Seminar zur „Erotik Challenge 2014“ bei neobooks/Droemer Knaur

Vor einigen Wochen rief neobooks zur einem erotischen Schreibwettbewerb auf.
Eigentlich ist dies ja nicht mein Metier, doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Ich habe mich getraut, einen Text eingereicht, ein Expose geschrieben und wirklich einen Platz im Seminar ergattern können. 
Als die Mail bei mir eintraf, konnte ich es kaum glauben. Gleichzeitig kamen die Zweifel: „Soll ich wirklich zu einem Erotik-Schreibseminar fahren? Was erwartet mich dort?“

Ich bin über meinen eigenen Schatten gesprungen und am Freitag tatsächlich fast 400 km nach München und auch wieder zurück gefahren. Die lange Autofahrt schlauchte zwar ziemlich, doch es hat sich gelohnt.

Wir waren eine bunte, lustige Truppe und verstanden uns auf Anhieb. Die Stimmung war sehr locker und ausgelassen. Dennoch wurde intensiv und kreativ gearbeitet.
Da keiner wusste, wessen Text wir gerade besprachen, erhielt jeder von uns ein ehrliches und hilfreiches Feedback. Frau Koettnitz gab uns viele Tipps für das allgemeine Schreiben mit auf den Weg. 

Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich konnte eine Fülle neuer Eindrücke sammeln bzw. Ideen mit nach Hause nehmen.

Ein großes Dankeschön an Frau Koettnitz sowie neobooks/Droemer Knaur für die Gestaltung dieses besonderen Tages.


Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Die Gewinner unserer Blogtour zu „Rache wird kalt serviert“ stehen fest

Unsere Blogtour zu Jasmin De´s Debütroman „Rache wird kalt serviert“ ist nun leider zu Ende.
Ich hoffe, ihr hattet genau so viel Spaß wie wir, konntet interessante Informationen mitnehmen und wir haben eure Neugierde auf das Buch geweckt. Wer Lust hat, kann natürlich auch gern weiterhin auf unseren Blogs stöbern kommen.

Leseproben-& Autorenvorstellung auf http://jutini72.blogspot.de/
Interview auf http://tintenbloggerin.blogspot.de/
Hintergrundinformationen auf http://zwiebelchens-plauderecke.blogspot.de/
Rache & Bipolare Störung auf http://jeanne-darc-blog.blogspot.de
Rezension & Namensgebung auf http://evyswunderkiste.blogspot.de/

Jasmin war heute fleißig und hat unter allen Teilnehmern die Gewinner ausgelost. Eine Übersicht der glücklichen Gewinner findet ihr hier:
Eigentlich sollten mittlerweile alle Gewinner eine Mail bekommen haben. Schaut doch bitte auch einmal in eurem Spamordner nach.
Wer heute leider kein Glück hatte – das eBook gibt es zur Zeit noch für 0,99 Euro!

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Die Blogtour zu „Rache wird kalt serviert“ von Jasmin De macht heute bei mir Station

Vor Kurzem konntet ihr ja hier meine Rezension zu „Rache wird kalt serviert“ lesen.
Seit Montag läuft nun die Blogtour zu diesem Roman und ist heute bei mir angekommen.
Die junge sympathische Autorin hat mir einen kleinen Blick auf die Entstehungsgeschichte ihres Buches erlaubt und ich möchte euch gern daran teilhaben lassen.
Jetzt übergebe ich das Wort an Jasmin und ich hoffe, ihr findet diese Informationen genauso interessant wie ich.

Der Anfang …


Alles fing mir einem Bild, oder eher mit einem kurzen Video
in meinem Kopf an.
…Es war eine milde
Nacht und der Himmel war sternenlos. Eine schwache Straßenlaterne beleuchtete
einen industrieähnlichen Platz. Der Boden war aus Beton und im Hintergrund war
etwas wellenartiges zu erkennen – es waren Schiffscontainer.
Ich hörte ein hallendes
Klackern von Absätzen. Am Rande des Platzes tauchte ein Paar schwarzer High
Heels auf. Die Person kam näher, mit sicheren und selbstbewussten Schritten und
mein Blick wanderte höher, entlang an zwei langen Beinen, bis zum Saum eines
schwarzen Lederkleides. Ihr braunes Harr, das im schwachen Schein der Lampe leicht
rot schimmerte, ergoss sich wellig wie ein Wasserfall über die schwarze
Lederjacke, die sie trug. In der linken Hand (und ich weiß bis heute noch, dass
sie keinen Schmuck oder Nagellack getragen hatte) war eine Waffe. Der Griff um
das dunkle Metall war sicher und fest, so als gehörte die Waffe zu ihr.
Oberhalb ihrer
Nasenspitze blieb ihr Gesicht verborgen, aber ich sah blutrote Lippen, die sich
zu einem geheimnisvollen Lächeln verzogen, und ich spürte ihren intelligenten
und wachsamen Blick auf mir, auch wenn ich ihn nicht sah…

Mit dieser Szene im Kopf hatte damals alles angefangen. Es
ließ mich nicht los und immer mehr fragte ich mich, wer sie war und was sie an
so einem Ort tat. In meinem Kopf schwirrten haufenweise Vermutungen und ich
beschloss, es aufzuschreiben, damit ich es nicht vergas. So schrieb ich das
erste Kapitel von „Rache wird kalt
serviert“
und feilte immer weiter, sowohl an der Szene, als auch daran, wie
es weiter gehen könnte. Mit jedem weiteren Satz wurde es ein wenig klarer, bis
die Frau, Luna, in meinen Kopf drang und anfing, mit mir zu sprechen und
weitere Bilder zu zeigen. Aber sie hatte keine festen Termine, oder half mir in
den Momenten, wenn ich nicht weiter kam beim schreiben – nein, sie überfiel mich
quasi in den unpassendsten Momenten. Wenn jemand mit mir sprach, oder ich im
Unterricht etwas sagte, oder wenn ich grade beschäftigt war. Dann überfielen
mich die Bilder im Kopf oder Luna schrie so laut, dass ich sie nicht ignorieren
konnte. Es war ein Fluch und Segen, belustigend und frustrierend zugleich. Oft
passierte es mir, dass ich so überrumpelt war und vergaß, was ich eigentlich
tun oder sagen wollte. Der einzige Weg, damit ich nicht durchdrehte, war weiter
zu schreiben und das tat ich. Egal, ob ich früh am Morgen im Zug saß und auf
dem Weg zur Schule war, oder mit Freunden in der Mittagspause in der Mensa saß.
Mein Handy lag stets in der Hand und ich tippte weiter, bis aus der Idee am
Ende ein Roman entstand.

