Rezension „Willkommen im Meer“ von Kai-Eric Fitzner – Knaur Taschenbuch

Taschenbuch: 432 Seiten

Verlag: Knaur TB (24. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426519119
ISBN-13: 978-3426519110
D: 9,99 Euro

Inhalt:

Das Buch, das einen „Lovestorm“ entfachte

Im Mai 2015 erlitt Kai-Eric Fitzner einen Schlaganfall. Seine Frau veröffentlichte daraufhin einen verzweifelten Aufruf, den selbstverlegten Roman ihres Mannes zu kaufen und so die Familie in schwieriger Zeit zu unterstützen. Über Nacht wurde „Willkommen im Meer“ ein vielgeliebter Bestseller. Mittlerweile ist der Autor aus dem Koma erwacht und versucht, sich ins Leben zurück zu kämpfen. Sein Traum, bei einem Verlag veröffentlicht zu werden, hat sich mit dieser nun bei Knaur publizierten Ausgabe erfüllt.

Tim ist Lehrer mit Leib und Seele. Seine Mission: die Schüler zu ermuntern, nicht alle Dinge einfach hinzunehmen, sondern sie zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Mit seinem Lehrstil eckt er an seiner neuen Schule in Oldenburg gewaltig an. Dass er und seine Frau sich auch noch privat mit einigen Schülern anfreunden und einen verzweifelten Oberstufenschüler gar bei sich einziehen lassen, macht seine Situation nicht leichter. Bald droht man dem unkonventionellen Lehrer mit Berufsverbot. Doch auch wenn Tims Gegner mit harten Bandagen kämpfen – sie haben die Rechnung ohne Tims Familie und ohne seine Schüler gemacht.

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Der Autor:

Kai-Eric Fitzner kam 1970 in Bremen zur Welt. Sein Frühwerk, die Geschichte vom geschenkgierigen Hasen, verfasste er im Alter von sieben Jahren und sorgte damit auf Omas Geburtstagsfeier für Furore. Auf die Schulzeit folgte ein geisteswissenschaftliches Studium, das Anfang des neuen Jahrtausends konsequenterweise in einer IT-Karriere mündete. Heute lebt er mit seiner Familie in Oldenburg und ist ein gefragter Vortragsredner.

Quelle: Amazon

Rezension:

Die Auswahl dieses Buches habe ich mir medienbedingt bestimmen lassen.
Der Hintergrund der Veröffentlichung und die tragische Geschichte des Autors haben die Gemüter vieler Leser, so auch mich, sehr bewegt. Da der Klappentext bereits verrät, dass diese Geschichte aus dem normalen Rahmen fällt, war ich natürlich auch recht neugierig.
Warum also nicht neue Lesewege einschlagen und dabei etwas Gutes tun. Anders muss nicht schlecht sein und kann, wie ich aus Erfahrung weiß zu tollen Leseentdeckungen und frischem Leseschwung führen.

Aufgrund der Publicity und dem Erfolg des Buches setzte ich die Messlatte meiner Erwartungen recht hoch an. Zu hoch?

Kai-Eric Fitzner verwendet für seinen Protagonisten die Ich-Perspektive und ich mag Bücher, die in diesem Stil geschrieben sind. Dennoch tat ich mich mit dem Einstieg in die Erzählung schwer.

Die Charaktere rund um Tim Schäfer entbehren – genau wie der Protagonist selbst – zwar nicht einer großen Bandbreite an Eigenschaften und interessanten Zügen, verbleiben aber in einer eigenen, für mich nicht greifbaren Welt. Ich konnte mich mit keiner Person identifizieren und sie berühren auch keinen besonderen Punkt in mir. Seltsam distanziert beobachtete ich Tim Schäfer in seinen Handlungen, folgte seinen Ansichten und lauschte seinen Äußerungen, ob diese nun im Dialog oder einer Art Selbstgespräch erfolgten.
Die Gedankensprünge im Ablauf selbst erschwerten den Zugang für mich als Leser. Es war nicht immer einfach einen Weg durch das Chaos zu finden. Die dargestellten Lebensansichten des Lehrers Schäfer sowie dessen Privatleben ließen mich nur hoffen, dass meinen Kindern ein solches „Vorbild“ in der Schule erspart bleibt.
Ein wenig Hippie, ja, das wünschte ich mir manchmal schon von einem Lehrer. Klingt ja auch cool. Doch kommt Alkohol ins Spiel, der dann auch noch mit den Schüler geteilt  und dies als Lappalie hingestellt wird, dann reagiere ich allergisch. Allgemein wirkt das komplette Konstrukt eher fragwürdig, als überzeugend.

Dabei entbehrt die Geschichte nicht einiger guter Ansätze. Die hier provozierte Gesellschaftskritik ist nicht zu übersehen und lässt den Leser über bürokratische Hürden, gesellschaftliches Miteinander und den Sinn, den wir unserem Leben geben, nachdenken. Hierarchien werden angezweifelt und die Schüler zu eigenständigen Denken aufgefordert. Hierbei sollen sogar Grenzen überschritten werden. Fortschritt, auch gesellschaftlicher Natur, wird nur durch Mutige, die ihren eigenen Weg gehen und dabei nicht immer Normkonform vorgehen erwirkt.
Dennoch war mir das ständige gegen den Strom schwimmen auf die Gesamtlänge des Buches zu viel und zu unrealistisch. Es waren, ich möchte mal sagen, zu viel Rebellion gegen die Gesellschaft und zu wenig greifbarer Inhalt versammelt.
Der Autor konnte mich nicht wirklich fesseln oder mitreißen und selten war ich so froh, ein Buch beendet zu haben.

Das Buch profitiert enorm von der tragischen Lebensgeschichte des Autors und der Medienpräsenz. Ich bezweifle, dass es ohne diesen Hintergrund den gezeigten Erfolg erzielt hätte.

Eine sehr eigene Geschichte, zu der es sicher zwiespältige Meinungen gibt, so dass sich jeder selbst sein eigenes Bild machen sollte.

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Es gibt Gewinner – Auslosung der Verschenkeaktion zum Welttag des Buches

Ich möchte mich allen, für Eure Teilnahme und die Buchtipps bedanken.
Die Glücksfee hat ausgelost und die nachfolgenden Gewinner ausgelost.

Das erste Buch „Das Glück kommt nicht allein“ bekommt

Jennifer Siebentaler

Das zweite Buch „Brief an meine Schwester“ findet ein neues Zuhause bei

Das Testcafe

Ich wünsche Euch beiden viel Spaß mit den Büchern!

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Welttag des Buches – Verschenkeaktion

Gestern war der Welttag des Buches und ich hoffe, alle Lesesüchtigen und die, die es noch werden möchten, haben diesen Tag mit etwas buchigem verbringen können.
Wir haben einen tollten Familienfeiertag mit Freunden verbracht und es wurde dann später als gedacht, so dass ich erst heute dazu komme, Euch bzw. zwei von Euch beschenken zu dürfen.

Das erste Buch, dass ich auf die Reise schicken möchte, ist „Brief an meine Schwester“ von Leslie Malton aus dem Aufbau Verlag.

Mich hat dieses Buch sehr berührt und wenn Ihr nicht sicher seid, ob es etwas für Euch ist, dann folgt einfach dem Link und macht Euch anhand meiner Rezension zum Buch ein Bild.

Das zweite Buch, mit dem ich jemandem eine Freude bereiten möchte ist „Das kleine Glück kommt nicht allein“ aus dem Coppenrath Verlag, denn so ein bisschen Glück kann jeder von uns gebrauchen.

Schreibt mir einfach, über welches der beiden Bücher Ihr euch freuen würdet und vielleicht zieht es dann in der nächsten Woche bei Euch ein. Wer mir noch ein paar interessante Buchempfehlungen hinterlässt, zaubert auch mir ein Lächeln ins Gesicht.

Bis Dienstag, 26.04.2017 um 23.59 Uhr könnt Ihr einen Kommentar hinterlassen und hüpft damit direkt in den Lostopf. Ich drücke allen die Daumen.



