Rezension „Sie brachten uns Hoffnung: Die Geschichte von Edward Galinski und Mala Zimetbaum“ von Reiner Engelmann – cbt Verlag

Herausgeber ‏ : ‎ cbt
Erscheinungstermin ‏ : ‎ 11. September 2024
Auflage ‏ : ‎ Originalausgabe
Sprache ‏ : ‎ Deutsch Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 224 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3570316025
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3570316023
Lesealter ‏ : ‎ Ab 14 Jahren

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Reiner Engelmann wurde 1952 in Völkenroth geboren. Nach dem Studium der Sozialpädagogik war er im Schuldienst tätig, wo er sich besonders in den Bereichen der Leseförderung, der Gewaltprävention und der Kinder- und Menschenrechtsbildung starkmachte. Für Schulklassen und Erwachsene organisiert Reiner Engelmann regelmäßig Studienfahrten nach Auschwitz. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Anthologien und Bücher zu gesellschaftlichen Brennpunktthemen. Für sein engagiertes Wirken in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit wurde Reiner Engelmann mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

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Manchmal gelingt es einer kleinen Pflanze, auch in unwirtlichen Gegenden Wurzeln zu fassen und zu blühen.

So ähnlich muss es zwischen Mala Zimetbaum und Edward Galinski gewesen sein. Reiner Engelmann beschreibt in seiner Geschichte keine Fiktion. Es gab diese beiden Menschen wirklich, die in einer Umgebung von Grauen, Hass, Schmerz und Gewalt etwas Reines fanden. Sie blieben sich treu und setzten sich uneigennützig für ihre Mithäftlinge ein.

Wir erleben keine schnulzige Liebesgeschichte, die das Grauen überstrahlt und in einem rosaroten Happy End endet. Es ist die Erzählung zweier Menschen, die sich zur falschen Zeit am falschen Ort trafen, aber dennoch das Glück hatten, einander für eine begrenzte Zeit zu finden.
Trotz aller Grausamkeiten blieben sie warmherzig und mitfühlend. Sie setzten sich für ihre Mitgefangenen ein, ohne an das eigene Leben zu denken, und versuchten, die Lebensumstände anderer zu verbessern.
So nutzte Mala Zimetbaum ihre besondere Stellung als Läuferin und Dolmetscherin mutig für den Widerstand. Der Einsatz und ihre tiefe Bindung zwischen Mala und Edek gaben den Häftlingen Hoffnung, eine Hoffnung, aus der die Kraft entsprang, weiterzuleben und zu kämpfen.

Mala und Edek konnten aus dem KZ fliehen und für kurze Zeit Freiheit sowie intensives Glück erleben. Sie trotzten dem Schicksal, das ein unmenschliches Regime für sie vorgesehen hatte, und suchten ihren eigenen Weg. Doch ihr Leben hing von Zufällen und der Hilfe anderer ab.
Leider erfüllte sich ihr Traum von einer gemeinsamen Zukunft und einer Familie nicht. Ihr Leben endete viel zu früh und unter großen Qualen im Konzentrationslager. Obwohl ihr Weg kurz war, beeinflussten sie viele Schicksale und wurden für andere zum Vorbild und Anker.

Obwohl bereits zu Beginn klar ist, wohin diese Geschichte führen wird, bleibt zwischen den Zeilen immer wieder ein Fünkchen Hoffnung. Dieses „Was wäre wenn?“ lässt dem Leser das Schicksal von Mala und Edek unheimlich nahegehen.

Der Autor beweist erneut sein Geschick, historische Sachverhalte gut recherchiert und empathisch zu vermitteln. Da das Buch für Jugendliche geschrieben ist, werden Extreme vermieden, ohne die grausamen Seiten jener Zeit und den Überlebenskampf in den Lagern zu beschönigen.
Reiner Engelmanns Protagonisten bleiben keine unerreichbaren Helden, sondern werden zu Wegbegleitern, die das Herz berühren.

Reiner Engelmann zeichnet ein eindringliches Bild von Hoffnungslosigkeit und Düsternis, aber auch von Mut und kleinen Lichtblicken. Er zeigt uns, welche Hürden der Zusammenhalt unter extremen Widrigkeiten überwinden kann.

„Sie brachten uns Hoffnung“ ist ein wichtiges Buch, um die Schrecken des Nationalsozialismus und die Menschen, die nicht mehr für sich sprechen können, nicht vergessen zu lassen. Es hilft jungen Menschen, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, damit ein solches Grauen nie wieder geschieht.

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