Rezension „Die Leichtigkeit“ von Catherine Meurisse – Carlsen Verlag

Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Carlsen (20. Dezember 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551734240
ISBN-13: 978-3551734242
D: 19,99 Euro


Inhalt:

Die Karikaturistin Catherine Meurisse, die seit vielen Jahren für Charlie Hebdo arbeitet, entkommt dem Attentat auf Charlie Hebdo nur, weil sie an diesem Morgen im Januar 2015 für die Redaktionssitzung zu spät dran ist. Viele ihrer Kollegen und Freunde werden bei dem Anschlag aus dem Leben gerissen. Sie selbst sucht seitdem nach einem Umgang mit der Tragödie und einem neuen Zugang zu ihrem Leben. Meurisse sucht in der Schönheit der Natur und der Künste nach anderen Bildern, macht sich nach Italien auf und beginnt langsam, zu ihrer eigenen Leichtigkeit zurückzufinden. Mit „Die Leichtigkeit“ hat Catherine Meurisse ein intensives und sehr persönliches Buch geschaffen, das ihrer Trauer Raum gibt und zugleich eine Ermutigung ist, sich die Schönheit des Lebens zurückzuerobern.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Catherine Meurisse studierte Französisch und Literatur in Poitiers und anschließend Illustration – zunächst an der Estielle Schule in Paris und später an der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs. Während dieser Zeit entstehen ihre ersten professionellen Illustrationen. Seit 2001 arbeitet sie für Charlie Hebdo und wird 2005 Redaktionsmitglied. Sie veröffentlicht Karikaturen und Zeichnungen in Le Nouvel Observateur, Libération und weiteren Zeitschriften, zudem hat sie auch mehrere Kinderbücher illustriert. Neben ihrer Arbeit für Charlie Hebbdo veröffentlichte sie auch Comics für Kinder und Erwachsene. „Die Leichtigkeit“ ist ihre erste Veröffentlichung in Deutschland.

Quelle: Amazon

Rezension:

Manchmal bestimmt ein winziger Augenblick den weiteren Verlauf unseres Lebens. Die einen nennen es Schicksal, Vorsehung, Zufall oder einen glücklichen/unglücklichen Moment im Universum. Dies kann ein Eindruck, ein Bild, eine Reportage, eine Begegnung oder wie bei Catherine Meurisse eine Verspätung sein.

Der Spruch „Zur falschen Zeit am falschen Ort“ sagt sich leicht dahin. Doch es gibt Momente, da hat dies unaussprechliche Folgen. Folgen für die direkt Betroffenen, aber auch ihre Familien und Freunde.

Noch am Vormittag des 7. Januar 2015 erschien „Charly Hebdo“ mit einem provokanten Spruch unter einer Karikatur auf der abschließenden Seite. Provokant und polarisierend waren die Artikel und Karikaturen schon immer. Ein Satire-Magazin, das mutig unbequeme Wahrheiten beim Namen nennt. Doch an diesem unvergessenen Tag sollten die letzten Worte eine erschreckende, bittere Wirklichkeit annehmen.

Catherine Meurisse kommt an diesem Tag nur wenige Minuten zu spät zur Arbeit. Minuten, die ihr das Leben retten sollen. Denn am 7. Januar 2015 drangen zwei maskierte, bewaffnete Al-Quaida Terroristen in das Redaktionsgebäude. Am Ende offenbart sich ein Blutbad. Elf Menschen sterben, elf weitere werden teils schwer verletzt. Freunde, langjährige Kollegen sind von einem Moment auf den anderen nicht mehr da.

Catherine verliert buchstäblich den Boden unter den Füßen. Hinzu kommen die Selbstvorwürfe. Warum ist sie noch am Leben? Wie soll das Leben weitergehen? Verstehen kann man diesen Akt der Gewalt nicht. Wie kann man damit aber weiterleben, täglich den Erinnerungen gewachsen sein, das Gedankenrad nicht immer wieder um diesen einen Moment kreisen lassen?

Catherine verliert „Die Leichtigkeit“ in ihrem Leben, ihr Denken, Handeln und ihre kreative Inspiration. Verarbeitet hat sie ihre Gefühle und das Fehlen eben dieser in der vorliegenden Graphic Novel. Anfangs existiert Catherine nur noch. Die Fröhlichkeit, der Esprit ist aus ihrem Geist entschwunden, scheint für immer verloren. Es bedarf eines langen zähen Weges, zu ihrem inneren ICH zurück zu finden. Selbstzweifel, Wut, Frustration und ein unbändiger Wille zu leben, treiben sie dabei an. Die Kunst ist eine Art rettender Anker für sie. Die Erinnerungen an ihre ermordeten Freunde lassen sie in einer tiefen Trauer versinken und spenden doch auch genug Kraft, einen Neuanfang zu wagen.

„Die Leichtigkeit“ ist nicht nur ihr Weg zurück ins Leben, eine Mahnung und eine Verarbeitung der seelischen Wunden für Catherine Maurisse. Es ist ein Buch, das Mut gibt. Es zeigt, dass wir uns nicht unterkriegen lassen dürfen. Denn Situationen, in denen wir unsere Leichtigkeit verlieren können, gibt täglich viele.

Bewahrt euch eure Leichtigkeit und haltet das Glück und die Liebe in eurem Leben fest. Genießt die Schönheiten des Alltags und gebt niemals auf.




