Buchiger Lesesommer in Bella Italia

Warum vergehen zwei Wochen Sommerurlaub nur immer so rasant?
Ihr kennt das sicher. Erst wartet man das ganze Jahr auf den Traumurlaub und dann ist er auch schon wieder vorbei. Doch die Erinnerungen bleiben und geben Kraft für das, was das weitere Jahr bringt.

Wir haben wundervolle erholsame Tage in einem festen Mobilhome auf einem Campingplatz in Grado, Italien verbracht.

Neben tollen Ausflügen nach Venedig und die nähere Umgebung hieß es in diesem Jahr einfach nur Akku auftanken, die Zeit mit der Familie am Strand genießen und natürlich jede Menge Muscheln sammeln.


Also, wer Ideen für schöne Basteleien kann mir gern ein paar Anleitungen schicken.

Meine Lieben haben mir auch ganz viel Freiraum zum Lesen eingeräumt und ich bin selbst etwas erschrocken darüber, wie viele Buchseiten ich in diesen Tagen verschlungen habe. Dabei hatte ich meine Büchertasche zwar gut bestückt, aber nicht im Traum daran gedacht, wirklich alle Bücher auch zu lesen. Ich wollte ursprünglich nur eine bunte Auswahl für alle möglichen Stimmungen mitnehmen.
Dieses Mal war es ein buntes Gemisch aus Buchgeschenken, selbst gekauften Büchern und Rezensionsexemplaren.

Da ich dummer Weise meine Post-it´s vergessen hatte, musste ich mir mit kleinen Notizzetteln aushelfen bzw. einfach nur das Lesen genießen. Jetzt heißt es Gedanken sammeln, verarbeiten und aufarbeiten.

Nebenbei habe ich mir auch einen großen Wunsch erfüllt und das Archäologiemuseum in Aquileia besucht.

Ich liebe Ausgrabungsstätten und Archäologie mit alle den noch ungeklärten Geheimnissen der Vergangenheit. Gerade in Aquileia gibt es ganz viel zu entdecken und momentan laufen an zwei weiteren Punkten neue Ausgrabungen. Allerdings kann man noch nicht wirklich etwas an den neuen Fundorten erkennen.

Aber ich habe auch wieder eine interessante Erkenntnis gewonnen.
Seit einiger Zeit lieben es die Kinder, Loombänder zu basteln und auch wir Erwachsenen haben unseren Spaß dabei. Dabei handelt es sich aber gar nicht um eine Erfindung unserer Neuzeit.
Nein, die alten Römer haben diese Flechttechnik bereits weit vor unserer Zeitrechnung angewandt.
Schaut mal.

So, jetzt gehe ich noch etwas Stöbern und schaue mal, was sich rundherum in den letzten beiden Wochen so ereignet hat.

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Rezension „Nur ein Tag: Teil 1“ von Gayle Forman – Fischer FJB

Broschiert: 432 Seiten

Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (22. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841421067
ISBN-13: 978-3841421067
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Just One Day
D: 14,99 Euro

Inhalt:

Der erste Teil des Roman-Duos NUR EIN TAG … UND EIN GANZES JAHR
der Bestseller-Autorin Gayle Forman.

Wenn du einem Menschen begegnet bist,
der dein Herz geöffnet hat, wirst du alles dafür tun,
ihn wiederzufinden.

Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer – überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Als freier, ungebundener Schauspieler ist er all das, was die 18jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihm nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Allyson erlebt einen Tag voller Abenteuer und Romantik, Freiheit und Nähe – bis Willem am nächsten Morgen nicht mehr da ist.

Ein überwältigendes Buch über Liebe, Identität und die Zufälle des Schicksals.

Er sieht mich an und ich spüre, wie ein Flattern meinen Körper erfasst. Werde ich das wirklich tun?
„Also? Was sagst du? Möchtest du für einen Tag nach Paris fahren?“
Das ist total verrückt. Ich kenne ihn nicht mal. Und ich könnte erwischt werden. Und wieviel kann man an einem Tag von Paris sehen? Es könnte in so vielerlei Hinsicht katastrophal schieflaufen. All das ist richtig. Ich weiß. Aber das ändert nichts daran, dass ich fahren möchte.
Anstatt nein zu sagen, probiere ich diesmal etwas anderes aus.
Ich sage ja.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Gayle Forman, geboren 1971, begann ihre journalistische Karriere beim ›Seventeen Magazine‹
und arbeitete dann für große Zeitschriften wie ›Cosmopolitan‹, ›Glamour‹ und ›Elle‹, bevor sie anfing, Romane
zu schreiben. Inzwischen hat sie etliche Bestseller veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York.

Quelle: Amazon

Rezension:

Kann ein Tag unser ganzes Leben, Fühlen und Denken verändern? Ein einzelner Moment, eine Begegnung unser weiteres Handeln bzw. unser Leben bestimmen? Würdet ihr für einen Tag etwas ganz verrücktes tun, etwas, dass ihr schon längst einmal unternehmen wolltet, euch aber nicht getraut habt?

Vielleicht gibt uns „Nur ein Tag“ die Möglichkeit einer Antwort. Auf jeden Fall nimmt uns das Buch mit auf eine Art Identitätssuche.

Allyson erlebt einen Sommer der Veränderungen – äußerlich und vor allem innerlich. Sie begegnet der großen Liebe ihres Lebens, verliert diese viel zu rasch und dabei fast sich selbst. Enttäuscht lässt sie sich hängen. Doch die Gedanken an Willem, ihre Gefühle verschwinden nicht einfach. Auf ihrer Suche nach ihm und Antworten, findet sie unvermutet eine große Stärke in sich selbst.

Zwischen Amerika, London, Paris und Holland begleiten wir Allyson auf ihrem Weg in die Welt der Erwachsenen und zu neuen Ufern. Sie lernt, sich im Alltag zu behaupten und Widrigkeiten zu trotzen.

Mit Willem begegnet ihr in London der totale Widerpart ihrer selbst. Selbstbewusst, widersprüchlich und geheimnisvoll weiß man als Leser nicht immer, wie man diesen jungen Mann einschätzen soll.

Die Schauplätze sind wunderbar gewählt. Shakespeare in einer Geschichte über Liebe ist wie das Tüpfelchen auf dem i. Dabei ist „Nur ein Tag“ keine oberflächliche leichte Liebesgeschichte. Nein, es steckt viel mehr zwischen den Zeilen.

Das Buch ist die Hälfte eines Ganzen, denn wir blicken auf die Ereignisse mit Allysons Augen, in denen sich ihre gesamte Gefühlswelt wiederspiegelt. Es wird erst vollkommen mit seinem Pardon „Und ein ganzes Jahr“, in dem das Geschehen aus Willems Blickwinkel beleuchtet wird.
Vielleicht finden wir dort auch Antworten auf offen gebliebene Fragen.

Der Handlungsverlauf überrascht mit unerwarteten Wendungen und einem zum Teil offenen Ende.
Gayle Forman hat eine vielschichtige interessante Geschichte geschaffen, deren Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten punkten.

Ich gebe zu, das Buch hat mich nicht sofort gepackt, aber nach und nach einen starken Sog entwickelt, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte.

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Rezension „Der Traum von Olympia – Die Geschichte von Samia Yusuf Omar“ Graphic Novel von Reinhard Kleist – Carlsen Verlag

Gebundene Ausgabe: 152 Seiten
Verlag: Carlsen (27. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551736391
ISBN-13: 978-3551736390
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
D: 17,90 Euro

Inhalt:

Dass Reinhard Kleist in der Lage ist, schwierigste historische Themen in einer Graphic Novel umzusetzen, hat er mit „Der Boxer“ bewiesen. Jetzt nimmt er ein aktuelles Thema anhand einer wahren Geschichte auf: Die Sprinterin Samia Yusuf Omar vertrat Somalia bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. In ihrer Heimat wurde sie jedoch von islamistischen Extremisten bedroht, die ablehnen, dass Frauen Sport treiben. In der Hoffnung, an der Olympiade in London teilnehmen zu können, versuchte sie die Flucht nach Europa. Samia Yusuf Omar ertrank 2012 im Alter von 21 Jahren vor der Küste Maltas im Mittelmeer.

Quelle: Amazon

Der Autor:

Geboren wurde Reinhard Kleist 1970 in der Nähe von Köln. Er studierte Grafik und Design in Münster und zog 1996 nach Berlin, wo er seitdem lebt und sich heute mit den Comic-Zeichnern Fil, Mawil, Andreas Michalke und Naomi Fearn ein Atelier teilt.
Er veröffentlichte zahlreiche Comics, unter anderem bei den Verlagen Ehapa, Landpresse, Reprodukt und Edition 52 und Carlsen. Neben seinen Comicarbeiten schuf Reinhard Kleist Illustrationen für Bücher von H.C. Artmann und J.G. Ballard und für Plattencover von Terrorgruppe und Bear Family Records. Darüber hinaus verschönerte er diverse Hausfassaden in Berlin und war als Artdirector für Trickfilme tätig.
Reinhard Kleist erhielt für seine Comics bereits mehrere Preise, darunter 1996 den Max-und-Moritz-Preis und 2007 den PENG-Preis sowie den Sondermann-Preis für „Cash – I see a darkness“
Sein Band „Cash – I see darkness“ wurde auf dem Internationalen Comic-Salon in Erlangen 2008 mit den Max-und-Moritz-Preis als Bester deutschsprachiger Comic ausgezeichnet.

(c) Reinhard Kleist

Rezension:



„Wenn man läuft das ist als ob man fliegt.
Man ist schneller als alle und keiner kann einen einholen, und dann kommt man zum Ziel und reißt die Arme nach oben und das ist wie…das Paradies.“

Samia wird dieses Paradies nie mehr erleben. 2012 verlor sich ihr junges Leben zwischen den Wellen des Meeres auf dem Weg in die Freiheit, als sie die Arme ihrem Lebenstraum entgegen streckte.

Wie Ihr vielleicht bereits mitbekommen habt, ist es in unserem Campus Libris nicht nur kuschelig. Nein, wir unternehmen auch ganz viel gemeinsam. Derzeit befinden sich mehrere gemeinsame Leseprojekte in der Planung und drei Wanderbücher ziehen von Zimmer zu Zimmer. Auf diesem Wege fand auch Samia aus Somalia zu mir. Ich möchte Euch dieses Buch heute ans Herz legen.

Samia und ihr Schicksal war mir zuvor nicht bekannt. Dabei stand diese starke junge Frau einmal für eine kurze Zeit im Focus der breiten Öffentlichkeit, als sie Somalia bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking vertreten durfte. Danach fiel sie in ein Loch des Vergessens.
Doch ihre Liebe zum Sport, ihr Ehrgeiz erneut bei Olympia 2012 anzutreten und allen ihr Können zu beweisen, waren ungebrochen. Sie wollte den Fängen des Militärregimes entfliehen, um sich ihren Traum zu erfüllen. Sie wünschte sich nichts mehr, als ein besseres, sicheres Leben für sich und ihre Familie. Sie wollte laufen und trainieren wie all die anderen Sportler, die sie in Peking hatte kennenlernen dürfen. In Somalia gab es für Samia keine Zukunftsperspektive.
Leider hat sie es nicht geschafft, ihr Ziel zu erreichen. Ihre Spur verliert sich auf einem kleinen Schlauchboot auf dem Weg in die Freiheit in den Tiefen des Meeres.

Seither sind mehrere Jahre vergangen und dennoch ist das Thema ihrer Flucht brandaktuell. Noch vor wenigen Monaten berichteten die Medien täglich über Flüchtlingsströme aus Syrien und anderen Teilen der Welt. Bilder der Schiffskatastrophen zierten die Titelseiten der Zeitungen und Fotos ertrunkener Menschen, darunter viele Kinder, bewegten die Gemüter.
Doch wo bleiben diese Stimmen heute? Noch immer sterben Männer, Frauen und Kinder auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Verfolgung. Die Sensationsgier und Medienpräsenz scheinen ausgelotet zu sein. Die Opfer sind namens- und gesichtslose Geister und finden nur noch am Rande Beachtung in der Öffentlichkeit. Vergessen geht schnell…
Natürlich gibt es noch immer viele hilfsbereite Menschen ringsherum, die ich an dieser Stelle nicht übergehen möchte. Aber es sind nicht genug.

Reinhardt Kleist verleiht mit seinem Buch Samia noch einmal ein Gesicht und eine Stimme. Sie ist nicht mehr nur ein Name unter vielen, sie wird real, greifbar. Beim Lesen entsteht eine persönliche Bindung zu dieser willensstarken jungen Frau, der sich der Leser nicht entziehen kann.
Seine schlichte und dennoch prägnante Darstellung der Fakten geht unter die Haut.
Die Wucht der Bilder und Texte erschüttert.

Das Medium Graphic Novel wird für mich immer mehr zu einem ausdrucksstarken Mittel, um ein großes Spektrum an Lesern auch an ernste politische Themen heranzuführen.

Samia ist kein Einzelschicksal, doch nun kennen wir das Gesicht hinter dem Namen, ihre Geschichte. Wir wissen um ihre Hoffnungen und Träume, die viel zu früh sterben mussten. Sie wird zu einer Persönlichkeit, so wie all die Menschen in den Flüchtlingsbooten keine breite Masse sind, sondern einzelne Individuen, Persönlichkeiten mit Gefühlen, Hoffnungen und Träumen.

Immer wieder fragt man sich „Wenn…warum…hätte…“ Die Ohnmacht, zu wissen was passieren wird und es nicht verhindern zu können, war groß.

Ich habe Samia in mein Herz geschlossen und werde sie nie vergessen. In meinen Gedanken lasse ich sie noch einmal laufen, fliegen und ihr Paradies erreichen…

Meine Campus Mitbewohner werden nach und nach ihre Gedanken zu Samias Geschichte niederschreiben. Die Links zu den einzelnen Beiträgen findet ihr hier. Ich werde die Liste immer aktuell halten. So erhaltet ihr ein sehr breitgefächertes Bild zum Buch und Samia.

Samias Geschichte bei:

Arndt auf Astrolibrium

Miri von Geschichtenwolke

Yvonne und Paulinchen von Lesende Samtpfote

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Rezension „Neugier des Herzens“ von Ester D. Jones – eBook

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 521 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 163 Seiten
Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B01FZDJIOK
D: 2,99 Euro

Inhalt:

Lady Victoria ist auf der Suche nach Freiheit und der Möglichkeit, ihren Wissensdurst zu stillen. Wissenschaft und Forschungen haben schon immer mehr ihr Interesse geweckt als Stickerei und Haushaltsführung. Für ihren Plan, sich von den Eheanbahnungsversuchen ihres Bruders zu befreien, braucht sie die Hilfe des Frauenhelden Lord Amsburgh. Eigentlich ist er nur Mittel zum Zweck. Eigentlich dürfte ihr Herz in diese Angelegenheit nicht involviert sein. Eigentlich.
Soll sie an ihren Zielen festhalten, obwohl ihr Herz etwas anderes verlangt?

Aus der „Drei einsame Herzen“-Reihe werden in den nächsten Monaten noch zwei weitere Teile erscheinen. In den nächsten beiden Kurzromanen machen sich Lady Heather, die Cousine von Lord Amsburgh, und Lady Samantha, die Schwester von Lady Victoria, auf die Suche nach ihrem Glück.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Ester D. Jones ist das Pseudonym der 1979 geborenen niederösterreichischen Autorin Bettina Kiraly. Ihre Texte beschäftigen sich mit der Frage, was Menschen dazu treibt, ihr Leben zu ändern oder ihr altes gar zurückzulassen. Im Mittelpunkt von Ester D. Jones‘ Geschichten stehen außergewöhnliche, starke Frauen.

Nähere Informationen und Leseproben finden Sie auf der Autorenhomepage esterjones.jimdo.com.
Ester D. Jones auf Facebook: www.facebook.com/esterdjonesautor

Unter dem Realname der Autorin Bettina Kiraly sind österreichische Romane erschienen.
Unter dem Pseudonym Betty Kay veröffentlicht sie besondere Geschichten mit Mystery-Anteil.

Quelle: Amazon

Rezension:

Bevor es bei mir wieder ernster wird, etwas Romantik für die Seele…
Lasst Euch mitnehmen auf eine Zeitreise nach England Mitte des 18. Jahrhunderts.

Ich liebe historische Romane und es dürfen gern auch einmal Liebesromane sein. Nur so zum Genießen und nicht nachdenken müssen. Viel zu selten komme ich allerdings momentan dazu, ein Buch dieser Art zur Hand zu nehmen. Da kam „Neugier des Herzens“ mit seinen ca. 163 Seiten genau zur richtigen Zeit bei mir hereingeflattert und bescherte mir eine schöne Lesezeit.

Ester D. Jones ist ein amüsanter und turbulenter Reihenauftakt gelungen. Die Zutaten Liebe, Romantik, Witz, Charme und ein wenig Erotik verpackt in eine Zeit, die zum Träumen einlädt, sind perfekt aufeinander abgestimmt. Der leichte flüssige Schreibstil lässt die Leser rasch in eine andere Welt abtauchen.
Die Protagonistin Victoria ist eine Rebellin ihrer Zeit und auf der Suche nach einem Ausweg aus dem konventionellen Korsett der Gesellschaftsnormen. Wer könnte da ein idealerer Verbündeter sein, als ein erfahrener Frauenheld mit gewissem Ruf wie Lord Amsburgh. Doch am Ende kommt alles anders als geplant.

Auch wenn die Storyline nicht neu ist, verspricht „Neugier des Herzens“ absolute Unterhaltung.

Wer Julia Quinn liebt, wird sich hier wohlfühlen.

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Rezension „Einmal hin und für immer“ von Sarah Morgan – MIRA Taschenbuch

Broschiert: 400 Seiten

Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (10. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956495675
ISBN-13: 978-3956495670
Originaltitel: First Time in Forever (Puffin Island 1)
D: 9,99 Euro
Bestellink:  Amazon




Inhalt:

Puffin Island vor der Küste Maines ist der perfekte Ort, um abzutauchen – und der denkbar schlechteste, wenn man sich wie Emily panisch vor dem Ozean fürchtet. Überall blaues Meer! Doch um ihre kleine Nichte vor dem Hollywood-Wahnsinn zu schützen, stellt sie sich ihrer größten Angst. Bald verfällt sie selbst dem Charme der Insel – sowie ihrer charismatischen Bewohner. Insbesondere dem Yachtclub-Besitzer Ryan Cooper. Ob er alle Frauen so verführerisch küsst, die einen Sommer hier verbringen? Eines weiß Emily bestimmt: Dieser Mann ist mit allen Wassern gewaschen …

„Mit ihrer neuen Serie beweist Sarah Morgan ihr großes Talent.“ Romantic Times Book Reviews

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Sarah Morgan startete ihre Karriere bereits als Kind – mit einer Biografie eines Hamsters. Als Erwachsene arbeitete sie zunächst als Krankenschwester, bis sie nach der Geburt ihres ersten Kindes die Schriftstellerei erneut für sich entdeckte. Zum Glück! Ihre humorvollen Romances wurden weltweit mehr als 11 Millionen Mal verkauft. Die preisgekrönte Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von London.

Quelle: Amazon

Rezension:

Heute möchte ich Euch mit nach Puffin Island nehmen. Eine kleine beschauliche Insel vor der Küste Maines mit wenigen Einwohnern, die Euch dafür umso herzlicher empfangen werden.
Sarah Morgan hat mit „Einmal hin und für immer“ erneut einen wundervollen berührenden Serienauftakt geschaffen. Ein wenig habe ich mich ja in diesen Ort und die Menschen dort verliebt.

Einigen sind Sarah Morgans Romane sicher aus der Reihe rund um das Ferienresort Snow Crystel bekannt. Auch dort habe ich mich sehr heimisch gefühlt. Eine Rezension könnt ihr hier finden: Winterzauber wider Willen

Auf Puffin Island dreht sich alles um Freundschaft, Zusammenhalt und natürlich alles gewürzt mit einer Prise Liebe. Dabei umrahmt die Liebesgeschichte nur die Rahmenhandlung und steht nicht direkt im Mittelpunkt. Gerade das macht auch den Charme des Buches aus.

Emilys Leben gerät von einem Tag auf den anderen aus den Fugen und plötzlich ist sie für das Wohlergehen ihrer kleinen Nichte verantwortlich. Dabei hat sie immer versucht, allzu engen Bindungen und Kindern im Besonderen aus dem Weg zu gehen. Gefangen in Schuldgefühlen und der Angst vor Verlusten, gibt es eigentlich nur ihre beiden Freundinnen, denen sie sich in den vergangenen Jahren ein wenig geöffnet hat.
Auf Puffin Island muss sie sich ihrer Vergangenheit und ihren Ängsten stellen. Dabei erhält sie unerwartete und anfangs ungewollte Unterstützung von Ryan Cooper. Letztendlich findet Emily Halt bei den Bewohnern des Islands und einen neuen Sinn im Leben.

Neben den beiden Hauptprotagonisten finden eine große Anzahl liebevoll gestalteter Nebencharaktere einen wichtigen Platz in der Geschichte. So fügen sich viele kleine Begebenheiten zu einem großen Ganzen und runden das Buch in sich stimmig ab. Am Ende wünscht man sich als Leser selbst für einen Sommerurlaub nach Puffin Island. Ich hoffe, auch der ein oder andere von Euch wird dem Inselzauber erliegen.

„Einmal hin und für immer“ ist eine charmante warmherzige Sommerlektüre, die Hunger auf mehr macht. Ich freue mich schon auf das nächste Buch dieser Reihe.

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Rezension „Drei Steine“ Graphic Novel von Nils Oskamp – Panini Verlag

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Panini; Auflage: 1 (27. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 395798646X
ISBN-13: 978-3957986467
D: 19,99 Euro

Inhalt:

Nils wächst in den achtziger Jahren in Dortmund-Dorstfeld auf. Weil er sich nicht seinen Mitschülern anschließt, die behaupten, der Holocaust sei eine einzige Lüge gewesen, stellen sie sich gegen ihn. Als Schüler kämpft er um sein Überleben, ohne dabei selbst zum Täter zu werden. Die Neonazis, in deren Visier er als Jugendlicher geriet, waren non den „Alten Kameraden“ geworben worden und machen mit dem rechtsextremen
Terror, den sie verbreiten, heute noch Schlagzeilen. Drei Steine erzählt die autobiografische Geschichte von Nils Oskamp. Unterstützt von der Amadeu Antonio Stiftung erschien der Band bereits als gekürzte Schulbuchversion. Erweitert und überarbeitet mit ausführlichem Doku-Teil von Nils Reise nach Yad Vashem in Israel kommt der Band nun auch bei Panini!

Quelle: Amazon

Der Autor:

Nils Oskamp, 1969 in Bochum geboren, wächst in Dortmund auf. Mit neun Jahren will er, nach einer Überdosis Asterix, Comiczeichner werden. Mit 15 hat er seinen ersten Auftrag als Zeichner. Seit 1999 nimmt er regelmäßig an dem deutsch-französischen Comic-Seminar Erlangen teil. Seit 2006 ist er Gastkünstler im französischen Atelier Sanzot, dem heutigen Atelier du Marquis.

Quelle: Amazon

Rezension:

Wer von uns hat es als Kind nicht geliebt, sich mit seinen Comic-Helden ins Abenteuer zu stürzen. Manche haben sich diese Liebe erhalten, andere an ihre Kinder weitergegeben.

Doch eignet sich diese Art der Literatur auch für ernstere tiefgründigere Themen? 
Ich bin gerade dabei Graphic Novels zu entdecken. Sie sind für mich auf dem Weg, den Buchmarkt auch im Bereich ernsterer, nachdenklicherer Themengebiete zu erobern und Einzug in die Bücherregale jugendlicher Leser zu halten. Warum also nicht diesen Trend nutzen. Nicht jeden erreichen wir mit seitenlangen Abhandlungen. Jugendliche mit ernsten Problemen und aktuellen Ereignissen zu konfrontieren ist nicht immer einfach. Ein Comic bzw. eine Graphic Novel empfinde ich an dieser Stelle als ein sehr gutes Bindeglied, um Leser zu gewinnen und Jugendlichen die Auseinandersetzung bzw. Identifizierung mit ernsteren Themen zu ermöglichen. 
Gerade in „Drei Steine“ wirken Sprache und visuelle Inhaltsvermittlung gemeinsam, intensivieren sich gegenseitig und wecken das Interesse. Den visuellen Einfluss solltet ihr nicht unterschätzen. Bild und Sprache entwickeln eine Eigendynamik und Nachhaltigkeit, die man in langer Textform nur schwer erreicht.
Nils Oskamp hält die Bilder der Gegenwart, in der er seinem Sohn von seiner Jugend erzählt, in sepiafarbenen warmen Tönen. Ich habe hier die Liebe und Zufriedenheit spüren können. 
Dagegen erleben wir seine Vergangenheit in kühlen Grautönen. Die Bilder sind enorm ausdrucksstark und übermitteln eine eindeutige Botschaft. Ohne den Text zu lesen, kann jeder den tieferen Sinn verstehen. Die Texte sind klar und prägnant. Sie zielen auf das Wesentliche ab und bleiben so nachhaltig im Gedächtnis haften.
„Drei Steine“ zeigt einen jungen Mann an der Schwelle zum Erwachsenen, der den Mut hatte, zu seinen Überzeugungen zu stehen und diesen mit Worten Ausdruck zu verleihen. Als er hilflos einer Übermacht gegenübersteht, findet er sich mit seinen Problemen allein. Ohne die Unterstützung seiner Familie, Freunde, Lehrer oder den Behörden schafft er es, sich zu behaupten. Es ist eine wahre Lebensgeschichte und wirkt aus diesem Grund nachhaltiger als eine fiktive Erzählung.
Nils Oskamp wurde von denen, die ihm Schutz und Hilfe bieten sollten abgewiesen und kritisiert. Doch es sollte auch der Beginn einer lebenslangen tiefen Freundschaft werden, denn eine Person gab es, die ihm beistand und den notwendigen Halt gab – Tom. Nur er hatte, obwohl selbst kaum älter, den Mut und die Weitsicht, 
Manch anderer wäre an diesen Erlebnissen zerbrochen oder hätte den einfachen Weg gewählt. So aber nicht Nils Oskamp. Er hat für sich und seine Überzeugung gekämpft, sich ein normale Leben aufgebaut. 
Selbst als sein Leben in Gefahr gerät, leugnen die Erwachsenen seiner Umgebung die Tatsachen bzw. verschließen davor die Augen. Und genau diese Vogel-Strauß-Politik gibt den neonazistischen Gruppierungen, der rechten Gewalt ihren Auftrieb. Im Buch erfahren wir sehr viel über deren Vorgehensweise, die Entwicklung der vergangenen Jahre sowie Hintermänner der verschiedenen Gruppen.
Rechtsradikalismus finden wir heute überall und in allen Gesellschaftsschichten. 
Den Holocaust, trotz nicht widerlegbarer Beweise zu leugnen, ist eine Standarte dieser ideologischen Ausrichtung. Durch das Internet und den technischen Fortschritt ist eine Verbreitung der nazistischen Denkweise weitläufiger und raffinierter geworden. Umso wichtiger sind Bücher wie „Drei Steine“, die Aufrütteln, einen Denkanstoß geben und Konsequenzen aufzeigen. 
In meinem Leben sehe die drei Steine als meine persönlichen Eckpfeiler – Familie, Freunde und Schule/Beruf. Fehlt nur ein Stein oder geht verloren, fehlt eine Stütze im Leben. Alles gerät ins Ungleichgewicht. Nach welcher Seite man kippt, hängt von vielen Faktoren ab. 
Nils retten die Steine selbst das Leben und seine Seele und er findet in Tom einen wahren Freund. 
Nils hat sich für den richtigen Weg entschieden und die brüchigen Pfeiler seines Lebens neu gefestigt bzw. aufgebaut. Nicht jeder hat die innere Stärke oder trifft den richtigen Menschen, um dies zu schaffen. Hier kann das Buch einen Weg aufzeigen und Mut geben.
Mir liegt die Schulausgabe von „Drei Steine“ mit 94 Seiten vor, die neben dem 160-seiten Hardcover erschienen ist. Ich hoffe, dass es viele Lehrer und Schulen gibt, die das Buch in den Lehrplan aufnehmen. 
Unterstützt wird dies auch durch die Amadeu Antonio Stiftung über deren Website ein umfangreiches Unterrichtsmaterial für Schulen und Lehrer kostenlos erhältlich ist.
Eine modernere Form von Geschichtsbewältigung, Politikverständnis und Leseanimation findet sich derzeit nicht. Natürlich ist anschließen die Diskussion über das Gelesene wichtig, der Austausch von Meinungen und auch Erfahrungen. Viele Jugendliche brauchen eine Anlaufstelle außerhalb der Familie, um Probleme klären und Fragen stellen zu können.

Weitere Gedanken und Informationen zu dieser Graphic Novel findet ihr auch bei Arndt und Ronja, die mir ein paar Schritte voraus, den Weg zeigten.

Drei Steine bei Arndt auf Astrolibrium

Drei Steine bei Ronja von Bücherstöberecke

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Rezension „Das ABC auf Afrikanisch“ von Heidy Dennis – Books on Demand

Taschenbuch: 328 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (27. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734783461
ISBN-13: 978-3734783463
D: 19,99 Euro

Inhalt:

In „Das ABC auf Afrikanisch“ erzählt die gebürtige Schweizerin Heidy Dennis-Schneider von zwanzig erlebnisreichen Jahren als Lehrerin und Missionarsgattin in Nigeria. Sie entführt in eine Welt, die fremd und oftmals unverständlich erscheint. Mit viel Charme und Witz blickt sie zurück auf einige Gegebenheiten, die sie den Kopf schütteln liessen, aber dennoch wertvolle Dinge fürs Leben gelehrt haben.
Ihre Geschichtensammlung berührt und regt zum Nachdenken an, hinterlässt beim Leser aber zum Ende stets ein Lächeln.
Die Reise in eine vergangene Zeit und eine ferne Welt, auf die Heidy Dennis ihre Leser mitnimmt, wird an niemandem spurlos vorbeigehen!

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Heidy Dennis-Schneider wurde 1925 in Basel geboren, wo sie auch aufwuchs und ihre Jugend verbrachte. In ihrer Heimatstadt schloss sie die Handelsschule ab, bevor sie in Ohio am Otterbein-College ihren Bachelor abschloss. Von 1950 bis 1970 war sie als Lehrerin an verschiedenen Standorten in Nigera beschäftigt. Sie gehört zu den Begründerinnen eines Leseprogramms für erwachsene Analphabeten, das im gesamten nigerianischen Missionsgebiet der evangelisch-methodistischen Kirche verbreitet wurde. Zurück in der Schweiz erwarb sie das Lehrerpatent für Religionsunterricht in öffentlichen Schulen des Kantons St.Gallen. Ein Theologie-Studium für Späteinsteiger an der Emory-Universität, Atlanta, vervollständigte ihre Ausbildung, auf die sie ihr Leben lang grossen Wert legte. Privat fand sie ihr Glück mit Gatte Duane und ihren beiden Söhnen Peter Randa (1959-1986) und Markus Duane (1968-2012). Seit dem Jahr 2000 ist sie mit ihrem Mann wieder in Basel, ihrer Heimatstadt wohnhaft. Das Bild zeigt sie mit Peter, zwei alten Mumuye-Freunden und dem für sie so typischen, herzlichen Lachen, das sie auch in dunklen Stunden noch zu verschenken vermochte.

Quelle: Amazon

Rezension:

Das Buch entführt uns in eine andere Zeit und Kultur. Mittlerweile sind 46 Jahre verstrichen. Beim Lesen muss man daher immer berücksichtigen, dass sich das Gesellschaftsbild in Afrika und auch bei uns in Europa gewandelt hat.

Den Leser erwartet ein interessanter Einblick in die Lebensphilosophie der Einwohner Nigerias.
So erfolgt z. B. die familiäre Bindung und Eingliederung von Kindern erst ab einem Alter von ca. 3 Jahren. Auch bekommen sie erst dann einen Namen. Eine solche Handlungsweise mag uns gefühllos vorkommen, doch dient sie den Eltern als eine Art Schutz vor dem Schmerz des Verlustes, da die Säuglingssterblichkeit sehr hoch ist. Das Leben bzw. Überleben der Menschen in Nigeria ist hart und sie müssen den Naturgewalten mit einfachsten Mitteln trotzen. So erscheinen uns viele Handlungsweisen recht pragmatisch, dienen aber in diesem Land der Existenzsicherung.

Im Hinblick auf die herrschenden hygienischen Zustände und allgemeinen Standards war die
Umstellung ihres Lebens nicht einfach für die Autorin. Neben
Verständigungsproblemen gab es viele Diskrepanzen zwischen ihrem
gewohnten Leben und den Ansichten der hier lebenden Bevölkerung.
Dennoch hat sie ihr Leben darauf ausgerichtet, den Familien in den einzelnen Dörfern mit ihrer Missionarsarbeit ein wenig Fortschritt, Bildung  und Erleichterung des Alltags nahezubringen.
Sie zeigt uns Lesern, wie wissbegierig die Kinder, aber auch Erwachsenen dieses Landes sind. Sie haben den Willen zum Lernen und verweigern sich nicht dem Fortschritt, solange sie es für sich für sinnvoll halten. Sie folgen einer eigenen Logik. Gerade diesen Blick fand ich interessant.

Untermalt werden die einzelnen Kapitel und Ereignisse von sehr schönen privaten Fotografien aus dem Archiv von Heidy Dennis. Visuell erhält man dadurch einen sehr guten Eindruck von ihren Erlebnissen.
Leider blieben die Schilderungen selbst recht distanziert und klinisch. Eine gefühlsmäßige Annäherung an Mensch und Land war nur gering spürbar. Mann und Kinder der Autorin bleiben farblose Randfiguren im Geschehen, dabei wäre es interessant gewesen zu erfahren, wie man als Familie zwischen den Kulturen zurechtkam.

Ich selbst, bin mit diesem Buch nicht warm geworden und benötigte mehrere Anläufe, um es zu beenden, da es mich nicht wirklich beeindrucken und in seinen Lesefluss ziehen konnte.
Auch würde ich „Das ABC auf Afrikanisch“ vom Schreibstil eher in die Kategorie Sachbuch einordnen. Es zeugt von Intelligenz und großem Wissen. Heidy Dennis hat sicher einen großen Schatz an Erlebnissen, die es festzuhalten gilt, aber als Autobiografie ist mir das Buch leider zu seelenlos. Mir fehlt die gefühlte Liebe zu diesem Land, den Menschen und der dort geleisteten Arbeit. Man erhält den Eindruck, dass es sich eben nur um die Erfüllung einer gestellten Aufgabe handelt, die man abgearbeitet hat.

Das Buch gibt sehr viel Stoff zum Nachdenken mit auf den Weg, hätte mir aber in einer emphatischeren Umsetzung eher gefallen.

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Rezension „Liebe ist was für Idioten wie mich“ von Sabine Schoder – FISCHER KJB

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 2 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3733501519
ISBN-13: 978-3733501518
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
D: 12,99 Euro

Inhalt:

Eine Liebesgeschichte, so echt, dass sie weh tut – und so berauschend, dass sie süchtig macht

Optimistisch gesehen ist Vikis Leben eine Vollkatastrophe. Da kann man schon mal aus Frust ein paar Tüten zu viel rauchen. Da kann es auch passieren, dass man nach einem Konzert mit dem Sänger der Band im Bett landet, obwohl man den eigentlich total bescheuert findet.

Wirklich.
Kein großes Ding.
So was passiert.
Aber ausgerechnet ihr?
Nein!
Ganz.
Sicher.
Nicht.

Oder vielleicht doch?

Quelle: Amazon

Die Autorin:

SABINE SCHODER, Jahrgang 1982, hat Graphikdesign in Wien studiert und einige Partys in dunklen Bars gefeiert. Ob sie ihren Jay Feretty dort gefunden hat, bleibt ein Geheimnis. Heute lebt sie fernab vom Großstadttrubel in Vorarlberg. ›Liebe ist was für Idioten. Wie mich.‹ ist ihr Debüt.

Quelle: Amazon

Rezension:

Durch Zufall flatterte mir das Buch vor einer Weile in die Hände. Geliebäugelt hatte ich ja schon vorher damit, da mich die bunte Covergestaltung und der Titel magisch anzogen. Jedoch ist es immer so eine Sache, wenn Bücher hochgelobt werden. Entweder es ist für dich als Leser wirklich der absolute Volltreffer oder du gehst enttäuscht aus der Lesepause heraus. Sicher sind die gesetzten Erwartungen an solch ein Buch auch immer ein weniger höher, als bei anderen. Bei „Liebe ist was für Idioten wie mich“ könnt ihr eure Erwartungen ruhigen Gewissens hoch ansetzen.

Der Klappentext vermittelt erst einmal den Eindruck, hier eine luftig leichte Liebesgeschichte mit ein paar Verwicklungen und den obligatorischen Liebeskummer vor sich liegen zu haben. Eine Story also zum Abschalten und Genießen. Anfangs scheint dieses Klischee auch voll bedient zu werden. Doch bereits nach wenigen Seiten verändert sich das Geschehen, der Leser wird in eine berührende realistisch anmutende Geschichte gerissen und kann sich den Emotionen in ihrer Tiefe nicht entziehen. Liebenswerte Charaktere, ein flüssiger Schreibstil und eine Handlung, bei der du dich gern mit auf die Reise nehmen lässt, runden diese Geschichte perfekt ab.

Der Tod der Mutter hat Vikis Vater zum Alkoholiker werden lassen. Die Beziehung der beiden ist aufgrund der gewalttätigen Tendenzen ihres Vaters eigentlich keine mehr. Als ihre Freunde sie nun zur Feier ihres Geburtstages in eine Bar einladen und es als Geschenk ein wenig Gras dazu gibt, gerät Viki kurzzeitig komplett aus der Spur. Eigentlich kann sie Jay Feretti, den arroganten Sänger der gerade auftretenden Band, überhaupt nicht leiden. Eher bemitleidet sie die Groupies, die ständig an ihm zu hängen scheinen. Doch an diesem Abend ist alles anderes und Viki erwacht am nächsten Morgen neben ihrem Hassobjekt…
Viki ist wütend auf sich, auf ihre Freunde, das Gras und natürlich auf Jay. Als dieser sich jedoch am nächsten Tag bei ihr meldet, ist dies der Beginn einer zarten Liebe, die beinahe an den Geheimnissen, die zwischen ihnen stehen, zu zerbrechen droht.

Ich habe mit den beiden Protagonisten gelacht, war fasziniert, habe gehofft, gebangt und gelitten. Sie haben sich nach und nach in mein Herz geschlichen und wurden fast so etwas wie liebe Freunde.

Ein sehr authentisches gefühlvolles Buchdebüt. Lasst euch vom Strudel der Emotionen mitreißen.

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Rezension „Mein Herz wird Dich finden“ von Jessi Kirby – FISCHER Sauerländer

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (25. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Anne Brauner
ISBN-10: 3737353522
ISBN-13: 978-3737353526
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Things We Know by Heart

D: 16,99 Euro

Inhalt:

Eine Liebe, die tragisch endet.
Eine neue Liebe, die tragisch beginnt.
Ein Herz, das nicht aufhört zu lieben.
Und am Ende der Tränen: das Glück.

400 Tage ist es her.
Vor 400 Tagen ist Mias große Liebe bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Vor 400 Tagen hat Noah eine zweite Lebenschance bekommen.
Als sie einander begegnen, spüren sie beide sofort, dass sie zusammen gehören.

Doch nur Mia weiß, dass Noah ihr niemals begegnen wollte. Dass sie gegen seinen ausdrücklichen Willen gehandelt hat, als sie sich auf die Suche nach ihm gemacht hat. Dass Noah niemals wissen wollte, wer vor 400 Tagen ums Leben gekommen ist. Weil es irgendwie nicht richtig ist, dass er weiterleben darf – nur weil jemand anderes gestorben ist.

Doch für Mia ist es, als wäre die Welt plötzlich wieder in Ordnung. Als wäre das Leben wieder bunt und schön. Und als hätte sie Noah nicht verschwiegen, dass sie einander nur begegnet sind, weil sie wissen wollte, wer der Mensch ist, der das Spenderherz ihres Freundes bekommen hat. Doch wie glücklich darf sie nach Jacobs Tod eigentlich sein? Und wann wird aus Schweigen … Verrat?

Mia muss Noah erzählen, wer sie ist. Aber was bedroht ihre Liebe mehr? Eine Lüge – oder die Wahrheit?

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Jessi Kirby ist, genau wie Mia, eine leidenschaftliche Läuferin, und ihr Herz schlägt für ihre Familie und das Meer. Sie hat die Liebe ihres Lebens gefunden – und geheiratet. Mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt sie in Orange County, Kalifornien, USA.

Quelle: Amazon

Rezension:


Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, fällt es schwer loszulassen, das eigene Leben neu zu ordnen und weiterzuführen. Und ewig umkreist uns die eine Frage, die niemand beantworten kann: 

„Warum?“ 

Wir möchten am Rad des Schicksals drehen und ungeschehen machen, was passiert ist.

Mia ergeht es da nicht anders. Von einem Moment auf den anderen verliert sie die Liebe ihres Lebens. Doch es gibt einen Unterschied und hier beginnt die eigentliche Geschichte. Jacob ist nicht wirklich verschwunden und lebt in mehreren Menschen weiter, die dank seiner Organspende weiterleben oder ein besseres Leben leben können. Jessi Kirby spricht das sensible Thema Organspende auf eine sehr eindringliche, aber nicht aufdringliche Art an. Sie bewegt dazu, darüber nachzudenken. 

Ich gebe zu, ich stehe der Thematik auch ein wenig Zwiespältig gegenüber. Die erreichten „Wunder“ und „geschenkten Leben“ und das entstehende Glück berühren. Doch auf der anderen Seite stehen noch immer die Bedenken, ob ein Leben hierfür nicht zu früh aufgegeben wird… 
Ich bin mit mir an dieser Stelle bisher nicht im Reinen, da Herz und Verstand noch nicht auf einer Ebene miteinander agieren.

Im Fall von Mias Geschichte, wurde Jacob mit seinem frühen Tod allerdings zum Lebensretter und Mia muss sich in einem Leben ohne ihre erste große Liebe zurechtfinden. Eine Art Therapie stellen für sie die Begegnungen mit den Empfängern der Spenderorgane dar. Oder ist es eher eine Selbstgeiselung und die einzige Möglichkeit für sie Jacob festzuhalten, einen Funken von ihm in diesen Menschen wiederzufinden?
Nur einer, der für sie wichtigste, meldet sich nicht. Jacobs Herz schlägt im Körper eines jungen Mannes weiter…

Auch Noah hat seine Probleme mit dem „geschenkten“ Leben. Immerhin musste erst ein anderer Mensch sterben, damit er gesund weiterleben darf. Dieses „Geschenk“ birgt nicht nur die Hoffnung auf ein langes Leben und die Möglichkeit die Welt zu entdecken. Nein, es ist für ihn auch eine Bürde, eine Verantwortung, der sich nicht immer gewachsen fühlt.

Das Herz steht für all unsere Gefühle, für die Liebe, die wir für andere empfinden. Besitzt unser Herz eine Art Gedächtnis? Speichert es Erinnerungen, die Gefühle beeinflussen können?

Mias Begegnung mit Noah zeigt einfühlsam, in welchem Zwiespalt beide stecken. Ihre Beziehung wird von Geheimnissen überschattet und beide müssen über ihre Schatten springen, neu Vertrauen fassen und den Mut zu einem Neuanfang finden.

Das Buch dringt nicht zu weit in die Tiefe, um für jugendliche Leser den Lesegenuss zu bewahren, gibt aber die ersten Denkanstöße, um sich mit dem Thema Organspende zu beschäftigen. Manche Lösungen erscheinen mir für das wahre Leben recht simpel gewählt. Hierhätte ich mir ein wenig mehr Mut in der Umsetzung gewünscht hätte. 
„Mein Herz wird dich finden“ zeigt, wie wundervoll das Leben sein kann, dass wir auch in dunklen Zeiten nach vorn blicken müssen. Es gibt noch so vieles, für das es sich zu leben lohnt. Manchmal kommt das Glück ganz unverhofft zurück.

Einen kleinen Kritikpunkt muss ich noch nachschieben. Dieser hat mit der Geschichte selbst oder der Autorin nichts zu tun.

Im Nachhinein habe ich mitbekommen, dass die Namen der Protagonisten, z. B. von Noah, der in der Originalfassung Colton (Colt) heißt, geändert wurden. Ich finde dies schade, denn so kommen rasch Unstimmigkeiten in der Handlung bzw. Übersetzung auf. An einer Stelle im Buch wird Noah mit seinem Spitznamen als Colt angesprochen. Es passiert nur ein einziges Mal und eine weitere Erklärung für diese Namensgebung erfolgt nicht. Störend wirkt sich das zwar nicht direkt aus, doch genau über diese Stelle bin ich gestolpert. Leider ist diese Vorgehensweise kein Einzelfall in der Buchbranche.

Liebe Verlage habt bitte mehr Vertrauen in uns Leser. Ihr müsst die Namen nicht nach Gefallen bzw. Mode ändern. Ich finde die Namen der Originalfassung interessant und mir hätte das Buch auch so gefallen. Ich mache eine gute Story nicht an den Namen der handelnden Personen fest. Mich müssen der Plot und die Umsetzung überzeugen. Genau das hat Jessi Kirby auch geschafft.

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Rezension „Remember Mia“ von Alexandra Burt – dtv Verlag

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (22. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423261013
ISBN-13: 978-3423261012
Originaltitel: REMEMBER MIA
D: 14,90 Euro

Inhalt:

Eine junge Mutter kämpft darum, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen – während die Welt sie für die Mörderin ihres Kindes hält.

Nach einem Autounfall erwacht Estelle Paradise im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Man hat sie in einer tiefen Schlucht aus dem Wrack ihres Wagens geborgen – schwer verletzt. Doch nicht alle Verletzungen stammen von dem Unfall: Es hat auch jemand auf Estelle geschossen. Wer? Nur sehr langsam dringt die wichtigste Frage in ihr Bewusstsein: Wo ist Mia, ihre sieben Monate alte Tochter? Sie war nicht mit im Unfallwagen. In einem schmerzlichen Prozess kehrt Estelles Erinnerungsvermögen zurück: Mia war schon drei Tage vor dem Unfall aus ihrem Apartment in New York verschwunden. Und Estelle wird auf einmal vom Opfer zur Hauptverdächtigen.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Alexandra Burt ist in Fulda geboren und zog nach einem Studium der Betriebswirtschaft in die USA. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Texas und schreibt auf Englisch. Dies ist ihr erster Roman.

Mehr zur Autorin unter www.alexandraburt.com.

Quelle: dtv-Verlag

Rezension:

Ein schlichtes schwarze Cover und eine geheimnisvolle Geschichte, nehmen uns in „Remember Mia“ mit auf die Suche nach der Wahrheit. Ein einzelner Schmetterling zeigt die Machtlosigkeit, in der die Protagonisten anfangs verharren, die Zartheit und Hilflosigkeit, die das Baby Mia umgeben.

Die Ereignisse werden aus der Sicht der Hauptprotagonistin Estelle erzählt. Gemeinsam mit ihr erleben wir die Vergangenheit noch einmal und setzen ihr Leben, wie es vor dem Unfall war, Puzzleteil für Puzzleteil zusammen. Wir fühlen ihre Ängste, Zweifel und die immense Schuld, die sie immer wieder verspürt.

Doch was passierte wirklich? Wie kann ein Baby aus einer abgeschlossenen Wohnung samt Kleidung und Spielzeug verschwinden? Existierte Mia überhaupt oder ist sie das Hirngespinst einer traumatisierten Seele, eine Wunschvorstellung? Welche Rolle spielt Stellas Mann Jack?
Jeder ist verdächtig. Doch was geschah wirklich?

Alexandra Burt bietet einen großen Spielraum für Spekulationen und Gedankenspiele. Mit jedem Erinnerungsfetzen ihrer Hauptprotagonistin verschiebt sich das gewonnene Bild für den Leser und macht Platz für einen neuen imaginären Handlungsablauf.

Dabei gibt sie an einer Stelle relativ am Anfang der Geschichte einen winzigen Hinweis, bei dem ich kurz gestutzt, ihn dann aber – wie sicher fast jeder Leser – recht schnell ausgeblendet habe. Im Nachhinein wurde mir die Bedeutung dieses kurzen Momentes erst bewusst. Diese unscheinbare Szene fügt letztendlich die Handlungsstränge wieder zusammen.

Stella ist eine Protagonistin, die man einerseits gern haben muss, andererseits nicht immer versteht. Ihre empathischen Gefühlsdefizite treten auch später noch sehr deutlich zutage.
Bei Jack verhält es sich anders. Trotz einiger guter Seiten ist er für mich kein Sympathieträger. Er ist der absolute Erfolgsmensch, der Schwächen bei anderen nicht eingestehen bzw. akzeptieren kann, seine eigenen aber gern unter den Tisch kehrt. Seine halbherzige Hilfe kommt in Estelles Situation zu spät. Einzig seine Entscheidung, sie in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen, stellt sich am Ende als der Rettungsanker heraus, den unsere Protagonistin brauchte. Jedoch geschah dies nicht aus Liebe und Mitgefühl, sondern eher aus Eigennutz und Blick auf eine angestrebte Karriere.

Selbst als so gut wie alle Knoten der Geschichte entworren sind, reißt die Spannung nicht ab. Stella zeigt sich zäher und entschlossener, als es anfangs den Anschein hatte.
Dennoch erwartet uns kein heiter Sonnenscheinende und genau aus diesem Grund hat mir der Abschluss gefallen.

Mit „Remember Mia“ erwartet den Leser ein psychologisch spannender und gut durchdachter Thriller. Dabei verzichtet die Autorin auf blutige verstörende Szenen und entfacht dennoch ein Kopfkino, wie ich es lange nicht mehr beim lesen eines Thrillers erlebte.

Wir werden mit alltäglichen Versagensängsten und unseren Schwächen konfrontiert, finden aber tief verborgen auch unerwartete Stärken. Gerade die Mütter unter den Lesern dieses Buches möchte ich „warnen“ – es schickt euch auf eine Gefühlsachterbahn, die niemanden unberührt lässt.

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