Rezension „Zum Glück braucht mich niemand“ von Liv Marit Weberg – Fischer Sauerländer

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (23. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737352445
ISBN-13: 978-3737352444
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Det er heldigvis ingen som trenger meg
D: 13,99 Euro

Inhalt:

Anne Lise ist eigentlich zu schüchtern für eine Beziehung, aber so verliebt, dass es kaum auszuhalten ist. Deshalb zieht sie Hals über Kopf mit ihrem frischgebackenen Freund Stian zusammen. Die beiden schmeißen ihr Studium in Oslo, um mitten in der Pampa eine Tierhandlung zu übernehmen. Doch Stian kümmert sich mehr um die Tiere als um Anne-Lise. Die ist natürlich stinksauer – wozu will er eigentlich überhaupt eine Freundin? Doch wie soll man sich streiten, wenn man eigentlich schon zum Küssen zu schüchtern ist? Und soll das jetzt etwa die große Liebe sein? Um herauszufinden, was man vom Leben eigentlich will, ist abhauen immer noch die beste Lösung – zumindest, wenn es nach Anne-Lise geht …

Eine chaotische Liebegeschichte aus der Generation Y – launig, witzig und intelligent!

Quelle: Fischer Sauerländer

Die Autorin:

Liv Marit Weberg wurde 1988 als schüchternes kleines Mädchen geboren und lebt heute in Oslo, Norwegen. Sie hat am Norwegischen Kinderbuchinstitut literarisches Schreiben studiert und ihren Master in Nordischer Literatur an der Universität Oslo gemacht. In ihrem Debütroman ›Zum Glück bemerkt mich niemand … dachte ich‹ verarbeitet sie auch ihre eigenen Erfahrungen – auf die Spitze getrieben!

Quelle: Fischer Sauerländer

Rezension:

Vor einer Weile habe ich mich Anne-Lise angefreundet und ihren verdrehten Blick auf die Welt irgendwie lieb gewonnen. Warum, könnt ihr hier nachlesen „Zum Glück bemerkt mich niemand…dachte ich“.

Am Ende dachte ich, sie hat sich gemausert und geht ihren Weg. Doch das Leben ist eben doch nicht so einfach und wir Menschen können uns verändern, aber nicht von einem Tag auf den anderen aus unserer Haut schlüpfen.

Für Anne-Lise gleicht das Leben eher einem täglichen Überlebenskampf. Geplagt von Selbstzweifeln, Minderwertigkeitskomplexen und Ängsten, versucht sie sich irgendwie von einem Tag zum anderen zu winden. Dabei fühlt sie sich aber selbst der Beziehung zu Stian auf Dauer nicht gewachsen und eher als Klotz an seinem Bein. Kurzerhand zieht sie sich erneut in ihr Schneckenhaus zurück. Jedoch wäre Anne-Lise nicht Anne-Lise, wenn sie sich so einfach unterkriegen lassen würde.

Um im Alltag bestehen zu können, holt sie sich hilfreiche Lebensweisheiten aus dem Internet und versucht diese umzusetzen. Natürlich kommt es dadurch zu merkwürdigen Begebenheiten.
Liv Marit Weberg beweist wieder einmal ihr Händchen für die perfekte Situationskomik.
Doch unsere kleine Antiheldin lernt aus ihren Fehlern und auch Anne-Lise wird langsam erwachsen.
Sie wird nie der perfekte, einfach zu beschreibende Mensch von nebenan werden. Doch sie lernt, dass auch sie einen Wert hat und es Menschen gibt, die dies bemerken. Anne-Liese begreift nach und nach, dass es da jemanden gibt, der sie vorbehaltlos akzeptiert, den sie braucht und es nicht verkehrt ist, an ein Morgen zu glauben, sich jemand anderem anzuvertrauen. Schritt für Schritt wagt sie sich in das Abenteuer Leben.

Auch in „Zum Glück braucht mich niemand“ werden wieder alle Begebenheiten überspitzt dargestellt, aber genau das macht den Charme dieses Buches aus. Gut versteckt zwischen den Zeilen finden wir treffende Gesellschaftskritik, die uns innehalten und einmal über das Leben nachdenken lassen sollte.

Lasst euch auf das Abenteuer Anne-Lise ein, ihr werdet es nicht bereuen.

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Klassiker-Weltreise – auf den Spuren von „Der kleine Lord“ mit Frances Hodgson Burnett & Aufbau Verlag

Ich möchte euch im Rahmen der Klassiker-Weltreise nach Amerika und England Ende des 19. Jahrhunderts entführen. „Der kleine Lord“ ist eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten seit Kindertagen. Ich muss aber gestehen, dass ich das Buch selbst gerade zum ersten Mal gelesen habe und bisher nur die Verfilmung kannte.

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 2 (21. September 2015)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Emmy Becher
ISBN-10: 3352006687
ISBN-13: 978-3352006685
Originaltitel: Little Lord Fauntleroy
D: 12,00 Euro
Wir empfinden diesen Klassiker als Weihnachtsbuch und die Verfilmung wird auch als Weihnachtsklassiker beworben bzw. fast nur in dieser Jahreszeit im Fernsehen gezeigt.

Eine Weihnachtsgeschichte im Hochsommer lesen, geht das? Ja, denn eigentlich ist „Der kleine Lord“ kein Weihnachtsmärchen, auch wenn ein Teil der Geschichte um Weihnachten herum spielt. Warum verbinden wir dann diese Geschichte automatisch mit Weihnachten?

