Rezension „Die Frau im hellblauen Kleid“ von Beate Maxian – Heyne Verlag

Roman
Originalausgabe
448 Seiten, Taschenbuch
Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-42212-4
€ 10,99 [D] | € 11,30 [A] | CHF 15,50 (UVP)

Inhalt:

Wien. Marianne Altmann, einst ein gefeierter Filmstar, ist schockiert, als sie von Plänen ihrer Tochter Vera erfährt. Diese möchte einen Film über ihre Familie drehen. Marianne fürchtet, dass nun auch die Abgründe der Familie ans Tageslicht kommen könnten, und mit ihnen ein lange zurückliegendes Vergehen. Es reicht zurück ins Jahr 1927, als ihre Mutter Käthe in einem geliehenen Kleid am Theater vorsprach. Der Beginn einer beispiellosen Karriere – und einer verhängnisvollen Bekanntschaft mit Hans Bleck, der zum mächtigen Produzenten der Ufa aufsteigen sollte…

Beate Maxian lässt uns eintauchen in den Glanz der Wiener Theaterwelt, in die Abgründe der jungen UFA-Jahre, in die sepiagetönten Filme der Nach-kriegszeit und in die heutige Filmwelt.

Quelle: Heyne Verlag


Die Autorin:

Beate Maxian ist eine österreichische Autorin, Moderatorin und Journalistin mit bayerischen Wurzeln (geb. 1967 in München). Ihre Kindheit verbrachte sie in Bayern, Österreich und im arabischen Raum, sie lebt heute in Oberösterreich und Wien. Sie schreibt Romane, Kriminalromane und Kurzkrimis für Anthologien und Zeitschriften. Ihre in Wien angesiedelten Kriminalromane um die Journalistin Sarah Pauli haben eine treue Leserschaft erobert und sind Bestseller in Österreich. Beate Maxian erhielt das Stipendium des Literaturhauses Wiesbaden und wurde mehrfach für den Leo Perutz Preis nominiert. Des Weiteren ist sie die Initiatorin des ersten österreichischen Krimifestivals: Krimi Literatur Festival.at.

Quelle: Heyne Verlag

Rezension:


In jeder Familiengeschichte verbergen sich Geheimnisse. Oft wissen wir nicht einmal, dass sie existieren, manche bleiben für immer im Verborgenen, andere warten auf den richtigen Zeitpunkt, um wiederentdeckt zu werden. Käthes Geschichte beherbergt ein solches Geheimnis. Und genau das macht den Charme dieses Buches aus. 

Vier Generationen von Frauen, verbunden durch Liebe und Geheimnisse. 

Aus dem stillen zurückhaltenden und einfachen Mädchen Käthe wird ein schillernder Star am Theaterhimmel. Es ist wie die Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling. Käthes Entwicklung zeigt ihre Stärken und Schwächen und doch bleibt sie sich am Ende immer treu. 
Ihre Lebensspanne in der Zeit des Zweiten Weltkrieges hat mich am meisten berührt und beeindruckt. Sie zeigt, in welchen Zwiespalt und welche Bedrängnis die Menschen unvermutet gerieten. Welche enorme Kraft und Mut es kostete, zu den eigenen Idealen zu stehen. Die Grenze zwischen Sicherheit und Ruhm zu Abhängigkeit vom Gutdünken anderer und der Gefahr des tiefen Falls, war nur ein schmaler Grat. Freundschaften schlugen unversehens in Feindschaft um. Intrigen, Neid, Missgunst und vor allem der Hunger nach Macht bestimmten über Leben und Tod. 

Marianne hat die innere Kraft und Sturheit der Mutter geerbt sowie die Liebe zur Schauspielerei. Man könnte sagen, sie liegt ihr im Blut. Marianne verkörpert all das, was wir uns unter einer Filmdiva der alten Schule vorstellen. Dabei ist sie unter ihrer rauen Schale ein liebenswerter Mensch.  Hier zeigt sich aber auch, wie tief verwurzelt Hass sein kann und dadurch Generationen von Familien überschattet.

Vera wirkt anfangs ein wenig steuerlos. Sie musste erst viele Fehlversuche hinter sich lassen, um ihre wahren Talente und Bestimmung zu entdecken. Es ist Beate Maxian sehr schön gelungen, aufzuzeigen, wie sich Vera aus dem Schatten der Mutter löst und zu neuem Selbstvertrauen findet.