Das Schreiben …

Erst hatte ich mich gescheut zu schreiben, denn viele
wichtige Details hatten noch gefehlt und Luna ließ mich oft im Dunklen tappen.
Selbst bis heute hat sie mir nie alles gezeigt. Also musste ich mir etwas
einfallen lassen und das war manchmal schwieriger als gedacht.
Um diese Zeit zeigte mir Luna ein Bild, wo sie mit erhobener
Waffe auf einen wahnsinnig sexy schwarzhaarigen Mann zielte, der ebenfalls eine
Waffe auf Luna gerichtet hatte – die letzte Szene des Romans. Somit hatte ich
einen Anfang und ein Ende, aber der Mittelteil fehlte. Also nahm ich ein Blatt
und Stift und setzte mich hin, um einen Plan für den Verlauf der Geschichte
aufzuschreiben.
Zu der Zeit freundete ich mich mit jemanden an, die dafür sorgte,
das ich nicht den Verstand verlor wenn es eng wurde und die Geschichte zu dem
wurde, was sie jetzt war: Julia. Ich hätte nie gedacht, wie wichtig sie für diesem
Roman, aber auch für mich als Freundin werden würde. Wir sprachen stundenlang
über die Ideen, die in meinem Kopf schwirrten und sie war begeistert von Luna
und Leo. Julia lenkte mich auf die richtige Bahn, wenn ich schon wieder in eine
Sackgasse gelaufen war und sie war die erste Person, die die Texte gelesen hat.
Wenn ich vom Weg abgekommen war – und das passiert schnell, wenn man schreibt –
gab sie mir immer einen ordentlichen Tritt in den Hintern, damit wieder den
richtigen Weg fand.
Mit diesem Wissen,
schrieb ich weiter.
Viele Autoren haben ihre eigene Art des Schreibens. Die, die
ich kenne schreiben oft an ihrem Laptop, wenn sie zu Hause sind. Ich habe „Rache wird kalt serviert“ die meiste
Zeit im Zug am Handy geschrieben. Dort konnte keine Hausarbeit oder mein Kater
mich ablenken und die Anonymität sorgte dafür, dass ich mich in die Geschichte
von Luna und Leo verlieren konnte. Meistens hatte ich dazu Kopfhörer im Ohr und
lauschte der Musik. Die Lieder, die ich dabei am meisten gehört habe waren „Radioactive“
von Imagine Dragons,“ I see fire“ von Ed Sheeran, „Love me again“ von John
Newman und „Intro“ von The XX – oft in Dauerschleife.

Die Recherche …


Viel recherchieren konnte ich nicht, da sich der Verlauf der
Handlung immer wieder änderte und Luna nicht großzügig viel verriet.
Das Erste, wonach ich schaute, waren die Namen. Ohne Namen
wirkten die Figuren für mich nicht real. Aber ich wollte keine 08/15 Namen,
nein, sie sollten sowohl vom Klang, als auch mit ihrer Bedeutung zu den Figuren
passen. Nach ihren Charakteren suchte ich in sämtlichen Babynamenforen. Es war
nicht einfach, da bei jeder Suche immer weitere Namen auftauchten, die in Frage
kamen. Für Luna hatte ich mich als erstes entschieden. Dieser Name schwebte schon
lange wie ein Pochen in meinem Kopf und nachdem ich die Bedeutung kannte, nahm
ich ihn. Bei Leo wurde es schwieriger. Es gab eine Menge guter Namen, aber
nichts wollte mit Luna zusammen passen. Bis ich die drei Buchstaben sah, Leo.
Seine Bedeutung passte zum Charakter und in Kombination mit Luna gefiel er mir
noch besser.
Bei den anderen Charakteren war es leichter. Lunas Tante
erinnerte mich an Julia, also machte ich aus dem a ein e und schon hatte ich
den Namen Julie.
Es gab nur einen Namens, den ich bis heute nicht weiß …
Lunas Nachname. Nichts passte und dazu gab es auch keinen Anhaltspunkt in den
Bildern oder Gesprächen in meinem Kopf. Bis heute hat Luna für mich keinen
Nachnamen, aber ich habe auch nie das Bedürfnis gehabt, ihr unbedingt einen
geben zu müssen. Für mich war sie Luna, die starke und selbstbewusste Frau, die
aber eigentlich tief in ihr ein kleines, verängstigtes Kind ist.
Bei den Waffen sah es etwas anders aus. Auch wenn ich kein
Waffenexperte war, kannte ich die Sig Sauer. Von Anfang an war es klar, dass
dies die Waffe von Luna sein würde und keine andere. Also recherchierte ich
auch hierfür im Internet und las Beiträge von Waffenmagazinen. Für die anderen
Waffen, reichten Google und Wikipedia völlig aus. Ich hoffe, dass die NSA jetzt
nicht denkt, dass ich ein Attentat verüben will oder so :s
Was ich nicht wusste, waren die Regeln für ein Poloturnier.
Bei allen anderen Dingen, wie die Kleidung von Luna, oder die das C’s aussehen
sollte, verließ ich mich ganz auf mein Bauchgefühl, meine Fantasie und die Häppchen,
die Luna mir manchmal zuwarf J
Das Letzte, wozu ich recherchieren musste, war die
Verfassung der Psyche von Luna. Das, was ihr in jungen Jahren wiederfahren war,
musste Spuren hinterlassen haben. Ich konnte mir vorstellen, welche
Auswirkungen es haben könnte, aber um sicher zu sein, sprach ich mit zwei
tollen Sozialarbeiterinnen. Für jemanden, dem so etwas nicht passiert war – und
das wünsche ich keinem – ist es schwer zu begreifen.
Ich habe versucht, Luna so gerecht wie möglich zu werden,
aber dieser Roman ist kein psychologisches Werk, sondern eine Belletristik = Unterhaltungsliteratur.

