Rezension „Gottes Gabe“ von Daniele Garreis – Independently published

Taschenbuch: 398 Seiten
Verlag: Independently published (6. Juni 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1983075337
ISBN-13: 978-1983075339
D: 12,99 Euro

Inhalt:

Alle 500 Jahre treffen sich Gott und Luzifer auf der Erde zu einer Art göttlichen Lagebesprechung. Diesmal findet die Konferenz im Englischen Garten in München statt. Sie hadern mit den Menschen, da diese selbstsüchtig, eitel und gierig sind. Luzifer drängt Gott dazu, die Menschheit auszulöschen. Doch der Schöpfer gibt ihnen noch eine Chance. Gemeinsam suchen die beiden einen Menschen aus, der je eine göttliche und eine diabolische Gabe erhalten soll. Nutzt er die Gaben, um seinen Mitmenschen Gutes zu tun? Oder nutzt er sie, um sich zu bereichern und Macht zu erlangen? Ihre Wahl fällt auf den Obdachlosen Picasso, der mit seinen Kumpanen allerlei Unfug mit den übermenschlichen Fähigkeiten anstellt. Führt das zur Apokalypse? Eine göttliche Fantasy-Komödie mit diabolischen Einflüssen und dramatischem Hintergrund.

Quelle: Amazon

Rezension:

Dieses Buch ist über die Empfehlung einer lieben Freundin zu mir gekommen. Rein vom Titel hätte ich es wahrscheinlich nicht für mich ausgewählt. Doch dahinter verbarg sich eine wahre Überraschung. Und auch das Cover gefällt mir sehr. Es ist wundervoll mystisch und passt perfekt zur Geschichte.

Erfrischend anders, hat mich die Geschichte rasch in ihren Bann gezogen. Ich mochte die Grundidee der Geschichte und auch die einzelnen Charaktere. Daniele Garreis hat eine außergewöhnliche Idee gelungen umgesetzt. Sie eröffnet uns eine neue Sicht auf das Leben. Es gibt so einiges zu überdenken. Dabei liegt hier der Anspruch nicht auf thematischer Richtigkeit bezüglich Glaubensfragen. Welche Eigenschaften göttlich oder diabolisch sind, darüber ließe sich sicher ewig fachsimpeln oder philosophieren. Doch darum geht es ja im Endeffekt nicht. Das Spiel zwischen Gott und Luzifer dient als Grundbaustein des Plots.

Es eröffnet interessante Blickwinkel und passt gut zu unserer herrschenden Lebensstruktur. Was würden wir selbst mir der ein oder anderen Gabe anfangen? Daniele Garreis nimmt in „Gottes Gabe“ unsere Gesellschaft unter die Lupe und lässt uns in einen Spiegel schauen.

Reale Elemente verweben sich mit denen der Fantasie. Manchmal erscheinen einzelne Handlungen ein wenig aufgesetzt, zu gewollt und auch der Schluss ist mir zu unkompliziert inszeniert. Dennoch konnte mich dieses Buch fesseln. Amüsant, nachdenklich und ein wenig kurios, werden Themen wie Familie, Freundschaft, Zusammenhalt und menschliches Miteinander angesprochen.

Der flüssige und leichte Schreibstil bietet gute Unterhaltung in einer gelungenen Kombination von Fantasy mit Realitätsbezug.

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Blogtour „Fluch der schwarzen Dahlie“ (Dryas Verlag) – Tag 1 – Vampire






Willkomen zum ersten Tag unserer Blogtour!

In „Fluch der schwarzen Dahlie“ treffen wir auf viele übernatürliche Wesen. Da dürfen Vampire nicht fehlen und zum Auftakt unserer spannenden Blogtour habe ich mich mit diesem Thema beschäftigt.

Übernatürliche Wesen üben seit Jahrhunderten ihre Faszination auf die Menschheit aus. Ungewöhnliche Vorgänge oder bizarre Handlungen fremder Personen regen die Fantasie an. Über die Jahre entstanden so Märchen und Legenden. Alles jedoch beruht auf einem winzigen Anteil von Realität. Es gibt immer wieder Situationen, in denen wir uns fragen: „Kann das sein? – Was wäre wenn? – Und wenn doch?“. 

Bücher oder Filme über Vampire gibt es mittlerweile unendlich viele und wir werden nicht müde, unsere Vorstellung von dem einen bestimmten Vampire unserer Träume zu romantisieren.

Dracula ist der sicher berühmteste Vertreter seiner Art. Basierend auf einem „realen“ Vorbild, allerdings weniger romantisch bedacht, sondern eher der Monsterecke entsprungen, übt er seine Anziehungskraft generationsübergreifend aus.

Doch warum ist das so? 

Sind es das fast immer als überirdisch beschriebene gute Aussehen, das düstere Wesen oder die Unsterblichkeit, die wir mit Ihnen verbinden? Sind wir fasziniert vom uralten, unergründlichen Bösen oder ist es der Reiz, das Böse zähmen zu wollen, der uns zu Vampiren hinzieht?

Im Volksglauben sowie der Mythologie beschreibt das Wort Vampir eine blutsaugende Kreatur der Nacht. Eigentlich tot und doch wieder zum Leben erweckt, mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, ernährt er sich von Blut. 
Vampire werden häufig mit Fledermäusen in Verbindung gebracht oder auf eine Stufe gestellt. Dabei sind es aber nur die Vampirfledermäuse, als einzigste Säugetiergruppe, die sich ausschließlich von Tierblut ernähren.

Es gibt nicht nur männliche Vampire. Jedoch scheinen alle von einer beeindruckenden atmosphärischen Aura umgeben zu sein. Abraham „Bram“ Stoker prägte das Vampirbild nachhaltig und erschaffte so ein Vorbild für alle weiteren Figuren dieses Genres.

