Rezension „Nebel im August“ von Robert Domes – cbj Verlag

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: cbj (12. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570403289
ISBN-13: 978-3570403280
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
D: 9,99 Euro

Inhalt:

Ungekürzte Textausgabe mit zahlreichen farbigen Filmfotos
Deutschland, 1933: Ernst Lossa stammt aus einer Familie von »Jenischen«, Zigeuner, wie man damals sagte. Er gilt als schwieriges Kind, wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich – obgleich völlig gesund – in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird. Hier nimmt sein Leben die letzte, schreckliche Wendung: In der Nacht zum 9. August 1944 bekommt er die Todesspritze verabreicht. Ernst Lossa wird mit dem Stempel »asozialer Psychopath« als »unwertes Leben« aus dem Weg geräumt.

Quelle: Amazon

Der Autor:

Ich erzähle Geschichten, nicht mehr – aber auch nicht weniger.

Nach vielen journalistischen Texten erschien 2008 mein erster Roman „Nebel im August“. Das Buch wurde mehrfach ausgezeichnet, war unter anderem nominiert für den Gustav-Heinemann-Friedenspreis. Die Lebensgeschichte von Ernst Lossa zieht nach wie vor die Menschen in ihren Bann. Viele tausend Schüler haben das Buch im Unterricht gelesen. Und ihre Eltern und Großeltern waren mindestens ebenso berührt vom Schicksal dieses Jungen. Er wird in eine Irrenanstalt der Nazis eingewiesen und bekommt mit, dass dort die Patienten ermordet werden. Er weiß, die Mörder im weißen Kittel sind gnadenlos. Dennoch fordert er sie mit seinen bescheidenen Mitteln heraus. Ein kleiner Junge. Ein großer Held. Eine wahre Geschichte. 2015 wurde der Roman unter der Regie von Kai Wessel fürs Kino verfilmt. Der Film wird 2016 ins Kino kommen.

Im Frühjahr 2014 erschien mein erste Krimi „Voralpenphönix“. Darin wühlt die Lokaljournalistin Olivia Austin tief in der Vergangenheit. Sie versucht herauszufinden, was hinter dem Feuertod eines alten Mannes steckt. Allerdings muss sie feststellen: Die Geister, die sie weckt, spuken auch in ihrer eigenen Familie herum. Seit erscheinen des Romans freuen sich die Leserinnen und Leser über einen Allgäu-Krimi der etwas anderen Art. Augenzwinkernd und frech, spannend und temporeich, überraschend bis zur letzten Seite. Aber lesen Sie selbst.

Kaum war dieser Krimi auf dem Markt, riefen die Leser nach einer Fortsetzung. Diese erschien unter dem Titel „Almwiesengift“ im Frühjahr 2015. Diesmal hat es Olivia mit einem unheimlichen Giftmörder zu tun. Ihre beste Freundin Franziska stirbt bei einem Hexenfest an einem ominösen Pflanzengift. Während Olivia im Esoterik-Milieu recherchiert, ist der Mörder bereits hinter ihr her.

Robert Domes lebt mit der Schauspielerin Simone Schatz, zwei Kindern und zwei Katzen in Irsee im Allgäu.
Mehr über ihn unter: www.robertdomes.com

Quelle: Amazon

Rezension:

Worauf seid ihr besonders stolz, wenn ihr an eure Kinder und deren Entwicklung denkt?
Macht euch darüber bitte kurz Gedanken, bevor ihr weiter lest.
Ist es der Entdeckergeist, die Wissbegierde, der Übermut? Sind es die oftmals kleinen Schritte, die manchmal sehr viel bedeuten können? Oder ist es die schier unendliche Energie, mit der sie dem Leben entgegen stürmen? Später, wenn sie größer werden, der kritische Blick auf ihre Umwelt, Hilfsbereitschaft oder die unvoreingenommene Liebe, die sie uns entgegen bringen können?

Und nun überlegt einmal, wie es wäre, wenn all diese Wesenszüge als negativ, asozial, nicht passend, sogar als psychopatisch ausgelegt würden? Und dies alles nur, weil das Elternhaus nicht in ein Kastenschema passt.

Man mag es kaum glauben, möchte sich den Tatsachen verweigern und doch gab es eine Zeit, in der dies möglich war. Eine Zeit, in der Menschen willkürlich Wahrheiten dermaßen verdrehen konnten, dass ein völlig normales Kind, ohne jegliche psychischen oder physischen Gebrechen als unwert zu leben eingestuft wurde. Kinder aufgrund geistiger oder rein körperlicher Defizite ihr Leben nicht leben durften. Eine Zeit, in der sich Menschen über das Leben anderer erhoben und der Hippokratische Eid oftmals nur auf dem Papier bestand….

Wer mag sich erheben und entscheiden wollen, welches Leben lebenswert oder unwert ist? Nach welchen Kriterien mag man überhaupt eine derartige Entscheidung treffen wollen? Die Abweichungen von der „Normalität“ mussten nicht einmal groß sein. Epilepsie, Taubheit oder einfach nur die „falsche“ Lebensweise konnten über Tod oder Leben entscheiden. Depressionen gelten heute als Volkskrankheit. Zu Zeiten des Hitlerregimes hätte eine derartige Diagnose und ein daraufhin folgender Klinikaufenthalt leicht den Tod des Betroffenen bedeuten können.

Ernst Lossa wurde in diese Jahre des Hasses, in denen menschenverachtende Ideologien im Vormarsch waren, geboren. Ein Junge, dessen Leben bereits mit vier Jahren einen Weg beschritt, auf dem eine Umkehr kaum möglich war.
Ernst Lossa ist nur eines der vielen Opfer des Naziterrors. Sein Schicksal steht stellvertretend für all die Kinder, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen, die unmenschlich dahinsiechen mussten, weggesperrt und systematisch ausgehungert oder mit Morphiumspritzen umgebracht wurden.

Erschreckende Realität ist, dass genau diese Tendenzen, dieses Gedankengut wieder aufleben und sich in den Köpfen der Menschen einnisten.

Ernst stiehlt wie eine Elster. Ein Verhalten, dass er erst im Heim entwickelte und ihm zum Verhängnis wurde. Er stiehlt nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus Hunger und um seine Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit zu stillen.

„Aber warum ist er böse, wenn er Hunger hat und Äpfel stiehlt? Warum ist es böse, wenn er einem der Idioten den Tabak wegnimmt? Der merkt es doch sowieso nicht. Oder wenn er ein Stück Butter mopst. Aber immer heißt es gleich, der Lossa ist böse, der ist asozial, der ist nicht ganz normal…“  

Nur in seinen ersten vier Lebensjahren durfte er erfahren, was Familie, Geborgenheit und Liebe bedeuten. Mit der Krankheit und dem Tod der Mutter zerbrach seine kleine Welt und auch der Vater verlor den letzten Halt im Leben. Doch bereits zuvor konnte dieser kleine Junge die Ablehnung und den Spott der Menschen spüren und musste lernen, was es heißt, in eine Schublade gesteckt zu werden. „Zigeuner!“ wurden sie geschimpft. Und auch heute noch, wird dieses Wort verächtlich in den Mund genommen, um abwertend über Menschen zu urteilen.

Ernst wurde rein nach dieser Schublade beurteilt. Seine Taten nie hinterfragt, sondern als Charakterzug eines Zigeuners verurteilt. Dabei war sein Verhalten das eines ganz normalen kleinen Kindes, das die Welt und das Leben entdecken möchte. Eine Chance hatte dieser Junge nie.

Mit vier Jahren erscheint Ernst recht altklug, später mit vierzehn in seinen Gedankengängen eher kindlich naiv, dann wieder erschreckend weitsichtig. Aufgrund seines Heimlebens wurden der Horizont seiner Gedanken, seine Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt. Der Junge wurde nicht nur in seiner Lebensqualität beschnitten, auch in seiner geistigen Weiterentwicklung.
Er war ein Störfaktor, den es zu eliminieren galt. Ernst hatte zuletzt zu viel gesehen und begriffen. Er war ein unerwünschter Zeuge

Ernst Lossa im April 1942 bei der Einlieferung
in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren
Quelle: Wikipedia

Obwohl ich den Ausgang der Geschichte, seines Lebens kannte, bliebt doch immer die Hoffnung auf eine Wende, die Hoffnung auf einen positiven Ausgang an meiner Seite. Der Wunsch nach einem Ende, das es nicht geben konnte. Die Geschichte zeigt uns hier in aller Deutlichkeit, wohin nationalsozialistisches Gedankengut führen kann und die Tendenzen sind heute leider wieder nur zu deutlich spürbar.
Wir mögen nicht an die Grausamkeiten der menschlichen Abgründe denken und doch gab und gibt es sie um uns herum. Sadistisches Gedankengut versteckt hinter der Fassade einer politischen Gruppierung.

Von der Gesellschaft in eine Schublade gesteckt, aller Möglichkeiten einer individuellen Entwicklung beraubt, wurde Ernst von einem Heim ins andere geschoben. Niemand wollte ihn wirklich. Nur wenige Freundschaften durfte er in seinem kurzen Leben erfahren. Ernst war einfach nur ein kleiner Rebell auf der Suche nach Liebe, Geborgenheit und seinem Platz im Leben.

Beim Lesen bildet sich mehr als einmal ein Kloß im Hals. Hoffnung, Wut und Trauer bilden eine Kaskade an Gefühlen, die ich beim Lesen durchlaufen habe.

„Nebel im August“ ist ein Buch, das man vor allem mit dem Herzen liest, auch wenn es dabei zu zerbrechen droht.

Einen sehr fundierten Bericht zu Ernst Lossas Geschichte und einen kritischen Blick auf die Verfilmung des Buches findet ihr bei Arndt auf Astrolibrium.

Stolperstein Kloster Irsee verlegt am 16. Mai 2009
Quelle: Wikipedia

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Rezension „Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden“ von Emily Barr – FISCHER FJB

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (23. März 2017)
Sprache: Deutsch
übersetzt von Maria Poets
ISBN-10: 384144007X
ISBN-13: 978-3841440075
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
D: 16,99 Euro

Inhalt:

Sie hat kein Gedächtnis und nur eine Erinnerung: und dafür geht sie bis ans Ende der Welt.

Ein außergewöhnlicher Coming-of-Age-Roman, den man so schnell nicht mehr vergessen wird. Emily Barrs ›Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden‹ ist die Geschichte eines Mädchens, das für einen Kuss bis an den Nordpol reist und durch Briefe aus Paris die kleinen bunten Wunder des Lebens entdeckt. Ungewöhnlich berührend und bezaubernd erzählt!

„Ich schaue auf meine Hand. Dort steht Flora, das bin ich. Die Buchstaben auf dem Handrücken bilden meinen Namen. Ich halte mich daran fest. Ich bin Flora. Darunter steht: Sei mutig! Ich schließe meine Augen und hole tief Luft. Ich weiß nicht, warum ich hier bin, aber alles wird gut.“

Flora Banks Leben ist wie ein tausendteiliges Puzzle in allen Farben des Regenbogens. Jeden Tag muss sie es erneut zusammensetzen. Sie muss sich daran erinnern, wer sie ist und was los ist. Manchmal stündlich. Nichts, was seit ihrem 10. Geburtstag passiert ist, bleibt ihr im Gedächtnis. Doch auf einmal ist da diese eine Erinnerung in ihrem Kopf. Und sie bleibt, verschwindet nicht wie die anderen Details aus ihrem Leben. Es ist die Erinnerung daran, wie sie nachts am Strand einen Jungen geküsst hat. Bewaffnet mit Handy, Briefen von ihrem Bruder aus Paris, einem prallgefüllten Notizbuch und tausenden von Zettelchen macht sich Flora Banks auf eine Reise, die sie letztendlich zu sich selbst führt. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben kann sie jetzt entscheiden, wer sie wirklich sein will.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Emily Barr arbeitete lange Zeit begeistert in einer trubeligen Zeitungsredaktion. Manchmal sehnte sie sich jedoch nach einer stillen Ecke, um die Geschichten aufschreiben zu können, die ihr im Kopf rumspukten. Schon als Kind hatte sie nachts immer ihren Vater gehört, der auf seiner alten Schreibmaschine Romane schrieb. Emily lernte dadurch, dass man seine Träume verwirklichen kann, wenn man es nur will. Also begann sie selbst mit ihrem ersten Buch. Mittlerweile hat Emily einige Bücher veröffentlicht. ›Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben sein‹ ist ihr YA-Debüt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Cornwall, England.

Quelle: Amazon

Rezension:

Unser Gehirn und damit einhergehend unser
Erinnerungsvermögen sind schon eine komplizierte, eigenartige Konstruktion.
Werden Teilbereiche des Gehirns verletzt, hat dies oft unkalkulierbare Folgen
und ist in der Regel irreparabel. Unser Gedächtnis wird von Regionen im Gehirn
gesteuert. Manchmal wünschen wir uns, Frieden im Vergessen zu finden und nach
einem schockierenden Erlebnis tritt ja auch immer wieder eine Art
Schutzmechanismus in Kraft, der Erinnerungen verdrängt oder in ein tiefes
schwarzes Loch fallen lässt.
Aber Erinnerungen sind wichtig. 
Sie warnen uns vor Gefahren,
bescheren uns in Momenten von Angst und Leid einen warmen Augenblick, spenden
Trost…
Gerüche, Geräusche, der Geschmack von Speisen oder eine
bestimmte Geste lösen in der Regel Erinnerungen aus. Wir verbinden damit
Erlebnisse und Gefühle. Diese wiederum bestimmen unser Leben und Handeln.
Doch was passiert, wenn wir unsere Erinnerungen nicht
bewahren können? Ein Moment, ein Erlebnis, nur einen flüchtiger Hauch im Leben
darstellt? Wie verändern wir uns? Was passiert mit der Psyche eines Menschen?
Wie lässt sich ein Alltag ohne Erinnerungen bewältigen?
Ich finde dieses Thema ungemein spannend und daher war
„Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden“ wie für mich geschrieben. Die
Autorin hat mich auch nicht enttäuscht und ein unterhaltsames, nachdenklich stimmendes Buch geschaffen, das zu Herzen geht.
Floras Erinnerungen existieren nur bis zu ihrem zehnten
Lebensjahr. Danach veränderte sich für sie und ihre Familie die Welt.
Erlebnisse, die danach ihr Leben prägten existieren für sie nur noch, wenn sie
diese direkt schriftlich festgehalten und nachgelesen hat. Notizbücher und
Stifte
sind daher ihre wichtigsten Wegbegleiter und manchmal lebensrettend.
Erinnerungen sind für sie nur noch wie Schilderungen aus
zweiter Hand. Menschen, die sie nach ihrem zehnten Lebensjahr  kennengelernt hat, sind nur wenige Stunden
später wieder unbekannte Fremde. Aber Flora hat einen Leitspruch:
Flora. Sei mutig!
Auch hierzu gibt es eine eigene Geschichte, die am Ende sehr
berührt.
Es schafft extreme Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke,
wie manipulierbar Flora durch ihre Krankheit ist.
Sie wacht jeden Morgen als Zehnjährige im Körper einer
fremden Frau auf, denn inzwischen ist Flora siebzehn. Jeden Tag muss sie
sich mit vielen Hilfsmitteln und Tricks ihr Leben neu erschaffen, es neu
kennenlernen. 
Ihr Leben plätschert in einer Art Alltagstrott dahin, bis, ja bis
zu diesem gestohlenen Kuss am Stand. Diese eine Wahrnehmung und alles, was
damit verbunden war, bleiben in ihrem Gedächtnis haften. Die Ereignisse und
Gefühle sind auf einmal jederzeit abrufbar. 
Genau zu diesem Zeitpunkt fangen
sich die Ereignisse an zu überschlagen. Ihre Eltern verheimlichen etwas, doch
der rote Faden ihrer Gedanken verliert sich immer wieder im nirgendwo, ihr
Bruder liegt im Sterben und mit ihrer einzigen Freundin hat sie sich überworfen.
Plötzlich befindet sie erstmals allein zu Hause und ist zum ersten Mal völlig auf sich allein gestellt. 
All ihre Gedanken kreisen um
diese einzige Erinnerung, die sich in ihrem Kopf festgesetzt hat. Die hervorgerufenen
Gefühle sind dermaßen stark, dass Flora über sich hinaus wächst. Sie macht sich
auf nach Norwegen und auf die Suche nach dem Jungen, der ihr diese Erinnerung
geschenkt hat. Ab hier beginnt ein spannendes Abenteuer. Glaubt mir, so eine
Reise ist für ein Mädchen wie Flora eine schier unlösbare Herausforderung.
Flora. Sei mutig!
Einen einzigen Kritikpunkt habe ich. Flora besucht ganz
normal die Schule und macht ihren Abschluss. Wie das funktionieren kann, hat
sich mir in der Geschichte nicht erschlossen, ist allerdings für die
eigentliche Handlung auch relativ unrelevant. Dieses Detail wird im Buch
einfach übergangen. Ich habe mir beim Lesen selbst keine Gedanken darüber
gemacht. Die Frage kam erst im Rückblick auf die vielen Ereignisse auf. Es gibt so viele Dinge, die mich weit nach dem Ende der Geschichte noch beschäftigen und bewegen.


Floras Geschichte hat mich fasziniert. Sie zeigt auf, was
wir alles bewältigen können, wenn wir es nur wirklich wollen. Wir sehen hier
aber auch, wie einengend Schuldgefühle und Liebe sein können und uns auf
falsche Wege führen. Wer „50 erste Dates“ mag, wird sich auch mit Flora sehr
wohl fühlen. Wer sich auf „Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden“
einlässt, sollte sich bewusst sein, dass es im Buch sehr viele Wiederholungen
gibt. So erleben wir als Leser Floras Welt hautnah mit und gewinnen ein Gefühl
für ihre Sicht aufs Leben.  

All diejenigen, die gern vorab einen Blick auf das Ende
eines Buches werfen. Bitte lest Jacobs Brief wirklich erst zum Schluss. Noch
mehr als alles andere hat dieser mich mitten ins Herz getroffen und ich gebe
zu, die Taschentuchbox habe ich dann auch gebraucht. Richtig verinnerlichen
kann man seine Worte aber nur, wenn man Floras Geschichte bis zu diesem Punkt verfolgt hat.

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Rezension „Nova und Avon 1: Mein böser, böser Zwilling“ von Tanja Voosen – Carlsen Verlag

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Carlsen (3. März 2017)
Sprache: Deutsch
illustriert von Petra Hämmerleinova
ISBN-10: 355165381X
ISBN-13: 978-3551653819
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 – 16 Jahre
D: 11,99 Euro

Inhalt:

Hier ist NOVA: unscheinbar, schüchtern, tollpatschig. Dort ist ein böser Fluch. Und auf einmal gibt es AVON: intrigant, zuckersüß und verflucht gefährlich …

Nova ist sprachlos. Sie glaubt nicht an Magie. Doch seit sie auf dem Jahrmarkt von einer Wahrsagerin verhext wurde, ist da plötzlich diese Doppelgängerin: Avon. Eine hinterhältige Nova-Kopie, die sich bei Novas Eltern einschleimt, die dem süßesten Typen der Schule peinliche Sachen sagt und Novas Wellensittich ärgert.

Schnell wird klar: Nova muss ihren bösen Zwilling wieder loswerden. Sie muss mutig sein und über ihren Schatten springen. Vor allem aber braucht sie eine gute Freundin – am besten mit magischen Fähigkeiten. Denn gegen so viel schwarze Magie hilft nur eines: noch mehr Magie …

Textauszug: „Mein Name ist Avon“, sagte die Doppelgängerin. Sie hob spöttisch den Kopf, als wolle sie auf Nova herabsehen, dabei waren sie beide exakt gleich groß. „Ich bin du – nur besser. Eine bessere Version von Nova Stark.“

*** Freundinnen, Feindinnen, Magie und Witz – ein Buch wie ein Gute-Laune-Zauber! ***

Mädchenbuch mit Fantasy, Magie und jeder Menge Spaß! Das Hardcover-Debüt der jungen Autorin und Bloggerin Tanja Voosen

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Tanja Voosen wurde 1989 in Köln geboren und lebt heute in der Nähe der Eifel. Geschichten waren nicht immer Teil ihres Lebens, aber seit einer Weile kommt sie davon noch weniger los, als von Kaffee, Serien und verrückten Ideen. Ihr Debütroman und der Folgeband bewegen sich im Genre Fantasy, während ihre neusten Abenteuer in der realen Welt spielen. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, den Weg nach Hogwarts zu suchen, weil die Realität so schlecht ohne echte Magie auskommt, treibt sie sich in der Welt der Blogger herum oder belästigt ihre Freunde mit ihrem unverbesserlichem Humor, der eines Tages, das Universum erobern wird.

Quelle: Amazon


Rezension:

Wir können uns glücklich schätzen, dass unsere Welt
ringsherum bunt und vielschichtig ist. Genauso, wie auch jede einzelne
Persönlichkeit voller Facetten und Überraschungen steckt.
Nova hält sich selbst für langweilig, tollpatschig und fade,
gestraft mit überdrehten Eltern und ohne Freunde. Nun ja, welchen Teenies erscheinen die eigenen Eltern nicht irgendwann einmal oberpeinlich – zum Glück gibt sich dieser Zustand meist wieder. 
Sie schämt sich und eigentlich
versteckt sie sich hinter einer Mauer, um nur ja nicht wahrgenommen zu werden.
Diese Einstellung steht im krassen Widerspruch zu ihren wahren Wünschen. Sehnt sie
sich doch nach Aufmerksamkeit, Freunden und möchte im Leben etwas erreichen.
Jedoch kostet es auch Kraft, sich dem realen Leben zu stellen und für seine
Ansichten zu kämpfen, zu seinen Gefühlen zu stehen und Konflikte offen
auszutragen.
Wir alle sind nicht einfach nur schwarz oder weiß, gut oder
böse
Ganz tief drin kämpfen irgendwie immer Engelchen und Teufelchen um die Macht
und wer am Schluss gewinnt, liegt ganz allein an uns selbst. Nicht jedem
gelingt es, diesen Kampf im positiven Sinne zu überstehen.
So ähnlich empfand ich diese erste Geschichte um Nova und
ihren bösen Zwilling Avon. Sie sind beide wie unterschiedliche Seiten einer Medaille
und gehören doch irgendwie zusammen. Ist Avon nicht präsent, lebt Nova ihre
gute Seite aus und unterdrückt negative Gedanken weitestgehend. Ist Avon aber
diejenige, die bestimmt, kommen Wut, Egoismus und andere negative Charakterzüge
hervor, die man selbst nicht wahrhaben möchte oder denen man nie nachgeben würde.
Der Fluch der Wahrsagerin war eigentlich ein Segen für
unsere Protagonistin. Ohne diesen hätte sie Fee kaum eines zweiten Blickes
gewürdigt, geschweige denn ihr eine Chance gegeben und so einen wirklich wertvollen Menschen verloren, bevor ihr dies überhaupt bewusst geworden wäre. 
Ja, auch Nova sah über
verschiedene Dinge recht oberflächlich hinweg, gab sich nie die Mühe, einmal
genauer hinzuschauen und suhlte sich in Selbstmitleid. So hätte sie nie diese
wunderbaren Gefühle von Freundschaft und Ankommen gespürt, ihren Eltern nie
eine Tür geöffnet, um deren Welt wirklich zu begreifen und akzeptieren zu können. 
Alle mit dem Fluch
und Avon einhergehenden Probleme öffneten Nova neue Wege und halfen ihr, sich
selbst kennenzulernen und andere besser zu verstehen. Es war so eine Art
Selbstfindung, die hier voranging und ihr ein bis dato unbekanntes
Selbstbewusstsein verschaffte. Auf einmal stellt man fest, Nova ist klug und
wenn sie ihre Hemmungen verliert sogar witzig und schlagfertig. Es hat Spaß
gemacht, zu entdecken, was alles in ihr steckt.
Doch wir sehen auch, dass Jungs nicht nur oberflächlich sind
und den Reizen bestimmter Mädchen wie Viola hinterhecheln. Fitz sehnt sich nach
Natürlichkeit, nach einem Mädchen, mit dem er einfach nur reden und Spaß haben
kann, so ganz ohne Berechnung und affektiertem Gehabe. Hier geht es auch um die wahren Werte im Leben.
Neben Nova hat mich Fee unheimlich fasziniert und ich könnte
mir hier sogar eine eigene Geschichte für sie vorstellen.
Keine Angst, dies ist keine langatmige Abhandlung mit vielen Sinnsprüchen und belehrenden Phrasen. Typische Alltagsprobleme mit denen sich Mädchen in diesem
Alter herumschlagen müssen treffen auf Magie und so einige übernatürliche
Phänomene. Dabei gehen die Erlebnisse von Nova, Fee und allen anderen oft mit einem guten Gespür für Humor und Situationskomik einher. Locker, leicht und doch sehr tiefgründig habe ich die Geschichte empfunden.

Ich denke, mit dieser Mischung trifft Tanja Voosen direkt den Nerv
ihrer Leserinnen.
Und auch der Einband des Buches ist faszinierend und hätte
nicht passender ausfallen können.
Ich gehöre vielleicht schon lange nicht mehr zur eigentlichen Zielgruppe dieses
Buches, habe mich in der Geschichte aber pudelwohl gefühlt und kann den zweiten
Band kaum erwarten. Es ist schön, wenn man gefühlt, eigentlich doch nie
erwachsen wird…

Carlsen Bloggertreffen Leipziger Buchmesse 2017
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Rezension „Mein Papier-Bastelblock: 40 süße Bastelprojekte zum Falten, Schneiden und Kleben. Mit 40 Papieren und 50 tollen Stickern zum Heraustrennen und Verbasteln“ TOPP – frechverlag


    Taschenbuch: 96 Seiten
    Verlag: Frech; Auflage: 1 (25. Januar 2017)
    Sprache: Deutsch
    illustriert von: Frankie Jones
    ISBN-10: 3772476813
    ISBN-13: 978-3772476815
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 – 8 Jahre
    D: 8,99 Euro

Inhalt:

Dieser Bastelblock hat es in sich, denn er steckt voller Ideen und kunterbuntem Papier zum Falten, Schneiden und Kleben. Verwandle die Papierbögen in niedliche Origami-Füchse, glitzernde Papierkronen, freche Fingerpuppen oder zauberhafte Lampions und verziere deine Bastelprojekte anschließend mit coolen Stickern. Egal ob du zu Hause oder unterwegs bist – dieser Papierblock ist der perfekte Begleiter für alle Bastelfans, die immer wieder etwas Neues ausprobieren wollen. Über 40 tolle Bastelideen und dazu passendes Papier warten schon auf dich!

Quelle: Amazon

Rezension:

Wir haben diesen Bastelblock vom Osterhasen bekommen und Tiffany (8) hat sich auch direkt auf die einzelnen Projekte gestürzt. 
Das Wetter verbannte uns die letzten Tage ins Haus und so konnte sie ihre Bastellust voll ausleben.

 Die verschiedenen Bastelanleitungen sind leicht verständlich und kindgerecht beschrieben. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen werden mit aussagekräftigen Bildern untermalt. 

Tiffany konnte bisher problemlos alle Basteleien ohne Hilfe oder Extraanleitung umsetzen.
Der Block bringt die passenden Papiere und viele Sticker mit, so dass die Kinder direkt loslegen können. Benötigt werden lediglich Schere, Kleber, Stifte und evtl. etwas Strick. 
Bei schwierigeren Bastelprojekten sind die Falz- und Klebelinien bereits aufgedruckt. Da stellen sich auch bei den jüngeren Kindern rasch Erfolge ein und der Spaß bleibt nicht auf der Strecke.
Die Bilder zeigen nur eine kleine Auswahl unserer bisherigen Basteleien und noch befinden sich viele Anregungen und mögliche Bastelideen darin, die wir in den nächsten Tagen sicher noch umsetzen werden.
Ich kann für diesen Block meine absolute Empfehlung aussprechen. Viel Spaß beim selbst ausprobieren.
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*** Pixibuch-Challenge 2017 – Part 4 *** Ideen fürs Osternest *** – Carlsen Verlag

Ich weiß, Ostern und Weihnachten kommen immer so unverhofft….

Für alle, die noch nach dem Tüpfelchen auf dem i bzw. dem kleinen gewissen Etwas fürs Osternest suchen, hier vielleicht zwei passende Tipps von mir.

„Häschen klein ging allein…“

Häschen macht sich auf zum Onkel, dem Osterhasen. Doch der Weg ist nicht ungefährlich und es begegnet den freundlichen Rehen, dem bösen Fuchs, dem übermütigen Hund, einem hilfsbereiten Hasen und guten Kindern. Ganz erschöpft kommt es beim Onkel an, um dort zu lernen, wie man Ostereier färbt.

Dieses Büchlein musste ich einfach haben. Ich liebe die Zeichnungen von Fritz Koch-Gotha, der als Zeichner der „Häschenschule“ berühmt wurde und sicher fast jedem bekannt ist.
Die Bilder werden von nostalgisch anmutenden Texten in Versform – passend zur bevorstehenden Osterzeit – begleitet.

Pixi-Serie 194 / Nr. 1751
Carlsen Verlag
ISBN: 978-3-551-05794-5
D: 0,95 Euro
„Leo Lausemaus lernt schwimmen“

Die meisten Kinder lieben Wasser und doch kostet es immer wieder Überwindung, sich ins tiefe Wasser zu wagen und schwimmen zu lernen. Leo Lausemaus geht es da nicht anders. Anfangs begeistert, hat er dann doch riesige Angst. Aber mit einem geduldigen Schwimmlehrer überwindet er seine Angst und kann stolz auf sich sein. Bald wird er seiner kleinen Schwester beim Schwimmenlernen helfen.

Leo Lausemaus ist aus unseren Bücherregalen nicht mehr wegzudenken. Kinder können sich mit dem Mausejungen prima identifizieren. Es sind Geschichten aus unserem Lebensalltag, die uns hier kindgerecht immer wieder begegnen. Die wundervollen Illustrationen von Marco Campanella bezaubern dabei alle Leser von Neuem.

Pixi-Serie 219 / Nr.1985
Carlsen Verlag
ISBN: 978-3-551-05051-9
D: 0,99 Euro

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Rezension „Kuschelflosse – Der knifflige Schlürfofanten-Fall“ von Nina Müller – Hörbuch – cbj audio

Audio CD
Verlag: cbj audio; Auflage: Ungekürzte Lesung, Inszenierte Lesung mit Musik (23. Januar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3837138143
ISBN-13: 978-3837138146
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 4 Jahren
D: 7,99 Euro

Inhalt:

Kuschelflosses großes Schlürfofanten-Abenteuer

Eines Tages steht ein großes Geschenk vor Kuschelflosses Haustür. Darin: Ein Schlürfofant! Schlürfi ist richtig lieb, aber er hat einen riesigen Appetit und saugt selbst Herrn Kofferfischs stinkige Socken sofort in seinen Rüssel ein. Eins ist klar: In Fischhausen kann Schlürfi unmöglich bleiben. Und so machen sich Kuschelflosse und seine Freunde auf, um Schlürfis Eltern zu finden …

Quelle: Amazon

Über den Autor und weitere Mitwirkende


Nina Müller, geboren 1977 in Bayreuth, studierte Kommunikationsdesign in Wiesbaden und Sydney, bevor sie nach München zog und als Art Director in einer der renommiertesten Werbeagenturen Deutschlands arbeitete. Heute hat sie ihr eigenes Designbüro in Bayreuth und genießt neben den konzeptionellen Aufgaben mehr Zeit für ihre liebste Leidenschaft: das Schreiben und Illustrieren fantastischer Geschichten mit einzigartigen Charakteren.

Ralf Schmitz, bekannt aus TV-Shows wie Schillerstraße, als Zwerg Sunny in den 7 Zwerge-Kinofilmen und als Autor der Bestseller Schmitz’ Katze, Schmitz’ Mama und Schmitz’ Häuschen, ist der Turbo unter den Comedians. Mit seinen vielstimmigen Lesungen hat er bereits die ersten beiden Bände von Kuschelflosse in ein unvergessliches Ein-Mann-Hörspiel verwandelt.

Quelle: Amazon

Rezension:


Ich bin ein bekennender Fan von Kuschelflosse und seinen Freunden. „Kuschelflosse – Das unheimlich geheime Zauberriff“gehört bereits zu unserer Hörbuchsammlung und da musste natürlich das aktuelle Abenteuer auch bei uns einziehen.

Bei dieser Buchreihe habe ich mich bewusst für die Hörbuchversionen entschieden, da hier sehr viel mehr als eben nur ein Hörbuch geboten wird. Die Herausforderung, die kleinen und großen Zuhörer ohne visuellen Fokus, allein mit Hilfe von Geräuschen, Musik und auf die Charaktere abgestimmten Stimmvariationen zu fesseln, wird hier mit Bravour gemeistert. Es rauscht, es blubbert, es schmatzt….

Ralf Schmitz hat eine ganz besondere Art, die von Nina Müller so humorvoll und ideenreich geschilderten Abenteuer stimmlich in Szene zu setzen. Es macht einfach Spaß zuzuhören und sich in die Unterwasserwelt entführen zu lassen.

Da auch „Kuschelflosse: Der knifflige Schlürfofanten-Fall“ mit einem kleinen Booklet ausgestattet ist, in dem die einzelnen Fische kurz vorgestellt werden, haben die Kinder gleich eine optische Vorstellung ihrer Helden vor Augen. Die liebevoll entworfenen Zeichnungen sind einfach nur niedlich und strahlen eine Fröhlichkeit aus, die ansteckend wirkt.

Ein paar schwierigere Adjektive und Wortwendungen seien verziehen, da diese im großen Ganzen untergehen und auch die kleineren Kinder das Geschehen problemlos verfolgen können. Dafür sorgen einzigartige Wortkreationen garantiert für Lacher.

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Rezension „Hochzeitsküsse und Pistolen“ (Cathy Gunn ermittelt) Chicklit-Krimi von Katrin Koppold

Taschenbuch: 276 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (5. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1502311429
ISBN-13: 978-1502311429
D: 9,95 Euro


Inhalt:

Ein Mord im beschaulichen Örtchen Wilbury on the Woods – das gab’s noch nie! Nur wenige Tage, bevor Cathy heiratet, stolpert sie auf der Ruine von Glenford Castle über die Leiche der Postbotin Veronica. Was aber noch viel schlimmer ist – Cathys zukünftiger Bräutigam, der ortsansässige Polizist, soll den Fall übernehmen und ihn so schnell wie möglich aufklären. Damit ihre Flitterwochen nicht ins Wasser fallen, sieht Cathy sich gezwungen, ihm tatkräftig unter die Arme zu greifen. Verdächtige gibt es auch mehr als genug, denn das Opfer war eine boshafte Klatschtante. Leider hat Cathy jedoch so gar keine Erfahrung in Sachen polizeilicher Ermittlungen. Kein Wunder, dass sie ihrem Verlobten immer wieder in die Quere kommt – und auch der Mörder bald auf sie aufmerksam wird.

Quelle: Amazon

Die Autorin:

„Wenn du an eine Weggabelung kommst, geh einfach drauf zu“.

Dieses Zitat aus dem Film „360°“, das die Autorin ihrem Debutroman „Aussicht auf Sternschnuppen“ vorausgestellt hat, trifft ihre Lebensphilosophie ziemlich genau. Nicht lange zaudern, Neues ausprobieren, auch wenn man sich dabei blaue Flecke holt, Risiken eingehen, Visionen haben!
Nach Abitur und Studium ist Katrin Koppold viel gereist, hat die Welt erkundet, als Fitnesstrainerin, Journalistin, Mode- und Kosmetikdarstellerin und in einem Restaurant gearbeitet, bevor sie den Mann ihrer Träume kennen gelernt hat und sesshaft geworden ist. Heute lebt sie mit ihrer Familie und den Katzen Merlin und Fiona in einem Häuschen in der Nähe von München.
Ihre Romane rund um die Liebe, das Leben und das große Glück lässt sie immer wieder an Orten spielen, an die sie ihr Herz verloren hat: Italien, Irland, München, Paris …

Unter dem Pseudonym Jade McQueen schreibt Katrin Koppold mit vier befreundeten Autorinnen die Reihe „The Diamond Guys“.

Quelle: Amazon

Rezension:


Kann ein Krimi vor Witz sprühen? Ja, er kann, wenn er aus der Feder von Katrin Koppold stammt. Dem Charme ihrer Romane bin ich ja bereits seit geraumer Zeit erlegen und auch hier hat sie mich nicht enttäuscht.

Mit einem wunderbaren Feingefühl für urkomische Situationen, selbst wenn diese eigentlich recht mörderisch daherkommen, führt uns die Autorin durch die Ermittlungen.
Die Idylle des Dorflebens täuscht. Auch wenn eigentlich jeder jeden von Kindesbeinen an kennt, lauern hintern den Mauern dunkle Geheimnisse. Nicht immer ist es gut, an den geschlossenen Türen zu rütteln.

Unsere Protagonistin Cathy muss man einfach ins Herz schließen, so chaotisch liebenswert sie nach passenden Fettnäpfchen Ausschau hält. Dabei möchte sie doch eigentlich nur ihre Hochzeit und die Flitterwochen retten. Welche Lawine sie in Kraft tritt und wie sehr sie sich selbst in Gefahr bringt, ahnt sie anfangs nicht.

„Hochzeitsküsse mit Pistolen“ ist eine gelungene Mischung aus Nervenkitzel, Romantik und Humor. Kurzweilig und amüsant hat mir dieses Buch wundervolle Lesestunden beschert.

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Rezension „Mein Freund Pax“ von Sara Pennypacker – FISCHER Sauerländer

Hardcover (16. März 2017)
304 Seiten, gebunden
FISCHER Sauerländer
Sprache: Deutsch
aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann
Illustriert von: Jon Klassen

ab 10 Jahren
ISBN: 978-3-7373-5230-7
Preis € (D) 16,99 | € (A) 17,50

Inhalt:

Peter hat den Fuchswelpen Pax vor dem sicheren Tod gerettet und aufgezogen – seitdem sind die beiden unzertrennlich. Peter und Pax verstehen sich ohne Worte, und nur zusammen fühlen sie sich ganz. Aber dann kommt der Krieg und reißt die beiden auseinander. Zwischen ihnen liegen Hunderte von Kilometern und warten tausend Gefahren, doch von ihrer Sehnsucht getrieben, kennen die beiden nur einen Gedanken: den anderen wiederzufinden …

Sara Pennypacker und Jon Klassen haben eine berührend-poetische Freundschaftsgeschichte geschaffen, die gleichzeitig ein Plädoyer für Menschlichkeit in Zeiten des Krieges ist.
Mit zwölf schwarz-weiß Illustrationen von Jon Klassen.

Quelle: S. Fischer Verlage

DieAutorin:

Sara Pennypacker wurde 1951 in Massachusetts, USA, geboren, wo sie auch heute noch lebt. Sie gehört zu den bekanntesten Kinderbuchautorinnen Nordamerikas, und ihre Bücher wurden vielfach ausgezeichnet.
Quelle: S. Fischer Verlage

Rezension:

Ich möchte euch meinen Freund Pax vorstellen. Er hat heute, genau an meinem Geburtstag, im FISCHER Sauerländer Verlag offiziell das Licht der Welt erblickt. Und dieses Buch ist wirklich ein ganz besonderes Geschenk.

Pax ist ein Fuchs und damit stellt sich gleich zu Anfang die Frage: „Kann ein Wildtier als Haustier leben?“.

In gewisser Weise schon. Pax wurde als Welpe von Peter gerettet und lebte viele Jahre wie ein Haustier, ähnlich einem Hund. Jedoch verändert sich die Welt um ihn herum und wie aus dem Nichts, wird alles anders. Kann Pax in der Wildnis allein überleben?

Auf dem Buchumschlag sehen wir Pax nur von hinten. Er wartet auf seinen Jungen und strahlt dabei eine tiefe Sehnsucht und Vertrauen aus. Für Pax ist Peter nur „sein Junge“. Er erkennt ihn an seinem Geruch, seiner Statur und seinen Bewegungen. Für Peter ist der Fuchs ein Freund und doch ließ er ihn allein im Wald zurück. Ein Verrat, der sich für Pax schmerzhaft anfühlt und doch glaubt er an die zwischen beiden herrschende Freundschaft. Auch Peter leidet unter der Trennung und macht sich auf den langen Weg zurück zu seinem Fuchs. 

Mit dieser Ausgangssituation schickt uns Sara Pennypacker auf eine Reise. Es wird eine Entdeckungsreise auf der Suche nach Geborgenheit, Liebe und vor allem dem eigenen Platz im Leben.

Wir erleben auf eine sehr poetisch berührende Weise die Intensität der Freundschaft zwischen Mensch und Tier.

Einfache, eindringliche schwarz-weiß Zeichnungen von Jon Klassen untermalen die von der Autorin geschaffenen Bilder. In ihrer Schlichtheit wirken sie gehaltvoller, als es bunte Leuchtbilder je könnten. Es ist eine Geschichte über Treue, Freundschaft, Vertrauen und Selbstfindung. Dabei ist „Mein Freund Pax“ vielschichtig und berührt nachhaltig. Es ist schwer, dieses Buch in seinem ganzen Ausmaß zu beschreiben, ohne dabei zu viel über dessen Inhalt zu verraten.

„Ich wäre eine gute Lehrerin geworden.“

Peter trifft auf seiner Such nach Pax auf Vola. Diese Begegnung verändert beider Leben. 
Vola ist vom Krieg traumatisiert. Sie hat ihre Träume aufgegeben und vergräbt sich in Einsamkeit. Peter findet intuitiv einen Zugang zu ihr und zeigt dabei eine Reife und innere Stärke, die man diesem 12jährigen Jungen anfangs nicht zugetraut hätte. Er hilft ihr, den selbst gewobenen Kokon zu verlassen. Bei Vola findet Peter die lange vermisste Geborgenheit. Seine Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Verständnis konnte der Junge bisher nur bei Pax stillen. Wie sehr er seinen Fuchs doch vermisst…

Pax, der Menschenstinker, wie ihn die anderen Füchse schimpfen, muss dagegen lernen in den Wäldern zu überleben und zurück zu seinen Instinkten finden. Der Blick aus Fuchsaugen, das wortlose Verstehen untereinander, berühren das Herz. 

In einer Zeit des Krieges, wird das Leben und Überleben für Mensch und Tier zu einer Bewährungsprobe. Seien es die Tiere, die sich unbekannten Gefahren gegenübersehen oder die Kriegskranken, wie die Tiere die Soldaten nennen. Es ist keine leichte Zeit, in der sich Peter und Pax auf die Suche nacheinander begeben. 

Ob sie die Sehnsucht stillen, noch einmal gemeinsam dem Baseball hinterher jagen können, erfährt nur derjenige, der den beiden über dreihundert Seiten hinweg auf ihrem Weg beisteht. Öffnet euren Blick und euer Herz für meinen Fuchs Pax und seinen Jungen.

…und „die Verandatür bleibt immer offen!“

Ich möchte Euch auch herzlich zu einem Besuch im Fuchsbau von Arndt auf Astrolibrium einladen.

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Rezension „Alma“ von Dagmar Fohl – Gmeiner-Verlag


    Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
    Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 1., 2017 (8. Februar 2017)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3839220726
    ISBN-13: 978-3839220726
    D: 18,00 Euro




    Inhalt:

    Der Hamburger Musikalienhändler und Cellist Aaron Stern muss 1939 Deutschland ohne seine Tochter verlassen. Eine verhängnisvolle Odyssee beginnt. Er findet in keinem Land sichere Aufnahme und gerät in die Fänge der Nationalsozialisten. Nach leidvollen Erfahrungen als Schiffsflüchtling und Lagermusiker kehrt er schließlich nach Hamburg zurück. Eine berührende und abenteuerliche Suche nach seiner Tochter beginnt.

    Quelle: Amazon


    Die Autorin:

      Dagmar Fohl absolvierte ein Studium der Geschichte und Romanistik in Hamburg und arbeitete als Historikerin und Kulturmanagerin. Heute lebt sie als freie Autorin in Hamburg und schreibt Romane über Menschen in Grenzsituationen. Psychologisch fundiert zeichnet sie Seelenzustände ihrer Protagonisten mit ihren Lebens- und Gewissenskonflikten und beleuchtet gleichzeitig die gesellschaftlichen Verhältnisse und Probleme der jeweiligen Epoche, in der ihre Protagonisten agieren.

      Quelle: Amazon


    Rezension:

    Mich hat der Klappentext direkt angesprochen. Doch kann eine fiktive Geschichte verbunden mit den historischen Fakten dieser Zeit vor seinen Lesern bestehen und den Geschehnissen gerecht werden? Gelinde gesagt, war ich skeptisch. Dagmar Fohl hat es jedoch geschafft, die Figuren sehr intensiv und authentisch wirken sowie handeln zu lassen.

    „Alma“ startet mit einem Vorwort von Esther Bejarano, die mir bereits aus „Wir haben das KZ überlebt – Zeitzeugen berichten“ von Reiner Engelmann ein Begriff ist. Esther Bejarano spielte selbst im Mädchenorchester von Ausschwitz und weiß, worüber sie spricht. Sie hat die Leiden und auch psychischen Foltern am eigenen Leib durchlebt. Allein dadurch stieg mein Zutrauen zu Almas Geschichte.

    Wir erleben die geschilderten Ereignisse aus der Sicht von Aaron Stern. Der Erzählstil ist recht sachlich und nüchtern. Auf mich wirkte es so, als ob Aaron Stern es einfach nicht zulassen konnte, zu große Emotionen zu zeigen. Als ob der Bericht über sein Leben nur auf Basis des größtmöglichen gefühlsmäßigen Abstandes von dem Erlebten überhaupt möglich ist. Gleichzeitig musste ich mir zu Beginn vor Augen führen, dass Aaron am Ende des Krieges kaum 30 Jahre alt ist. Man hat das Gefühl, einen weit über seine Jahre hinaus gealterten Menschen vor sich zu haben, der geprägt durch die erlittenen Leiden alle Last der Welt auf seinen Schultern trägt. Gerade durch diese besondere Art des Tones, wird „Alma“ zu einem sehr intensiven Leseerlebnis.

    Wieviel Leid kann ein Mensch ertragen? 

    Aaron und Leah befanden sich bereits auf dem Weg in die Freiheit. Sie hatten eine der letzten Schiffspassagen bekommen, die ihr Überleben sichern sollte. Dafür mussten Sie sogar auf das Liebste, das sie besaßen verzichten und ihre gerade neu geborene Tochter zurücklassen. Jedoch wird ihnen in Kuba die Einreise verweigert. Auch die umliegenden Länder waren nicht bereit, die Flüchtigen aufzunehmen. Man mag sich diese Grausamkeit nicht vorstellen. All diese Menschen wurden wissentlich in den Tod geschickt. Nur wenigen war das Glück vergönnt, der Nazimechanerie zu entkommen.

    Leah zerbricht unter dieser seelischen Last. 

    Dagmar Fohl zeigt sehr eindringlich die psychischen Qualen und Folgen, die der Naziterror und die Zeit im Konzentrationslager mit sich brachten. Nicht allein der körperliche Zerfall, Hunger und Krankheiten führten zu Tod und Verzweiflung. Die psychische Folter hatte oft gravierendere Folgen und wirkten sich nachhaltig auf das weitere Leben der Überlebenden aus. Wie weit muss der Horror vordringen, damit man froh über den Tod eines geliebten Menschen ist, nur damit dieser all die noch zu erwartenden Qualen und Schmerzen nicht mehr ertragen muss? Man kann es sich kaum vorstellen.

    Das eigene Überleben hing an einem seidenen Faden, Hoffnung wurde für viele zum einzigen Halt in einer unmenschlichen Umgebung. Die Liebe zur Musik sicherte Aaron Stern das Überleben und genau das hätte diese Liebe fast zerstört. Die Autorin zeigt eindringlich, welchen Gewissenskonflikt der Zwang, täglich muntere Musikstücke zu spielen und dabei viele andere Menschen in den Tod zu begleiten, bedeutete. Machtkämpfe, um der eigenen Sicherheit willen, untergruben Mitgefühl und Selbstachtung. In dieser Zeit Mensch zu bleiben, bedurfte einer enormen Kraft.

    Aaron zog seine Kraft und innere Stärke aus der Musik und dem Wissen, dass irgendwo draußen und hoffentlich auch in Sicherheit, seine Tochter Alma lebte und er für sie da sein wollte. Die Suche nach Alma bestimmte lange Zeit seinen Alltag. Wie ihm erging es vielen. Menschen verschwanden spurlos, Dokumente wurden vernichtet. Diese Ungewissheit, was aus den Vermissten geworden war, wiegt schwer und ist oft schwerer zu ertragen, als die Gewissheit über das Unabänderliche. Einen Toten kann man betrauern und mit dem Schicksal irgendwann eine Art Frieden schließen. 
    Anders ist es, für immer in Ungewissheit zu leben. Die Hoffnung bleibt ein täglicher Begleiter und lässt die Seele nicht ruhen. Ich kann mir vorstellen, dass es ähnliche Schicksale wie die von Aaron, Leah und Alma gegeben hat. Manchmal geschah auch ein kleines Wunder, doch oftmals blieben nur zerplatzte Hoffnungen und zerstörte Familien zurück.

    Auch nach dem Ende des Krieges, musste sich Aaron weiterhin mit Ablehnung und Anfeindungen herumschlagen. Ihm wurden immer wieder Steine in den Weg gelegt, die er mit eisernem Willen und der Unterstützung von Freunden überwinden konnte. Er fand einen Weg, sich ein neues erfülltes Leben aufzubauen. Die Ängste und verdrängten Gefühle aber blieben. Die Schatten der Vergangenheit lauerten weiterhin nah unter der Oberfläche. Aaron lernte mit dieser dunklen Seiten in seiner Seele zu leben, andere zerbrachen noch Jahre später daran.

    „Alma“ ist eine eindringliche Mahnung, aus der Geschichte unsere Lehren zu ziehen, nie zu vergessen, was einmal war und eine Wiederholung niemals zuzulassen.

    Um es mit den Worten von Ester Bejarano zu sagen: Möge der Roman etwas bewirken in Zeiten zunehmender Entmenschlichung.“

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    *** Pixibuch-Challenge 2017 – Part 3 *** Nostalgie – Carlsen Verlag ***

    Es wird Zeit für ein wenig Nostalgie im Rahmen der Pixibuch-Challenge.

     

    Es macht unheimlichen Spaß, diese Bücher gemeinsam mit den Kindern zu lesen und noch einmal die Gefühle aus Kindertagen selbst spüren zu dürfen. Die von mir ausgesuchten Geschichten begeistern auch heute unsere Kinder, da sie uns auf ihre Art zeitlos mit auf ein Leseabenteuer nehmen.

    Kennt ihr noch Urmel? Sicher kennt ihr ihn. Aber wisst ihr auch noch, wie Urmel zu Professor Habakuk nach Titwu gekommen ist? In „Urmel schlüpft aus dem Ei“ erfahren wir, was damals passierte. So ein bisschen fehlte mir eine Erklärung, was ein Urmel eigentlich ist. Darüber kann man dann mit den Kindern sehr schön philosophieren.
    Für die wenigen Seiten, die in einem Pixi zur Verfügung stehen, gibt es viel zum lesen bzw. vorlesen. Jede Menge farbenfrohe lustige Bilder lassen das Geschehen lebendig werden.

    Pixi-Serie 215 / Nr.1949
    Carlsen Verlag
    ISBN: 978-3-551-05044-1
    D: 0,99 Euro

    „Der kleine Esel“ musste bei uns schon allein aufgrund des Covers einziehen. Niedlich und für mich als Mama Nostalgie pur, ist es ein wahrer Hingucker. Diese Bilder ziehen sich durch das gesamte Pixi. Da reichen auch die kurzen Textpassagen, die die Bilder untermalen.
    Der kleine Esel möchte unbedingt groß sein und mit auf den Markt. Dafür übt er auch mit Hingabe auf zwei Beinen zu stehen und mit den Hufen zu schlagen. Jedoch ist es auf dem Markt nicht halb so toll, wie er immer dachte und der lange Weg sehr anstrengend. Am Ende lernt er, wie schön es ist noch Kind sein zu dürfen und zu spielen. Der Ernst des Lebens kommt früh genug.

    Pixi Serie 218 / Nr. 1973
    Carlsen Verlag
    ISBN: 978-3-551-05050-2
    D: 0,99 Euro
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