Das Ende …


Von dem was ich am Anfang geplant hatte,  ist nur noch das Grundgerüst geblieben. Das
grobe Konzept blieb erhalten, aber vieles hatte sich beim Schreiben geändert.
Entweder hatte es nicht gepasst oder die Folgen einer Handlung konnte ich nicht
umsetzten oder Luna hatte sich in meinem Kopf so sehr dagegen gewehrt, bis ich
Kopfschmerzen bekam und mich  somit
gezwungen, umzudenken. Manche Ideen wiederum würden zwar in die Geschichte
hinein passen, aber dafür war es noch nicht soweit. Diese Ideen liegen jetzt
aufgeschrieben neben mir, ebenso, wie die Geschichte weiter gehen soll.
Vielleicht, wenn sich Luna in meinem Kopf dazu entscheidet, mich weiter zu
nerven, könnte ein zweiter Teil entstehen. Doch dafür müssen die Ideen reifen,
ebenso wie die Figuren.
In den fast drei Monaten, in denen ich die Geschichte
getippt habe, gab es Dinge, die später geändert werden mussten. Eins davon war,
in welchem Land die Handlung spielen sollte. Für mich gab es keinen festen Ort,
da sich alles in meinem Kopf abspielte und ich somit an nichts und niemanden
gebunden war.  Doch meine Lektorin wies
mich darauf hin, dass sich manche Dinge bissen, wie Frau und Miss. Eine
Entscheidung musste her. Dabei sah ich meinen Romane an, die in meinem Schrank
standen und mir fiel auf, dass die meisten in Amerika spielten und so gut wie
keine in Deutschland. Erstaunt darüber traf ich meine Wahl: aus Miss wurde Frau
und aus dem FBI das SEK. Aber eine großartige bzw. grundlegende Veränderung war
nicht nötig.
Eine weitere Änderung war das Ende. Ich habe eine kleine
sadistische Ader, die gepocht hatte, als ich das letzte Kapitel schrieb. Da
Klischees und aufgedrungene Happy Ends überhaupt nicht zu mir passen, wollte
ich ein realistisches Ende. Für mich war es klar, wie es ausgehen würde. Zu der
Zeit dache ich über einen möglichen zweiten Teil gar nicht nach. Am Ende des
Romans sollte Leo sterben. Den fertigen Text schickte ich Julia zu. Sie ist ein
Fan von Kitsch und Happy Ends und hätte mich am liebsten erschlagen 😀
Luna saß amüsiert mit einer Tüte Popcorn in meinem Kopf und sah
uns zu.
Als ich mich dazu entschloss, den Roman zu veröffentlichen,
wusste ich, dass das Ende so nicht bleiben konnte. Also vereinbarte ich einen
Kompromiss mit mir selbst und schrieb das Ende um.
So wurde der Roman zu dem, was er jetzt ist.

Wenn ich jetzt zurückblicke, kann ich sagen, dass ich
eigentlich nur für mich schreiben wollte, eine Geschichte, die mir eine Frau in
meinem Kopf zuflüsterte. Aber mit der Zeit hat sich die Geschichte so sehr
verändert und dabei sind so viele Dinge in meinem Leben passiert, dass ich
gemerkt habe, dass mit dem letzten Punkt des Romans noch nicht Schluss ist.
Etwas würde damit passieren und  mit
meiner Vermutung behielt ich Recht. Ein langer Weg hinter mir und das Ende ist
noch nicht in Sicht.
Ein großes Dankeschön an Jasmin für diese ausführlichen Informationen.
Ich kenne das Ende der Geschichte bereits und es lässt viel Spielraum für Spekulationen.
Über eine Fortsetzung würde ich mich riesig freuen und bin schon gespannt.
Das Buch könnte ihr übrigens über Amazon für den Kindle derzeit für 0,99 Euro sowie als Taschenbuch für 11,94 Euro erwerben.

Zum Abschluss gibt es für euch noch ein Gewinnspiel!

Jasmin De war so lieb und hat ein paar tolle Preise für euch zur Verfügung gestellt, die wir am Ende der Blogtour unter allen, die sich am Gewinnspiel beteilt haben, auslosen werden.
Das könnt ihr gewinnen:
1-3 Taschenbüchern + Plakat und Lesezeichen
4-7 eBooks + Plakat und Lesezeichen
7-10 Trostpreise + Plakat und Lesezeichen

Um teilzunehmen füllt einfach das nachfolgende Formular aus. Viel Glück!

Teilnahmebedingungen:

– Du bist mindestens 18 Jahre alt oder hast die Erlaubnis deiner Eltern.
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und ich übernehme keine Haftung für auf dem 
  Versandweg verlorene Post.
– Doppelt Teilnehmende werden kommentarlos von diesem und weiteren Gewinnspielen    
  ausgeschlossen
– Teilnahme nur aus Deutschland möglich
– Das Gewinnspiel endet am 27.09.2014 um 23.59 Uhr

Ihr müsst nicht Leser meines Blogs sein, um am Gewinnspiel teilzunehmen. Natürlich freue ich mich immer über neue Follower.

Morgen macht unsere Blogtour bei Jeanne D’Arc Bücherblog halt. Schaut doch mal vorbei.

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Ein Kommentar

Rezension „Vakuum“ von Antje Wagner

Gebunden, 368 Seiten
Ab 14 Jahren
Verlag: Bloomoon Verlag

ISBN: 978-3-8458-0307-4
Erschienen am 10.09.2012
14,99 € [D], 15,50 € [A], CHF 21,90

Inhalt:

Fünf Jugendliche erleben, was es heißt, wirklich allein zu sein. Denn am 17. August um 15.07 Uhr passiert das Undenkbare: Die Zeit bleibt stehen und alle Menschen um sie herum verschwinden plötzlich.

Tamara sitzt im Zug nach Mannheim: Kurz dämmert sie ein und als sie die Augen wieder öffnet, steht der Zug still und alle anderen Passagiere sind weg. Kora findet sich beim Hofgang plötzlich allein im Gefängnis wieder: Keine Gefangene ist mehr da, die Tore sind verschlossen. Hannes schreckt aus einem unruhigen Traum auf – und als er aus dem Fenster blickt, sind die Straßen leer, tot. Alissa und Leon nickten auf der kleinen Insel nur kurz ein, doch als sie aufwachen, ist alles anders: Ihre Freunde sind spurlos verschwunden, die Vögel zwitschern nicht mehr und als sie 110 wählen, ist die Leitung tot. Tamara, Kora, Hannes, Alissa und Leon finden in diesem beängstigenden Vakuum nach und nach heraus, dass sie auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden sind: Denn sie alle haben einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit.

