Rezension „Zum Glück bemerkt mich niemand …dachte ich“ von Liv Marit Weberg – FISCHER Sauerländer

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (19. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel ISBN-10: 3737351708
ISBN-13: 978-3737351706
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Originaltitel: Jeg blir heldigvis ikke lagt merke til
D: 12,99 Euro

Inhalt:

EIN FEEL-GOOD ROMAN ZUM LESEN UND LIEBEN!

Anne Lise ist superschüchtern, völlig planlos – und Hals über Kopf verliebt!

Was macht man, wenn man zum ersten Mal alleine wohnt, aber viel zu schüchtern ist, um mit der neuen Freiheit etwas anzufangen? Anne Lise versteckt sich erfolgreich in ihrem Schneckenhaus und lässt nicht einmal ihren Freund Tore so richtig an sich heran. Bis Tore genug davon hat und sie völlig entnervt verlässt. Bis sie ihren Studienplatz verliert. Und bis ihre Eltern ihr den Unterhalt streichen. Aber so ohne weiteres gibt Anne Lise nicht auf! Kurzerhand nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand und sucht sich einen Job. Und dabei wird Anne Lise bemerkt und gegen ihren Willen kennengelernt. Zum Glück!

So schlau wie ›Juno‹ und so cool wie Lena Dunham!

Quelle: Amazon


Die Autorin und weitere Mitwirkende:

Liv Marit Weberg wurde 1988 als schüchternes kleines Mädchen geboren und lebt heute in Oslo, Norwegen. Sie hat am Norwegischen Kinderbuchinstitut literarisches Schreiben studiert und ihren Master in Nordischer Literatur an der Universität Oslo gemacht. In ihrem Debütroman ›Zum Glück bemerkt mich niemand … dachte ich‹ verarbeitet sie auch ihre eigenen Erfahrungen – auf die Spitze getrieben!

Hinrich Schmidt-Henkel übersetzt seit 1987 Belletristik und Theaterstücke aus dem Französischen, Italienischen und Norwegischen, darunter Werke von Jon Fosse, Henrik Ibsen, Jean Echenoz, Louis-Ferdinand Céline, Stefano Benni und Massimo Carlotto. Er ist u.a. Träger des Jane-Scatcherd-Preises der Ledig-Rowohlt-Stiftung, des Paul-Celan-Preises und des Deutschen Jugendliteraturpreises.

Quelle: Amazon

Rezension:

Ich bin froh, dass mir dieses Buch zur Frankfurter Buchmesse ans Herz gelegt wurde.
Es ist ein besonderes und eigenwilliges Erlebnis, mit Anne Lise durch das Leben zu stolpern. Ja stolpern.
Anne Lise hat eine zugegeben verschrobene Art das Leben an sich zu betrachten und einen großen Hang zu Missgeschicken. Hinzu kommt die Mentalität der Norweger, deren Leben irgendwie ruhiger zu verlaufen scheint, als bei uns in Deutschland. So habe ich es zumindest bei meiner norwegischen Freundin und deren Familie erlebt.

Anne Lise wird die Gemüter der Leser spalten.
Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein junges phlegmatisches und arbeitsscheues Wesen. Dabei fehlt ihr einfach der Mut, sich auf das Leben einzulassen, denn es könnte ja etwas schief gehen. Warum sich anderen Menschen – wie etwa ihrem Freund – öffnen, wenn sie nicht weiß, was daraus entsteht. Durch das Zusammenspiel verschiedener Zufälle und Begegnungen, wird sie aber gezwungen, sich den Herausforderungen des Alltags zu stellen. Sie lernt, sich zu behaupten und blickt dabei oft mit sehr hintergründigen Äußerungen hinter die Fassaden der bürgerlichen Gediegenheit. Ihre verqueren Gedankenspiele entbehren nicht selten einer gewissen Ironie und Spitzfindigkeit, die die Menschen um sie herum nicht vermuten würden.
Man hält Anne Lise für dumm und lässt sie dies spüren, so als würde sie es gar nicht mitbekommen vor Stumpfsinn. Doch sie bemerkt es wohl und dies schmerzt. Sie fühlt sich erniedrigt. Jedoch ist es für sie nicht einfach aus dem selbstgewebten Kokon auszubrechen.

Eines Tages drängt sich ein in ihren Augen purer Nerd, der noch dazu ein absoluter Tollpatsch ist, in ihr Leben. Zu allem Übel wohnt Stian, den sie kurzer Hand Brille tauft, in ihrem Hauseingang, gerade einmal eine Etage über ihr. Doch er bemerkt sie. Brille erkennt das Potential und den Menschen hinter der stacheligen Fassade, und er gibt nicht auf. Mit viel Geduld und für unsere Protagonistin ganz unvermutet, erobert er Anne Lise, verändert ihr Leben. Ganz leise hält die Liebe Einzug in Anne Lises Herz.
Eine Horde Ratten und Brille beeinflussen von nun an ihren Alltag und bringen Anne Lise das Glück.

Fazit:

Ein faszinierender Blick auf das Leben und eine stachelige, liebenswert chaotische Protagonisten. Wer das Ungewöhnliche mag, wir Anne Lise lieben.


Mit „Zum Glück braucht mich niemand“ geht es mit Anne Lise und Stian im Juni 2016 weiter. Ich bin schon gespannt…

Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

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Rezension „Aus Liebe zum Buch“ von Ann Patchett – Atlantik Verlag

Verlag: Atlantik Verlag (18.01.2016)
Verlagsbereich: Geschenkbuch
Einband: Gebunden
Seiten: 64

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-455-37028-7
D: 5,00 Euro

Inhalt:

»Sie haben gehört, dass der unabhängige Buchhandel tot ist, dass Bücher tot sind, dass vielleicht sogar das Lesen tot ist? – Holen Sie sich einen Stuhl, ich habe eine Geschichte zu erzählen.«
Als im März 2011 die letzte unabhängige Buchhandlung in Ann Patchetts Heimatstadt Nashville, Tennessee, schließt, nimmt die US-amerikanische Schriftstellerin das Schicksal der Stadt selbst in die Hand und beschließt, allen Warnungen zum Trotz, selbst eine Buchhandlung zu eröffnen, The Parnassus
Bookshop. Ein kluges und wichtiges Plädoyer für den unabhängigen Buchhandel.

Quelle: Atlantik Verlag

Die Autorin:

Ann Patchett ist eine der bekanntesten amerikanischen Schriftstellerinnen. Sie schreibt Kurzgeschichten, Essays und Romane. Für ihren Roman Bel Canto erhielt sie den PEN/Faulkner Award und den Orange Prize. Das Time Magazine setzte sie 2012 auf die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt.

Quelle: Atlantik Verlag

Rezension:

Wie kann man seine Liebe zum geschriebenen Wort, zu Büchern überhaupt besser ausdrücken, als in einem Buch. 

Ann Patchett zeigt uns, wie mit viel Poesie, Optimismus, einem Quäntchen Glück und einer tiefen Liebe zum Buch eine kleine aber feine Buchhandlung ins Leben gerufen werden und überleben kann. Man bekommt direkt Lust, selbst den Buchladen seiner Träume zu eröffnen.
Noch vor zwei, drei Jahren orakelten die Pessimisten, dass das Buch als analoges Schwergewicht schon bald im Aussterben begriffen und von seinen elektronischen Gegenspielern, den eBooks, ersetzt sein würde. Buchhandlungen wären somit überflüssig. 
Doch weit gefehlt. Beide Varianten harmonieren heute nebeneinander. Dass analoge Buch ist gefragt wie eh und je und Buchhandlungen bestehen noch immer. 
An eine Buchhandlung, wie sie Ann Patchett aus ihrer Kinderzeit beschreibt, kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Sie lag auf meinem täglichen Weg zur Arbeit und es verging kaum ein Nachmittag, an dem ich nicht einen kleinen Abstecher in die winzigen Räume dieses Buchladens unternahm. Man konnte sich zwischen den wenigen Regalen kaum drehen, dafür waren diese umfassend bestückt. Die Verkäufer kannten mich und meine Vorlieben. So manches Buch landete auf ganz besondere Empfehlungen hin unerwartet in meinem Buchregal. 
Ich gebe zu, auch gern einmal bei Amazon zu bestellen, doch es ist nicht dasselbe, wie ein Buch aus der Buchhandlung in der Tasche mit heim zu nehmen. Allein die Erwartung, dieses Buch zu Hause auspacken und die ersten Seiten sofort durchblättern zu dürfen, immer wieder ein besonderes Gefühl. Das Stöbern zwischen den Buchseiten, das Entdecken neuer Schätze und die herzlichen Worte des Buchhändlers mit denen er mir den einen oder anderen Volant ans Herz legt – einfach einmalig.

Ann Patchett zeigt, was eine Buchhandlung ausmacht, aber auch wieviel Zeit, Arbeit und Herzblut ein Buchhändler in seine Buchhandlung steckt, welch ganz besonderer Zauber einem Ort voller Bücher innewohnt.

Fazit:

„Aus Liebe zum Buch“ ist eine Hommage an Bücher und Buchhandlungen. Eine Huldigung der Arbeit, die jeder einzelne Buchhändler leistet.

Bücher werden nie aussterben. Wenn wir alle ehrlich zueinander sind, sehnt sich jeder tief im Herzen nach der einen besonderen Buchhandlung, die unsere Seelenbücher bewacht und im richtigen Moment bereithält.

Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

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Rezension „Der Himmel kommt später“ von Angelika Glitz – Fischer KJB

Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 2 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596856698
ISBN-13: 978-3596856695
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 – 12 Jahre
D: 12,99 Euro

Inhalt:

Ein realistische, wunderschön erzählte Geschichte über eine ganze besondere Freundschaft

Louise, genannt Lulu, spart auf Inliner. Als ihr Vater sie bittet, dienstags nachmittags gegen Bezahlung seiner alten Tante Gesellschaft zu leisten, sagt sie gleich zu. Außerdem fällt dann der ungeliebte Flötenunterricht aus. Tante Hilde ist steinalt, aber sie hat es faustdick hinter den Ohren. Von Mal zu Mal geht Lulu lieber zu ihr. Und schließlich ist es an Lulu, Tante Hildes allergrößten Traum zu erfüllen.

Angelika Glitz erzählt in leisen, warmen Tönen und voller Humor die anrührende Geschichte einer wunderbaren Freundschaft, eine Geschichte über das Leben und den Tod. Mit leichter Hand gelingt es ihr, dem Leser ein Lächeln ins Herz zu zaubern.

Quelle: Amazon

Die Autorin und Mitwirkende:


Angelika Glitz wurde 1966 in Hannover geboren, studierte in Münster Betriebswirtschaftslehre und arbeitete einige Jahre in der Werbung. Heute lebt Angelika Glitz mit Mann und drei Kindern in der Nähe von Frankfurt am Main und tut endlich das, was sie eigentlich schon immer wollte: Kinderbücher schreiben. Außerdem erfindet sie Geschichten fürs Theater, für Rundfunk und Fernsehen.

Leonard Erlbruch, 1984 geboren, hat schon als Schüler Bücher von Peter Maiwald und Per Olov Enquist illustriert. In Leipzig studierte er später Illustration und arbeitet seitdem als freischaffender Illustrator. Er lebt mit seiner Familie in Leipzig.

Quelle: Amazon

Rezension:

Jeder sollte eine Oma wie Oma Hilde im Herzen tragen!

Bei diesem Buch komme ich ins Schwärmen. 

Oma Hilde ist bereits 97 Jahre alt und eigentlich nur eine Art Projekt für Lulu um ihr Taschengeld aufzubessern. Aber Hilde ist nicht irgendein Gegenstand, den man nach Lust und Laune abstellen und wieder hervorholen kann. Sie ist ein lebendige Wesen mit einem sehr eigenen Willen. In ihrem gebrechlichen Körper steckt ein umso wacherer Geist. Lasst euch durch die schwach wirkende Hülle nicht täuschen. Diese Oma hat es noch faustdick hinter den Ohren und auch sie hat noch Träume. Man muss sich einfach in sie verlieben. Und genau das passiert auch Lulu…
Dieses Buch war für mich eine sehr innige Erfahrung, da mich Hilde in vielerlei Hinsicht an meine heißgeliebte Oma erinnert. Meine Oma hat zwar leider nicht dieses hohe Alter von 97 Jahren erreicht, doch auch mit ihr konnte man bis zum Schluss Pferde stehlen gehen. Ihr stets reger Geist und jede Menge lustiger Anekdoten aus ihrer Jugendzeit sowie die unendliche Herzensgüte und Wärme haben für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Ich vermisse sie jeden Tag, doch mit Oma Hilde war sie noch einmal ganz nah bei mir.
Angelika Glitz versteht es wunderbar den Schalk, die Lebendigkeit, die Sehnsüchte und Träume die gepaart mit den Erfahrungen des Alters in Oma Hilde schlummern lebendig werden zu lassen. Wer sagt, dass die Gefühle, die in uns schlummern mit 97 nicht genauso intensiv sind wie mit 20?
Auch Oma Hilde hat noch einen besonderen Wunsch bzw. eher Traum, den nur Lulu kennt. Lulu setzt sich in Bewegung, um diesen einen großen Wunsch wahr werden zu lassen.
„Der Himmel kommt später“ zeigt auf eine wundervolle leichte Weise, dass wir alle unsere Träume haben, ganz unabhängig vom Alter, das Jung und Alt sehr gut miteinander harmonieren können. 
Dieses Buch gehört nun zu einem meiner Lieblingsbücher, auch wenn beim Lesen dieser Geschichte ein hoher Taschentuchverbrauch vorprogrammiert ist.

Fazit:

Ein humorvolles einfühlsames Buch über das Altern, Träume und Abschied nehmen.

Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken
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Rezension „Zusammen werden wir leuchten“ von Lisa Williamson – Fischer KJB

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (10. Dezember 2015)
Sprache: Deutsch
Angelika Eisold-Viebig (Übersetzer)
ISBN-10: 3733500768
ISBN-13: 978-3733500764
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Originaltitel: The art of being normal
D: 12,99 Euro

Inhalt:

Eine Geschichte über Freundschaft und Vertrauen – leichtfüßig, humorvoll und herzerwärmend

Es ist Davids vierzehnter Geburtstag und als er die Kerzen ausbläst, ist sein sehnlichster Wunsch … ein Mädchen zu sein. Das seinen Eltern zu beichten, steht auf seiner To-do-Liste für den Sommer – gaaaanz unten.
Bisher wissen nur seine Freunde Essie und Felix Bescheid, die bedingungslos zu ihm halten und mit denen er jede Peinlichkeit weglachen kann. Aber wird David jemals als Mädchen leben können? Und warum fasziniert ihn der geheimnisvolle Neue in der Schule so sehr?

Mutig, wichtig und mit Witz erzählt – ein Buch wie ein Leuchtfeuer!

Quelle: S. Fischer


Die Autorin:

Lisa Williamson wurde 1980 in Nottingham, England, geboren. Während ihres Schauspielstudiums hielt sie sich mit Bürojobs über Wasser. Und wenn der Chef gerade nicht hinsah, feilte sie an ihren literarischen Werken. Lisa Williamson lebt mit ihrem Freund Matt im Norden Londons.

Quelle: S. Fischer


Rezension:

Mädchen spielen mit Puppen und lieben pinkfarbene Kleider. Jungen dagegen toben herum, lieben Autos und die Farbe blau.
Doch was, wenn die Tochter so gar nichts mit Puppen anzufangen weiß und der lang ersehnte Stammhalter sich lieber den Puppenwagen schnappt. Spätestens in diesen Momenten beginnen in den ersten Köpfen die Achtungszeichen zu leuchten und es wird versucht, das Kind in die „richtige Richtung“ zu schupsen. Was aber, wenn all dies nicht die gewünschte Wirkung zeigt und sich die Wesensmerkmale des Kindes mit zunehmendem Alter von denen seiner Geschlechtsgenossen immer mehr zu unterscheiden beginnen? Was, wenn eines Tages die Aussage im Raum steht: „Ich stecke im falschen Körper fest.“ In diesem Moment bricht unser vorgefertigtes Weltbild zusammen. Trotz aller Toleranz ist die Thematik des Andersseins in unserer Gesellschaft leider noch immer nicht wirklich akzeptabel. Transgender klingt gediegen wissenschaftlich, jedoch auch steril und nicht jeder weiß sofort, was es bedeutet. Würde ich jetzt Transe schreiben, für mich eher ein verformtes Schimpfwort, würde jeder wissen, wovon ich schreibe…

Lisa Williamson hat einen wichtigen und wundervoll sensiblen Jugendroman rund um genau dieses Thema geschrieben.
Mit einer großen Portion Humor und sehr viel Einfühlungsvermögen nimmt sie uns mit in die Welt von David Piper. Dieser optisch typische schlaksige 14-jährige Junge hat nur einen Wunsch – er möchte viel lieber ein Mädchen sein.
Nur seine engsten Freunde sind eingeweiht und stehen fest zu ihm. Den Mut, es seinen Eltern zu sagen, hat er bislang noch nicht aufgebracht. Die Angst vor Ablehnung, Spott und vor allem dem Alleinsein hält ihn zurück, sich zu outen. Und noch ein weiterer Grund  – er möchte seine Eltern nicht enttäuschen.

Aber da gibt es auch noch Leo Denton. Der geheimnisvolle, auf den ersten Blick düster erscheinende Junge zieht David magisch an. Nein, es sind keine amourösen Gefühle, die er für den Neuen an der Schule hegt, da ist etwas anderes, unergründliches.
Leo zeigt Courage und steht David in einer für diesen brenzlig peinlichen Situation bei. Spätestens ab diesem Zeitpunkt verweben sich die Schicksale der beiden.
Leos Geschichte hat mich tief berührt und hält einige Überraschungen für die Leser bereit.

Lisa Williamson hält ihre Leser bis zum Schluss mit unerwarteten Wendungen in Atem. Immer wieder müssen wir unser gefasstes Weltbild neu zusammenfügen und lernen, die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Es gibt kein richtig oder falsch. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze und wir sollten diese nicht in Frage stellen, sondern akzeptieren.

„Zusammen werden wir leuchten“ ist ein intensives Buch über das sich selbst finden. Aber auch über Familie, Freunde, Toleranz und den Mut, sein Leben entgegen allgemein gültiger Konventionen zu leben. Um anders zu sein, sich nicht auf Kosten der eigenen Persönlichkeiten anzupassen, erfordert sehr viel Rückgrat und Mut.

Am Ende leuchten David und Leo über allen.

Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

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Rezension: „Das Leben und sein hinterhältiger Plan“ von Sarah Saxx

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 3349 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 372 Seiten
Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
D: 2,99 Euro


Inhalt:

Du kannst dir vornehmen, was du willst. Das Leben hat seinen eigenen Plan …
Luna ist eine ehrgeizige Schülerin und zählt zu den besten Weitspringerinnen Kaliforniens. Eigentlich verläuft ihr Leben perfekt – immerhin überlässt sie nichts dem Zufall.
Doch dann ziehen neue Nachbarn ein und der gut aussehende Jasper bringt sie mit seinen flüchtigen Berührungen und seinem Zwinkern völlig aus dem Konzept. Dabei steht nicht nur der Highschool-Abschluss an, sondern auch die wichtigste sportliche Entscheidung ihres Lebens.
Vergebens versucht sie, sich darauf zu konzentrieren, doch Jasper hat sich längst in ihr Herz geschlichen. Gerade als sie bereit ist, sich auf ihre Gefühle einzulassen, reißt das Leben ihr den Boden unter den Füßen weg. Luna verliert den Glauben an sich, an Jaspers Zuneigung und an die Gerechtigkeit des Schicksals. Kann es überhaupt noch eine Chance für ihre Liebe geben?

Quelle: Amazon

Buchtrailer:


Die Autorin:

Gleich mit ihrem Debütroman „Auf Umwegen ins Herz“ landete Sarah Saxx einen Amazon Kindle-Bestseller und lebt seither ihren Traum: Leser mit romantischen Geschichten tief im Herzen zu berühren und dieses gewisse Kribbeln auszulösen. Die 1982 im Sternzeichen Zwillinge geborene Tagträumerin liebt Milchkaffee, wilde Achterbahnfahrten und Jazzmusik.

Sarah schreibt, liebt und lebt in Oberösterreich und verbringt ihre freie Zeit am liebsten mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern.

Die Autorin im Netz:
www.sarahsaxx.com
Facebook: www.facebook.com/Sarah.Saxx.Autorin
Twitter: twitter.com/SarahSaxx

Quelle: Amazon


Rezension:

Das Leben hält viele Wege für uns bereit. Nicht jeder führt in die richtige Richtung. Es bleibt uns überlassen zu wählen, ob wir den einen oder anderen Weg unbeachtet lassen, ihn beschreiten oder auch wieder vorzeitig verlassen und einen anderen Pfad einschlagen. Manchmal verschließen sie sich auch und lassen uns nicht hindurch. Das Leben an sich ist immer wieder eine neue Herausforderung und es ist an jedem selbst, was er daraus macht.
Jede Weggabelung kann eine Wende des eigenen Schicksals bedeuten und hält Überraschungen für uns bereit.

„Das Leben und sein hinterhältiger Plan“ liest sich anfangs wie eine normale schöne Geschichte über die erste Liebe. Wir erkunden gemeinsam mit Luna und Jasper das auf und ab ihrer erwachenden Gefühlswelt. Es ist fast so, als würde man gedanklich noch einmal selbst die erste Liebe mit allen damit verbundenen Hoffnungen, Träumen, Höhenflügen, Zweifeln und Stolpersteinen durchleben.
Doch dann passiert etwas, das alles Vorherige auf den Kopf und in Frage stellt.

…“Jede einzelne deiner Entscheidungen kann dein Leben völlig verändern. Zum Positiven wie zum Negativen.“…

Das Leben speziell von Luna verändert sich von einer Sekunde auf die andere und es gilt die richtigen Entscheidungen zu treffen, aber auch Träume zu begraben. Ziele, die eben noch greifbar waren, rücken in unerreichbare Ferne. Luna ist von beiden die stärkere, gefestigtere Persönlichkeit und lässt sich nicht entmutigen. Doch wird die Liebe der beiden stark genug sein, diesen Schicksalsschlag zu verkraften?

Nicht jeden begonnen Weg kann man bis zum Ende gehen, manchmal muss man einen Abzweig vorher eine andere Richtung beschreiten. Nicht jeder zerplatzte Traum bedeutet das Ende der Welt. Es kann auch der erste Schritt für einen bedeutenden Neuanfang sein, den man sonst nie gewagt hätte.

Sarah Saxx erzählt die Geschichte von Luna und Jasper mit sehr viel Einfühlungsvermögen. Als Leser spürt man die eigenen, während des Schreibens verarbeiteten Erfahrungen, der Autorin.
Ich war von der ersten Zeile an mitten im Leben der Protagonisten und mochte sie am Ende nur ungern verlassen.

Fazit:

Ein absolutes Wohlfühlbuch.



Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

Dank der lieben Sarah Saxx warten hier drei Lesezeichen zum Buch auf ein neues Zuhause.

Hinterlass mir bis zum 13.01.2016 einen netten Kommentar und vielleicht macht sich schon bald eines der Lesezeichen auf den Weg zu dir.

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Special und Vorankündigung zu „Witch Hunter“ von Virginia Boecker – dtv Verlag

Am 18. März 2016 erscheint im dtv-Verlag „Witch Hunter“ von Virginia Boecker.

Wer Romane mit geschichtlichem Hintergrund aus der Zeit der Hexenverfolgung mag, sollte die Augen aufhalten und in die Leseprobe reinlesen.
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten 
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (18. März 2016) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3423761350 
ISBN-13: 978-3423761352 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 16 Jahre 
Originaltitel: The Witch Hunter 
D: 17,95 Euro


Worum geht es im Buch?

Wer ist Freund? Wer ist Feind?

Als die 16-jährige Elizabeth mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und der Hexerei angeklagt. Doch wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster Freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich und den Magiern auf. Denn längst ist im Hintergrund ein Machtkampf entbrannt, und Elizabeth spielt darin eine Schlüsselrolle. Nun muss sie sich entscheiden, wo ihre Loyalitäten liegen.

Quelle: Amazon

Leseprobe

Wenn ihr doch noch unsicher seid, ob das Buch in euer Leseschema passt, dann nehmt den direkten Weg zur Leseprobe und lasst euch überzeugen.

Über die Autorin:

Virginia Boecker hat ihren Abschluss in Englischer Literatur an der University of Texas gemacht. Sie lebte vier Jahre in London, wo sie sich auf jedes kleinste Detail zur mittelalterlichen Geschichte Englands gestürzt hat, die die Grundlage für ›Witch Hunter‹, ihren ersten Roman, bildet.

Quelle: dtv

große dtv – Bloggeraktion

Wer möchte mithelfen, diesen Stapel Bücher zu verkleinern?
Der dtv-Verlag ruft als Vorankündigung von „Witch Hunter“ zu einer großen Challenge für Buch-Blogger auf. Vielleicht habt ihr ja Lust daran teilzunehmen. 
Hier gehts direkt zur dtv-Bloggeraktion

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Rezension „Ein Weihnachtsgeschenk für Walter“ von Barbara Wersha – Oetinger Verlag

Broschiert: 64 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch; Auflage: 1 (1. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841503594
ISBN-13: 978-3841503596
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 7 – 9 Jahre
D: 7,99 Euro

Inhalt:

Walter ist eine echte Leseratte. Kein Wunder, dass er sich nach Sir Walter Scott benannt hat! Er lebt bei Miss Pomeroy, einer alten Dame, die Kinderbücher schreibt und eine herrliche Bibliothek besitzt. Dort macht Walter eines Tages eine erschütternde Entdeckung: Der Held in Miss Pomeroys Kinderbüchern ist eine Maus! Als kultivierte Ratte ist Walter zutiefst gekränkt und beschließt, Miss Pomeroy einen Brief zu schreiben …

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Barbara Wersba war viele Jahre für die New York Times Review of Books als Theater- und Fernsehautorin tätig. Sie hat 30 Kinderbücher geschrieben und war u.a. für den National Book Award nominiert. Sie lebt in New York und leitet dort einen kleinen Verlag namens The Bookman Press. Donna Diamond hat zahlreiche Kinderbücher und Buchumschläge illustriert. Sie lebt in New York.

Quelle: Amazon

Rezension:


Die erste Rezension im neuen Jahr ist immer die schwierigste. Welches Buch soll es sein? Etwas fürs Herz, anspruchsvolle Lektüre zum Nachdenken oder bunt gemischt?
Ich habe mich für den Weg irgendwo dazwischen entschieden…
Darf ich euch meinen neuen Freund vorstellen? Walter, benannt nach Sir Walter Scott. Sein Name gibt schon einen kleinen Hinweis wohin die Reise geht.
Doch da ist noch etwas. Walter ist kein Mensch. Er ist eine Ratte, eine außergewöhnliche Ratte, die Bücher liebt und sehr belesen ist. Dabei liest er alles, was ihm unter die Pfötchen kommt, von Klassikern über Ratgeber bis hin zu Kinderbüchern.
Walter lebt sogar im Haushalt einer – zugegeben etwas verschrobenen – Schriftstellerin. Langsam kommen sich die beiden näher. Sie ergänzen sich in ihrer Einsamkeit und ohne es zu merken, sind sie auf einmal gar nicht mehr allein.

Wir können einem wundervollen Briefwechsel und Gedankenaustausch zwischen ihm und Miss Pomeroy beiwohnen. Am Ende harmonieren beide in schweigendem Einvernehmen nebeneinander.
Untermalt wird die Geschichte von liebevollen detaillierten Bleistiftzeichnungen, die dem Charakter des Buches mehr als gerecht werden.

Mich hat Walter sehr berührt und an einen anderen kleinen Rätterich erinnert.

Picasso
Meine Bücher hat er nie angeknabbert…

Dessen winzige Krallen sich wie die Hände eines kleinen Kindes um meine Finger geschlossen haben und mein Herz noch immer ganz fest halten. Ratten sind sehr intelligente Persönlichkeiten, deren Wesen sehr oft verkannt wird.

„Ein Weihnachtsgeschenk für Walter“ ist trotz der Zuordnung zu Weihnachten auf seine Art zeitlos und verführt dazu, die Geschichte nach Beendigung des Buches gleich noch einmal zu lesen.

Fazit:

Diese kleine Geschichte ist einfach zauberhaft und auf ihre Art eine wundervolle Liebeserklärung an die Literatur und Bücher im Allgemeinen. Aber auch an eine Gattung Tier, die in der Literatur nicht allzu oft positiv davonkommt.

Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken.

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Auslosung – Silvestercoundown mit Katja Piel / Cathey Peel

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet. Die guten Vorsätze sind gefasst und der ein oder andere wird auch in 2016 umgesetzt.

Das letzte Gewinnspiel für 2015 ist auch zu Ende gegangen und ihr wartet sicher gespannt auf die Auslosung.

Heute hat mein Jüngster für euch in den Lostopf gegriffen.

Und gewonnen hat:

Elke Büchner

Gratulation!
Bitte teile mir per Mail: schmidt.anja73@gmail.com oder per PN via Facebook deine Anschrift mit, damit ich diese direkt an Katja Piel weiterleiten kann. Die Goodiebag macht sich dann auf den Weg zu dir.

Alle anderen bitte nicht traurig sein und genießt den ersten Tag des neuen Jahres.

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Rezension „Brief an meine Schwester“ von Leslie Malton mit Roswitha Quadflieg – Aufbau Verlag

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 2 (12. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3351036205
ISBN-13: 978-3351036201
D: 18,95 Euro

Inhalt:

Das Mädchen mit den sprechenden Augen Die berührende Geschichte zweier Schwestern, von denen eine mit Gesundheit und Erfolg gesegnet ist, die andere eine rätselhafte Behinderung hat. Aufwühlend und emotional erzählt die erfolgreiche Schauspielerin Leslie Malton die Geschichte ihrer Schwester Marion und ihre eigene – die Geschichte einer außergewöhnlichen, selbstlosen Schwesternliebe, die nicht frei ist von den Schatten der Schuld und Gewissensnot. 1957. Ein Amerikaner und eine Wienerin lernen sich kennen, sie verlieben sich und heiraten. In Washington D.C. wird 1958 ihre erste Tochter, Leslie, geboren, elfeinhalb Monate später folgt Marion – fast ein Zwilling. Etwa ein Jahr nach Marions Geburt stockt ihre Entwicklung, sie verlernt, was sie gerade gelernt hat, verliert die Sprache – verliert fast alles. Die Odyssee zwischen Ärzten und diversen Einrichtungen beginnt. Niemand kann dem kleinen Mädchen helfen. Erst 2012 liest Leslie Malton – längst eine berühmte Schauspielerin – einen Zeitungsartikel über das Rett-Syndrom. Plötzlich hat die Behinderung einen Namen. Leslie Malton trifft sich mit Betroffenen und deren Angehörigen, wird Botschafterin der „Elternhilfe für Kinder mit Rett-Syndrom in Deutschland“. In diesem berührenden Buch erzählt Leslie Malton die Geschichte ihrer Schwester und ihre eigene, die Geschichte einer selbstlosen Schwesternliebe, die sich über Krankheit und Kontinente hinwegsetzt.

Quelle: Amazon


Die Autorin und Mitwirkende:


Leslie Malton,

geboren 1958 in Washington D.C., begann ihre Karriere am Theater, vor allem der Wiener Burg, und spielte in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen und Serien mit. Ihren Durchbruch beim deutschen Fernsehpublikum hatte sie 1992 mit dem Mehrteiler „Der große Bellheim“. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Schauspieler Felix von Manteuffel, in Berlin.

Roswitha Quadflieg,
1949 in Zürich geboren, Tochter des Schauspielers Will Quadflieg. Kunststudium in Hamburg, bis 2003 Inhaberin der Raamin-Presse. Zahlreiche Romane und Essays. Zuletzt erschien bei Aufbau “Neun Monate. Über das Sterben meiner Mutter“. Sie lebt in Berlin.

Quelle: Amazon

Rezension:

Es gibt immer wieder Bücher, die suchen sich ihre Leser selbst. In der einen Sekunden hat man noch keine Vorstellungen von diesem einen besonderen Buch, in der nächsten Sekunde hat es einen gefangen genommen. So erging es mir mit „Brief an meine Schwester“ von Leslie Malton. Und genau aus diesem Grund habe ich genau das Buch zum Ausklang meines Lesejahres ausgesucht. Es ist keine seichte Lektüre, die für Unterhaltung mal so nebenbei sorgt und doch liest sich die Lebensgeschichte von Leslie und ihrer Schwester Marion federleicht.

Der Buchtitel war mir schon einmal unter die Augen gekommen, doch richtig wahrgenommen habe ich das Buch erst im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse. Dort bliebt ich eher zufällig neben einem Podium stehen und stolperte mitten in ein Interview mit der Autorin. So gefühlvoll, wie sie über ihre Familie und besonders ihre Erlebnisse mit ihrer Schwester Marion sprach, hat mich tief berührt.

Wenn wir eine Familie gründen, ist der größte Wunsch überhaupt, dass unsere Kinder gesund zur Welt kommen. Leider ist dem nicht immer so. Doch wie müssen sich Eltern fühlen, deren Kind augenscheinlich gesund geboren wurde, sich über Monate hinweg normal entwickelt und sich dann innerhalb kurzer Zeit alles verändert. Was, wenn man zusehen muss, wie das Erlernte verloren geht und nicht weiß warum. Die größte Frage ist immer das WARUM. Im Fall von Marion kommt noch hinzu, dass die Veränderungen nach einem größeren Infekt eintraten und sich ihre Schwester über viele Jahre hinweg schuldig an der Entwicklung der Dinge fühlte.

Das Leben mit einem behinderten Kind oder Geschwistern ist nicht einfach. Marions Eltern muss man hoch anrechnen, dass sie ihr Kind nie versteckten und Marion voll in ihr Leben integrierten. Unermüdlich suchten sie nach Möglichkeiten der Förderung und Verbesserung der Lebensqualität ihres Kindes. Auch noch im hohen Alter kümmert sich ihre Mutter so gut wie es geht. Natürlich gibt es Schattenseiten und diese verschweigt die Autorin nicht. Sie hebt ihre Eltern nicht auf ein goldenes Podest und gerade dadurch bleibt diese greifbare Nähe und Authentizität erhalten.

Leslie Malton beschreibt in einem ruhigen liebevollen Ton ihr Leben mit Marion. Dabei stand sie, die gesunde Schwester, oft im Schatten. Ihre Erfolge waren fast zu selbstverständlich. Dennoch wohnt ihr eine innige Liebe zu Marion inne. Zwischen den Schwestern existiert eine enge Verbundenheit, wie sie selbst zwischen ganz „normalen“ Geschwistern nicht immer zu finden ist.

In „Brief an meine Schwester“ offenbart Leslie Malton sehr offen und ehrlich ihre Gefühlswelt. Diese umfasst Schmerz, Trauer, Wut, Schuldzuweisungen, Eifersucht, Sehnsucht und eine tiefe Liebe. Sie redet nichts schön, zeigt aber nicht nur die dunklen Seiten, die die Krankheit für alle Beteiligten mit sich brachte. Schonungslos offen gewährt sie uns einen Einblick in ein Leben mit dem Rett Syndrom.

Es war interessant über das noch wenig bekannte Rett Syndrom zu lesen und welch unterschiedlichen Verlauf diese auf einem Gendefekt beruhende Krankheit nehmen kann. Welche Möglichkeiten es gibt und vor allem, was es bedeutet, die Krankheit und deren Ursachen, an denen ein geliebter Mensch leidet, benennen zu können. Wir können erspüren, wie tief es die Autorin berührt, uns an den kleinen Meilensteinen von Marion teilhaben zu lassen.
Ihre Sicht auf das Leben wurde durch ihre Schwester bereits in der Kindheit geprägt. Sie macht aber auch deutlich, dass sie selbst ohne Marion nicht zu dem Menschen geworden wäre, der sie heute ist.

Dies ist ein Buch, dass betroffenen Familien Hoffnung und Hilfe geben kann, aufklärt. Aber auch ein Buch, das uns einmal kurz innehalten und über das Glück in unserem Leben nachdenken lässt. Marion und Leslie zeigen uns, dass gerade die unscheinbaren kleinen Dinge, unseren Alltag bereichern und wichtig sein können.



Kimmy vergibt 5 von 5 Käseecken

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Gewinnspiel – Silvestercountdown mit Katja Peel/Cathey Peel

Zum Abschluss des Jahres habe ich noch etwas ganz tolles für euch. 
Dank der liebe Katja Piel gibt es ab heute ein Blitzgewinnspiel.
Gewinne noch schnell eine Goodiebag von Katja Piel/Cathey Peel. 

Was müsst ihr tun? 
– meine FB Seite liken Zwiebelchens Plauderecke
– auf meinem Blog kommentieren „Ich möchte die Goodiebag gewinnen“

Das Gewinnspiel läuft bis zum 31.12.2015 um 23.59 Uhr

Der Gewinner wird am 01.01.2016 ausgelost.

Natürlich freue ich mich auch, wenn ihr mir hier über die Blogseite folgen würdet.

Das notwendige Kleingedruckte:

  • Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung der Eltern.
  • Der Gewinner oder die Gewinnerin erklärt sich im Gewinnfall bereit, dass sein oder ihr Name öffentlich genannt wird. 
  • Für den Postversand wird keine Haftung übernommen.
  • Keine Barauszahlung möglich.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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