Rezension “Blackwood: Briefe an mich” von Brita Sabbag – Fischer FJB

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 2 (27. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3841440134
  • ISBN-13: 978-3841440136
  • D: 18,99 Euro

Inhalt:

Stell dir vor, du bekommst einen Brief von deinem zukünftigen Ich. Würdest du ihn lesen?

Für Gesine ist das keine Frage. Natürlich würde sie. Denn nach dem Tod ihrer Mutter muss sie alleine zu einer Verwandten nach Irland ziehen. In dem kleinen, verschlafenen Dörfchen Blackwood hat sie niemanden, mit dem sie so richtig über ihren Kummer sprechen kann. Auch nicht über Arian Mary, den unverschämt gutaussehenden Sohn der örtlichen Butterdynastie. Noch dazu machen sie die Dorfbewohner mit Geschichten über allerlei übernatürliches Zeug verrückt. Alles Quatsch, denkt sich Gesine. Bis sie in einem geheimnisvollen alten Schreibtisch einen Brief von ihrem zukünftigen Ich findet, der ihre Welt ganz schön durcheinanderbringt…

Romantisch, spannend und humorvoll – der große All-Age-Roman von Bestsellerautorin Britta Sabbag

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Britta Sabbag, geboren in Osnabrück, studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Universität Bonn. Seit 2012 arbeitet sie als freiberufliche Autorin für Romane und Kinderbücher. Aus ihrer Feder stammen u.a. Bestseller wie “Pinguinwetter”, “Die kleine Hummel Bommel”-Reihe und der neue All Age Titel “Blackwood – Briefe an mich”.
Sie lebt mit ihrer kleinen Familie in einem Landhaus in der Nähe von Bonn.

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Rezension:

Mit „Blackwood: Briefe an mich“ hat mich Britta Sabbag nach Irland reisen lassen. Ich habe die salzige Meeresbrise auf meinem Gesicht gespürt, die urige Landschaft vor Augen gehabt und den Geheimnissen dieses Landes nachgehangen.

„Blackwood“ ist ein All Age Roman, der viele begeistern wird. Kurios finde ich, dass gerade die Passagen, die klingen, als wären sie rein der Fantasie der Autorin entsprungen, auf wahren Begebenheiten beruhen. Dies hat sie uns bei einem lustigen und informativen Treffen auf der Buchmesse in Leipzig verraten.

Das Cover ist ein Hingucker, aber auch das Innere ist liebevoll detailliert gestaltet.

Wie wäre es, einen Brief aus der Zukunft zu erhalten? Möchte ich wissen wollen, was mich in späteren Jahren erwartet? Ja, ich würde diesen Brief lesen. Einerseits neugierig auf meine Entwicklung und mein Schicksal, andererseits mit einem flauen Gefühl in der Magengegend. Was könnte ein solcher Brief bewirken?

Für Gesine bedeutet der Umzug nach Blackwood den Eintritt in eine komplett andere Welt. So tauscht das Großstadtmädchen Wien gegen das kleine Örtchen Blackwood im Hinterland von Irland. Hier glauben die Bewohner noch an Feen und Kobolde. Gesine ist mit den Gepflogenheiten nicht vertraut und da bleibt das ein oder andere Fettnäpfchen nicht aus, in das sie mit Anlauf hineinspringt. Doch all das ist nichts gegen die Einsamkeit. Ihre Tante Wanda hat sie gerade erst kennengelernt. Beide kommen sich nur langsam näher. Der Verlust ihrer Mom ist noch zu frisch, um nicht jeden Tag einen tiefen Schmerz zu erzeugen. Auch ist es nicht leicht, in einem so kleinen Ort wie Blackwood neue Freunde zu finden.

Ge erlebt ein auf und ab der Gefühle und dann ist da auch noch Arian. Ihr Herz schlägt Purzelbäume. Doch so nah ihr Arian ist, so fern ist er auch. Überall finden sich Geheimnisse.

Genau in diesem Moment entdeckt Ge den Zauber ihres alten Sekretärs. Sie erhält Briefe aus der Zukunft, von ihrem älteren Ich. Diese Briefe sind sehr einfühlsam und wichtig, aber mehr möchte ich gar nicht verraten.

“Blackwood: Briefe an mich” ist ein Buch voller Magie, warmherzig, geheimnisvoll und humorvoll. Es lässt uns Leser in die besondere Atmosphäre Irlands abtauchen und auf eine besondere Art über das Leben nachdenken.

Am Ende des Buches ist man fast geneigt, einen Brief an sein jüngeres Ich zu schreiben. Versucht das einfach mal, es ist gar nicht so leicht.

Danke für ein tolles Meet & Greet.
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Rezension: “Einer wird sterben” von Wiebke Lorenz – Fischer Scherz

  • Broschiert: 352 Seiten
  • Verlag: FISCHER Scherz; Auflage: 2 (27. Februar 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3651025411
  • ISBN-13: 978-3651025417
  • D: 14,99 Euro

Inhalt:

Sie ist allein im Haus. Allein mit ihrer Angst.
Sie kann mit niemandem sprechen. Nicht einmal mit ihrem Mann.
Was wissen die Leute im Auto?
Und vor allem, was werden sie tun?

Eines Morgens steht es plötzlich da. Das schwarze Auto. Mitten in der ruhigen Blumenstraße in einem gehobenen Wohnviertel. Darin ein Mann und eine Frau, die reglos dasitzen.
Stundenlang, tagelang. 