Ich habe dieses Buch als Wanderbuch im Rahmen eines Projektes von Astrolibrium bekommen. Gerade bei diesem Thema ist es wichtig, jemanden an seiner Seite zu wissen. 

Weitere Gedanken auf der Reise zur „Leichtigkeit“ findet ihr unter den nachfolgenden Links bei:

Arndt von Astrolibrium

Yvonne und Paulinchen von Lesende Samtpfote

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Apfelkuchen am Meer“ von Anne Barns – MIRA Taschenbuch

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (8. Mai 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956497104
ISBN-13: 978-3956497100
D: 9,99 Euro

Inhalt:

Der süße Duft des warmen Kuchens, der sich mit dem salzigen des Meeres vermischt, das ist für Merle das Aroma der Ferien ihrer Kindheit – das Aroma der Apfelrosentorte. Seit Generationen wird das geheime Rezept in Merles Familie weitergereicht. Als eine Freundin ihr erzählt, dass sie genau diese Torte in einem Café auf Juist gegessen hat, macht Merle sich spontan auf die Suche nach der Bäckerin. Unweigerlich führt ihr Weg sie zurück auf die Insel, wo noch mehr Geheimnisse verborgen liegen als nur ein Familienrezept.

Quelle: Amazon


Die Autorin:

Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben, um sich ganz auf ihre Bücher konzentrieren zu können. Sie liebt Lesen, Kuchen und das Meer. Zum Schreiben zieht sie sich am liebsten auf eine Insel zurück, wenn möglich in die Nähe einer guten Bäckerei.

Quelle: Amazon

Rezension:



„Apfelkuchen am Meer“
weckt schon mit den ersten Seiten die Sehnsucht nach Sommer, Sonne, Strand und Meer – Inselurlaub pur. Ich habe mich sofort festgelesen und von langen Strandspaziergängen geträumt. Wie Merle liebe ich das Wasser und sammle begeistert Steine und Muscheln. Nur Bernstein habe ich bisher nie entdeckt.

Doch Merles Ausflug auf die Insel ist auch eine Reise in die Vergangenheit. Erinnerungen werden geweckt, alte Geheimnisse treten ans Tageslicht und halten einige Überraschungen bereit. Nebenbei dreht sich das Liebeskarussell und dieser Inselsommer verändert nicht nur Merles Leben und Zukunftspläne.

Die Frauen in Anne Barns Buch stehen mit beiden Beinen fest im Leben, halten zusammen und man kann das besondere Band zwischen Ihnen auf jeder Seite spüren. Solche Freundinnen wünscht man sich im Leben. Aber auch die männlichen Bewohner haben es in sich. Doch einfach machen es Ihnen die Frauen nicht.



Juist selbst kenne ich nicht, hätte nun aber unheimlich Lust auf einen Urlaub auf der Insel.

Wer gern alte Familiengeheimnisse lüftet und nach einem Roman sucht, der die richtige Urlaubsstimmung mitbringt, ist hier gut aufgehoben. Doch Warnung, ihr solltet beim Lesen immer ein leckeres Stückchen Kuchen dabei haben, denn es warten einige Verführungen auf euch.

Dank Anne Barns durfte ich bereits von der berühmten Apfelbutter kosten (lecker). Jetzt heißt es nur noch, mich selbst an deren Herstellung zu versuchen und eine Apfelrosentorte gilt es auch zu backen. (Die Rezepte findet ihr übrigens im Buch.)

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Einzig“ von Kathryn Evans – FISCHER KJB

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (24. Mai 2017)
Sprache: Deutsch
übersetzt von: Sabine Reinhardus
ISBN-10: 3733502973
ISBN-13: 978-3733502973
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
D: 12,99 Euro

Inhalt:

Stell dir vor, dein Leben dauert nur 365 Tage.
Danach übernimmt jemand anderes dein Leben: deine Clique, deinen Freund – alles, von dem du meinst, dass es einzig und allein dir gehört …
Die sechzehnjährige Teva scheint ein vollkommen normales Mädchen zu sein. Nicht einmal ihr beste Freundin Maddy oder ihr Freund Ollie ahnen, dass sie nicht ist, was sie vorgibt zu sein. Dass Teva sie anlügt, an jedem einzelnen Tag. Dass sie nur eine von vielen ist. Zu Hause warten ein Dutzend jüngere Versionen von ihr, für immer und ewig acht, neun oder zehn Jahre alt. Weggesperrt, nachdem sie 365 Tage lang so getan haben, als würden sie ein ganz normales Leben leben.

Teva ist nicht bereit, ihre Freiheit und ihre Freunde aufzugeben, doch ihre Zeit läuft langsam ab. Nummer Siebzehn wartet nur darauf, endlich an die Reihe zu kommen. Tee beschließt, dass es ein Ende haben muss. Sie wird kämpfen, koste es, was es wolle …
… Eine einzigartige Mischung aus Thriller und Sci-Fi – und ein Pageturner ab der ersten Seite!

Quelle: Fischer KJB

Die Autorin

Kathryn begann ihre Karriere am Theater, hörte jedoch dort auf, um eine Familie zu gründen. Sie ist außerdem Eigentümerin einer richtigen Obstfarm.. Ihre Kreativität lebt sie beim Schreiben aus. Ansonsten liebt sie Tanzen und Fechten, und ist finanzwirtschaftliche Koordinatorin für die »Society of Children’s Book Writers and Illustrators«. Sie lebt auf ihrer Farm in Sussex.

