Rezension “Alles wird gut” von Nina Lykke – btb Verlag

  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 352 Seiten
  • Herausgeber ‏ : ‎ btb Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (16. August 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 344275934X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442759347
  • Originaltitel ‏ : ‎ Full spredning
  • D: 20,00 Euro

Inhalt:

Wie konnte es so weit kommen? Elin – Mitte 50, Allgemeinärztin seit 20 Jahren und genauso lange verheiratet mit Aksel – ist kurzerhand in ihre Praxis gezogen. Während Aksel jede freie Minute mit Skilanglauf verbringt, schickt Elin eines Abends schon leicht angeschickert eine Nachricht an ihren Jugendfreund Bjørn – der antwortet prompt. Elin fühlt sich das erste Mal seit Langem wieder richtig lebendig. Aus Alltagsresignation wird erwartungsvolle Aufbruchsstimmung. Doch eine langjährige Ehe und das gutsituierte Leben im Reihenhaus lassen sich nicht so leicht abschütteln. Das ist die Ausgangssituation des vielfach ausgezeichneten Romans, der mit entlarvender Ehrlichkeit das Beziehungsleben der modernen Großstädter in mittleren Jahren unter die Lupe nimmt.

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Die Autorin:

Nina Lykke, geboren 1965 in Trondheim, Norwegen wuchs in Oslo auf. Sie studierte Grafik in Kopenhagen, arbeitete als Grafikdesignerin und war von 1997 bis 2003 Redaktionsmitglied der feministischen Zeitschrift »Utflukt«. Ihren Durchbruch als Schriftstellerin hatte Lykke mit ihrem Roman »Aufruhr in mittleren Jahren«, der in Norwegen eines der am meisten besprochenen Bücher des Jahres war. Für ihren neuen Roman »Alles wird gut« wurde sie mit dem Norwegischen Literaturpreis ausgezeichnet, er stand monatelang auf der Bestsellerliste und erscheint in 15 Ländern.

Quelle: Amazon

Rezension:

Selten greife ich bei einem Buch daneben. Mittlerweile weiß ich genau, was ich lesen möchte, kenne eine Vielzahl von Autoren und Autorinnen und verlasse mich gern auch auf die Meinungen anderer Blogger und Bloggerinnen. Manchmal gehe ich ein Risiko ein und lasse mich überraschen, aber auch hier ging mein Leseerlebnis selten daneben. Kritikpunkte gibt es immer mal und das ist auch gut so. Ich greife nicht unbedingt zu den gehypten Büchern, aber auch hier habe ich Lieblingsautoren/innen und schließe mich der Allgemeinheit dann gerne an.

„Alles wird gut“ klang vielversprechend und humorig. Eine Mischung, die ich gern lese. Der Beginn versprach dann auch einen schwarzen, vielleicht etwas derben Humor. Soweit so gut.

Auf den anfänglichen Lesespaß erfolgte die Ernüchterung. Mit jeder der folgenden Seiten reihten sich Phasen des Selbstmitleides, der Projizierung von Fehlern und Schuld rein auf alle anderen Mitmenschen und Alkoholabstürze der Protagonistin aneinander. Im Arztberuf schien sie auch fehlbesetzt, da sie augenscheinlich ihre Patienten und die Arbeit nicht mochte.

Ich habe das Buch beendet und finde die Grundidee gar nicht so verkehrt. Die offene Art von Nina Lykke Themen anzuschneiden, gefällt mir auch sehr gut. Zwischendurch finden sich immer wieder Stellen, die noch den erwarteten Humor durchblitzen lassen und auch ein gewisser Tiefgang in verschiedenen Gedankenbildern ist zu erkennen. Dies hat aber nicht ausgereicht, mich zu überzeugen.

Zu Elin fand ich bis zum Schluss keinen Zugang. Sie blieb mir fremd und konnte mich überhaupt nicht erreichen. Über viele Seiten bin ich eher hinweggeglitten, als intensiv einzutauchen. Aber genau das erwarte ich von einer guten Geschichte. Ich möchte mich fallen lassen, eine fremde Welt kennenlernen, Abenteuer erleben, mich wohlfühlen.

„Alles wird gut“ hat dies für mich leider nicht transportieren können.

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