Heute romantisieren wir das Bild des Vampirs. Sie sind nicht länger nur blutsaugende Ungeheuer. Was mit „Interview mit einem Vampire“ begann, setzt sich über „The lost Boys“ bis zur „Twilight“-Reihe fort. Vampire sind zeitlos und lassen sich in jede Gesellschaftsordnung und jedes Gesellschaftsbild einpassen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und sie werden uns in Literatur und Film noch sehr lange erhalten bleiben.

Ich persönlich liebe ja die Fernsehserien zu „Buffy“ und „Angel“. Anfangs war Angel mein unangefochtener Lieblingsvampir – zumal ich den Schauspieler sehr mag. In den späteren Folgen beider Serien wurde Spike zu einem weiteren Lieblingsvampircharakter.

Und schon bin ich bei unserem Gewinnspiel der Blogtour angelangt. 

Verratet mir in den Kommentaren Euren absoluten Lieblingsvampir 

und ihr ergattert Euch ein Los für unserem Gewinntopf. In den nächsten Tagen könnt ihr auf den teilnehmenden Blogs weitere Lose sammeln. Am 02.08.2018 wird der/die glückliche/r Gewinner/in ausgelost. Ich drücke Euch die Daumen und bin auf Eure Antworten gespannt.

Zu gewinnen gibt es ein Printexemplar von „Fluch der Schwarzen Dahlie“ aus dem Dryas Verlag.

Bitte beachtet die Teilnahmebedingungen zum Gewinnspiel. Ihr findet diese hier

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Rezension „Gruppentherapie“ von Friedrich Kalpenstein – Verlag Tinte & Feder


Taschenbuch: 318 Seiten
Verlag: Tinte & Feder (12. Juni 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 291980037X
ISBN-13: 978-2919800377
D: 9,99 Euro


Inhalt:

Von Bestseller- und #1 Kindle Humor-Autor Friedrich Kalpenstein.

Ein humorvoller Roman für Schlagerliebhaber und Schlagerhasser.

Ben, dreißig Jahre alt, ist Architekt. Nachdem er sich in München mit seinem eigenen Architekturbüro finanziell übernommen hat, löst sich sein gesamtes Investment in Luft auf – und damit auch seine Selbstständigkeit. Geld muss schnellstens in die Kasse. Sascha, sein bester Freund aus früheren Bandzeiten, nutzt seine Kontakte nach Mallorca und verschafft ihm dort ein Engagement als Partysänger.

Schnell wird Ben zum angesagten Stimmungsmacher, der sich in kürzester Zeit eine beachtliche Fangemeinde aufbaut. Zwischenzeitlich nimmt Ben in München die Chance wahr, als Architekt in einem angesehenen Architekturbüro wieder Fuß zu fassen. Ganz nebenbei wirft er sich in eine Beziehung mit Clarissa, der Tochter seines Chefs. Niemals dürfen die beiden von seinem Doppelleben mit Perücke und Goldkettchen auf Malle erfahren. Die Tatsache, dass Ben auch auf Mallorca eine Liaison mit der Barfrau Eva pflegt, macht die Sache nicht einfacher.

Ein Spießrutenlauf beginnt.

Quelle: Amazon

Der Autor:

Friedrich Kalpenstein wurde 1971 in Freising bei München geboren und lebt heute in der Nähe von Freising im Ampertal. Im Jahr 2007 verfasste er seine erste Kurzgeschichte unter dem Titel »Träum’ mir einen Freund«. Fünf Jahre später veröffentlichte er sein erstes Kinderbuch mit sieben Kurzgeschichten als E-Book. Weitere Kinderbücher folgten.
Seine schriftstellerische Motivation veränderte sich bald und seinen Kinderbüchern folgten humorvolle Romane für Erwachsene. Darin erzählt Kalpenstein schwungvoll und witzig von Situationen, die jeder kennt – vom ganz normalen Wahnsinn des Alltags eben, denn die besten Geschichten schreibt das Leben.
Der erste Roman »Ich bin Single, Kalimera« erschien 2013 als E-Book im Selbstverlag und wurde im März 2015 von Amazon Publishing in einer neuen Version aufgelegt. Daraufhin folgten die Romane aus der Herbert-Reihe »Wie Champagner«, »Männerferien«, »Alpengriller« und »Gipfelträumer«.
Ebenso erschienen sind die Romane »Das Leben ist kein Zweizeiler« und »Sie haben Ihr Ziel erreicht« und »Gruppentherapie«.
Für den Roman »Gruppentherapie« hat Friedrich Kalpenstein eine interessante Symbiose zwischen Roman und Musik geschaffen. So gibt es erstmals für die Leser zu den Texten im Buch die passende Musik, um in die Partywelt auf Mallorca eintauchen zu können. Friedrich Kalpenstein selbst hat die fünf Titel geschrieben und komponiert. Da lag es nahe, dass er selbst seinem Romanhelden Ben Valdern die Stimme gab.

Ben Valdern liefert den Soundtrack des Sommers, der weder auf Mallorca noch auf einer Party fehlen darf. Mit Titeln wie „Gruppentherapie“ und „Badehose“ positioniert sich der Partysänger ganz klar auf der Partyinsel, zeigt aber auch mit Titeln wie „Eiskalt“ und „Frei“, dass er durchaus auch im Schlager beheimatet ist.

Ben Valdern hat nichts dem Zufall hinterlassen. Für seine in den Farm-Studios in Freising produzierten Songs holte er sich gesangliche Unterstützung bei keiner geringeren als Bine Heller, die mit ihrer Stimme die Richtung angibt. Nach vorne!
Ganz nebenbei schwingt bei dem einen oder anderen Sound der Geist der 90er mit.