Nach und nach macht diese stumme Provokation die Anwohner nervös. Allen voran Stella Johannsen, die sich immer und immer wieder die eine Frage stellt: Was wissen sie? Über die schreckliche Nacht vor sechs Jahren, als Stella und ihr Mann Paul einen schweren Unfall hatten. Einen Unfall, bei dem ein Mensch starb. 

Sind sie deswegen hier? Was werden sie tun? Und wie viel Zeit bleibt Stella noch?

»Ich habe mich völlig in dieser Geschichte verloren und wusste irgendwann nicht mehr, wo oben und unten ist. Wahnsinnig spannend. Unbedingt lesen!« Melanie Raabe

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Die Autorin:

Wiebke Lorenz, geboren und aufgewachsen in Düsseldorf, studierte in Trier Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft und lebt heute in Hamburg. Ihre Psychothriller „Allerliebste Schwester“, „Alles muss versteckt sein“ und „Bald ruhest du auch“ sind bei Kritik und Publikum höchst erfolgreich. Gemeinsam mit ihrer Schwester Frauke Scheunemann schreibt sie unter dem Pseudonym Anne Hertz Bestseller mit Millionenauflage, darüber hinaus veröffentlicht sie unter den Pseudonymen Jana Sonntag, Lena Gold und Charlotte Lucas. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin arbeitet sie als Journalistin und Drehbuchautorin.

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Rezension:

Wir bewegen uns als Leser vorrangig in dem kleinen Umfeld von Stellas Zuhause bzw. im Viertel der Blumenstraße. Stella ist viel allein und um sie herum geschehen auf einmal unerklärliche Dinge. Alles deutet auf ein böses Psychospiel hin. Nur wer hat es auf Stella abgesehen?

Über die Handlung hinweg erleben wir die Ereignisse aus Stellas Sicht. Wir sind mitten in ihren Gedanken, spüren regelrecht ihre Ängste. Ihr Mann Paul tritt eigentlich nur als Telefonstimme und durch ihre Erinnerungen in Erscheinung. Seine Person wird von Mal zu Mal undurchsichtiger. Schon bald wird klar, die beiden verbindet ein Geheimnis. Die Situation spitzt sich immer mehr zu.

Das Pardon zu der oben geschilderten Situation bildet der als Nebenstrang in die Geschichte einfließende Nachbarschaftszwist.

Eingefleischte Thrillerleser werden diesen Part etwas ermüdend empfinden, da hier Etappenweise fast nichts geschieht, was wirklich mit der Situation zu tun hat. Würde ich einen Film drehen wollen, kämen mir diese Längen allerdings als Untermalung ganz recht.

Wiebke Lorenz hat diesen Thriller sehr einfach, allerdings raffiniert aufgestellt.
Durch die einseitige, recht subjektive Betrachtungsweise bleiben die gewonnenen Eindrücke bruchstückhaft. Nur nach und nach lässt sich ein komplettes Bild entwerfen.

Voller überraschender Wendungen und mit einem gut konstruierten Aufbau, hat sie mich bis zum Schluss gefesselt. Viele kleine, präzise gesetzte Cliffhanger halten den Spannungsbogen aufrecht. Auch wenn das Ende ein wenig konstruiert wirkt, konnte sie mich selbst noch auf der letzten Seite überraschen.

„Einer wird sterben“ ist ein spannender Psychothriller mit einem völlig anderen Abschluss, als ich erwartet hätte.

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Rezension “Lena – Aus dem Leben mit unserem ganz speziellen Lottogewinn: Wenn ein einziges Chromosom aus der Reihe tanzt” von Oliver Hülsken

  • Taschenbuch: 438 Seiten
  • Verlag: Independently published (8. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3948263000
  • ISBN-13: 978-3948263003
  • D: 17,99 Euro

Inhalt:

Schon früh hatten Lenas Eltern die Vorahnung, dass die Entwicklung ihrer Tochter nicht normal verläuft. Bereits kurze Zeit später änderte sich von jetzt auf gleich alles und stellte ihr Leben auf den Kopf. 
Zur Diagnostik fuhren sie mit einem gesunden, lediglich entwicklungsverzögerten Kind, nach Hause kamen sie mit der niederschmetternden Gewissheit, dass ihre Tochter eine schwere geistige Behinderung hat und für immer auf sie angewiesen sein wird. Die Frage nach dem „Warum“ konnte ihnen jedoch niemand beantworten. 
2017 begann Lenas Vater, ein virtuelles Tagebuch über das Leben von Lena und ihrer Familie zu führen. Einfühlsam, gefühlvoll und voller Liebe schreibt er über das Leben mit seiner Tochter. Meist humorvoll, manchmal wütend oder tieftraurig, immer aber schonungslos ehrlich schildert er die Höhen und Tiefen des Lebens mit Lena. 
Er nimmt uns mit auf eine Reise durch seine alltäglichen Gedanken und in eine andere, aber nicht weniger schöne Welt. 
Schlussendlich führte das Tagebuch auch zur Antwort auf die Frage nach dem „Warum“. Das Ende einer zwölfjährigen Suche. 
Die Antwort: „SYNGAP1“ 

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Rezension:

Oliver Hülsken ist ein normaler Familienvater. Mit seiner Frau und den drei Kindern erlebt er täglich das normale Chaos einer fünfköpfigen Familie. Fast, denn Lena wurde mit SYNGAP1 geboren, einem noch relativ neu entdeckten und wenig erforschten Gendefekt.

