Rezension “Waldviertelmorde” von Maria Publig – Gmeiner Verlag

Taschenbuch: 310 Seiten

Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2018 (7. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839222737
ISBN-13: 978-3839222737
D: 14,00 Euro

Inhalt:

Walli Winzer hat die Nase voll: von den Männern, den immer länger werdenden Aufenthalten im Kosmetikstudio und von den Shoppingtouren in den Designershops der Wiener City. Als ein drohendes Burnout seine Schatten vorauswirft, weiß die erfolgreiche Inhaberin einer PR-Agentur eines ganz genau: Sie braucht Ruhe!
Ein altes Haus im Waldviertel nahe Wien soll ihre künftige Oase sein. Doch schon bald erweist sich diese als intrigendurchsetzte, mörderische Fallgrube.

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Die Autorin:

Maria Publig wurde in Wien geboren und verbrachte mit ihrer Familie viele Sommer im südlichen Waldviertel. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Journalistin für Tages- und Wochenzeitungen. Später wechselte sie als Moderatorin und Redakteurin in den ORF. Bevor sie sich dem Krimischreiben zuwandte schrieb sie Kultursachbücher, die international ausgezeichnet wurden. Wovon sie überzeugt ist: für gute Gedanken und Kreativität muss man sich Zeit nehmen. Die gönnt sie sich zwischendurch – ziemlich oft im Waldviertel.

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Rezension:


“Waldviertelmorde” ist ein typischer Regionalkrimi, der seinen Plot auf den Eigenheiten der Dorfbewohner und einer teilweise schrullig anmutenden Ermittlerin aufbaut. Dabei hat es Maria Publig verstanden, eine einfühlsame Geschichte über die Menschen in Waldviertel zu entwerfen. Diese wird untermalt von bildhaften Landschaftsbeschreibungen.

Alles könnte idyllisch anmuten, wenn da nicht um Walli herum merkwürdige Dinge geschehen und die oder der Täter sogar vor Mord nicht zurückschrecken würden. Ohne es zu wollen, gerät unsere Protagonistin in das Visier der Verbrecher. Wallis Neugier und ihr Tatendrang sind geweckt. Dabei handelt es sich bei ihr um eine Zeitgenossin, die nicht unbedingt von Anfang an Sympathien weckt. Ich habe ehrlich gesagt sehr viel Zeit benötigt, um mit ihr warm zu werden. Dennoch ist Walli eine interessante Person, die oft unfreiwillig komisch wirkt und so die Situationen immer wieder auflockert.

Schilderungen, die anfangs noch informativ und spannend wirken, lassen den Leser leider in der Mitte des Buches in Langeweile abdriften. Hier waren mir einige Ausführungen zu nichtssagend und ausschweifen. Auch bewegt sich die Geschichte über viele Seiten hinweg auf der Stelle. Wer allerdings dabei bleibt, wird im letzten Viertel dafür belohnt. Hier steigt der Spannungsbogen noch einmal rasch an und trägt den Leser zu einem rasanten Ende.

Beim Lesen konnte ich mich nicht so recht entscheiden, was ich von diesem Krimi halten soll. Meine Gefühle waren eher durchwachsen. Dabei ist der Schreibstil von Maria Publig flüssig und bildhaft. Auch der Kriminalfall an sich ist gut durchdacht und schlüssig. Vielleicht lag es an der nur schwer zu fassenden Walli oder dem Abschweifen in zu viele Nebensächlichkeiten, die das Lesen beeinträchtigten.

Dennoch ist es ein solider Krimi, mit einem besonderen Augenmerk auf die regionalen Eigentümlichkeiten der dort lebenden Bevölkerung sowie deren Traditionen.

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