Quelle: Bloomoon Verlag

Die Autorin:

Antje Wagner studierte deutsche und amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften und lebt in Potsdam. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung nahm sie 2012 in den Kanon der 20 besten deutschsprachigen Schriftsteller unter 40 Jahren auf. Für Vakuum bekam sie u.a. 2013 den Leipziger Lesekompass.

Quelle: Bloomoon Verlag

Rezension:

Am Anfang lernen wir die verschiedenen Charaktere dieser Geschichte kennen. Alle kapseln sich aus den unterschiedlichsten Gründen von ihrer Umwelt ab. Sie sind Einzelgänger oder haben sich von ihren Freunden losgesagt. Die Hintergründe werden immer wieder angedeutet, verlieren sich aber dann im Nebel. Was verbindet diese völlig verschiedenen Teenager sonst noch miteinander? Woher stammen die geheimnisvollen Nachrichten? Wer ist Nina?
Jede Antwort, die der Leser erhält, wirft weitere Fragen auf und es bleibt spannend bis zum überraschenden Schluss.

Alle Protagonisten tragen ein Geheimnis mit sich herum und haben mit inneren Dämonen zu kämpfen. Dennoch scheinen sie auf ein bestimmtes Ziel zuzusteuern.
Besonders haben mir die verschiedenen Sichtweisen auf die jeweilige Situation gefallen. Sie runden das Gesamtbild für mich entscheidend ab. Der flüssige Schreibstil trägt sein übriges dazu bei, um diesen Roman zu einem wunderbaren Leseerlebnis werden zu lassen.
Mit großem Fingerspitzengefühl und einer bildhaften Sprache zieht Antje Wagner die Leser mitten in die Geschichte. Da einer der gewählten Handlungsorte – Erfurt – nur wenige Kilometer von meinem Zuhause entfernt liegt, konnte ich die Szenen dort noch intensiver nachempfinden. Hier kann ich der Autorin eine fundierte Recherchearbeit bescheinigen.

Wie empfinden wir Stille? Es ist schon frappierend, auf wie viele unterschiedliche Arten wir Stille spüren können. Sie kann friedlich, aber auch verstörend und angsteinflößend wirken. Kommt noch die drückende „Blindheit“ durch Nebelmassen hinzu, verstärken sich diese Empfindungen.
Der Nebel als Sinnbild unserer Ängste ist gut gewählt.

Nicht jede Situation klärt sich auf, wir erhalten nicht auf jede Frage eine Antwort und dennoch ist das Ende gerade deshalb genau passend. Es bleibt ein großer Freiraum für eigene Gedanke und Spekulationen. Schön, dass man hier immer weiter philosophieren kann. 
„Vakuum“ ist ein Buch, dass mich auch nach der letzten Seite nicht loslässt und meine Gedanken beherrscht.


Fazit:

Ein fesselnder und tiefgründiger Jugendroman über den Einfluss vergangener Erlebnisse auf unser heutiges Leben. Mitreißend und doch gefühlvoll zeigt uns Antje Wagner, dass man nie den Blick nach Vorn verlieren soll und nur gemeinsam stark ist.

Kimmy vergibt 4 von 5 Käseecken

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Muty und die Mutmurmel“ von Michaela Bergemann aus dem Schardt Verlag

Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
Verlag: Schardt Verlag

Auflage: 1 (Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898417514
ISBN-13: 978-38984175188,00 Euro

Inhalt:

Mit Muty, dem Hund, und den Mutmurmeln lernen Kinder spielend den richtigen Umgang mit Hunden. Dieses Buch hilft Kindern, die Sprache der Hunde zu verstehen und somit Ängste abzubauen und Vertrauen und Sicherheit zu schaffen.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Die Autorin Michaela Bergemann ist Mutter von 3 Kindern. Als Elternberaterin für kindliche Ängste und Phobien berät und therapiert sie in eigener Praxis Kinder mit Kynophobie.

Quelle: Amazon

Mehr erfahrt ihr über ihre Homepage

Rezension:

Heute habe ich mal wieder etwas für unsere Kleinen im Gepäck. Doch eigentlich möchte ich dieses Buch nicht nur Eltern ans Herz legen. Die Grundidee des Buches ist, Kindern die Angst vor Hunden zu nehmen und ihnen den richtigen Umgang mit diesen Tieren zu zeigen. Jedoch gibt es auch genügend erwachsene Menschen, die Angst vor Hunden allgemein haben. Sei es aufgrund eigener schlechter Erfahrungen oder weil vielleicht auch deren Eltern mit dieser Angst behaftet waren. Wir geben unsere Ängste vor allem an die Kinder weiter und somit ist dies ein wundervolles Mutmachbuch für alle Generationen.

Schon das Cover lässt einen dahin schmelzen und verlangt regelrecht: „Nimm mich in die Hand. Lies mich!“. Freundlicher kann ein Tier gar nicht gucken.
Die bildliche Gestaltung ist sehr kreativ und originell. Mensch und Tier werden in Form von Fingerabdrücken dargestellt. So entstanden einzigartige farbenfrohe Illustrationen.

Die Geschichte selbst ist kindgerecht und verständlich geschrieben. Liebevoll wird den kleinen und großen Lesern das Wesen und Verhalten von Hunden erklärt. Warum reagiert ein Hund so, wenn ich so oder so verhalte? Was möchte er von mir, wenn er an mir hoch springt, bellt oder mit dem Schwanz wedelt? Auf all diese Fragen erhalten wir auf  spielerische Weise interessante, fachgerechte Antworten.

Kinder assoziieren sehr viel mit Symbolen. Die Idee mit den Mutmurmeln finde ich toll. Sie können überall hin mitgenommen werden und funktionieren auch bei der Bewältigung anderer Ängste.

Für mich ist dieses kleine Kinderbuch eine Liebeserklärung an unsere Vierbeiner und ein herziger Helfer zur Überwindung von Ängsten.

Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Das Haus der vergessenen Bücher“ von Christopher Morley aus dem Atlantik Verlag

Die wohl schönste Hommage auf den verrückten Beruf des Buchhändlers.
256 Seiten, gebunden
Verlag: Atlantik Verlag
ISBN 978-3-455-60012-4
18,00 €

Inhalt:

“Ich danke Gott, dass ich ein Buchhändler bin, der mit den Träumen und Schönheiten und Kuriositäten der Menschheit handelt, und nicht jemand, der nur Waren verhökert.”

New York, 1919. Roger Mifflin hat seine größte Leidenschaft, das Lesen, zum Beruf gemacht. In seinem Antiquariat in Brooklyn findet man ihn dort, wo der Tabakrauch am dichtesten ist. Unterstützt wird er von seiner ebenso patenten wie resoluten Ehefrau und seinem Hund Bock – Bock wie Boccacio. Bücher sind Mifflins Leben. Von Werbemaßnahmen für sein Geschäft will er allerdings nichts wissen, und so lässt er den jungen Aubrey Gilbert, angestellt bei der Grey Matter Agency, ziemlich abblitzen, als der ihm seine Dienste anbietet. Dennoch freunden sich die beiden an, und bald kommt Gilbert täglich ins Geschäft. Was auch an Mifflins neuer Hilfskraft liegen mag – der schönen Titania Chapman, deren Leben in Gefahr zu sein scheint. Und das gilt nicht nur für ihr Leben …

Quelle: Atlantik Verlag

Leseprobe: Das Haus der vergessenen Bücher

Der Autor:

Christopher Morley (1890–1957), Amerikaner mit englischem Humor und englischen Wurzeln, war Mitbegründer der Saturday Review of Literature, die er von 1924 bis 1940 leitete, und schrieb für die New York Evening Post. Er ist Autor von mehr als 50 teils belletristischen, teils Sachbüchern und zahlreichen Essays.

Quelle: Amazon


Rezension:

Unsere kleine SoKo Buch war einmal mehr unterwegs. Dieses Mal unternahmen wir eine Zeitreise in das New York von 1919. In einem Antiquariat in Brooklyn kam es zu merkwürdigen Begebenheiten, die sich immer mehr ausweiteten und unser sofortiges Einschreiten von Nöten machten.

So begab auch ich mich rasch auf Spuren- und Indiziensuche. Die Ermittlungsarbeit war nicht einfach und die Spuren nur spärlich gesät, doch zum Schluss konnten wir gemeinsam und unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte den Fall lösen. Einen einzelnen Verlust mussten wir trotz aller Sicherheitsmaßnahmen dennoch betrauern, doch die Täter sind nun gestellt und das „Haus der vergessenen Bücher“ kann wieder gefahrlos betreten werden.

Ich habe hier einen Traum von einem Buch für alle Literaturliebhaber vor mir liegen.
Der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist eine urige Buchhandlung in Brooklyn. Aber Vorsicht – dort spukt es! In Mr. Mifflins wundervoller Buchhandlung „Parnassus“ verschwindet immer wieder ein bestimmtes Buch und taucht unter mysteriösen Umständen wieder auf – „Briefe und Reden des Oliver Cromwell“ von Thomas Carlyle. Was hat es mit diesem Cromwell auf sich und wer war Thomas Carlyle? 

An dieser Stelle ist vielleicht ein wenig Geschichtsunterricht notwendig, um die von Christopher Morley ausgelegten Spuren auffinden zu können.
Oliver Cromwell wurde 1599 in Huntingdon geboren und starb 1658 in Westminster.
Er war zu Lebzeiten Lordprotektor von England, Schottland sowie Irland. Cromwell träumte davon, England in eine Republik zu verwandeln und gilt noch immer als sehr umstrittene Persönlichkeit. 
Oder geht es vielleicht doch eher um den Schriftsteller Thomas Carlyle? Dieser lebte von 1795 bis 1881. Cromwells Biografie „Briefe und Reden des Oliver Cromwell“ erschien 1845 und gilt als sein bedeutendstes Werk. Dieses Buch zählte im Ersten Weltkrieg zur sogenannten Durchhalteliteratur. Ein sehr beredendes Zitat von ihm lautet: „Die Zukunft Deutschland ist die Zukunft der Welt“.

Ergänzend auch noch einige wenige Informationen zu einem gewissen Thomas Woodrow Wilson. Wilson war von 1913 bis 1921 der  28. Präsident der Vereinigten Staaten. Ihm wurde 1919 der Friedensnobelpreis verliehen.

Habe ich euch jetzt noch mehr verwirrt? Gut so, denn nur wer das Buch wirklich liest, wird diese Informationen richtig verstehen können.

Doch auch lilafarbenen Tintenspuren, losen Buchdeckeln, merkwürdigen Anrufen, nächtlichen Besuchern und Suchanzeigen in der Tageszeitung sollte der kriminalistische Leser nachgehen. Jedoch ist Vorsicht geboten, es könnte gefährlich werden.

Der tatendurstige Mr. Aubrey Gilbert verstrickt sich ungewollt in mysteröse Abenteuer. Seine Gefühle für eine bezaubernde Titania lassen ihn über sich selbst hinauswachsen und wecken sein Interesse für Bücher. Titania selbst ist jung, unbeschwert und wissensdurstig. Mit ihrer Art wirbelt sie die ein wenig altmodisch wirkende Buchhandlung des Mr. Mifflin gehörig auf und bringt etwas Moderne hinein.

Dabei hat Mr. Mifflin ein wunderbares Ambiente für Büchernarren geschaffen, dessen Charme seinesgleichen sucht. Ein Haus, in dem jeder Suchende das Buch finden soll, von dem er gar nicht weis, dass er es braucht. So ist es auch kein Wunder, dass sich mehrere Buchhändler der Stadt zum Maiskolbenclub zusammen schlossen, um gemütliche diskussionsreiche Abende zwischen all diesen Buchschätzen zu verbringen. Sind auch diese Herren verdächtig? Wir werden auf jeden Fall weiter auf der Hut sein.

Den Leser erwartet eine wahre Flut an wundervollen Buchzitaten und guter Literatur. Liebevoll entworfene Protagonisten, eine Mischung aus Spannung und Gefühlen begleiteten uns durch die Recherchearbeit.