Quelle: Amazon

Rezension:

Wer träumt nicht davon, einmal eine völlig andere Seite von sich selbst ausleben zu dürfen. Da ist auf der einen Seite das biedere und normale Leben mit all seinen Annehmlichkeiten. Vor allem aber ist es die Sicherheit, die es uns bietet, ob in finanzieller oder gesellschaftlicher Art, die uns festhält. Andererseits träumen wir davon, einmal auszubrechen, etwas völlig verrücktes anzustellen.

Was spricht zum Beispiel gegen eine Karriere am Ballermann? Ben ist dreißig Jahre alt. Er lebt auf der Sonnenseite. Beruflich und auch privat läuft alles wunderbar. Aber es gibt auch Ben den Rebellen. Seine Liebe zur Musik und das Gefühl auf der Bühne zu stehen, bereichern sein Leben. Nur passen diese beiden Seiten seines Lebens nicht wirklich zusammen. Eine Zeitlang geht sein Doppelleben gut, doch irgendwann kommt der Punkt, an dem seine Energiereserven erschöpft sind. Ben muss sich entscheiden. 

Mit „Gruppentherapie“ erwartet Euch ein humorvoller, leichter Sommerroman. Mit viel Spaß, aber auch einer gehörigen Portion Tiefgründigkeit hat es Friedrich Kalpenstein geschafft, mich bis zur letzten Seite wunderbar zu unterhalten und zum Lachen zu bringen.

Ja, die Geschichte ist schräg und tropft vor Klischees, doch gerade diese bringen die Situationskomik herrlich zum Tragen. Runde Charaktere und der lockere Sprachstil des Autors, lassen den Leser nur so durch die Seiten fliegen. Amüsant, witzig, aber auch mit ernsteren Untertönen, ist dies ein absolutes Gute-Laune-Buch.

In Verbindung mir der von Friedrich Kalpenstein als Ben Valdern selbst eingesungenen CD, der Songtitel aus dem Roman, ist „Gruppentherapie“ eine wunderbare Urlaubslektüre auch für alle, die diesen Sommer nicht verreisen können. Holt Euch den Urlaub nach Hause.

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Rezension „Mein letzter Sommer“ von Cesarina Vighy – Atlantik Verlag

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Atlantik (16. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455650880
ISBN-13: 978-3455650884
D: 10,00 Euro

Inhalt:

Mit siebzig Jahren ist Amelia schwer erkrankt. Den nahen Tod vor Augen, lässt sie ihr Leben Revue passieren, erzählt von der ungewöhnlichen Liebesgeschichte ihrer Eltern in Venedig, von der beglückenden Flucht des Mädchens in die Welt der Bücher, vom Entkommen aus der Enge des Elternhauses an die Universität in Rom, von der ersten Liebe und dem Leben als Bibliothekarin mit Mann und Kind. Ein Leben, das schließlich eine dramatische Wendung erfährt, als die Ärzte bei ihr die Nervenkrankheit ALS diagnostizieren. Doch dieses Schicksal meistert Amelia mit scharfzüngigem Witz und ohne jedes Selbstmitleid. Auch wenn sie all ihre Sinne verliert, ist sie fest entschlossen, sich einen Sinn zu bewahren: den für Humor.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Cesarina Vighy wurde 1936 in Venedig geboren und lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 in Rom. Mein letzter Sommer war ihr Romandebüt, das 2009 in Italien zum gefeierten Bestseller avancierte und mit dem Premio Campiello ausgezeichnet wurde.

Quelle: Amazon

Rezension:

Wie lange oder in welcher Qualität wir unser Leben leben dürfen, weiß zum Glück niemand im Voraus. In „Mein letzter Sommer“ nimmt uns Cesarina Vighy mit auf eine Abschiedsreise durch ihr Leben. Die Dame Z. verbindet hier biografische Züge aus dem Leben der Autorin mit der Fantasie entsprungenen Gegebenheiten.

Es beginnt mit leichten Gleichgewichtsstörungen und bedeutet schon bald das unausweichliche Ende. Was im ersten Moment wie ein Geschenk anmutete, wird zu einer düsteren Prognose. Während ihr Köper immer mehr verfällt, bleibt ihr Geist hell wach. Bestechend klar nimmt sie – bereits der Unbeweglichkeit verfallen und komplett auf die Hilfe fremder Menschen angewiesen – ihre Umwelt wahr.

Dennoch beweist unsere Protagonistin große innere Stärke. Sie verzagt nicht, gibt nicht einfach kampflos auf und bewahrt sich einen tiefen Sinn für Humor. 

Dabei sind Cesarina Vighy´s Ausführungen mal sarkastisch, mal voller Witz- und Lebensfreude, aber auch Trauer. Sie schreibt von wundervollen Lebensmomenten, verlorenen Zeiten und ihrer Wut auf die Krankheit. Ehrlich, unverblümt ist ihr Blick auf die Menschen und sich selbst. Wie feine Nadelstiche ritzen ihre Worte an der Oberfläche. Wir erleben mit ihr das Bedauern über ungenutzte Momente und die Erkenntnis, bestimmte Dinge ihres Lebens noch einmal genauso handhaben zu wollen, wenn sich die Chance bieten würde. 
Es sind Worte der Liebe für ihre Familie und das Wissen, wie viel diese ihr bedeutet, wie wichtig die Menschen in ihrem Leben für sie waren bzw. noch sind. Mal hart, unerbittlich und mit großer Distanz, dann wieder warmherzig, voller Gefühle und Blick für die schönen Dinge des Lebens, brillieren die Ausführungen in ihrer Authentizität. Die eigene Vergänglichkeit schärft den Blick der Autorin für das Wesentliche.

„Mein letzter Sommer“ ist ein sehr intensives und realistisches Buch, dessen Schreibstil zwischen sezierender Distanz und farbenprächtiger Dichtkunst wechselt.

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Rezension „Über mir die Sonne“ von Alessio Torino – Hoffmann und Campe Verlag

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH (14. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455001475
ISBN-13: 978-3455001471
Originaltitel: Tina
D: 18,00 Euro

Inhalt:

Der eine Sommer im Leben, der alles verändert: Es ist heiß auf Pantelleria, flirrend heiß, und der letzte Sturm hat die Quallen in die Bucht getrieben, wo Tina sie jetzt eine nach der anderen aus dem Wasser fischt und auf den Beton wirft. Es ist der erste Sommer ohne den Vater. Die Mutter ist nach der Trennung mit ihren beiden Töchtern alleine auf die Insel gefahren. Zwischen Rosmarin und Kapernblüten, salziger Haut und sonnenverbrannten Gesichtern, glitzerndem Wasser und felsigen Buchten erleben Tina und ihre Schwester die Fatalität des Erwachsenseins. Alessio Torino erzählt auf einzigartige Weise von dem schmerzlichen Moment der Gewissheit, in dem wir erkennen, dass nichts mehr so sein wird wie zuvor. Ein Roman über die Kraft des Verstehens und die Melancholie des Verlusts.

Quelle: Amazon

Der Autor:

Alessio Torino, geboren 1975 in Urbino, debütierte 2010 mit dem Roman Undici Dedici. Für seine literarischen Werke wurde er u.a. mit dem Premio Bagutta Opera Prima, Premio Lo Straniero und dem Premio Letterario Metauro ausgezeichnet.

Quelle: Amazon

Rezension:

Was wie ein leichter Sommerroman beginnt, geht schon bald in die Tiefe und verlangt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit von uns Lesern. Alessio Torino zeigt uns unter dem Deckmantel des schönen Scheins und einer atmosphärischen Urlaubslandschaft, die Schattenseiten im Leben seiner Protagonisten auf. 
Verkorkste Existenzen, verrückt, traurig, ruhelos, labil oder in Träumen gefangen, so treffen wir Menschen, die nach dem Sinn des Lebens oder zumindest einer neuen Perspektive suchen. Die Fassade, die alle aufrecht zu erhalten versuchen, zeigt schon bald die ersten Risse und beginnt zu bröckeln. Tina blickt hinter die aufgesetzten Masken der Erwachsenen und erkennt, mit dem offenen Blick eines Kindes, die Verletzlichkeit des Einzelnen. 
Anfangs locker und leicht, las sich dieses kleine Büchlein doch recht schwer, denn es gilt sehr viel Inhalt zwischen den Zeilen zu verarbeiten und zu sortieren. Inhaltlich mutet „Über mir die Sonne“ auf den ersten Blick wie ein buntes Sammelsurium von gescheiterten Existenzen und Aussteigern an. Mitten drin steht Tina. Nach außen gibt sie sich burschikos, leidet aber still wesentlich mehr, als ihre Schwester am Auseinanderbrechen der Familie. Sie wird mit vielen Veränderungen innerhalb eines kurzen Zeitraumes konfrontiert. Tina bewegt sich auf einer Ebene irgendwo zwischen Kind und jungem erwachsen werdenden Mädchen. Dabei beweist sie eine Scharfsicht und einen Weitblick, den die Erwachsenen um sie herum vermissen lassen. Die Welt unterliegt einer ständigen Veränderung. Die einen sträuben sich dagegen, die anderen empfangen alles Neue mit offenen Armen. Um einen Neuanfang zu wagen, bedarf es allerdings einer großen Portion Mut. 
Alessio Torino verliert sich in Andeutungen, bleibt in seinem Text oft sehr vage und vieles bleibt im Dunkeln. Seine nur grob umrissenen Gedankengänge können alles oder nichts bedeuten. Er bringt uns dazu nachzudenken, über unser Leben, unsere Ziele, Träume und die Zukunft. 
„Über mir die Sonne“ ist kein Buch für einmal kurz zwischendurch. Es ist anspruchsvoll, poetisch und lässt sich stellenweise nur schwer greifen. Dabei hinterlässt es eine nachdenkliche, ruhige Stimmung, die irgendwie auch befriedigend ist, obwohl oder gerade weil nach der letzten Seite noch immer viele Fragen zum Sinn des Lebens im Raum stehen.
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Rezension „Zwischen dir und mir das Meer“ von Katharina Herzog – Rowohlt Verlag

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 2 (24. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499274205
ISBN-13: 978-3499274206
D: 12,99 Euro

Inhalt:

Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limoncello daraus!

Lena führt ein zurückgezogenes Leben auf Amrum. Sie sammelt Meerglas am Strand, das sie zu Schmuck verarbeitet. Damit möchte sie sich etwas von dem zurückholen, was ihr die See einst genommen hat: Vor fast 20 Jahren ist Lenas Mutter, eine gebürtige Italienerin, morgens zum Schwimmen gegangen und nie zurückgekehrt.
Als Lena eines Tages auf dem Heimweg den Italiener Matteo trifft, knistert es überraschend heftig zwischen den beiden. Aber am nächsten Morgen ist Matteo ohne ein Wort des Abschieds fort. Er hat eine Mappe zurückgelassen, in der Lena Fotos ihrer Mutter Mariella als junge Frau findet: so strahlend, wie Lena sie nie erlebt hat. Zusammen mit ihrer Schwester Zoe reist Lena an die Amalfiküste, um etwas über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren – und um Matteo, den Mann mit den meergrünen Augen, wiederzusehen …

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Katharina Herzog hatte schon immer Spaß daran, sich Geschichten auszudenken und sie aufzuschreiben. Nach einem Abstecher in den Journalismus kehrte sie zur wahren Liebe Belletristik zurück und begann, Romane zu veröffentlichen. Als E-Book-Autorin hat sie sich unter dem Namen Katrin Koppold bereits in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Quelle: Amazon

Rezension:

Katharina Herzog hat mich mit „Immer wieder im Sommer“ begeistern können und so freute ich mich riesig auf ein weiteres Buch von ihr. In diesem rückt Lena in den Vordergrund, der wir bereits in „Immer wieder im Sommer“ begegnen durften. Ausgestattet mit einem wundervoll gestalteten Cover zog mich „Zwischen dir und mir das Meer“ direkt in seinen Bann.
Ungeklärte Unglücksfälle verleiten immer wieder zu Spekulationen und im Fall von Mariella schwebte entgegen aller Vernunft irgendwie auch immer die Hoffnung mit, dass sie noch irgendwo leben könnte. Manchmal bedarf es eines Auslösers, um mit bestimmten Dingen ins Reine kommen zu können, in Aktion zu treten oder einen Abschluss zu finden. Für Lena ist dies eine ganz besondere Begegnung, die ihre Welt auf den Kopf stellt und sie in die Vergangenheit eintauchen lässt. 
Einfühlsam nimmt uns Katharina Herzog mit auf eine Spurensuche nach alten Familienbanden, den eigenen Wurzeln, Geheimnissen und verloren geglaubten Träumen. Im Mittelpunkt steht die Familiengeschichte rund um Lenas und Zoes Mutter. Diese wird in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt.
Mich haben die Erzählungen der Vergangenheit, Mariellas Geschichte, ein wenig mehr fesseln können. Der Unterschied zwischen arm und reich lässt sich deutlich nachvollziehen. Der Autorin gelingt es immer wieder Geheimnisse aufzuwerfen, deren Lösung wir nur Schrittweise näher kommen. Umso neugieriger lässt sie uns weiter durch die Seiten fliegen.

In der Gegenwart war Lena nicht so intensiv präsent, wie ich es mir gewünscht hätte. Sie wirkte stellenweise ein wenig blass. Auch Zoe war für mich nicht wirklich greifbar.
Dennoch lässt sich sehr gut nachvollziehen, wie unterschiedlich die beiden Schwestern mit dem frühen Tod der Mutter umgehen, wie dieser sie geprägt und in unterschiedliche Richtungen gedrängt hat. zwischen beiden herrscht aber noch immer eine tiefe innere Verbundenheit, die verschüttet unter unterdrückten Emotionen verborgen liegt. Die gemeinsame Suche nach den Spuren der Vergangenheit bringt sie wieder näher zusammen. 

Umrahmt werden die Ereignisse von einer zarten Liebesgeschichte, die die eigentliche Handlung aber nicht überdeckt.
Angenehm leicht, wie eine sanfte Sommerbrise und mit dem der Autorin eigenen Tiefgang, erleben wir eine unvergessliche Zeit an der Amalfiküste. Ein besonderes Potpourri aus Emotionen und Lebensweisheiten greift nach dem Leser und nimmt ihn mit auf eine besondere Zeitreise. Man hört förmlich das Rauschen des Meeres, fühlt die Sonne auf der Haut und kann fast das Aroma der Zitronenbäume riechen. 
Das Kopfkino lief bei mir auf Hochtouren und entfachte das richtige Urlaubsfeeling, um in die Geschichte vollkommen eintauchen zu können. Ich kann nur sagen: „Ein wundervoller Sommerroman“. Was ich auf jeden Fall einmal ausprobieren muss ist, wie Limoncello schmeckt.

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Rezension „Der Himmel über unseren Träumen“ von Heidi Rehn – Droemer Knaur Verlag

Broschiert: 464 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426519380
ISBN-13: 978-3426519387
D: 10,99 Euro

Inhalt:

Ein großer Nachkriegsroman über die Aufbruchsstimmung in den 50er Jahren, aber auch über die Schatten der Nazizeit, die noch prägend waren.
Ein berührender Roman von der Bestseller-Autorin Heidi Rehn über eine junge Frau mit jüdischen Wurzeln, die im München der Nachkriegszeit als Architektin Karriere machen will.
München in den frühen fünfziger Jahren: Mit der Rückkehr in ihre geliebte Heimatstadt erfüllt sich für die junge Architektin Vera Cohn ein Traum. Sie will den Wiederaufbau mitgestalten und ihre Sehnsucht nach einer friedlicheren Zukunft verwirklichen, auch wenn dies das Land ist, in dem ihr und ihrer Familie so viel Leid widerfahren ist. Außerdem will sie beweisen, dass Frauen als Architektinnen genauso viel leisten können wie Männer.
Als sie und ihr Kollege Arthur sich ineinander verlieben, scheint ihr Glück perfekt. Voller Elan schmieden die beiden Zukunftspläne. Doch Vera, die gerade aus dem Exil zurückgekehrt ist, kann nicht vergessen. Die Vergangenheit steht zwischen ihnen – und die Frage nach der Schuld, die Arthur und seine Familie auf sich geladen haben …

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Heidi Rehn wurde 1966 in Koblenz/ Rhein geboren und wuchs in einer Kleinstadt am Mittelrhein auf. Zum Studium der Germanistik, Geschichte, BWL und Kommunikationswissenschaften kam sie nach München. Nach dem Magisterexamen war sie zunächst als Dozentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, anschließend war sie PR-Beraterin in einer Agentur. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie mitten in München. 2014 erhielt sie den „Goldenen Homer“ für den besten historischen Beziehungs- und Gesellschaftsroman.

