Rezension „Unter schwarzen Federn“ von Sabrina Schuh – #Märchenspinnerei

Taschenbuch: 312 Seiten

Verlag: Nova MD; Auflage: 1. Auflage 2018 (13. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3961117012
ISBN-13: 978-3961117017
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
D: 9,99 Euro

Inhalt:

Eine schnatternde Meute Teenager
Eine unscheinbare Außenseiterin
Eine Verwandlung unter Tränen

Fee’s Leben ist die Hölle. Auch der Wechsel an die neue Schule bringt keine neuen Chancen, sondern nur Psychoterror und Ausgrenzung. Eines Tages spitzen sich die Dinge so zu, dass Fee nur noch einen Ausweg sieht; und der ist endgültig. Statt sie jedoch von ihrem Leben zu erlösen, bringt der von Markus vereitelte Selbstmordversuch sie in die Therapie. Wird sie es mit seiner Hilfe schaffen, ihren Lebensmut wiederzufinden oder wurde sie bereits zu tief verletzt?

In „Unter schwarzen Federn“ spinnt Autorin Sabrina Schuh mit den Elementen von Andersens hässlichem Entlein eine düster-romantische Geschichte über Ausgrenzung, Todeswünsche und den schweren Weg eines jungen Mädchens, auf der Suche nach ihrem wahren Selbst.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Sabrina Schuh wurde 1987 geboren und gehört damit zu Generation Y – der Generation der Möglichkeiten! Von diesen hat sie gleich eine ganze Handvoll ergriffen. So ist sie nicht nur Fachfrau für das Vermarkten von Büchern und Lektorin diverser Titel, sondern schreibt auch selbst.
Bereits in den letzten Jahren hat sie unter verschiedenen Namen Beiträge in einigen Anthologien und einer Hörbuchapp veröffentlicht. Nun wagt sie 2018 mit der Märchenspinnerei den Schritt Richtung Romanveröffentlichung.
Mit Mann, Kind und Hund lebt sie im schönen Frankenland. Wenn sie sich nicht gerade beruflich mit Büchern befasst, findet man sie im Schwimmbad … Oder sie liest zum Vergnügen.

Quelle: Amazon

Rezension:


Wir werben immer für Offenheit, Kreativität und die Entwicklung von eigenen Persönlichkeiten.
Dennoch erwarten die Menschen, dass man sich anpasst und in der breiten Masse mitschwimmt. Anders zu sein bedeutet oftmals Ausgrenzung oder derjenige muss so stark und gefestigt sein, um Anfeindungen unbeschadet standhalten zu können.

Fee ist anders. Unsicher, mit einem weichen Herzen steht sie ganz für sich allein auf der Welt. Ihr Elternhaus ist lieblos und sie kann den Ansprüchen ihrer Eltern nicht genügen. Sie findet hier weder Rückhalt noch irgendeine Unterstützung. Fee muss funktionieren. Ihre Kleidung ist eine Provokation an die Eltern und ihre Umgebung, aber ebenso ein Hilfeschrei. Sie ist die Neue an der Schule und sticht aufgrund der getragenen Klamotten aus der breiten Masse heraus. Ohne Freunde ist sie das perfekte Opfer für Hänseleien und Mobbing. Als der einzige eng mit ihr verbundene Mensch stirbt, der Fee mit Wärme und Zuneigung bedachte, möchte sie ihrem Leben entfliehen.

Manchmal sind es diese kleinen glücklichen Zufälle und Begegnungen, die unser Leben von Grund auf verändern. In diesem Fall ist Markus zur richtigen Zeit vor Ort und von da an ändert sich das Leben der beiden. Prioritäten verschieben sich, Menschen werden wachgerüttelt und neue Freundschaften entstehen. 

Im Buch werden Themen wie Mobbing, Depressionen und Suizid angesprochen. Sabrina Schuh hat diese in ihrer Märchenadaption sehr gut verarbeitet.

Ihr Schreibstil ist flüssig und in einem der Zielgruppe angepassten Sprachtenor verfasst. Mich hat einzig, wie schon in der Leserunde erwähnt, der mehrfach verwendete Satz: „Halt die Schnauze.“ gestört. Einmal war er passend, die weiteren Male stach er aus dem Kontext der sonstigen Formulierungen und Sprache der Protagonisten zu sehr heraus. Ansonsten fand ich das Sprachbild als sehr gut gewählt.

Das Ende wartet mit einer passenden und gleichzeitig rührenden Symbolik auf. Aus dem schwarzen Entlein wird ein strahlender Schwan. Es ist das Ende des Buches, aber der Anfang für Fee, Markus  und ihre Freunde. Das Leben hält noch so viele Wunder bereit, wir müssen lediglich unser Herz öffnen und sie zulassen.


Meine Gedanken zu den einzelnen Leseabschnitten der Leserunde könnt ihr gern hier noch einmal nachlesen:

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Leserunde Let´s (sp)read „Unter schwarzen Federn“ von Sabrina Schuh – 3. Leseabschnitt

Fast sind wir am Ende unserer Leserunde angelangt und bevor ich zum Abschluss meine vollständige Rezension poste, gibt es für Euch noch ein paar Erörterungen zum 3. Leseabschnitt.


Wer sich die Seiten des Buches einmal genauer anschaut, wird die vielen kleinen Entenzeichnungen an den Seiten bemerken. Jetzt blättert einmal rasch durch und ihr erlebt ein erstaunliches Mini-Daumenkino.

Wie ich schon in den vorherigen Abschnitten erwähnte, habe ich die Hauptprotagonisten Fee und Markus direkt in mein Herz geschlossen. Sie wirken sehr real und Sabrina Schuh macht es ihren Lesern leicht, mit ihnen warm zu werden. Dennoch ist mir eine ganz andere Person noch viel mehr aufgefallen. Sie tritt erst gegen Ende der Handlung so wirklich in Erscheinung, trägt aber sehr viel dazu bei, dass die Wandlung von einem kleinen hässlichen Entlein zu einem wunderschönen Schwan auch optisch überzeugt. Silke ist eine Freundin, wie man sie sich wünscht. Sie steht Markus ohne zu zögern mit guten Ratschlägen bei und reicht Fee vorbehaltlos die Hand. Sie ist zur Stelle, als sie gebraucht wird und spielt sich nicht in den Vordergrund.