Wenn ihr auf das nachfolgende Bild klickt, erhaltet ihr einen Überblick zu unserer gesamten Ermittlungsarbeit. Bei jedem Einzelnen könnt ihr mehr über dieses Buch erfahren und das Geschehen aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Das Bild zeigt die Ermittlungsakten

Es war ein unvergleichlicher Genuss, dieses Buch erleben zu dürfen, in die Geschichte einzutauchen und die vergessenen Bücher aufzuspüren.

Der Atlantik Verlag hat jedem bibliophilen Herz ein großes Geschenk bereitet, als er das Buch nach 95 Jahren erneut verlegte.

Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit , | Ein Kommentar

Rezension „Rache wird kalt serviert“ von Jasmin De

Copyright by Jasmin De

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 881 KB
Taschenbuch: 366 Seiten ab 16.09.2014
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (8. September 2014)
Sprache: Deutsch

ISBN-10: 1502302691
ISBN-13: 978-1502302694

Inhalt:

Luna hat nur ein Ziel: den Mörder ihrer Eltern zu finden, zu quälen und zu töten! Alles, was sich ihr in den Weg stellt, wird gnadenlos beseitig und nichts kann sie aufhalten, denn zu lange hat sie auf ihre Rache gewartet. Doch kaum ist Sie ihrem Ziel so nah wie nie zuvor, taucht ein Mann auf, mit dem Auftrag, Luna umzubringen. Aber ein Kuss ändert alles. Zwei Killermaschinen, die sich gegenüber stehen. Ein Hass, der sie verbindet, doch Hass ist ein leidenschaftliches Gefühl. Siegt der Hass oder die Leidenschaft?

LEIDENSCHAFTLICH, DÜSTER, UNWIDERSTEHLICH!

Die Autorin:

Copyright by Jasmin De

Jasmin De wurde 1994 mitten im Ruhrpott geboren und lebt mit ihrem Kater immer noch dort. Seid sie einen Stift in der Hand halten kann, tut sie zwei Dinge: malen und schreiben. Mit der Veröffentlichung ihres ersten Romans >Rache wird kalt serviert< 2014 erfüllte sie sich einen großen Traum. 
Weitere Projekte sind in Arbeit.

Mehr Informationen könnt ihr hier finden:
Jasmin-De.Blogspot.de, twitter.com/JasminDeAutorin und https://www.facebook.com/JasminDeAutorin

Rezension:

Ich hatte das Glück, dieses Buch bereits in der Rohfassung lesen zu dürfen und freue mich über die noch erfolgten Änderungen. Den Leser erwartet ein explosiver Genremix aus Thriller, Psychologie, Liebe und Erotik. Sicher ist noch nicht alles rund oder perfekt, doch gerade diese Ecken und Kanten machen den besonderen Charme des Buches aus. 

Schon das Cover weckte meine Neugierde und so stürzte ich mich in die Handlung.
Diese beginnt auch sehr rasant und man wird direkt in die Geschichte hineingezogen.
Die von Jasmin De verwendete Sprache fand ich stellenweise etwas gewöhnungsbedürftig und das Wort „Arsch“ fiel an manchen Stellen ein wenig zu oft für meinen Geschmack, doch beeinträchtigte dies mein Leseerlebnis nur geringfügig. Allerdings mag ich diese Art der Wortwahl allgemein nicht. Dennoch passt es in das Handlungsgeschehen sowie zum geschilderten Milieu. 
Luna ist eine sehr widersprüchliche Protagonistin, deren Verhalten zwischen mörderischer Amazone und Schutz suchendem verwirrten Kind schwankt. Die Hintergründe hierfür erfährt man im Laufe des Buches. 
Anfangs ist Rache der einzige Lebensinhalt, den sie kennt. Dennoch wünscht sie sich eigentlich nichts anderes als ein normales ruhiges Leben. Als sie ihrer großen Liebe begegnet, wirft sie ihre Bedenken über Bord und hofft, endlich am Ziel ihrer geheimen Wünsche angelangt zu sein. Sie lässt ihren Gefühlen und Sehnsüchten freien Lauf. 
Jasmin De hat für den Ausgang ihrer Geschichte ein Ende gewählt, das viel Spielraum für Spekulationen und die eigene Fantasie lässt. Für mich sehr gelungen gestaltet.

Fazit:

Ein eigenwilliges Romandebüt mit viel Action, Spannung, einer großen Portion Gefühl und einem Ende das überrascht.

Achtung!

Vom 22.09.2014 bis 27.09.2014 gibt es eine Blogtour zu „Rache wird kalt serviert“ und diese macht am 25.09.2014 auch bei mir halt. Dann erfahrt ihr mehr zur Entstehungsgeschichte des Buches bzw. hat mir Jamin ein paar exclusive Hintergrundinformationen verraten. 

Vorbei schauen lohnt sich, da es am Ende der Blogtour auch etwas zu gewinnen gibt.

Kimmy vergibt 4 von 5 Käseecken
Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Stille Feindin“ von Alexandra Kui aus dem cbt Verlag

Ab 14 Jahren
Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten
Verlag: cbt

Erscheinungstermin: 23. Juni 2014
ISBN: 978-3-570-16275-0

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 14,90 

Inhalt


Wenn Erinnerung quält, soll Rache erlösen

Farina und Tami (beide 17) haben eines gemeinsam: Ihre Kindheit würden sie am liebsten aus dem Gedächtnis streichen. Als sie Freundinnen werden, hat Tami das Gefühl, sie hätten auf wundersame Weise schon immer zusammengehört, obwohl sie sich erst seit kurzer Zeit kennen. Und tatsächlich hat sich ihr Weg in der Vergangenheit schon einmal gekreuzt: Da ist etwas, was sie beide gleichermaßen betrifft. Ein Abgrund, der Farina unberechenbar macht – sogar für sich selbst.

Quelle: cbt Verlag

Die Autorin:

Alexandra Kui wurde 1973 in Buxtehude geboren. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Sozialgeschichte in Hamburg und arbeitete für verschiedene Tageszeitungen, bevor sie anfing, Bücher zu schreiben. Nach den Kriminalromanen »Blaufeuer«, verfilmt fürs ZDF unter dem Titel »Der Tote im Watt«, und »Wiedergänger«, erschienen inzwischen drei Jugendthriller, »Lügensommer«, »Falsche Nähe« und »Stille Feindin«. Unter dem Namen Alexandra Kuitkowski veröffentlichte die Autorin, die auf der Geest bei Hamburg lebt, den Roman »Die Welt ist eine Scheibe«.