Seit Herbst 2017 betreibt Oliver Hülsken einen Blog auf Facebook, dem ich schon eine ganze Weile folge. Hier lässt er uns an den Höhen und Tiefen seines Lebens teilhaben.
Nach einer langen Suche, vielen Krankenhausaufenthalten und einem steinigen Weg, konnte endlich eine Ursache dafür gefunden werden, warum Lena ein besonderes Kind ist.

Mit viel Humor bzw. einer gehörigen Portion Galgenhumor schafft es Oliver Hülsken, auch den extremsten Situationen noch etwas Gutes abzugewinnen. Nun wurde aus diesen Beiträgen ein sensibles Buch. Ein Buch voller Wärme und Liebe und der Hoffnung, dass die Forschung es irgendwann schafft, diesem Gendefekt etwas entgegenzusetzen, das die Auswirkungen abmildert.

Manche Texte triefen vor Ironie, in denen immer ein wenig Wahrheit steckt. Er spart nicht mit Kritik, gegenüber Behörden, Mitmenschen, aber auch sich selbst. Andererseits bringt er Lob und Dankbarkeit dort an, wo dies auch einmal gesagt werden sollte.

Wir erleben mit ihm wundervolle Begebenheiten, erhaschen einen sensiblen Blick auf die Welt. Wir können mit Lena lachen und weinen, erleben ihre Wut und ihre überschäumende Freude.

Zwischen den Zeilen können aufmerksame Leser aber auch die Traurigkeit von Oliver Hülsken spüren. Die Kraftlosigkeit, die sich an vielen Tagen einschleicht und auch die Angst vor einer Zukunft. Denn eine Frage stellen sich Eltern immer. Was wird aus meinem Kind, wenn ich nicht mehr da bin? Bei Lena wird dies irgendwann zu einer existentiellen Frage. Doch sie hat eine starke, liebevolle Familie an ihrer Seite.

Da ist auch manches Mal die Bitterkeit gegenüber der Laune des Schicksals. Doch ein Leben ohne Lena ist für Oliver Hülsken und seine Familie nicht denkbar.

Dieses Buch wühlt auf und berührt tief. Ich kann es Euch nur ans Herz legen.

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Rezension “Ich weiss, wo sie ist” von S. B. Caves – Harper Collins

Broschiert: 304 Seiten
Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (3. Dezember 2018)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Anne Tente
ISBN-10: 3959672349
ISBN-13: 978-3959672344
Originaltitel: I Know Where She Is
D: 14,99 Euro


Inhalt:

Zehn Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter Autumn bekommt Francine einen Zettel durch den Briefschlitz geschoben, auf dem steht: Ich weiß, wo sie ist.
Am nächsten Tag steht ein junges Mädchen vor ihr und behauptet, den Brief geschrieben zu haben. Francine hält es für einen grausamen Scherz. Doch das Mädchen weiß erschreckend viel über ihre Tochter. Ist Autumn noch am Leben? Kann sie sie finden? Oder ist es bereits zu spät?

»Dieses explosive Debüt packt den Leser von der ersten Seite an und lässt ihn nicht mehr los. Düster, erschreckend und wahnsinnig spannend.«
The Sun

Quelle: Amazon


Der Autor:

S. B. Caves wurde in London geboren und ist dort aufgewachsen. Er liebt Horrorfilme, Thriller aus Korea und Japan und True-Crime-Dokumentationen. »Ich weiß, wo sie ist« ist sein Debüt.

Quelle: Amazon


Rezension:

Francines Leben gleicht einem Scherbenhaufen. Aber sie hat seit 10 Jahren nie die Hoffnung aufgegeben, ihre verschwundene Tochter eines Tages wiederzufinden.

Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn ein Kind verschwindet und nicht gefunden wird, es für viele Elternteile keinen wirklichen Abschluss geben kann. Ihre Flucht in den Alkohol war für mich auch nachvollziehbar. Das ihr Exmann sich ein neues Leben aufgebaut hat, ist aus seiner Sicht heraus verständlich. Er wirkt zwar auf den ersten Blick recht unsympathisch, doch jeder Mensch geht mit Verlusten anders um. So hat die Autorin eine Grundsituation entworfen, die für mich erschreckend realistisch wirkte.

Mit der Nachricht „Ich weiß, wo sie ist“, beginnt für Francine erneut eine düstere und spannende Suche nach Antworten. Dabei wirkt Lena nicht unbedingt vertrauenerweckend. Was weiß sie und erzählt sie auch die Wahrheit?

Eine Mutter würde wahrscheinlich alles tun, um ihr Kind zu finden und jedem noch so fadenscheinigen Hinweis folgen. Francine reagiert nicht immer logisch oder nachvollziehbar. Doch können wir aus unserer Perspektive nicht einschätzen, was zehn Jahre der Suche, voller Schuldgefühle, Hoffnung und Trauer bei ihr angerichtet haben. Je näher sie allerdings ihrem Ziel kommt, umso gefestigter wirkt sie.

Wir erleben bis zum Schluss Nervenkitzel pur und die geschilderten Grausamkeiten scheinen so überaus real. Letzteres hinterließ schon einen merkwürdigen Beigeschmack.

Die Erzählweise von  S. B. Caves bleibt allerdings recht kühl und distanziert. Dem nüchternen Schreibstil geschuldet, wirkt die ganze Situation irgendwie noch grausamer und düster. Es ist gar nicht mal das was der Autor schreibt, sondern die darin verpackten und auf den Leser projizierten Emotionen und Bilder, die diesen Thriller ausmachen.

Der Plot ist gut aufgebaut und fesselnd umgesetzt. Das Ende lies mich allerdings ein wenig unbefriedigt zurück. Nach einem grandiosen Showdown blieb einfach zu viel ungesagt und ungeklärt.

Dennoch war „Ich weiß wo sie ist“ ein mitreißender Thriller, der stellenweise ziemlich an die Nieren geht und Gänsehaut mit sich bringt. Ein gelungenes Thriller-Debüt.

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Rezension “Schneezauber – Blind Date zum Verlieben” von Hannah Siebern – Independently published

Taschenbuch: 236 Seiten
Verlag: Independently published (20. November 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1731581610
ISBN-13: 978-1731581617
D: 9,98 Euro

 

Inhalt:

Für Mailin zählt im Leben vor allem eins: Das Aussehen. Bisher hat noch kein Mann ihren Ansprüchen genügt, dabei gäbe es durchaus jemanden, der sie interessieren würde. Brandon Black. Seine Stimme und sein Charme haben sie übers Telefon verzaubert, obwohl sie ihn noch nie gesehen hat. Doch warum fragt er sie nicht nach einem Date? Was hat er zu verstecken? Als Mailin endlich hinter den Grund für Brandons Zurückhaltung kommt, wird ihr Leben ganz schön durcheinander gewirbelt. Weihnachten steht vor der Tür und Mailin muss eine wichtige Lektion lernen: Und zwar wie man es schafft, mit dem Herzen zu sehen …

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Die Autorin:

Hannah Siebern ist 1986 geboren und hat die meiste Zeit ihres Lebens im schönen Münsterland verbracht. Ihr erstes Buch schrieb sie im Alter von 12. Zugegeben. Das Buch war bloß 60 Seiten lang und wurde nur von ihren Freundinnen gelesen, aber früh übt sich. Eigentlich wusste sie damals schon, dass sie gerne Autorin werden wollte, aber das erschien ihrem Umfeld ungefähr so abwegig, als hätte sie vorgeschlagen Popstar oder Schauspielerin zu werden. Also studierte sie erst einmal Pädagogik.

Ihr erstes richtiges Buch schrieb sie dann während des Studiums im Alter von 23. Veröffentlicht wurde es aber erst 2011. Inzwischen sind noch viele weitere dazu gekommen. Liebe, Fantasy, Erotik … Hannah schreibt, wonach immer ihr gerade ist. Denn sie ist der Meinung, dass das Schreiben in erster Linie Spaß machen sollte, auch wenn sie inzwischen davon lebt. Denn wenn man nicht mit dem Herzen dabei ist, spüren die Leser das sofort.
“Die Menschen mitzunehmen in die Welten, die sonst nur in meinem Kopf existieren und ihnen Dinge zu zeigen, die nur in meiner Fantasie möglich sind. Das ist für mich die wahre Erfüllung meines Traumes Autorin zu sein.”

Quelle: Amazon

Rezension:

Nach dem ersten Schneezauber-Buch rund um Mr. Frost, war es ein Muss, auch dieses Buch von Hannah Siebern zu lesen. Eigentlich ist es ja eine Weihnachtsgeschichte, doch Wunder sollten wir das ganze Jahr erleben dürfen.

Mailin muss lernen, auf was es im Leben wirklich ankommt und das Äußerlichkeiten oder Handicaps in der Liebe oder in einer Partnerschaft, eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Auf amüsante, aber auch nachdenklich stimmende Art, zwingt die Autorin ihre Protagonistin das Augenmerk auf die inneren Werte der Menschen zu richten. Hier beweist Hannah Siebern viel Fantasie. Es gibt da schon ein paar urkomische Situationen, in die Mailin hinein stolpert.

Übrigens hat mich das Dunkeldinner sehr fasziniert. Eigentlich müsste man dies auch einmal ausprobieren.

Mailin lernt in dieser Zeit viel über sich selbst. Die Situationen in die sie dabei gerät sprühen vor Witz. Mit Brandon wurde ihr ein starker, zuverlässiger und sympathischer Charakter an die Seite gestellt. Denn wie zuvor Mr. Frost in „Schneezauber – Küss den Schneemann“, weckte Mailin in ihrer Oberflächlichkeit nicht sofort Sympathien in mir. Doch mit der Zeit lernt man sie zu verstehen und muss sie am Schluss einfach gern haben.

Zauber und Magie liegen in der Luft und die Geschichte bringt Wärme ins Herz.

“Schneezauber – Blind Date zum Verlieben”  ist eine wundervolle Liebesgeschichte, die auch ein wenig zum Nachdenken anregt.

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Rezension “Ich küss dich tot: (K)ein Familien-Roman” von Ellen Berg – Aufbau Verlag

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 3. (9. November 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746634385
ISBN-13: 978-3746634388
D: 10,99 Euro

Inhalt:

Endlich wird gemordet!

Hotelmanagerin Annabelle hat gerade einen Superjob in Singapur ergattert, als sie das Alpenhotel ihrer Eltern retten soll. Fest entschlossen, den maroden Familienbetrieb zu verkaufen, reist sie in die verschneite Heimat – und findet eine Leiche im Straßengraben. Ist es einer der Investoren, die das verträumte Bergdorf touristisch aufmöbeln wollen? Welche Rolle spielt Andi, der charmante Sohn der Nachbarn, mit denen ihre Eltern eine alte Fehde verbindet? Als eine weitere Leiche auftaucht, beginnt für Annabelle ein Wettlauf um Liebe und familiäres Glück.

Ein mörderisch komischer Roman über die Tücken des Familienlebens und die wahre Liebe am falschen Ort.

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Die Autorin:

Ellen Berg, geboren 1969, studierte Germanistik und arbeitete als Reiseleiterin und in der Gastronomie. Heute schreibt und lebt sie mit ihrer Tochter auf einem kleinen Bauernhof im Allgäu.

Ihre Romane „Du mich auch. (K)ein Rache Roman“, „Das bisschen Kuchen. (K)ein Diät-Roman“, „Den lass ich gleich an. (K)ein Single-Roman“, „Ich koch dich tot. (K)ein Liebes-Roman“, „Gib’s mir, Schatz! (K)ein Fessel-Roman“, „Zur Hölle mit Seniorentellern! (K)ein Rentner-Roman“, „Ich will es doch auch! (K)ein Beziehungs-Roman“, „Alles Tofu, oder was? (K)ein Koch-Roman“ und „Blonder wird’s nicht (K)ein Friseur-Roman“ liegen im Aufbau Taschenbuch vor und sind große Erfolge.

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Rezension:

Entweder man mag sie oder man mag sie nicht.

In diesem Sinn muss man sich an das Lesen der Bücher von Ellen Berg heranwagen.

Wer sich ein Buch von Ellen Berg zulegt, sollte im Vorfeld wissen, worauf er sich einlässt. Mir hat es Spaß gemacht, das Gelesene einmal nicht ganz so ernst zu nehmen.

Ich mochte den Humor zwischen den Zeilen und auch die aberwitzigen Kapriolen der Protagonisten. Die Autorin schafft es, neben grotesk wirkenden Szenen wundervolle Landschaftsbeschreibungen einfließen zu lassen. Diese Geschichte ist gespickt mit einer großen Menge an Gegensätzlichkeit, die für abwechslungsreiche Unterhaltung sorgen.

Wenn vielleicht auch nicht alle Bezeichnungen in der verwendeten Mundart korrekt scheinen, sollte diese Tatsache das Lesevergnügen nicht schmälern. Das Buch ist eine Mischung aus Familienroman, Satire, Krimi und einem romantischen Flair. Dennoch bedient es irgendwie keines dieser Genres wirklich.

Die Bestrafung des Täters entbehrt zwar jedes Gerechtigkeitssinns, doch darauf kommt es bei dieser Geschichte am Ende gar nicht an. Sie soll unterhalten und Spaß bereiten.
Die überspitzten Darstellungen und ihr Sinn für Situationskomik werden Ellen Berg Fans aufs Neue begeistern. Auch wenn es bessere Bücher der Autorin gibt, sorgt Ellen Berg  mit „Ich küss dich tot“ erneut für gute Unterhaltung.

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Rezension “Der Buchhalter von Auschwitz” von Reiner Engelmann – cbj Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: cbj; Auflage: Originalausgabe (26. März 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570165183
  • ISBN-13: 978-3570165188
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
  • D: 16,00 Euro

Inhalt:

»Auschwitz war ein Ort, an dem ich nicht hätte mitmachen dürfen«, so die späte Erkenntnis des Oskar Gröning.

Oskar Gröning ist 21 Jahre alt, als er als überzeugter SS-Mann nach Auschwitz abkommandiert wird. Seine Aufgabe besteht darin, die Wertsachen der Häftlinge zu verwalten. Obwohl Gröning von der Ermordung der Menschen weiß, rechtfertigt er seine Arbeit damit, dass er nicht unmittelbar an den Tötungen beteiligt ist. In einem der letzten großen Auschwitz-Prozesse wurde Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord an 300.000 Juden verurteilt. Reiner Engelmann hat seine Lebensstationen anhand von Interviews und Gerichtsprotokollen aufgeschrieben – ein wichtiger Beitrag über eine verführte Jugend, versäumte Gewissensentscheidungen und ein Leben mit Schuld.

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Der Autor:

Reiner Engelmann wurde 1952 in Völkenroth geboren. Nach dem Studium der Sozialpädagogik war er im Schuldienst tätig, wo er sich besonders in den Bereichen der Leseförderung, der Gewaltprävention und der Kinder- und Menschenrechtsbildung starkmachte. Für Schulklassen und Erwachsene organisiert Reiner Engelmann regelmäßig Studienfahrten nach Auschwitz. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Anthologien und Bücher zu gesellschaftlichen Brennpunktthemen.

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Rezension:

Wer sind die schlechteren Menschen? Diejenigen, die Grausamkeiten begehen oder diejenigen, die tatenlos zusehen und anschließend versuchen, ihre Hände in Unschuld zu waschen?

Oskar Gröning, hat in den Konzentrationslagern keinem Menschen direkt etwas angetan, er hatte ja „nur“ mit deren Wertsachen zu tun. Dennoch stand er daneben, als Kinder Frauen, Männer jeden Alters gefoltert und brutal ermordet wurden. Er hatte das Elend der Häftlinge jeden Tag vor Augen und sah dennoch darüber hinweg. Welcher Mensch kann sich über die Art und Weise der Ermordung eines Kindes aufregen, dass es geschehen ist, aber als selbstverständlich hinnehmen?

Die Grausamkeiten während des Zweiten Weltkrieges gegenüber Juden, anderen Bevölkerungsgruppen und Gegnern des Regiments sind bekannt. Ich habe auch schon sehr viel über diese Zeit und verschiedene Schicksale gelesen. Die Bücher von Reiner Engelmann berühren mich immer tief. Sie sind in einer für junge Heranwachsende gut verständlichen und dennoch überaus eindringlichen Sprache geschrieben.

In seinem Buch „Der Buchhalter von Auschwitz – Die Schuld des Oskar Gröning“ wertet er nicht, verdammt nicht, aber er gibt das Wesen dieses Mannes sehr deutlich wieder. Gröning war ein Mitläufer, wie so viele damals. Die Gedankengänge von ihm, auch viele Jahre später, als er sich zumindest der Öffentlichkeit stellt und die Existenz der Vernichtungslager nicht leugnet, sind für mich unvorstellbar. Ist es Selbstschutz, Ignoranz oder wirklich eine nicht nachzuvollziehende Dunkelheit in der Seele, die ihn zu dieser Sichtweise bringt. Ist es wirklich nur das anerzogene Denken in der Jugend oder auch eine Art Phlegmatismus, Behäbigkeit, Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben anderer, die sein Handeln bestimmte?

Oskar Gröning wollte an seinem Lebensabend eine Art Absolution erhalten, Vergebung für seine Taten und Verständnis für sein Handeln. So ein bisschen Gewissen scheint ja doch noch in ihm geschlummert zu haben. Gibt dieses Wissen doch ein wenig Hoffnung?

Das ihm die gewünschte Straffreiheit nicht gewährt wurde und das Gesetz noch einmal durchgegriffen hat, ist erleichternd. Es geht nicht darum, wie viele Jahre die Gräueltaten des SS-Regiments zurück liegen, wie alt die Täter heute sind. Es geht darum, dass Recht gesprochen wird und die Opfer mit all ihren Verlusten und Erinnerungen geachtet werden.

Die Zeit verrinnt und bald wird es keine Zeitzeugen mehr geben, die aus eigenem Erleben heraus berichten, die ihre Erinnerungen mit uns teilen können. Damit die Opfer und Überlebenden nicht vergessen werden, sich die Geschichte nicht wiederholt, ist es wichtig, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Dieses Buch ist auch im Hinblick auf aktuelle politische Entwicklungen sehr wichtig und notwendig.

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Rezension “Unsterblich geliebt” von Lara Greystone – Eisermann Verlag

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Eisermann Verlag (Nova MD); Auflage: 1., Mai / 2017 (15. Mai 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3946172636
  • ISBN-13: 978-3946172635
  • D: 12,90 Euro

Inhalt:

An ihrem romantischen Lieblingsplatz mitten in der Wildnis wird Lara beinahe zur Beute eines jahrhundertealten Vampirs. Aufgrund ihres Gehirntumors kurzzeitig gelähmt, sieht sie sich dem unheimlichen Fremden vollkommen hilflos gegenüber. Doch statt seinen Hunger an ihr zu stillen, verliert John sein Herz an sie.

Die beiden sehen sich erst wieder, als Lara am Ort ihres ersten Treffens von einer Eisenbahnbrücke in den Tod springen will. Sie erträgt die furchtbaren Auswirkungen des Tumors nicht mehr. 

Es beginnt ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit. Schließlich sieht John nur noch eine Möglichkeit, um Laras Leben zu retten doch die verstößt gegen das eiserne Gesetz der Vampire. Und als wäre das noch nicht genug, um die aufkeimende Liebe auf die Probe zu stellen, gerät Lara schon bald zwischen die Fronten zweier uralter Mächte …

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Geboren wurde ich 1969 in Lindau am malerischen Bodensee. 
Nach einer kaufmännischen Ausbildung und entsprechendem beruflichen Werdegang im karitativen Bereich, sowie in der Modebranche, 
hat es mich 9 Jahre ins europäische Ausland verschlagen. 
Heute lebe ich mit meinem Mann und zwei Söhnen in der Nähe von Düsseldorf am Niederrhein. 
Meine verwandtschaftlichen Verbindungen reichen in die Schweiz, Frankreich und Kanada.

Auf das frische, weiße Blatt einer neuen Seite zu schreiben, war für mich schon immer etwas unerklärlich Schönes. 
Eines Tages hatte ich eine tragisch-romantische Szene vor Augen, die mich so gepackt hat, dass ich sie sofort niedergeschrieben habe und nie mehr aufhören wollte. 
Daraus ist schließlich eine ganze Fantasy-Reihe entstanden. Die Inspiration dazu und meine Phantasie empfinde ich als Geschenk Gottes, der in jeden von uns Schätze gelegt hat, die es zu entdecken gilt. 

Hilfreich im Bezug auf Kampftechniken, Waffen und Ausrüstungen
war mein Mann, der u.a. für die EU im Nahen Osten tätig war. 
Verschiedene Schutzwesten auch selbst anzulegen und in gepanzerten Fahrzeugen mitzufahren, hat manche Szenen sehr authentisch gemacht. 
Ein eindrucksvoller Besuch im Königreich Saudi Arabien hat mich zudem 
für den Band “Sanft berührte Narben” inspiriert.

Quelle: Amazon

Rezension:

Lesen ist manchmal auch eine Art Flucht aus der Realität. Es gibt Bücher, die streicheln einfach nur die Seele, lassen uns in andere Welten abtauchen und träumen. „Unsterblich geliebt„ ist so ein Buch.

Ich habe ja ein Faible für Vampire und auch hier gibt es Gut und Böse. Starke Männer, mit einem Touch Bad Boy und einem Herzen, dass es zu erobern gilt.

In diese Welt entführt uns Lara Greystone mit ihrer Vampirreihe, die ich gerade für mich entdeckt habe.

Lara und John scheinen vom Schicksal füreinander bestimmt. Beide müssen traumatische Erlebnisse der Vergangenheit und den Verlust eines geliebten Partners verarbeiten. Ihre Narben verbergen sich im Inneren. Dabei trennen die beiden Welten. Werden sie es schaffen, die Schatten der Vergangenheit zu überwinden und einen gemeinsamen Weg zu finden?

Mit ihrem leichten und flüssigen Schreibstil hat mich die Autorin durch die Seiten fliegen lassen. Der Spannungsbogen bleibt durchweg straff.

Ein bisschen erinnert mich das Umfeld an die Geschichten der Karpatianer von Christine Feehan oder die Vampirreihe von Lindsay Sand. Dennoch erwarten uns hier wieder ganz neue Abenteuer in einem anderen Setting.

Lara Greystone hat in diesem Auftaktband an alles gedacht. Sexy Vampire, die genau die starken Helden darstellen, die man sich als Frau erträumt. Stark, gebildet, umgeben von einer düsteren Aura und dem Hauch von Gefahr. Dieser Anziehungskraft kann man sich einfach nicht entziehen. An ihrer Seite aufmüpfige und starke Frauen. Auch die Figuren, die auf den ersten Blick schwach und verletzlich wirken, haben ihre besonderen Stärken.

Ihre momentanen Nebencharaktere hat die Autorin mit viel Wärme ausgearbeitet. Hier freue ich mich schon auf die Geschichten der anderen Vampire und ihrer Frauen.

Neben Action kommt natürlich die Romantik nicht zu kurz. Auch als Unsterblicher hat man es im Leben und vor allem in der Liebe nicht einfach. Da kommt es zu vielen Verwirrungen – eben wie im realen Leben.

Humorvoll und mit viel Witz führt uns Lara Greystone durch den Kampf zwischen Gut und Böse. Vor allem die vielschichtigen, interessanten Charaktere machen neugierig auf weitere Abenteuer.

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Rezension “Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne” von Marieke Nijkamp – Fischer FJB

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (24. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841440266
ISBN-13: 978-3841440266
D: 14,99 Euro

Inhalt:

Corey und Kyra waren beste Freundinnen, unzertrennlich in ihrer schneebedeckten Heimatstadt Lost Creek. Als Corey wegzieht, nimmt sie Kyra das Versprechen ab, stark zu bleiben während des langen, dunklen Winters und auf ihren Besuch in den Weihnachtsferien zu warten.
Kurz bevor Corey nach Hause kommen soll, erhält sie die Nachricht, dass Kyra tot ist. Corey ist am Boden zerstört – und verwirrt. Alle in der Stadt sprechen nur im Flüsterton über die verlorene Tochter, sagen, dass ihr Tod vorherbestimmt gewesen sei. Und sie behandeln Corey wie eine Fremde.
Corey weiß, dass etwas nicht stimmt. Mit jeder Stunde wächst ihr Verdacht. Lost hat Geheimnisse – aber die Wahrheit darüber herauszufinden, was mit ihrer besten Freundin passiert ist, könnte sich als ebenso schwierig erweisen, wie den Himmel in einem Alaska-Winter zu erhellen.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Marieke Nijkamp ist eine niederlandische Jugendbuchautorin. In 2016 erschien ihr erstes Buch “This Is Where It Ends” bei Sourcebooks in den USA.

Quelle: Amazon

Rezension:

Coreys Heimkehr in die alte Heimat ist traurig. Diese Traurigkeit setzt sich im Buch bis zum Schluss fort. Es ist nicht nur dieser unbegreifliche Verlust, den Corey zu verarbeiten hat. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist nie einfach, doch die Umstände von Kyras Tod nagen noch viel mehr an ihr. Sie fühlt sich schuldig und hilflos.

Corey hatte bei der Ankunft keine überschäumende Freude erwartet. Mit der ihr entgegen schlagenden offenen Ablehnung hatte sie aber auch nicht gerechnet. Die Menschen ringsherum, die Gebäude, die Straßen, sind noch dieselben, wie bei ihrem Wegzug. Und doch hat sich irgendwie alles verändert. Oder hat sich Corey zu sehr von ihrem früheren Zuhause entfernt? Sie ist ein Kind von Lost Creek und dennoch eine Fremde. Corey hat sich weiterentwickelt, sie hat die engen Grenzen des Ortes überwunden. Aber ihr Herz und alle Kindheitserinnerungen sind an Lost Creek gebunden. Vor allem aber sind sie verbunden mit Kyra, der Freundin, die sie gebraucht hätte und die von Corey im Stich gelassen wurde.

Kyra, die immer einsam war und im Abseits stand. Kyra war die mit der bipolaren Störung, mit der niemand etwas zu tun haben wollte. Doch nun wird sie von den Bewohnern des kleinen Ortes auf eine unheimliche Art und Weise verehrt. Niemand spricht wirklich mit Corey über die Freundin, niemand spricht über deren Tod. Nur, dass ihr dieses Ende vorherbestimmt gewesen sei, das wispern sich die Menschen heimlich zu.
Kyra war als Künstlerin eher introvertiert und arbeitete im Verborgenen. Nun prangen Ihre Werke auf vielen Häuserzeilen, ihre Bilder hängen überall. Für Corey werden sie bald zu einem Hilferuf weit über den Tod der Freundin hinaus.

Corey versteht die Welt nicht mehr. Nichts ist so, wie noch vor wenigen Monaten. Sie selbst wird wie eine Fremde, ein Störfaktor behandelt. Ihre Fragen und Nachforschungen zu den letzten Wochen und Tagen im Leben der Freundin stoßen gegen Mauern. Corey lässt nicht locker. Als sie der Wahrheit zu nahe kommt, bringt sie sich selbst in Gefahr.

Düster und bedrückend ist es Lost Creek. Atmosphärisch schildert die Autorin sowohl die aktuellen Ereignisse, wie auch die Rückblenden in die Vergangenheit. Dem Leser eröffnet sich bald ein erschreckendes Szenario. Mystische Elemente sind darin so perfekt verwoben, dass man immer wieder versucht ist, auch offensichtliche Dinge in Frage zu stellen.
“Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne” beschert Gänsehaut und lies mich viele Male mit einem Gefühl der Hilflosigkeit atemlos weiterlesen. Die Ideologie hinter den Ereignissen ist erschreckend. Neben all den düsteren Momenten, nahmen mich auch die Träume und Sehnsüchte der Mädchen und das Wissen, was hätte sein können, gefangen. Neben der Trauer, verspürte ich ein großes Bedauern und eine unbändige Wut.

Hier kann es kein Happy End geben. Das wurde mir bereits nach wenigen Seiten klar. Es ist ein Buch mit vielen leisen Zwischentönen und großem Tiefgang auf einer traurig stimmenden, aber dennoch sehr warmherzigen Erzählebene.

Es ist ein wirklich außergewöhnliches Jugendbuch, das seine Leser bis zum Schluss fesselt.

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Rezension “Liebes Kind” von Romy Hausmann – dtv Verlag

  • Broschiert: 432 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (28. Februar 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342326229X
  • ISBN-13: 978-3423262293
  • D: 15,00 Euro

Inhalt:

Dieser Thriller beginnt, wo andere enden

Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen »Zirkulationsapparat«. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und nun geht der Albtraum erst richtig los. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich zurückholen will, was ihm gehört.

In ihrem emotional schockierenden und zugleich tief berührenden Thriller entrollt Romy Hausmann Stück für Stück das Panorama eines Grauens, das jegliche menschliche Vorstellungskraft übersteigt.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Romy Hausmann wurde 1981 geboren und war mit 24 Jahren Redaktionsleiterin bei einer Münchner Fernsehproduktion. Dort hat sie mit hunderten von Protagonisten gearbeitet und von deren Leben erzählt: von misshandelten Ehefrauen, somalischen Kriegsflüchtlingen, vernachlässigten Kindern. Seit der Geburt ihres Sohnes arbeitet sie frei fürs Fernsehen, seit 2016 schreibt sie regelmäßig für den blog www.mymonk.de. Darin erzählt sie von all den persönlichen Dingen und Erfahrungen, die ihr wirklich wichtig sind: Von nicht-linearen Lebenswegen, von Stolpersteinen und Niederlagen, vom Mut zur Veränderung und der Zuversicht, auch im Scheitern stark sein zu können. Liebes Kind‘ ist ihr Thrillerdebüt. Romy Hausmann wohnt mit ihrer Familie in einem abgeschiedenen Waldhaus in der Nähe von Stuttgart.

Quelle: Amazon

Rezension:

Um es gleich vorweg zu sagen, Romy Hausmann ist für mich die Neuentdeckung schlechthin.

Schon lange hat mich ein Thriller nicht mehr so eingefangen. „Liebes Kind“ ist ein absoluter Pageturner. Dabei weniger blutig, doch die immer präsente Gewalt, die psychologische Strukturierung und Beeinflussung sind äußerst durchdacht verwebt mit der Handlung. Flüssige Perspektivwechsel sorgen für ein in sich abgerundetes Bild.

Was passiert, wenn ein Kind verschwindet und die Eltern viele Jahre später die Nachricht erhalten, man hätte die Tochter gefunden? Lebend! Doch dann der Schock, die Frau im Krankenzimmer sieht fast so aus wie die verschwundene Lena, sie nennt sich Lena und doch ist sie es nicht. Wer ist diese Frau?

Wie kommen Kinder in der realen Welt zurecht, die nur die vier Wände einer einsamen Hütte im Wald kennen? Kinder, die mit Regeln großgeworden sind, die in mir immer wieder ein flaues Gefühl hervorgerufen haben.

Lena hat einen dummen Fehler begangen, so drückt es ihre kleine Tochter aus. Gerade die Passagen aus Hannahs Blickwinkel haben mich aus Sicht einer Mutter unheimlich berührt. Es erschreckt mich immer wieder, wie stark Verhaltens- und Sichtweisen von dritter Seite aus geprägt werden können.

Nach und nach erhalten wir in Rückblicken und Sequenzen einen Einblick in das Leben dieser kleinen “Familie”, fernab der realen Welt. Nicht immer ist zu erkennen, was entspringt der Fantasie, was ist real. Wie passt Lena in dieses Bild?

Die Ereignisse sind wunderbar verschachtelt, werfen immer neue Fragen auf, verwirren, machen betroffen und lassen hoffen. Als Leser verliert man dennoch nie den Überblick. Man ist immer am Geschehen dran und doch kommt man der Lösung nur soweit nahe, wie es Romy Hausmann zulässt. Feinfühlige und intensive Charakterstudien entwickeln eine so dichte, teils beklemmende Atmosphäre, dass ich als Leserin immer wieder die Luft angehalten habe, das Buch jedoch nicht aus der Hand legen konnte.

Seit heute ist „Liebes Kind“ offiziell im Buchhandel erhältlich. Ich kann allen Liebhabern von Krimis und Thrillern für dieses Buch meine wärmste Empfehlung aussprechen. Es wird Euch den Atem verschlagen und bis zur letzten Seite nicht aus seinen Fängen lassen.

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