der einen Seite lernen wir Lelle Gustavsson kennen. Dass Verschwinden seiner Tochter hat ihn aus der Bahn geworfen und sein Familienleben zerstört. Die Suche nach Lina hat er auch nach drei Jahren nicht aufgegeben. Dieses Leben zwischen Selbstvorwürfen, Hoffnung, Suchen und dem nicht versiegenden Misstrauen der Bevölkerung ihm gegenüber (schließlich hat er Lina als letzter gesehen) zermürbt ihn kontinuierlich.

Auf der anderen Seite treffen wir auf Meja. Meja sehnt sich nach Geborgenheit, Anerkennung und Liebe. Weit über ihr Alter gereift, kümmert sie sich um ihre psychisch kranke und lebensuntüchtige Mutter. Dabei möchte sie doch eigentlich nichts mehr, als ein normales Teenagerleben bzw. noch einmal Kind sein.
Auch die neuen Lebensumstände in einem düsteren, schmutzigen Haus, bei einem dubiosen fremden Mann tragen nicht zu ihrem Wohlbefinden bei. Bis sie Carl-Johann kennen lernt…

Wunderbar gezeichnete Protagonisten in einer nur zu bildhaft beschriebenen Kulisse, machen dieses Romandebüt zu einem Erlebnis für Liebhaber von guten Spannungsromanen. Die Autorin schafft es, die beklemmende Atmosphäre, die Trauer und Hoffnung greifbar darzustellen. Trotz teilweise vorhersehbarer Ereignisse, blieb für mich die Spannung bis zum Schluss erhalten.

Stina Jackson ist definitiv eine Autorin, die man sich merken sollte.

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Rezension “Jagd auf die Bestie: Thriller (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller, Band 10)” von Chris Carter – Ullstein Taschenbuch

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 2. (26. Juli 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzer: Sybille Uplegger
  • ISBN-10: 3548291910
  • ISBN-13: 978-3548291918
  • D: 10,99 Euro

Inhalt:

Der grausamste Killer, den das FBI je gejagt hat.

Lebenslang in Sicherheitsverwahrung.
Doch er ist entkommen.
Sein Name: Lucien Folter.
Robert Hunter wird nicht ruhen, bis er ihn wieder gefasst hat.Robert Hunter weiß, wie Mörder denken. Der Profiler des LAPD jagt die grausamsten Killer. Der schlimmste von allen war Lucien Folter – hochintelligent und gewaltverliebt. Als Lucien aus der Sicherheitsverwahrung ausbricht, folgt Hunter seiner blutigen Spur. Und der Killer lockt den Widersacher mit einem perfiden Spiel in seine Nähe: Wer ist der Klügere? Wer wird gewinnen?

Der 10. Thriller mit Profiler Robert Hunter und seinem Partner Garcia. 

Quelle: Amazon

Der Autor:

Chris Carter, geboren 1965, studierte in Michigan forensische Psychologie und beriet viele Jahre die Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, dem Schauplatz seiner Thriller-Serie um Detective Robert Hunter.

Quelle: Amazon

Rezension:

Dieser Fall ist persönlich und geht Robert Hunter mächtig unter die Haut. Dieser Fall wühlt die Vergangenheit auf, ist Gegenwart und wird sich weit in die Zukunft von Hunter auswirken.

Er bringt ihn bis an seine Grenzen. Ist ihm kein privates Glück gegönnt?

“Jagd auf die Bestie” ist ein brutaler Thriller, böse, dunkel und strotzt vor psychologischen Winkelzügen. Chris Carter lässt uns tief in die Abgründe einer sadistischen Seele blicken. Ein klinisch hochkarätiger Verstand gepaart mit absoluter Gefühlskälte. Kalt, mit einer fast kindlichen Neugier, so habe ich Lucien empfunden.

Aber auch er hat empfindsame Stellen in sich. Es ist, als würden zwei Seelen in diesem Menschen leben. Er kann auf gewisse Art mitfühlend sein. Gleichzeitig ist der Drang zu morden so stark, dass er keine Rücksicht auf diejenigen nimmt, denen er zuvor mit einer Art Wärme begegnet ist. Lucien Folter kann alle Gefühle abstellen, bis er nur noch unbeteiligter Beobachter in seinem selbst inszenierten Spiel ist.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Chris Carter gibt uns noch einmal einen guten Einblick in das Leben von Robert Hunter. Ja, ich mag diesen Ermittler.

Seit mehreren Jahren lebe ich fast im Fangirlmodus, wenn es um Chris Carter geht. Ich liebe die Bücher und mag den Autor persönlichen sehr gern. Die Begegnungen mit ihm waren immer einmalig.
Dennoch erschreckt es mich immer aufs Neue, wie böse und kalt Menschen sein können. Wenn man weiß, dass die Fälle von Hunter und Garcia generell auch einen Hauch von Wirklichkeit mit sich bringen und der Autor das Wissen aus einem Fundus an Erfahrungen aus seiner früheren Tätigkeit in diese Thriller mit einbringt, ist der Gänsehautfaktor gleich um Vieles höher.

Der 10. Band der Hunter-und-Garcia-Thriller ist für mich um einiges intensiver, als die letzten beiden Bücher. Vielleicht auch aufgrund der persönlichen Note zwischen Robert Hunter und Lucien Folter. Es geht nicht um die Ermittlung des Täters, denn dieser ist ja von Beginn an bekannt. Es sind vielmehr die emotionalen und psychologischen Winkelzüge, die Chris Carter Fans einmal mehr begeistern werden.

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Rezension “Goldwäsche: Ein Will Trent und Jack Reacher Short Thriller” von Karin Slaughter und Lee Child – Harper Collins

  • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
  • Verlag: HarperCollins; Auflage: Auflage 2019 (9. Juli 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3959673744
  • ISBN-13: 978-3959673747
  • D: 5,00 Euro

Inhalt:

Die neue Kurzgeschichte von Karin Slaughter und Lee Child! 

Doppeltes Drama – doppelte Action. 

Will Trent ermittelt undercover auf Fort Knox, der Militärbasis der US-Army. Der Auftrag: einen Mord aufklären, der vor 22 Jahren passiert ist. Der Name des mutmaßlichen Mörders: Jack Reacher.
Jack Reacher verfolgt auf Fort Knox seine ganz eigene Mission. Er will einen gefährlichen Verbrecherring zu Fall bringen, der bis ins Herz des amerikanischen Golddepots vorgedrungen ist. Doch jetzt kommt ihm Will Trent in die Quere.
Wovon sie beide nichts ahnen: Sie sind Opfer einer gewaltigen Verschwörung, die sie nur mit vereinten Kräften zerschlagen können. Wenn es den beiden Einzelgängern gelingt, sich zu verbünden …

Inklusive einer Leseprobe zum Thriller »Die letzte Witwe«, dem 7. Band der erfolgreichen Georgia-Serie um Will Trent und Sarah Linton.

Quelle: Amazon

Die Autoren:

Karin Slaughter ist eine der populärsten und gefeiertsten Schriftstellerinnen weltweit. Ihre Bücher erscheinen in 120 Ländern und haben sich insgesamt über 35 Millionen Mal verkauft. Zu ihrem Gesamtwerk zählt die Georgia-Serie um die Ermittler Will Trent und Sara Linton, und die Psychothriller Pretty Girls sowie Die gute Tochter und Ein Teil von ihr, die bereits für Netflix und die große Leinwand verfilmt werden. Karin Slaughter stammt aus Georgia und lebt zurzeit in Atlanta. Slaughter setzt sich als Gründerin der Non-Profit-Organisation “Save the Libraries” für den Erhalt und die Förderung von Bibliotheken ein.

Lee Child wurde in den englischen Midlands geboren, studierte Jura und arbeitete dann zwanzig Jahre lang beim Fernsehen. 1995 kehrte er der TV-Welt und England den Rücken, zog in die USA und landete bereits mit seinem ersten Jack-Reacher-Thriller einen internationalen Bestseller. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Anthony Award, dem renommiertesten Preis für Spannungsliteratur.

Quelle: Amazon

Rezension:

Will Trent ist eine meiner liebsten Figuren aus den Thrillern von Karin Slaughter. Ich mag diesen Mann. Er ist kompliziert, taff, großherzig und manchmal genauso unsicher, wie ein kleiner Junge. Er hadert mit seinen Unzulänglichkeiten und ist so wenig perfekt, dass man ihn ins Herz schließen muss. Bei ihm fühlt man sich einfach gut aufgehoben und sicher.

Dagegen kannte ich Jack Reacher bisher noch nicht. Ihn würde ich als großen, furchteinflößenden Grizzly mit einem goldenen Herzen beschreiben.

Beide Männer haben sehr viel gemeinsam, ohne es zu ahnen. Der Fall, an dem Sie vorerst unabhängig voneinander arbeiten, ist brisant und spannend. Es geht um Machtverhältnisse, Verschwörungen und Korruption.

Das Autorenduo stellt die Frage in den Raum, wann unser Gewissen ein Schwerverbrechen als akzeptabel erachtet. Wir wissen in der Regel, was falsch oder richtig ist. Doch lässt sich eine Tat nicht in der für uns angemessenen Weise ahnden, suchen wir automatisch nach anderen Wegen. Will Trent steht vor diesem Gewissenskonflikt. Jack Reacher dagegen betrachtet das Leben pragmatischer.
Gegensätze prallen aufeinander und ergänzen sich doch perfekt.

Diese Kurzgeschichte ist ein guter Beginn, sich mit beiden Hauptfiguren bekannt zu machen, sollte man sie bisher noch nicht kennen. Anschließend ist der Leser so angefüttert, dass er auf jeden Fall zu einem Buch von Karin Slaughter oder Lee Child greifen wird.

Diese Ermittler sind Unikate, auf deren jeweilige weitere Fälle ich mich bereits freue.

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Rezension “Herzkur” von Julia Greve – Rowohlt Verlag

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 1. (26. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499291789
  • ISBN-13: 978-3499291784
  • D: 10,00 Euro

Inhalt:

Fünfzig Frauen, hundertzehn Kinder, zwei Väter. Drei Wochen auf engstem Raum. Eine Mutter-Kind-Kur mit massiven Nebenwirkungen. 

Verena kann es nicht fassen, als ihr Mann Rainer sich völlig überraschend eine «Auszeit» von Familie und Ehe nimmt. Plötzlich ist sie alleinerziehend und kreuzunglücklich – auch wenn sie ihre Töchter Ella und Annie heiß und innig liebt. Schnell ist sie mit den Kräften am Ende. Ihre Mutter hat die Lösung: Eine Mutter-Kind-Kur. Nur widerwillig geht Verena auf den Vorschlag ein und fährt mit einem Rucksack voller Vorurteile in eine Klinik auf Fehmarn. Schon bei der Anreise findet sie alle Erwartungen bestätigt: Unerträgliche Mütter und Kinder, soweit das Auge reicht. Doch es gibt Lichtblicke in dieser grauen Ostseewelt. Nicht zuletzt Jan, der mit seiner Tochter an ihrem Tisch sitzt …

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Julia Greve, Jahrgang 1975, lebt mit ihrer Familie (2 Kinder) in Bonn. Sie arbeitet mit ganzem Herzen bei einer kleinen NGO, die sich mit dem Thema nachhaltige Textilproduktion beschäftigt. „Herzkur” ist ihr erster Roman, in dem sie ihre eigenen Erfahrungen aus zwei Mutter-Kind-Kuren verarbeitet.

Quelle: Amazon

Rezension:

„Herzkur“ habe ich während meiner Mutter-Kind-Kur an der Ostseeküste gelesen.

Die Autorin hat es geschafft, alle Vorurteile und möglichen Personengruppen, auf die man bei einer solchen Gelegenheit unweigerlich trifft, passend in diesem Roman zu verarbeiten.

Gut, nicht jeder mit einer verkrachten Existenz fährt zur Kur und bringt einen Kurschatten mit nach Hause. Doch Denkweisen und so manch kleine Ereignisse hat sie perfekt getroffen.

Es sind die kleinen Geschichten, die wie aus dem Leben gegriffen scheinen, die hier bewegen. Kurzweilig und amüsant beobachten wir die Entwicklung der Protagonisten und stecken eigentlich direkt mittendrin.

„Herzkur“ ist ein leichter Roman und doch hat die Autorin ein großes Maß an Tiefgang einfließen lassen, so dass es nicht in die Kategorie: “Anspruchslose Herz-Schmerz-Geschichte” abdriftet.

Man kann dieses Buch regelrecht inhalieren und erwischt sich selbst dabei, wie man seine Vorurteile und manchen Gedankengang mit Verena teilt.

Julia Greve Zeigt uns, wie wertvoll es sein kann, dem ersten Eindruck keinen zu hohen Stellenwert beizumessen und sich die Mühe zu machen, hinter die Fassade zu blicken. Dort verbirgt sich erstaunliches. Herzenswärme, ehrliche Herzlichkeit, Zusammenhalt und Freundschaft begegnen uns. Liebe, die vorsichtig aufflackert, nicht kitschig, sondern sehr real dargestellt, mit aalen Problemen, Zweifeln und Hoffnungen, die damit einhergehen.

Dieses Buch rührt ans Herz und vermittelt innere Wärme. Wir können beim Lesen herzhaft lachen und vor Rührung Tränen vergießen. Es ist lebendig. Man fühlt sich selbst an den kalten Ostseestrand versetzt, genießt die Schönheit der Natur, die Ruhe. Es ist wie eine Kur, die man auf der heimischen Couch selbst genießt.

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Rezension “Black Forest High – Ghostseer” von Nina MacKay – ivi im Piper Verlag

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: ivi (1. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492705219
  • ISBN-13: 978-3492705219
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • D: 15,00 Euro

Inhalt:

Was, wenn die Auserwählte tot ist und du ihren Platz einnehmen musst?

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wo Geisterjäger, Exorzisten und Geistermedien zur Schule gehen? Auf die Black Forest High!

Seven hält den Rekord der am längsten außerhalb der Schule überlebenden Geistbegabten. Dadurch ist sie, seit sie zusammen mit ihrem Geisterfreund Remi die Schule betreten hat, bekannter als ein Geist mit zwei Köpfen. Was nicht nur bei den geheimnisvollen Zwillingen Parker und Crowe für Aufmerksamkeit sorgt. Und schnell bemerkt Seven, dass auf der Black Forest High so einiges nicht stimmt: Was steckt hinter der geheimen Arbeitsgruppe, von der niemand weiß, was sie tut oder wer ihr angehört? Weshalb halten es alle für normal, dass die Schule gutes Geld mit den Schülern verdient, die Geister austreiben und verschollene Testamente ausfindig machen? Warum verschwinden zahlreiche Schulabgänger spurlos? Und weshalb scheinen es sämtliche Poltergeister, die von Sevens toter Schwester flüstern, auf sie abgesehen zu haben? Seven macht sich auf die Suche nach Antworten – gemeinsam mit ihren neuen Freunden und dem ein oder anderen nervigen Toten, der einfach nicht akzeptieren will, dass seine Zeit abgelaufen ist.

Der Auftakt zur neuen Serie von Nina MacKay!

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Nina MacKay hegt eine ausgesprochene Abneigung gegen Biographien und konnte nur mit Gewalt zu folgenden Angaben gebracht werden: Kaffeejunkie MacKay arbeitet als Marketing Managerin im Südwesten Deutschlands, außerhalb ihrer Arbeitszeiten erträumt sie sich Geschichten und führt imaginäre Interviews mit ihren Protagonisten. Gerüchten zufolge hat sie früher als Model gearbeitet und Misswahlen auf der ganzen Welt gewonnen. Schreiben ist und war allerdings immer ihr größtes Hobby. Ein Hoch auf Pseudonyme, weswegen nichts von dieser Biographie bewiesen werden kann.

Quelle: Amazon

Rezension:

Sevens Leben ist nicht einfach, ihre Familiengeschichte traurig und verworren. Zu allem Überfluss kann sie auch noch Geister sehen. Eigentlich toll oder? Doch wenn das Leben selbst schon kompliziert genug ist, kann man auch gern auf die der Geister verzichten.

Bis auf den Schulgeist Remi, der ihr ein wahrer Freund ist, scheinen die Geister ihr nur Böses zu wollen. Allen voran, übt sie eine ungewöhnliche Anziehung auf Poltergeister aus.

Black Forest High ist ein Internat für geistbegabte Kinder. Aber auch hier herrschen Diktatur und Anarchie. Nicht alle sind gleichwertig, Machtstreben steht ganz oben auf der Liste vieler Schüler. Geister werden als minderwertig eingestuft und dienen lediglich als Boten oder Versuchskaninchen.

Seven macht aus ihrer besonderen Freundschaft zu Remi keinen Hehl und wird schon deshalb schief angeschaut. Doch auch ihre Familiengeschichte und dass sie sich so lange wehren konnte, auf das Internat zu wechseln, in der Welt der normalen Menschen ohne Geistbegabung zurecht zu kam, ohne verrückt zu werden, bringen ihr keine Sympathien. Skeptisch wird jeder ihrer Schritte beobachtet. Wie viel Macht steckt in dieser neuen Mitschülerin.

Doch auch Freundschaften lassen sich knüpfen, die für Seven noch einmal sehr wichtig werden. Die Rolle der Zwillinge Crowe und Parker bleibt bis zum Schluss undurchsichtig. Meine Sympathien liegen eindeutig bei Parker, doch Crowe übt eine nicht zu unterschätzende Anziehungskraft aus.

Als Seven in die geheimnisvolle Arbeitsgemeinschaft der Schule eingeladen wird, wird es gefährlich…

Magische Wesen, Geister, geheimnisvolle Vorgänge und eine sympathische Rebellin machen „Black Forest High“ zu einem ungewöhnlichen Abenteuer. Stellenweise hat es mich ein wenig an Harry Potter erinnert und aufmerksame Leser werden entsprechende Andeutungen auch aufspüren.

Es ist der immerwährende Kampf Gut gegen Böse mit dem die Autorin spielt. Ihren besonderen Humor transportiert sie über ihre Heldin Seven gekonnt nach außen.

Seltsame Vorkommnisse, merkwürdige Rituale, das Verschwinden von Schülern und Schulabgängern und immer wieder die Andeutung weiterer Geheimnisse, steigern die Spannung stetig. Gefühle bleiben auch nicht aus. Die Trauer um den Verlust ihrer Schwester, das Gefühlschaos gegenüber den Zwillingen oder auch Ihre Unsicherheit, der Wille irgendwo dazugehören zu wollen, bringen uns Lesern Seven unheimlich nah.

Die Mischung aus Thrillerelementen, Fantasy und Mystik ist Nina MacKay wunderbar gelungen und kurbelt das Kopfkino an.

Ein Trost für alle, die sich in „Black Forstest High“ genauso wohl gefühlt haben, wie ich. Eine Fortsetzung ist geplant. Ich möchte ja auch gern noch mehr über Remi erfahren.

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Bekanntgabe der Gewinner unserer Blogtour zu „Katergericht“ von Heike Wolpert

Hallo liebe Kater-Socke-Freunde,
hier ist die Bloggerkatze Pauli, die ganz traurig ist, weil die tolle Blogtour schon zu Ende ist. Am liebsten hätte ich jeden Tag einen so netten Kater zu Gast auf dem Blog.

Na ja, wenigstens habe es meine lieben Menschenfreunde mir überlassen, die Gewinner zu maunzen.

Leider können nicht alles gewinnen. Und dann finde ich es als Samtpfote auch immer voll schade, wenn ihr Menschen die Teilnahmebedingungen und Gewinnspielhinweise nicht richtig lest. Aber hier sind sie: unsere Gewinner!

Der Hauptpreis, das heißt einmal das signierte Buch „Katergericht“ und ein Vorgängerband nach Wahl, gewinnt: Barbara Schnubel!

Der 2. und 3. Preis, also einmal das signierte Buch „Katergericht“ gewinnen: Elke Schlechtiger und Gabriele Behrens.

Und dann habe ich zusammen mit Micky und Bienchen von Trixis Filzzwillingen noch unseren Sonderpreis ausgelost: Den Filzzwilling bekommt Sabine Kettschau UND dazu gibt es noch einen Socke-Krimi nach Wahl.

Die Gewinner melden sich bitte unter katergericht@gmx.de um alles weitere zu klären.

Alle anderen sind bitte nicht traurig. Es gibt ja immer mal was bei uns allen zu gewinnen.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Heike Wolpert und Trixi Geng dafür bedanken, dass sie die Preise zur Verfügung gestellt haben. Ihr seid super!

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Rezension “Oh, eine Pflanze” von Felix Bork – Eichborn Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1. Aufl. 2019 (28. Februar 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3847906585
  • ISBN-13: 978-3847906582
  • D: 30,00 Euro

Inhalt:

Keiner versteht es so gut wie Felix Bork, Schönes, Witziges und Albernes aufs Wunderbarste zusammenzubringen. Ob betörende Bilder einheimischer Pflanzen, todkomische Comic-Strips, die zeigen, warum sich Mistel eindeutig vom Wort Mist ableitet, oder die seltsamsten Kastanientiere: Nach Oh, ein Tier! legt Felix Bork ein neues Meisterwerk des Humors vor.

Eine Zierde für jedes Regal und jeden Tisch, ein Schatz für alle Freunde von Design und Illustration.

Quellle: Amazon

Der Autor:

Felix Bork ist fast dreißig Jahre alt. Er kommt aus Berlin, aber hat in Halle an der Saale bei ATAK studiert, lernte zeichnen und beobachtete viele Tiere. Das Ergebnis veröffentlicht er nun im Eichborn Verlag. Für das Werk erhielt er den GIEBICHENSTEIN DESIGNPREIS 2016.
© Jan Philip Welchering

Quelle: Amazon

Rezension:

Schon mit “Oh, ein Tier” hat mich Felix Bork begeistern können. Auch das neue Buch aus dem Eichborn Verlag ist wieder ein absoluter Hingucker.

Die Pflanzenwelt rings um uns herum ist so vielfältig, dass wir gar nicht alle heimischen Arten kennen können. Gerade im Sommer, wo alles grünt und blüht, bewegen wir uns mehr in der Natur. Da bleiben die Fragen der Kinder nicht aus, wie die Blume am Wegesrand heißt, warum an der Tanne die Zapfen wachsen, welches Kraut da aus dem Beet schießt und viele mehr. Mit diesem Buch von Felix Bork kann man da rasch gemeinsam einige Antworten herausfinden. Witzige Randbemerkungen lockern die Erläuterungen auf und erhöhen den Spaßfaktor. So lernen Kinder auf eine leichte Art, die Natur besser kennen. Auch Erwachsene werden erstaunliche Informationen darin finden. Vielleicht gebt Ihr dann ja in der nächsten geselligen Runde mit Eurem neu erworbenen Wissen an.

Gut, bei einigen Zeichnungen benötigte ich meine Fantasie, um in den Darstellungen die richtige Blume zu erkennen, aber Kinder erblicken die Welt sowieso ganz anders.

Felix Borks Ausführungen tragen die Charakteristika von Karikaturen. Dadurch erhöht sich der Merkeffekt und man baut sich automatisch eine Art Eselsbrücke auf. So wird Botanik verständlich und alle haben sehr viel Spaß beim Lesen und Anschauen der liebevollen, detaillierten und farbenprächtigen Zeichnungen.

Dieses Buch ist wieder ein wahres Kunstwerk, das viele Wahrheiten, aber auch eine gute Portion Augenzwinkern beinhaltet. Wir werden “Oh, eine Pflanze” auf jeden Fall öfter gemeinsam anschauen und lesen.

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Rezension “Nur im Dunkeln leuchten dir Sterne” von Felix Leibrock – Europa Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 232 Seiten
  • Verlag: Europa Verlag; Auflage: 1 (5. Juli 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958902820
  • ISBN-13: 978-3958902824
  • D: 16,00 Euro

Inhalt:

»Stalter, du bist raus.« Mit dieser WhatsApp-Nachricht beginnt für Stalter der unaufhaltsame Abstieg. Bis vor Kurzem war er noch der erfolgreiche Geschäftsmann mit Frau und Kindern und der Option auf ein schickes Haus in München-Solln. Jetzt ist die Ehe am Ende, seine Geschäftspartner haben ihn ausgebootet, die letzten Geldreserven sind aufgebraucht. Mit Hartz IV ist die Miete in München unbezahlbar, Stalter landet auf der Straße, wo ihn die harte Realität der Obdachlosigkeit mit voller Wucht trifft und er sich unter den Ausgestoßenen der Gesellschaft wiederfindet.

Beim “Sternenexpress”, einer mobilen Obdachlosenhilfe, trifft Stalter auf die Märchenerzähler Vasile, Samir und einige andere Obdachlose. In ihren stimmungsvollen Geschichten aus ihrer Heimat geht es um Trauer und Verlust, um Liebe und Hoffnung, um die Suche nach dem Glück. Sie berühren Stalter tief und eröffnen ihm einen neuen Blick auf sein altes, von der Jagd nach Geld und Erfolg getriebenes Leben. Er erkennt die heilende Kraft der Märchen, erkennt, wie viel Lebensweisheit in ihnen steckt. Er beginnt, sie aufzuschreiben und an Passanten zu verteilen. So wird Amelie, eine Mitarbeiterin beim “Sternenexpress”, auf ihn aufmerksam. Auch sie glaubt an den tiefen Sinn der Märchen und macht Stalter ein Geschäftsangebot – Stalters Chance, sich ein neues, erfülltes Leben aufzubauen. Die einfühlsame Entwicklungsgeschichte eines Mannes, der ganz tief fällt und sich wieder nach oben kämpft, verwoben mit alten Märchen aus verschiedenen Kulturkreisen.

Quelle: Amazon

Der Autor:

“Wir brauchen Orte, um unsere Emotionen auszuleben. Konzerte von Grönemeyer bis Grande, FCB und BVB, Flashmob und Sonnentanz, aber auch Bücher und Gottesdienste sind dazu prädestiniert.” Felix Leibrock holt die Lesenden bei ihren emotionalen Erfahrungen (Trauer, Glück, Enttäuschung, Erleichterung, Liebe, Scham, Dankbarkeit, Ärger usw.) ab und setzt das auch in seinen Veranstaltungen um. Er leitet das Evangelische Bildungswerk in München, ist Seelsorger bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei und spricht das Format “Nachgedacht” bei Antenne Bayern. Nach drei Krimis bei Droemer Knaur hat er mit “Nur im Dunkeln leuchten dir Sterne” ein Buch geschrieben, das von dem Verlust der inneren Mitte und Wegen aus persönlichen Krisen erzählt. Felix Leibrock lebt in München und Weimar. Mehr unter www.felixleibrock.de

Quelle: Amazon

Rezension:

Felix Leibrock ist in seiner Art des Schreibens unbeschreiblich vielseitig. Seine Romane und Krimis sind nicht einfach nur unterhaltsam. Die Vielschichtigkeit und der Facettenreichtum seiner Protagonisten eröffnet uns viele sehr unterschiedliche Welten. Der Autor besitzt die Gabe, den Menschen um sich herum wirklich zuzuhören und eine gute Beobachtungsgabe.

“Nur im Dunkeln leuchten dir Sterne” ist ein Buch, das seine Beobachtungen und Erlebnisse der letzen Jahre sowie eigene Erfahrungen in sich vereint. Sein Protagonist, Stalter, ist nicht sofort der sympathische Mensch von nebenan. Nein, Stalter ist dünkelhaft, egoistisch und strotzt nur so vor Selbstmitleid. Doch nach und nach lernen wir ihn besser kennen und seine Persönlichkeit wandelt sich.

Stalter befindet sich in einer Abwärtsspirale. Er erkennt die Realität genau, klammert sich an die Wertvorstellungen seines vergangenen Lebens und doch fehlt ihm der Elan, die Kraft, sich dem Abwärtssog zu entziehen. Förderlich ist auch nicht, dass seine Versuche, in ein normales Leben mit einem Dach über dem Kopf und einem richtigen Bett zurückzukehren, an der Moral seiner Mitbürger scheitern.

Habt Ihr euch eigentlich einmal gefragt, warum manche Menschen auf der Straße leben, betteln oder in Obdachlosenunterkünften nächtigen müssen?
Oder ist es eher so, dass wir diese Menschen von vornherein verurteilen, die gleichen Vorurteile hegen, wie unser Protagonist es in der Anfangszeit seiner Obdachlosigkeit tut?

Nicht immer sind es Faulheit, Dummheit und die eigene Schuld, dass sich jemand in Hoffnungslosigkeit verliert und/oder in das Abseits der Gesellschaft rutscht. Es gibt im Leben so viele Widrigkeiten, die auch den Bodenständigsten straucheln lassen und aus der Bahn werfen können. Manchmal sind es falsche Freunde oder Geschäftspartner, Naivität, falsches Vertrauen, Trennungen. Aber auch der Tod eines geliebten Familienmitgliedes, kann zu einer derartigen Situation führen.
Wie wichtig es ist, sich über die eigene Situation klar zu werden, eine hilfreiche Hand zu haben, die sich einem entgegenstreckt, erleben wir gemeinsam mit Stalter. Doch noch viel wichtiger ist es, den Mut zu haben, diese helfende Hand auch zu ergreifen, sich auf neue Wege einzulassen.

Stalter lernt, die Welt mit neuen Augen zu betrachten. Zuvor unwichtige Kleinigkeiten gewinnen an Bedeutung. Er, der immer nur das Streben nach höherem Wohlstand und Prestige kannte, erlangt auf der Straße viele neue Erkenntnisse. Seine Vorstellung von Glück und sein Lebensziel bekommen einen neuen Anstrich. Er lernt sich selbst neu kennen und die Definition von Glück bekommt für ihn einen völlig neuen Inhalt. Für mich wird aus ihm am Ende ein sehr viel besserer und sympathischerer Mann, als zu Beginn seiner Geschichte.

Im Buch basieren viele Erkenntnisse auf Märchen, die die Obdachlosen einander abends erzählen. Im Buch spielen sie eine zentrale Rolle. Mir hat besonders das Märchen von Gondrom gefallen. Nachlesen könnt Ihr es im Buch.

Märchen haben eine heilende Wirkung, können uns aber auch erstaunliche Weisheiten mit auf den Weg geben. Für Stalter sind sie bald der Dreh- und Angelpunkt. Sie bringen ihn dazu selbstlos zu handeln, ohne daraus Profit schlagen zu wollen. Jetzt, wo er ganz weit unten angelangt ist, selbst kaum etwas seinen Besitz nennen kann, möchte er anderen etwas abgeben und wenn es auch “nur” ein kurzer Moment des Glücks ist. Sein Handeln befreit ihn von einer großen Last und gibt ihm den lang vermissten Halt. Mit den Märchen leuchten ihm bald die Sterne einen Weg, für den er nur noch den Mut aufbringen muss, ihn auch zu betreten.

“Nur im Dunkeln leuchten Dir Sterne” steckt voller Liebe, Liebe zum Leben und zu den Menschen. Es erfüllt mit Hoffnung und ist wie ein Wegweiser auf der Straße zum Glück.

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Rezension “Der Eisblumengarten” von Guy Jones – FISCHER Sauerländer

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 2. (27. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3737356483
  • ISBN-13: 978-3737356480
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
  • D: 13,00 Euro

Inhalt:

Jess sehnt sich danach, wie alle anderen Kinder in die Schule zu gehen oder mit Freundinnen draußen in der Sonne zu spielen – aber Jess ist ein Mondscheinkind. Ihre Haut ist so lichtempfindlich, dass sie nur bei Dunkelheit oder in einem Schutzanzug ins Freie darf. Eines Nachts schleicht sie sich heimlich aus dem Haus und entdeckt einen zauberhaften Garten, der völlig aus Eis besteht. In ihm lebt sogar ein Junge aus Eis: Owen. Er und Jess werden Freunde. Bei einem von Jess’ nächtlichen Besuchen schenkt Owen ihr eine Muschel aus Eis – und Jess ist auf wundersame Weise plötzlich geheilt. Doch der Eisblumengarten beginnt zu schmelzen und auch Owen wird von Mal zu Mal weniger. Und irgendwann begreift Jess, dass sie ihren Freund nur retten kann, wenn sie das kostbare Geschenk zurückgibt …

Ein Roman über Freundschaft und die heilende Kraft der Phantasie, in der Traum und Wirklichkeit miteinander verschmelzen. »Der Eisblumengarten« ist eine zarte und berührende Lektüre und eine Hymne auf das Leben.