Das notwendige Kleingedruckte:

  • Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung der Eltern.
  • Der Gewinner oder die Gewinnerin wird auf dem Blog bekanntgegeben. Wenn ihr mir mir eine Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme hinterlasst, informiere ich Euch auch persönlich.
  • Versand nur innerhalb von Deutschland. 
  • Für den Postversand wird keine Haftung übernommen.
  • Keine Barauszahlung möglich.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Rezension „Heringsmord“ von Sina Beerwald – Emons Verlag

Broschiert: 192 Seiten
Verlag: Emons Verlag (25. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954517825
ISBN-13: 978-3954517824
D: 10,90 Euro

Inhalt:

Ein Leben auf Sylt? Ein Traum! Jedenfalls für das Rentnerpaar Frieda und Ernst Schmälzle. Da das Ersparte für ein Reetdachhäuschen jedoch nicht reicht, lassen sie sich mitsamt Spätzlespresse und Dackel Gustav auf dem Kampener Campingplatz nieder. Doch zwischen Gemeinschaftsdusche und Chemietoilette schwelen die Konflikte, und in der Ehe der Schmälzles beginnt es heftig zu kriseln – bis ein Platznachbar ermordet aufgefunden wird und Frieda die Unschuld ihres Mannes beweisen muss.
Ein urkomisches Ermittlerduo zwischen Wattvilla, Wohnwagen und Whiskymeile.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Sina Beerwald, 1977 in Stuttgart geboren, wanderte vor acht Jahren mit zwei Koffern und vielen kriminellen Ideen im Gepäck auf die Insel Sylt aus und lebt dort seither
als freie Autorin. Seitdem sind sieben erfolgreiche Romane und der Erlebnisführer ‚111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss‘ erschienen. Sie ist Preisträgerin des
NordMordAward und des Samiel Award. www.sina-beerwald.de

Quelle: Amazon

Rezension:

Aussteigen, den Lebensabend an einem ganz besonderen Ort verbringen, mehr Zeit für sich und füreinander haben – das wünschen wir uns alle irgendwie.

Frieda und Ernst verwirklichen ihren Traum, allerdings mit einigen Abstrichen. Das Häuschen auf Sylt ist unbezahlbar und so entschließen sie sich Dauercamper auf der Trauminsel zu werden und schon beginnen die Turbulenzen. 

Dauercamper sind ein ganz eigenes Völkchen und aus dem geruhsamen Lebensabend entspinnt sich für beide das Abenteuer ihres Lebens. Es herrschen Missgunst und Intrigen auf dem Platz. Wem darf man trauen?
Frieda und Ernst sind an einem Punkt angelangt, an dem sie kaum noch miteinander reden, eher neben einander her leben. Doch beide haben ihre Träume und Wünsche. Jedoch ist es manchmal besser, wenn ein Traum ein Traum bleibt…
Sie brechen aus Gewohnheiten aus und müssen sich selbst bzw. ihre Beziehung zueinander neu finden. Dabei haben beide so einige Klippen zu umschiffen und nebenher auch noch einen Mord aufzuklären. Währenddessen geraten unsere Protagonisten in ziemlich merkwürdige Situationen und auch die Leiche hat noch so einiges zu überstehen.
Die Auflösung und Entlarvung des Täters versprechen am Ende eine Überraschung.
Obwohl Sina Beerwald immer wieder kleine Hinweise in die Handlung einfließen lässt und sich für den Leser manch eine Vermutung oder Zusammenhänge letztendlich bestätigen werden, bleibt die Identität des Mörders bis kurz vor Schluss im Nebel verborgen.
Mir hat der Schreibstil, bei dem wir die einzelnen Situationen abwechselnd mit den Augen von Frieda und Ernst betrachten und so mehr über die Gefühlswelt der beiden erfahren, sehr gefallen.
Mit einem Augenzwinkern und viel Humor stolpern wir mit ihnen in einige recht utopisch anmutende, aber nicht unmögliche Situationen.

Fazit:

Ein spannender Inselkrimi mit besonderem Charme, der trotz des ernsteren Hintergrundes dem Leser immer wieder ein Schmunzeln entlocken wird.

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Interview mit Reiner Engelmann zur Leipziger Buchmesse 2016

Am Buchmessefreitag, 18.03.2016 wurde an Herrn Reiner Engelmann der FDA Literaturpreis für Toleranz, Respekt und Humanität 2016 verliehen. Im Vorfeld dieser Ehrung durfte ich mit ihm ein interessantes Interview führen.
Nehmt euch ein wenig Zeit, denn ich konnte einen sehr sympathischen, bescheidenen und beeindruckenden Menschen erleben, der sein Herzblut in seine Arbeit Gegen das Vergessen steckt.

Da ich Reiner Engelmann gern den Schlusssatz in diesem Interview überlassen möchte, bedanke ich mich an dieser Stelle bereits bei Herrn Engelmann und seiner Lebensgefährtin für das wundervolle Gespräch und die Zeit, die sie sich während und auch noch nach dem Interview genommen haben.

Interview


Was mich immer beschäftigt, wenn ich ihre Bücher zur Hand nehme ist: 
Wie muss man sich die Kontaktaufnahme zu Überlebenden des Holocaust vorstellen? Oder kommen auch Zeitzeugen direkt auf sie zu?

Also nachdem feststand, dass ich dieses zweite Buch „Wir haben das KZ überlebt“ schreiben würde, bin ich auf die Zeitzeugen zugegangen. Es ist nicht ganz einfach, diese Menschen zu finden und davon zu überzeugen, darüber zu reden. Es gibt viele, die können nicht darüber reden. Ich habe viele kennengelernt, die sagen: „Dieses Thema ist für mich tabu.“ Andere können es und so habe ich angefangen über das Internet zu recherchieren, wer lebt noch, wer erzählt seine Geschichten. Wenn jemand seine Geschichten erzählt, findet man das dadurch, dass man über sie Zeitungsartikel findet, sie an Schulen gehen, an Volkshochschulen oder Hochschulen. Und so bin ich an diese Menschen heran gekommen, habe ganz schlicht und einfach angerufen und mich vorgestellt und gesagt: „Dieses Projekt würde ich gerne machen. Hätten sie Lust, das Interesse daran mitzuarbeiten, zur Verfügung zu stehen, um ihre Geschichte zu erzählen.“. Und die waren von Anfang an mit dabei, ich habe keine Absage bekommen, von Niemandem. Nach den ersten Vorgesprächen, haben wir später Termine vereinbart und dann haben wir die so nach und nach aufgesucht.

Alle Gespräche mit den Zeitzeugen haben wir, wie das heutige Interview, aufgenommen und das war die Grundlage für das, was ich hier geschrieben habe.

Wichtig war mir, dass muss ich auch noch sagen, dass ich keinen vorbereiteten Fragekatalog hatte, den ich abarbeiten wollte. Ich wusste, die haben unsägliches erlebt. Und wenn sie bereit sind zu reden, dann reden sie über das, worüber sie reden können und nicht über das, wo ich vielleicht noch das ein oder andere herauskitzeln würde. Einer hat davon erzählt, dass da ein Journalist bei ihm war, der so nachgebohrt hat, dass er nachher nicht mehr konnte und nur noch geheult hat. Das wollte ich vermeiden.

Sie sollten freiwillig erzählen, dass was sie erzählen konnten. Viele haben mehr erzählt, als sie sonst erzählen. So kamen die Kontakte und Begegnungen zustande.

Diese Gesprächstermine gehen mit sehr vielen Gefühlen einher. Sie gehen nach Hause und haben eine Fülle an Eindrücken und Informationen zu verarbeiten. Da kehrt man nicht einfach so in den Alltag zurück. Ich stelle es mir sehr schwierig vor.
Als Leser kann man das Buch zuklappen, man kann sich eine Auszeit gönnen und dann, wenn man wieder in der Gefühlslage ist, das Buch erneut zur Hand nehmen. Sie schreiben nicht nur fünf Minuten an diesem Thema, sondern über einen längeren Zeitraum. Man kann das Gehörte zu Hause nicht wie einen Ballast beiseitelegen, wie wir Leser ein Buch.
Wie gehen sie mit diesen Gefühlen um?

Es ist äußerst schwierig, das wirklich so über einen längeren Zeitraum auszuhalten.
Als ich das Buch geschrieben habe „Wir haben das KZ überlebt“, habe ich drei Monate nur geschrieben. Es gab aber Phasen während des Schreibens, da konnte ich einfach nicht mehr.

Ich hatte alles auf Band aufgenommen, alles was wichtig war von diesen Zeitzeugen, mir das immer wieder angehört, konnte damit diese Grausamkeiten spüren. Ich konnte es kaum ertragen und ich wusste nicht, wie ich das aufschreiben sollte. Geholfen hat mir, dass ich mir sagte, nicht ich schreibe über meine subjektiven Empfindungen über dieses Gehörte überhaupt. Ich lasse diese Menschen einfach zu Wort kommen. Ich habe dann vieles, von dem was ich geschrieben habe, wortwörtlich von den Zeitzeugen übernommen.

Es war für mich und auch für diese Menschen noch einmal die Möglichkeit gewesen, dass was sie erlebt haben zu erzählen. Und ich habe es aufgeschrieben. Es gab Momente, wo ich einfach abends oder nachts das Licht ausmachen musste, musste einfach einen Tag warten, um so mit einem zeitlichen Abstand, noch einmal einen neuen Zugang zu finden. Und dann kam mir die Idee, warum nicht das einfach wörtlich so wiedergeben, was die Menschen gesagt haben.

Haben sie Personen in ihrem Umkreis, mit denen sie darüber gesprochen haben? 

Ihre Frau nickt gerade…

Ja. Sie war immer bei allen Gesprächen mit dabei. Sie hat gezeichnet während der Zeit und hat die Menschen porträtiert. Es war für mich einfach wichtig gewesen, dass man jemanden dabei hatte, der dazugehörte und mit dem man gemeinsam darüber reden konnte.

Ich hatte bisher einmal die Möglichkeit, persönlich einer Zeitzeugin zu begegnen. Eva Schloss hat mich durch die Ausstrahlung einer starken inneren Ruhe sehr beeindruckt. Sie vermittelten den Eindruck einer richtigen Dame, ohne unnahbar zu erscheinen.
Welchen Eindruck haben sie von den Zeitzeugen gewonnen? Sind diese in sich ruhender als Menschen gleichen Alters, die vielleicht andere Dinge erlebt haben?

Ja, es sind Menschen, mit sehr viel Energie. Wenn sie reden, wissen sie genau worüber sie reden. Sie wissen, was sie durchgemacht haben. Mit ihren Gedanken, ihren Ideen, was sie erlebt haben und wie sie das rüber gebracht haben, wurde dies deutlich.

Es war faszinierend. Das ist auch etwas, dass mir beim Schreiben selbst immer wieder auffiel und geholfen hat.

„Mensch, diese Leute haben so unsägliches erlebt, sind trotzdem noch so voll Energie und hadern überhaupt nicht mit ihrem Leben, sondern wollen nun noch einmal, das was sie erlebt haben erzählen. Aber nicht, weil sie sich damit in den Mittelpunkt stellen wollen, sondern weil sie allesamt gesagt haben – Das was wir erlebt haben, darf sich nicht noch einmal wiederholen.“.

Und das macht es eigentlich aus, diese Begegnungen mit diesen Menschen. Diese Vorstellungen, dieser Wille, dass sich das nicht noch einmal wiederholen soll. Diese Kraft, mit der sie dann ihre Geschichten erzählt haben. Das war sehr beeindruckend.

Es ist beeindruckend, dass sie sich bei dem was sie schreiben, als Autor so weit zurück nehmen können und nur die Person, um die es in diesem Moment geht, in Vordergrund zu stellen.
Wie gelingt es ihnen, diese emotional tiefen Ereignisse in schlichte prägnante Worte zu kleiden, ohne direkte persönliche Wertung?
Ebenso ein umfassendes Leben, wie das von Wilhelm Brasse, in Kurzform nieder zu schreiben, dabei allem gerecht zu werden und dennoch diese Intensivität zu erreichen?

Mir ging es einfach darum, mich komplett zurück zu nehmen. Und diese Menschen, diese Zeitzeugen noch einmal zu Wort kommen zu lassen. Das war mir wichtig gewesen. Für mich war ganz unwichtig, welche Emotionen ich dabei habe. Möglicherweise kommt es an der einen oder anderen Stelle raus. In dem, was ich vielleicht weggelassen habe, oder was ich erzählt habe. Doch das eigene Erzählen wollte ich ganz weit zurückstellen oder eigene Interpretationen. Das war mir nicht wichtig gewesen, ich wollte einfach diese Menschen, diese wichtigen Menschen, zu Wort kommen lassen.

Es wird immer schwerer Menschen zu finden, die diese Zeit auch wirklich erlebt haben und aus persönlichem Erleben davon berichten können. Ist es auch denkbar, dass sie in Zukunft ein Buch über jemanden, der diese Zeit nicht überstanden hat oder den man nicht mehr greifen kann, weil einfach so viele Jahre vergangen sind, aus Erzählungen von Nachkommen zu schreiben? 

Die Zeitzeugen sterben aus. Der erste ist bereits tot, der in meinem Buch festgehalten ist. Aber ganz viele haben geheiratet, Familien gegründet und haben Kinder. Das, was diese Menschen erlebt haben, haben sie an die nächste Generation in irgendeiner Form weitergegeben.

Ich erinnere mich an die Tochter von Anna De Vries, die zu dem Gespräch, als wir dort waren, hinzu kam Und sie hat dann gesagt: „Irgendwie hatten wir alle eine Macke gehabt.“ 

Und dann hat sie gesagt: „Wir mussten alle eine Therapie machen. Dann kam so nach und nach zum Vorschein – die Mutter war im KZ Auschwitz und hat so bestimmte Dinge an uns weiter gegeben. Gut, dass wir wussten, woher es kam.“ So bestimmte Ängste hat sie auf die Kinder übertragen. 

Und einen bestimmten Ordnungssinn, diesen vor allen Dingen. Und was Anna ganz klar gesagt hat: „Ich konnte kein Essen wegschmeißen.“ Das hat sie auch an die Kinder so weitergegeben. Wenn die Kinder keinen Hunger mehr hatten, dann ist eben das Essen stehen geblieben und Anna hat gesagt: „Wenn es zum Mittag nicht gegessen wird, kommt es heute Abend noch einmal auf den Tisch.“ Und das waren Dinge, die nicht verstanden worden sind. Es kam im Erwachsenenalter dieser Kinder zum Vorschein und ist dann ausgebrochen. 
Die Tochter sagte, wir mussten eine Therapie machen. Es ist für sie auch nicht so tragisch gewesen. Sie sagte: „In jeder Familie gibt es irgendwo Probleme und die einen machen Therapien und die anderen tragen dies als Paket ihr Leben lang mit sich rum.“ Von daher ist sie sehr offen damit umgegangen. 
Es gibt in der Tat interessanten Forschungen, Untersuchungen und Publikationen zum Thema der nachfolgenden Generationen. Das ist ein ganz spannendes Thema.

Wäre dies auch ein Thema für sie?

Das könnte einmal ein Thema sein, ja. Das wäre sicher ganz interessant. Im Augenblick habe ich noch ein anderes Thema, das ich bearbeite. Aber ganz aus dem Sinn ist das Thema nie.

Ihre Bücher und auch öffentlichen Äußerungen beschäftigen sich mit einer Thematik, die nicht immer auf Wohlgefallen trifft. Hatten sie bereits mit persönlichen Anfeindungen zu kämpfen?

Bislang noch nicht. Das bleibt auch hoffentlich so.

Wie sehen sie die Thematisierung „Holocaust“ an Schulen? Kommt dieses Thema zu kurz? Nicht nur auf diesen Punkt bezogen, sondern die geschichtlichen Fragen dieser Zeit generell?

Meine Tochter besucht z. Z. die 7. Klasse des Gymnasiums und ich konnte bislang nicht feststellen, dass hier überhaupt eine Art Thematisierung z. B. über das Buch „Das Tagebuch der Anne Frank“ oder anderweitige für diese Altersklasse geeigneten Bücher erfolgte und man bemüht wäre, Interesse daran zu wecken.

Ich kann ihnen jetzt einfach mal ganz persönliche Erfahrungen mit Schulen wiedergeben. Ich bin in Rheinland Pfalz in einem Fortbildungsprogramm zum Thema „Rechtsextremismus im Alltag“. Dort mache ich bei jedem Seminar vor 120 Schülern zwei Workshops zum Thema Menschenrechte und Rechtsextremismus im Nationalsozialismus. So kurz zum Inhalt.

Wenn ich mit dem Thema „Nationalsozialismus“ im Workshop anfange und frage: „Was habt ihr in der Schule schon darüber gehört?“ Dann sagen sie alle „Ach alter Kaffee, alles schon tausendmal gehört. Alles schon besprochen. Wir wissen Bescheid.“ Ich lasse mich davon aber nicht beirren, weil ich genau weiß, was diese Schülerinnen und Schüler in der Schule darüber gehört haben. Die wissen etwas über die Nürnberger Gesetzte, die wissen etwas über die Wannseekonferenz, die wissen, wann Hitler an die Macht gekommen ist, die Judengesetzgebung etc.
Und der Nationalsozialismus hat im Übrigen in Berlin stattgefunden…
Wenn ich dann erzähle und vorlese, von Menschen, die darunter gelitten haben, also über Zeitzeugen erzähle, dann kriegen die auf einmal so ganz große Augen, machen den Mund auf und sagen: „Das haben wir doch gar nicht gewusst. Das ist wirklich passiert?“

Die können nicht nachvollziehen, was damals tatsächlich passiert ist. Sie bekommen einen ganz anderen Blick auf diese Zeit. Deswegen denke ich, Lehrer müssen schon etwas mehr machen, als Daten, Fakten und Zahlen zu vermitteln, sondern müssen erzählen, wie das Leben sich abgespielt hat. Da ist Anne Frank ganz klar eine Hilfe.

Ich habe gestern mit der Stiftung Lesen gesprochen. Dieser Film ist ja jetzt ganz neu in den Kinos angelaufen und ich habe das Unterrichtsbegleitmaterial für die Stiftung Lesen zu diesem Thema geschrieben. Die die haben gesagt, es ist 10.0000 Mal von Schulen downgeloadet worden. Es gibt da schon Bedarf, da scheinbar etwas gemacht wird. Jetzt ist der Film, nächstes Jahr läuft kein Film „Anne Frank“…

Dieser Film ist auch sehr intensiv. Ich war selbst in einer sehr frühen Nachmittagsvorstellung, was sicher ungünstig war, aber saß in diesem Saal ganz alleine. Es hätte ja auch ein Schulausflug organisiert werden können. Jugendliche im Alter von 15/16 gehen nicht freiwillig in diesen Film, da laufen nebenan interessantere Filme.

Ja. Ich weiß wie schwer es ist, mit Schulklassen ins Kino zu gehen. Ich weiß aber auch von der Stiftung Lesen, dass dieser Film von Schulklassen in Vormittagsvorstellungen ganz gut besucht ist. Nachmittags ist dies schwerer zu organisieren.

Wie empfinden sie die Resonanz von Jugendlichen auf ihre Bücher. Gibt es da Unterschiede zwischen Alten und Neuen Bundesländern oder hat sich das mittlerweile so breit gefächert, dass man da keine Unterschiede erkennen kann.

Ich habe festgestellt, dass sie bei Lesungen sehr intensiv zuhören, und wenn es dann vorbei ist, anfangen zögerlich zu fragen. Dies führt dann zu intensiven Gesprächen,
Das finde ich immer ganz erfrischend. Das man auch gerade nach so einem schweren Thema, den Weg findet, darüber zu reden.

Sie organisieren für Jugendliche und Erwachsene Bildungsreisen nach Ausschwitz. Wie erleben sie die Berührung mit der Geschichte dieser doch unterschiedlichen Personengruppen in der direkten Konfrontation?

Es gibt massive Unterschiede.

Wenn man mit Jugendgruppen reist, das funktioniert eigentlich ganz gut.

Was ganz spannend ist, mit Erwachsenen unterwegs zu sein. Wir waren jetzt zweimal mit Erwachsenen dort gewesen,die sich vorher zum Teil überhaupt nicht gekannt haben. Und interessant ist auch, dass muss man einfach noch dazu sagen. Die erste Bildungsfahrt mit Erwachsenen hat das katholische Erwachsenenbildungswerk Bad Kreuznach ausgeschrieben, mit aus unserem Kreis kommenden Leuten. Anmeldungen kamen aus ganz Deutschland und bei der zweiten hat sich das ganz ähnlich verhalten. Und nun hat sich das Ganze herumgesprochen. Aufgrund der beiden Bücher kommen die Menschen jetzt aus München, Norddeutschland, Berlin etc. Wir haben gehört, Sie fahren nach Auschwitz. Können wir da mit? Das sind ganz spannende Sachen. Die letzte Bildungsfahrt mit Erwachsenen war letztes Jahr im September
Das war umwerfend. Das war toll. Wie schnell diese Gruppe zusammengewachsen ist. Dadurch, dass wir ein Thema hatten, diese Begegnung mit der Geschichte, die allabendlichen Nachbesprechungen, ist diese Gruppe so schnell zusammengewachsen. Auch emotional waren wir dann sehr schnell, sehr eng beieinander.

Wir haben dann auch Nachtreffen gehabt, ein paar Wochen später. Da waren alle da. Aus Norddeutschland, aus Hessen kamen sie und haben viele Stunden an diese Tage miteinander verbracht und sich noch einmal erinnert

Wir hatten eine gemeinsame Lesung, eine Konzertlesung, in der Synagoge. Dazu hatten wir die Gruppe abends eingeladen und nachmittags war das Nachtreffen.

Anmerkung von , Bernadette Boos, der Lebensgefährtin von Herrn Engelmann

Wenn man in Auschwitz ist, erlebt man schon eine Art Grenzerfahrung. Wenn man sich emotional darauf einlässt. Es gibt tatsächlich diese Gruppen, die so in einer Stunde durchgeschleust werden, die Auschwitz quasi als einen Programmpunkt abhaken – eher wie von der Sehenswürdigkeitsliste. Dann passiert vermutlich weniger, auch mit einem selber. Wenn man sich 5 Tage dort aufhält und sich auch Zeit lässt, dann bewirkt es etwas mit einem und natürlich der Gruppe auch. Die Gruppe fängt einen auch auf und deshalb reisen viele Leute mit uns, weil sie sagen: „Alleine habe ich mir das nicht zugetraut.“

Wir versuchen das dadurch aufzufangen, dass wir füreinander da sind. Alles was da rauskommen kann. Auschwitz ist für mich so ein Endpunkt für das, was Menschen anderen Menschen antun. Interessanter Weise auch, was Menschen überleben können und zwar nicht nur physisch, auch innerlich ungebrochen. Sie sind nicht gebrochen, sondern starke Persönlichkeiten, die alle berichten, dass ihnen Freundschaft, Solidarität im Lager, Mitgefühl und Empathie geholfen haben zu überleben.

Das ist auch das, was unsere Teilnehmer von der Fahrt mitnehmen, dass es auf jeden einzelnen Menschen, auf seine Empathie ankommt. Und das ist bei so einer Fahrt großartig.

Kennen sich die Zeitzeugen auch untereinander?

Die beiden kennen sich Erna de Fries und Ester Bejarano.

Haben sie Kontakte zueinander?

Kontakte eher weniger. Die beiden kennen sich, da sie im gleichen Lager in Ravensbrück waren.

Karol Tendera lebt in Krakau und kannte den Tadeusz Sobolewicz.
Sobolewicz ist leider letztes Jahr im November gestorben.

Haben sie noch Kontakt zu den Zeitzeugen?

Ja, sie rufen auch teilweise an und suchen das Gespräch. Obwohl es nur dieser eine Interviewtermin war, ist das Verhältnis doch sehr familiär geworden. Es ist eine enge Vertrauensbasis entstanden und man freut sich über diesen Kontakt.

Sind sie dann eher in politische Berufe gegangen?

Gar nicht. Was Eva gemacht hat, weiß ich jetzt nicht, doch sie waren Ingenieure, Immobilienmakler. Erna de Vries z. B. wurde Hausfrau und Mutter, hatte aber auch eine Krankenschwesterausbildung. Philomena war Musikerin/Tänzerin und machte hier nach dem Krieg eine zeitlang weiter, bis sie dann eine große Familie gegründete.

Alle sind Beziehungen eingegangen.

Was allen gleich ist, als diese Zeit vorbei war, sie frei waren ist eine große Sehnsucht. Sie wollten jetzt anfangen zu leben. Sie haben das gemacht, was für viele Menschen ganz normal ist. Sie haben geheiratet und Familien gegründet.

Und was allen gemeinsam ist, dass sie viele Jahre über ihre Erfahrungen überhaupt nicht gesprochen haben. Sie konnten das nicht, weil sie Angst hatten, wenn ich das dem Ehepartner erzähle, macht der sich Gedanken, wie es mir ergangen ist.

Obwohl, Erna de Vries hat einen Mann geheiratet, der seine erste Frau und zwei Kinder in Auschwitz verloren hat. Die haben aber nie über ihre Erfahrungen in Auschwitz gesprochen Erna hat gesagt: „Wenn es einem von uns mal schlecht ging, wusste der andere genau: „Der denkt daran.“

Alle haben Albträume, bis heute noch. Josef Königsberg, der auf der einen Seite sagt: „Ich muss erzählen, doch wenn ich erzählt habe, geht es mir jedes Mal die ganze Woche schlecht.“ 

Edward Paczkowski geht es genauso. Er weint manchmal, wenn er erzählt. Er ist dann wieder so alt und ist dann wieder in dieser Situation. Alle sind auf ihre Art im höchsten Maße traumatisiert.

Die Auswahl der im Buch aufgeführten 10 Zeitzeugen ist auch sehr speziell. Es gibt sicher sehr viele Überlebende, die keine Partnerschaft eingegangen sind und ihr Leben nicht in den Griff bekommen haben. Sie sind kein Maßstab für alle Überlebenden.

Sie sind alle sehr stark und lebensfroh, sonst wären sie auch nicht so alt geworden. Diese zehn Zeitzeugen sind aber nicht repräsentativ.
Es gibt sicher auch andere Überlebende, die ihr Leben nicht in den Griff bekommen haben, die depressiv sind und soziale Störungen haben.

Es gibt Menschen, die haben nie mehr über diese Zeit gesprochen.
Wir kennen einen Zeitzeugen in Bad Kreuznach, wo wir leben. Sein Sohn hatte eine Ausstellung in der Kreisverwaltung. Wir haben dort eine Konzertlesung gehalten und gedacht, er würde kommen. Dem war dann leider nicht so. Sein Sohn sagte: „Er geht zu diesen Veranstaltungen nie.“

Ihnen wird ja in 1 ½ Stunden ein ganz besonderer Preis verliehen. Haben sie dies den Zeitzeugen verraten oder halten sie es doch etwas geheim? Der Preis bezieht sich zwar vorrangig auf das Buch „Der Fotograf von Ausschwitz“. Dieses Buch steht hierfür im Vordergrund, doch ich denke, man muss beide Bücher in einer Art Einheit betrachten. Auch alle ihre anderen Arbeiten.

Ich weiß gar nicht, ob ich denen das allen mitgeteilt habe. Ich habe zwar viele Menschen darüber informiert, dass ich diesen Preis bekomme. Nein, so direkt noch nicht. Aber ich würde das auf jeden Fall noch machen. Weil für mich dann immer „Der Fotograf von Auschwitz“ im Mittelpunkt für diese Auszeichnung stand. Wilhelm Brasse lebt nicht mehr, dem kann man es nicht mehr erzählen.

Mich würde interessieren, welche Reaktionen es gegeben hat… 

Es ist gerade jetzt, in einer Zeit, in der wir erneut konträr mit den Erfahrungen aus der Geschichte gehen und Erinnerungen negativer Art wachgerufen werden, doch wieder ein positiver Ausblick.

Ich sehe das auch so, dass diese Auszeichnung, dieser Preis, noch einmal Auftrieb gibt. Einmal für mich per persönlich, der mir sagt: „Hast du richtig gemacht, musst du weiter machen.“ Aber ich hoffe auch, dass wir so ein bisschen bewirken, dass das Buch noch bekannter wird dadurch und mehr gelesen wird. Das sich mehr Gedanken darüber machen, was damals passiert ist. Auch, dass man die Gegenwart ein bisschen beleuchtet und überlegt: „Sind wir vielleicht wieder auf einem ähnlichen Weg in eine solche Vergangenheit.“

Wenn wir einmal die Themen Holocaust, Menschenrechte – Politik allgemein – ausschließen, über welche Person oder welches Thema würden sie gern einmal ein Buch schreiben?

Im Augenblick fällt mir da gar nichts ein. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass ich so viele Ideen habe, für Bücher, die mit diesem Ideenkomplex zusammenhängen, dass mein Kopf dafür gar nicht frei ist.

Im Augenblick bin ich mit dem nächsten Thema direkt in der Gegenwart angelangt Es wird ein Buch zum Thema „Rechtsextremismus“ werden. Und es gibt noch so ein paar Dinge, die ich gerne machen würde. Es gibt in München noch einen Zeitzeugen, über den ich auch noch gerne schreiben würde. Ernst Grube. Wir hatten nur die Gelegenheit gehabt ein wenig miteinander zu telefonieren. Er sollte eigentlich bei der Buchpräsentation in München dabei sein. Ernst Grube ist jemand, der sehr detaillierte Erinnerungen an seine Kindheit hat. An die Zeit des beginnenden Nationalsozialismus und das finde ich so unendlich spannend. Kleinigkeiten winzige Details der Veränderungen darzulegen, aufzuzeigen, um zu sehen, da hat es hingeführt.

Eine weitere Buchidee war so vor ca. einem halben Jahr im Gespräch. Es gibt da ein Mädchen, das in einem Hipp Hopp-Projekt mitgemacht hat. Sie kommt aus Afghanistan und war mit ihren Schwestern und Familie 2-3 Jahre auf der Flucht. Sie hat dies in einem Hipp-Hopp-Text beschrieben.

Da kam die Idee, dies nachzurecherchieren, da sie auch bereit war darüber zu sprechen. Sich mit ihrer Schwester zusammen an bestimmte Orte zu begeben und zu erzählen, wie sie jetzt lebt und wie sie in Afghanistan gelebt hat. Der Verlag hat einen anderen Autor zu diesem Thema beauftragt, aber ich werde dieses Thema auch noch einmal aufgreifen.

Aber noch einmal zurück zu der Frage.

Ich werde demnächst zum dritten Mal Großvater. Es wird ein Junge. Mein ältester Enkel, der wird jetzt schon 18.

Für das Jahrbuch der Stiftung Lesen, das Buch, das sie immer zum Welttag des Buches herausgegeben, habe ich mit ihm einen Beitrag geschrieben. Mein Enkel hat damals die Idee gehabt, gemeinsam die Geschichte zu erzählen.

Ich bin jemand, der meinen Kindern und Enkeln gerne vorliest, Bilderbücher zeigt. Das gehört einfach zum Leben mit dazu, dass man mit den Kindern lebt. Das ist etwas, was ich denen vermitteln will. Das ist mir wichtig.

Dann vielleicht einmal ein Bilderbuch?

Ein Bilderbuch ja vielleicht, wäre denkbar.

Diese Themen mache ich, damit das Leben vielleicht einigermaßen gut wird.













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Meine Leipziger Buchmesse 2016 – #lbm16

Auch in diesem Jahr fieberte ich der Buchmesse in Leipzig entgegen. Im Mittelpunkt meiner Planung standen standen für mich Herzenstreffen und ein ganz besonderes Interview.

Der erste Tag begleitete mich mit Sonnenschein auf dem Weg zum Messegelände. Wie kann ein Tag schöner beginnen, wenn man direkt am Eingang von lieben bekannten Gesichtern begrüßt wird.

Leipzig ist die familiärere meiner beiden Buchmessen und genauso fühlt man sich vor Ort – wie in einer Familie. 

Am Donnerstag standen vorrangig Verlagstermine an und ich durfte schon einmal einen Blick in die neuen Verlagsprogramme werfen. Es wird in den nächsten Monaten wieder einige bemerkenswerte Neuerscheinungen geben. Seid gespannt.

Nebenbei blieb genügend Zeit durch die Hallen zu schlendern und der ein oder anderen Lesung beizuwohnen.

Zwei Interviewtermine auf der LVZ-Autorenarena standen ganz oben auf meiner Liste – 

einer mit Sky Du Mont

und der andere mit Bastian Pastewka.

Beide waren interessant und amüsant. Es ist toll, wenn Menschen, die man selbst bisher nur rein vom Fernsehen her kennt im realen Leben genauso sympathisch und authentisch wirken. 
Auch die sich anschließende Signierstunde vermittelte dieses Gefühl.
Und wie das so auf einer Buchmesse ist, hatte ich dadurch bereits die ersten beiden Bücher im Gepäck.
Den Abend beendeten wir in gemütlicher lustiger Runde beim Griechen. Es waren sehr schöne Stunden mit Euch Verena, Bini und Arndt. 

Freitag und Samstag war in in Gesellschaft meiner Cousine unterwegs.

Meinen ersten großen Termin hatte ich um 11.00 Uhr und war entsprechend aufgeregt. Ich durfte ein tolles Interview mit Reiner Engelmann führen, den hoffentlich viele von Euch durch seine Bücher „Der Fotograf von Auschwitz“ und „Wir haben das KZ überlebt“ kennen. Wenn nicht, dann wird es Zeit. 

Reiner Engelmann ist ein sehr zurückhaltender, bescheidener und wunderbarer Mensch, dem die Thematiken seiner Bücher mehr als nur am Herzen liegen. Ich bin sehr stolz und dankbar, dass er sich die Zeit für mich genommen hat.

Das Interview könnt Ihr in kürze auf meinem Blog lesen. Bitte nehmt euch ein wenig Zeit, da es doch etwas länger ausgefallen ist.


Im Anschluss um 13.00 Uhr wurde an Reiner Engelmann der FDA Literaturpreis für Toleranz, Respekt und Humanität 2016 verliehen. 

Hier gab es ein sehr emotionales Laudatio von Arndt Stroscher. 
Wer Interesse daran hat, kann über den nachfolgenden Link die Aufzeichung des Laudatios sowie die sich anschließenden Rede von Reiner Engelmann anhören.

FDA Literaturpreis für Toleranz, Respekt und Humanität 2016 Preisverleihung

Eine weitere Tagesplanung in dem Sinne gab es nicht

und wir genossen diesen Tag auf der Messe mit vielen tollen Begegnungen

und Impressionen.

Um 16.00 Uhr durfte ich am Glücksrad der Lieblingsautoren drehen und hatte sehr viel Glück. 

Ihr habt Euch hier unheimlich Mühe mit der ganzen Planung und Vorbereitung gegeben.

Neben einer tollen Plauderstunde mit Babsy Tom ergaben sich noch einige weitere schöne Gesprächsmomente.

Hier mit meiner Cousine Heike.

Dann wurde es auch schon Zeit, sich auf den Weg zum Hotel 

und der anschließend eingeplanten Häppchenlesung zu machen.

In diesem Jahr zeigten sich die Autorinnen der Häppchenlesung in einer neu durchgemischten Zusammenstellung.

Neben absolut leckerem Essen im Cafe Pascucci erwartete und ein sehr schöner lustiger Leseabend.

Und schon brach der letzte Messetag an. Als ersten Tagespunkt besuchten wir das Meet & Greet von Vorablesen auf der Netzwerkfäcke. Auch hier trafen wir wieder liebe alte Bekannte.

Andreas Pflüger list aus seinem aktuellen Thriller „Endgültig“
Mittags war ich beim dtv-Verlag zu einem Treffen mit einer wunderbaren Rita Falk eingeladen, 

die geduldig unsere Fragen zu ihren Büchern beantwortete.

Beim Lovelybookstreffen hatte ich in diesem Jahr leider nicht genügend Zeit, mich lange zu unterhalten, da wir auch erst kurz vor Beginn in den Saal huschen konnten. Besonders gespannt war ich auf Kate Morton. 
Dank der lieben Verena, die mit mir am Ende den Inhalt ihrer Goddiebag tauschte, durfte ich 
„Das Seehaus“ dann auch mit nach Hause nehmen. Ich könnte dich noch immer dafür knuddeln.
Neben kleineren Eckpunkten wie einer Lesung von Frieda Lamberti, 

war der restliche Nachmittag gefüllt mit Treffen und Begegnungen mit Menschen, die mir am Herzen liegen.

So ging wieder eine Buchmesse zu Ende. Mit vielen Begegnungen und Erinnerungen im Gepäck, machten wir uns auf den Heimweg – bis zur nächsten Buchmesse.

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Rezension „Mr. Gwyn“ von Alessandro Baricco – Hoffmann und Campe Verlag


    Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH (27. Februar 2016)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3455405614
    ISBN-13: 978-3455405613
    Originaltitel: Mr. Gwyn
    D: 22,00 Euro




    Inhalt:

    Jasper Gwyn, ein berühmter englischer Schriftsteller Anfang vierzig, fasst eines Tages einen weitreichenden Entschluss. In einem Zeitungsartikel listet er 52 Dinge auf, die er fortan nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch: Bücher schreiben. Stattdessen beschließt er, in seinem neuen Leben als „Kopist“ zu arbeiten und Porträts anzufertigen – dies allerdings nicht mit Pinsel und Palette, sondern in geschriebener Form. Er mietet ein Atelier an, wo ihm fortan Menschen Modell sitzen, die sich später in seinen Porträts gänzlich wiederfinden werden. Bis eine junge Frau auftaucht, die sich den strengen Regeln des Kopisten entzieht.

    Quelle: Amazon


    Der Autor:

    ALESSANDRO BARICCO, 1958 in Turin geboren, studierte Philosophie und Musikwissenschaft. Er ist Mitherausgeber verschiedener Literaturzeitschriften und von La Repubblica. 1994 gründete Baricco zusammen mit Freunden die Scuola Holden, eine Privatuniversität, an der er kreatives Schreiben unterrichtet. Neben seinen Romanen hat Baricco zahlreiche Essays, Erzählungen und Theaterstücke verfasst. Sein RomanSeide wurde zum internationalen Bestseller. Er wurde mit dem Premio Campiello, dem Premio Viareggio und dem Prix Médicis Étranger ausgezeichnet. Seide und Novecento wurden erfolgreich verfilmt.

    Quelle: Amazon


    Rezension:

    Dies ist mein erstes Zusammentreffen mit Alessandro Baricco. Es ist nicht immer einfach, neugierig durch die Welt zu laufen, doch in diesem Fall bin ich sehr dankbar für diese Charaktereigenschaft. Ohne sie, hätte ich Alessandro Baricco und Mr. Gwyn nie kennengelernt.

    Dieses Buch nahm mich mit auf eine ganz besondere Lesereise, die nur gelingt, wenn man sich komplett fallen und auf Mr. Gwyn einlässt.

    Wir erleben einen Mann, der am Höhepunkt seiner Kariere als
    Autor beschließt, einen völlig neuen Weg zu beschreiten und vermeintlich alten
    Ballast hinter sich zu lassen. So erstellt Jasper Gwyn eine Liste mit 52 Dingen,
    die er von nun an nicht mehr tun möchte. Stehen am Anfang noch ganz harmlose
    Stichpunkte, arbeitet sich die Liste bis zu dem letzten und einschneidensten
    Punkt vor – nie mehr schreiben. Kann ein eingefleischter Autor wirklich von
    einem Moment auf den anderen aufhören zu schreiben? Diese Frage geisterte
    direkt in meinem Kopf herum. Ich sage „Nein.“ und wirklich Unrecht habe ich
    damit nicht.
    Doch Mr. Gwyn ist davon überzeugt und auch sein Verleger und
    langjähriger Freund kann daran nichts ändern. Nach einer Zeit des Suchens
    findet Gwyn eine neue Lebensaufgabe – er wird Kopist. Nun klingt dieser Beruf
    ein klein wenig kurios und auch die Vorgehensweise der Umsetzung durch unseren
    Protagonisten wird dies sein, jedoch erleben wir ein ganz besonderes
    Lebensgefühl, wenn wir ihm folgen. 
    Er kopiert keine Schreiben oder Bilder, nein
    er erstellt Porträts in Schriftform. Dabei beobachtet er die zu porträtierende
    Person in einem geschlossenen Raum. Gespräche werden dabei fast nie geführt und
    die Person ist bar jeglicher Bekleidung. 
    Erlischt die letzte im Raum brennende Glühbirne, ist die
    Sitzungszeit beendet und der Auftraggeber erhält nach wenigen Tagen sein
    geschriebenes Porträt. Zu gern möchte man nun lesen, was Jasper Gwyn geschrieben hat, in welcher Form diese Porträtierung erfolgte und was genau sich ihm in all
    diesen Tagen über die Person offenbart hat. Bleibt dies ein Geheimnis zwischen
    Alessandro Baricco und Mr. Gwyn?
    Vielleicht…
    In diesem Fall haben Hoffmann & Campe uns Lesern ein
    wundervolles Geschenk bereitet.
    Das Buch ist nach dem Schlusssatz noch nicht zu Ende. Im
    Anschluss an die Hauptgeschichte dürfen wir „Dreimal im Morgengrauen“ genießen. Ob
    es sich hierbei um drei Porträts von im Buch vorkommenden Personen handelt oder einfach
    nur Geschichten, muss jeder für sich selbst herausfinden.
    Es ist erstaunlich zu beobachten, welche Veränderungen in
    den Menschen vor sich gehen, die einem ungewöhnlichen Umfeld ausgesetzt werden und wie man sich selbst als Leser in Raum und Zeit
    verliert. Es erwacht der Wunsch, selbst einmal Modell stehen zu wollen und
    so etwas ganz besonderes über die eigene Persönlichkeit
    zu erfahren.

    Philosophisch, skurril, poetisch und berührend tiefsinnig beginnen wir gemeinsam mit Alessandro Baricco und seinem Mr. Gwyn die Welt aus einem bisher verborgenen Winkel aus zu betrachten. Lasst euch fallen und begebt euch auf eine eigenwillige Lesereise.

    Jeder wird dieses Buch auf eine unterschiedliche Weise empfinden und aufnehmen, doch am Ende werden viele Fäden an einem Punkt zusammenlaufen. 
    Mein erster Baricco – jedoch nicht mein letzter!
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Blogtour „Mordsdelikatessen“ von Bianca Heidelberg & Björn Sünder – Tag 4 – „Racheengel – kann man vom Pech verfolgt sein?“

Heute darf ich euch zu unserer Blogtour „Mordsdelikatessen“ begrüßen.
Ich habe mir einmal Gedanken darüber gemacht, ob das Pech an einem kleben kann oder wir uns das alles nur einbilden.

„Racheengel – kann man vom Pech verfolgt sein?“

In Racheengel schwört das Opfer mit seinen letzten Atemzügen Rache.
Von diesem Moment an ist plötzlich alles anders im Leben von
Nichts gelingt mehr, alles läuft schief. Hat der Racheengel zugeschlagen?

Gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen allem, was nach dieser einen Nacht passiert und dem Racheschwur? Kann man aufgrund eines einzelnen Vorkommnisses oder generell vom Pech verfolgt sein? Oder ist dies alles purer Aberglaube?

Es sagt sich so leicht hin: „Ich habe eine Pechsträhne.“ oder „Ich werde vom Pech verfolgt.“
Nur die anderen gewinnen im Lotto, nur man selbst lässt alles fallen, verpasst den Bus, verliert die Arbeitsstelle…

Oder liegt es an der eigenen negativen Lebenseinstellung, die sich mit jedem Rückschlag, jedem Scheitern eines Vorhabens ausbreitet? Wird auf einmal das, was andere als harmloses Vorkommnis betrachten, nur für denjenigen, der sich vom Pech verfolgt fühlt, als Unglück angesehen? Sind es nicht eher Zufälle die aufeinander treffen? Negative Erwartungen, die das eigene Verhalten verändern? Eine Spirale, die ihren Anfang und ihr Ende in der menschlichen Psyche findet?

Tanja kommt mit ihren Schuldgefühlen nicht zurecht. Die Konzentration auf wichtige und wesentliche Dinge geht von Tag zu Tag mehr verloren. Fehlender Schlaf, Frustration und Angst bringen sie an den Rand der Erschöpfung. Ich denke, im Fall von Tanja ist es eine Kombination all dieser Dinge, die Wahnvorstellungen hervorruft und sie in Panik versetzt. Sie wird psychisch immer instabiler. Ihre Aktionen werden von Mal zu Mal unorganisierter, die Schuldgefühle zerfressen sie.

Wer an das Pech glaubt, wird letzten Endes unbewusst sein eigenes Verhalten so abändern, das schief läuft, was nur schief laufen kann. Wahrnehmungen verschieben sich und ergeben so ein verändertes Gesamtbild. Die dadurch hervorgerufenen Aktionen und Reaktionen verlaufen negativ und festigen den Glauben an eine Pechsträhne. Jedoch sind es meist dumme Zufälle die aufeinander treffen. Ihre Interpretation und der Glaube steuern die weiteren Ereignisse.

Ich persönlich glaube nicht, dass man vom Pech verfolgt sein kann, jedoch wird es immer Zeiten geben, in denen das Leben nicht so verläuft, wie man es sich wünscht. Wichtig ist, dass man an sich glaubt und nach vorn sieht, sich nicht hängen lässt.

Dank den beiden Autoren gibt es auch ein Gewinnspiel

Beantwortet einfach per Kommentar die Frage und gebt am Besten eine Mailadresse mit an unter der ich euch kontaktieren kann:

Hattet ihr schon einmal eine Pechsträhne? Wenn ja, verratet ihr mir (kein Muss), was euch passiert ist?

Und das sind die Preise, die auf euch warten.

1. Preis: 
Ein signiertes Taschenbuch, ein Eulen-Lesezeichen, ein Traumzeit-Bad, Postkarten und Lesezeichen
2. Preis: 
Eine Tasse, eine Leseprobe, ein Eulen-Lesezeichen, ein Traumzeit-Bad, Postkarten und Lesezeichen
3. Preis: 
Eine Tasse, eine Leseprobe, ein Schlangen-Lesezeichen, ein Traumzeit-Bad, Postkarten und Lesezeichen
Teilnahmebedingungen
Das Gewinnspiel startet am 10.03.2016 und endet am 19.03.2016 um 12 Uhr.
Teilnehmen können Personen ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Erziehungsberechtigten.
Die Teilnahme erfolgt durch Beantworten der Gewinnspielfragen auf den Blogs. Jeder Teilnehmer kann pro Blog einmal im Lostopf landen (also maximal fünfmal). Die Gewinner werden am 19.03.2016 ausgelost und auf den Blogs und auf Facebook bekannt gegeben.
Die Preise werden nur innerhalb Deutschlands, nach Österreich oder in die Schweiz versendet. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen. Eine Barauszahlung der Preise ist nicht möglich.
Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass die Adresse im Gewinnfall an die Autorin übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf. Alle Daten werden ausschließlich für die Durchführung des Gewinnspiels erhoben und verarbeitet. Sie werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.

Hier noch einmal eine Übersicht mit den direkten Links zu allen teilnehmenden Blogs – Ihr könnt auch dort gern euer Glück versuchen

10.03. – Buchvorstellung
bei Charleen´s Traumbibliothek

11.03. – Tatwaffe Blauer Eisenhut – 
Hinrichtungen und prominente Opfer
bei Bücherfunke

12.03. – Kurzgeschichten – Ein Trend
bei Bibilotta

13.03. – Racheengel –
Kann man vom Pech verfolgt sein?
hier bei mir

14.03. – Interview mit den Autoren
bei Bücherleser

19.03. – Gewinnerbekanntgabe
auf allen Blogs – 
bei mir evtl. erst am 20.03.16, 
da ich in Leipzig auf der Buchmesse bin
Update
Bianca Heidelberg hat ausgelost und die Gewinner stehen fest:
1. Preis: Margareta Gebhardt
2. Preis: Bettina Hertz
3. Preis: Tiffi2000

Die Gewinner sollen ihre Adresse an kontakt@biancaheidelberg.de schicken. 
Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich für euch.

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Rezension „Immer wieder du und ich“ von Juliet Ashton – Rowohlt Taschenbuch (rororo)


    Taschenbuch: 400 Seiten
    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (22. Januar 2016)
    Sprache: Deutsch
    übersetzt von: Katharina Naumann
    ISBN-10: 3499271222
    ISBN-13: 978-3499271229
    Originaltitel: These Days of Ours
    D: 9,99 Euro




    Inhalt:

    Ein Roman über die Liebe. Über die kleinen und großen Abenteuer des Lebens. Und über zwei, die sich lieben, aber immer wieder verpassen.
    Kate liebt Charlie. Charlie liebt Kate. Das war schon immer so. Sie sind füreinander geschaffen. Aber es ist kompliziert: Denn stets ist Charlie gerade vergeben, wenn Kate bereit ist. Und umgekehrt. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege, auf Partys, Hochzeiten und Beerdigungen. Vergessen können Kate und Charlie einander nicht. Aber ist es nicht irgendwann zu spät für die große Liebe? Oder bietet ihnen das Leben noch eine zweite Chance?
    Nach dem großen Erfolg von «Ein letzter Brief von dir» der neue, berührende Roman von Juliet Ashton

    Quelle: Amazon

    Die Autorin:

    Juliet Ashton stammt aus Irland und lebt heute mit ihrer Familie und ihren Haustieren in London. «Ein letzter Brief von dir» ist ihr erster Roman.

    Quelle: Amazon


    Rezension:

      Immer wieder ziehen uns Geschichten in ihren Bann, die von unerfüllter grenzenloser und ewig fortdauernder Liebe handeln. Wir träumen zusammen mit den Protagonisten von einer heilen Zukunft, die wir nach vielen Irrungen und Wirrungen des Lebens gemeinsam erreichen.

      So einfach ist dies bei „Immer wieder du und ich“ nicht.

      Eigentlich, ja eigentlich, hatten sich die beiden Protagonisten Kate und Charlie bereits gefunden. Jedoch fehlte es ihnen an der Kraft zueinander zu stehen und sie gaben bei der ersten sich bietenden Gelegenheit auf. Sie versuchten nicht einmal, um ihre Beziehung und Liebe zu kämpfen. Sicher tat das intrigante Verhalten von Becca das seine dazu.

      An dieser Stelle ist der Leser bereit, sich auf eine turbulente Liebesgeschichte einzulassen.
      Leider blieben die weiteren Szenen hinter meinen Erwartungen zurück.

      Kate und Charlie sind liebenswert, aber eher blass. Sie können nicht ohne, aber auch nicht miteinander.

      Becca sticht in diesem Roman für mich persönlich am deutlichsten hervor. Obwohl egozentrisch, dramatisch, unzuverlässig und vom ersten Gefühl her ein recht unsympathischer Charakter, bestimmt sie die Haupthandlung der Geschichte. Die von ihr im Hintergrund gewebten Fäden verbinden sich zu einem immer wieder veränderlichen Gesamtbild. Durch ihre vielen Ecken und Kanten ist sie greifbar und polarisiert.

      Julian ist der notwendige Zusatzpart, spielt aber kaum eine tragende Rolle.

      Das Buch ist sehr gut aufgebaut und die Idee hinter dem Plot reizvoll. Gefallen haben mir die in Form einer Einladungskarte formulierten und grafisch untermalten Kapitelüberschriften.

      Trotz des flüssigen Schreibstils ist es der Autorin leider nicht gelungen, eine Sogwirkung hervorzurufen.


      Fazit:

        Es macht Spaß, mit Kate, Charlie und Becca durch die Lebensjahre zu wandern und der Leser findet auch einige sehr amüsante Begebenheiten, doch es bleibt eine eher blasse Geschichte.

        Kimmy vergibt 3,5 von 5 Käseecken

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      Rezension „Steve Jobs – Das wahnsinnig geniale Leben des iPhone-Erfinders. Eine Comic-Biographie“ von Jessie Hartland – FISCHER KJB


        Broschiert: 240 Seiten
        Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (25. Februar 2016)
        Sprache: Deutsch
        übersetzt von: Ulrike Schimming
        ISBN-10: 3737340277
        ISBN-13: 978-3737340274
        Originaltitel: Steve Jobs: Insanely Great
        D: 16,99 Euro

        Inhalt:

        Das Genie hinter dem iPhone – Steve Jobs, der Mann mit der Zukunftsvision.
        Die Wetter-App auf unserem iPad sagt uns, was wir morgens anziehen sollen. Die Musik, die uns den Tag über begleitet, haben wir von iTunes. Und der Film, den wir abends schauen, ist von Pixar.
        Hinter all diesen Produkten steht Steve Jobs. Der Mann mit dem schwarzen Pullover bestimmt unseren Alltag – auch noch Jahre nach seinem Tod. Selbst das Internet gäbe es ohne ihn vermutlich nicht.
        Guru, Visionär, Tyrann, Erfinder, Verkäufer, Apple-Gründer – es gibt viele Geschichten über Steve Jobs. Zusammen ergeben sie das wahnsinnig geniale Leben einer der schillerndsten Persönlichkeiten unserer Zeit.
        Umwerfend gezeichnet, locker erzählt und trotzdem mit Tiefgang: Diese Graphic Novel ist das iPhone unter den Biographien. Alle anderen sind bloß Telefone!

        Quelle: Amazon

        Die Autorin:

        Jessie Hartland ist eine vielseitige Künstlerin. Ihre Arbeiten sind unter anderem in der »New York Times« erschienen, sie hatte bereits Ausstellungen in Tokyo, Venedig und New York City. Außerdem schreibt und illustriert sie Kinderbücher. Jessie Hartland lebt in New York, USA.

        Quelle: Amazon

        Rezension:

          Ihr habt euch bisher nicht an das Lesen von Biografien getraut. Noch nie eine Graphic Novel gelesen. Dann wird es Zeit. Und ich habe heute auch genau das richtige Buch für euch im Gepäck.

          Eine Biografie muss nicht staubtrocken, nüchtern und allein mit Faktenwissen angefüllt sein. Jessie Hartland hat sich durch einen 1,5 Meter hohen Materialstapel gewühlt und ein Buch geschaffen, das es in seiner kurzweiligen Form schafft, den Leser einzufangen. Wer schon immer ein wenig mehr über das Leben und Wirken von Steve Jobs wissen wollte, sollte genau diese Biografie zur Hand nehmen. Ich selbst habe auch noch einige mir unbekannte Informationen mitnehmen können.

          Untermalt mit schlichten, leicht karikativen Zeichnungen, skizziert Jessie Hartland sehr intensiv das Leben von Steve Jobs von dessen Geburt an bis zu seinem Tod. Wir erhalten einen sehr anschaulichen Einblick in die Entwicklung eines facettenreichen Menschen. Er war nicht einfach, dieser Steve Jobs. Getrieben von Neugier, Ehrgeiz und kuriosen Ideen, formte er das Leben nach seinen eigenen Maßstäben. Wir lernen einen revolutionären Erfinder kennen, dem allerdings das Gespür für den Umgang mit Menschen, ein Gespür fürs Zwischenmenschliche fehlte. Steve Jobs war ein Visionär, aber auch ein Tyrann. Dennoch gäbe es heute seine technischen Errungenschaften vielleicht nicht, ohne diese Charaktereigenschaften. Selbst von schwerer Krankheit gezeichnet zog er seinen Lebensmut und Kraft aus der Arbeit.

          Jetzt werdet ihr vielleicht vermuten, dass die Autorin auf diesen wenigen Buchseiten kaum eine aussagekräftige Biografie erstellen konnte. Doch es ist ihr gelungen. Ihr findet keine überflüssigen Querverweise oder Untermalungen. Sie bringt die Fakten hervor und schafft es diese in Wort und Bild unterhaltsam, informativ und witzig darzustellen. Wir erleben den Wandel und die Entwicklung der Technik in einem angenehmen Zeitraffer. Kommt mit auf eine Reise durch mehrere Jahrzehnte der technischen Umwälzungen und das turbulente Leben von Steve Jobs.

          Fazit:

          Eine absolute Leseempfehlung.

          Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

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