Literaturpreise:

›Einzig‹:
– Gewinner beim Edinburgh Book Festival 2016

Kathryn Evans gewann den SCBWI (Society of Children´s Books Writers & Illustrators) Crystal Kite Award in Großbritannien und Irland.

Quelle: Fischer KJB

Rezension:

Der Traum vom ewigen Leben, für immer jung bleiben – für Teva harte Realität – ein Alptraum – ihre Zukunft.

Jeden Tag wird sie mit ihren vergangenen Leben und der Aussicht auf die eigene Zukunft konfrontiert. Es sind ihre jüngeren „Ich´s“, die sie täglich vor Augen hat. Keine Erinnerungen oder Fotos, nein, reale lebendige Tevas in allen Altersstufen. Für jedes Lebensjahr eine Teva und natürlich Eva, mit der alles begann. Nur zwei Tevas fehlen, doch ihre Mutter hält auch dieses Geheimnis tief in sich verborgen. Sie versucht ihr Kind, ihre Kinder zu beschützen und doch übersieht sie die Anzeichen des Sturms, der sich zusammenbraut.

Was wird sein, wenn sie eines Tages nicht mehr für die Mädchen da sein kann? Eva wird immer eine Dreijährige bleiben und alle anderen sind ebenfalls in ihrem jeweiligen Alter gefangen.

Fiktion oder der Ausblick auf die Möglichkeiten der Wissenschaft in der Zukunft?

Teva ist 16. Sie möchte sich entfalten, ihren Weg finden und ihre Träume verwirklichen. Dabei bleibt ihr nur die kurze Zeitspanne von einem Jahr, nur 365 Tage, für die Umsetzung. Danach wird sie für immer im Körper einer 16jährigen feststecken und hinter den Mauern ihres Zuhauses gefangen sein. Denn in der Öffentlichkeit darf es nur eine Teva geben. Viel zu gefährlich wäre es, zu versuchen, das Phänomen der Familie, Außenstehenden zu erklären.

Können die jüngeren Tevas noch Freundinnen sein, wirken teilweise sogar wie Zwillinge, entfernen sie sich mit zunehmendem Alter immer weiter voneinander. Sie werden Konkurrentinnen in einem Leben, das sie sich teilen und eines Tages abgeben müssen. Sie müssen zusehen, wie eine Doppelgängerin mit der besten Freundin Spaß hat, mit der ersten großen Liebe beginnt eigene Erinnerungen zu schaffen und niemand bemerkt etwas.


Zwischen der fünfzehnjährigen und der sechzehnjährigen Teva scheint aber ein gewaltiger Wesenssprung erfolgt zu sein. Beide kämpfen um ihren eigenen Platz im Leben. Sie gleichen sich und doch werdet ihr beim Lesen große Unterschiede feststellen. Sind wir mit fünfzehn so anders, als mit sechzehn? Ehrlich, ich kann mich nicht wirklich daran erinnern. Doch es lohnt, einmal darüber nachzudenken und dadurch vielleicht auch die eigenen Kinder besser zu verstehen.

Hoffnungen, Träume und Wünsche, wie sie alle Teenager haben. Ziele, die es zu erreichen gilt. Stellt euch vor, ihr würdet alles für dieses eine Ziel geben und ein anderer bekäme dafür die Belohnung. Ihr wäret nur noch zum Zuschauer aus weiter Ferne verdammt. Das Leben geht weiter, doch ihr dürft nur noch als Zaungast agieren. Eure Welt schrumpft auf die Quadratmeter eures Hauses zusammen.

Teva beginnt zu kämpfen – für sich, für ihr Leben, aber auf für Fünfzehn und die anderen Tevas. Doch dafür muss sie ein Geheimnis lüften, das ihre Weltsicht erschüttern wird.

Dieser Kampf fordert viel Kraft,  physisch sowie auch psychisch.

„Einzig“ ist überraschend, fesselnd und anders als die üblichen Jugendthriller. Kathryn Evans verliert sich nicht in Klischees und konnte eine neue Idee perfekt umsetzen. Wer sich auf diese einlässt, sich treiben lässt und nicht alles kleinlich hinterfragt, den erwarten spannende gefühlsgeladene Lesestunden.

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Esst euer Eis auf, sonst gibt´s keine Pommes – Mein Abenteuer als Alleinerziehende“ von Katja Zimmermann – Ullstein Taschenbuch

Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (13. Januar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548376703
ISBN-13: 978-3548376707
D: 9,99 Euro

Inhalt:

Erlaubt ist, was funktioniert – Hauptsache, die Kinder überleben.

Schwanger mit Zwillingen! Katja Zimmermann kann ihr Glück kaum fassen. Bald werden sie und ihre Jugendliebe eine richtige Traumfamilie sein. Bis Jonas ihr den folgenschweren Satz sagt: »Tut mir leid, das musst du ohne mich machen.« Seitdem schlägt sich Katja solo durchs Leben — mit Humor und Pragmatismus. Das »bisschen Haushalt«? Sieht die Wohnung halt aus wie nach Hurrikan Katrina. Selbstgekochter Babybrei? Es gibt doch Gläschen. Man muss schließlich Prioritäten setzen. Hauptsache, alle haben eine gute Zeit. Der Alltag mit Kindern ist zwar keine romantische Komödie, aber voller absurd-komischer Momente.