Quelle: Amazon

Rezension:

Eine Kindheit in Deutschland während der Vorkriegszeit, aufgewachsen in fremden Ländern und als junge Frau zurückgekehrt, hat es Vera nicht leicht. Beruflich läuft alles prima, auch ihre jüdischen Wurzeln scheinen für ihr Umfeld keine negative Wirkung mehr zu haben. Dennoch ist ihr Vertrauen in die Menschen in seinen Grundfesten erschüttert. Erinnerungen und die Erlebnisse der Vergangenheit holen sie immer wieder ein. Ihre Unsicherheiten versteckt sie gekonnt auch vor engen Freunden. 
Eine feste Beziehung einzugehen ist für Vera besonders schwer. Immer hängen Fragen im Raum: „Was tat er während des Krieges. War er beteiligt an der Vernichtung meiner Familie und vieler Juden in Deutschland?“ Dass gerade Arthur bei Nachfragen zu seiner Vergangenheit ausweichend reagiert, augenscheinlich Geheimnisse vor ihr verbirgt, macht es nicht einfacher. Veras Misstrauen wächst stetig… 
Heidi Rehn schafft es gekonnt, besonders die Nachkriegszeit mit ihrem raschen Fortschritt und der gesellschaftlichen Entwicklung zum Leben zu erwecken. Bildgewaltig steckt man mitten drin in einer Zeit des Aufbruchs und der Denkweise der 50er Jahre. Das Buch beleuchtet eine Zeitspanne unserer Geschichte, die in der Literatur ein wenig zu kurz kommt. Zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, scheint die Welt langsam wieder in Ordnung zu kommen. Wir befinden uns mitten in der Wirtschaftswunderzeit. Doch nicht alle Trümmer, besonders die in den Köpfen der Menschen, sind verschwunden. 
Welche Vorurteile, Ängste und Standesdünkel herrschten damals? Einige Begebenheiten lassen uns Leser nachdenklich zurück. Es gibt auch Passagen, die wütend schlucken lassen, denn nicht alle Ungerechtigkeiten wurden gesühnt. Nur reden mag niemand über die Vergangenheit. Alle Gedanken sind in die Zukunft gerichtet. Doch manche Wunden heilen nur, wenn man über deren Ursachen sprechen kann.
Mit „Der Himmel über unseren Träumen“ tritt der Leser ein in einen atmosphärischen Roman mit einer spannenden und vielschichtigen Thematik, die noch eine Weile nachklingen wird. 
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Rezension „Das ganze Kind hat so viele Fehler: Die Geschichte einer Entscheidung aus Liebe“ von Sandra Schulz – Rowohlt Verlag

Broschiert: 240 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 2 (18. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499632217
ISBN-13: 978-3499632211
D: 14,99 Euro

Inhalt:

Zerbrechen wir an dem Wissen, das wir uns gewünscht haben?

Sandra Schulz ist in der 13. Woche schwanger, als sie nach einer Blutuntersuchung einen gefürchteten Satz hört: «Ich habe leider kein komplett unauffälliges Ergebnis für Sie», sagt ihr die Ärztin. «Ein Schicksalsschlag», sagt ihre Familie. Sandra Schulz denkt: Redet nicht so über mein Kind! Sie kämpft um ihre ungeborene Tochter, doch heimlich nennt sie das Wunschkind, das plötzlich keines mehr ist, eine «halbe Sache» und fragt sich, ob sie ein behindertes Kind lieben können wird.

Offen, ehrlich, emotional und berührend lässt Sandra Schulz den Leser an einer Schwangerschaft teilhaben, die alles andere als unkompliziert ist.

Quelle: Amazon

Die Autorin:


Sandra Schulz, Jahrgang 1975, aufgewachsen in China, studierte Politikwissenschaft in Freiburg und Berlin und berichtete als freie Journalistin aus Japan. Ausbildung an der Berliner Journalistenschule, danach Autorin bei mare, Zeitschrift der Meere, und seit 2008 Redakteurin beim Spiegel, für den sie mehrere Jahre aus Asien berichtet hat. Ausgezeichnet wurde sie unter anderem mit dem Helmut-Stegmann-Preis und dem Axel-Springer-Preis.

Quelle: Amazon

Rezension:

Wenn wir über unsere Zukunft nachdenken, stehen eine Familie gründen und Kinder bei den meisten an oberster Stelle. Welche Idealvorstellungen, Wünsche und Erwartungen setzen wir selbst dabei bzw. die Gesellschaft? Was passiert, wenn diese in ihrer Realisierung dann so gar nicht in das Bild unseres Lebens passen?
Lange Zeit, eigentlich seit ich mit unserer ältesten Tochter schwanger war, konnte ich Bücher wie „Das ganze Kind hat so viele Fehler“ nicht lesen. Sie haben mich emotional einfach zu sehr belastet. Dabei verlief meine erste Schwangerschaft wie ein Traum. Die zweite dagegen war ein Auf und Ab in der emotionalen Achterbahn. Unsere Maus litt an einer ungeklärten Unterversorgung und war zu klein. Ich zählte damals bereits zur Risikogruppe der Schwangeren. Dennoch lies ich keine der möglichen Sonderuntersuchungen durchführen. Die brachte mir teils böse Blicke und ablehnendes Verhalten der Praxisschwestern ein. Ich wusste, ich hätte eine eventuell anstehende Entscheidung nicht fällen können. Dafür bibberte ich lieber von Ultraschall zu Ultraschall.
Tiffany kam zwar drei Wochen zu früh, mit 46 cm und gerade einmal 1.999 Gramm zur Welt, war aber kerngesund und eine kleine Kämpferin. Nach zehn Tagen durften wir gemeinsam nach Hause und unser Familienglück genießen. Noch heute ist sie für ihr Alter zu klein, aber der Sturkopf, der ihr während der Schwangerschaft und in den ersten Lebenstagen geholfen hat, ist ihr noch heute eigen. Die Ängste blieben und begleiteten mich während meiner dritten Schwangerschaft, die recht unproblematisch verlief. Auch dieses Mal verzichtete ich auf Extrauntersuchungen.
Viele meiner damaligen Gefühle kamen beim Lesen wieder auf. Ich konnte Sandras Gedankengänge sehr gut nachvollziehen. Wieder stand die Frage im Hintergrund: „Was hätte ich getan?“. Und wieder hatte ich keine eindeutige Antwort parat. Dennoch hätte ich wahrscheinlich in aller Endkonsequenz wie die Autorin gehandelt.
Kinder sind wie Überraschungstüten, die man immer wieder öffnen kann und zeitlebens neue Dinge in ihnen entdecken wird.
Es ist ein ehrliches, offenes Buch. Sandra Schulz nimmt uns mit auf eine Achterbahnfahrt ihrer Gefühlswelt. Ängste, Sorgen, Wut, Hoffnung und Liebe spiegeln sich in ihren Sätzen wieder. Ablehnung und Liebe können wir gleichermaßen spüren, wie Unsicherheit, Hoffnung und Ohnmacht. Manchmal ist sie am Ende ihrer Kräften, dann wieder voller Lebensmut und Zukunftsplänen.
Sie konfrontiert uns mit vielen Fragen, die jeder für sich selbst beantworten muss. 
Das Leben mit einem behinderten Kind ist nie einfach, muss man zusätzlich noch um das Leben des kleinen Wesens bangen, kann einen die Last schier erdrücken. Nicht immer bekommen Eltern die Hilfe, die sie in derartigen Situationen dringend benötigen. Es heißt, sich durchbeißen, nie aufgeben und nach Lösungen und Wegen suchen. 
Susanne Schulz und ihr Mann waren hartnäckig, sie glaubten an ihr Kind und lieben es so, wie es ist. Kleine Schritte bedeuten mehr als große und kleine Gesten können das Herz erwärmen.
Sie betrachten die Welt auf eine ganz neue Art und Weise. Wir sehen, wieviel Kraft in uns stecken kann, aber auch, dass unsere Gesellschaft noch immer nicht die Toleranz oder Akzeptanz zeigt, die sich viele wünschen. 
Das Buch eröffnet uns allerdings auch viele positive Seiten des Lebens, die Eltern mit einem behinderten Kind erleben dürfen, gibt anderen Eltern Hoffnung und zeigt uns, was wir alles bewegen können. Ich wünsche der Autorin und ihrer Familie alles Glück der Welt mit ihrem besonderen Sonnenschein. 
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Rezension „66 Bücher, von denen alle sagen, dass du sie gelesen haben musst.“ von Alexandra Fischer-Hunold – FISCHER KJB

Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (22. Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3733502795
ISBN-13: 978-3733502799
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
D: 12,99 Euro

Inhalt:

Ein Lehrer/Dozent: »Die Werke von Thomas Mann haben Sie ja sicher alle gelesen.«
Ich sage: »Oh ja, natürlich, schon zweimal!«
Ich denke: »Oh mein Gott nein, ich weiß nicht mal im Entferntesten worum es geht!«

Der Ausweg aus dieser Misere: Ein Buch, in dem 66 Bücher zusammengefasst werden! Klingt unmöglich? Ist es aber nicht. Wieso hat der junge Werther noch mal gelitten? Und warum sind die Buddenbrooks pleite gegangen? Diese und noch viel mehr Fragen beantwortet die Literaturwissenschaftlerin Alexandra Fischer-Hunold gleichermaßen amüsant wie fundiert. Ob Abenteuer, Unterhaltung, Drama, Krimi oder Fantasy – endlich kannst du mitreden, wenn es um Romane geht, von denen alle behaupten, dass du sie kennen musst.

Alexandra Fischer-Hunold hat Germanistik und Anglistik studiert, sie weiß also wovon sie spricht. Die Texte sind absolut hieb- und stichfest, dabei aber kurzweilig und lustig. Das unterhält und macht Lust auf mehr!

Folgende Bücher kennst du dann, obwohl du sie nicht wirklich ganz gelesen hast:

»Zwei Fremde im Zug« von Patricia Highsmith
»Brennerova« von Wolf Haas
»Ein Skandal in Böhmen« von Sir Arthur Conan Doyle
»Der Name der Rose« von Umberto Eco
»Rebecca« von Daphne du Maurier
»Das Parfum« von Patrick Süskind
»Alibi« von Agatha Christie
»Das Fass Amontillado« von Edgar Allan Poe
»Der Richter und sein Henker« von Friedrich Dürrenmatt
»Fliehe weit und schnell« von Fred Vargas
»Brennen muss Salem« von Stephen King
»Wiedersehen mit Brideshead« von Evelyn Waugh
»Gute Geister« von Kathryn Stockett
»Sunset« von Klaus Modick
»Der Herr der Ringe« von J. R. R. Tolkien
»Ein fliehendes Pferd« von Martin Walser
»Schloss Gripsholm« von Kurt Tucholsky
»Effi Briest« von Theodor Fontane
»Vom Geist der Gesetze« von Georg M. Oswald
»Unterleuten« von Juli Zeh
»Mephisto« von Klaus Mann
»Am kürzeren Ende der Sonnenallee« von Thomas Brussig
»Professor Unrat« von Heinrich Mann
»Große Erwartungen« von Charles Dickens
»Frühstück bei Tiffany« von Truman Capote
»Was vom Tage übrigblieb« von Kazuo Ishiguro
»Der Graf von Monte Christo« von Alexandre Dumas dem Älteren
»Frankenstein« von Mary Shelley
»Die Schatzinsel« von Robert Louis Stevenson
»Reise um die Erde in 80 Tagen« von Jules Verne
»Robinson Crusoe« von Daniel Defoe
»Dracula« von Bram Stoker
»Der Seewolf« von Jack London
»Small World« von Martin Suter
»Buddenbrooks« von Thomas Mann
»Die Verwandlung« von Franz Kafka
»Homo faber« von Max Frisch
»Die Geschwister Oppermann« von Lion Feuchtwanger
»Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran« von Eric-Emmanuel Schmitt
»Jenseits von Eden« von John Steinbeck
»Im Westen nichts Neues« von Erich Maria Remarque
»Der menschliche Makel« von Philip Roth
»Schachnovelle« von Stefan Zweig
»Die verlorene Ehre der Katharina Blum« von Heinrich Böll
»Das siebte Kreuz« von Anna Seghers
»Der Vorleser« von Bernhard Schlink
»Vom Winde verweht« von Margaret Mitchell
»Schweigeminute« von Siegfried Lenz
»Anna Karenina« von Lew Tolstoi
»Gut gegen Nordwind« von Daniel Glattauer
»Die Kameliendame« von Alexandre Dumas dem
Jüngeren
»Alberta empfängt einen Liebhaber« von Birgit Vanderbeke
»Lolita« von Vladimir Nabokov
»Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins« von Milan Kundera
»Jane Eyre« von Charlotte Brontë
»Verstand und Gefühl« von Jane Austen
»Die Leiden des jungen Werther« von Johann Wolfgang von Goethe
»Der Fänger im Roggen« von J. D. Salinger
»Das Bildnis des Dorian Gray« von Oscar Wilde
»Wer die Nachtigall stört« von Harper Lee
»Zimmer mit Aussicht« von E. M. Forster
»Der große Gatsby« von F. Scott Fitzgerald
»Per Anhalter durch die Galaxis« von Douglas Adams
»Paris, ein Fest fürs Leben« von Ernest Hemingway
»Fegefeuer der Eitelkeiten« von Tom Wolfe
»Das war ich nicht« von Kristof Magnusson

Quelle: Fischer Verlage

Die Autorin:

Alexandra Fischer-Hunold absolvierte erst eine Banklehre, bevor sie Anglistik und Germanistik studierte. Danach arbeitete sie im Lektorat eines Reiseführerverlages, um dann endlich das zu machen, was sie schon immer wollte: Kinder- und Jugendbücher schreiben.

Quelle: Amazon

Rezension:

Jetzt mal ehrlich. Wer von Euch hat all die Bücher, die zur Weltliteratur, Allgemeinbildung oder Eurer Wunschliste gehören, wirklich gelesen? Ich glaube, niemand kann da zweifelsfrei mit „Ja“ antworten. Um wirklich alle Bücher, die allgemein als wichtig oder empfehlenswert angesehen werden lesen zu können, reicht unsere Lebenszeit nicht aus. Bedenkt immer, jedes Jahr kommen weitere wunderbare literarische Werke hinzu und auch diese stehen irgendwann auf den Listen. 
Allerdings möchten wir ja sehr gern mitreden können, im Dschungel der Literaturbegeisterten. Wer mag schon zugeben, sich nie an Anna Karenina“ herangetraut zu haben. Oder unsere Jugendlichen. Alexandra Fischer-Hunold richtet sich hier auch ganz gezielt an unsere Kinder ab einem Alter von 14 Jahren. Schließlich dürfen Schüler mittlerweile selbst mitbestimmen, welche Bücher im Schulunterricht gemeinsam gelesen und besprochen werden. Doch nach welchen Kriterien wählen sie dann aus? 
Der Aufbau und das Cover des Buches sind recht modern und sprechen eher junge Leser an. Es ist jedoch für alle Altersklassen prima geeignet. Mich hat der Titel zum Lesen verführt. Das Cover selbst trifft nicht wirklich meinen Geschmack. Aber das empfindet zum Glück jeder anders.
Für jedes Werk gibt es eine kurze Begründung, warum man gerade dieses Buch Lesen sollte, eine Zusammenfassung des Inhaltes, Informationen zum jeweiligen Autor sowie interessante Hintergrundinformationen. Zusätzlich erhält man eine recht detaillierte Handlungsbeschreibung unter der Rubrik Spoileralarm. So kann jeder Leser für sich entscheiden, wieviel möchte ich von Inhalt konkret erfahren oder nehme ich doch das Buch lieber selbst in die Hand. 
Vielleicht schafft es Alexandra Fischer-Hunold mit ihrem Werk, die Familiengespräche in ganz neue Regionen zu lenken. Ich könnte mir vorstellen, dass so neben der Literatur auch viele schon längst in Vergessenheit geratene Anekdoten zu neuem Leben erwachen und auf diese Art Familiengeschichten bzw. Erlebnisse von Eltern oder Großeltern erhalten bleiben.
Die Sprache der Autorin ist kurzweilig und witzig. Dieses Nachschlagewerk ist eine frische, moderne Form, um Jugendliche an Literatur heran zu führen. 
„66 Bücher, von denen alle sagen, dass du sie gelesen haben musst.“ ist kein Ersatz für das Erlebnis, eines der Bücher wirklich in seiner Komplexität gelesen zu haben. Aber es schafft hoffentlich den Anreiz, auch einmal ein Buch in die Hand zu nehmen, das allein durch seinen Bekanntheitsgrad oder literarische Einstufung abschreckend wirkt. 
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Auslosung zu unserer Blogtour „Spreewaldrache“

Ich hoffe, Euch hat unsere Blogtour genauso viel Spaß gemacht wie uns und Ihr konntet einige neue Informationen zum Buch, der Autorin, aber auch über den Spreewald sammeln.

Sicher wartet Ihr schon ganz gespannt, welche Namen unsere Losfee gezogen hat. Ich mache es daher auch ganz kurz. Marie hat für uns ausgelost und die glücklichen Gewinner ermittelt.

1. Preis Daniela Latzel

2. Preis Daniela Schiebeck

3. Preis Karin Felme

Damit Euch die Gewinne auch erreichen, meldet Euch bitte bei Marie mit Eurer Anschrift unter Mail: Marie.Lanfermann@live.de Herzlichen Glückwunsch! Alle anderen, nicht traurig sein, es folgt sicher bald ein neues Gewinnspiel.

Für alle, die noch immer unentschlossen sind, ob das Buch etwas für sie wäre – meine Rezension zum Buch findet ihr hier.

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