Als letzte im Bunde der Altmann-Dynastie erleben wir Sophie. Sie verkörpert die moderne Jugend und doch blieb sie mir als Person zu blass. Der Plot um den jüngsten Spross dieser Familie neigt sich mir zu sehr ins Kitschige und bedient mehr als nur ein Klischee. Sie ist charakterlich sehr widersprüchlich. Einmal zielorientiert und dann wieder naiv und willenlos. Auch die Passagen hinsichtlich des Vater-Tochter-Verhältnisses waren ein wenig zu sehr von der Realität entfernt. 
Hier fühlte ich mich an die Heile-Welt-Filme der 50er/60er Jahre erinnert.

Ich finde es immer wieder spannend, hinter die Fassaden zu blicken. Unsere Vergangenheit ist unheimlich interessant, auch wenn uns nicht immer gefällt, was wir entdecken, können wir nur daraus lernen und die Welt dadurch ein wenig besser verstehen. Mit „Die Frau im hellblauen Kleid“ können wir einmal wieder erkennen, wie sehr uns die Vergangenheit auch heute noch beeinflusst und generationsübergreifend ihre Auswirkungen spüren lässt.

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

*** Blogtourankündigung** zu „Über den wilden Fluss“ von Philip Pullman

Nur noch bis zum 17.11.2017 heißt es warten, dann erscheint das Prequel zur „His Dark Materials“-Trilogie „Über den wilden Fluss“. Es ist wirklich toll geworden und ich kann nur empfehlen, es unbedingt zu lesen.

Um euch ein wenig neugieriger auf die Geschichte zu machen, starten wir am 17.11.2017 unsere Blogtour. Neben interessanten Beiträgen gibt es für euch ein Gewinnspiel. Seit ich einen ersten Blick auf die Preise werfen durfte, würde ich ja am liebsten selbst mitmachen.

Ihr habt jeden Tag die Möglichkeit, ein Los zu sammeln und so eure Chancen auf einen Gewinn zu erhöhen. Verfolgt täglich die Beiträge auf den teilnehmenden Blogs und beantwortet die jeweilige Tagesfrage.

Damit ihr den Überblick behaltet, folgt hier noch einmal unser Tourfahrplan.

Fr. 17. November: Buchvorstellung- bei Ruby-Celtic testet
Sa. 18. November: Protagonisteninterview mit Malcolm- bei Mandys Bücherecke
So. 19. November: Rundreise durch die Handlungsorte- bei mir
Mo. 20. November: Die Seelenbegleiter: Was sind Daemonen? – bei Jules Leseecke
Di. 21. November: Lieblingszitate- bei Weltenwanderer
Mi. 22. November: Coververgleich der verschiedenen Länder- bei foxy books

Ich wünsche euch viel Spaß bei der Blogtour und drücke natürlich jedem die Daumen fürs Gewinnspiel.

Euer Zwiebelchen

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit , | Schreibe einen Kommentar

Lesung Val McDermid am 11.11.2017 zur Erfurter Herbstlese aus „Der Sinn des Todes“ – Droemer Verlag

Gestern öffnete das Ratsgymnasium in Erfurt erneut seine Tore für die Erfurter Herbstlese.

Im vergangenen Jahr durfte ich hier einen eindrucksvollen Abend mit Chris Carter erleben. In diesem Jahr war Val McDermid zu Gast und stellte ihren aktuellen Kriminalroman „Der Sinn des Todes“ vor.

Hierbei handelt es sich nicht einfach nur um ein weiteres Buch rund um Detective Chief Inspector Karen Pirie, die immer mehr in den Focus der Ermittlungen gelangt, sondern auch um das mittlerweile dreißigste Buch aus der Feder der Autorin. Eine nicht zu unterschätzende Leistung, da ihre Bücher weltweit verlegt und anhaltend in den Bestsellerlisten zu finden sind.

Durch den Abend führte mit Kompetenz und Humor erneut Margarete von Schwarzkopf.



Val McDermid las zwei Passagen der Originalfassung des Buches. Zwischendurch verriet sie auch, dass leider viele Leser Parallelen zwischen ihr und ihrer aktuellen Protagonistin ziehen würden.

Karen Pirie liebt zum Beispiel Gin. Eine wichtige Information an all diejenigen, die der Autorin eine Freude bereiten möchten. Val McDermid hasst Gin, dafür liebt sie guten Whisky.

Die Lesung der deutschen Kapitel übernahm souverän und ausdrucksstark Marie-Lou Sellem. Diese könnte ich mir sehr gut als Sprecherin der Hörbuchfassung vorstellen.

Es war ein interessanter Abend und eine gut gelaunte Val McDermid signierte im Anschluss noch fleißig Bücher.

Auch für gemeinsame Erinnerungsfotos nahm sie sich geduldig Zeit.

  

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Fridolin – Weisst Du, wie wertvoll Du bist?“ von Kerstin Werner – Eifelbildverlag

Text: Kerstin Werner
Illustration: Kattia Salas
Hardcover, 48 Seiten 
Auflage: 2 (9. Dezember 2015)
ISBN: 978-3-946328-17-9Ein (Vor)lesebuch (nicht nur) für Kinder.
D: 12,90 Euro

Wodurch wird unsere Welt interessant und bunt? 

Durch unsere Vielfältigkeit. Jeder Mensch ist einzigartig, ob vom Aussehen her, der Begabung, des Charakters und vor allem durch unsere kleinen Ecken und Macken. Jeder hat seine Schwächen und Stärken. Zum Glück können wir uns so gegenseitig ergänzen.

Wir müssen nicht vollkommen sein, um glücklich miteinander leben zu können. Es sind vor allem Akzeptanz und Toleranz, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Freundschaft, die unseren Alltag um vieles schöner machen.

Ich habe in meinem kurzen Posting zur Frankfurter Buchmesse bereits angemerkt, dass ich einen wunderbaren kleinen Verlag aus der Eifel entdeckt habe. Danke dir, Arndt für den tollen Kontakt.

Es handelt sich um den Eifelbildverlag, in dem nicht nur Kinderbücher, Wimmelbücher, Hörbücher, sondern auch wundervolle Bildbände und mehr erscheinen. Das Angebot erweitert sich ständig und der Verlag wächst von Tag zu Tag. Die Bücher widerspiegeln das Herzblut und die Kreativität des Verlages. In Gesprächen spürt man die Liebe und Freude, mit der sich Verleger, Mitarbeiter und Autoren hier engagieren.

Es lohnt sich einmal vorbei zu schauen, zu stöbern und sich natürlich auch das ein oder andere Buch nach Hause zu holen. 

Ich werde euch in den nächsten Wochen einige Bücher des Verlages vorstellen. Vielleicht entdeckt ihr ja auch das ein oder andere Geschenk für den Nikolausstiefel oder um es unter den Weihnachtsbaum zu legen.




„Fridolin – Weisst Du, wie wertvoll Du bist?“ – ist auf den ersten Blick ein Kinderbuch und bereits als Vorlesegeschichte für die Kleineren geeignet. Doch auch ältere Generationen können von Fridolin noch etwas lernen und erhalten viele Anregungen zum Nachdenken.

Fridolin ist nicht perfekt und wird von anderen Tieren ausgelacht. Traurig zieht er sich zurück, doch seine Eltern geben ihm wertvolle Lebensweisheiten mit auf den Weg. Sie stärken ihn und ermuntern ihren Jungen, sich so anzunehmen, wie er ist.

„…Vergleiche dich nicht mit anderen Tieren… Jedes Lebewesen ist einzigartig…“

Als Fridolin anfängt, diese Einsichten mit denen zu teilen, die sich über ihn lustig machten, ist er von den Reaktionen überrascht. Hinter den Hänseleien der anderen versteckten sich Neid und Unsicherheit. Durch sein freundliches Auftreten und verständnisvolles Zuhören, knüpft Fridolin bald viele Freundschaften. Die Tiere kommen gern an den Teich, denn niemand wird hier nach seinem Aussehen beurteilt. Hier zählen die inneren Werte. Nicht unsere Herkunft, Aussehen, Hautfarbe, Größe und Gewicht spielen im Leben eine Rolle. Unsere Taten sind es, die zeigen wer und was wir sind.

Fridolin ist eine Geschichte, die Mut macht und Kindern sowie Erwachsenen hilft, sich selbst so anzunehmen wie sie sind. Ein Buch, das Hoffnung gibt auf ein friedvolles glückliches Miteinander.

Am Ende des Buches gibt es nicht nur eine tolle Anleitung zum Häkeln eines eigenen Fridolin. Es steht dort auch auch eine ganz wichtige Frage:

Weisst Du, wie wertvoll Du bist?
Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

*** Ankündigung #TausendTeufelTour*** #7aufeinenStreich – „Tausend Teufel“ von Frank Goldammer – mit #Gewinnspiel

Nur noch zweimal schlafen, dann startet unsere Blogtour zu „Tausend Teufel“ von Frank Goldammer. Ab dem 13. November werden wir euch eine ganze Woche lang mit Informationen zum den zweiten Teil der Krimireihe um den Ermittler Max Heller versorgen.

Jeder von unseren #7aufeinenStreich – Blogs hat sich dabei ein passendes Thema herausgesucht. Neben interessanten Beiträgen und den Rezensionen zum Buch, haben wir Frank Goldammer jeweils eine Frage gestellt, die dieser für euch beantwortet hat. Bleibt am Ball, verfolgt täglich unsere Beiträge und ihr könnt so das komplette Kurzinterview lesen.

Mit Unterstützung der dtv-Verlagsgesellschaft dürft ihr euch auch auf ein Gewinnspiel freuen. Wer alle Blogtourbeiträge besucht und jede der Tagesfragen beantwortet hat, springt in den Lostopf und bekommt die Chance, bald ein signiertes Buch von „Tausend Teufel“ sein Eigen zu nennen. Der Lostopf wird am Dienstag, 21. November 2017 geschlossen.

Abschließend unser Tourfahrplan, damit ihr den Überblick nicht verliert. Die Links zu den Beiträgen werde ich im Laufe der Tour unter den Blognamen hinterlegen.

13. 11.2017 BÜCHERSTÖBERECKE
Rückblick auf den ersten Band der Reihe „Der Angstmann“ und Vorschau auf „Tausend Teufel“

14.11.2017 LESENDE SAMTPFOTE
Vorstellung des Kriminalkommissars Max Heller

15..11.2017 RUBY´S CINNAMON DREAMS
Vorstellung der Dresdener Schauplätze

16.11.2017 ZWIEBELCHENS PLAUDERECKE
Kriegsheimkehrer

17. 11.2017 SCATTY´S BÜCHERBLOG
Kriminalität in der Nachkriegszeit

18.11.2017 DAS NILIVERSUM
Rezepte der Nachkriegszeit

19.11.2017 IRVE LIEST
Schwarzmarkt

20.11.2017 REZENSIONEN 

zum Kriminalroman „Tausend Teufel“ auf den Blogs


Achtet zusätzlich einfach auf unsere Tour-Hashtags: #TausendTeufelTour und #7aufeinenStreich.


Ich wünsche Euch bereits heute viel Spaß und wir freuen uns natürlich über euer Feedback.

Euer Zwiebelchen

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit , | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Wundervogel“ von Mike Revell – FISCHER Sauerländer

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (27. April 2017)
Sprache: Deutsch

übersetzt von Katharina Orgaß
ISBN-10: 3737353743
ISBN-13: 978-3737353748
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
Originaltitel: Stonebird
D: 14,99 Euro

Inhalt:

Liams Familie zieht nach Swanbury, in das Haus seiner Großmutter. Dass dem Ort etwas Magisches anhaftet, merkt Liam schnell. Denn hier begegnet er Wundervogel, der geflügelten Steinfigur vom Dach der Kirche. Wundervogel entpuppt sich als Beschützer und Bewacher über Liams neues Leben, in dem er noch nicht richtig angekommen ist. Und er scheint dem Jungen unerklärliche Mächte zu verleihen. Mit Wundervogels Hilfe kann Liam Dinge geschehen lassen, die vorher nur in seiner Phantasie möglich waren. Als Liam schließlich das alte Tagebuch seiner Großmutter in die Hände fällt, stellt er fest: Auch Großmutter hat Wundervogel gekannt – und er scheint gleichzeitig der Schlüssel zu einem großen Geheimnis zu sein, das sie hütet …
Eine faszinierende Geschichte über die Kraft des Unerklärlichen und die Macht der Phantasie.
›Ein wirklich besonderes Debüt, reich an Herz, Hoffnung und der Kraft des Erzählens.‹ Bookseller

Quelle: Amazon

Der Autor:

Mike Revell studierte Kreatives Schreiben in Essex, England und arbeitet als Sportjournalist. Er lebt mit seiner Freundin und seinem Hund in der Nähe von Cambridge, England. ›Wundervogel‹ ist sein erstes Kinderbuch.

Quelle: Amazon

Rezension:

Dieses Buch verarbeitet viel von unseren Kinderträumen und -ängsten. Träume, Geschichten und sein „Wundervogel“ sind für Liam der einzige Halt in seiner langsam auseinander fallenden Welt. Der Junge muss mit vielen Veränderungen und Zurückweisungen auf einmal zurechtkommen. Nach einem Umzug musste er alle Freunde und die gewohnte Umgebung hinter sich lassen. Neben Anfeindungen in der Schule und dem Gefühl des Alleinseins, sind es vor allem die familiären Probleme, die Liam zu überrollen drohen.
Liams Großmutter leidet an Demenz und die Momente, in denen sie ihrem alten Ich gleicht, werden immer weniger. Die Mutter des Jungen leidet unter dieser Situation und ist den Kindern keine Stütze bei der Verarbeitung ihrer Gefühle. Diese Geschichte zeigt, dass auch Erwachsene bestimmten Situationen hilflos gegenüber stehen.
Über die Tagebucheinträge der Großmutter, kommt Liam dieser wieder ein Stückchen näher und lernt sie mit anderen Augen zu sehen. Es ist eine Annäherung, die Spuren in seinem Herzen hinterlassen und ihm Kraft geben wird.
Wundervogel, der Gargoyle, ist für mich hier eher eine Art Sinnbild für Geheimnisse, Kraft, Hoffnung und Träume. Er ist ein Wunscherfüller und dabei ein kraftvoller Beschützer. 
Ob Wundervogel wirklich in der Kirche existiert oder rein der Fantasie eines traurigen einsamen Jungen entstanden ist, muss jeder Leser für sich entscheiden. Allein der Gedanke an seinen Beistand, hilft Liam über schwere Stunden hinweg. 
Mike Revell vermischt in diesem Buch Fantasie und Realität gekonnt zu einer ans Herz gehenden Geschichte. Intensiv und sensibel schildert der Autor das Seelenleben seiner Protagonisten. Es war eigentlich keine Figur dabei, die ich nicht früher oder später in mein Herz schließen konnte.
Wunder passieren immer wieder und manchmal kann der Glaube Berge versetzten. Genau das zeigt uns der Autor mit „Wundervogel“. Vielleicht sind nicht alle Begebenheiten logisch korrekt, doch den Glauben an Wunder und die Hoffnung sollte man nie verlieren. Wir schöpfen ungeahnte Kräfte aus unseren Träumen und das sollte man nie vergessen.
Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

Rezension „Prager Fragmente“ von Roman Achmatow (Essays)

Titel: Prager Fragmente
Autor: Roman Achmatow (Essay)
Preis: 10 Euro (zzgl. 1,45 Euro Versandkosten)
Seiten: 92
Verlag: beim Autor selbst zu bestellen

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 1 – 178 Jahre

Inhalt/Autor:

„Prager Fragmente“ ist ein ganz besonderes Debüt von Roman Achmatow (Essay). Während seines letztjährigen siebenmonatigen Aufenthaltes in der tschechischen Hauptstadt Prag entstanden 14 Kapitel (davon 12 Kurzgeschichten), die einiges auffangen was ihm wesentlich erscheint: Naive Gedanken vor der Abreise, melancholische Erlebnisse bei nächtlichen Spaziergängen durch die Altstadt, aufregende Abenteuer in den Metros der Stadt, ernüchternde Eindrücke bei einer zufällig angetroffenen Demonstration des tschechischen PEGIDA-Ablegers, die bunte Lebensfreude internationaler Straßenfeste und so vieles mehr.

Übrigens: Unter dem Titel „Prager Fragmente“ hat der Autor weiterhin eine Postkartensammlung herausgebracht.
Link um das Buch zu kaufen: https://goo.gl/C4g4Au
Link zur Postkarten-Sammlung: https://goo.gl/xV2C34
Die Karten können auch einzeln gekauft werden, hier also die Übersicht aller Artikel (wird derzeit noch ausgebaut): https://goo.gl/zSEYo7
Mehr Informationen unter: www.essays-pics.com/?page_id=1330
Facebook: www.facebook.com/EssaysPics
Instagram: www.instagram.com/essays_pics

Quelle: Roman Achmatow

Rezension:

Dieses Buch bedeutete für mich eine Art Leseexperiment. Anfangs benötigte ich etwas Geduld, um „Prager Fragmente“ nicht sofort beiseite zu legen und die Ausführungen des Autors genießen zu dürfen. 

Das Vorwort ist recht salopp formuliert und mit vielen ironisch-witzigen Einschüben gespickt. Was  in den ersten Abschnitten noch amüsant anmutete, begann jedoch bald zu nerven. Ich kann nur sagen, der Witz wirkte aufgesetzt und verfehlte seine Wirkung – einfach nur to much.
Zum Glück verflüchtigten sich derartige Einschübe von Seite zu Seite mehr und blieben nach den ersten Kapiteln komplett aus. 

Dabei ist der Text selbst philosophisch, poetisch und zeugt von einem tiefgründigen Ansatz. Er zeugt von Lebensfreude, aber auch Melancholie. Roman Achmatow malt allein mit Worten bunt schimmernde Bilder und überträgt seine Liebe zu der Stadt Prag so auf seine Leser. Stimmungsvolle Fotos runden die einzelnen Kapitel ab.

Der Autor betrachtet seine Umgebung und die Menschen mit kritischen Augen. Amüsante Begebenheiten wechseln sich mit ernsthaften und nachdenklichen Passagen ab. Gewürzt mit einem Hauch Selbstironie und Sarkasmus wird „Prager Fragmente“ zu einer inspirierenden Lektüre. Den am Anfang zu massiv und übertrieben angeführten Witz, welchen man rasch als Überheblichkeit auslegen könnte, haben weder der Autor, noch das Buch nötig. 

Mit „Prager Fragmente“ stelle ich euch heute ein Buch vor, das erfrischend anders ist und den geduldigen Lesern nach einem holprigen Einstieg sehr schöne Lesemomente beschert.

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar

*** Pixibuch-Challenge 2017 – Part 9*** Weihnachts-Pixi*** – Carlsen Verlag

Heute endet die von Miri auf ihrem Blog Geschichtenwolke-Kinderbuchblog ins Leben gerufene Pixi-Challenge 2017
Eigentlich habe ich die vorgesehenen 20 Pixi im Laufe der vergangenen Monate bereits vorgestellt, doch ein Beitrag fehlt einfach noch. In weniger als zwei Monaten ist Weihnachten. Gerade die Vorweihnachtszeit genieße ich immer und Weihnachtsbücher sollten bereits in den Wochen vor Heiligabend gelesen und verschenkt werden. Im Adventskalender oder Nikolausstiefel findet sich bei uns immer wieder gern das ein oder andere Pixi.
Mein Jüngster hat mir für den heutigen Blogbeitrag zwei seiner Lieblings-Weihnachts-Pixis ausgeborgt.
Der Weihnachtsfuchs
Pixi-Serie W31 / Nr. 2174
ISBN 978-3-551-05095-3
D: 0,99 Euro
Paul träumt von Weihnachten. Am Tag vor Weihnachten entdeckt er vor dem Haus ein Tier. Trotz seiner Angst, läuft er mutig an dem Fuchs vorbei in den Kindergarten. Doch der kleine Fuchs folgt dem Jungen. Paul freundet sich mit ihm an und lässt das Füchslein in sein Zimmer. Aber irgendwie ist dieser sehr traurig. Gemeinsam gehen beide am nächsten Morgen nach draußen und suchen, was dem Tierchen fehlt – seine Familie. Denn Weihnachten ist nur im Kreis der Familie so richtig schön.

Conni feiert Weihnachten
Conni ist einfach ein Muss. Das Büchlein enthält einen recht umfassenden Text und ist so für Grundschulkinder ideal. 
Pixi Nr. 1477
ISBN 978-3-551-04031-2
D: 0,95 Euro
Dieses Pixi nimmt die Kinder mit auf eine Reise durch die Weihnachtszeit.
Conni passiert ein Unglück. Ein Karton mit Weihnachtsdekoration fällt herunter und ein Großteil des Inhaltes zerbricht. Aber Weihnachten ist auch Bastelzeit und rasch setzen sich die Kinder mit Mama an den Tisch und Basteln Baumschmuck sowie einen Adventskranz. Es werden Kalendertürchen geöffnet, die Nikolausstiefel geputzt, ein Weihnachtsbaum ausgesucht und am Schluss kommt auch der Weihnachtsmann zu Besuch. 
Die Pixi-Challenge hat unheimlich Spaß gemacht und meine Kinder haben so auch das ein oder andere Pixi mehr in die Regale bekommen. Diese Bücher begleiten uns bereits seit einigen Jahren und selbst in der Grundschulzeit sind sie noch sehr beliebt. Ich mache mich in den nächsten Wochen noch einmal auf die Suche nach weiteren tollen Pixis. Es wollen ja die Adventskalender und Nikolausstiefel gefüttert werden. Und ihr?
Ein großes Dankeschön an Miri, denn hinter der Organisation und Betreuung dieser Pixi-Challenge stecken sehr viel Mühe und Arbeit.

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit , | Ein Kommentar

Rezension „Glück und Glas“ von Lilli Beck – Blanvalet Verlag

Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373410470X
ISBN-13: 978-3734104701
D: 9,99 Euro

Inhalt:

Glück und Glas, wie leicht bricht das?

Am 7. Mai 1945 werden Marion und Hannelore in der Frauenklinik in der Münchner Maistraße geboren. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, wachsen sie wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Doch als Marion sich an ihrem zweiundzwanzigsten Geburtstag verliebt, zerbricht ihre Freundschaft. Während der Kalte Krieg immer mehr eskaliert, die Studenten auf die Straße gehen und die ersten Kommunen entstehen, trennen sich ihre Wege endgültig. Die widerspenstige Marion wird Fotomodel, hat großen Erfolg im Beruf, aber kein Glück in der Liebe. Hannelore studiert Jura, um Anwältin zu werden, doch das Leben hat andere Pläne mit ihr. Jahrzehnte später, am 7. Mai 2015, wollen sie ihren siebzigsten Geburtstag zusammen feiern – doch kann die Zeit alle Wunden heilen?

Quelle: Amazon

Die Autorin:

Lilli Beck wurde 1950 in Weiden/Oberpfalz geboren, wo sie auch aufwuchs und nach der Schulzeit eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau absolvierte. Ende 1968 wechselt sie nach München. Nach zwei Wochen tippen bei einem Rechtsanwalt, wurde sie von einer Modelagentin (es gab noch keine Casting-Shows) in der damaligen In-Disco ,Blow up‘ entdeckt. Es folgten die ersten Fotos in Paris. Anschließend arbeitete sie u.a. für Zeitschriften wie BRIGTTE, landete wegen ihrer perfekten Beine auf Strumpfpackungen und Plakaten, war die Pirelli-Kühlerfigur der 70er Jahre und Covergirl auf der LP „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ von Marius Müller-Westernhagen. Zwischendurch absolvierte sie ein Schauspielstudium, war Cutterassistentin, (u.a. bei Wim Wenders‘ „Der amerikanische Freund“), und bekam erste TV- und Filmrollen. Durch die intensive Arbeit mit Texten begann sie, Kurzgeschichten zu verfassen. Nach der Geburt ihrer Tochter gab sie die Schauspielerei auf und wechselte hinter die Kamera als Visagistin. 2000 verließ sie die Welt des schönen Scheins, um nur noch zu schreiben. 2002 die ersten Veröffentlichungen von Kurzkrimis. 2008 der erste Roman: „Reich heiraten!“, dem „Chili und Schokolade“ und „Sie haben sich aber gut gehalten!“ folgten. Unter dem Pseudonym Mira Becker hat sie den Roman: „Couchgeflüster“ verfasst, und als Annette Bluhm den Weihnachtsroman „Die hässlichste Tanne der Welt“. Des weiteren erschienen: „Liebe auf den letzten Blick, „Liebe verlernt man nicht“ und „Geld oder Liebe.“ Im August 2015 „Glück und Glas“ eine berührende Saga über 70 Jahre deutsche Geschichte und das bewegenden Schicksal zweier Freundinnen.

Quelle: Amazon

Rezension:


„Glück und Glas, wie leicht bricht das.“ 

Ein Spruch, in dem so viel Wahrheit steckt und viele Schicksale, die in eben diesem Tenor verlaufen.

Lilli Beck hat in ihrem Buch über nur 512 Seiten ein ganzes Leben über 70 Jahre hinweg so festgehalten, dass man atemlos liest, mit den Hauptfiguren hofft, bangt, liebt und Verluste erleidet. Es fühlt sich an, als würde man reale Schicksale verfolgen.


Zwei Mädchen, geboren unter den wohl gegensätzlichsten Voraussetzungen, in einer Zeit, in der das Überleben oft von glücklichen Zufällen abhing. Eine solche glückliche Fügung begründet eine lebenslange Freundschaft. Eine Freundschaft, die durch viele Höhen und Tiefen gehen muss, um im Alter wieder zusammen zu finden. 

Beim Lesen fragt man sich: „Was bedeutet Glück?“
Das Glück von heute, kann schon morgen unbedeutend sein. Kleine Gesten und Momente dagegen entfalten manchmal erst viel später ihre Wirkung. Auch wenn wir eines Tages vor den Scherben einer glücklichen Lebensspanne stehen, bleiben die Erinnerungen. Sie geben uns die Kraft und das Durchhaltevermögen, woraus ein neues Glück erwachsen kann. 

Moon und Hannelore wachsen nicht nur in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten heran, sie sind auch völlig gegensätzliche Charaktere. Dennoch ergänzen sie einander perfekt und scheinen fast unzertrennlich. Ihre Freundschaft ist jedoch nicht frei von Neid. Ist es die Unbekümmertheit und finanzielle Sorglosigkeit der einen, steht dagegen das grazile Wesen und die Ausstrahlung der anderen. 

Beide verfolgen mit Ehrgeiz ihre Ziele. Dabei müssen sie lernen, das Geld und Karriere im Leben zwar Türen öffnen können, jedoch sehr unbeständig sind und keine Sicherheiten bieten. Das Zwischenmenschliche Glück, wahre Freundschaft und Liebe lassen sich weder erzwingen noch kaufen. Echte Freundschaft dagegen kann ein ganzes Leben und darüber hinaus bestehen bleiben. 

„Glück und Glas“ ist eine Reise durch die Geschichte und gesellschaftliche Entwicklung von der Nachkriegszeit bis heute. Wir erleben mit Lilli Beck und ihren Protagonisten Verluste und großes Glück. Sie erzählt von Vorurteilen, Träumen und der Suche nach dem eigenen `Ich`. 

Dieses Buch ist wie das wahre Leben, ein emotionales Auf und Ab.



Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Lesung von Walter Plathe am 23.10.2017 zur Erfurter Herbstlese – „Ich habe nichts ausgelassen“

Gestern erlebte ich einen amüsanten, Anekdotenreichen Abend. Walter Plathe stellte im Rahmen der Erfurter Herbstlese seine Autobiographie „Ich habe nichts ausgelassen“ aus dem Verlag Neues Leben vor.

Warum ich ausgerechnet zu einer Lesung von Walter Plathe wollte? In Kindertagen habe ich sehr für ihn geschwärmt und jeden Zeitungsschnipsel über ihn gesammelt. Diese Sammlung existiert übrigens immer noch. 
Seinen Charme hat er bis heute nicht verloren. „Rächer, Retter und Rapiere“ war meine absolute Lieblingsserie und ja, mein Herz schlug da nur für einen. Ich war damals gerade neun oder zehn Jahre alt, doch die Eindrücke blieben bis heute erhalten. So erfüllte ich mir gestern einen Traum

In einer Zwischenpause signierte Walter Plathe fleißig Bücher und sagte auch zu einem gemeinsamen Foto nicht nein.

Erfrischend, nachdenklich, mit einem leichten Augenzwinkern und lausbubenhaften Charme präsentierte und der Schauspieler und Autor Stationen seines Lebens. Dabei nimmt er sich selbst nicht zu ernst und agiert sehr publikumsnah. Man merkt Walter Plathe die fundierte klassische Schauspielausbildung und langjährige Erfahrung an.

Obwohl er einen anstrengenden Drehtag hinter sich hatte, wurde er nicht müde, das Publikum im gut gefüllten Atrium der Stadtwerke zu unterhalten.

Die von ihm gelesenen Passagen lassen sich in ihrer Darbietung kaum von seinen freien Erzählungen unterscheiden. Seine Geschichten enden mit ausgefeilten Pointen, die für einige Lacher sorgten. Das Publikum hatte er von der ersten Minute an in der Hand.

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit | Schreibe einen Kommentar