Leseprobe:  Stille Feindin

Rezension:

Der Einstieg in die
Geschichte ist unheimlich spannend gestaltet und wirft sofort jede Menge Fragen
auf.
Farina ist als
Protagonistin eine sehr vielschichtige Persönlichkeit. Hinter ihrer taffen
Fassade steckt allerdings eine verletzliche Seele, die sich nach Geborgenheit
und Harmonie sehnt. Ihre Vergangenheit wurde von vielen Schicksalsschlägen
geprägt. Sie kann nicht loslassen und obwohl sie weiß, dass es falsch ist, begibt
sie sich anfangs auf den falschen Weg. Die vermeintliche Konfrontation mit
ihrer Vergangenheit stürzt sie in eine tiefe Krise. Dennoch meldet sich immer
wieder ihr Gewissen und beeinflusst ihr Handeln nachdrücklich. Ihre
Charakterstärke ist bewundernswert.
Auf der anderen Seite
haben wir Tami. Das zarte, stille und unsichere Mädchen von nebenan. Auch ihre
Welt ist nicht vollkommen und wird von den psychischen Problemen ihrer Mutter
überschattet.
Tamara entwickelt sich im
Laufe der Handlung und unter Farinas Einfluss von der unscheinbaren Maus zu
einem selbstbewussten aufgeblühten Schmetterling.
Die Freundschaft der
beiden ist von Bewunderung, Misstrauen, Neid und stellenweise sogar Hass
geprägt. Dennoch scheinen sich beide zu brauchen. Keine Freundschaft ist
einfach oder selbstverständlich. Jeder muss seinen Teil dazu beitragen.
Welche Verbindung
zwischen Farina und Tamis Familien besteht, welche Schrecken aus der Kindheit
Farina noch heute verfolgen und ob die Freundschaft der beiden all diese Hürden
übersteht erfahrt ihr im Laufe der Geschichte.
In verschiedenen Rückblenden
erfährt der Leser mehr über die handelnden Personen. Ich finde diese Sicht auf
die Dinge sehr gut gestaltet und so werden bestimmte Reaktionen in der
Gegenwart verständlicher.
Alexandra Kui versteht
es, die Gefühle aller Personen so intensiv und tiefgreifend darzustellen, dass der
Leser die Empfindung verspürt, selbst ein Teil dessen zu sein. Eine Geschichte,
die nachdenklich stimmt und einen tief bewegt.

Fazit:

Ich habe das Lesen des
Buches sehr genossen und empfand die psychologischen Aspekte sehr interessant. Ein gelungener Jugendthriller über dessen Inhalt ich
noch eine Weile nachdenken werde.
Kimmy vergibt 4 von 5 Käseecken
Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe“ von Brian Conaghan aus dem Arche Verlag

352 Seiten · mit Schutzumschlag
Arche Verlag
ISBN-13: 978-3-7160-2713-4
Erscheinungsdatum September 2014
EUR 19,99 · EUA 20,60 

Inhalt:

Das Leben ist echt nicht fair. Schon gar nicht, wenn man wie Dylan Mint an Tourette leidet und nur noch sechs Monate zu leben hat. Und das mit sechzehn! Mr Dog nennt er seine Krankheit, und
dieser bellende, fluchende Hund lässt sich nicht kontrollieren. Das ist aber noch nicht alles: Sein bester Kumpel Amir ist Pakistani und hat Asperger.
Sobald jemand Amir »stinkendes Curry« nennt, dreht Mr Dog total durch. Rassismus geht gar nicht! Außerdem vermisst Dylan seinen Vater, der als Soldat in Afghanistan dient. Glaubt Dylan jedenfalls. Und er findet, dass seine Mum in letzter
Zeit ziemlich komisch ist. Warum heult sie die ganze Zeit und redet nicht mit ihm über den Tod? Und nicht zu vergessen sexy Michelle Malloy, die ADHS und einen Klumpfuß hat und auch ohne Tourette exzellent fluchen kann.
Drei Dinge nimmt Dylan sich für seine letzten sechs Monate vor: Mit Michelle Malloy schlafen, seinen Vater nach Hause holen und Amir einen neuen besten Kumpel besorgen. Alles eine echte Herausforderung, aber Dylan lässt nicht locker.
Auch dann nicht, wenn Mr Dog wieder in ihm rumort und dauernd die Tour vermasselt. Und schließlich, wie so oft im Leben, ist sowieso nichts und niemand wie gedacht.

Quelle: Arche Verlag

Der Autor:

Brian Conaghan , geboren 1971, wuchs in der schottischen Stadt Coatbridge auf. Er studierte kreatives Schreiben an der Universität von Glasgow und verdiente sein Geld als Maler und Dekorateur, Barmann, DJ, Schauspieler, Lehrer und nun auch als Schriftsteller. Er lebt mit seiner Frau Orla und seiner Tochter Rosie in Dublin. Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe ist sein zweiter Roman.

Quelle: Arche Verlag

Rezension:

Oberflächlich wusste ich bereits vor dem Lesen einiges über die Krankheit „Tourette“, doch das Buch gibt seinem Leser einen weiteren sehr emotionalen Einblick in das Leben eines Betroffenen und seiner Umgebung. Brian Conaghan versteht es nicht nur hervorragend seine Geschichte in der Jugendsprache wiederzugeben sondern nimmt uns mit auf eine Reise in ein besonderes Leben.

Es ist, als befände man sich selbst im Kopf von Dylan Mint und würde seine Gedanken denken bzw. Gefühle erleben. Stellenweise empfand ich die genutzte Jugendsprache ein wenig derb, doch es passt zur Entwicklung des Protagonisten.

Dylan ist 16 und bis auf das Tourette-Syndrom ein ganz normaler Teenager. Noch ein wenig naiv, möchte er dennoch als cool wahrgenommen werden und ist zum ersten Mal auch ein wenig verliebt.
Die Briefe an seinen Vater zeigen seinen Zwiespalt zwischen Kind und Erwachsenen wieder. Dabei zeigt er stellenweise eine Reife, die man nicht vermutet hätte.