Quelle: Ullstein Buchverlage


Die Autorin:

Katja Zimmermann wurde 1972 in Westberlin geboren und arbeitet als freie Drehbuchschreiberin für alle Serien mit „Liebe“ im Titel. Spezialität: Hochzeitsfolgen. Boshaftigkeit oder Ironie des Schicksals?

Quelle: Ullstein Buchverlage

Rezension:

Dies ist das erste Buch, das mich nicht nur mit sehr zwiespältigen Gefühlen zurücklässt, sondern das ich wirklich bewusst und nach reiflicher Überlegung im letzten Drittel abgebrochen habe. Nach dem Titel und Klappentext bin ich leider mit falschen Voraussetzungen in mein Lesen gestartet und wurde recht schnell enttäuscht.

Dabei ist es nicht der Schreibstil der Autorin. Nein, der Text liest sich flüssig und auch der von mir erwartete Humor blitzte anfangs immer mal wieder durch. Der „Augenzwinkernde“ Blick geht aber von Seite zu Seite immer mehr verloren. Titel und Cover sind witzig und ansprechend. Mich hat die Einseitigkeit der Betrachtung des Themas „Alleinerziehend“ gestört und begann spätestens nach den ersten 60 Seiten nur noch zu nerven. In die Rubrik „Humor“ ist dieses Buch definitiv nicht einzuordnen.

Das Leben als Alleinerziehende ist unbestritten nicht einfach. Noch dazu mit Zwillingen, ist der Alltag besonders anfangs turbulent und anstrengend. Doch hier begibt man sich in ein Jammertal, welches ich nicht nachvollziehen kann. Bei Katja Zimmermann stimmt, bis auf das Fehlen eines Partners an ihrer Seite, alles. Sie bekommt sehr viel Unterstützung seitens ihrer Familie, hat einen super funktionierenden Freundeskreis und eine Arbeit, die sich super in ihren Familienalltag integrieren lässt. Sie kann somit auf ein wirklich gut funktionierendes Netzwerk zurückgreifen. Und auch finanzielle Probleme, wie sie Alleinerziehende, aber auch Paare oft plagen, konnte ich nicht finden. Zumindest in diesem Punkt ist der Vater der Kinder für sie da. Davon können andere Alleinerziehende meist nur träumen. Bei einigen Episoden war ich am Überlegen, wer außer der Autorin, sich den beschriebenen Luxus leisten kann. Um eine „typische“ Alleinerziehende handelt es in diesem Buch nicht.

Es wird zwar immer wieder betont, wie sehr sie die Kinder liebt und für sie da ist, was ich unbestritten glaube, doch parallel wird über alles und jeden gejammert. Über vieles wird geschimpft und als Leser erhält man eine sehr einseitige Sichtweise vorgehalten.

Ihrer Auffassung nach haben nur Alleinerziehende wie sie mit Problemen zu kämpfen. In sogenannten „Zwei-Eltern-Familien“ gibt es einfach keine wahren Probleme, die spielen sich nur auf und haben es doch total leicht. Familien haben es leichter und Alleinerziehende muss man bedauern bzw. auf einen Thron heben. So ist für mich der Tenor des Buches.

Auch „komplette“ Familien haben im Alltag Problemen zu bewältigen. Diese sind sicher anders geartet, dennoch nicht weniger groß oder belastend. Sie idealisiert die „perfekte“ Familie, wie sie es sich vielleicht für sich selbst gewünscht hätte, übersieht dabei aber, dass die Wirklichkeit anders aussieht.

Bei Katja Zimmermann liest sich der Alltag so, als gäbe es keine wirklichen Probleme bei anderen, diese seien nur hausgemacht und unwichtig. Sie setzt sich eine Art Heiligenschein auf, den ich so nicht sehen kann. Dabei geht es vorrangig darum, was sie selbst nicht machen kann oder andere nicht so regeln, wie sie es sich wünscht. Welche Freiheiten sie sich im Gegensatz zu einem Großteil anderer Mütter leisten kann, ist der Autorin gar nicht bewusst. Die Kinder sind immer nur Randfiguren in einem Stück, in dem sie als Zwillingmutter die Hauptrolle innehat.

Es ist die Geschichte einer unzufriedenen Luxus-Zwillingsmama, die nach Selbstbestätigung sucht, den wahren Problemen des Lebens aber blind gegenübersteht.
Leider hält „Esst euer Eis auf, sonst gibt´s keine Pommes – Mein Abenteuer als Alleinerziehende“ nicht, was Cover und Klappentext dem Leser versprechen.

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

*** Pixibuch-Challenge 2017 – Part 6 *** Mein Sticker-Pixi *** – Carlsen Verlag

Bevor es auf Reisen geht, sind wir immer am Überlegen, was wir zum Zeitvertreib mit einpacken. Bei einer Flugreise, so wie in diesem Jahr, muss natürlich auch die Gewichtsbegrenzung des Handgepäcks beachtet werden. Dicke Wälzer oder große Spiele lassen sich da nicht transportieren.

