



Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (13. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453419235
ISBN-13: 978-3453419230
D: 9,99 Euro
München 1918. Die junge Fanny – Franziska – sitzt im Zug nach München und will der Provinz entfliehen. Ihre sensible Zwillingsschwester Friederike musste sie zurücklassen. Als die reiche Witwe Dora mit ihren beiden Kindern zusteigt, ahnt Fanny noch nicht, dass ein tragisches Schicksal seinen Anfang nimmt. München 2015. Katharina erhält einen Brief aus London: In einem Archiv wurden Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska gefunden. Katharina wird neugierig. Wie kommt es, dass die Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter, einer einfachen Köchin, in London verwahrt werden?
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.
Das Buch nimmt uns mit auf eine Reise zwischen zwei Zeitebenen. Gegenwart und Vergangenheit finden ihren Weg zueinander. Es ist eine Geschichte über Familie, Liebe, Verrat, Verlust, Stärke und Freundschaft. Sensibel ausgearbeitete und vor allem authentische Charaktere erwarten Euch.
1918 lebten Fanny und ihre Zwillingsschwester Fritzi in einem kleinen bayrischen Dorf. Der Tod ihrer Mutter ist der letzte Anstoß für Fanny, ihr Leben zu verändern, ihren Träumen zu folgen und sich aus dem Schatten ihrer Zwillingsschwester herauszuwagen. Ihr größtes Anliegen ist, die eigene Persönlichkeit entfalten zu können. Eine flüchtige Zufallsbekanntschaft auf dem Weg nach München wird ihr Leben nachhaltig verändern.
Der Weg, den Fanny beschreiten wird, ist steinig und nicht immer von Glück übersät. Doch Fanny ist ein starker Charakter, der sich gegen die Widrigkeiten des Lebens durchzusetzen weiß.
Es ist die Zeit der schleichenden Machtergreifung Hitlers und seiner Anhänger. Fritzi, die ihrer Schwester nach München gefolgt ist, sympathisiert und bewegt sich sehr rasch in diesen Kreisen. Wohingegen Fannys Freundeskreis dem Gegenpol der politischen Ebene angehört. Daraus ergibt sich ein massiver Interessenkonflikt zwischen den Schwestern. Sie sind zwar Zwillingsschwestern, jedoch so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Fritzi braucht Fanny und möchte sie mit niemandem teilen. Die daraus entstehende Eifersucht auf Freunde ihrer Schwester, bringen bald alle in Gefahr.
Unsere beiden Hauptprotagonistinnen zeigen die Zerrissenheit, die sich damals wohl in vielen Familien abspielte.
Trotz aller Gegensätze und auch wenn meine größte Sympathie von Beginn an Fanny gehörte, muss man Fritzi gern haben. Ebenso wie Bubi und Alina, deren Schicksal mich nachdenklich und traurig zurück lies.
Der zweite Erzählstrang spielt im München der heutigen Zeit. Auch hier treffen wir auf eine bunte Mischung aus verschiedenen Charakteren. Durch Zufall stößt Katharina auf alte Familientagebücher und verliert sich in der Geschichte ihrer Ahnin. Mit ihr die alten Tagebuchseiten zu lesen, fühlte sich fast so an, als würde ich meine eigene Familiengeschichte erforschen. Spannend und enorm emotional gestaltete sich diese Reise in die Vergangenheit.
Vielleicht habt ihr ja eine Idee, wo es richtig gute Holundermarmelade und vor allem Holunderkompott geben könnte.
Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (25. August 2016)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Anu Stohner
ISBN-10: 3737354308
ISBN-13: 978-3737354301
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 4 Jahren
D: 14,99 Euro
Dougal MacPherson zeichnete einst einen Bagger und einen Laster, um seinen Sohn zu unterhalten. Seitdem war er technischer Zeichner. Seine Illustrationen zeigt und verkauft er bei Instagram, Facebook und Twitter. Dies ist sein erstes Bilderbuch.
Jessica Walton, 30 Jahre alt, lebt mit ihrer Lebensgefährtin und ihrem Sohn in der Nähe von Melbourne, Australien. Sie selbst ist Tochter einer transsexuellen Frau.
„Teddy Tilly“ ist ein Buch für Kinder ab vier Jahren, erstmals eine sehr junge Zielgruppe. Mit liebevollen Zeichnungen und kurzen prägnanten Texten ist es aber ideal für diese Altersgruppe gestaltet und leicht verständlich. Es geht um Teddy Thomas, der lieber eine Schleife im Haar trägt, als eine Fliege um den Hals und ab sofort Tilly heißen möchte.
Bereits das Cover stimmt auf den Inhalt ein und spiegelt unser gesellschaftliches Bild wieder. Wir urteilen oft, und da nehme ich mich nicht aus, auf den ersten Blick nach der Optik. Auf dem Cover ist daher rasch zu erkennen, wer Teddyjunge und wer Teddymädchen ist. Nur im wahren Leben ist dies halt nicht immer so einfach und die äußere Erscheinung kann täuschen.
„… mir ist es doch egal, ob du ein Teddymädchen oder ein Teddyjunge bist! Hauptsache, wir sind Freunde.“
In einigen Rezensionen wurde der karge Text des Buches bemängelt. Ich finde diesen in Verbindung mit den sehr aussagekräftigen Zeichnungen für Kinder ab vier Jahren ausreichend. In diesem Zusammenspiel würden längere Textpassagen die eigentliche Botschaft der Geschichte nur aufweichen. Es bleibt dadurch ein großer Spielraum für Interpretationen. So wird die Fantasie der Kinder angeregt und sie können Teddy Tillys Welt auf ihre eigene Art entdecken. Durch die aufkommenden Fragen ergibt sich eine Fülle an Gesprächsstoff. Auch wenn viele Kinder mit sechs Jahren bereits zur Schule gehen und den Text selbst erlesen können, empfehle ich, sie das Buch erstmals gemeinsam mit einem Erwachsenen lesen zu lassen. Wir können mit dieser Geschichte noch viel lernen.
„Teddy Tilly“ ist ein zauberhaftes Buch über Freundschaft, Toleranz und Akzeptanz, das die Thematik Transgender bereits den Kleinsten näher bringt.
Taschenbuch: 248 Seiten
Verlag: tredition (30. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3732351378
ISBN-13: 978-3732351374
D: 10,99 Euro
Mörder mit Gewissen, wehrhafte Opfer und mysteriöse Todesfälle
Ein Flusspferd wird zur Waffe. Ein Therapieversuch endet im Desaster. Ein Buch entscheidet über Leben und Tod. Einem Grabräuber werden seine Taten zum Verhängnis.
Bianca Heidelberg und Björn Sünder präsentieren in dieser Anthologie 25 Kurzkrimis, mal böse, mal skurril, hier und da gewürzt mit fantastischen Elementen. Darunter „Brücke in die Freiheit“ (2. Preis beim Mannheimer Literaturpreis 2015 der Räuber ’77) sowie die verlängerte Fassung von „Gefährlicher Mutterinstinkt“ (nominiert für den Agatha-Christie-Krimipreis 2014).
Bianca Heidelberg schreibt seit 2013 Kurzgeschichten, die meist tödlich enden. Sie hat mehrere Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. 2015 gewann ihre Geschichte „Brücke in die Freiheit“ den 2. Preis beim Mannheimer Literaturpreis der Räuber ’77. Ihre Geschichte „Gefährlicher Mutterinstinkt“ wurde für den Agatha-Christie-Krimipreis 2014 nominiert. Bianca Heidelberg wurde 1980 geboren und lebt mit Mann und Kind im Kraichgau.
Weitere Informationen unter: www.biancaheidelberg.de
Das Cover ist ein echter Blickfang und facht die Neugierde an. So drängt es einen förmlich dazu, das Buch in die Hand zu nehmen und mit dem Lesen zu beginnen.
25 Krimihäppchen warten darauf entdeckt zu werden. So kann man diese Anthologie in einem Rutsch, aber gemächlich Häppchen für Häppchen genießen.
Der Übergang in den Schreibstilen der Autoren ist teilweise so fließend, dass ich nicht immer unterscheiden konnte, wer von beiden – Bianca oder Björn – den Krimi geschrieben hat, ohne nachzusehen. Dies macht sich besonders bei der gemeinsam geschriebenen Geschichte bemerkbar.
Beide sind recht „mordlüstern“ und schrecken nicht davor zurück, recht eigentümliche Mordwaffen zu verwenden. Wer kommt schon auf die Idee, ein Flusspferd als Tatwaffe zu benutzen.
Kurz, aber einfallsreich und hintergründig sind die in diesem Buch enthaltenen Geschichten.
Nicht jeder Krimi hat auch ein richtiges, abgeschlossenes Ende. So bleibt der Fantasie ein breites Spektrum, um sich zu entfalten. Überraschend, mit einer Portion Sarkasmus und tief in die dunklen Schichten des menschlichen Verstandes vordringend, ist jedes Häppchen für sich einzigartig.
Im Rahmen der laufenden Geburtstagsparty könnt ihr Euch auch hier ein weiteres Los für die Endauslosung sichern. Hinterlasst einen netten Kommentar und schon seid ihr dabei.
Ein weiteres Los erhaltet ihr über den heutigen Blogtourpost zur Covergestaltung von „Mordsdelikatessen, klickt hier
und in der FB-Veranstaltung zur Geburtstagsparty Mordsdelikatessen
könnt ihr außerdem noch eines der 2 Mordsdelikatessen-Notizbücher gewinnen !!!
Sichert Euch noch weitere Lose! Wie das funktioniert?
Schaut einfach bei all unseren Beiträgen vorbei und kommentiert fleißig.
Teilnahmebedingungen:
Willkommen zu unserer Geburtstagsparty zu „Mordsdelikatessen – 25 Krimihäppchen“. Nehmt Platz und macht es Euch gemütlich. Heute ist bereits der sechste Tag unserer Geburtstagspartytour und die Feier geht weiter.
Das Cover eines Buches beeinflusst die Kaufentscheidung potentieller Leser zu mindestens 50 %, wenn nicht sogar mehr. Der erste Eindruck ist entscheidend und hinter jedem Cover steckt auch eine Geschichte. Nicht immer erschließt sich uns diese auf den ersten Blick und oft lernen wir die Hintergründe für die Covergestaltung nie kennen.
Bianca war so lieb, mich hinter die Kulissen blicken zu lassen und mir die Geschichte zur endgültigen Buchgestaltung erzählt.
Das Cover wurde von Alexander Kopainski erstellt, der im Web gern „Covergott“ genannt wird und den Deutschen Phantastikpreis 2016 – Bester Grafiker gewonnen hat.
Alexander hat uns gebeten, ihm ein paar zentrale Elemente der Anthologie zu nennen. Aus diesen hat er dann das Cover entworfen.
Der Hintergrund ist eine Tischplatte, auf der verschiedene Zettelchen liegen. Auf den Zetteln sind Elemente aus der Anthologie abgebildet.
Vorderseite:
· Taschenuhr
Wer die Kurzgeschichten kennt, weiß sofort, dass es sich hier um die zeigerlose Taschenuhr aus Björns Geschichte „Eine Uhr ohne Zeiger“ handelt.
· Brücke
In Biancas „Brücke in die Freiheit“ geht es nicht um eine echte Brücke, aber genau diese „Brücke im übertragenen Sinn“ soll hier angedeutet werden.
· Spinnennetz
Auch wieder kein echtes Spinnennetz, aber ein unsichtbares Netz, das sich in Björn „Das Netz“ um den Protagonisten zuzieht.
Rückseite:
· Grabstein
Natürlich endet jede unserer Geschichten für irgendjemanden auf dem Friedhof, aber so leicht ist das nun doch nicht. 😉
Der Grabstein steht für einen Friedhof, und der spielt gleich in mehreren Geschichten eine Rolle: In Biancas „Das Grab meiner Kindheit“ ist er Dreh- und Angelpunkt, in Björns „Gottes Mühlen“ ist er Schauplatz des Geschehens und Björns Geschichte „Das Netz“ endet auf dem Friedhof.
· Tür
Björns „Das andere Ich“ und Biancas „Späte Rache“ beginnen beide mit einer mysteriösen Tür, die plötzlich mitten im Raum steht und die Neugier ihres Entdeckers weckt. Was sich dahinter verbirgt, ist so unterschiedlich wie die beiden Autoren.
Ich hoffe, Ihr findet diese Ausführungen genauso spannend wie ich.
und in der FB-Veranstaltung zur Geburtstagsparty Mordsdelikatessen
könnt ihr außerdem noch eines der 2 Mordsdelikatessen-Notizbücher gewinnen !!!
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Doch nun zur heutigen Gewinnspielfrage.
Wie gefällt Euch das Cover zu „Mordsdelikatessen“ – würdet Ihr daran etwas ändern?
Ich bin auf Eure Antworten sehr gespannt!
Teilnahmebedingungen:
Im August 2015 gewann Maya Shepherd mit ihrem Roman „Märchenhaft erwählt“ den Lovely Selfie Award 2015 von Blogg dein Buch.
Über ihren Alltag berichtet Maya Shepherd mit Witz und Charme in ihrem Webblog www.mayashepherd.blogspot.de
Facebook: www.facebook.com/MayaShepherdAutor
Twitter: MayaShepherd
Instagram: maya.shepherd
Zum Glück lag nach dem gemeinen Cliffhanger am Ende von „Schattenerwachen“ Band 2 bereits bereit und ich konnte direkt weiter in die Welt der Schattenwandler vordringen.
Nur mit Lucas konnte ich mich immer weniger anfreunden. Er ist zwar für die Mädchen da, wenn sie ihn wirklich brauchen, zeigt dann aber wiederum absolut kein Rückgrat. Er ist das Symbol für Verlässlichkeit und doch erscheint er mir biegsam wie ein Ast im Wind.
Taschenbuch: 394 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (26. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1522823263
ISBN-13: 978-1522823261
D: 11,99 Euro
Vor sechs Monaten verschwand Winters Schwester Eliza spurlos. Doch entgegen der Befürchtung anderer, glaubt Winter nicht an ein Verbrechen. Sie ist überzeugt davon, dass Eliza freiwillig die Stadt verlassen hat und plötzlich steht sie da… Winter traut ihren Augen nicht und beginnt mit ihrer Freundin Dairine Nachforschungen anzustellen, dabei gerät ihr neuer Musiklehrer in Verdacht. Plötzlich ereignen sich grausame Ritualmorde in der Gegend und Eliza wird damit in Verbindung gebracht. Winter macht eine Beobachtung, die sie daran zweifeln lässt, dass ihre Schwester noch die ist, die sie einmal war. Magie? Übernatürliches? Was ist bloß mit ihrer Schwester passiert? Zwischen Geheimnisse, Magie und Finsternis muss Winter sich schließlich entscheiden.
Maya Shepherd wurde 1988 in Stuttgart geboren. Zusammen mit Mann, Tochter und Hund lebt sie mittlerweile im Rheinland und träumt von einem eigenen Schreibzimmer mit Wänden voller Bücher.
Seit 2014 lebt sie ihren ganz persönlichen Traum und widmet sich hauptberuflich dem Erfinden von fremden Welten und Charakteren.
Im August 2015 gewann Maya Shepherd mit ihrem Roman „Märchenhaft erwählt“ den Lovely Selfie Award 2015 von Blogg dein Buch.
Über ihren Alltag berichtet Maya Shepherd mit Witz und Charme in ihrem Webblog www.mayashepherd.blogspot.de
Facebook: www.facebook.com/MayaShepherdAutor
Twitter: MayaShepherd
Instagram: maya.shepherd
Über eine lange Zeit hinweg habe ich immer wieder von der „Dear Sister – Reihe“ gehört, doch irgendwie schien nie der richtige Zeitpunkt gegeben, um mit dem ersten Band einen Einstieg zu beginnen. Doch um die Weihnachtszeit war es nun soweit und die ersten beiden Bände sind bei mir eingezogen. Zum Glück, denn so konnte ich nach dem gelungenen Cliffhanger am Ende von „Schattenerwachen“ gleich zu „Schattenjagd“ wechseln und weiterlesen.
Die Grundgeschichte in „Dear Sister“ ist eigentlich ganz einfach. Hauptthema ist die Hassliebe zwischen Winter und ihrer älteren Schwester Eliza.
Eliza ist seit sechs Monaten verschwunden. Jedoch wird das Leben von Winter dadurch nicht besser. Sie sieht ihre Eltern leiden und der Schatten von Eliza ist eigentlich noch größer geworden und droht ihre Anwesenheit nun vollends zu verdecken. Allerdings wird es auch nicht besser, nachdem Eliza wieder da ist. Eliza ist egoistisch und handelt, bevor sie nachdenkt. Sie möchte Winter beschützen und kann doch nicht über ihren Schatten springen.
Die Geschwister lieben sich, sind aber so verschieden, dass ein gemeinsames Leben in inniger Eintracht nicht möglich scheint. Sie wünschen sich nichts Böses und dennoch möchte Winter ihre Schwester soweit wie nur irgend möglich von sich weg wissen. Hinzu kommt, dass beide den gleichen Jungen lieben. Doch da ist noch mehr als reine Rivalität zwischen Geschwistern…
Die Gefühlskonflikte werden sehr realistisch herausgehoben. Beim Lesen solltet ihr auch das Alter der Protagonisten bedenken. Mit 17 ist man noch naiv, manchmal zickig, auf der Suche nach der großen Liebe und muss erst seinen Weg im Leben finden.
Füge noch ein wenig Magie und Fantasie hinzu, würze das Ganze mit Geheimnissen und dunklen Mächten und schon wird es spannend.
Am Ende muss sich Winter entscheiden. Doch gibt es überhaupt ein Richtig oder Falsch?
Jeder Charakter im Buch wird sehr authentisch und mit Gefühl beschrieben.
Mein Lieblingscharakter ist Liam, der Bad Boy. Wir weiblichen Wesen scheinen ja immer von den bösen Jungs angezogen zu werden und möchten gern die Eine sein, die ihn auf die Seite des Guten zieht. Liam ist arrogant, manchmal sehr kalt und dennoch gibt es da auch noch die andere Seite an ihm, die Seite, die man lieb haben muss. Denn auch Liam hat ganz tief in sich ein liebevolles Herz und Winter scheint der Schlüssel hierfür zu sein. Nachdem man erfahren hat, welche Ereignisse ihn zu dem haben werden lassen, der er aktuell ist, möchte man ihm sogar seine Handlungen vergeben.
Lucas dagegen ist der Halt im Buch. Immer verlässlich, fast schon überkorrekt, meist zu nachsichtig und verständnisvoll. Mir erschien er anfangs zu farblos und langweilig. Dennoch erweist er sich mehr als einmal als rettender Anker.
So wie er machen die Protagonisten in „Schattenerwachen“ eine ziemliche Entwicklung durch und wachsen durch die Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen.
Während des Lesens durchlebt man eine ganze Palette an Gefühlsregungen. Der Spannungsbogen hielt mich von der ersten Seite an bis zum Schluss in Atem. Ein für mich absolut gelungener Reihenauftakt.
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342651883X
ISBN-13: 978-3426518830
D: 9,99 Euro
Nerina hat Angst. Todesangst. Besonders seit jenem Tag vor elf Jahren, an dem sie etwas Unverzeihliches tat. Die Angst vor der Strafe Gottes und vor der Abschiebung zurück in den Kosovo, aus dem sie einst floh, verfolgt sie. Immer.
Als eine junge Frau mit Kind in die Nachbarschaft zieht und sich mit ihr anfreundet, sieht Nerina einen Hoffnungsschimmer, vergisst für einen Moment ihre Angst. Doch dann macht die neue Nachbarin einen Fund, der Nerinas Geheimnis in Gefahr bringt. Für Nerina beginnt ein Alptraum, aus dem es nur einen Ausweg zu geben scheint …
Seit ihrer Kindheit liebt Ivonne Keller das Spiel mit der Sprache. Aufgewachsen in einem hessischen Dorf, begeisterte sie sich bereits in der Schule für englischsprachige Literatur und lernte später während eines Auslandsstudiums im andalusischen Granada Spanisch. Die Faszination für Sprache, gekoppelt mit dem Interesse für alles Menschliche, führte sie neben ihrer früheren Tätigkeit als Personalerin zum Schreiben. Dabei interessiert es sie besonders, was mit Menschen passiert, die kurz davor sind, auszuflippen. Wenn das Leben so anstrengend wird, dass die Fassade bröckelt und man auf das schauen kann, was dahinter liegt.
Mehr über die Autorin erfahren Sie auf www.ivonne-keller.de oder vernetzen Sie sich via Facebook unter https://www.facebook.com/IvonneKeller
Ich habe ein Faible für Spannungsliteratur. Das psychologisch Hintergründige erzeugt für mich eine wesentlich höhe Spannung, als blutige Gemetzel.
Von den ersten beiden Büchern verwöhnt, waren meine Erwartungen an „Unglücksspiel“ von Ivonne Keller entsprechend hoch. Sie konnte mich mit dieser Geschichte erneut komplett überzeugen.
Dieser Roman hatte für mich sogar mehrere Anziehungspunkte. Zum einen resultieren diese aus der Namensgebung der Protagonisten – Anja und ihrem Mann Stefan. Den eigenen Namen und den meines Bruders in einem Buch wiederzufinden, ist schon ein eigenartiges Gefühl und schafft eine intensivere Bindung zu den handelnden Personen. Zum anderen durfte ich bereits ein wenig in die Handlung vordringen, als Ivonne bei mir zu Hause zu Gast war. Auf der Wohnzimmerlesung fesselte und begeisterte sie die Gäste und machte neugierig auf den weiteren Handlungsverlauf.
Mit Hilfe der in jedem von uns verankerten Ängste webt sie ein Konstrukt, in dem man als Leser rasch gefangen ist. Geschickt eingeworfene Andeutungen und kleine Hinweise führen schnell auf die falsche Fährte oder zu überstürzten Rückschlüssen. Sie spielt mit den Vorurteilen unserer Gesellschaft, die dazu führen, dass wir blind für das Offensichtliche sind. Wir blicken hinter die oft so sauber wirkende gut bürgerliche Fassade und finden dort ungeahnte Dunkelheit.
Nerina hat mich am meisten beeindruckt. Von Beginn an war sie für mich die Schlüsselfigur, hinter deren Geheimnis ich unbedingt kommen wollte. Umgeben von Geheimnissen und gelähmt von ihren Ängsten, steckt doch eine enorme Kraft in dieser oft hilflos wirkenden Frau. Es war spannend, die Entwicklung von ihr und auch den anderen Protagonisten zu beobachten. Dabei findet sich in jeder einzelnen Romanfigur eine eigene mit Feingefühl beschriebene Persönlichkeit.
Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen. Auch wenn man gegen Ende die Geschehnisse bereits miteinander verknüpfen konnte und die Auflösung ausgebreitet vor sich sieht, ist die Aufklärung aller Hinter- und Beweggründe sowie der Ausgang der Gesamtsituation gleichbleibend spannend.
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (14. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423216514
ISBN-13: 978-3423216517
D: 9,95 Euro
Göteborg. Im Leben des erfolgreichen jungen Unternehmensberaters Lennart Malmkvist geschehen sonderbare Dinge. Ein Leierkastenmann in rotem Frack und zerbeultem Zylinder verfolgt ihn nicht nur am helllichten Tag, sondern bis in seine Träume, er verliert kurzzeitig die Sprache, was ihm die fristlose Kündigung einbringt, und schließlich vermacht ihm sein skurriler Nachbar, der alte Buri Bolmen, auch noch seinen Zauber- und Scherzartikel laden – inklusive übellaunigem Mops. Alles ziemlich seltsam, bis es noch seltsamer wird. Mops Bölthorn beginnt während eines Gewitters zu sprechen: Lennart sei der Auserwählte. Er müsse sein magisches Erbe annehmen und außerdem den Mord an Buri aufklären. Mord? Magisches Erbe? Ein Hund, der spricht? Lennart sieht sich bereits auf der Couch eines Therapeuten … Doch am Ende behält Bölthorn recht, und es geht um weitaus mehr als schlichte Magie.
Lars Simon hat nach seinem BWL- und Politologie-Studium zuerst lange Jahre als Marketingleiter einer IT-Firma gearbeitet, bevor er als Touristen-Holzhaus-Handwerker mit seiner Familie mehr als sechs Jahre in Schweden verbrachte. Heute lebt er in der Nähe von Frankfurt/Main.
Mehr über den Autor und seine Bücher sowie interaktive Erlebniswelten unter www.larssimon.de
Was passt besser zum Jahresbeginn, als eine Geschichte voller Magie, Mystik und jeder Menge Geheimnisse. Folgt mir in die Welt von Lennart Malmkvist.
Vorgestellt hatte ich euch das Buch bereits Ende September. Es bezaubert den potentiellen Leser nicht nur durch seinen Klappentext. Das Cover ist ein richtiger Hingucker und absoluter Anziehungspunkt. Wer da nicht neugierig wird, ich weiß nicht…
Eigentlich ist Lennart ein Mitläufer, leicht phlegmatisch, mit ein paar Handicaps ausgestattet und vor allem überaus langweilig. Erfolgreich im Job sieht er bereits eine brillante Zukunft vor sich. Bis, ja bis Buri Bolmen unter äußerst merkwürdigen Umständen ums Leben kommt, er von diesem einen Laden samt Mops erbt und unheimliche Begegnungen seinen Alltag pflastern. Bölthorn ist jedoch kein gewöhnlicher Mops oder seid ihr schon einmal einem sprechenden Hund begegnet?
Auch der Laden von Buri hat es in sich. Eine Keksdose entpuppt sich als sprechendes Orakel und plötzlich ist Lennarts Leben in Gefahr.
Ich durfte Lars Simon auf der Buchmesse in Frankfurt persönlich kennen lernen. Seine Liebe zu Skandinavien ist zwischen den Zeilen deutlich spürbar und vermittelt ein besonderes Gefühl für das Land und seine Menschen. Der Autor selbst hat einen wunderbar trockenen Humor, dessen Witz in der Geschichte häufig zum Tragen kommt. Durch seinen leicht sarkastischen Schreibstil ist es ein wahrer Genuss, durch die magische Welt von Lennart und Bölthorn zu reisen.
Viele Überraschungen, kuriose Begebenheiten und schrullige Charaktere versprechen ein magisch spannendes Abenteuer.
Zum Abschluss schenkt uns Lars Simon einen wirklich gemeinen Cliffhanger.
Er lässt viele Geheimnisse ungelöst und eröffnet jede Menge weiterer Fragen. So steigt die Spannung und Vorfreude auf den zweiten Teil, denn dieses Buch ist als Auftakt einer Serie gedacht. Leider dauert es bis dahin noch ein Weilchen…
Hardcover mit Schutzumschlag
Seiten: 400
Verlag: Coppenrath Verlag
Originaltitel: Book of Lies
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Knese, Petra
ab 14 Jahre
ISBN: 978-3-649-66752-0
D: 17,95 Euro
Quinn und Piper sind Zwillinge, doch sie sind sich noch nie begegnet. Erst als ihre Mutter bei einem tragischen Unfall stirbt, treffen sich die Schwestern auf der Beerdigung. Piper ist begeistert und fasziniert. Für sie ist Quinn der Schlüssel zu einem uralten Familiengeheimnis. Doch Quinn ist voller Misstrauen. Warum wurde sie ihr Leben lang von ihrer Schwester ferngehalten? Schlummert in ihr tatsächlich eine dunkle Seite, vor der sie ihre Mutter und Großmutter immer gewarnt haben? Ist sie eine Gefahr für Piper? Während Quinn ihre Vergangenheit hinter sich lassen will, vergräbt sich Piper immer tiefer in die Mythen und Prophezeiungen, die sich um ihre Familie ranken – und tritt damit ein Inferno los. Düster, fesselnd, magisch – Teri Terry schlägt alle in ihren Bann und erobert ein neues Genre: Psychothriller mit einer Prise Fantasy.
Teri Terry lebte in Frankreich, Kanada, Australien und England, und sie hat dabei drei Abschlüsse, eine ganze Sammlung von Reisepässen und mehr Adressen, als sie zählen kann, erworben. Ihre häufigen Umzüge haben Teri oft in eine Beobachterrolle gezwungen. Seitdem interessiert sie sich sehr für Personen, die in eine fremde Umgebung kommen oder sich dort eingliedern müssen.
Faszination Zwillinge. Seit Urzeiten sind sie für die Menschen ein Phänomen. Man verbindet mit ihnen Mythen, Legenden, Hexentum. Es gab Zeiten, da galten vor allem eineiige Zwillinge als Teufelswerk. Sie wurden gefürchtet und verfolgt.
Licht und Schatten, Gut und Böse vereint in einer Person oder in diesem Fall aufgesplittet in jeweils einen Part des Zwillingspaares? Können sich Gene so verteilen, dass sich hinter einem vermeintlich gleichen Äußeren zwei grundsätzlich unterschiedliche Charaktere verstecken, der eine nur die positiven Eigenschaften und der andere Zwilling alles Negative in sich vereint? Oder besitzen Zwillinge eine Art doppelte Macht, um ihre Umgebung zu täuschen?
Nicht endgültig erforscht, aber immer wieder beobachtet, besteht zwischen Zwillingen eine besondere Verbindung, ein Verstehen, das „normalen“ Geschwistern selten zu eigen ist. Ob Gestiken, Mimik oder eine eigene Zwillingssprache, oftmals gleichwertige Begabungen, zeichnen immer wieder ein faszinierendes Bild vom Zwillingsdasein. Wie wäre es, ein Zwilling zu sein, immer eine Art Spiegelbild von sich selbst vor Augen zu haben? Können Zwillinge eine unabhängige Persönlichkeit entwickeln? Oder existieren sie ein Leben lang immer nur als Teil eines Ganzen, sind nur vereint wirklich komplett?
Ihr seht schon, dies ist ein komplexes Themengebiet, mit vielen Blickwinkeln und Interpretationen. Es liefert aber auch den perfekten Stoff für mystische, Gänsehaut hervorrufende, spannende Geschichten.
All diese Fragen und auch die Urängste der Menschen hat Teri Terry in „Book of Lies“ gekonnt verarbeitet. Sie spielt mit unseren Gefühlen, setzt an genau den richtigen Stellen leichte Akzente, um die Leser zu verwirren. Wer von den Zwillingen ist gut und wer böse? Wer lügt und wer ist hier ehrlich? Eine einfache Antwort wird es nicht geben.
Dabei lernen sich Quinn und Piper erst kennen, als sie bereits siebzehn Jahren alt sind und auf eine Vergangenheit zurückblicken, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Doch da ist auch ein Band, das sie nicht leugnen können. Unausgesprochene Fragen stehen im Raum, Neid und die Trauer um vertane Gelegenheiten. Aber vor allem sind sie auf der Suche nach Liebe und Zugehörigkeit, ihrer wahren Identität. Welche Rolle spielt die Großmutter der beiden und kennt sie die Antworten, die über die Zukunft der Mädchen entscheiden werden? Doch bis dahin müssen Piper und Quinn zum Anfang zurückgehen, dorthin, wo alles begann…
Durch die Perspektivwechsel fühlt man sich in seinen Gefühlen immer wieder hin- und hergerissen. Man mag das Buch kaum aus der Hand legen und wartet ungeduldig auf die nächsten Lesestunden.
Teri Terry hat einen wundervollen, fesselnden Roman geschaffen, der mystische und Fantasieelemente miteinander verbindet, alte Legenden aufleben lässt und so die ganz normale Neugier der Leser schürt. „Book of Lies“ birgt in sich genau die richtigen Gänsehautmomente, um für spannende Lesestunden zu sorgt.