Da er keine „normale“ Schule besuchen kann, ist er tagsüber von anderen Sonderlingen umgeben. Alle Jugendliche haben ihre eigenen emotionalen und körperlichen Probleme. Dennoch benehmen sie sich untereinander wie alle anderen Teenager auch. Sie alle haben die gleichen Wünsche, Hoffnungen, Träume und Vorurteile. Im Laufe der Handlung finden Dylan und sein Freund Amir aus ihrem Schneckenhaus heraus und schließen gemeinsam weitere Freundschaften.
Auch Dylans Mom hat ihre Probleme und muss am Ende erkennen, dass Dylan stärker und verständnisvoller ist, als sie annahm.

Das Buch räumt Vorurteile aus dem Weg und gibt uns einen Einblick in Dylans Alltag. Mit Witz, Ironie und wunderbaren Wortspielen entfaltet sich hier ein kurzweiliges Jugendbuch mit Denkfaktor.

Die Geschichte hielt mich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen. Ich kann eine uneingeschränkte Leseempfehlung erteilen.

Über das Tourette-Syndrom:

Für alle, die mit der Bezeichnung Tourette-Syndrom nicht viel anfangen können möchte ich kurz ein paar erläuternde Zeilen zu dieser Krankheit einfügen.

Tourette-Syndrom ist einfach erklärt eine Störung der Entwicklung des Nervensystems. Die Betroffenen entwickeln Tics wie z. B. unwillkürliche, rasche, oftmals sehr plötzlich beginnende und heftige Bewegungen. Hinzu kommen, ungewollte Ausrufe, Geräusche oder verbale Äußerungen. Diese Tics nehmen in Stresssituationen zu, können aber auch über längere Zeiträume hinweg unterdrückt werden. Letzteres ist aber mit großer Anstrengung und starkem Willen verbunden. Es handelt sich um eine chronische Krankheit. Menschen mit Tourette haben eine ganz normale Lebenserwartung.
Aufgrund der optischen und vor allem verbalen Tics, gehen viele davon aus, dass auch das Denkvermögen betroffen ist. Dem ist nicht so. Betroffene können genauso hoch oder minder intelligent wie gesunde Menschen sein.

Vielen Dank an den Arche Verlag für dieses tolle Buch.

Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Traummann mit Ente“ von Alice Golding ein Chicklit-Liebesroman (eBook)

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 390 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 214 Seiten
Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
bei Amazon
Sprache: Deutsch
ASIN: B00N455NUA

Inhalt:

Endlich einen Mann an ihrer Seite – das ist alles, was Valerie sich wünscht. Humorvoll soll er sein, treu und … eine Ente fahren. Als ihr mit Erik genau so ein Traumtyp begegnet, könnte alles perfekt sein. Wäre da nicht diese klitzekleine Lüge, die ihr über die Lippen kommt, um sich ein bisschen interessanter zu machen. Denn eine erfolgreiche Schriftstellerin ist sie wahrhaftig nicht, genau genommen umfasst ihr geplanter Roman erst zwei Zeilen. Als Eriks Freund, ein bekannter Verleger, gerne eine Leseprobe von Valeries Schaffen sehen würde, ist guter Rat teuer. Wie schreibt man auf die Schnelle eine spannende Geschichte, wenn man schon beim Verfassen einer Glückwunschkarte Schweißausbrüche bekommt? Doch Valerie wäre nicht Valerie, wenn sie da nicht einen genialen Einfall hätte …

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Alice Golding wurde in den wilden Siebzigern in Hessen geboren. Ihr Vater fuhr statt einer gelben Ente einen roten Manta, dabei wehten ihr auf der Kunstlederrückbank ABBA-Klänge um die Ohren. Mit Eintritt in die Grundschule kam die Autorin mit dem Hochdeutschen in Berührung – was ihre Leidenschaft für Fremdsprachen erklären könnte.
Bis heute hat sie etliche literarische Kurzgeschichten und Kurzkrimis sowie vier Romane veröffentlicht – mit „Gesucht: Traummann mit Ente“ den ersten Chicklit-Roman.

Quelle: Amazon

Rezension:

Ich hatte schon lange kein so wunderbar unterhaltsames und humorvolles Buch in den Händen.

Schon das Cover wurde liebevoll und herrlich verträumt gestaltet. Einfach zauberhaft und passend zum Inhalt. Der Titel dieses Chicklit-Romans ist so gewählt, das man bereits hier neugierig auf mehr wird. Mir ging es jedenfalls so, da ich unbedingt wissen wollte, was es mit dieser Ente auf sich hat. Doch genau das müsst ihr selbst herausfinden.

Valerie ist die Protagonistin schlecht hin. Blauäugig und tollpatschig tapst sie durchs Leben und nimmt dabei jedes sich bietenden Fettnäpfchen mit. Mit einer guten Portion Fantasie und Erfindungsgeist ausgestattet, lässt sie sich nicht unterkriegen und schafft es am Ende ihren Weg zu finden. Hierbei begegnen ihr einige merkwürdige und skurrile Typen, was aber nicht heißt, dass die Geschichte unrealistisch wirkt. Vielmehr scheint Valerie direkt aus dem wahren Leben in das Buch gehüpft zu sein.
Erik ist der Traummann schlecht hin und der ideale Gegenpart zu Valerie.

Mit leichter Feder schafft es Alice Golding perfekt die Komik in vielen alltäglichen Begebenheiten einzufangen. Welche Missverständnisse doch auftreten können, wenn Dinge nur angedeutet, aber nie direkt ausgesprochen werden. Es ist kurios, welche Gedankengänge wir dadurch beschreiten. All dies wurde in eine herzerwärmende Geschichte verpackt.

An vielen Stellen musste ich einfach loslachen und erntete dabei merkwürdige Blicke seitens der Familie. Doch die Autorin lässt ihre Protagonisten einige Situationen durchleben, die einfach nur erheiternd sind.
Es findet sich in dieser Geschichte kein Charakter, den man nicht mag. Alle Personen sind auf ihre eigene Weise sympathisch und liebenswert. Vielleicht auch, weil alle ihre Ecken und Kanten haben. Niemand ist perfekt und es stört zum Glück auch niemanden. Etwas eigen und gewöhnungsbedürftig waren für mich die Drei aus der Schreibgruppe. Welche eigenen Erfahrungen Alice Golding hier mit diesen Erlebnissen verarbeitet hat, interessiert mich brennend.

Fazit:

Eine wundervolle warmherzige Geschichte für heitere Lesestunden.

Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar