Rezension “Morgen ist heute schon vorbei” von Clare Furniss – Rowohlt Verlag

  • Taschenbuch: 496 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 1. (16. April 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • übersetzt von Christiane Steen
  • ISBN-10: 3499218127
  • ISBN-13: 978-3499218125
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • D: 14,99 Euro

Inhalt:

Unsere Erinnerungen machen uns zu dem, der wir sind. Ohne sie sind wir niemand.

Hatties Sommerferien verlaufen so gar nicht nach Plan. Alle ihre Freunde sind verreist, nur sie muss arbeiten und darf ihre kleinen Geschwister babysitten. Und außerdem hat sie gerade festgestellt, dass sie schwanger ist … von ihrem besten Freund Reuben. Dann platzt Hatties exzentrische Großtante Gloria in ihr Leben, mit Vorliebe für Gin und Zigarillos – und einer Demenzdiagnose. Das ungleiche Paar begibt sich auf einen Roadtrip durch das sommerliche England mit dem Ziel, Glorias Vergangenheit noch einmal lebendig werden zu lassen, bevor die Erinnerungen für immer verblassen. Und um Hattie Zeit zu geben, eine Entscheidung zu treffen, die ihr ganzes Leben bestimmen kann. Denn Glorias Erinnerungen haben viel mehr mit Hatties Leben zu tun, als sie vermutet …

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Clare Furniss wuchs in London auf und arbeitete u. a. als Kellnerin, Verkäuferin und Pressesprecherin für den Bürgermeister von London, bevor sie sich ein Herz nahm und das tat, was sie schon immer tun wollte: Bücher schreiben. Clare Furniss lebt mit ihrer Familie in Bath.

Quelle: Amazon

Rezension:

Das wertvollste im Leben sind u. a. unsere Erinnerungen. Sie sind unbezahlbar.
Manche sind wunderschön, andere schmerzvoll. Wenn sie aber schwinden, verlieren wir einen großen Teil unserer Persönlichkeit.

Durch einen Zufall lernt Hattie ihre Großtante Gloria kennen. Niemand hatte geahnt, dass diese überhaupt existiert. Das junge Mädchen und die alte Frau treffen sich an einem Wendepunkt in ihrer beider Leben.

Hattie fühlt sich von ihren Freunden im Stich gelassen und jetzt ist sie auch noch schwanger, von Reuben. Reuben, ihrem bester Freund. Doch ob er auch ein guter Vater und Lebenspartner wäre, daran hat Hattie so ihre Zweifel. Sie ist sich ihrer Gefühle nicht sicher, schiebt eine Entscheidung immer wieder weit von sich und mag auch nicht mit ihrer Mutter darüber reden.

Gloria dagegen hat ihr Leben sehr exzentrisch verbracht. Sie ist nicht unglücklich, aber es gibt ein Geheimnis, das schwer auf ihrer Seele lastet. Am Ende eines erfüllten Lebens ist sie allein, bereut die eine oder andere getroffene Entscheidung und möchte sich mit der Diagnose Alzheimer nicht abfinden.

„Heute ist morgen schon vorbei“ ist ein wundervolles, emotionales Buch. Neben aller Dramatik blitzt sehr viel Humor zwischen den Zeilen durch. In zwei parallel verlaufenden Erzählsträngen, dem von Hattie und dem von Gloria, erfahren wir mehr über ihre jeweilige Vergangenheit, Sehnsüchte und Gedanken.

Auf den ersten Blick scheinen diese beiden Frauen nichts als die Familienabstammung miteinander gemein zu haben. Dennoch besteht vom ersten Augenblick an ein besonderes Verständnis zwischen ihnen. Ohne bewusste Entscheidung vertrauen sie sich gegenseitig ihre größten Geheimnisse an. Wenig später befinden sie sich auf einer abenteuerlichen und erkenntnisreichen Reise durch England. Wie eng die Parallelen zwischen den beiden geknüpft sind und wie wichtig der Familienzusammenhalt sein kann, erfahren wir hier.

Clare Furniss hat mich an vielen Stellen überrascht und sehr berührt. Die eingeflossenen Lebensweisheiten sollten wir häufiger beherzigen.

Dies ist ein wunderbarer, kluger Jugendroman, den ich absolut empfehlen kann.

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