Rezension “Der Ruf des Schamanen – Unsere abenteuerliche Reise in das Herz der Dunkelheit” von Davide Morosinotto – Thiemann Verlag

  • Gebundene Ausgabe : 432 Seiten
  • Herausgeber : Thienemann Verlag; 1. Edition (26. Januar 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • übersetzt von: Dr. Cornelia Panzacchi
  • ISBN-10 : 3522202740
  • ISBN-13 : 978-3522202749
  • Lesealter : 12 Jahre und älter
  • Originaltitel : Il fiore perdutto dello sciamano di K.
  • D: 18,00 Euro

Inhalt:

Emotional packende Liebesgeschichte über eine magische Reise ins Amazonas-Gebiet für Jugendliche ab 12 Jahren von Bestseller-Autor Davide Morosinotto.

Seit Stunden schon kämpfen sich Laila und ihr Freund El Rato durch den dichten Urwald. Sie müssen unbedingt den alten Schamanen finden. Er ist Lailas letzte Hoffnung, denn sie leidet an einer unheilbaren Krankheit. Doch allmählich bricht die Nacht herein und die Dunkelheit ist voller Gefahren …

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Der Autor:

Davide Morosinotto wurde 1980 in Norditalien geboren. Bereits mit 17 Jahren schrieb er seine erste Kurzgeschichte, die auf der Auswahlliste des renommierten italienischen Literaturpreises “Premio Campiello” stand. Seitdem hat er über 30 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, für die er zahlreiche Preise erhalten hat. Davide Morosinotto lebt als Autor, Journalist und Übersetzer in Bologna.

Quelle: Amazon

Rezension:

Als Laila und El Rato aufeinander treffen, ahnen Sie noch nicht, dass dies der Beginn einer besonderen Reise wird. So unterschiedlich die Kinder sind, so sehr ergänzen und verstehen sie sich. Zwischen beiden entwickelt sich ein unlösbares Band.

Laila leidet an einer grausamen und noch heute unheilbaren Krankheit. Doch eine Wunderblume und ein Schamane versprechen einen letzten Hoffnungsschimmer. El Rato möchte ihr helfen. Gleichzeitig lockt ihn die weite Welt und die Erfüllung eines großen Traumes. Gemeinsam machen sie sich auf zu einem Abenteuer voller Gefahren.

Sie treffen auf Menschen, die Ihnen aus unterschiedlichen Gründen helfen werden und andere, die eine Bedrohung darstellen. Am Ende finden sie die Antworten auf ihre Fragen und Träume, auch wenn diese anders ausfallen, als erwartet.

Davide Morosinotto hat mit dieser Geschichte ein wundervolles und emotionales Abenteuer geschaffen, das nicht nur Kinderherzen berührt. Dieses Abenteuer beinhaltet die ersten zarten Gefühle einer beginnenden Liebe, Traurigkeit über eine ungewisse Zukunft, die tiefe neuer Freundschaften, Mut, der in jedem von uns steckt und die Liebe zum Leben selbst.

Auffällig und reizvoll sind die besonderen Illustrationen sowie die typographische Gestaltung dieses Buches. Sie visualisieren auf emotionale Weise die besonderen Momente der Geschichte. Das Ende gibt Kraft und zeigt uns auf, was wichtig ist und welche Wunder das Leben bereithält.

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Rezension “Ein Traum aus Schaum” von Isabella Archan – Edition Wannenbuch

  • Taschenbuch : 8 Seiten
  • Herausgeber : Edition Wannenbuch – Das wasserfeste Buch; 1. Edition (23. Februar 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3947409168
  • ISBN-13 : 978-3947409167
  • D: 5,95 Euro

Inhalt:

Zwei in der Wanne sind einer zu viel. Doch was tun, wenn der Göttergatte zum Albtraum wird? Dieser Mann muss weg – um jeden Preis.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet: Isabella Archan blickt in ihrem amüsanten Krimi tief in die Abgründe der Seele.

Der Krimi für die Badewanne: wasserfest und hochspannend

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Die Autorin:

Isabella Archan, Jahrgang 1965 und geboren in Graz/Österreich, ist Autorin und Schauspielerin. Nach Abitur und Schauspieldiplom folgten Theaterengagements in Österreich, der Schweiz und in Deutschland. Seit 2002 lebt sie in Köln, wo sie eine zweite Karriere als Autorin begann. Neben dem Schreiben ist Isabella Archan regelmäßig in TV und Film zu sehen.

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Rezension:

Ein erholsames Bad nach einem anstrengenden Tag ist Gold wert. Doch was passiert, wenn Du noch vor Beginn dieses Traumes gestört wirst, alles wie eine Seifenblase zerplatzt? Schon einmal Mordgedanken gehegt?

Isabella Archan hat auf diese Frage eine bitterböse und doch humorige Antwort gefunden. Für einen kurzweiligen und anregenden Aufenthalt in der Badewanne kann ich diesen Kurzkrimi nur empfehlen. Das Ende verspricht eine überraschende Wendung.

Ich liebe die Bücher aus der Edition Wannenbuch. Sie sind abwechslungsreich, spannend, lustig, kunterbunt oder schaurig düster. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Der kleine Preis dieser Bücher macht sie zu einem idealen Geschenktipp. Ob für das Osternest, kleines Mitbringsel oder das besondere Etwas zu einem Geschenk, beim Verlag stöbern lohnt sich auf jeden Fall.

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Rezension “Die Stimme” (Thriller) von S. K. Tremayne – Knaur HC

  • Broschiert : 400 Seiten
  • Herausgeber : Knaur HC; 1. Edition (1. Oktober 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • Übersetzt von: Susanne Wallbaum
  • ISBN-10 : 342622738X
  • ISBN-13 : 978-3426227381
  • Originaltitel : The Assistant
  • D: 16,99 Euro

Inhalt:

Wenn das »Smart Home« zum Horror-Haus wird:
»Die Stimme« ist ein raffiniert-gruseliger Psychothriller über eine Sprach-Assistentin mit erschreckendem Wissen und Fähigkeiten

»Ich weiß, was du getan hast.« Jo ist schockiert, als die digitale Home Assistentin Electra sie ohne Aufforderung anspricht. Unmöglich kann eine harmlose Software vom Furchtbarsten wissen, das Jo jemals passiert ist! Doch Electra weiß nicht nur Dinge – sie tut auch Dinge, zu denen sie nicht in der Lage sein sollte: Freunde und Eltern erhalten Textnachrichten mit wüsten Beschimpfungen, Jos Bankkonto wird leergeräumt, die Kreditkarte überzogen … Zum ersten Mal seit Jahren muss Jo wieder an ihren Vater denken, der unter heftigen schizophrenen Schüben litt und sich schließlich das Leben nahm. Kann es sein, dass sie sich die Stimme nur eingebildet hat? Doch Electra ist noch lange nicht fertig mit Jo …

Bestseller-Autor S. K. Tremayne ist ein Meister im Erzeugen subtilen Grusels. Mit dem Psychothriller »Die Stimme« holt er das Grauen ins digitale Zuhause.

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Der Autor:

S.K. Tremayne wurde in Devon geboren und lebt heute in London. Sein ursprünglicher Beruf als Reisejournalist bringt es mit sich, dass er die Schauplätze seiner Romane bestens kennt. Ihm gefällt es dort, wo normale Orte plötzlich bedrohlich werden – und wo das Unheimliche ins Leben normaler Menschen tritt. Sein erster Thriller Eisige Schwestern wurde sofort zum Bestseller. Heute werden seine Bücher in dreißig Sprachen übersetzt.

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Rezension:

Smart Homes – ein zukunftsweisender Traum oder doch eher ein bereits beginnender Alptraum?

Wir lassen unser Leben immer mehr von der Technik bestimmen. Ein Arbeiten ohne Computer ist beinahe undenkbar. Steigt die Technik aus, sind wir handlungsunfähig und es fehlt der Zugriff auf wichtige Daten. Künstliche Intelligenz ist kein utopischer Traum mehr, wir begegnen ihr täglich in vielfältiger Form.
Da ist es nicht verwunderlich, dass diese Thematik auch immer mehr Raum in Thrillern einnimmt. Einige wunderbare Bücher hierzu lassen sich bereits auf meinem Blog finden.

“Die Stimme” ist kein weiterer Thriller in einer Reihe einschlägiger Bücher. S. K. Tremayne hat seine ganz eigene Art, dieses Thema in eine psychologisch ausgeklügelte und mitreißende Story zu verwandeln.

Jo ist keine glaubwürdige Protagonistin. Beim Lesen schwankt man immer wieder zwischen dem, was uns gezeigt wird und der Frage, ob Jo nicht ebenso wie ihr Vater bereits die ersten Anzeichen einer Schizophrenie aufweist. Wir begeben uns mit Jo auf einen wackligen Steg, der jederzeit zusammenbrechen könnte. Der Autor vermag es, uns immer wieder zu verunsichern und so die Spannung extrem hoch zu halten. Wem kann man glauben? Wer spielt ein falsches Spiel?

Wenige Perspektivwechsel, die allerdings immer wieder soeben gefasste Vermutungen zerstören, lassen den Spannungsbogen nicht absacken. Dabei schrammen wir erschreckend nah an einer möglichen Realität entlang. Wie gläsern wird unser Leben mit all der Technik, auf die wir dennoch nicht verzichten können und wollen?

“Die Stimme” ist ein Psychothriller der Extraklasse, der mich bis zum Schluss in seinen Fängen gehalten hat.

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Rezension “Anne auf Green Gables” von Lucy Maud Montgomery – Nostalgie Audio CD – Hörbuch – cbj Audio

  • Herausgeber : cbj audio; Gekürzte Lesung Edition (19. Oktober 2020)
  • Lesealter : 10 Jahre und älter
  • Sprache : Deutsch
  • Sprecher: Jessica Schwarz
  • Originaltitel : Anne of Green Gables
  • Illustrationen: Max Meinzold
  • ISBN-10 : 383715260X
  • ISBN-13 : 978-3837152609
  • D: 10,29 Euro

Inhalt:

Anne – fantasievoller Wirbelwind

Als Anne Shirley aus dem Waisenhaus auf Green Gables ankommt, einer idyllischen Farm in einem kleinen Ort auf den kanadischen Prince Edward Islands, erfüllt sich für sie ein Traum. Ihre neuen Adoptiveltern, die älteren, etwas spröden Geschwister Marilla und Matthew Cuthbert sind jedoch zunächst weniger begeistert: Eigentlich wollten sie einen Jungen auf ihrer Farm aufnehmen und die kleine rothaarige Anne hat mit ihrer überbordenden Fantasie einen ganz eigenen Kopf. Doch schon bald haben die Bewohner Avonleas das faszinierende Mädchen in ihr Herz geschlossen.

Gekürzte Lesung mit Jessica Schwarz
6 CDs, 6h 45min

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Lucy Maud Montgomery wurde 1874 in New London, Kanada geboren. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zur Literatur. Nachdem sie zahlreiche Bücher verschlungen hatte, begann sie selbst zu schreiben. Sie veröffentlichte 23 Romane, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Die Heldinnen ihrer Bücher sind starke, unabhängige Mädchen, die ihre Wünsche und Träume durchsetzen – so wie sie. Besonders bekannt und beliebt sind ihre Reihen um Anne auf Green Gables und Emily auf der Moon Farm. Die Autorin verstarb 1942 in Toronto.

Quelle: Amazon

Rezension:

Jeder hat mindestens ein ganz bestimmtes Buch oder eine Geschichte, die uns über Jahre, Jahrzehnte, wenn nicht sogar ein ganzes Leben lang begleiten. Es sind Geschichten, die Erinnerungen hervorrufen, an Begegnungen erinnern oder den Duft der Kindheit in sich tragen.

Für mich gehört “Anne of Green Gables” von Lucy Maud Montgomery eindeutig dazu.

Zuerst habe ich die Serie – mit Megan Fellows in der Hautrolle – inhaliert und im Anschluss die Buchreihe gesuchtet. Ob Buch oder Hörbuch, für mich verkörpert Megan Fellows die wahre Anne und so habe ich sie immer vor Augen. Durch “Anne auf Green Gables” entdeckte ich meine Liebe zu Tennyson. Seine “The Lady of Shalott” hat es mir angetan.

Das Hörbuch von “Anne auf Green Gables” aus dem cbj Hörbuchprogramm musste unbedingt bei mir einziehen. Nostalgie pur. Das liebevoll gestaltete Cover in ein Hingucker. Jessica Schwarz ließ Anne mir ihrer Stimme lebendig werden. Das übersprudelnde Wesen des Mädchens, ihre romantisch verklärte Art, kommen voll zur Geltung.

Es handelt sich zwar um eine gekürzte Lesung, doch dies schmälert den Hörgenuss nicht. Ich habe gelacht, geträumt und wie immer an einer bestimmten Stelle die Tränen laufen lassen. Eine wundervolle, nostalgische Reise in meine Welt der Literatur.

Solltet Ihr noch nach einem passenden Ostergeschenk suchen oder selbst gern in Kindheits- und Jugenderinnerungen schwelgen wollen, die nostalgische cbj Hörbuch-Collection beinhaltet neben “Anne auf Green Gables” weitere traumhafte Hörbücher wie “Heidi”, “Trotzkopf” und “Nesthäkchen und ihre Puppen”.

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Rezension “Ich bin der Sturm” (Thriller) von Michaela Kastel – Emons Verlag

  • Gebundene Ausgabe : 272 Seiten
  • Herausgeber : Emons Verlag (24. September 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3740809140
  • ISBN-13 : 978-3740809140
  • D: 20,00 Euro

Inhalt:

Cineastisch, Düster, Soghaft Madonna ist ein Geist, eine Namenlose, ihre Zelle trägt die Nummer 13. Ohne jede Hoffnung muss sie Nacht für Nacht Unvorstellbares über sich ergehen lassen. Doch Madonna ist zäh. Und geduldig. Denn sie weiß: Sie muss zurück zu den Anfängen ihres Martyriums, um es zu beenden. Als ihr endlich die Flucht gelingt, begibt sie sich auf eine gnadenlose Odyssee, immer nur ein Ziel vor Augen: Rache. Doch überall lauert Gefahr, und auch ihre Peiniger sind ihr bereits auf den Fersen, und irgendwann muss sie sich die Frage stellen: Soll sie weiter fliehen oder sich ihren Dämonen stellen?

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Die Autorin:

Michaela Kastel, geboren 1987, studierte sich nach ihrem Schulabschluss an einer katholischen Privatschule quer durch das Angebot der Universität Wien, ehe sie beschloss, Traum in Wirklichkeit zu verwandeln und Schriftstellerin zu werden. Mit »So dunkel der Wald« gelang ihr der Durchbruch, sie gewann dafür 2018 den ersten Viktor Crime Award, gestiftet von Thrillerstar Sebastian Fitzek. Die Filmrechte zu »So dunkel der Wald« wurden vor Erscheinen optioniert. Der Nachfolger »Worüber wir schweigen«

Quelle: Amazon

Rezension:

Die beiden vorherigen Bücher von Michaela Kastel habe ich verschlungen und so war ich sehr gespannt, wohin mich ihr neuester Thriller führen würde. Die Autorin überrascht immer wieder mit neuen Blickwinkeln und Themen. Dabei legt sie keinen Wert auf Mainstream oder Konventionen. Ihre Thriller haben immer etwas Besonderes an sich und so auch “Ich bin der Sturm”.

Es ist ein regelrechter Tornado, der die Leser durch die Buchseiten fegt. Hart und doch sensibel, dramatisch, geheimnisvoll, aber dennoch mit viel Gefühl werden wir durch die Handlung gejagt. Schonungslos offenbart uns Michaela Kastel die tiefen Abgründe der menschlichen Seele. Dabei finden wir zwischen den dunklen Seiten auch sehr poetische Stellen.

Ihre Protagonistin, Madonna, ist äußerlich ein Engel. Ihre Seele dagegen wurde bereits viele Jahre zuvor zerrissen. Madonna besitzt einen unbändigen Überlebenswillen, Mut und ganz wichtig, sie hat sich trotz aller Martyrien ihre Menschlichkeit bewahrt. Unter der harten, abgeklärten Oberfläche existiert noch immer ein Funken des kleinen Mädchens von einst. So ist sie nach all den Jahren nicht völlig abgestumpft, kann noch immer Liebe und Mitgefühl empfinden. Dabei behält sie ein klares Ziel vor Augen.

Ich wurde mitgerissen und habe die komplette Bandbreite an Gefühlen durchlebt. Dieser Thriller ist sehr düster und schonungslos. Man kann sich der fühlbaren Spannung nicht entziehen. Manche Schilderungen wirken fast surreal und doch bewegt sich die Autorin immer im Bereich dessen, was möglich ist. Gerade diese Perspektive ist so erschreckend.

“Ich bin der Sturm” von Michaela Kastel ist ein absoluter Hochgenuss für Thrillerfans.

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Rezension “Morgaines Erbe (Ewiger Schlaf, 1)” von Tanja Neise –

  • Taschenbuch : 314 Seiten
  • Herausgeber : 47North (10. November 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 2496704704
  • ISBN-13 : 978-2496704709
  • D: 9,99 Euro

Inhalt:

Auftakt der neuen romantischen Zeitreise-Serie von Erfolgsautorin Tanja Neise.

Was ist nur in Laura gefahren? Bei der Besichtigung von Carisbrooke Castle küsst die junge Ärztin einen schlafenden Mann, der direkt dem Set eines Mittelalter-Films entsprungen zu sein scheint. Und Connor spielt seine Rolle wirklich gut, behauptet, weder Autos noch Handys zu kennen, sondern aus dem Jahr 1455 zu stammen.

Aber woher kommt diese magische Anziehungskraft, die er auf sie ausübt? Laura bleibt kaum Zeit, darüber nachzudenken, denn schon spürt sie, wie sie den Boden unter ihren Füßen verliert. Connor zieht sie mit sich in einen Strudel der Zeiten und der Gefühle. Als direkte Nachfahrin der Fee Morgaine soll sie das Leben seiner Schwester retten. Doch was passiert, wenn sie ihre Aufgabe erfüllt hat?

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Tanja Neise wohnt mit Ehemann und Kindern in einem kleinen brandenburgischen Dorf. Bereits in früher Jugend schrieb sie gern Gedichte und Geschichten, doch im Laufe des Erwachsenwerdens trat dieses Hobby immer mehr in den Hintergrund. Da sie eine eifrige Leserin ist, brachte ihr Mann sie eines Tages auf die Idee, selbst ein Buch zu schreiben. Nach und nach nahm der Gedanke Gestalt an. Die Autorin leidet an einer seltenen Autoimmunerkrankung, weshalb ihr viele Freizeitaktivitäten nicht möglich sind. Seit 2012 widmet sie sich der wiederentdeckten Leidenschaft.

Quelle: Amazon

Rezension:

Tanja Neise lässt mich auf den Wellen der Fantasie in das Reich der Sagen rund um König Artus reisen. Eigentlich ist es eine abenteuerliche Zeitreise ins 15. Jahrhundert.

Connor ist der Held vieler Mädchenträume. Laura ist das passende Gegenstück, das es braucht, um eine spannende Geschichte voller Abenteuer, Liebe und Magie zu wirken.

Verbunden durch die Liebe, getrennt durch die Zeit

Locker und flüssig, mit witzigen Einschüben und durchaus auch ersteren Tönen, ist dies eine wunderschöne Liebesgeschichte mit dem richtigen Zauber, den Märchen für Erwachsene brauchen.
Die Welt des 15. Jahrhunderts mit allen Vorzügen und Schrecken wird lebendig. Dabei gerät Laura in eine für diese Zeit durchaus fortschrittlich eingestellte Familie. Hierfür gibt es natürlich auch eine Erklärung. Es greifen erneut die Sagen um König Artus und den Zauberer Merlin.

Ich liebe Zeitreisen und Tanja Neise hat mit “Morgaines Erbe – Ewiger Schlaf” genau den richtigen Nerv getroffen. Mir hat das Buch traumhafte und abwechslungsreiche Lesestunden beschert.

Ich freue mich schon sehr, wenn das Abenteuer mit Band 2 “Morgaines Ruf – Ewiger Schlaf” weiter geht.

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Rezension “Einmal” von Morris Gleitzman – Carlsen Verlag

  • Taschenbuch : 192 Seiten
  • Herausgeber : Carlsen; 1. Edition (3. Dezember 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • Originaltitel : Once
  • übersetzt von: Uwe-Michael Gutzschhahn
  • Lesealter : 11 Jahre und älter
  • ISBN-10 : 3551319243
  • ISBN-13 : 978-3551319241
  • D : 5,00 Euro

Inhalt:

Mehrfach ausgezeichnet – und absolut lesenswert: Der Schrecken des Holocaust aus der Sicht eines Kindes

Der 9-jährige Felix lebt seit über drei Jahren in einem Waisenhaus. Dabei sind seine Eltern gar nicht tot. Sie müssen nur die Probleme mit ihrem Laden lösen. Denn für jüdische Buchhändler ist es 1942 in Polen sehr schwierig. Wie schwierig, das begreift Felix erst, als Männer mit Armbinden im Waisenhaus jüdische Bücher verbrennen. Felix reißt aus, um seine Eltern zu warnen. Unterwegs rettet er die kleine Zelda, deren Familie ermordet wurde – und er beginnt zu ahnen, was die Nazis wirklich vorhaben.  

Ein eindringliches, ein wichtiges Buch. Immer wieder lesen – und niemals vergessen!

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis.

Quelle: Amazon

Der Autor:

Morris Gleitzman wurde 1953 in England geboren, 1969 wanderte seine Familie nach Australien aus. Er arbeitete als Drehbuchautor für Film und Fernsehen, bevor er 1985 sein erstes Kinderbuch schrieb. Heute ist er einer der erfolgreichsten Autoren Australiens und seine Bücher wurden vielfach ausgezeichnet.

Quelle: Amazon

Rezension:

“Einmal” ist keine einfache Geschichte. Die Handlung ist laut dem Autor rein fiktiv und doch könnte sie realer nicht sein. Sie steht für Tausende von jüdischen Kindern und Familien. Die rein kindliche Sicht auf die Ereignisse bringt diese schmerzhafter und intensiver an den Leser als aus einer distanzierteren Perspektive.

Felix bricht aus einer relativ heilen Welt aus und lernt nach und nach das Wesen des Nationalsozialismus kennen. Mit sechs Jahren kam er zu den Nonnen ins Waisenhaus. Abgeschottet von der Welt und den politischen Entwicklungen ist sein Blick noch naiv, kindlich. Er erfindet selbst kleine Geschichten und seine größte Sorge gilt den Büchern.
Büchern, die von den Männern mit den Armbinden verbrannt werden. Büchern, die er doch so liebt, die ihn an seine Eltern erinnern. Diesen Hass kann Felix nicht verstehen.

Die Sehnsucht nach seinen Eltern treibt ihn, den gerade einmal neunjährigen Jungen hinaus in eine Welt, die sich innerhalb von drei Jahren gravierend verändert hat, die er nicht mehr versteht.

Die Wirklichkeit bricht mit brutaler Härte auf den Jungen herein. Hoffnungen und Träume sterben, neue erwachsen einem wacheren Blick. Felix muss innerhalb weniger Wochen erwachsen werden, viel zu früh. Die Erkenntnis, dass der Hass nicht den Büchern sondern Menschen, Juden wie ihm gilt, kann er nicht begreifen.

Er sieht und erlebt Dinge, mit denen ein Kind niemals konfrontiert werden sollte, ja nicht einmal ein Erwachsener. Und doch gehört dies zu unserer Geschichte.
Aus kindlicher Sicht geschildert, dringen diese Erlebnisse noch tiefer in unser Bewusstsein. Es tut weh. Und das ist gut so. Es ist eine stetige Mahnung, dass wir all diejenigen, die dem Holocaust zum Opfer fielen, nicht vergessen dürfen und sich die Geschichte nicht noch einmal wiederholen darf.

“Einmal” zeigt auf, wie die bitteren Wahrheiten in den Verstand eines Kindes dringen, nur langsam ein Verstehen erwächst, dass die Wirklichkeit dennoch nie voll erfasst.
“Einmal” erzählt von verschiedenen Stationen eines kleinen Jungen und all den Menschen, die ihn auf diesem Weg begleiten. Als Leser hoffen wir von Seite zu Seite, dass die Odyssee von Felix gut ausgeht, dass das Schicksal dieses kleinen Jungen eine positive Wendung nimmt. Für viele Kinder tat es dies nicht. Sie durften nie wirklich erwachsen werden.

Morris Gleitzman schreibt auf eine sehr eindringliche und sensible Art. Die Szenen, die wir erleben sind ungeschönt, aber dennoch kindgerecht geschrieben, so dass diese Buch auch 11jährige bereits lesen können.
Mit diesem Buch kann man Kinder auf eine sensible Weise an ein sehr schwer zu fassendes und zu verarbeitendes Thema heranführen. Dennoch darf hinterher ein gemeinsames Gespräch über die Handlung und den Hintergrund der Geschichte nicht fehlen.

“Einmal” ist der erste Band einer Trilogie. Mit “Dann” und “Jetzt” erzählt Morris Gleitzman, wie es mit Felix und auch Zelda weitergeht. Beide Bücher werden sicher bald bei mir einziehen und auch hier auf dem Blog ein Plätzchen bekommen.

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Rezension “Hard Land” von Benedict Wells – Diogenes Verlag

  • Gebundene Ausgabe : 352 Seiten
  • Herausgeber : Diogenes; 1. Edition (24. Februar 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3257071485
  • ISBN-13 : 978-3257071481
  • Originaltitel : Hard Land
  • D: 24,00 Euro

Inhalt:

Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden. Eine Hommage an 80’s Coming-of-Age-Filme wie ›The Breakfast Club‹ und ›Stand By Me‹ – die Geschichte eines Sommers, den man nie mehr vergisst.

Quelle: Amazon

Der Autor:

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben, seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Seine Bücher erschienen bisher in 38 Sprachen, sein vierter Roman “Vom Ende der Einsamkeit” stand über achtzig Wochen auf der Bestsellerliste. Er wurde u.a. mit dem European Union Prize For Literature ausgezeichnet und zum Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels 2016 gewählt. Nach einigen Jahren in Barcelona lebt Wells inzwischen in Zürich.

Quelle: Amazon

Rezension:

Grady in Missouri ist eine typische Kleinstadt, die es sehr gut auch bei uns geben haben könnte. Ein altes Kino und ein in die Jahre gekommener Diner prägen das Stadtbild. Hier treffen sich abends die Teens, doch fast jeder träumt davon auszubrechen, in die weite Welt zu ziehen. Und dennoch zieht es Manchen auch wieder zurück. Wo konnte man sich noch so frei, jung und voller Träume fühlen?

„…In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb…“

Für Sam beginnt ein Sommer, der viele Dinge verändern wird. Dieser Sommer bedeutet große Verluste, aber auch unwiederbringliche, wichtige neue Erfahrungen, Freunde, Lebensfreude und Erinnerungen.

1985 war ich 12 Jahre alt, also etwas jünger als Sam, aber doch alt genug, dass dieser Roman auch in mir Erinnerungen wach gerufen hat. Die Musik und Filme der 80er klangen noch einmal in meinen Ohren bzw. liefen in Bildern vor meinen Augen ab und weckten nostalgische Gefühle. Es ist eine Hommage an eine besondere Zeit.

Ein neuer Roman von Benedict Wells löst immer wieder einen wahren Hype aus. Die Erwartungen sind hoch und üben sicher einen enormen Druck aus.
Im Fall von “Hard Land” ist der Hype berechtigt und die Erwartungen werden bei Weitem übertroffen. Dieser Roman ist einfach grandios.

Klug und mit gut gesetzten Dialogen, lässt uns Benedict Wells ein wahres Wechselbad der Gefühle durchleben. Wir versinken in tiefer Melancholie und Trauer, schweben in Träumen der Wirklichkeit davon. Wehmütig bedauern wir verpasste Momente, lassen uns auf Wagnisse ein und blicken voller Hoffnung in die Zukunft. Mit jedem neuen Satz wurden ausdrucksstarke Bilder vor meinen Augen lebendig, nahmen mich mit. Ich habe mich mit Sam geängstigt, getrauert, bin mit ihm über mich selbst hinaus gewachsen. Wir haben gemeinsam gelacht und das Kribbeln der ersten Leibe im Bauch gespürt.

Es ist der Moment des Erwachsenwerdens, den wir alle einmal erleben dürfen. Für den Einen ist diese Phase einfacher als für andere. Wir fühlen uns unsterblich, sind voller Tatendrang und doch ängstigen wir uns vor einer ungewissen Zukunft.
Für Sam bedeutet diese Zeit Ende und Neuanfang. Er überschreitet Grenzen und findet in sich unverhoffte Kraft und eine große Portion Mut.

„…Kind sein ist wie einen Ball hochwerfen, Erwachsenwerden ist, wenn er wieder herunterfällt…“ 

Die Idee, wir müssten den Ball nur hoch genug werfen, um die Zeit des Erwachsenseins, hinauszögern, von uns schieben zu können, klingt verlockend. Manche Veränderungen mag niemand und doch sind sie wichtig. Erlebnisse und Begegnungen prägen uns und bestimmen unsere Wege. Wir können die Zeit nicht aufhalten, aber beeinflussen, wie sie verläuft.

Sams neue Freunde scheinen auf den ersten Blick die typischen In-Kids zu sein. Cameron der reiche, sorglose Junge, Kirstie das hübsche Mädchen, das an jedem Finger einen Jungen abschleppt und Hightower, der beliebte Sportler, den alle bewundern. Aber auch hier bewegt sich Benedict Wells nicht auf der üblichen Coming-of-Age-Schiene. Lasst Euch auf sie ein. Sie werden werden Euch überraschen.
Sensibel und tief geht die Figurenzeichnung des Autors. Er eröffnet uns einen weiten Blick in die Seelen seiner Protagonisten.

Der fiktive Gedichtband “Hard Land” und die in Grady situierten 49 Geheimnisse sowie deren Auslegung, sind faszinierend. Das wohl am besten gehütete Geheimnis von Grady, gilt es zum Schluss zu lüften. Wen wundert es noch, wenn ich verrate, dass dies in Kapitel 49 erfolgt.

Benedict Wells schreibt mit einem feinen Gespür für den Facettenreichtum und die Tiefe unserer Emotionen. Sein Blick ist klar, teils philosophisch und vor allem auch humorvoll. Tragik und Freude gehen eng miteinander einher, so wie das Leben selbst.
Mich hat diese Reise nach Grady sehr berührt und in mir viele Erinnerungen wach werden lassen.

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Rezension “Glückskinder” von Teresa Simon – Heyne Verlag

  • Taschenbuch : 512 Seiten
  • Herausgeber : Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (8. Februar 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • ISBN-10 : 3453424069
  • ISBN-13 : 978-3453424067
  • D: 10,99 Euro

Inhalt:

München 1945. Auf dem Schwarzmarkt in der Möhlstraße treffen sich alle, die nach Glück und ein wenig Leben suchen. Nylons, Kaffee, Schokolade und Schmuck wechseln hier die Besitzer. Auch Toni, die ihr Zuhause verloren hat und nun bei ihrer Tante Vev wohnt, versucht, auf dem Schwarzmarkt das Nötigste für die Familie zu organisieren. Als sie die Holländerin Griet kennenlernt, spürt Toni zunächst eine tiefe Abneigung. Sie ahnt nicht, dass Griet eine schwere Zeit hinter sich hat, über die sie nie wieder sprechen möchte. Sie könnten einander helfen. Doch das geht nur, wenn sie ehrlich zueinander sind und ihre Vorurteile überwinden …

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Teresa Simon ist das Pseudonym der promovierten Historikerin und Autorin Brigitte Riebe. Sie ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale und lässt sich immer wieder von historischen Ereignissen und stimmungsvollen Schauplätzen inspirieren. Die SPIEGEL-Bestsellerautorin ist bekannt für ihre intensiv recherchierten und spannenden Romane, die tiefe Emotionen wecken. Ihre Romane Die Frauen der Rosenvilla, Die Holunderschwestern und Die Oleanderfrauen wurden alle zu Bestsellern.

Quelle: Amazon

Rezension:

Wer nach einer Lektüre sucht, die mit einem gründlich recherchierten historischen Hintergrund brilliert, eine spannende Handlung und mutige, starke Charaktere miteinander vereint, ist hier genau richtig. Teresa Simon versteht es perfekt, all dies in ihren Geschichten zu verpacken und sorgt immer wieder für gute Unterhaltung.

“Glückskinder” weicht von den bisherigen Romanen, die wir von der Autorin kennen ab. Wir wechseln dieses Mal nicht zwischen unterschiedlichen Zeitebenen hin und her. Die Ereignisse gestalten sich dennoch nicht weniger fesselnd.

Wir bewegen uns zurück in der Zeit. Das Ende des zweiten Weltkrieges steht kurz bevor und die Konzentrationslager werden geräumt. Auf Gewaltmärschen bei klirrender Kälte, verloren noch viele Frauen und Männer ihre Hoffnung und ihr Leben. Auf diesem Weg begegnen wir Griet van Mook, die mit unerschütterlicher Willenskraft nicht nur ihr Leben sondern auch das einer Freundin rettet. Viele glückliche und teils schicksalhafte Fügungen bringen sie am Ende nach München.

Im München erleben die Frauen der Familie Brandl die letzten Kriegstage und den Einmarsch der Alliierten mit gemischten Gefühlen. Wir treffen auf sehr unterschiedliche Charaktere, die diese widrigen Zeiten durch einen engen Familienzusammenhalt überstehen.

Hier treffen nun Griet und Toni aufeinander. Anfangs scheinen sie wie Feuer und Wasser und haben doch sehr viele Gemeinsamkeiten.

Eine sehr polarisierende Persönlichkeit in der Handlung ist Benno. Verseucht mit dem Gedankengut der Nationalsozialisten, fällt es ihm schwer, sich der neuen Situation zu stellen. Auf seine Handlungen in Kriegszeiten ist er schon bald nicht mehr stolz. Doch es scheint ein langer Weg zurück in die Normalität.
Teresa Simon versteht es auf ihre besondere Art, uns sogar auf den ersten Blick unsympathische Personen näher zu bringen. Wer sagt, dass Menschen sich nicht ändern können.

Anschaulich und bewegend werden diese Jahre für uns lebendig. Wir spüren die Gefahr auf dem Schwarzmarkt, fühlen die Sorgen und Nöte, die Kälte und den Hunger, die die Menschen beherrschen. Aber auch die Sehnsucht nach Normalität und einem besseren Leben, das Erwachen von Träumen, sind greifbar. Wir bangen und hoffen mit Ihnen, lachen und weinen. Wir begegnen windigen Glücksjägern und bodenständigen Helden. Und ein Geheimnis gibt es auch noch zu lüften.

“Glückskinder” hat schon nach wenigen Seiten einen intensiven Sog entwickelt, der mich bis zum letzten Satz nicht losgelassen hat. Emotional fordert Teresa Simon wieder sehr viel von uns Lesern, belohnt aber durch wunderbare sprachliche Bilder. Es ist eine besondere Zeitreise, auf die wir uns einlassen.
Dieses Buch überhaupt aus der Hand zu legen, fiel mir extrem schwer. Es ist eines meiner absoluten Lesehighlights für 2021.

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Rezension “Mein Bruder heißt Jessica” von John Boyne – FISCHER KJB

  • Gebundene Ausgabe : 256 Seiten
  • Herausgeber : FISCHER KJB; 2. Edition (23. September 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • übersetzt von: Adelheid Zöfel
  • Lesealter : 12 Jahre und älter
  • Originaltitel : My Brother’s Name is Jessica
  • ISBN-10 : 3737342199
  • ISBN-13 : 978-3737342193
  • D: 14,00 Euro

Inhalt:

Der neue aufwühlende Roman von Bestsellerautor John Boyne – emotional, empathisch und ehrlich

Als Einzelgänger hat Sam Mühe, Freunde zu finden, und seine vielbeschäftigten Eltern geben ihm oft das Gefühl, unsichtbar zu sein. Zum Glück war sein älterer Bruder Jason immer für ihn da. Der ist nett, beliebt, supergut im Fußball, und die Mädchen stehen Schlange für ein Date. Doch eines Tages teilt Jason seiner Familie mit, dass er schon seit langem mit einem Geheimnis kämpft. Ein Geheimnis, das bald alle auseinanderzureißen droht. Seine Eltern wollen nichts davon wissen, und Sam versteht es einfach nicht. Denn was machst du, wenn dein Bruder dir sagt, er ist überhaupt nicht dein Bruder? Dass er denkt, er ist eigentlich … deine Schwester?

Das einfühlsame Panorama von Reaktionen auf das Outing einer Transperson – erzählt aus der Sicht des jüngeren Bruders

»Eine Geschichte mit so viel Herz, dass die Seiten praktisch pulsieren. Ein Muss für alle Altersgruppen.«
Irish Independent

Quelle: Amazon

Der Autor:

John Boyne wurde 1971 in Dublin, Irland, geboren, wo er auch heute lebt. Er studierte Englische Literatur und Kreatives Schreiben und bekam bereits als Student erste Auszeichnungen. Nach zahlreichen Kurzgeschichten hat er inzwischen sieben Romane geschrieben, von denen bisher drei auf Deutsch veröffentlicht wurden. Sein 2006 erschienener und bereit kurz darauf erfolgreich verfilmter Roman ›Der Junge im gestreiften Pyjama‹ wurde in über 40 Sprachen übersetzt, mit zahlreichen nationalen wie internationalen Auszeichnungen und Preisen geehrt und hat weltweit über fünf Millionen Leser gefunden.

Quelle: Amazon

Rezension:

Dieses Buch ist ein typischer John Boyne Roman. Schon auf der ersten Seite bringt die Sprachmelodie seiner Worte ganz besondere Schwingungen auf. Dabei bleibt er im Sprachgefüge gewohnt sporadisch.

Das Thema „Gender“ ist nicht neu, wird aber einmal nicht aus der Sicht des direkt Betroffenen erzählt. Wir finden uns in der Gedankenwelt des zwölfjährigen Bruders Sam wieder. Jason war immer sein Vorbild, sein Idol. Doch plötzlich ist alles anders. Der von allen geliebte und bewunderte Bruder wird zum Außenseiter. Niemand spricht mehr von errungen Erfolgen.
Sam gerät dadurch noch mehr in den Focus seiner Mitschüler, die ihn verbal und körperlich kleinmachen. Hohn und Spott prasseln auf Sam herab.

Den so dringend benötigten Halt finden beide Brüder leider auch nicht in der Familie. Die Eltern sind viel zu sehr mit ihrer beruflichen Karriere beschäftigt. Das Familienleben ist ins Abseits geraten. Verständnis und Zeit fehlen überall. Die Kinder werden mit der Zeit zu schmückendem Beiwerk auf dem Weg zu Ruhm und Erfolg, bis alle ihr Handeln noch einmal überdenken müssen.

Nachdem Jason sich geoutet hat, versinken alle im Chaos. Er bleibt allein mit seinen Ängsten und Zweifeln auf der Suche nach dem richtigen Selbst. Auch Sam treibt orientierungslos durch eine auf den Kopf gestellte Gefühlswelt.

Leider bleiben die Charaktere im Laufe der Handlung irgendwie blass. Ich konnte niemanden wirklich greifen. So war ich zwar stille Beobachterin, aber gefühlsmäßig nicht sonderlich involviert. Einige Passagen sind emotional gut ausgearbeitet, doch meist plätschern die Gedanken und Ereignisse nur zart an der Oberfläche entlang.
Dieser Roman wirkt auf mich halbherzig und zum Ende hin rasch erzählt. Das kann John Boyne eigentlich besser.

„Mein Bruder heißt Jessica“ ist eine nette Geschichte, die auf der Welle der Genderbewegung mitschwimmt, aber nicht sonderlich heraussticht.

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