Rezension „Das verschwundene Buch: Die schönste Geschichte aller Zeiten“ von Edward Berry – Sanssouci Verlag

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Sanssouci (17. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3990560271
ISBN-13: 978-3990560273
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 16 Jahre
D: 15,00 Euro

Inhalt:

Der erste Band einer neuen, großen Kinderbuch-Serie: »Eine wunderbare Hommage an jene unsterblichen Geschichten, die Generationen zum Träumen gebracht haben.«
EL PAÍS
Am liebsten streifen die Geschwister Alba und Diego durch ihre Heimatstadt Barcelona und suchen nach steinernen Drachen. Oder sie besuchen Tante Bea in ihrer Buchhandlung Abracadabra, die jede Menge Geheimnisse zu bergen scheint.
Eines Tages gerät die Welt der Bücher in tödliche Gefahr: Als die groß angekündigte Schönste Geschichte aller Zeiten in den Handel kommen soll, kann keiner sich mehr an den Inhalt erinnern und die Buchstaben fallen aus den Seiten, bis diese leer sind. Und in der Schule stellen die Kinder überrascht fest, dass in dem Buch „Peter Pan“ Käptn Hook plötzlich eine Laserpistole an seinem Gürtel trägt, was sich niemand erklären kann.
Mit einem magischen Ritual gelingt es Tante Bea, Alba und Diego in Peter Pans Geschichte hineinzuschmuggeln. Und damit beginnt ihr größtes Abenteuer.
Die beiden kämpfen an der Seite ihrer Lieblingshelden Peter, Wendy und Tinker Bell gegen die Piraten. Aber wird es ihnen auch gelingen, den berüchtigten Medienmogul Mr. Zargo aufzuhalten, dessen Ziel es ist, die großen Meisterwerke der Literatur für immer zu zerstören?

Quelle: Amazon

Rezension:

Es gibt da ein Buch, das müsst Ihr unbedingt lesen.
Der granatrote Einband strahlt förmlich und die breite gelbe Bauchbinde verspricht „Die schönste Geschichte aller Zeiten“. Es handelt sich um einen Prachtband in wertvoller Ausstattung, wie es noch nie zuvor ein Buch gegeben hat. Der Hype um dieses Buch ist um vieles größer als bei den Harry Potter Bänden. Die Leute stehen Schlange und sie können schon die Bücherstapel im Schaufenster bewundern. Die allgemeine Spannung wächst und dann passiert das Unfassbare….

Das Gefühl ist noch da, der Zauber noch greifbar, doch die Erinnerung an das Gelesene selbst liegt irgendwo verborgen im Dunkeln. Ihr möchtet den Titel dieses sensationellen Werkes wissen? Wartet, er liegt mir auf der Zunge. Es war…, das Buch heißt…. Alles weg. Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern.

Doch es kommt noch schlimmer. Niemand, der dieses Buch vorab lesen durfte, kann sich an den Inhalt dieses außergewöhnlichen Werkes erinnern. Nur die Autorin, die kann ich Euch nennen. Sie heißt Lucy Ferrier

Alle Buchseiten scheinen uns in ihrem strahlenden Weiß verhöhnen zu wollen. Nirgendwo sind Buchstaben oder Bilder zu sehen. Die Geschichte ist verschwunden.

Ihr meint, schlimmer kann es nicht mehr kommen? Doch, es ist passiert.
Alle anderen Bücher, unsere geliebten Klassiker sind vollkommen durcheinander geraten, die Geschichten wurden zerstört. Ob Pinocchio, Hobbit oder Die Schatzinsel. Nichts ist mehr so, wie wir diese Abenteuer kennen und lieben. Kapitän Hook fuchtelt mit einer Laserpistole in Nimmerland herum. Was da alles passieren kann.

Da hilft nur noch eines, eine Reise ins Nimmerland. Ich muss zu Peter Pan, ihn und die verlorenen Jungs retten. Zum Glück gibt es ja Alba, Diego und ihre Tante Bea. Tante Bea ist alles andere, als nur eine einfache Buchhändlerin. Ihr werdet schon sehen.

Gemeinsam begeben wir uns ins Nimmerland. Was für ein Abenteuer!

Seit heute gibt es auch verlorene Mädchen im Nimmerland. Glaubt es ruhig. Aber ihr müsst uns begleiten, sonst vergessen wir unsere Mission und verlieren uns selbst. Mein Tintenkleks wird auch immer kleiner, dabei brauche ich ihn noch, um wieder nach Hause zu finden. Ihr seht, alles gar nicht so einfach.

Ich möchte so gern noch bleiben, aber das geht ja leider nicht. Ich kann die Geschichte nicht reparieren und dann doch wieder verändern. Nein, alles muss seine Richtigkeit haben.

Doch was ist mit all den restlichen Büchern? Da warten noch viele spannende Abenteuer auf uns. Seid gespannt.

Der Sanssouci Verlag hat hier ein Altersübergreifendes Buch geschrieben, das uns bibliophilen Menschen direkt ins Herz geschrieben ist. Erinnerungen werden geweckt und Jugendbuchklassiker neu entdeckt. 
Peter Pan macht den Anfang, denn wir können die Fehler in der Geschichte doch nicht einfach so belassen. Oh Kopfkino! Ich habe da ganz viele Ideen, die in meinem Kopf herumschwirren, welche Abenteuer wir alle noch erleben könnten. 

Kommt mit mir, erlebt zauberhafte Abenteuer und findet heraus, was es mit „Das verschwundene Buch: Die schönste Geschichte aller Zeiten“ auf sich hat.

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Rezension „Kellerkind“ von Nicole Neubauer – Blanvalet Verlag

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (19. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442383374
ISBN-13: 978-3442383375
D: 9,99 Euro

Inhalt:

Er sagt, er kann sich an nichts erinnern. Doch an seinen Händen klebt Blut …

Die erfolgreiche Anwältin Rose Benninghoff liegt mit durchschnittener Kehle in ihrer Designerwohnung. Im Keller des Hauses kauert der vierzehnjährige Oliver Baptiste, sein Körper mit Blutergüssen übersät, seine Hände blutverschmiert. Er kann sich an nichts erinnern. In einem klirrend kalten Jahrhundertwinter nimmt der Münchner Hauptkommissar Waechter mit seinem Team die Jagd nach dem Mörder auf. Doch bald verschwimmen die Grenzen zwischen Tätern und Opfern immer mehr, und die Ermittler stoßen auf ein altes Verbrechen, das nie gesühnt wurde, und das seine Schatten bis in die Gegenwart wirft …

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Nicole Neubauer ist 1972 in Ingolstadt geboren und studierte englische Literaturwissenschaft und Jura in München und London. Nach zehn Jahren in einer Wirtschaftskanzlei arbeitet sie freiberuflich als Autorin, Rechtsanwältin und Lektorin. Sie ist Mitglied der »Mörderischen Schwestern e.V.« und der »Autorinnenvereinigung e.V.«.

Nicole Neubauer lebt mit ihrer Familie in München im Herzen Schwabings.

Quelle: Amazon

Rezension:

Nicole Neubauer hat mit diesem Kriminalroman ein absolut großartiges Debüt vorgelegt. „Kellerkind“ wartet mit einem tollen Ermittlerteam und facettenreichen Charakteren auf. Hinter jeder Figur scheint eine eigene Geschichte auf die Leser zu warten. Die handelnden Personen werden intensiv und tiefgründig dargestellt. Das Team, der sympathische Hauptkommissar Michael Wächter und seine  Kollegen Hannes & Elli, hat Zukunftspotential und lässt auf viele weitere spannende Fälle hoffen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen stehen im Vordergrund der Ereignisse. Hier finden sich hinter schmucken Fassaden tiefe Abgründe.

Dabei lebt die Handlung nicht von sensationshaschenden Phrasen, ist eher ruhig, dafür auf der psychologischen Ebene fesselnd. Wir werden mit erschütternden Fakten konfrontiert, die sich nahe an der Realität bewegen und so für einen hohen Gänsehautfaktor sorgen. Als Leser ist man immer hin- und hergerissen, da der Hauptverdächtige auch derjenige mit dem für mich größten Sympathiefaktor war. Am Ende fügen sich die Handlungsstränge flüssig ineinander. Die Auflösung dieses Falles erschüttert und rüttelt an den Grundfesten unseres menschlichen Zusammenlebens.

Mit einer feinen Prise Humor gewürzt, wird „Kellerkind“ zu einer spannenden und unterhaltsamen Lektüre, die ich wärmstens empfehlen kann.

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Rezension „Schöne Mädchen brennen nicht“ von Lynn Weingarten – FISCHER Sauerländer

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (22. März 2016)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Leo H. Strohm
ISBN-10: 3737353832
ISBN-13: 978-3737353830
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Suicide notes from beautiful girls
D: 12,99 Euro

Inhalt:

Ein Thriller über das abgrundtief Dunkle in jedem von uns

Delia bekommt immer, was sie will.
Besonders seit sie tot ist.
Sie bringt dich dazu, an allem zu zweifeln, was dir wichtig ist.
Bis du deine große Liebe für einen elenden Lügner hältst.
Und jeden anderen für einen Mörder.

Als June die Nachricht auf ihrer Mailbox endlich abhört, ist es längst zu spät: Ihre beste Freundin ist tot – verbrannt im Schuppen ihres Stiefvaters. Selbstmord, heißt es. Doch June weiß, dass das nicht wahr ist. Niemand kannte Delia besser als sie. Manchmal war es sogar, als könnte Delia ihre Gedanken lesen – und das konnte sich großartig anfühlen. Oder beängstigend – je nachdem, in welcher Stimmung Delia gerade war. June macht sich auf die Suche nach dem Mörder ihrer besten Freundin und findet immer neue Abschiedsbriefe von ihr …

Wenn jemand dich so gut kennt, dass er jede deiner Reaktionen vorhersehen kann – dann ist das Liebe. Oder der Anfang von etwas Grauenvollem.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Lynn Weingarten lebt in New York, USA, schreibt Bücher und ist selbst Verlagslektorin. Lesen und Schreiben sind ihre erste große Leidenschaft. Die Abgründe der menschlichen Psyche ihre zweite. Und am wohlsten fühlt sie sich, wenn sie alles miteinander verbinden kann.

Quelle: Amazon

Rezension:

Zwei Mädchen, eine zerbrochene Freundschaft und der Tod eines der Mädchen, der alles verändert. Doch so leicht, wie die Fakten aufgeführt sind, macht es uns die Autorin nicht.

Ist eine jahrelange Freundschaft wirklich einfach so vorbei und vergessen? Lauert da nicht unterschwellig ein Gefühl von Verlust und Bedauern, von schlechtem Gewissen, die andere im Stich gelassen zu haben? Wie geht ein Teenager mit diesen Gefühlssturm um?

June und Delia haben sich auseinandergelebt und gehen seit Jahren getrennte Wege. Delia, die bestimmende, die manipulative, ist in einem Feuer umgekommen. June, die feinfühligere von beiden kann nicht glauben, dass die ehemalige beste Freundin nicht mehr da ist. Einen Selbstmord traut sie Delia nicht zu. Dafür war diese viel zu lebenslustig und taff. Versucht jemand einen Mord zu verschleiern? Rasch sind die ersten Verdächtigen gefunden.

In ihrem Schmerz, verbunden mit Schuldgefühlen, macht sich June auf die Suche nach der Wahrheit. Als dann aber immer neue Abschiedsbriefe von Delia auftauchen, wird es verwirrend. Wer ist Täter, wer Opfer?

In Rückblenden durchleben wir die gemeinsame Zeit der beiden Mädchen, verfolgen die Entstehung ihrer Freundschaft bis hin zum Ende. Durch die wechselnden Ich-Perspektiven von June und Delia erlebt man deren unterschiedliche Gefühle und Beweggründe hautnah mit.

Eine wirkliche Sympathieträgerin gab es für mich nicht. Delia ist egozentrisch und intrigant. Dafür war mir die sensible June zu labil und wankelmütig in ihren Handlungen. Ich hätte mir von ihr mehr Rückgrat gewünscht, besonders da sie sich im dem vergangenen Jahr eigentlich abgenabelt hatte und inzwischen ein selbstbestimmtes Leben führte. Seit dem Feuer fällt sie in alte Muster zurück und wird erneut zu einer Marionette der toten Freundin.

Es geht um Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Manipulation und Verrat. Unerwartete Wendungen halten die Leser in Atem. Das eisige gewissenlose Kalkül einiger der handelnden Personen verursacht Gänsehaut.

Auch wenn sich zum Schluss die Puzzleteilchen zusammenfügen bleibt das Ende offen. June muss sich entscheiden. Doch welcher Weg ist der richtige? Wird es eine Entscheidung zwischen Leben und Tod oder kann sie auf ein Fünkchen Gewissen ihres Gegenparts hoffen? 

Es verbleibt ein sehr großer Raum für Spekulationen. Hierdurch war das Ende des Buches nicht wirklich befriedigend für mich. Eigentlich mag ich offene Enden, doch in diesem Fall blieben einfach zu viele lose Fäden in der Luft hängen. Dennoch ein in sich gelungener und fesselnder Jungendthriller.

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Rezension „Zapfig – Ein Fall für die Kalte Sofie“ von Felicitas Gruber – Diana Verlag

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Diana Verlag (13. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453358511
ISBN-13: 978-3453358515
D: 9,99 Euro

Inhalt:

In der Giesinger Privatbrauerei Rößlbier führt Uschi Roßhaupter seit Jahrzehnten ein strenges Regiment. Und ihr Sohn Tobias macht immer noch brav, was die Mama sagt. Eigentlich – denn die Heirat mit Sekretärin Nathalie war nicht vorgesehen. Wen wundert’s, dass die junge Dame kurz vor der Trauung einer bedauerlichen Vergiftung zum Opfer fiel? Dr. Sofie Rosenhuth jedenfalls nicht. Sie hat die Roßhaupter Uschi gleich im Verdacht, doch ihr Kommissar Joe weiß sie zu bremsen. Also wird ordentlich ermittelt in der Münchner Schickeria. Ärgerlich nur, dass die grimmige Uschi kurz darauf ertrunken in einem ihrer Braukessel liegt …

Quelle: Amazon

Die Autorinnen:

Felicitas Gruber ist das Pseudonym der Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch. Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und begeistert seit vielen Jahren mit ihren historischen Romanen ihre zahlreichen Leserinnen und Leser. Gesine Hirsch ist Kunsthistorikerin und entwickelte die erfolgreiche Serie »Dahoam is Dahoam« für das Bayerische Fernsehen mit. Beide Autorinnen leben in München, wo auch ihre Krimireihe mit der sympathischen Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth spielt.

Quelle: Amazon

Rezension:

Heute heißt es, sich warm anziehen. Es wird eisig und das nicht nur in Münchens Straßen, auch in der Rechtsmedizin herrscht klirrende Kälte. Dr. Elke Falk zeigt sich kühler und ruppiger als je zuvor.
Ja, „Zapfig“ wird es.

In gewisser Weise schließt das Buch direkt an „Die kalte Sofie“ an und vermittelte mir sofort eine Art Wohlfühlatmosphäre. Nachdem ich bereits drei Fälle mit Sofie, Joe und Tante Vroni (um nur einige Charaktere zu nennen) lösen durfte, gehören sie irgendwie zur Familie und ich fühlte mich zwischen den Zeilen sofort wieder heimisch.

Der inzwischen vierte Fall für Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth führt uns ins Brauereigewerbe. Bier ist nicht immer eine Assoziation für Gastfreundschaft und Gemütlichkeit, wie wir erleben werden.
Gleich zu Beginn geschieht auch gleich der erste Mord. Doch bei dem bleibt es nicht und die Ereignisse werden immer verworrener. Die Kolleginnen von Nathalie, dem ersten Opfer, sind alles andere als liebenswert und vorrangig Tatverdächtig. Wer solche Freunde hat, muss seine Feinde nicht mehr fürchten.
Dann ist da noch die Fusion zwischen den Brauereien Rößlbier und Heusinger. Diese steht unter keinem guten Stern. Was steckt wirklich hinter den Beweggründen zu diesem Zusammenschluss?
Der Kreis der Verdächtigen ist groß, doch die Motive liegen lange im Dunkeln.

Auch das Privatleben von Sofie bewegt sich wie ein Schiff auf hoher See. Die Wohnungssuche mit Joe gestaltet sich schwierig und Joes Eifersucht auf Charly findet immer wieder neuen Nährboden. Dazu muss ich sagen, zwischen Charly und Sofie knistert die ja auch immer wieder recht stark und ich kann Joe seine Gefühle nicht verdenken. Natürlich hat auch Murmelchen seine Auftritte. Ist er doch der Einzige, der das Herz von Dr. Elke Falk erweichen kann.

Auf gewohnt lockere, leichte Art führen uns die Autorinnen durch die Handlung. Mit viel Witz, Ironie und Münchner Mundart wird „Zapfig“ zu einem kurzweiligen spannenden Leseerlebnis.
Aber auch aktuelle politisch-gesellschaftliche Ereignisse werfen ihre Schatten und schaffen so eine authentische Präsenz.

„Zapfig“ lässt sich ohne Vorkenntnis der ersten Teile prima lesen. Jedoch die vorherigen Bände nicht gelesen zu haben, stellt einen herben Verlust dar.

Ich hoffe, die Felicitas-Gruber-Reihe rund um Dr. Sofie Rosenhuth endet hier nicht und wir dürfen uns auf weitere Fälle freuen.

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Rezension „Das Paket“ von Sebastian Fitzek – Droemer HC

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Droemer HC (26. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426199203
ISBN-13: 978-3426199206
D: 19,99 Euro

Inhalt:

Der neue Psychothriller von Sebastian Fitzek!
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt …

Quelle. Amazon

Der Autor:

Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. „Therapie“, erschienen 2006, war sein erstes Werk – und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie – und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender „Mailoholic“ ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.

Quelle: Amazon

Rezension:

Nachdem ich den vergangenen Monaten sehr viel über Sebastian Fitzek gehört und gelesen habe, komme ich zu dem Schluss: Man mag Fitzek oder man mag ihn nicht. Ich gehöre zur ersten Kategorie und muss mich an dieser Stelle einmal outen. Natürlich war mir Sebastian Fitzek immer ein Begriff und ich schon recht oft geneigt, mir eines seiner Bücher zu kaufen. Doch irgendwie hatte sich das in der Vergangenheit dann doch nicht ergeben. 
Im Rahmen der Erfurter Herbstlese gastierte Sebastian Fitzek mit seiner großartigen Jubiläumsshow „10 Jahre Sebastian Fitzek“ auch im Erfurter Theater. Also die Gelegenheit für mich. Ich hatte auch das große Glück, in persönlich kennenlernen zu dürfen und kann nur bestätigen, dass er nicht nur gut schreiben und performen kann, sondern auch unheimlich sympathisch ist. Meinen Bericht über diese beeindruckende Veranstaltung findet ihr – hier.

Auch der Spaßfaktor durfte nicht fehlen.
„Das Paket“ lag bereits einige Zeit vorher auf meinem Tisch, doch weigerte ich mich beharrlich, auch nur eine Seite vor der Show zu lesen. Ich habe dies nicht bereut.

Dabei hat allein das Cover immer wieder gerufen, nimm mich in die Hand. Die Gestaltung ist hier einfach gelungen.
Mit den Bilder und vor allem der musikalischen Untermalung im Kopf, begann ich nach besagtem Abend mit dem Lesen des Buches. Sebastian Fitzek hat es geschafft, den mystisch geheimnisvollen Faktor hinter seinem psychologisch ausgeklügelten Thriller so zu festigen, dass er mir auch zwischen den Buchseiten erhalten blieb und mich durch die Handlung begleitete. Der Gruselfaktor hielt dementsprechend bei mir Einzug.

In „Das Paket“ spielt der Autor mit unseren alltäglichen Ängsten vor dem Unbekannten, unseren Selbstzweifeln und einem oftmals wenig emphatischen Umfeld. Nicht alle Ereignisse sind schlüssig, manchmal sogar recht verworren und konfus, doch ich hatte meinen Spaß dabei. Für mich muss sich eine fiktionale Story, etwas anderes ist „Das Paket“ ja eigentlich nicht, nicht durchgehend an der Realität orientieren. Mir geht es darum, unterhalten zu werden. Einige Ereignisse, wie z. B. die wie durch Zauberhand auf dem Spiegel des Hotelzimmers erschienenen Schriftzüge, sind wiederum fundiert und basieren auf wahren Begebenheiten. 

Als Außenstehender ist es leicht rational zu denken und zu handeln. Finden wir uns in analogen Situationen wieder, reagieren wir dennoch völlig anders. Daher sind die Handlungen von unserer Protagonisten für mich nicht völlig aus der Luft gegriffen. Ich wäre mir nicht sicher, was ich in der gleichen Situation getan hätte. Ich denke nicht, dass ich immer den Regeln der Logik gefolgt wäre. Die Zeitsprünge im Buch waren für mich gut gelöst, werfen weitere Fragen auf und sorgen so für einen immerwährenden Spannungsaufbau. Fitzek betreibt mit seinen Lesern ein grandioses Versteckspiel, bei dem die Auflösung viele überraschen wird. 

Für mich ist „Das Paket“ ein fesselnder Psychotriller. Sebastian Fitzek hat es geschafft, seine Leser in die Abgründe der menschlichen Psyche zu führen. Ein Komplettpaket des Buches incl. der Tourmusik von „Buffer Underrun“ wäre grandios.
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*** Pixibuch-Challenge 2017 – Part 2 *** Entdecke deine Welt 2 – Carlsen Verlag ***

Heute geht es mit der Pixibuch-Challenge weiter. 
Wir sind gerade dabei eine ganz tolle Reihe zu erkunden. Hier findet ihr für Jungen und Mädchen garantiert spannende und informative Bücher.

Das Bundle enthält 8 Pixis mit tollen Sachthemen, bei denen sogar wir Erwachsene noch die eine oder andere Wissenslücke schließen können. Alle Bilder sind in der bewährten Art bunt bebildert und die Themen wurden kindgerecht ausgearbeitet.

Pixi-Bundle 8er Serie 196: Entdecke deine Welt 2
Broschiert: 192 Seiten 
Verlag: Carlsen Verlag (1. Juli 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 355190720X 
ISBN-13: 978-3551907202 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate – 6 Jahre 
D: 7,92 Euro
Diese Pixi-Serie enthält folgende Bücher:

Flughafen, Ritterburg, Meer, Reiterhof, Jahreszeiten, Dinosaurier, Wald und Kindergarten

 Wir haben gemeinsam beraten und uns die folgenden beiden Bücher herausgepickt. 

„Entdecke die Ritterburg“
Grundsätzlich ist dieses Sachbuch eher etwas für kleine Jungen, die von der Welt der Ritter fasziniert sind. Wir erfahren ein wenig über den Aufbau einer Burg, deren Räumlichkeiten und natürlich auch über das Leben der Menschen in dieser Zeit. Was haben sie gegessen, gab es schon Toiletten und vieles mehr. Wie wurde ein Junge zum Ritter oder wie verbrachten die Mädchen ihre Tage? Auf diese Fragen finden sich hier kurze prägnant ausgearbeitete Antworten. 
Broschiert: 24 Seiten 
Verlag: Carlsen Verlag  
Sprache: Deutsch 
ISBN: 978-3-551-05019-9
Nr. 1770
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate – 6 Jahre 
D: 0,95 Euro
Ihr seht schon, eine Menge Informationen finden sich auf kleinem Raum. 
Obwohl es sich eher um ein sogenanntes „Jungenthema“ handelt, hatte Tiffany auch ihren Spaß und fand diese Zeitreise sehr spannend.

„Entdecke den Reiterhof“
Hier gab es für meine beiden Lesemäuse nun ein Buch, das vor allem die Mädchen ansprechen wird. Wer träumt nicht davon, auf einem Pferderücken wild wie der Wind davonreiten zu dürfen. Aber natürlich werden auch Jungs ihre Freude daran haben.
Broschiert: 24 Seiten 
Verlag: Carlsen Verlag  
Sprache: Deutsch 
ISBN: 978-3-551-05019-9
Nr. 1772
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate – 6 Jahre 
D: 0,95 Euro
Im Buch erfahren wir ganz viel über das Leben und Arbeiten auf einem Reiterhof. Was fressen Pferde, welche Utensilien benötigt man, um ein Pferd zu pflegen oder was braucht man, um ein Pferd zu reiten? Antworten findet ihr hier. Besonders gefallen hat mir die Doppelseite, auf der die Körperteile eines Pferdes aufgeführt werden. Auch die Beschreibungen zu Zaumzeug und Sattel sind sehr informativ. Ein wirklich empfehlenswertes Buch für kleine Pferdenarren.

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Rezension „Hier musst du glücklich sein“ vonl Lisa Heathfield – Carlsen Verlag

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Carlsen (22. Dezember 2016)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Birgit Schmitz
ISBN-10: 3551583382
ISBN-13: 978-3551583383
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Seed
D: 16,99 Euro

Inhalt:

Eine kleine Gemeinschaft, abgeschottet von der Welt. Hier ist Pearl aufgewachsen und hier fühlt sie sich sicher, denn ihr Oberhaupt Papa S. beschützt sie alle vor der vergifteten Welt da draußen. Doch als sich der gleichaltrige Ellis und seine Familie ihrer Gemeinschaft anschließen, wird Pearls Weltbild auf die Probe gestellt: Ellis wächst Pearl täglich mehr ans Herz – und er scheint nicht an die Lehren von Papa S. zu glauben! Langsam wird auch Pearl klar, dass sie fliehen müssen, um sich zu retten …

Quelle: Carlsen Verlag

Die Autorin:

Lisa Heathfield hat lange als Lehrerin gearbeitet und liebt es, Jugendliche zum Lesen zu animieren. Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Söhnen in Brighton. »Hier musst du glücklich sein« ist ihr erstes Buch.

Quelle: Amazon

Rezension:

Abgeschottet von der Außenwelt und moderner Errungenschaften, im Einklang mit der Natur und aufgehoben im Schoße einer engen kleinen Gemeinschaft, so ist Pearl aufgewachsen. Dies ist ihre Welt und hier fühlt sie sich sicher. Pearl und die anderen Kinder kennen nichts anderes. Sie können nicht vergleichen und glauben alles, was die Erwachsenen ihnen erzählen. Papa S. ist ihr großes Vorbild und seine Liebe der schönste Lohn. Niemand stellt sein Handeln in Frage, fast niemand…

Die Kinder wachsen zwar unter strengen Regeln, aber dennoch relativ frei in der ihnen bekannten Welt auf. Sie werden geliebt und fühlen sich einander sehr verbunden. Saat scheint das Paradies zu sein…

Wir sind sehr schnell dabei, andere Menschen zu verurteilen. Wir fragen uns, wie es sein konnte, dass sie – wie in diesem Fall – einem Sektenführer dermaßen bedingungslos folgen konnten, dass sie im schlimmsten Fall mit ihm sogar ohne Gegenwehr in den Tod gehen würden. Beispiele hierfür gibt es in der Geschichte leider viele. Und genau das macht „Hier musst du glücklich sein“ so erschreckend real, greifbar und möglich. Es ist bedrückend, wie die Menschen in Saat ausgebeutet und manipuliert werden.

Papa S. ist sehr Charismatisch und weiß, wie er andere Menschen manipulieren kann. Ihm geht es einzig um Macht, psychologische Beeinflussung und die Bestätigung seines Egos. Die Frauen in Saat kamen alle als Kinder dort an und wuchsen mit den Ideologien der drei herrschenden Männer auf. Die Kinder wiederum kennen kein anderes Leben. Was sollten sie vermissen, woran Kritik üben? Wer sollte hier nicht glücklich sein?

Doch auch die Jugendlichen in Saat haben mit den Gefühlsschwankungen und Problemen der Pubertät zu kämpfen. Kate ist eine Rebellin und die Erste, die in den wenigen Momenten, in denen sie einen Blick auf die Außenwelt von Saat werfen darf, zu ahnen beginnt, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Ganz tief in sich fühlt sie, dass es da noch wesentlich mehr gibt, als ihre kleine Gemeinschaft. Sie ist wie ein Vogel der flügge wird und das Nest verlassen möchte.
Als dann auch noch Ellis mit seiner Familie nach Saat kommt, verändert sich alles. Sein Einfluss ist bald überall spürbar. Pearl beginnt zaghaft, aber unaufhaltsam, ihr bisheriges Leben in Frage zu stellen. Sie entwickelt sich jedem Tag, den sie Ellis Gesellschaft verbringt, ein Stückchen weiter. Nicht unerheblich hierbei sind die ersten zarten Bande der Liebe, die beide zueinander knüpfen. Ellis wird zum Held in dieser Geschichte.

Dabei lässt uns Lisa Heathfield die Ereignisse mit Pearls Augen betrachten. Ihre innere Zerrissenheit ist förmlich spürbar. Sie ist naiv und weltfremd. Dennoch kann sich Pearl vor den Veränderungen nicht verschließen und beginnt Fragen zu stellen. Ihr Blick wird kritischer. Manchmal möchte man sie stupsen, dann wieder in den Arm nehmen und trösten. Letztendlich fällt ihre heile Welt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Wir lernen gemeinsam mit Pearl zu verstehen.

Ich habe mit den Protagonisten gebangt, gehofft und gelitten. Ich war wütend, frustriert und dennoch war da immer ein Fünkchen Hoffnung. Der Schluss war sehr rasant, schlüssig und dennoch gab es einen Punkt, den ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Die Antwort auf diese eine spezielle Frage blieb mir die Autorin leider schuldig. Allerdings handeln Menschen eben gerade in Extremsituationen nicht nach den Regeln der Logik. Mehr möchte ich darauf nicht eingehen, da ich sonst zu viel verraten müsste.

Nur so viel, ein befriedigendes Happy End konnte und wird es nicht geben. Auch wenn mich einige der Ereignisse traurig zurück ließen, bin ich froh, dass Lisa Heathfield den Schluss so und nicht anders gestaltet hat. Es bleiben viele Fragen offen, aber als Leser verlässt man Saat dennoch mit einem Gefühl der Hoffnung.

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Rezension „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ von J. Ryan Stradal – Diogenes Verlag

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 2 (24. August 2016)
Sprache: Deutsch

übersetzt von Anna-Nina Kroll
ISBN-10: 3257069758
ISBN-13: 978-3257069754
Originaltitel: Kitchens of the Great Midwest
Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 2,7 x 18,8 cm
D: 24,00 Euro

Inhalt:

Eva Thorvalds Kochkunst ist legendär: Für einen Platz bei einem ihrer Pop-up-Dinner zahlt man vierstellige Beträge und wartet mehrere Jahre. Für Cynthia Hargreaves jedoch geht es dabei um mehr als bloße Gaumenfreuden, es ist ihre einzige Chance, um einen schrecklichen Fehler wiedergutzumachen. Eine Geschichte über die Familie, die man verliert, Freunde, die man findet, und Zufallsbekanntschaften, die ein ganzes Leben bestimmen.

Quelle: Diogenes Verlag

Der Autor:

J. Ryan Stradal, geboren 1975, wuchs in Hastings, Minnesota, auf. Er studierte Film, Fernsehen und Radio an der Northwestern University. Seitdem erschienen seine Kurzgeschichten in zahlreichen Zeitschriften und Magazinen. Er selbst ist Lektor, Redakteur bei einem Literaturmagazin und Produzent von Fernsehserien für VH1, MTV, Discovery und History Channel. J. Ryan Stradal lebt in Los Angeles, Kalifornien.

Quelle: Diogenes

Rezension:

Meine gelesenen Bücher drehen sich letzter Zeit irgendwie immer um Essen. Was mir das wohl sagen sollte…

Nach Holundergelee, Schokolade und Pralinen, bewegen wir uns heute in der exotischen Küchenwelt mit all ihrer Schärfe. Vor bestimmten Chiliarten seid gewarnt.
Dabei ist in dieser Geschichte erneut der Dreh- und Angelpunkt nicht so sehr das kulinarische Essen selbst. Es geht um menschlichen Beziehungen, Entwicklung einer Familie und deren Zusammenspiel im Verlauf eines Lebens. Wir erleben, wie prägend Begegnungen sein können und uns beeinflussen.
Einzelne Episoden aneinandergereiht und über einen Zeitraum von vielen Jahren verteilt, erscheinen auf den ersten Blick als ein loses Zusammenspiel von Momentaufnahmen. Die sehr unterschiedlichen Protagonisten haben dennoch immer wieder eines gemeinsam – Eva Thorwald. Eva´s Existenz beeinflusst von Geburt an nachhaltig das Leben unzähliger Menschen und auch das Ihre wird von ihnen geprägt. Oft steht sie nicht direkt im Mittelpunkt der Ereignisse, ihre Präsenz ist dennoch immer spürbar. 
Erst ganz zum Schluss laufen alle Fäden an einem Punkt zusammen und Lücken werden geschlossen. 
Zwischendurch und fließend in die Handlung eingearbeitet finden sich verschiedene Rezepte, die durchaus zum Nachmachen einladen.
In einem Kapitel fühlte ich mich an den Film „Ratatouille“ erinnert. Gekonnt zeigt uns der Autor, dass bei all der Vielzahl an exotischen Superspeisen, die einfache schlichte Hausmannskost noch immer den eigentlichen Genuss bedeutet. Der Geschmack eines einfachen Gerichtes, ohne modernen Schnickschnack, weckt Erinnerungen in uns und vermittelte so das wahre Gefühl von Zufriedenheit nach einem gelungenen Essen.
Die gewählte Erzählform vom J. Ryan Stradal war stellenweise gewöhnungsbedürftig, aber dennoch faszinierend und er konnte mich immer wieder zwischen die Seiten bannen. Der Autor fordert seine Leser.  „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ ist kein Buch, das man nur einfach nebenbei liest. Es gibt eine Vielzahl von Informationen, denen ich während des Lesens nachgegangen bin. Seien es die verschiedenen Arten von Chilischoten oder andere Zutaten, von denen ich vorher noch nie gehört hatte oder einfach nur Orte und Gegenden. Als Leser muss man sich einfach mit den Eigenheiten des Landes und seiner Menschen auseinandersetzen. 
Wir erleben die Mentalität des Mittleren Westens hautnah und erhalten einen Einblick in das Leben recht unterschiedlicher Gesellschaftsschichten. 
Die einzelnen Charaktere werden intensiv und plastisch herausgearbeitet. Hierbei beweist der Autor sein feines Gespür für die Mentalität der Menschen im Mittleren Westen und nimmt uns mit auf eine besondere Entdeckungsreise.
Die Geschichte von Eva Thorwald zeigt, was man mit einem gewissen Talent, einer Vision, Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit erreichen kann. Ganz egal welcher Herkunft jemand ist, die Welt steht uns offen und wir sollten unseren Träumen folgen. 
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Rezension „Die Frauen der Rosenvilla“ von Teresa Simon – Heyne Verlag

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453471318
ISBN-13: 978-3453471313
D: 9,99 Euro

Inhalt:

Im Garten der Villa verbirgt sich ihr Geheimnis …

Anna Kepler, Erbin einer alten Schokoladendynastie, hat gerade ihre zweite Chocolaterie in der Dresdner Altstadt eröffnet. Auch die Familienvilla hat Anna wieder in Familienbesitz gebracht. Als sie den legendären Rosengarten, der der Villa einst ihren Namen gab, neu anlegt, stößt sie auf eine alte Schatulle. Sie enthält das Tagebuch einer Frau, die vor hundert Jahren in der Villa gelebt hat. Doch Anna hat noch nie von dieser Emma gehört und begibt sich auf Spurensuche. Dabei stößt sie auf ein schicksalhaftes Familiengeheimnis …

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Die Autorin:

Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.

Quelle: Amazon

Rezension:



Ein Buch so schön, dass man darin versinken und nie wieder auftauchen möchte…

So ging es mir mit den Frauen der Rosenvilla. Ich habe immer davon geträumt, in einem verborgenen Winkel auf dem Dachboden oder im Keller, geheime Unterlagen, Tagebücher etc. zu entdecken. Familiengeschichte ist etwas Faszinierendes und viel zu oft kennen wir nur Bruchstücke aus dem Leben unserer Großeltern oder Urgroßeltern. Weiter zurück werden kaum Erinnerungen weitergegeben und sind für immer verloren.

Anna hat Glück. Tief vergraben im Rosengarten findet sie eine Schatulle mit Tagebuchaufzeichnungen dreier Generationen von Frauen, die in der Rosenvilla gelebt haben. Nach und nach lassen sich die einzelnen Seiten ihren früheren Eigentümerinnen zuordnen und wir verfolgen drei Schicksale, nein eher noch mehr, über einen Zeitraum von über 100 Jahren hinweg. 

Nicht immer ist die Aufdeckung eines Geheimnisses mit Leichtigkeit und Freude verbunden. Doch hier es geht vor allem um Liebe und das Leben selbst, mit all seinen Widrigkeiten. Starke Frauen meistern ihren Alltag in unsicheren Zeiten. Manch eine zerbricht an ihren Gefühlen, Träume zerplatzen wie Seifenblasen und doch finden alle in ihrem Leben auch einen Ruhepol und ihren inneren Frieden. Diesen recht unterschiedlichen Frauen ist eines gemein, sie lieben ihr Zuhause, die Rosenvilla, ihre Familie und vor allem ihre Kinder. 

Und nicht zu vergessen, in ihrem Umfeld dreht sich irgendwie immer alles um Schokolade.
Ja, im Buch geht es um so etwas Wunderbares wie Rosen und Schokolade, gewürzt mit einem Hauch Leidenschaft. Ich hatte fast den Duft der Rosen in der Nase und rein virtuell habe ich beim Lesen etliche Kilo Pralinen verspeist und beides genossen. 

Die geschichtlichen Hintergründe, die mit der Herstellung von Schokolade, deren Entwicklung und auch den geschmacklichen Variationen einhergehen, waren ebenso spannend, wie die eigentliche Geschichte der Frauen der Rosenvilla.

Dieses Buch zu lesen, gleicht einer Reise in die Vergangenheit und durch die Geschichte Dresdens.
Doch es ist auch eine Reise durch die Unbilden der deutschen Geschichte und zeitlicher Umbrüche. So nah am Leben, authentisch und fesselnd, dass man sich auch nach 448 Seiten nicht von den liebgewonnenen vielschichtigen Charakteren verabschieden möchte. Die Frauen der Rosenvilla sind energisch, folgen ihren Träumen, benehmen sich manchmal ein wenig verrückt und haben vor allem ein großes Herz. Sie lieben mit Leidenschaft und kämpfen für das, was sie lieben. Diese Geschichte rührt das Herz und ist schön und traurig zugleich. Ihr werdet mit ihnen lachen und weinen und Euch einfach nur wohl fühlen.
Am Ende fügen sich alle Bausteine zu einem großen Ganzen und wir verstehen, was am Anfang passierte und alle weiteren Generationen auf die ein oder andere Art und Weise beeinflusste.
Der schokoladigen Verführung, die einem immer wieder auflauert, vermischt mit dem Duft der Rosen kann man nicht widerstehen. Und wer nicht einfach nur in der Fantasie genießen möchte, auf den warten zum Abschluss noch ein paar verführerische Likör- und Pralinenrezepte.

Wer weiter in den Welten, die Teresa Simon erschafft verbleiben möchte, dem lege ich „Die Holunderschwestern“ wärmstens ans Herz.
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Rezension „Der Regenbogenfisch lernt verlieren“ von Marcus Pfister – NordSüd Verlag

Hardcover / 21,5 x 28,7 cm / 32 Seiten 
ab 4 Jahren
Verlag: NordSüd Verlag (10.02.2017)
Durchgehend farbig illustriert
ISBN: 978-3-314-10381-0
D 16,00 / € A 16,50 / CHF 20.904-10381-0


Inhalt:

… ein neues Abenteuer

Der Regenbogenfisch verliert beim Versteckspiel. Da bricht er das Spiel ab und lässt die anderen Spieler ratlos zurück. Zum Glück steht ihm seine Freundin Rotflosse zur Seite.

Quelle: Nord-Süd Verlag

Der Autor und Illustrator:

Marcus Pfister wurde 1960 in Bern geboren. Nach der Kunstgewerbeschule in Bern und einer anschließenden Grafiker-Ausbildung arbeitet er von 1981 bis 1983 in einer Werbeagentur. 1984 machte er sich selbstständig. »Die müde Eule« war Marcus Pfisters erstes Bilderbuch bei NordSüd und erschien 1986. Der Durchbruch als Bilderbuchautor gelang ihm 1992 mit »Der Regenbogenfisch«. Die Bücher von Marcus Pfister wurden international mehrfach ausgezeichnet und in rund 50 Sprachen übersetzt. Der Autor und Illustrator lebt mit seiner Familie in Bern.

Quelle: Nord-Süd Verlag


Rezension:

Wir wollen immer weiter und höher hinaus als alle anderen vor uns. Unsere Kinder sollen die der Nachbarn überflügeln. Besser, schneller möchten wir sein und vor allem immer gewinnen. Doch ist es eigentlich wichtig immer zu gewinnen oder ist es der Weg zum Ziel, den wir im Auge behalten sollen? Nicht immer ist es entscheidend, als erster anzukommen. Der Spaß und das, was wir unterwegs lernen konnten, sind viel wichtiger. Die Freude am Erreichten ist befriedigender als jeder erzwungene Sieg.



Der Regenbogenfisch feiert in diesem Jahr bereits seinen 25. Geburtstag. So viele Generationen haben im Unterwasserland gemeinsam mit ihm und seinen Freunden Abenteuer erlebt. 

Happy Birthday kleiner Glitzerfarbenfisch.

Auch unser Regenbogenfisch möchte beim Spiel mit seinen Freunden gewinnen und wird doch vom kleinsten der Fische überrundet. Im ersten Moment ist er traurig und eingeschnappt. Jedoch ist allein sein auch nicht so toll. Mit Hilfe seiner Freunde erkennt der kleine Regenbogenfisch, wie schön das Versteckspiel an sich ist und es gar nicht darauf ankommt, besser als die anderen zu sein.

Wieviel Freude es doch macht, wenn jeder einmal gewinnen kann und die alle anderen sich mitfreuen können. Gemeinsam Spaß sowie gute Freunde an seiner Seite zu haben und zusammen etwas zu unternehmen, das ist es, worauf es ankommt.


Farbenfrohe Zeichnungen, die auch ohne Worte ihre Botschaft übermitteln und kindgerechte Texte prägen dieses neue Abenteuer des Regenbogenfisches. Eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt und ein wunderbar buntes und lehrreiches Erlebnis für die ganze Familie.

Zum Geburtstag hat der Regenbogenfisch eine eigene Website bekommen und freut sich über Euren Besuch.

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