Das Buch und seine Handlung haben mir sehr gut gefallen. Man könnte es eigentlich als All-Age-Buch bezeichnen. Ich hoffe, es bewirkt, dass wir alle ein bisschen mehr Verständnis für unsere Mitmenschen aufbringen und uns die Mühe machen, hinter die Fassade zu schauen.
Der Abschluss des Buches zeigt, wie positiv Fee sich entwickelt hat und das dies nur mit helfenden Händen, Freunden und anderen Menschen erfolgen kann. Aus dem einsamen Mädchen wird eine junge Frau mit genügend Selbstbewusstsein, um über ihren Schatten zu springen und ihre Leidenschaft sowie Talente auszuleben. Es ist ein Anfang, der auf eine bessere Zukunft hoffen lässt.
Fee scheint endlich einen Platz im Leben gefunden zu haben, wo sie hingehört, anerkannt wird und sich wohlfühlt.
Die Symbolkraft, die in einer der letzten Szenen steckt, hat mich sehr gerührt und beeindruckt. Die Idee ist nicht unbedingt neu, passt aber punktgenau und ist einfach perfekt.
Abschließen möchte heute mit meinem Lieblingszitat aus dem dritten Abschnitt von „Unter schwarzen Federn“:
„Ich möchte dich hassen, dich beschimpfen und ja, ich wollte dir auch eine runterhauen. Mal wieder. Aber es geht einfach nicht. Sobald ich dich sehe, setzt mein Verstand aus. Dann will ich mich nur noch in deinem Arm kuscheln und nie mehr losgelassen werden.“

Natürlich könnt ihr Euch auch heute wieder ein Los bei mir sichern.

Mit Unterstützung von Sabrina Schuh gibt es für Euch am Ende unserer Leserunde 3x je ein signiertes Print von „unter schwarzen Federn“ mit Lesezeichen und Postkarte zu gewinnen.

Auf allen teilnehmenden Blogs stellen wir Euch heute, am 04.03.18 und 11.03.18 jeweils eine Frage. So könnt ihr an jedem Sonntag 10 Lose, also insgesamt bis zu 30 Losen sammeln, mit denen ihr am Ende in den Lostopf hüpft.

Welche Szenen aus Büchern oder Filmen mit Symbolcharakter haben Euch beeindruckt?

Das Gewinnspiel startet am 25.2.18 und endet am 12.3.18 um 23:59 Uhr.

Beachtet bitte unsere Teilnahmebedingungen!

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Ich bin Buchbotschafterin für „Dumplin“ von Julie Murphy aus dem Verlag FISCHER FJB – #Mitmachaktion – #Gewinnspiel – (#Werbung)

Am 21. März 2018 erscheint im Verlag FISCHER FJB ein Buch mit einer ganz besonderen Heldin.
„Dumplin“ von Julie Murphy spielt in einem kleinen Ort, wie er überall zu finden sein könnte. Zu den größten Ereignissen im Jahr zählen die Sportevents und der jährliche Schönheitswettbewerb.

Ab heute starten auf mehreren Blogs verschiedene Aktionen zu diesem Buch. Wir sind Buchbotschafter/innen für „Dumplin“ und möchten Euch die Wartezeit bis zum Erscheinungstermin verkürzen.

Um meiner Rezension nicht vorwegzugreifen und Euch auf die Handlung einzustimmen hier kurz der Klappentext zum Buch.

Die #1 der „New York Times“-Bestsellerliste: Dick UND schön? Unsicher UND mutig? Dumplin‘ ist all das und noch viel mehr.

Willowdean – „16, Dolly-Parton-Verehrerin und die Dicke vom Dienst“ – wird von ihrer Mutter immer nur Dumplin‘ genannt. Bisher hat sie sich in ihrem Körper eigentlich immer wohl gefühlt. Sie ist eben dick – na und? Mit ihrer besten Freundin Ellen an ihrer Seite ist das sowieso total egal.
Doch dann lernt sie den sportlichen und unfassbar attraktiven Bo kennen. Kein Wunder, dass sie sich hoffnungslos in ihn verknallt – dass er sie allerdings aus heiterem Himmel küsst, verunsichert sie völlig. Plötzlich macht es ihr doch etwas aus, nicht schlank zu sein.
Um ihre Selbstzweifel in den Griff zu bekommen, beschließt Will, sich der furchteinflößendsten Herausforderung in ganz Clover City zu stellen: Sie will am „Miss Teen Blue Bonnet“-Schönheitswettbewerb teilnehmen und allen – vor allem sich selbst – beweisen, dass die Kleidergröße für das ganz große Glück überhaupt keine Rolle spielt.

„Badeanzüge haben so etwas an sich, das einen denken lässt, man müsste sich erst das Recht verdienen, sie zu tragen. Aber eigentlich ist doch die entscheidende Frage:
Hast du einen Körper?
Dann zieh ihm einen Badeanzug an.“


Willowdean ist eine wirklich vielschichtige und interessante Persönlichkeit. Einerseits selbstbewusst und couragiert, auf der der anderen Seite unsicher und von Selbstzweifeln geplagt. Ihr werdet sie lieben.

Eine Schlüsselrolle in ihrem Leben und in der Handlung spielt die amerikanisch Countrysängerin Dolly Parton mit ihrem Song „Joleen“. Mit dieser Musik verbinden sich für Dumplin die bisher schönsten und auch traurigsten Erinnerungen.
Ich mag ja die Originalversion des Liedes.

Ich hoffe, ihr habt Lust, mich bei meiner kleinen Aktionen zu unterstützen

Auch wenn ihr das Buch selbst noch nicht kennt, helft uns, die Aufmerksamkeit auf „Dumplin“ zu lenken. Hierfür habe ich mir drei Aufgaben überlegt:

1. Aufgabe

Mit Musik verbinden sich oft Emotionen und Erinnerungen. Bei mir ist es z. B. „In the Ghetto“ von Elvis Presley.

Ich liebe seine Musik so lange ich denken kann und dieser Song ist schon immer mein Klingelton auf dem Handy. Alle anderen Klingeltöne überhöre ich. Es hat meinen Mann schier zur Verzweiflung gebracht, dass ich mein Telefon ignorierte, nachdem ich auf einem neuen Gerät einen anderen Klingelton installiert hatte. Also dudelt bei mir „In the Ghetto“, wenn mich jemand anruft und ich ernte den ein oder anderen merkwürdigen Blick. Doch ich fühle mich mit dieser Musik einfach wohl.

Mit welchem Song verbindet ihr Kurioses, Erinnerungen bzw. besondere Erlebnisse?
Postet mir in den Kommentaren einen Link zu dem entsprechenden YouTube-Video.

2. Aufgabe

In „Dumplin“ geht es während des Schönheitswettbewerbes um besondere Talente der Teilnehmerinnen.

Ich habe lange darüber nachgedacht, welches Talent ich gewählt hätte. Singen, Tanzen oder ein Instrument spielen kann ich nicht besonders gut. Als Kind habe ich – nicht ohne Erfolg – Rhythmische Sportgymnastik betrieben. Versetze ich mich nun in das Alter von Willowdean, hätte ich evtl. etwas aus diesem Bereich vorgeführt. Ansonsten denke ich mir gern fantasievolle Geschichte aus.

Jetzt seid ihr an der Reihe. Was wäre Euer besonderes Talent?

3. Aufgabe

Dumplin ist der Spitzname/Kosename, den Willowdean von ihrer Mutter bekommen hat. Das Verhältnis zwischen beiden ist nicht ideal und sie ist auch nicht glücklich darüber, als Knödel bezeichnet zu werden. Vor ihren Mitschülern ist es ihr peinlich.

Ich hatte als Kind nie wirklich einen Spitznamen und habe andere darum beneidet. Mein Name lässt sich ja auch kaum verniedlichen oder abkürzen. Meine Mom nannte mich ab und an Rieke oder Spätzchen.
Erst während meines zweiten Kanadaurlaubes bei meiner Freundin, verpasste mir ein kleines vierjähriges Mädchen, den Spitznamen, der auch zur Namensgebung meines Blogs führte. Ich war damals bereits Anfang 20. Sie konnte Anja nicht richtig aussprechen und nannte mich Anfangs onion. Die familiären Wurzeln meiner kanadischen Freunde liegen in Holland und aus onion wurde so durch die Übersetzung ins Deutsch-Holländische Zwiebelsche und letztendlich Zwiebelchen.

Habt ihr einen Spitznamen, den ihr liebt oder der Euch peinlich ist?



Postet Eure Antworten bitte in den Kommentaren sowie zu jeder Fragen jeweils separat und mit den Hashtag #Dumplin auch auf Instagram, Twitter, Facebook oder einem Eurer anderen Kanäle. Schickt mir die entsprechenden Links per Mail an: schmidt.anja73@gmail.com.

Ich werde mir die Zeit nehmen und alle Links besuchen und liken.
Bis zum 10.04.2018 habt ihr Zeit, Euch an meiner Aktion zu beteiligen und alle Fragen zu beantworten.
Am Ende werde ich für eine/n Teilnehmer/in ein kleines Überraschungspäckchen packen.

Ich bin gespannt auf Eure Antworten und hoffe, ihr helft mir rege, die Aufmerksamkeit auf „Dumplin“ zu lenken.

Teilnahmebedingungen:
• Wer darf teilnehmen? Minderjährige nur mit schriftlicher Erlaubnis der Eltern, nur Teilnehmer aus Deutschland. Teilnehmer aus dem Ausland sind ebenfalls zugelassen, sofern diese das Porto selbst tragen.
• Der Gewinner wird ausgelost und stimmt durch die Teilnahme zu, namentlich auf dem Blog genannt zu werden.
• Die Aktion beginnt am 10.03.2018 und endet am 10.04.2018 um 23:59 Uhr.
• Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
• Eure Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel und den Versand benutzt und danach gelöscht.
• Eine Haftung für den Versand ist ausgeschlossen.
• keine Barauszahlung möglich
• Meldet sich der Gewinner nicht innerhalb von 7 Tagen, wird neu ausgelost.
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Rezension „Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen“ von Lars Simon – dtv Verlag

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (10. November 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423217049
ISBN-13: 978-3423217040
D: 9,95 Euro

Inhalt:

Der Trindemossen, ein Wald voller Magie am Rande Göteborgs, birgt viele Geheimnisse. Gemeinsam mit Mops Bölthorn macht Lennart Malmkvist sich dahin auf, um Prof. Dr. Titus Hellström zu besuchen. Er soll Lennart dabei helfen, endlich die Dunklen Pergamente in seinen Besitz zu bringen. Aber Hellström wirkt seltsam entrückt, und die Polizei ist vor Ort: Offenbar wurde Hellströms Frau entführt … Ein weiteres Mal versucht Lennart, Ordnung in das magische Chaos um sich herum zu bringen. Und muss sich am Ende entscheiden: zwischen den Dunklen Pergamenten und Bölthorn, den er nun doch ins Herz geschlossen hat.

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Der Autor:

Lars Simon hat nach seinem BWL- und Politologie-Studium zuerst lange Jahre als Marketingleiter einer IT-Firma gearbeitet, bevor er als Touristen-Holzhaus-Handwerker mit seiner Familie mehr als sechs Jahre in Schweden verbrachte. Heute lebt er in der Nähe von Frankfurt/Main.

Quelle: Amazon

Rezension:


Das Cover ist wieder ein absoluter Hingucker und fühlt sich durch den edlen Druck toll an.

Schon nach wenigen Zeilen war ich erneut gefangen in der von Lars Simon geschaffenen magischen Welt. „Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen“ setzt an, wo der erste Teil aufgehört hat. Liebenswerte bekannte Protagonisten und neue skurrile Persönlichkeiten warteten auf mich und hielten mich auf Trapp. Lennart wächst mit seinen Aufgaben und Erlebnissen. Fast könnte man sagen, er wird ein klein wenig Erwachsener. Mit seinem großen Herzen und kreativen Ideen schafft er es, dem Bösen immer wieder ein Schnippchen zu schlagen. 

Humorvoll, mit düsteren Einschüben und einer Menge Magie, wurde ich in dieses neue Abenteuer gezogen. Freut Euch auf ständig hungrige Kobolde, verliebte Feen, einen verwirrten Professor und unheimlich bösartige Charaktere.
Dieses bunte Gemisch aus Fantasy und Krimi verspricht eine unterhaltsame und spannende Lektüre. Erfrischend anders und mit skandinavischem Charme gelingt es Lars Simon eine ganz eigene Welt zu erschaffen, die sich vom üblichen Mainstream absetzt.
Es wird dunkler und gefährlicher für Lennart Malmkvist und seinen Mops Bölthorn. Lars Simon besticht mit trockenem Humor, überraschenden Wendungen und eröffnet uns Lesern viele neue Geheimnisse.
Lasst Euch begeistern und kommt mit auf die Jagd nach den Dunklen Pergamenten.

Der Handlung kann man auch ohne Kenntnisse des vorherigen Bandes gut folgen, dennoch habt ihr ein grandioses Abenteuer verpasst und solltet unbedingt zuvor „Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“ (der Link führt zu meiner Rezension) lesen.

Übrigens, er hat es wieder getan und einen gemeinen Cliffhanger an das Ende des zweiten Teils gesetzt. Jetzt heißt es erneut, sich in Geduld zu üben und auf die Fortsetzung zu warten.
Ich bin sicher nicht die Einzige, die schon jetzt sehnsüchtig ein neues Abenteuer von Lennart Malmkvist herbeisehnt.

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Rezension „Iris Grace: Bilder malen tausend Worte. Die Geschichte meiner autistischen Tochter“ von Arabella Carter-Johnson – Bastei Lübbe


Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth); Auflage: 1 (9. September 2016)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Bernhard Josef
ISBN-10: 3431039626
ISBN-13: 978-3431039627
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Originaltitel: Iris Grace
D: 22,00 Euro

Inhalt:

Wenn Iris malt, verliert sie sich ganz in den Farben und Formen. Doch bevor sie zu einem Wunderkind wurde, war sie vor allem ein Kind, das ein Wunder brauchte. Denn Iris Grace hat Autismus. In den ersten Lebensjahren war sie unerreichbar, lebte in ihrer eigenen Welt, die Familie verzweifelte. Dann entdeckte ihre Mutter, wie fasziniert Iris mit Pinsel und Farbe umging. Und schließlich war es die kleine Katze Thula, die die Verbindung zwischen Iris und der Außenwelt herstellte. Eine zauberhafte, wahre Geschichte.

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Die Autorin:

Arabella Carter-Johnson ist Iris Graces Mutter und freischaffende Fotografin. Sie wuchs in der sanften Hügellandschaft des Leicestershire auf. Nach einem längeren Aufenthalt in Frankreich zog sie 2008 mit ihrem Mann Peter-Jon dorthin zurück. Die Geburt ihrer Tochter Iris Grace 2009 änderte ihr Leben von jetzt auf gleich und für immer. Arabella hat ihre große gemeinsame Lebensreise in Fotos und Tagebucheinträgen festgehalten und erzählt ihre Geschichte in ihrem ersten Buch.

Quelle: Amazon

Rezension:

Es liegt schon eine Weile zurück, da wurde mir dieses Buch von Arndt von Astrolibrium und Bini von Literatwo ans Herz gelegt. Es wanderte damals direkt auf die Wunschliste, musste dann aber aufgrund seines Preises eine geraume Weile darauf warten, bei mir einzuziehen. Anschließend brauchte es erneut Zeit, bis ich mir die Muse nahm, mit Grace Bekanntschaft zu schließen. Nachdem ich nun das Gelesene verarbeitet habe, sitze ich an dieser Rezension und fürchte, nicht die richtigen Worte zu finden. 
Fast scheint es, dass ich mich in der Annäherung an dieses Buch ein wenig wie Iris Grace verhalte und langsam und vorsichtig vorgehe.

Ich habe gelernt, dass es sehr unterschiedliche Spektren von Autismus gibt. Das Asperger-Syndrom ist wohl die bekannteste und nicht erst seit der Verfilmung von „Fuck ju Göthe“. Obwohl hier die Erkrankung meiner Meinung nach arg ins Lächerliche gezogen und verharmlost wird. Für diesen Film akzeptabel, aber dennoch irreführend.

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Über die von Arabella Carter-Johnson ins Leben gerufene Seite Iris findet ihr folgende Definition zu Autismus:

„Autismus ist eine lebenslange Entwicklungsstörung, die beeinflusst, wie eine Person mit anderen Menschen kommuniziert und sich auf sie bezieht. Es beeinflusst auch, wie sie die Welt um sie herum sinnvoll machen.

Es ist eine Frequenzbedingung, was bedeutet, dass alle Menschen mit Autismus bestimmte Schwierigkeiten haben, aber ihr Zustand wird sich auf jede von ihnen unterschiedlich auswirken. Einige Menschen mit Autismus sind in der Lage, ein relativ unabhängiges Leben zu führen, aber andere haben möglicherweise begleitende Lernschwierigkeiten und benötigen eine lebenslange fachliche Unterstützung. Menschen mit Autismus können auch über oder unter Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Berührungen, Geschmäckern, Gerüchen, Licht und Farben leiden.

Autismus betrifft derzeit 1 von 100 Menschen in Großbritannien.

Es gibt etwa 100.000 Kinder mit Autismus in Großbritannien, mit etwa einer halben Million Familienmitglieder, die direkt von der Krankheit betroffen sind.

Frühe Intervention, Bildung und Unterstützung sind entscheidend, damit Kinder und Jugendliche mit Autismus ein erfülltes Leben führen können.

Iris Grace befindet sich sehr weit im Spektrum dieser Krankheit gefangen und dementsprechend bauen sich vor ihr und ihrer Familie anfangs sehr große, manchmal unüberwindlich erscheinende Probleme auf.

Als werdende Eltern freut man sich auf den Nachwuchs, möchte nur das Beste und entwickelt Träume von der gemeinsamen Zukunft als Familie. Jeder weiß, dass sich mit einem Kind das bisherige Leben verändert. Prioritäten werden neu verteilt und der Blick auf die Umgebung wird ein anderer.

Anfangs hält Arabella Carter-Johnson die Probleme mit ihrem Baby für normal, so wie die, die alle Eltern mit einem Neugeborenen irgendwann einmal durchmachen. Doch nehmen diese kein Ende. Es gibt keine Erholungsphasen, keine Besserung und auch die Kraftreserven versiegen.
Es ist ein schlimmer Moment zu erkennen, dass etwas nicht stimmt, sich die gestellte Diagnose einzugestehen, diese zu akzeptieren. Doch ist es auch eine Erklärung und den Eltern von Iris fällt eine erste Last von den Schultern. Mit der Akzeptanz, dass Iris Grace an Autismus leidet, eröffnet sich für ihre Eltern der Weg, damit umgehen und ihrem Kind helfen zu können. Beeindruckt hat mich die Stärke von Arabella Carter-Johnson und ihrem Mann. Sie hadert mit dem Schicksal, gibt aber nie auf. Am Ende einer Sackgasse dreht sie um und sucht nach neuen Wegen und Möglichkeiten. Die Unterstützung ihres Mannes ist ihr sicher und immens wichtig. Sie akzeptieren ihr Kind so, wie es ist.



„…Mit einem autistischen Kind Kontakt aufzunehmen, mit ihm interagieren zu wollen, ist manchmal wie einen fernen Sender am Radio einzustellen, aber hat man einmal die exakte Frequenz zwischen all dem Rauschen und Knistern gefunden, ist der Empfang glasklar…“

Durch die Liebe und Fürsorge ihrer Familie entwickelt sich Iris Grace zu einem lebensfrohen glücklichen Kind, das sogar beginnt, die engere Nähe anderer Personen zuzulassen bzw. zu genießen. Ein Schlüsselmoment hierfür war die Aufnahme von Thula in den Kreis der Familie.

Tiere werden schon lange zu Therapiezwecken eingesetzt, dennoch kommt es auch hier auf die richtige Chemie zwischen Mensch und Tier an. Im Fall von Iris Grace war es nicht die anfangs erhoffte Freundschaft zu einem Hund, sondern die zu einer Katze. Hier habe ich sehr viele neue Informationen zu der Rasse Main Coon bekommen. Die Symbiose zwischen beiden ist faszinierend.
Iris hat eine wunderbare Entwicklung durchgemacht und entgegen aller Prognosen sogar sprechen gelernt. Sie verfügt über eine hohe Intelligenz. Ohne die Liebe, den Willen und die Kraft ihrer Eltern, wäre ihr Weg sicher anders verlaufen.

„…Timing ist alles im Leben…Die Wahl des richtigen Augenblicks unterscheidet zwischen Erfolg und Misserfolg. Auch das Leben mit Autismus kann eine Frage des Timings sein…“

Das Buch ist kein Jammertal. Die Autorin schreibt offen und ehrlich über ihre Liebe zu ihrer Tochter, ihre Wut auf das Schicksal, über Verzweiflung, Scheitern und Erfolge, Traurigkeit und Freude, Glück und Hoffnungen. Sie gibt mit ihrem Buch anderen Eltern Hoffnung und zeigt Wege auf. Zwischen allen Zeilen spürt man die Liebe zu ihrem kleinen Mädchen.

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Faszinierend ist das Gefühl, das Iris Grace mit ihren Bildern hervorruft. Das Zusammenspiel der Farben in ihren Bildern und ihre Technik, die nicht auf ein so kleines Mädchen schließen lassen, haben mich sehr berührt. Ihre Bilder drücken die Gefühle aus, die dieses kleine Mädchen auf andere Weise nicht zeigen oder in Worten verpacken kann.  Ja, ich würde mir diese Bilder auch an die Wand hängen.

Die Welt mit anderen Augen betrachten und einzelne Momente genießen. Weit weg von der Hektik und Schnelligkeit des Lebens unsere Welt entdecken. Sich an Erfolgen erfreuen und Niederlagen als neuen Ansporn nehmen. Kleine Schritte planen und manchmal einen Schritt voran, aber dafür wieder drei Schritte rückwärtsgehen – dennoch nie aufgeben. Diese Botschaft, Verständnis und sehr viel Hoffnung für betroffene Eltern vermittelt das Buch.









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Leserunde Let´s (sp)read „Unter schwarzen Federn“ von Sabrina Schuh – 2. Leseabschnitt

In der vergangenen Woche bin ich in den zweiten Leseabschnitt von „Unter schwarzen Federn“ eingetaucht.

Eine besondere Lieblingsstelle habe ich noch nicht, aber mir gefällt die Idee, dass beide ihre Liebe zur Musik zu einer Art Therapie nutzen. Es verbindet und öffnet ihnen neue Welten, um Gefühle herauszulassen, aber auch aufleben zu lassen.

Ich liebe es, die Ereignisse einer Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. In „Unter schwarzen Federn“ erleben wir auf der einen Seite Fees Gefühlswelt, auf der anderen Seite die von Markus. Es ist interessant, wie sich so der Kreis immer wieder schließt und man eine Sicht auf den Kern (Fee), aber auch auf des Geschehen rundherum (Markus) erhält. Dabei passen sich die einzelnen Passagen einander an und haben einen fließenden Übergang.

Bisher erfüllt diese Geschichte meine Erwartung und bietet neben guter Unterhaltung viele Eckpunkte zum Nachdenken.

Erschreckend ist, wie kalt und egoistisch Eltern sein können. Dennoch steckt in Fee ganz viel Kraft und ich denke, sie wird es schaffen, ihre Dämonen zu besiegen. Ich bin immer wieder froh, dass ich Depressionen nur als Außenstehende kenne und nicht selbst direkt davon betroffen bin. Ich finde es auch toll, dass hier gezeigt wird, dass Depressionen nicht in eine spezielle Schublade eingeordnet werden können, sondern auf unterschiedliche Art und Weise auftreten können. Auch die Auslöser sind immer wieder anders und wir sollten alle immer wieder über unser Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen nachdenken.

Sabrina bat uns, ein kreatives Foto passend zum Buch zu posten. Im ersten Moment dachte ich an eine Brücke, da dieses Motiv zum Beginn der Handlung eine wichtige Rolle spielt. Dennoch habe ich mich für eine andere Konstellation entschieden, die für mich so etwas wie einen Lichtschimmer im Dunkeln bedeutet und hoffentlich Richtungsweisend für Fees Zukunft sein wird. Ich bin gespannt, was ihr dazu meint.



Und nun meine heutige Frage:



Was hilft Euch, wenn ein Tag einmal nicht so gut verlaufen ist? Was tröstet Euch bzw. hellt die düstere Stimmung wieder auf?

Mit Unterstützung von Sabrina Schuh gibt es für Euch am Ende unserer Leserunde 3x je ein signiertes Print von „unter schwarzen Federn“ mit Lesezeichen und Postkarte zu gewinnen.

Auf allen teilnehmenden Blogs stellen wir Euch heute, am 04.03.18 und 11.03.18 jeweils eine Frage. So könnt ihr an jedem Sonntag 10 Lose, also insgesamt bis zu 30 Losen sammeln, mit denen ihr am Ende in den Lostopf hüpft.

Das Gewinnspiel startet am 25.2.18 und endet am 12.3.18 um 23:59 Uhr.

Beachtet bitte unsere Teilnahmebedingungen!
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Rezension „Waldsterben in Vertikow“ (Die Vertikow-Fälle) von Frank Friedrichs – DichtFest Verlag

Taschenbuch: 310 Seiten
Verlag: DichtFest; Auflage: 1 (1. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3946937217
ISBN-13: 978-3946937210
D: 9,99 Euro

Inhalt:

Die Ermittlungen in Mecklenburg gehen weiter!

Kaum hat Peer Wesendonk seinen ersten Fall gelöst, tritt man schon mit einer neuen Aufgabe an ihn heran: Acht Hektar Wald wurden abgeholzt und gestohlen, eine Menge, die die ortsansässige Firma in den Ruin treiben könnte. Wer tut so etwas? Und warum? Wer hat überhaupt Mittel und Wege, eine solche Fläche so schnell kahlzuschlagen?
In dem landwirtschaftlichen Unternehmen entdeckt Peer mehr als eine Unregelmäßigkeit, zwielichtige Gestalten versuchen, ihre Taten zu verschleiern, Drohbriefe schüchtern die Belegschaft ein. Und Peer ist plötzlich regelmäßiger Gast im Schloss, um der Baronin Bericht zu erstatten. Oder steckt sie womöglich selbst mit in der Sache? Wie viel weiß sie von der desolaten Situation ihres Unternehmens? Und was hat das verschwundene Diamantcollier damit zu tun?
Fragen über Fragen, die Peer nicht nur quer durch Vertikow, über das Gut und mitten in den Wald treiben, sondern bald auch in Lebensgefahr …

Quelle: Amazon

Der Autor:

1969 wurde ich in Hamburg geboren und bin bis zu meinem 38. Lebensjahr nicht weit von dort weggekommen. Gut, meine Kindheit und Jugend habe ich streng genommen in Schleswig-Holstein verlebt – aber nur einen Steinwurf von der Hamburger Stadtgrenze entfernt. Wenn ich so gut hätte werfen können.

Mit 25 zog es mich dann wieder in die Großstadt – endlich frei und unabhängig. Endlich jederzeit alles machen können. Endlich mitten im Leben. Gut, gemacht habe ich nicht wirklich viel, außer lange zu studieren (Germanistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, ein bisschen Psychologie, Alte Geschichte und Archäologie), ein Vokalensemble zu gründen und den Mann fürs Leben kennenzulernen. Okay, wenn ich das rückblickend betrachte, ist das doch eine Menge. Und vor allem sehr bereichernd.

Nichtsdestotrotz bin ich 2007 in ein winziges Dorf in Mecklenburg gezogen – endlich frei und unabhängig. Endlich jederzeit in die Natur gehen können. Endlich mitten im Grünen. Und in der Ruhe. Ehrlich: Die Hamburger ahnen gar nicht, wie viel Himmel es um sie herum gibt …

Natur, Landleben, Idylle – das fließt auch immer wieder in meine Bücher ein.
Ja, Bücher. Ich habe schon mehrere geschrieben, die aber meiner Ansicht nach noch nicht auf die Leserschaft losgelassen werden sollten, ehe sie nicht ausgereift sind. Dazu zählen eine Fantasy-Trilogie und ein heiterer Frauenroman.

Vor allem aber meine neue Krimi-Reihe widmet sich diesem Thema. Sie spielt in einem fiktiven Dorf in West-Mecklenburg, nicht weit von meinem eigenen Wohnort. Und sie fängt jede Menge Mecklenburg ein: Natur, Landleben, Idylle … und den typisch mecklenburgischen Menschenschlag, der es einem Ermittler nicht immer leicht macht, an Informationen zu kommen – vor allem, wenn der Ermittler der eigene Nachbar ist …

Quelle: Amazon

Rezension:


Bereits der erste Krimi rund um Peer Wesendonk und die Bewohner des kleinen Ortes Vertikow konnte mich begeistern. Im Rahmen der aktuell stattfindenden Blogtour zu „Waldsterben in Vertikow“ habe ich unseren Ermittler, Peer Wesendonk, einmal näher unter die Lupe genommen. Daher werde ich mich jetzt etwas kürzer fassen. Hier  geht es zum Beitrag über Peer Wesendonk.

Frank Friedrichs hat zwischenzeitlich die Cover seiner Krimi-Reihe überarbeitet und auch dem ersten Teil ein neues Aussehen gegeben. Gelungen, wie ich meine, denn optisch passen die Bücher perfekt zusammen und ziehen den Blick potentieller Leser an. Man bekommt regelrecht Lust, einen Ausflug nach Vertikow zu unternehmen.

Die Vertikow-Fälle sind in sich abgeschlossen und können problemlos unabhängig voneinander gelesen werden. Wer jedoch „Erntedank in Vertikow“ bereits kennt, wird sich schon nach den ersten Zeilen heimisch fühlen. Es ist wie eine Art nach Hause kommen und lieb gewonnene Freunde zu treffen.

Peer hat sich weiter entwickelt. Immer noch kratzbürstig und stur, ist er mittlerweile aber bereit Hilfe anzunehmen, sein Handicap zu einem gewissen Teil anzuerkennen und zu kämpfen. Natürlich hadert er weiter mit seinem Schicksal, lernt aber damit umzugehen. Die Einwohner von Vertikow sind noch immer so herrlich schrullig, wie ich sie in Erinnerung hatte. Frank Friedrichs hat diese nun um einige weitere interessante und vielschichtige Charaktere bereichert.

Der aktuelle Fall, den es zu lösen gilt, ist kein alltäglicher. Wann verschwindet schon ein kompletter Wald und kaum jemand bemerkt etwas davon. Verdächtige sind rasch gefunden und Peer begibt sich in viele Sackgassen, muss um sein Leben bangen und gewinnt eine ganze Reihe an neuen Erkenntnissen. In manchen Menschen steckt mehr, als man auf den ersten Blick hin vermuten möchte.
Es ist ein ruhiger Krimi, mit vielen Spannungsbögen, der durch die zwischenmenschlichen Beziehungen aller Beteiligten besticht.

Ich freue mich schon jetzt auf weitere spannende Fälle mit Peer Wesendonk und den Bewohnern von Vertikow.

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Blogtour „Waldsterben in Vertikow – Tag 1 – Peer Wesendonk ermittelt




Willkommen zum ersten Tag unserer Blogtour.

Zum Einstieg möchte ich Euch unseren Ermittler – Peer Wesendonk – einmal näher vorstellen.

Peer ist kein einfacher Mann. Er findet als zugezogener Städter nur schwer Anschluss an das Dorfleben in Vertikow. Doch als Organist in der Vertikower Kirche hat er sich zumindest die Anerkennung der Dorfbewohner erarbeitet. Gerade, als er beginnt Fuß zu fassen, ereignet sich ein folgenschwerer Unfall. Niemanden, außer Peer selbst trifft hierfür eine Schuld. Eine Tatsache, an der er noch lange zu knabbern haben wird.

Nicht genug, dass er sich nun auf einen Lebensalltag im Rollstuhl einstellen muss, kann er seinen Beruf als Organist nicht mehr ausüben. Seine Passion, sein Leben, ist aber die Musik und durch seine Behinderung fühlt er sich noch ausgegrenzter als zuvor. Täglich muss er mit physischen und psychischen Belastungen kämpfen. Seine Bewegungs- und Handlungsfreiheit ist massiv eingeschränkt. Doch dann wird er Zeuge eines Mordes.

Mit „Erntedank in Vertikow“ beginnt die Krimireihe um Peer Wesendonk. Ich habe diesen etwas schrullig wirkenden Egozentriker bereits im ersten Teil rasch ins Herz geschlossen. Dabei droht Peer anfangs in Selbstmitleid zu versinken. Seine Frau ist ihm gefühlstechnisch zu nah, um eine wirkliche Hilfe sein zu können. Der von ihm beobachtet Mord ist seine Rettung und wirkt wie eine Therapie. Peer mobilisiert seine Lebensgeister neu. Fast schon paranoid verbeißt er sich in den Fall und verfolgt jede noch so winzige Spur. Gleichzeitig stellen die Ermittlungen eine Art Selbstfindungstrip für ihn dar und er findet zu neuem Selbstbewusstsein. So schafft er es, die Ereignisse der Vergangenheit zu bewältigen.

Nach gelungener Mordaufklärung ist er der Held von Vertikow. Geschmeichelt und mit gestärktem Ego, lässt er sich nicht lange bitten, als erneut ein Verbrechen die Dorfidylle aufschreckt.

Peer hat sich weiter entwickelt. Noch immer stur und mit dem Schicksal hadernd, öffnet sich sein Blick für die Menschen um ihn herum. Er akzeptiert seine Grenzen, ist aber auch intensiv dabei, sich neue Freiheiten zu erobern. In „Waldsterben in Vertikow“ ist er häufiger auf die Unterstützung anderer angewiesen und mittlerweile auch bereit, diese Hilfe anzunehmen. Es gibt Hoch und Tiefs. Manchmal lässt er sich blenden, verfolgt falsche Spuren und lernt, in das Innere seiner Mitmenschen zu blicken. Dabei bewahrt er sich seinen Sarkasmus und die Dialoge entbehren nicht einem unterhaltsamen ironische Unterton. 

Peer Wesendonk ist ein vielschichtiger, interessanter Charakter, den ich gern bei weiteren Kriminalfällen begleiten möchte.

Gewinnspiel:

Am Ende unserer Blogtour gibt es tolle Gewinne für Euch. Beantwortet einfach täglich die Frage zum jeweiligen Blogbeitrag und sichert Euch Lose für die Endziehung.

Heute bitte ich Euch um Ideen für weitere spannende Fälle, die Peer Wesendonk in Vertikow lösen könnte.

Was gibt es zu gewinnen?
Hach, ich finde diese Preise einfach wundervoll und wünschte, ich könnte mitmachen. 🙂
1. Preis: Wandbehang mit Buchenwald, 150 x 120 cm
2. Holzbrett mit Gravur „Vertikow“, ca. 20 cm lang
3. Baumkuchen mit Zartbitterglasur

Das Gewinnspiel läuft bis 5.3.18 um 23:59 Uhr.
Es gelten wie immer unsere Teilnahmebedingungen.

Die Gewinner werden zeitnah auf der Agenturseite bekannt gegeben.

Unser Tourfahrplan:

28.02. – Peer Wesendonk ermittelt

hier bei mir
01.03. – Nichts ist wie es scheint
bei Marion von Buchlieblinge
02.03. – Die Sache mit den Fördermitteln
bei Sandy von Sandys Welt
03.03. – Keiner will es gewesen sein
bei Eva von Astis Hexenwerk
04.03. – Autoreninterview
bei Marie von Vielleserin
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Rezension „Nichts ist je vergessen – Dark Memories“ von Wendy Walker – FISCHER Scherz Verlag

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz; Auflage: 2 (23. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 365102542X
ISBN-13: 978-3651025424
D: 14,99 Euro

Inhalt:

Eine Klasse für sich: Wendy Walkers ›Dark Memories – Nichts ist je vergessen‹ ist hoch manipulative Psycho-Spannung auf internationalem Bestseller-Niveau.

Du musst dich erinnern, Jenny. Du musst dich erinnern, was in jener Nacht im Wald geschehen ist.

Fairview, eine beschauliche Kleinstadt in Connecticut. Die 16-jährige Jenny Kramer wird Opfer einer brutalen Attacke und kommt schwer traumatisiert ins Krankenhaus. Dort wird ihr auf Wunsch ihrer Eltern ein Medikament verabreicht, das ihr helfen soll. Ein Medikament, das jegliche Erinnerung an den schrecklichen Vorfall auslöscht.

Danach hat Jenny keine Bilder mehr für das, was passiert ist. Da ist nur noch Schwärze. Sie bemüht sich weiterzuleben wie zuvor, beinahe so, als ob nichts geschehen wäre, während ihre Mutter Charlotte krampfhaft versucht, so etwas wie Normalität wiederherzustellen, und ihr Vater Tom wie besessen ist von dem Gedanken, den Täter, der seiner Tochter das angetan hat, zu überführen.

Doch das Nicht-Erinnern-Können wird für Jenny mehr und mehr zu einem Albtraum. Denn ihr Körper weiß noch immer, was ihm angetan wurde. Gemeinsam mit dem Psychiater Alan Forrester, der auf Fälle wie Jenny spezialisiert ist, versucht sie, Stück für Stück Licht in das Dunkel jener Nacht zu bringen, die Chronologie der Ereignisse wiederherzustellen. Aber kann sie denen, die sie dabei unterstützen wollen, vertrauen? Wie manipulierbar ist Erinnerung? Und helfen die Erinnerungen, die langsam zu ihr zurückkommen, wirklich, den Schuldigen zu finden?

»Dieses Buch dürfen Sie auf keinen Fall verpassen!« Karin Slaughter

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Wendy Walker ist Anwältin für Familienrecht und Autorin. Ihr Spannungsdebüt »Dark Memories – Nichts ist je vergessen« wurde auf Anhieb zum Bestseller, erschien weltweit in 20 Ländern und wird in Hollywood verfilmt. Wendy Walker lebt mit ihrer Familie in Connecticut.

Quelle: Amazon

Rezension:

Es ist immer schwierig, Bücher in eine bestimmte Kategorie oder Schublade zu stecken. Auf dem Cover von „Nichts ist je vergessen – Dark Memories“ steht einfach nur Roman. Für mich war es ein buntes Gemisch aus Roman und Psychothriller, der mich bis zum überraschenden Ende hin gut unterhalten hat.

Während des Lesens bekommt man sehr viele Gedanken mit auf den Weg, die noch lange nach Abschluss des Buches im Kopf herumwirbeln. Sich nicht mehr zu erinnern, schmerzhafte Momente einfach ausblenden zu können, wer hat sich das nicht schon einmal gewünscht. Doch was stellt das mit uns und unserer Psyche an? Der Körper speichert Erinnerungen. Gerüche, Geräusche oder Berührungen lösen Gefühle aus, die jenseits unseres objektiven Bewusstseins liegen. Wenn genau diese Gefühle unterdrückt, Erinnerungen blockiert werden, sind wir dann noch wir selbst? Ist es da nicht besser, Erlebnisse verarbeiten zu können, darüber zu reden?
Wendy Walker agiert hochmanipulativ. Ein gut durchdachter Plot, vielschichtige Charaktere, überraschende Wendungen und ein Ende, das ich so nicht erwartet hätte, hielten mich in Atem. 
Der Blick auf die Ereignisse erfolgt aus Sicht eines Psychologen. Alan Forrester ist für seinen Berufsstand mehr als skrupellos und scheut sich nicht, seine Patienten für eigene Obsessionen zu missbrauchen. Dadurch verbleibt immer eine gewisse klinische Distanz, die die Ereignisse umso erschreckender wirken lässt. Für mich war dieser Blickwinkel ebenso spannend, wie interessant. Mir ist bewusst, dass die Autorin einen gewöhnungsbedürftigen Schreibstil besitzt und somit nicht jeden Leser anspricht. Mir selbst gefällt ihre Art, die Dinge zu beschreiben. 
Das Buch ist nichts für hartgesottene Thrillerliebhaber. Wer es ruhiger mag, mit Zeitsprüngen in der Handlung gut zurechtkommt und sich in psychologisch ausbalancierten Spannungsromanen wohlfühlt, dem würde ich das Buch empfehlen.

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Leserunde Let´s (sp)read „Unter schwarzen Federn“ von Sabrina Schuh – 1. Leseabschnitt

Willkommen zum ersten Teil unserer Leserunde von „Unter schwarzen Federn“ von Sabrina Schuh.

Wir haben in der vergangenen Woche den ersten Leseabschnitt beendet und uns auch bezüglich unserer Leseeindrücke ausgetauscht. Es fiel mir wahnsinnig schwer, nach dem 20. Kapitel eine Pause einzulegen, denn ich wollte doch so gern wissen, wie es mit Fee und Markus weitergeht.

Schon nach wenigen Seiten war ich mitten drin in den Ereignissen. Die Seiten haben sich rasch weg gelesen und der Schreibstil von Sabrina Schuh trifft den Nerv der Leserzielgruppe. Sie schafft es den jugendlichen Tonfall ihrer Protagonisten gut wiederzugeben. Bei einem Streit fallen auch einmal Sätze wie „Halt die Schnauze.“, was in der besagten Situation auch gepasst hat. Gerade dieser Ausdruck kam in wütenden Wortwechseln noch mehrfach vor und passte für mich dann irgendwie nicht in den Kontext, in dem sich die beiden Protagonisten eigentlich unterhalten. Wenn im nächsten Satz das Wort Suizidversuch anstatt Selbstmordversuch  verwendet wird, mutet die genannte Ausdrucksweise merkwürdig an. Im weiteren Verlauf der Handlung fand ich die Dialoge dagegen sehr stimmig und passend.

Fee und Markus wirken authentisch und sympathisch. Ich habe beide direkt ins Herz geschlossen. Sie tragen jeder ein eigenes Päckchen an Schicksalsschlägen und Problemen mit sich herum und doch scheinen sie einander ähnlicher, als man auf den ersten Blick erahnen möchte. Zwischen beiden herrscht von Beginn an eine besondere Verbindung.

Fee ist in sich recht widersprüchlich. Nach außen hin rebelliert sie, trägt Springerstiefel und schwarze Klamotten. Trotz der Ausgrenzung durch ihre Mitschüler ist sie nicht bereit, sich anzupassen. Sie ist sich ihrer wahren Stärke nicht wirklich bewusst und dennoch sehr verletzlich. Fee sehnt sich einfach nur nach Verständnis und Geborgenheit.
Markus ist beliebt, Schulsprecher und wird von allen anerkannt. Seine Vergangenheit und die damit verbundene Traurigkeit verbirgt er geschickt vor der Außenwelt. Er hat sich eine eigene heile Welt aufgebaut, hinter deren Mauern er sich sicher fühlt. Durch Fee wird ihm bewusst, dass er mehr Rückgrat zeigen muss.

„Unter schwarzen Federn“ ist nicht einfach nur eine Märchenadaption. Hier werden vor allem die Themen Mobbing, Depressionen und Suizid angesprochen. Die Handlung gibt den Lesern sehr viele Gedanken mit auf den Weg.
Ich habe das Gefühl das Thema Mobbing ist seit einigen Jahren erst wirklich präsent und in seiner Form aggressiver geworden. Ja, in meiner Schulzeit gab es auch schon Anflüge dessen, aber nicht in diesem Ausmaß. Streitigkeiten wurden eher direkt ausgetragen. Doch über das Internet und die uns heute zur Verfügung stehenden Medien ist es einfacher geworden, jemanden anzugreifen, ohne mit dem Opfer in direkte Konfrontation zu geraten. Es bleibt anonymer bzw. distanzierter, dafür erreichen derartige Attacken eine breitere Masse und sind öffentlicher. Bisher empfand ich unsere Kinder immer offener und toleranter, als uns Erwachsene. Meine Mädels hatten bisher zum Glück keine Probleme und wurde so akzeptiert, wie sie sind. Leider musste ich feststellen, dass diese Tendenz nunmehr bereits in der Grundschule immer mehr verloren geht.

Mit Voranschreiten der Mobbingattacken und dem höheren Stresspegel in Schule und Beruf bzw. dem Erfolgsdruck, haben auch die Fälle von Depressionen und Suiziden zugenommen.
Depression ist eine bösartige Erkrankung, da sie noch immer von der Gesellschaft nicht wirklich wahrgenommen wird. Es ist nichts, was man sehen oder fassen kann, da sich ja alles auf der psychischen Ebene abspielt. Dadurch trifft man oft auf wenig Verständnis. Die Betroffenen  sind sich ihrer Krankheit bewusst, stehen den damit einhergehenden Gefühlen aber hilflos gegenüber. Ich kenne dies aus der näheren Verwandtschaft. Es belastet die Betroffenen genauso wie Angehörige und Freunde.
Ein ehemaliger Schulkamerad von mir hat sich vor einigen Jahren das Leben genommen. Später erfuhren wir, dass er seit vielen Jahren unter Depressionen gelitten hat. Auch wenn wir eine lange Zeit keinen Kontakt hatten, war ich sehr betroffen. Da kommt man dann ins Grübeln und stellt sich die Frage nach den Warum. Oft begehen gerade diejenigen einen Suizid, von denen man es am wenigsten erwartet hätte. Es sind nicht die schwachen und hilfsbedürftig wirkenden Menschen, sondern oft diejenigen, die nach außen hin so stark erscheinen.
Um Hilfe zu bekommen braucht es jemanden, der einen unterstützt und den nötigen Halt gibt, aber auch den Willen, sich helfen zu lassen. Bei Fee ist der erste Schritt getan. Doch die Ursachen liegen nicht nur beim Mobbing in der Schule und ich bin gespannt, welche Entwicklungen sich im weiteren Verlauf der Handlung ergeben werden.

Mit Unterstützung von Sabrina Schuh gibt es für Euch am Ende unserer Leserunde 3x je ein signiertes Print von „unter schwarzen Federn“ mit Lesezeichen und Postkarte zu gewinnen.

Auf allen teilnehmenden Blogs stellen wir Euch heute, am 04.03.18 und 11.03.18 jeweils eine Frage. So könnt ihr an jedem Sonntag 10 Lose, also insgesamt bis zu 30 Losen sammeln, mit denen ihr am Ende in den Lostopf hüpft.

Gewinnspielfrage:

Musstet ihr Euch schon einmal gegen Mobbing wehren oder habt ihr derartige Situationen schon einmal bei anderen Personen miterleben müssen?

Das Gewinnspiel startet am 25.2.18 und endet am 12.3.18 um 23:59 Uhr.
Beachtet bitte unsere Teilnahmebedingungen!

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