Doch es gibt eine Abhilfe – die Sticker-Pixis. Hier finden gerade kleine Kinder maximalen Spaß und Beschäftigung auf minimalem Raum. Doch auch die Größeren lassen sich hiervon gern begeistern.

Natürlich gibt es auch hier eine bunte Auswahl an Themen und die nachfolgenden drei Pixi-Bücher haben gerade unserem Jüngsten gefallen.


Mein Sticker-Pixi „Zu Hause“

stellt die einzelnen Räume in der Wohnung vor und wofür sie genutzt werden. Mit den Kindern lassen sich so bekannte Gegenstände benennen und entdecken. Kurze Sätze und viele Bilder unterstützen, lassen aber viel Freiraum für eigene Gedanken.

Sondereinband: 24 Seiten
Verlag: Carlsen 
Sprache: Deutsch
Pixi-Serie: 234 / Nr. 2127
ISBN: 978-3-551-05079-3
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate – 6 Jahre
D: 0,99 Euro

Mein Sticker-Pixi „Fahrzeuge“

zeigt uns, wo wir welche Fahrzeuge im Alltag antreffen. Ob auf der Baustelle, an der Tankstelle, dem Bauernhof oder beim Hilfseinsatz von Polizei und Feuerwehr. Unterwegs bei Fahrten mit dem Auto, ist besonders unser Kleiner immer begeistert, wenn er diese dann in natura bei der Arbeit entdeckt bzw. beobachten kann.

Sondereinband: 24 Seiten
Verlag: Carlsen 
Sprache: Deutsch
ISBN: Pixi-Serie 234/Nr. 2129
ISBN: 978-3-551-05079-3
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate – 6 Jahre
D: 0,99 Euro

Mein Sticker-Pixi „Bei der Polizei“

ist sicher ein Buch, das vorrangig Jungs lesen möchten, doch auch für kleine Mädchen interessant ist.
Es zeigt, dass Polizisten nicht nur Verbrecher jagen, sondern noch ganz andere Aufgaben erfüllen. 

Sondereinband: 24 Seiten
Verlag: Carlsen 
Sprache: Deutsch
ISBN: Pixi-Serie 234/Nr. 2128
ISBN: 987-3-551-05079-3
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate – 6 Jahre
D: 0,99 EUro
Alle Pixi-Stickerbücher beinhalten eine Doppelseite mit abziehbaren Stickern und fördern damit noch einmal die Kreativität. Die Sticker können in das Pixi eingeklebt und so die einzelnen Szenen ergänzt werden. Sie lassen sich in der Regel auch leicht wieder abziehen und neu positionieren. Natürlich können die Sticker auch zur Gestaltung eigener Bilder Verwendung finden.
Sticker-Pixi sind tolle Erlebnisbücher für kleine Entdecker und kreative Köpfchen.
Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit , | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Der Tag, an dem wir dich vergaßen “ von Diane Chamberlain – Harper Collins

Broschiert: 400 Seiten
Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (8. Mai 2017)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Marion Ahl
ISBN-10: 3959670850
ISBN-13: 978-3959670852
Originaltitel: The Silent Sister
D: 12,00 Euro

Inhalt:

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley MacPherson nach North Carolina zurück. Jahrelang hat sie diesen Ort gemieden – zu zerrüttet war ihre Familie seit dem Selbstmord ihrer Schwester vor über 20 Jahren. Als Riley ihr Elternhaus ausräumt, findet sie eine Schachtel mit alten Zeitungsartikeln und macht eine schockierende Entdeckung: Lebt ihre totgeglaubte Schwester etwa noch? Was ist damals geschehen? Doch bei ihren Nachforschungen stößt Riley auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens …

„Ein absoluter Pageturner und ein Muss für alle Mystery-Fans!“
Library Journal

Quelle: Harper Collins

Die Autorin:

Diane Chamberlain ist in Plainfield, New Jersey, geboren und aufgewachsen. Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin arbeitete sie als medizinische Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin. Bisher sind 16 Romane von ihr erschienen, die mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden. Diane Chamberlain hat drei erwachsene Stieftöchter, einen Enkelsohn und zwei Shelties, die immer dann mit ihr spielen wollen, wenn ihr gerade eine großartige Idee für ein neues Buch gekommen ist.

Quelle: Harper Collins


Rezension:

Den Leser erwartet eine recht ruhig aufgebaute, dadurch jedoch umso intensivere Geschichte. 
Von Beginn an emotional und geheimnisvoll lassen einen die Geheimnisse dieser Familientragödie nicht aus ihren Fängen. Der Autorin gelingt es, ihre Figuren greifbar und intensiv darzustellen. So erleben wir mit ihnen eine Kaskade an Gefühlen. Nicht immer ist klar, wem die eigene Sympathie gelten soll. Meine Emotionen haben sich hinsichtlich einiger Protagonisten im Laufe der Geschichte sehr verändert. Dieses Mitwachsen mit der Handlung hat Diane Chamberlain für mich perfekt umgesetzt.

„Der Tag, an dem wir dich vergaßen“ zeigt, wie weit wir für unsere Lieben gehen würden. Wie viel wir bereit wären aufzugeben. Oft spielen zufällige Begegnungen eine wichtige Rolle im Leben. Schicksalsschläge lassen uns wachsen sowie unsere inneren Stärken entdecken. Vertrauen und Liebe geben hierbei den nötigen Halt. 