Doch für alle, die „Der kleine Lord“ vielleicht doch nicht kennen sollten, etwas zum Inhalt:

Der siebenjährige Cedric lebt mit seiner verwitweten Mutter in ärmlichen Verhältnissen in New York, als sich sein Leben mit einem Schlag verändert: Er soll ein Lord werden. Sein Großvater, der Earl von Dorincourt, möchte seinen einzigen Enkel nach England holen, um ihn dort zu seinem Nachfolger zu erziehen. 
Also machen sich Cedric und seine Mutter auf den Weg. Doch sein Großvater erweist sich als ein mürrischer, unfreundlicher Greis, und dann taucht auch noch eine Frau auf, die behauptet, ihr Sohn sei der wahre Lord.

Ein anrührende, wunderbare Weihnachtsgeschichte, die mit Alec Guinness verfilmt worden ist.

Quelle: Amazon

Geschrieben wurde das Buch von 


Frances Hodgson Burnett wurde 1849 als Tochter eines Goldschmieds im englischen Manchester geboren. Nach dem Tod ihres Vaters wanderte die Familie 1865 nach Knoxville (Tennessee) in die USA aus. Dort begann sie für amerikanische Zeitungen zu schreiben. Nach 1901 lebte Frances Hodgson Burnett in Long Island und auf Bermuda. Sie starb 1924. Zu ihren bekanntesten Kinderbüchern zählen „Der kleine Lord“ und „Der geheime Garten“.
„Der kleine Lord“ ist mehrmals verfilmt worden – zuletzt im Jahr 1980 mit Alec Guinness in der Rolle des Earl von Dorincourt.
Quelle: Amazon
Ich hatte das Vergnügen, eine wundervolle Zeit mit Cedric, Lord Fauntleroy – Earl of Dorincourt verbringen zu dürfen und er bat mich, kurz zu Wort kommen zu dürfen.
…Wer hätte gedacht, dass meine Lebensgeschichte einmal ganze Generationen von Menschen beeindrucken und so berühren würde. Ich traf Frances Hodgson Burnett während eines Besuches bei meinen Freunden in Amerika. Sie war von meinen Kindheitserinnerungen so begeistert, dass wir auch später noch in regem Briefkontakt standen. Eines Tages bat sie mich um Erlaubnis, meine Geschichte in einem Buch erzählen zu dürfen. Natürlich war ich skeptisch. Wer sollte schon die Geschichte eines kleinen amerikanischen Jungen lesen wollen, der durch viele glückliche Fügungen des Lebens zu Lord Fauntleroy und später zum Earl of Dorincourt wurde. Aber Frances wurde mir eine treue Freundin und nach der Lektüre der ersten Seiten ihres Manuskriptes, blieb mir nichts anderes übrig, als ihrer Bitte stattzugeben.
Meine liebe Freundin Frances hat es verstanden, die Erzählungen eines alten Mannes in der kindlichen Sprachform des kleinen Cedric niederzuschreiben. 
Ich war ein aufgeweckter, altkluger kleiner Junge, der seine Mitmenschen nur mit dem Herzen betrachtete. Mir war bewusst, dass Geld notwendig war, um leben zu können. Doch es war für mich als Kind nicht wirklich wichtig. Ich begriff damals die Macht von Reichtum und Ansehen noch nicht in ihrem vollen Ausmaß. Die Beziehung zu meinem Großvater profitierte von meinem naiv kindlichen Blick auf die Welt. Er war ein verbitterter vom Leben enttäuschter Mann, als ich ihm zum ersten Mal gegenüber stand. Doch mein unbekümmertes Wesen, eroberte rasch sein Herz und er begann dem Leben noch einmal eine Chance zu geben. Herzlieb, meine Mom, war der selbstloseste Mensch, den ich je kennengelernt habe. Sie hätte alles für mich gegeben, selbst wenn es ihr das Herz gebrochen hätte.

Dieses Buch wurde mit Hilfe von Frances Hodgson Burnett zu einer Hommage an Herzlieb und ein liebevolles Gedenken an meinen Großvater. Es ist ein Buch voller Hoffnungen, Träume und Liebe.

Hochachtungsvoll

Cedric – Lord Fauntleroy – Earl of Dorincourt
Für mich wird „Der kleine Lord“ immer ein Stück Kindheit bedeuten, ein absolutes Herzensbuch. 
Die Geschichte des kleinen Cedric spricht unseren Glauben daran, dass Träume wahr werden können, an. Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum Frances Hodgson Burnetts Buch als Weihnachtsklassiker in die Geschichte eingegangen ist. Gerade in der Weihnachtszeit herrscht überall eine verzauberte Stimmung und das Verlangen nach Harmonie. „Der kleine Lord“ berührt das Herz der Leser und man muss Cedric einfach lieben. 
In der Neuauflage des Aufbau Verlages wurden die Sprachweise der Autorin und der Schreibstil der damaligen Zeit übernommen. Die Übersetzung von Emmy Becher wirkt authentisch. Die Covergestaltung ist ein Traum und wird dem Buch vollkommen gerecht.
Für mich war das Lesen daher wie eine nostalgische Zeitreise mit absolutem Wohlfühlfaktor.
Es gibt mittlerweile sehr viele Verfilmungen von „Der kleine Lord“. Doch für mich gibt es nur eine, die dem Buch wirklich gerecht wird. 

Eine Buchklassiker und eine Verfilmung, die nicht nur zur Weihnachtszeit Groß und Klein zum Verweilen und träumen einladen.

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Rezension „Die Schattenbucht“ von Eric Berg – Limes Verlag

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Limes Verlag (22. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3809026425
ISBN-13: 978-3809026426
D: 14,99 Euro

Inhalt:

Wer einen Traum hat, ist zu allem fähig…

Ohne ersichtlichen Grund und ohne emotionale Regung springt Marlene Adamski vom Balkon ihres Hauses in die Tiefe. Sie überlebt, spricht seither jedoch kein Wort mehr. Psychologin Ina Bartholdy findet keine Erklärung für das Verhalten der 62-jährigen Bäckersfrau, doch der Fall lässt sie nicht los. Sie fährt ins mecklenburgische Prerow, um nach ihrer Patientin zu sehen.

Marlene wird scheinbar liebevoll umsorgt. Doch das Verhalten ihres Ehemanns macht Ina stutzig. Keine Sekunde lässt er sie mit Marlene allein, will offensichtlich verhindern, dass sie mit Ina spricht. Was hat dieser Mann zu verbergen? Und was hat er mit den merkwürdigen Vorfällen zu tun, die sich in Prerow häufen?

Quelle: Amazon

Der Autor:

Seit Jahren zählt Eric Berg zu den erfolgreichsten deutschen Autoren. 2013 verwirklichte er einen langgehegten schriftstellerischen Traum und veröffentlichte seinen ersten Kriminalroman Das Nebelhaus, der Leser wie Kritiker gleichermaßen begeisterte. Nach Das Küstengrab ist Die Schattenbucht nun der dritte Roman des Erfolgsautors.

Quelle: Amazon

Rezension:

Schon mit „Küstengrab“ konnte mich Eric Berg in seinen Bann ziehen und so war ich natürlich neugierig auf sein neuestes Werk. 

Die Verwirklichung eigentlich simpler Wünsche und Träume beginnt eine nicht mehr zu beeinflussende Eigendynamik zu entwickeln. Die dunklen Seiten der Protagonisten gewinnen die Überhand, bis sich die Ereignisse nicht mehr stoppen lassen. Rache, Schuld und Vergeltung bestimmen das Handeln der Personen und zeigen manch überraschende Charaktereigenschaft auf. Immer mehr brodelt es unter der gut bürgerlichen Oberfläche, bis geschmiedete Pläne und Träume zerplatzen und alles aus dem Ruder läuft…
Auch hier beweist der Autor sein Gespür für psychologisch gut aufgebaute Spannung und einen fesselnden Plot. Wir bewegen uns erneut zwischen zwei Zeitebenen. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart war sehr gut nachvollziehbar. Durch diesen in Zeitschüben erfolgenden Blick auf die Geschehnisse, befindet sich der Leser immer mitten in den Ereignissen und nach und nach schließt sich der Kreis bis zur Auflösung des Falls. 
Sicher sind einige Handlungen vorhersehbar und manche Vermutung wird sich mit der Zeit bestätigen, dennoch gibt es viele überraschende Wendungen. Ich mag die psychologischen Verwicklungen sehr.

Eric Bergs Figuren bleiben dem Leser nicht fremd. Jeder einzelne Charakter hat seine Besonderheiten. Mit unterschiedlichen positiven sowie negativen Eigenschaften ausgestattet, ist man immer wieder geneigt, auch für die „Schurken“ eine gewisse Sympathie oder sogar Verständnis aufzubringen. Sie wirken authentisch und prägnant. Dabei lässt der Autor die Umgebung, in der seine Handlung spielt nicht aus dem Auge. Die Schilderung der Landschaft ist bildlich und intensiv, so dass der Leser die Handlungsorte direkt vor Augen hat.
Lasst euch von Eric Bergs raffinierter psychologischer Federführung gefangen nehmen.

Für mich ist dies ein Krimi, der kurzweilige Lesestunden verspricht und durch seine psychologische Raffinesse beeindruckt.
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Rezension „Für immer in deinem Herzen“ von Viola Shipman – FISCHER Krüger

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 2 (25. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Anita Nirschl
ISBN-10: 3810524255
ISBN-13: 978-3810524256
Originaltitel: The Charm Bracelet
D: 14,99 Euro

Inhalt:

Alle Frauen der Familie Lindsey besitzen ein Armband mit Glücksbringern, Großmutter Lolly, Tochter Arden und Enkelin Lauren. Die Anhänger werden von Generation zu Generation weitergegeben und stehen für Geschichten voller Hoffnung, Sehnsucht und Lebenslust. Viola Shipmans Roman ›Für immer in deinem Herzen‹ erzählt von einem Sommer, der drei Lebenswege zusammenführt und verändert.

Jedes Armband erzählt eine Geschichte

Großmutter Lolly lebt immer noch am Lost Land Lake, wo ihre Mutter ihr vor langer Zeit das Armband gab, das ihr Talisman wurde und Symbol für ihre Verbindung zur Familie. Aber ihre Tochter Arden und ihre Enkelin Lauren haben sie seit Jahren nicht mehr besucht, und Lolly läuft die Zeit davon.
Arden konnte es kaum erwarten, ihre Kleinstadt hinter sich zu lassen und nach Chicago zu ziehen, aber jetzt, im mittleren Alter, besteht ihr Leben nur noch aus Arbeit in der Redaktion, und sie schleppt sich einfach nur noch von Tag zu Tag. Alles, was ihr mal Spaß machte, ist ihr entglitten. Als sie einen Brief mit einem Armbandanhänger von Lolly und einen unerwarteten Anruf aus dem Heimatort erhält, ist sie alarmiert. Ein Notfall? Arden muss sich überlegen, ob sie es erträgt, nach Hause zu kommen.
Lauren, eine begabte junge Malerin, hat ihre Leidenschaft aufgegeben, um Betriebswirtschaft zu studieren. Aber sie verkümmert allmählich immer mehr und weiß nicht, wie sie ihrer Mutter die Wahrheit sagen soll.
Durch das Armband mit Charms entdecken die drei Frauen die Bedeutung von Familie, Liebe, Treue, Freundschaft, Spaß und der Lust zu leben, während der Zauber der Glücksbringer ihre Leben verändert.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Viola Shipman arbeitet regelmäßig für People.com, Entertainment Weekly und Coastal Living sowie öffentliche Rundfunkprogramme. Ihr erster Roman »Für immer in deinem Herzen« war sofort ein Bestseller. Sie schreibt im Sommer in einem Ferienort, inspiriert von der grandiosen Kulisse des Michigansees.

Quelle: Amazon

Rezension:


„Es gibt nur eine einzige Art und Weise, das Leben anzupacken, einen Tag am Strand zu genießen und in einen großen See zu springen: kopfüber!“

Ich glaube, ich habe mein Wohlfühlbuch für diesen Sommer gefunden. Ein Buch, das mir ein warmes Gefühl der Geborgenheit vermittelt hat und mich das ein oder andere Mal zu Tränen rührte. Dabei ist es gar nicht übermäßig sentimental oder kitschig. Es handelt sich einfach um eine Geschichte über Familienbindungen, Liebe, Vertrauen und die Macht der Erinnerungen, wie sie eigentlich nur das Leben schreiben kann. An vielen Stellen hat mich Lolly an meine eigene Oma erinnert und allein dadurch einen warmen Kokon um mich herum gesponnen.

„…Umarmungen sind wie Heftpflaster für die Seele.“
Erinnerungen bestimmen oft unser Fühlen und Handeln. Manchmal werden sie verschüttet und durch besondere Gerüche oder Bilder wieder hervorgerufen. Doch was passiert, wenn dein Geist und Körper nicht mehr richtig funktionieren wollen und diese wertvollen Erinnerungen zu verblassen oder gar zu verschwinden beginnen? Was, wenn du dies jeden Tag spürst, aber nicht verhindern kannst, dass dir dein bisheriges Leben wie Sand zwischen den Fingern zu zerrinnen droht?
Lolly steht an diesem Wendepunkt in ihrem Leben und sie hat Angst vor dem Vergessen. Denn was bleibt von ihr, wenn die Vergangenheit für sie nicht mehr existent ist?
Doch es gibt ja noch ihre Tochter Arden und deren Tochter Lauren. Drei Frauen, drei Generationen. In den vergangenen Jahren haben sie mehr oder weniger ihr eigenes Leben gelebt und die Familienbeziehungen einschlafen lassen. Später ist immer noch Zeit… oder nicht…
„..Die erstaunliche Schönheit des Lebens und der Familie…Wenn wir uns doch nur die Zeit nähmen, sie zu sehen und zu schätzen.“
In diesem Sommer verbringen Lolly, Arden und Lauren nach einer gefühlten Ewigkeit wieder einen gemeinsamen Sommer. Mit Hilfe von Lollys Bettelarmband leben wertvolle Erinnerungen auf, kleine Geheimnisse werden aufgedeckt. Wir erfahren von unerfüllten Träumen und Missverständnissen. Für alle drei hält das Leben neue überraschende Erkenntnisse bereit. 
„Picasso sagte einmal: Jedes Kind ist ein Künstler. Die Schwierigkeit ist, wie man ein Künstler bleibt, wenn man erwachsen wird.“
Mit Hilfe der Anhänger von Lollys Bettelarmband dürfen wir auf eigentlich sogar fünf Generationen Familiengeschichte zurück blicken. Die Anhänger enthalten eine hohe Symbolkraft und ich empfand es als eine wunderschöne Idee, wie jedem dieser Charms eine ganz eigene Bedeutung zugeschrieben wurde. Und hinter jeder Figur verbarg sich eine besondere Geschichte. 
„Dieser Anhänger ist ein Sinnbild dafür, wie wichtig Freunde in unserem Leben sind: Freunde sind die Teile, die uns ergänzen, die Teile, die das große Puzzlebild des Lebens vervollständigen.“
Die Anhänger helfen Lolly sich zu erinnern und als Leser wünscht ihr euch am Ende von „Für immer in deinem Herzen“ garantiert ein eigenes Schmuckstück zum Aufbewahren eurer Erinnerungen. 
Das Ende lässt viele Wege offen, mehr verrate ich an dieser Stelle nicht.
Ich möchte Euch das Buch unbedingt ans Herz legen. Es hält neben einer feinfühligen, liebevoll erzählten Geschichte auch viele bemerkenswerte Lebensweisheiten parat. 
„Malen ist wie das Leben selbst. Es erfordert eine Menge Geduld, eine Menge Glauben, eine Menge Leidenschaft. Die Schönheit großartiger Malerei besteht darin, die Emotionen hinter dem Motiv zu entdecken.“
Macht es euch gemütlich und lasst euch von Lolly und ihrer lebensbejahenden Art einfangen.
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Rezension „Schweigen ist Goldfisch“ von Annabel Picher – FISCHER Sauerländer Verlag

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten

Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (25. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Susanne Hornfeck
ISBN-10: 3737353751
ISBN-13: 978-3737353755
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Silence is Goldfish
D: 16,99 Euro

Inhalt:

Reden ist Silber, Schweigen ist … auch keine Lösung. Denn Worte können zwar unendlich verletzen – aber sie können auch unendlich glücklich machen.

»Mein Name ist Tess Turner – dachte ich jedenfalls bis vor kurzem.
Und ja, ich habe eine Stimme, aber sie gehört nicht wirklich mir. Ich habe Dinge gesagt, um dazuzugehören, um meinen Eltern zu gefallen, um allen zu gefallen. Ich habe so getan, als wäre ich jemand, der ich gar nicht bin. Ich habe gelogen.
Dabei ist mir übrigens nie in den Sinn gekommen, dass alle anderen auch lügen könnten.
Die Lügen sind aber eigentlich gar nicht das Problem. Was wirklich weh tut, ist die Wahrheit: Sechshundertsiebzehn wahre Worte, die meine ganze Welt auf den Kopf stellen.
Und weil Worte so gefährlich sind – die gelogenen und die wahren – , habe ich beschlossen, sie nicht mehr zu benutzen.
Ich bin Pluto. Schweigend. Unerreichbar. Milliarden Meilen von allem entfernt, was ich zu kennen glaubte.«

Tess hatte nie das Gefühl, wirklich dazuzugehören. Als sie eines Nachts am Computer ihres Vaters die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt – nämlich dass er eben nicht ihr Vater ist – weiß sie auch, warum das so ist. Sie ist Pluto, aber ihre Eltern wollten einen Mars. Oder wenigstens eine Venus.

Was soll Tess dazu noch sagen? Ihr fehlen die Worte. Und so schweigt sie. Schweigend sucht sie ihren richtigen Vater. Schweigend unterhält sie sich mit ihrem Plastikgoldfisch, Mister Goldfisch. Schweigend verliert sie ihre beste Freundin und findet einen neuen Seelenverwandten. Und sie gewinnt die allerwichtigste Erkenntnis überhaupt: nämlich, dass Schweigen Macht verleiht – aber Reden noch viel mehr.

Ein großartiges literarisches Jugendbuch mit einer ganz eigenen Atmosphäre und einer wundervollen Erzählerin, die mit ihren klaren und poetischen Worten mitten ins Herz jeder Leserin trifft.

Der neue Roman der Autorin von ›Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims‹ und ›Ketchuprote Wolken‹.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Annabel Pitcher verließ die Oxford University mit einem Abschluss in Englischer Literatur und dem festen Vorsatz, Kinderbuchautorin zu werden. Es folgten diverse andere Jobs, bevor sie sich ihren Wunsch erfüllte, die Welt bereiste und sich ganz aufs Schreiben konzentrierte. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Yorkshire, England.

Quelle: Amazon

Rezension:

„Seine Ängste kann man nur überwinden, indem man sich ihnen stellt. Wahrer Mut ist…“

Dieses Zitat aus dem Buch „Schweigen ist Goldfisch“ beschreibt Tess ihre Situation sehr treffend.
Unsere Protagonistin entspricht nicht dem gängigen Schönheitsideal und muss sich täglich gegenüber bösartigen verbalen Attacken ihrer Mitschüler behaupten. Dabei leidet Tess unter einem großen Minderwertigkeitskomplex. Bisher ist es ihr ganz gut gelungen, sich mit einer fast stoischen Ruhe zu behaupten. 
Doch dann entdeckt sie zufällig ein Geheimnis, das ihre noch intakte familiäre Welt zum Einstürzen und sie selbst aus dem inneren Gleichgewicht bringt. 
Aufgrund ihres Naturells schafft sie es nicht, ihre Probleme anzusprechen. Enttäuschung und Selbstzweifel fressen sie auf. Schon immer recht introvertiert zieht sie sich in ihr Schneckenhaus zurück. Tess blockiert selbst ihre beste und bis dahin einzige Freundin. Gefangen in ihrer selbst gewählten Traumwelt, wird eine Taschenlampe in der Form eines Fisches zum einzigen Vertrauten. Tess spricht nicht mehr laut. Gespräche finden nur noch in ihren Gedanken statt. Dadurch isoliert sie sich noch mehr und findet selbst vorerst keinen Ausweg aus dieser Situation. 
Ein stummer und doch sehr lauter Hilfeschrei.

Tess ist kein einfacher Charakter. Sie ist vielschichtig, unsicher und ein kleines bisschen verdreht. Man muss ganz genau durch die Schichten ihres Schweigens hindurch zuhören, um dieses Mädchen zu verstehen. In ihren stummen Selbstgesprächen ergeben sich immer wieder tiefe Einsichten. Ihr Blick auf die Umwelt und ihre Mitmenschen verschärft sich. Nicht hinter jeder hübschen und zuvorkommenden Fassade findet sich das, was man erwartet.

Ich mochte Tess von Anfang an, aber bevor ich sie richtig in mein Herz geschlossen hatte, dauerte es.

Neben dem Titel hat mich das Cover von „Schweigen ist Goldfisch“ sofort angezogen. 

Es gab vor einer Weile schon einmal ein Buch mit dieser Art von Fischen auf dem Cover beim Hanser Verlag – „Glück ist eine Gleichung mit 7“ von Holly Goldberg Sloan. (Meine Rezension zu diesem Buch findet ihr hier). Jedoch unterscheiden sich die Aussagen beider Bücher voneinander.

Hier ist es nicht der Fisch, der gegen den Strom schwimmt, sondern der, der genau in die entgegengesetzte Richtung flieht, um den es geht. Die Botschaft ist klar und steht für Tess ihr komplettes Handeln.

Gelingt es Tess über ihren eigenen Schatten zu springen? Mut zeigt sich in ganz unterschiedlichen Formen. 

Nicht immer ist es mutig, gegen den Strom zu schwimmen. Manchmal muss man auch von allen wegschwimmen, um den richtigen Weg zu finden. 
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Rezension „Jules“ von Didier van Cauwelaert – C. Bertelsmann Verlag

Broschiert: 224 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (25. April 2016)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Jochen Winter
ISBN-10: 3570102939
ISBN-13: 978-3570102930
Originaltitel: Jules
D: 14,99 Euro

Inhalt:

Zibal de Frèges ist ein genialer Wissenschaftler, dem die Scheidung den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Im Alter von 42 Jahren muss er deshalb am Pariser Flughafen Gebäck verkaufen. Eines Tages kommt Alice, eine schöne, blinde Frau, mit ihrem Hund Jules zu seinem Stand, um Macarons für sich und ihren Hund zu kaufen. Zibal verliebt sich Hals über Kopf in sie und will sie unbedingt wiedersehen. Er weiß allerdings nicht mehr von ihr, als dass sie nach Nizza fliegt. Dort hat sie eine Augenoperation – die gelingt. Was für sie ein großes Glück ist, macht ihren Hund depressiv, weil er nun nutzlos ist. Also gibt Alice ihn schweren Herzens weg. Doch Jules reißt aus und sucht bei Zibal Zuflucht. Das kostet Zibal Job und Wohnung. Mann und Hund sind abgebrannt und nun nur noch von einem Ziel getrieben: die junge Frau zu finden, die ihnen beiden das Herz gebrochen hat …

Quelle: Amazon

Der Autor:

Didier van Cauwelaert, Dramatiker, Drehbuchautor, Regisseur und Bestsellerautor, wurde 1960 in Nizza geboren und schreibt seit seiner frühen Jugend. Seine Romane, von denen bisher acht auf Deutsch erschienen sind, wurden mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Für Findelkind erhielt er 1994 den begehrtesten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt. Einige seiner Romane wurden verfilmt, darunter 2011 Unknown Identity mit Diane Kruger, Liam Neeson und Bruno Ganz. Seine Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Quelle: Amazon

Rezension:

Ich bin verliebt und habe einen neuen Freund an meiner Seite. Er heißt Jules, ist äußerst gewissenhaft, zielstrebig und vor allem ist er treu. Einen besseren Beschützer findet ihr nirgends.
Nein, ich gehe nicht fremd, denn Jules ist ein Hund. Nicht irgendein Hund! Er ist ein hoch sensibler und zuverlässiger Blindenführhund. Ohne ihn würde es dieses Buch nicht geben oder es wäre nur eine ganz nette Liebesgeschichte. Aber mit Jules entwickelt das Buch einen unvergesslichen Charme.
Verbunden mit dem einzigartigen französischen Flair, ein wunderbarer Wegbegleiter.
Ja, ich komme ins Schwärmen, doch Didier van Cauwelaert hat mit „Jules“ mein Herz erobert.
„Jules“ ist nicht nur ein Buch für Hundeliebhaber. Seine Geschichte hat mich berührt und das nicht nur, weil der eigentliche Held ein Hund ist. Auch die Menschen im Buch, denen das Leben nicht immer wohlgesonnen war, mochte ich mit allen Ecken und Kanten. Es sind Menschen wie Du und ich, mit allen großen und kleinen Fehlern, die wir auch in uns finden.
Wir erleben in diesem Buch viele Arten, in denen sich Liebe, Zuneigung und Freundschaft ausdrücken können. So auch den Großmut und die Uneigennützigkeit wahrer Liebe. Nicht auf besitzen ausgelegt. Nein, eher der Verzicht auf etwas sehr wertvolles, versteckt unter dem Deckmantel herber Gleichgültigkeit, versteckt hinter dem Schein von Selbstsucht.
„Jules“ ist eine herzerwärmende Geschichte, die wir als Leser von drei Seiten aus betrachten dürfen.
Einmal schlüpfen wir in die Haut von Zibal, dann in die von Alice und letztendlich nehmen wir an der Gefühlswelt von Jules teil. Wir erleben Zuneigung, die Bösartigkeit der Menschen, treffen auf verrückt anmutend wirkende Persönlichkeiten, die Toleranz und Freigiebigkeit wahrer Liebe. 
Der Autor zeigt uns, wie viel Empathie und Intelligenz in unseren Tieren steckt. Wir begleiten Jules auf der Suche nach einem neuen Lebensinhalt und lernen, welche Begabungen in Hunden stecken. Instinkt und Treue sind ausschlaggebend, doch Jules besitzt noch so viel mehr. 
Mit einem seinem ganz besonderen französischen Charme und komödiantischen Einlagen, ist dieses Buch nicht nur einfach etwas fürs Herz, sondern bringt seine Leser ein ums andere Mal zum Lachen.
Ein Roman, der seine Leser rundum glücklich macht. 
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Rezension „LuCat“ von Fylvia R. Schein – Amdora-Verlag

Taschenbuch: 430 Seiten
Verlag: Amdora-Verlag; Auflage: 1 (22. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3946342205
ISBN-13: 978-3946342205
D: 10,99 Euro

Inhalt:

Die charismatische und selbstbewusste Catherine lernt bei einem Schulausflug den Indianerjungen Luke kennen und beide verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Auf Luke lastet aber eine schwere Bürde. Um seinem Stamm das Überleben zu sichern soll er einen reinrassigen Sohn zeugen. Nun soll er sich zwischen seinem Stamm und seiner Liebe entscheiden. Hat ihre junge Liebe eine Chance?

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Rezension:

Indianer, die Weite der Prärie und die unzähligen damit verknüpften Mythen und Legenden haben mich bereits als kleines Mädchen fasziniert. Winnetou war mein absoluter Traumindianer.
Jedoch entspricht die Realität nicht immer unseren Träumen. Und es ist auch heute nicht unproblematisch, wenn ein normales weißes Mädchen und ein indianischer junger Mann, der noch dazu bestimmt ist, der nächste Häuptling zu werden, aufeinander treffen und sich verlieben. Natürlich ist dies auch der Stoff für eine spannende Liebesgeschichte. Genügend Konfliktpotential ist vorhanden und die Autorin hat auch noch einige interessante Ideen mit eingeflochten.

Das Buch ist in einem recht einfachen, leichten Stil geschrieben. Wir verfolgen die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Cat und Luke. So gibt es zwar hin und wieder einige Wiederholungen, aber als Leser bekommt man einen sehr runden Blick auf die Ereignisse. Die handelnden Personen werden recht charismatisch beschrieben.

Dennoch zeugt die gesamte Handlung von zu wenig Mut in der Umsetzung. Letztendlich folgen die Protagonisten dem einfachsten Weg. Auch bei der Ausgestaltung des Endes wurde mir ein zu einfacher Ausweg gewählt.
Gleichzeitig ergaben sich beim Lesen für mich Widersprüche im Verhalten der einzelnen Personen. Die Charaktere und ihre gezeigten Handlungen sind für mich nicht stimmig. Dies trifft besonders auf Cat zu. Ihr Verhalten ist an vielen Stellen oft übertrieben und unrealistisch dargestellt. Einerseits erleben wie sie als ein recht mutiges Mädchen, auf der anderen Seite bricht sie bei der kleinsten Belastungsprobe zusammen.

Ich empfand LuCat als eine nette Liebesgeschichte, aber leider nicht mehr. Man spürt zwar das Herzblut der Autorin zwischen den Zeilen, doch es fehlt an der richtigen Umsetzung.
Der Spannungsbogen bricht immer wieder zusammen und so wurde der Lesefluss mehrfach gehemmt.

Wer eine Geschichte ohne großen Anspruch sucht, ist hier gut aufgehoben. Für mich ist LuCat leider eine Geschichte, die sehr viel mehr hätte sein können und viel Potential verschenkt bzw. vorhandene Ressourcen nicht nutzt.

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Rezension „Das muss Liebe sein – 54 ½ Pflegetipps für die glückliche Ehe“ von Katja Kessler – Bastei Lübbe

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth) (13. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
Illustrator: Peter „Bulo“ Böhling
ISBN-10: 3431039464
ISBN-13: 978-3431039467
D: 14,99 Euro

Inhalt:

„Bevor du heiratest, halte beide Augen offen.

Danach drücke mindestens eines zu!“
Wer heute in Deutschland vor den Traualtar tritt, wird mit 35-prozentiger Wahrscheinlichkeit in den nächsten 25 Jahren geschieden. Nur mal angenommen, Sie gingen zu Douglas, dort gäbe es eine Zaubercreme gegen Falten. Allerdings würde die Verkäuferin Sie warnen: „Diese Creme macht mit 35-prozentiger Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen in den nächsten 25 Jahre die Nase abfällt.“ Würden Sie diese Creme dennoch kaufen?
Ganz bestimmt nicht!
Werden Sie mit dem gleichen Risiko dem Mann, den Sie lieben, das Jawort geben?
Ganz bestimmt!
Gratulation. Richtig so!
Verlobt, verliebt, verheiratet – und dann? Bestseller-Autorin Katja Kessler weiß Rat. Hier ihre 54 ½ ultimativen Tipps, um es mit Mr. oder Mrs. Right bis ins Seniorenstift zu schaffen. Saukomisch, wissenschaftlich fundiert, noch nie gehört. Mit vielen persönlichen Anekdoten. Was ist wichtig im Rausch der Gefühle? Was auf der Langstrecke? Und was, wenn es mal heißt: Tausche Brautkleid gegen Pistole?
Mit hinreißenden Illustrationen von Kultzeichner und „Clap“-Herausgeber Peter „Bulo“ Böhling.

Quelle: Amazon

Die Autorin und Mitwirkende:

Dr. Katja Kessler, geboren 1969 in Kiel, ist Zahnärztin, Journalistin und Spiegel-Beststeller-Autorin (Frag mich Schatz, ich weiß es besser! Dieter Bohlens Nichts als die Wahrheit, Silicon Wahnsinn, das Mami Buch). Sie lebt mit Mann und vier Kindern in Potsdam. Für ihre hinreißend witzige Schreibe wurde sie u.a. ausgezeichnet mit Goldener Feder, Preis für Lebensfreude und Leading Ladies Award. Nach dem Riesenerfolg des Mami-Buchs (das in 13 Sprachen übersetzt wurde) schreibt sie jetzt den fundierten, witzig-spritzigen Wissenschafts-Ratgeber zum Thema: Glücklich in der Ehe – obwohl du einen Mann geheiratet hast!

Peter „Bulo“ Böhling, 1971 in München geboren, ist Kult-Illustrator und Herausgeber der Zeitschrift „Clap“. Er studierte Philosophie und Soziologie in München, wechselte dann als Texter in die Werbung und landete schließlich im Journalismus. Neben seinen Buchprojekten – Schimpfen wie ein alter Römer, Ich werde mich freien von Sie zu huren!, Udo ist weg – entwickelt er Magazine und berät Unternehmen in Marketingfragen.

Quelle: Amazon

Rezension:


Das Cover ist ein Hingucker und macht direkt neugierig auf den Inhalt. Wer Katja Kessler von anderen Büchern her kennt, weiß was ihn erwartet und wird nicht enttäuscht. 
Gewohnt kurzweilig, mit viel Witz und Ironie führt uns die Autorin an das Eheleben heran und hindurch. Gespickt mit Anekdoten, fällt es ihr nicht schwer, auch das eigene häusliche Umfeld mit einem Augenzwinkern zu betrachten und das ein oder andere Mal auf die Schippe zu nehmen.

Untermalt werden ihre Ausführungen von Statistiken, Gesetzestexten und passenden Zitaten.
In einer Art Merkkästchen werden die wichtigsten Eckpunkte noch einmal zusammengefasst. Somit erhalten wir den äußerlichen Anschein eines seriösen Ratgebers. Aufgelockert wird das Ganze von treffenden Zeichnungen mit Schmunzelgarantie.
Auch wenn dieses wortwitzige Sachbuch mit Augenzwinkern zu betrachten ist, steckt doch in manch kurios anmutender Weisheit ein Krümelchen Wahrheit. Dabei ist das Buch wohl eher an uns Frauen gerichtet. Lesende Männer sollten ein dickes Fell und eine große Portion Humor mitbringen, da sie oft nicht so gut davonkommen. Aber nicht vergessen, dieses Buch soll amüsieren und den Alltag etwas beiseiteschieben. Also, nicht alles zu ernst nehmen.
Das Buch selbst in drei Teile untergliedert, wobei es immer wieder Überschneidungen und auch die ein oder andere Wiederholung gibt.
Ich empfehle, es nicht in einem Stück zu lesen, da sich sonst eine Art Routine einschleicht und man als Leser abstumpft. Auch können die einzelnen Abschnitte unabhängig voneinander bzw. querbeet gelesen werden.
Eine spaßige Abwechslung für humorvolle Leser.
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Rezension „Bruder Wolf“ von Carla Maia de Almeida – FISCHER Sauerländer Verlag

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (25. Februar 2016)
Sprache: Deutsch

António Jorge Gonçalves (Illustrator), Claudia Stein (Übersetzer)
ISBN-10: 3737353603
ISBN-13: 978-3737353601
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: Irmao Lobo
D: 14,99 Euro

Inhalt:

Wenn man fünfzehn ist, sind sieben Jahre fast das halbe Leben. So lange ist es her, dass Bolotas Kindheit jäh endete. Dass in jenem Sommer alles außer Kontrolle geriet, weiß Bolota mit Sicherheit, warum und wie genau das passierte, jedoch nicht. Ihre Erinnerungen sind Bruchstücke. Da war die Autofahrt mit ihrem Vater zum Haus der Großeltern. Die Rückfahrt durch den Wald. Das Feuer, das immer näher kam. Der Vater, der Hilferufe hörte und in die Flammen lief. Und da war plötzlich ihr Hund, der aus dem Nichts neben dem Wagen auftauchte und ihr beistand – ihr Bruder Wolf.

Mit zweifarbigen Bildern des preisgekrönten Illustrators Jorge António Goncalves
Ausgewählt für den White Ravens Katalog

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Carla Maia de Almeida wurde 1969 in Matosinhos, Portugal, geboren. Sie ist Journalistin, Autorin und Übersetzerin und schreibt u.a.für die Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendliteratur »LER«. Carla Maia de Almeida lebt in Portugal.

›Bruder Wolf‹
– ausgewählt für die Deutschlandfunk-Bestenliste »Die Besten 7«

Quelle: Amazon

Rezension:

Zur Leipziger Buchmesse habe ich Bini von Literatwo (hier findet ihr auch einen tollen Artikel zum Buch) erzählt, dass ich Wölfe liebe. Sie hat sich dies gemerkt und mich kurz darauf mit diesem wundervollen Buch überrascht. Danke Liebes, dass ich Bolota und Bruder Wolf kennenlernen durfte.

„Bruder Wolf“ ist wie für mich geschrieben. Es packte mich, wie eine Wolfsmutter ihr Junges im Genick und hielt mich sicher bis zur letzten Zeile. Doch lasst Euch vom Titel nicht täuschen. Es ist kein Buch über Wölfe, jedenfalls nicht im Sinne des Wortes. 

Manchmal ist das Leben wie ein Wolf. Es nimmt sich, was es braucht, gibt aber genauso viel wieder zurück, wenn man es zulässt.
Bolotas Leben geriet sieben Jahre zuvor aus dem Ruder. Nur Bruchstücke von dem, was damals geschah, tummeln sich in ihren Gedanken. Das Buch sammelt für uns und Bolota nach und nach alle Einzelteile auf und setzt diese Stück für Stück wieder zusammen. Dabei wechselt die Autorin zwischen den Zeiten und lässt uns die Geschichte aus Bolotas Sicht erleben. 
Nehmt Euch die Zeit und lernt ein starkes, fantasievolles Mädchen kennen. Sie gibt Ihrer Familie, Freunden und Tieren besondere Namen. Ich habe mich stellenweise wie in einer mythischen Indianergeschichte gefühlt. Dabei charakterisieren die Fantasienamen die jeweilige Person perfekt. 
Es ist eine Erzählung über gesellschaftliche Probleme und deren Auswirkungen, Träume, der Suche nach Antworten und großer Stärke.
Nach und nach zerbricht Bolotas heile Welt. Auf dem Weg durch ihre Erinnerungen erleben wir gemeinsam mit ihr die Höhen und Tiefen des Lebens aus der Sicht eines achtjährigen Kindes. 
Die gesellschaftlichen Hintergründe sind wichtig für das Verständnis, stehen aber nicht im Vordergrund der Handlung. Nein, es ist die Suche, die Suche nach Antworten darauf, was in jener Nacht vor sieben Jahren geschah und dem warum.
Die Seiten sind farbig abgesetzt. Die blauen Seiten stehen für die Personen, die für Bolota wichtig sind und erklären die allgemeine Entwicklung der Ereignisse. Auf den weißen Seiten werden wir mitgenommen auf eine Reise in einen neuen Lebensabschnitt, verbunden mit Wünschen, Träumen und verlorenen Erinnerungen. Und dann ist da noch der Abschnitt mit den wenigen schwarzen Seiten, auf denen Bolota am Rand ihrer verdrängten Erinnerungen wandelt und die uns von ihrem größten Verlust erzählen.
Das Cover ist für mich ein passendes Sinnbild, welches den Anfang und das Ende von „Bruder Wolf“ sehr gut einfängt. Mit vielen einfachen, dafür sehr ausdrucksstarken Bildern unterlegt, ist es eine intensive, berührende Geschichte. Es ist ein Jugendbuch mit einer tiefgehenden poetischen Bildsprache, die noch lange nachhallt.
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Kinder kreativ – Rosa Schweinchen basteln – kinderleicht

Wenn Kind 2 (gerade 8 geworden) ihrer Kreativität freien Lauf gibt, dann bekommt Mama einen neuen Stiftehalter.



Materialien:

  • 6 Einwegbecher – farblos
  • Pappe
  • Papier
  • Klebeband
  • Strickreste
  • Geschenkband
  • Wasserfarben und Pinsel

Anleitung:

Fünf Becher sowie die Pappe mit Wasserfarbe bemalen.
Vier Becher als Füße verwenden, Pappe entsprechend zuschneiden und mit Klebestreifen als Rumpf an den „Beinen“ befestigen.
Einen Becher mit Papier, Wasserfarbe und den Strickresten zum Schweinchenkopf gestalten und am Rumpf befestigen.

Nun auf dem Rücken einen unbemalten Einwegbecher befestigen. Dieser dient als Stifteköcher.

Zum Schluß das Geschenkband gräuseln und als Schwanz an der der Pappe befestigen – fertig.

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