»Guy Jones erzählt eine bewegende, hinreißende Geschichte – manchmal lustig, manchmal traurig. Brillant und schön.« Barry Cunningham, Entdecker von Harry Potter und englischer Verleger von Cornelia Funke

Quelle: Amazon

Der Autor:

Guy Jones wurde in Botswana geboren, wuchs in Bedfordshire, England, auf und lebt heute mit seiner Frau und Stieftocher in St. Albans, England. Er verbrachte ein Jahrzehnt damit, fürs Theater zu schreiben, bevor er mit »Der Eisblumengarten« sein erstes Kinderbuch schrieb, das die englischen Leser sofort begeisterte.

Quelle: S. Fischer Verlage

Rezension:

Licht und warme Sonnenstrahlen auf der Haut lassen unsere Laune steigen, erhellen unser Gemüt. Doch was, wenn jeder Sonnenstrahl, der unsere Haut berührt, Schmerzen und Verbrennungen verursacht? Wenn man nur noch in Schutzkleidung wie ein Marsmännchen auf die Straße darf?

Der Alltag von Jess ist geprägt von Regeln und Verboten. Tagsüber muss sie bei allem, was sie tut, vorsichtig sein. Das Öffnen einer Tür oder auch nur ein winziger Blick aus dem offenen Fenster können verheerende Folgen haben. Für Jess ist die Nacht ihre beste Freundin. Zu dieser Tageszeit kann sie sich frei bewegen, denn Jess ist ein sogenanntes Mondscheinkind.

Gleichaltrige meiden Sie, finden sie komisch. Oft fühlt sich Jess einsam und möchte doch einfach nur ein ganz normales Leben leben. Sie verkriecht sie sich vor der Welt, flüchtet in ihre Fantasie und Traumwelten. Ihre Gedanken und Gefühle verarbeitet sie, indem sie Märchen schreibt.

Eines Tages entdeckt Jess einen verwunschenen Garten und findet sogar einen Freund. Owen und Jess verbindet bald ein enges Band, doch ihre Freundschaft hat einen ganz eigenen Preis. Eines Tages beginnt die Eiswelt zu schmelzen und Jess muss eine Entscheidung treffen.

Quelle: Pixabay

Nahtlos fließen hier Realität und Fantasie ineinander. Nicht immer ist dem Leser klar, ob das Mädchen diese Abenteuer wirklich erlebt oder sie nur ihrer Fantasie entsprungen sind. Doch genau das macht den Reiz dieser Geschichte aus. Der Rahmen ist vorgegeben, aber an den Ränder fließend, so dass wir unsere eigenen Gedanken hineinschweifen lassen können.

Jess darf für kurze Zeit in ein unbeschwertes Leben eintauchen, ohne Rücksicht auf ihre schwere Krankheit nehmen zu müssen. Doch die Welt außerhalb ihres „Gefängnisses“, wie sie ihr Leben oft empfindet, ist nicht nur rosarot. Jess lernt, dass es auch für Kinder, die nicht krank sind, schwierig sein kann, den richtigen Weg im Leben zu finden. Gefahren lauern überall. Aber überall gibt es auch wundervolle Seiten, man muss sie nur entdecken. Manchmal liegt der Weg zum Glück direkt vor uns.

Parallel zu Owen trifft Jess auf Davy. Davy liegt im Koma und die Hoffnung auf eine Heilung schwindet täglich. Dieser fremde Junge berührt Jess und so beginnt sie, ihm ihre Märchen vorzulesen. Wir wissen um die Macht von Märchen, aber können Märchen wirklich heilen?

Auf eine sehr empathische, gefühlvolle Art bringt Guy Jones uns die Krankheit von Jess näher. Der Autor zeigt uns auf eine kindgerechte Art, wie wertvoll und selbstlos Freundschaft  ist.

„Der Eisblumengarten“ ist ein Roman für Kinder – voller Überraschungen, mit viel Fantasie und Gefühl. Wir erleben, wie viel Kraft in uns steckt. Zauberhaft und sanft, ist dies eine wundervolle Geschichte für die ganze Familie.

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