Wie gut kennen wir unsere Eltern, Geschwister oder Freunde? Für Riley zerbricht bei ihrer Suche nach Antworten eine Familie und fügt sich neu zusammen. Viele kleine Puzzlestücke fügen sich am Ende zu einem Bild zusammen, dessen Ausmaße niemand vorhersehen konnte. Nicht jedes verletztes Herz kann geheilt werden, doch die Liebe lässt einen viele Hürden überwinden. In dieser Hinsicht empfand ich gerade die Darstellung von Rileys Bruder Danny sehr berührend.

Diane Chamberlain scheut sich nicht davor, ihre Protagonisten Fehler begehen zu lassen. Selbst wenn man über die manchmal kurzsichtigen Handlungen von Riley den Kopf schüttelt, muss man auch einmal ehrlich in sich gehen. Aus der Distanz gesehen erscheint vieles einfach und logisch. Ist man jedoch selbst in einer ähnlichen Situation gefangen, ergeben sich völlig andere Reaktionen. Verstand und Gefühle laufen nicht immer auf einer Ebene. Die Auseinandersetzung mit diesem Konflikt und dessen Verarbeitung haben mir am Plot gefallen.

Ein wenig irritierend ist für mich allerdings die Beurteilung des Library Journal, die auch im Klappentext angeführt wird -„…ein Muss für alle Mystery-Fans!“. Hier werden Erwartungen erzeugt, die nicht befriedigt werden, denn Mystery-Elemente konnte ich keine entdecken. Dies nur als Anmerkung, damit niemand unter falschen Voraussetzungen das Buch zur Hand nimmt. Der Spannung selbst tut dies keinen Abbruch. 

Hier gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Zwiebelchen goes on holiday!

Ja, einmal im Jahr machen wir auch unseren großen Familienurlaub. Und nun ist es soweit.
Sommer, Sonne, Strand und noch viel, viel mehr.

In diesem Jahr geht nach zehn Jahren ein Traum in Erfüllung. Mit der Großen waren wir schon einmal da, doch mit allen drei Kindern, das schien in den letzten Jahren fast unmöglich. Wohin es genau geht, verrate ich nicht. Ich glaube es erst, wenn ich wirklich dort bin. Im Moment verschiebt sich der morgige Flug immer weiter nach hinten. Bitte drückt die Daumen, dass alles gut geht!

Falls ich irgendwo ein freies WLAN finde, vorausgesetzt, mein Handy macht auch mit, gibt es sicher einmal zwischendurch Bilder via Instagram.

Ansonsten bleibt es hier in den nächsten zwei Wochen ruhig. Bis bald!

Veröffentlicht unter Rezensionen | Ein Kommentar

Rezension: „Fürchte die Nacht“ von Claudia Puhlfürst – Coppenrath Verlag

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Coppenrath; Auflage: 1 (16. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3649671271
ISBN-13: 978-3649671275
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
D: 14,95 Euro

Inhalt:

Eine Woche Exkursion ins Nirgendwo – auf so eine Idee können auch nur verschrobene Biolehrer kommen, finden Lena und ihre beste Freundin Anne. Rund um ihr Landschulheim gibt es nichts als hohe Bäume und dichtes Unterholz. Zumindest eignet sich dieser Ort bestens für nächtliche Mutproben, und gleich am ersten Abend fordern die Jungs Lena und ihre Freundinnen dazu heraus, mit ihnen im Wald zu übernachten. Doch spät in der Nacht wird Anne von einer vermummten Gestalt angegriffen und gleich am nächsten Abend kommt es zu einem weiteren Überfall. Ein Mädchen aus der Gruppe wird im Wald erdrosselt aufgefunden! Völlig traumatisiert bricht die Klasse den Ausflug ab – doch der Mörder muss ihnen nach Hause gefolgt sein und lauert schon auf sein nächstes Opfer … Jugendthriller mit raffiniertem Katz-und-Maus-Spiel.

Quelle: Coppenrath Verlag

Die Autorin:

Claudia Puhlfürst, geboren 1963, studierte Biologie und Chemie und arbeitete als Dozentin und Lehrerin, bevor sie Redakteurin beim Duden-Verlag wurde. In der Belletristik hat sich die Autorin mit mehreren Psychothrillern einen Namen gemacht. Sie bezeichnet sich selbst als „kriminelle Schreibtischtäterin“. Mit ihrem Hund und zwei Meerschweinchen lebt Claudia Puhlfürst in Zwickau.

Quelle: Coppenrath Verlag

Rezension:

Wäldern wohnt etwas Geheimnisvolles und Romantisches inne. 
Eine sonnendurchflutete Waldlichtung strahlt pure Magie aus. Ganz anders
verhält es sich bei Nacht. Undefinierbare Schatten im trüben Mondlicht, das
leiseste Rascheln im Unterholz verursachen Gänsehaut. Die Fantasie schlägt
Purzelbäume und unsere Urängste kommen hervor. 
Doch gerade dieses Gefühl von
Gefahr reizt. So stürzen sich Lena und Anna ins vermeintliche Abenteuer.
Was danach geschieht erscheint so real und wäre für mich der
pure Alptraum. Egal, ob selbst betroffen oder als Elternteil. 
Da es sich bei den Protagonisten um Sechzehn-/Siebzehnjährige handelt, spiegelt sich dies auch in ihrem Verhalten wieder. Manchmal erscheinen
sie dadurch recht nervig. Doch genau das spricht für eine authentische
Handlung. Mal ernsthaft, nachdenklich, dann wieder recht oberflächlich oder naiv erleben wir die Jugendlichen. Der Autorin gelingt es das typische Verhalten von Teenagern und auch die Unterschiede im Wesen ihrer Protagonisten herauszuarbeiten.
Das Szenario ist geheimnisvoll, stellenweise düster und quälend. Psychologisch war das Buch für mich ein Pageturner

Claudia Puhlfürst spielt regelrecht mich den Ängsten ihrer Leser. Von Beginn an möchte man die Geheimnisse lösen, denn es gibt mehr als nur eines zu erforschen. Immer, wenn ich mich am Ziel angekommen fühlte, gab es eine neue Wendung und die Lösung rückte in weite Ferne. 
Das Ende hat mich sehr überrascht und ich wollte es am liebsten gar nicht wahrhaben… 

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Kasimir Karton – Mein Leben als unsichtbarer Freund“ von Michelle Cuevas – FISCHER KJB

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (23. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737340463
ISBN-13: 978-3737340465
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
D: 12,99 Euro

Inhalt:

„Man ist nur so unsichtbar, wie man sich fühlt …“
Manchmal wundert Kasimir sich schon, warum ihn niemand beachtet. Im Sportunterricht wird er nicht als Letzter ins Team gewählt, er wird gar nicht gewählt. Der Busfahrer schließt die Tür vor seiner Nase, und seine Eltern vergessen, ihm bei den Mahlzeiten einen Teller hinzustellen. Nur seine Zwillingsschwester Fleur hält zu ihm. Doch eines Tages macht Kasimir eine schockierende Entdeckung: Er ist unsichtbar! Fleur hat sich ihn ausgedacht! Mit dem Wunsch, ein echter Junge zu werden, begibt sich Kasimir auf eine lange Reise …
Die wirklich wahre Lebensgeschichte eines unsichtbaren Freundes – phantasievoll, pfiffig und superwitzig!

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Michelle Cuevas wurde 1982 in Massachussetts, USA, geboren. Sie studierte Kunst und Kreatives Schreiben und arbeitete als Kunstpädagogin beim Whitney Museum of American Art in New York. Eines Tages begegnete ihr Kasimir Karton und erzählte ihr seine ganz echte Lebensgeschichte. Und die musste sie einfach aufschreiben.

Literaturpreise:
Die italienische Ausgabe von Kasimir Karton/Confessions of an imaginary friend hat in Italien den ›Premio Andersen‹ 2016 in der Kategorie Kinderbuch von 9-12 gewonnen.

Quelle: Amazon

Rezension:

Kinder leben ihre Fantasie unbekümmert aus. Leider verlieren wir im Erwachsenenalter diese Fähigkeit zunehmend. Mit Kasimir Karton dürfen alle noch einmal in das Reich der Fantasie und Kindheit abtauchen.

Ganz ehrlich, wer hatte als Kind keinen unsichtbaren Freund? Jemanden, der einfach da war, wenn man ihn brauchte, dem man Geheimnisse erzählen konnte, mit dem man weinen durfte, ohne sich zu schämen, der auch bei Wutattacken verständnisvoll und geduldig zuhörte?

Bei mir war es keine konkrete Gestalt, die ich mir vorstellte, dafür wohnte meinen Plüschtieren Leben inne und wir spielten miteinander, führten tiefsinnige Gespräche oder tanzten durch die Wohnung. Sie waren im weiteren Sinne also auch eine Art unsichtbare Freunde.

Manchmal fühlen sich Kinder selbst unsichtbar und werden durch einen erfundenen Freund für sich selbst wieder realer oder fühlen sich sicherer. Sie sind nicht mehr so allein.

An diesem Buch reizte mich, dass es nicht um ein Kind mit einem unsichtbaren Freund, sondern um diesen Freund selbst geht. Kasimir muss schmerzvoll feststellen, dass er der unsichtbare Freund seiner heißgeliebten Schwester ist. Mit einem Schlag stellt Kasimir fest, dass es ihn eigentlich gar nicht gibt – oder doch? Was passiert, wenn Kinder aus dem Alter herauswachsen und keinen imaginären Freund mehr brauchen? Verschwinden unsere Fantasiewesen einfach, lösen sie sich in Luft auf? 

Diesen Fragen geht Michelle Cuevas in ihrem Buch nach. Mit großer Sensibilität, geht sie mit dem Thema um. Auch wenn das Buch aus Kasimirs Sicht geschrieben ist, wird noch einmal deutlich, wie wichtig so ein imaginärer Freund für ein Kind sein kann und dass Eltern diesen ernst nehmen sollten. 
Kasimirs Existenz ist ein ewiger Kreislauf und zeigt, wie sehr wir in unserer Entwicklung Träume und Fantasien brauchen. Ein unsichtbarer Freund kann trösten und Geheimnisse bewahren, die niemand sonst verstehen würde. Jeder imaginäre Freund ist anders. Ihre Verschiedenartigkeit zeigt, wie facettenreich wir Menschen und wie unterschiedlich unsere Bedürfnisse sind.
Dabei ist Kasimirs Geschichte poetisch und humorvoll. Es wird turbulent, witzig und nachdenklich. 
Die einzelnen Kapitel lassen sich leicht und schnell lesen. Für die jüngere Zielgruppe sind einige Passagen vielleicht noch zu anspruchsvoll ausgearbeitet, bieten aber wunderbaren Gesprächsstoff für die ganze Familie.

„Kasimir Karton: Mein Leben als unsichtbarer Freund“
ist originell und hebt sich von den üblichen Kindergeschichten ab. 
Ich empfand den Ausspruch: „Du bist nur so unsichtbar, wie du dich fühlst, egal ob dich jemand erfunden hat oder nicht“ sehr prägend und möchte euch diesen gern mit auf den Weg geben.

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Ein Kommentar

Rezension „Heftiges Umarmen im Eingangsbereich der Pension verboten“ von Mamen Sánchez – Thiele & Brandstätter Verlag

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag (17. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3851793382
ISBN-13: 978-3851793383
D: 20,00 Euro

Inhalt:

Der Fund eines zierlichen Damenstrumpfs in ihrer Wäsche verändert das Leben der 43jährigen Anwältin Cecilia von einem Tag auf den anderen. Nach zwölf Jahren Ehe und dem vergeblichen Versuch, ein Kind zu bekommen, ist sie plötzlich wieder allein und muss sich neu erfinden. Sie zieht aus ihrer schicken Dachterrassenwohnung am Retiro-Park in Madrid aus und beschließt, das alte Haus am Ufer des Manzanares, das sie von ihren Großeltern geerbt hat, in eine Pension für Studentinnen umzuwandeln.

Doch schon bei der Renovierung kommt es zu hitzigen Wortgefechten mit dem ruppigen Bauleiter Andrés Leal, der alles besser weiß. Ein geheimnisvolles goldenes Medaillon, das bei den Umbauarbeiten in einer Zwischenwand gefunden wird, sorgt für weitere Verwirrung. Vor allem als Cecilia später denselben Anhänger am Hals der neuen Haushälterin Azucena entdeckt.
Als endlich mit der schüchternen Noelia, der wunderschönen Ivana und der kriminalistisch veranlagten Catalina die ersten Pensionsgäste einziehen, stellt Cecilia kuriose Hausregeln auf, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Doch Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden, und auch Cecilia kann nicht verhindern, dass nach vielen Turbulenzen die Liebe Einzug hält in der schönsten Pension der Welt …

Quelle: Thiele Verlag

Die Autorin:

Mamen Sánchez studierte in Madrid Kommunikationswissenschaften, dann Literaturwissenschaften an der Sorbonne und an den Universitäten von London und Oxford. Heute ist sie die stellvertretende Chefredakteurin der spanischen Zeitschrift Hola! und Chefredakteurin der mexikanischen Ausgabe. Sie ist verheiratet und hat fünf Kinder. Mit dem Roman Die schönste Art sein Herz zu verlieren erzielte die Journalistin und Autorin in Spanien einen grandiosen Erfolg. Der Roman verkaufte sich 150.000 Mal und stand in Deutschland auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Quelle Thiele Verlag

Rezension:

Um es gleich vorweg zu nehmen, entweder man liebt diesen Roman oder mag ihn nicht. Die Entscheidung muss jeder für sich selbst fällen. 


Mich hat die Geschichte rund um Cecilia toll aus dem Alltag entführen können und mir so eine schöne Auszeit beschert. Dabei war es ganz leicht, den Kopf und auch das ein oder andere Mal die Logik auszuschalten und sich treiben zu lassen.

Die Geschichte lebt von ihren facettenreichen sympathischen Charakteren. Sie wirken verletzlich, beweisen aber in kritischen Situationen große Stärke. Jede einzelne Figur trägt eine Last mit sich herum, die es zu erkunden gilt. Witzige, oftmals überspitzt ausgedrückte Hausregeln werden zu einem Mantra von Cecilia und leiten die einzelnen Kapitel ein. Nur dumm, dass sich niemand, nicht einmal Cecilia selbst, daran hält. Unsere Protagonisten stürzen sich dabei in tragische, komische oder abstruse Abenteuer. Intrigen werden gesponnen, Freundschaften geschlossen und natürlich kommt die Liebe nicht zu kurz. Das ein oder andere Geheimnis wird aufgedeckt und ab und zu schimmert auch etwas Gesellschaftskritik mit durch. Aktuelle Themen, wie Flüchtlingspolitik etc. werden zwar aufgegriffen, aber eben nur am Rande gestreift und dienen als Rahmen für die Handlung. Zu viel Tiefgang darf man als Leser hierbei nicht erwarten.
Dennoch gibt es einige Überraschungen und sehr berührende Momente.

Mamen Sánchez
 hat es manchmal mit der Romantik etwas zu gut gemeint und das Ende kommt auf einer großen rosaroten Zuckerwattewolke daher. Ich muss gestehen, genau das habe ich aber zum Zeitpunkt meines Lesens auch gebraucht und daher war ich glücklich mit diesem Abschluss. Für mich einfach das passende Buch zur richtigen Zeit.

Jetzt seid ihr an der Reihe zu entscheiden, ob „Heftiges Umarmen im Eingangsbereich der Pension verboten“ heute, morgen oder überhaupt der passende Lesebegleiter für euch ist.

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar